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Diskutiere im Thema DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #231
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Hallo

    nur noch mal zur Ergänzung meines vorherigen Beitrags:

    Ich bin nicht für ein bedingungsloses "Glauben" von Diagnosen. Ich weiß das mach eine Diagnose sehr oberflächlich gestellt wurde. Das kann ich aber bei mir ausschließen. Ich habe meine Diagnose in der Med. Hochschule Hannover gemacht. Da wurden alle möglichen Ausschlußuntersuchungen bis hin zu einer Untersuchung in Computertomografen gemacht. Das ganze Prozedere hat sehr lange gedauert.

    Das war im Rahmen einer Studie. Ich war damals nicht die einzige mit einem abgeschlossenen Studium - allein in meiner Familie gibt es da noch einige, wir sind alle spät diagnostizierte.

    Nun ist ein ADHSler ja nicht nur ADHSler - er ist noch viel mehr
    wir ADHSler mit und ohne H haben vieles gemein, was wir mit Nichtbetroffenen nicht teilen. Aber vieles unterscheidet uns auch.

    Ich z. B. brauchte früher Wut als Motor etwas anzufangen - dann wollte ich es dem Rest der Welt beweisen. Diese Wut war mein Motor das Studium anzufangen - es kam dann kurz vor dem Ende des Studiums noch ein andere Wut dazu - die hat mich noch mal gepuscht. Die geniale Unterstützung durch meinen Mitstudenten hat mir geholfen es auch zu beenden. Ich bin mir voll bewußt, dass ich ohne diese beiden Komponenten es nicht geschafft hätte.

    Ich fände es spannend zu gucken, wie die Strategien von anderen aussahen - aussehen?
    Wie diese Strategien genutz werden könnnen.

    Während meiner Diagnose sagte die Ärztin zu mir, dass sie erstaunt sein, wie wenig Komorbiditäten ich entwickelt hätte. Vielleicht ist auch das ein Punkt, der zu beachten ist.
    Ist die ADHS das Ausschlußkriterium oder die sehr häufig daneben bestehenden Komorbiditäten.


    alles Liebe
    ich muß jetzt arbeiten gehen - wie schon geschrieben, das Arbeiten finde ich anstrengender als das Studieren c-

  2. #232
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Unterstützung hatte ich auch sehr viel, sowohl von meinen Eltern, als auch von einigen Lehrern etc, die gesehen haben das mehr hinter mir steckt als ein faules Dummchen.
    Mit Wut habe ich auch sehr vie geschafft, ich habe es aus der Behindertenwerkstätten wieder raus geschafft, habe einen Abschluss gemacht. Allerdings beides innerhalb von 1-3 Monaten, danach bin ich jedes Mal für mind. 1/2 Jahr zusammengebrochen wegen Erschöpfung. eigentlich ist das immer das selbe Schema, egal ob mit verminderter Arbeitszeit oder mit verminderten Ansprüchen, wenn von mir, oder ich von mir Aufmerksamkeit verlangt wird, dann kann ich das mit ganz viel Anstrengung im Schnitt 2 Monate für ein paar Stunden am Tag regelmäßig leisten, danach kommt aber eine riesige Erschöpfung weil ich mich durch die Anstrengung so verausgabt habe.

    Ich habe sämtliche Strategien versucht, Variablen in der Zeit, in der Intensität etc..... Es ist da einfach eine unüberwindbare Grenze. Das kotzt mich selber an, ich hätte es auch gern anders, ich bin nicht blöd, muss aber mein Leben an der Armutsgrenze sehenden Auges verbringen. Die Motivation ist also auch da. Überschreite ich die Grenze, folgt das nach ein paar Monaten, was bei anderen nach Jahrzehnten folgt. Sicherlich ist es auch schwer gewesen, mit vielen Abstrichen, aber es waren Dinge über Jahrzehnte möglich, die ich z.B. nicht so leisten kann. Es geht einfach nicht. Ob ich mich nun auf den Kopf stelle, im Dreieck springe oder viel rauche, Koffein trinke, Selbstmedikation betreibe..... Es ist nicht möglich.
    Ist das jetzt ein ein ultramörderriesen Unterschied in der Stärke oder ist das was anderes? Und das ist nur ein Beispiel.

