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Diskutiere im Thema DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #361
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Nur zum Verständnis (und um mal zum Thema zurück zu kommen*g*):
    Hier in der Debatte ging es darum, ob man mit ADHS ein Studium packt, oder?

    Rossis Behauptung ist hingegen, dass ein unbehandelter ADHSler mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Abitur schafft.

    Das sind zwei grundlegend verschiedene Dinge, die Ansprüche im Studium sind ganz andere, insbesondere wenn dann noch hinzukommt, dass man neben der Lernerei (was ein vielfaches des Schulaufwandes ist) i.d.R. auch auszieht und somit selbst sich um Haushalt&Co. kümmern muss, auch bürokratische Anforderungen und derlei sind nicht mehr mit denen während der Schulzeit zu vergleichen.
    Zumindest ich kann mich nicht erinnern, während meiner Schulzeit jemals irgendwelche Unterlagen ausgefüllt zu haben.
    Kindergeld&Co. war Aufgabe meines Vaters, Bafög etc. noch kein Thema, GEZ&Co. ebenfalls nicht, man musste sich nicht um die Miete kümmern und so weiter und so fort.
    Selbst Arzttermine hat damals noch meine Mutter für mich vereinbart.

    Zudem ist Schule viel strukturierter als Studium. Es wird weniger Selbstdisziplin verlangt, weniger Eigenverantwortung und Selbstständigkeit, es ist halt Schule.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es sehr viele ADHSler gibt, die noch recht unentdeckt (!= unauffällig) durch die Schulzeit kommen und dann im Studium scheitern.
    Das war aber nicht Rossis Aussage. Dessen Aussage war, dass der ADHSler erst gar nicht dazu kommt, im Studium zu scheitern, weil er sein Abitur nicht schafft.

    Das ADHS+Studium ein sehr kompliziertes Befangen ist steht doch eigentlich außer Frage.
    Jedoch darf man nicht leugnen, dass es auch da ADHSler gibt, die es erfolgreich packen.
    Auch alles eine Frage der Motivation. Ein ADHSler der etwas studiert, was ihn brennend interessiert und zwar grundlegend und nicht aus einer impulsiven Laune heraus - der wird vielleicht sogar mit großem Erfolg sein Studium abschließen können.
    Jedoch ist das meist nicht der Fall, man studiert in der Regel doch eher etwas, was man zwar gut/spannend findet, aber was nicht das totale "Herzensthema" ist.
    Und (zu) viele werden möglicherweise irgendwelchen Launen folgen, finden gerade etwas total spannend und nach 2 Monaten ist alles wieder langweilig.

    Außerdem variiert es sehr von Fach zu Fach. In Mathe bspw. muss man jede Woche Übungen abgeben (und entsprechend viele Punkte holen) um die Klausurzulassung zu bekommen. Auch in einigen anderen Studiengängen ist dies üblich (Physik und Informatik z.B.).
    Die Profs verlangen in der Regel, dass man mindestens zu zweit abgibt.
    Das ist für einen ADHSler wohl doppelt gut, denn 1.) er wird jede Woche zum aufarbeiten des Lernstoffes gezwungen und 2.) ist der (hoffentlich nicht-ADHS-betroffene) Übungspartner ein prima Schutz gegen Prokrastination&Co.
    In anderen Fächern hingegen muss man in der Vorlesungszeit nichts tun und dann kommen plötzlich Schlag auf Schlag 7, 8 Klausuren innerhalb von 2-3 Wochen. Damit haben selbst nicht-ADHSler zu kämpfen, weil sowas einfach immens viel Selbstdisziplin verlangt (immer wieder regelmäßig die Vorlesung aufarbeiten etc.).
    Dem ADHSler wird sowas vermutlich schnell das Genick brechen.

    Ob jemand, der überfordert ist mit seinem Studium, 2 Wochen, 2 Jahre oder länger aushält - vielleicht sogar irgendwann doch noch den Abschluss schafft - ist zudem nicht nur eine Frage der ADHS-Ausprägung, der Komorbiditäten etc., sondern auch der finanziellen Unterstützung.
    Manche Eltern finanzieren einen jahrelang, andere können das nicht und man ist komplett auf Bafög angewiesen - wo man wiederum nach 4 Semestern einen Leistungsnachweis bringen muss.

    Es gibt also viele unterschiedliche Einflussfaktoren, glückliche und weniger glückliche Konstellationen.

    Jedoch bin ich davon überzeugt, dass ein intelligenter ADHSler auch ohne Behandlung sein Abitur schaffen kann - und nicht nur "sehr selten", sondern vielleicht deutlich häufiger, als man bisher von ausgeht.
    Man muss kein Genie oder unglaublich fleißig sein, um ein Abi zu bestehen. Vielleicht wird es keiner 1er-Abi, aber "bestehen" - das kann auch 3,9 bedeuten (was jedoch auch eine Kunst für sich ist*g*).