  3. #233
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    [Zuerst sowas wie eine kleiner Disclaimer: finde die Diskussion gerade einfach interessant. Aber ich denke irgendwie sind wir uns doch alle einige das ein Pauschalurteil nicht richtig sein kann und das Herr Rossi das auch nicht so meinte, oder? Deswegen reite ich jetzt weiter darauf herum, ohne das ich bei irgendwem irgendetwas in Frage stellen möchte.]

    ... das geht so schnell hier, ich komme kaum mit.

    Fliegerlein schreibt:
    1. Auto fahren ist etwas, das einen ADHS so dermaßen begeistert, dass er das durchziehen kann.
    Seine Begeisterung dafür bringt ihn in einen Zustand, der fäschlicherweise als "Hyperfokus" bezeichnet wird
    (was besonders in diesem Fall vollkommen falsch ist, es handelt sich vielmehr um den Zustand hoher Begeisterung
    eines AHDS-Betroffenen, welcher es ihm ermöglicht, so zu funktionieren, wie es ein Nichtbetroffener sonst auch kann,
    eben auch Theorie zu büffeln).
    Genau deswegen finde ich es gerade merkwürdig das ausgerechnet das Studieren herangezogen wurde. Im Gegensatz zu der Fahrschule muss ich an der Uni so gut wie nie etwas dann und auf die Weise machen wie es irgendjemand anderes gerne möchte (außer in Prüfungen - dazu komme ich gleich).
    Man braucht nicht eine einzige Vorlesung konzentriert verfolgen und wann und wo du was lernst ist völlig egal.

    Fliegerlein schreibt:
    2. Einen Führerschein zu erlangen bedeutet bei weitem nicht die gleichen Anforderungen an die Exekutiven Funktionen,
    wie das bei einem Studium der Fall ist.
    Schwierig, beim Organisieren des Alltags im Studium stimme ich dir zu. Beim Lernen aber nicht. Man kann völlig ohne Ziel, Sinn und Verstand in seine Lernsache vertieft sein und mit etwas Glück bringt einen das durch eine Prüfung.
    Beim Autofahren muss man sich (finde ich) viel mehr Gedanken darüber machen wo man eigentlich hin möchte, was der hinter einem so macht, ob das Wetter vielleicht bedingt das man das Licht anmachen sollte usw.. Also Dinge die mit dem eigentlichen "Gegenstand" gar nichts zu tun haben.

    Fliegerlein schreibt:
    Auch hier wird die Theorie in Form von Frontalunterricht vermittelt, die Stunden sind vorgegeben, der Stundenplan
    ebenfalls, das ist nichts anderes als in der Schule.
    Im Unterschied zur Schule ist es aber nicht verpflichtend das so zu tun. Auch wenn es mittlerweile mehr Pflicht-Veranstaltungen gibt, bekommst du ja nicht wie in der Schule eine mündliche Note oder ähnliches. Und es interessiert (meine Erfahrung) niemanden ob im Seminar einer 3 Stunden lang Blümchen malt oder sowas.

    Der Stundenplan legt auch nur fest welche Module welche Vorraussetzungen haben.
    Auch heute noch kann dich niemand daran hindern jedes Semester nur ein Modul zu belegen zum Beispiel (außer man möchte Bafög).

    Man schafft niemals den Führerschein wenn man sich nicht zumindest während der praktischen Fahrprüfung konzentrieren kann.
    Daher bin ich überzeugt - wenn man sich überhaupt mit dieser "umgedrehten" Diagnose-Einschränkung beschäftigen will - der Führerschein ist eine größere Herausforderung als der Hochschulabschluss für jemanden der vor allem an Konzentrations-Schwierigkeiten leidet.

    Wie auch Elwirrwarr zu letzt angemerkt hat, ein Studium kann man so und so angehen.
    Was man auswendig kann bringt man auch wieder raus, selbst wenn man unkonzentriert in der Prüfung sitzt. Das gilt auch für die praktische Fahrprüfung, aber da gibt es mehr Komponenten die man nicht auswendig lernen kann.