  2. #362
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    [QUOTE=minzi;634077

    Wie gesagt, wenn jemand nichts in der Kindheit hatte, dann kann meiner Meinung
    auch kein ADHS vorliegen. Aber wieso glaubst Du, dass jemand mit einer abgeschwächteren
    Form, zwar mit viel Anstrengung und vielleicht ein Quentchen Glück, es geschafft haben soll.
    Du hast sogar mit Deiner ausgeprägten ADHS Abitur geschafft.[/QUOTE]

    Na ich gehe ja dann davon aus, das es auch abgeschwächter bleiben müsste. Also die Kontinuität oder der Unterschied darin verwundert mich halt so.
    Ich habe mein Abi mit Sonderantrag wegen Fehlzeiten (Überforderung wegen Kompensation/ krank) geschafft. Zusätzlich musste ich ein Jahr wegen Fehlzeiten wiederholen. Also das selbe "Dilemma" wie später.
    Zusätzlich war auch die Anforderung an den Alltag, wie Wohnung, nebenbei Geld verdienen, Papierkram etc nicht so hoch wie nach dem Auszug. Es dürften doch aber wirklich wenige Ausnahmen sein, die das Glück hatten all dies im Studium nicht bewältigen zu müssen, um da also noch die Reserven zu haben.
    ReRegenbogen hat es gut beschrieben sehe ich gerade
    Geändert von creatrice (10.07.2015 um 23:41 Uhr)

  3. #363


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Vielleicht bleibt es ja auch abgeschwächter, aber man hat keine
    Kraft mehr immer wieder gegen Windmühlen zu kämpfen und
    sucht sich dann doch mal Hilfe?
    Und abgeschwächter kann ja auch bedeuten, dass es zwar nicht
    so stark ist wie bei Dir, aber immer noch schlimm genug, um zu leiden.

  4. #364
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    mir hat das keine Ruhe gelassen, ich habe noch mal viel über MCD gelesen..... Vielleicht ist ADHS so wie es ist eine eigenständige Krankheit, die bei der MCD ein Symptom oder eine Komorbidität ist. Weil einige wohl wirklich auch bemängeln, das die ADHS nicht die Breite der MCD erfasst. Das würde ja auch erklären, wieso einige das vermeintlich doller haben, obwohl sie eher andere Dinge dazu haben.

    Sprich beide haben recht, die, die sagen sie haben ADHS und das auch so wie es sein soll, und die, die sagen ich fühle mich da nicht richtig berücksichtigt, es soll so "streng" bleiben wie früher.
    Geändert von creatrice (11.07.2015 um 09:06 Uhr)

  5. #365
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 160

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    ReRegenbogen schreibt:
    Nur zum Verständnis (und um mal zum Thema zurück zu kommen*g*):
    Hier in der Debatte ging es darum, ob man mit ADHS ein Studium packt, oder?

    Rossis Behauptung ist hingegen, dass ein unbehandelter ADHSler mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Abitur schafft.
    Indirekt stimmt das.

    Rossi sagt:

    Wer es schulisch soweit bringen konnte, dass er Vorlesungen und Tagungen besuchen kann, leidet mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht an einer ADHS.
    Er sagt auch:

    Es gehört zur Kernspezifik der ADHS-Symptomatik, dass diese bei monotonen, stillen, subjektiv uninteressanten und/oder fremdbestimmten Aktivitäten immer “stört”. Bei Menschen, die in der Grundschule weder durch übermässige Verträumtheit noch durch eine zu hohe Impulsivität auffallen, liegt in den meisten Fällen keine ADHS vor. Da gibt es nichts schönzureden.
    Bei Letzterem würde ich ihm absolut recht geben (und teile auch seine Kritik am DSM-5). Jedenfalls wissen wir ja alle, dass ein entdecktes AD(H)S bei Kindern durch die Behandlung wesentlich abgemildert werden kann und damit bessere Schul- und auch Studienerfolge möglich werden.

    Wer erst im Erwachsenenalter AD(H)S-ähnliche Symptome entwickelt, sollte dringend nach anderen organischen und psychischen Ursachen suchen lassen, damit eventuell gefährliche Erkrankungen nicht unerkannt bleiben.

    Auch Darmerkrankungen können z.B. Unkonzentriertheit hervorrufen.
    Geändert von Hirnjogger (11.07.2015 um 12:09 Uhr)

  6. #366
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.123

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Das ist schon richtig, aber viele sind mit dieser Aussage deshalb nicht einverstanden, weil sie sehr wohl schon in der Kindheit unter den gleichen Auffälligkeiten litten, diese aber aus verschiedenen Gründen nicht bemerkt oder falsch interpretiert wurden.

  7. #367
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Sunpirate schreibt:
    Das ist schon richtig, aber viele sind mit dieser Aussage deshalb nicht einverstanden, weil sie sehr wohl schon in der Kindheit unter den gleichen Auffälligkeiten litten, diese aber aus verschiedenen Gründen nicht bemerkt oder falsch interpretiert wurden.
    das trifft den Nagel auf den Kopf.

    Ich z.B. viel auf - sehr sogar - mein Spitzname war Pipi (von Pipi Langstrumpf). Das hat auch meine Diagnose 40 Jahre später leichter gemacht, es stand in jedem meiner Zeugnisse. Wir war ca. 45 Kinder in der Klasse. Ein verträumtes, ruhiges Kind wäre nicht aufgefallen. Wir hatten so Kinder, die galten als sehr lieb und etwas schusselig, die Lehrer waren glücklich das es diese Kinder gab. Diese Kinder bekamen in Betragen ein sehr gut. Teilweise wussten die Lehrer gar nicht den Namen von diesen Kindern.

    Bei mir kam kein Mensch auf die Idee, das ich irgendetwas haben könnte. An mir war ein Junge verloren gegangen und ab und zu eine Tracht Prügel hätte mir nicht geschadet. Da ich diese Tracht Prügel aber nicht bekam waren meine Eltern schuld, dass aus mir nix werden konnte. Zu Erstauen alle habe ich aber einen erweiterten Abschuß geschafft und konnte meine Mittlere Reife machen. Von da an war es klar, das ich auch noch faul war, sonst hätte ich mehr erreicht.

    Ein ADSler (ohne H) wäre bis in die 80iger oder vielleicht noch länger, nicht aufgefallen. Es wäre sich zwar irgendwie anderes vorgekommen, aber das wäre es auch schon gewesen.

  8. #368
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Grundsätzlich ist es ja vom Verlauf her eigentlich so, dass die ADHS-Symptomatik im KINDESALTER stärker ist und dann eher nachlässt.

    Andererseits kann es eben sein, dass die ANFORDERUNGEN an die Exekutivfunktionen bzw. des Emotionswissen und der emotionalen Selbstregulation (siehe mein Blogbeitrag h) eben erst im Jugend- und Erwachsenenalter überhand nehmen. Gerade intelligente Menschen entwickeln erstaunliche Kompensationsmöglichkeiten für diese Probleme.

    Aber genau diese müsste man dann auch in der Exploration genauer erfragen. Wer erst mit 17 oder gar im Studium mangelnde Konzentration und schlechte Organisation beklagt, hat definitionsgemäss eben kein ADHS. Und man kann mehr als genug andere Gründe für Wahrnehmungs- und Lernprobleme haben, die gerade Piero sehr differenziert in seiner Diagnostik herausarbeitet. Da ist er wirklich gut drin.

    Das ist die eigentliche Kernaussage von Pieros Aussagen. Es geht ihm doch überhaupt nicht darum, ob es nun Akademiker mit oder ohne ADHS gibt. Es geht ihm um die Verwässerung der Diagnosekategorie durch das DSM V.

  9. #369
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 160

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Wobei Rossi bestreitet, dass AD(H)S kompensiert werden könnte. Mir ist aber nicht ganz klar, wie er Kompensation definiert.

  10. #370
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Elwirrwarr schreibt:

    Ein ADSler (ohne H) wäre bis in die 80iger oder vielleicht noch länger, nicht aufgefallen. Es wäre sich zwar irgendwie anderes vorgekommen, aber das wäre es auch schon gewesen.
    Und da hört ADS bei mir auf. Lt Definition muss schon bei einem vorwiegend unaufmerksamen Subtyp eine größere Aufmerksamkeitsschwäche als bei einem mit H auftreten, (Ausnahmen gibt es bei den H), wer sich nur irgendwie anders vorgekommen ist, hat wohl auch bis auf sehr sehr wenige Ausnahmen kein ADS. Denn es gibt genug, die mit ADS aufgefallen sind, das war nicht durch die typischen Auffälligkeiten für Hyperaktivität, aber es waren die extreme Unaufmerksamkeit, Schusseligkeit, Vergesslichkeit, Unorganisiertheit. Ein bisschen trottelig ist kein ADS. Es gibt genug Menschen, die ein bisschen schusselig und manchmal auch durcheinander sind, aber die haben nicht alle ADHS, geschweige denn irgend eine Erkrankung.
    Irgendwo ist doch auch eine Grenze zur ausgeprägten Eigenschaft ohne Krankheitswert.
    Irgendwie anders vorkommen, und Leid weil man nicht das erfüllen kann was man soll und auch möchte, weil man ständig für Sachen kritisiert wird, die man sich selbst nicht erklären kann etc ist ein Unterschied.

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