    Eine Klausur an der Uni ist ja nur "schwieriger" weil sie eine höhere Auffassungsgabe, eine höhere Intelligenz, erfordert als die Führerschein-Prüfungen. Aber das wird (wenn ich das richtig verstanden habe) nach aktuellem Stand durch ADHS-Probleme gar nicht negativ beeinflusst.

  4. #234
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Nur ganz kurz:

    HumanStapler schreibt:
    Was man auswendig kann bringt man auch wieder raus, selbst wenn man unkonzentriert in der Prüfung sitzt.
    Der Haken daran ist:
    Es aber vorher irgendwie reingekommen sein.
    Für z.B. eine Hausarbeit oder gar eine Diplomarbeit reicht es eben nicht nur, etwas auswendig zu lernen, man muss auch wissen, was man lernen muss.
    Für eine Hausarbeit muss man recherchieren, Informationen einholen, vergleichen, sammeln, zusammenfassen und aus dem Gesamten an Inforamtionen seine eigenen Schlüsse ziehen und niederschreiben.
    Das allein ist schon ein komplexes Gebilde, welches Anforderungen an die EF stellt.
    Ich muss wissen, worum es geht, muss von mehreren Seiten die richtigen/ nötigen Infos gezielt sammeln und verarbeiten und das Ganze letztlich auf ein Ziel gerichtet.

    Für eine Hausarbeit z.B. muss man sich durch Fachliteratur, Studien, Facharbeiten etc. wühlen, die entsprechend relevanten Stellen heraussuchen, verarbeiten und in Beziehung zur eigenen Arbeit setzen.

    Ich verliere dabei regelmäßig den Überblick bzw. wenn ich es hinbekomme, dann in einer ungleich höheren Zeit, als es üblicherweise angemessen wäre, denn ich muss mich immer und immer wieder einlesen, weil ich "unterwegs" den Faden verliere.

    Hier im Forum habe ich mal so eine Art "Hausarbeit" über ADHS und Kreativität geschrieben und dazu Daten etc. gesammelt und zusammengefasst ... die Mühe, die mir das gemacht hat, ist schwer zu beschreiben.
    Für ein komplettes, erforlgreich abgeschlossenes Studium mit mehreren Fächern hätte das nicht gereicht, nie und nimmer.
    Ich zolle höchste Bewunderung denjenigen, die das hinbekommen.

    Andererseits wie gesagt, halte ich es nicht für unmöglich, das zu schaffen, aber machen wir uns nichts vor, ein Studium ist kein Multiple Choice Test, da gehört schon einiges dazu, um das zu schaffen, auch wenn manch einer da wirklich so durchrauscht, als wäre es nichts, bagatellisieren sollten wir das auch wieder nicht, ... solche Menschen sind aber bewundernswerte Einzelfälle, ich jedenfalls bewundere sie, aber eher nicht die Regel oder?
    Geändert von Fliegerlein ( 8.07.2015 um 12:55 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  5. #235
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Fliegerlein schreibt:
    Für eine Hausarbeit muss man recherchieren, Informationen einholen, vergleichen, sammeln, zusammenfassen und aus dem Gesamten an Inforamtionen seine eigenen Schlüsse ziehen und niederschreiben.
    Das allein ist schon ein komplexes Gebilde, welches Anforderungen an die EF stellt.
    Ich muss wissen, worum es geht, muss von mehreren Seiten die richtigen/ nötigen Infos gezielt sammeln und verarbeiten und das Ganze letztlich auf ein Ziel gerichtet.
    Fliegerlein, das ist so schon richtig, aber wir haben doch auch Journalisten unter uns, für die das eigentlich zum beruflichen Alltag gehören sollte. - Also zumindest, wenn man sauberen Journalismus betreibt, würde ich denken.

    Daher würde ich - jetzt man unabhängig von den generellen EF - mal davon ausgehen, dass manche das trotzdem (wenn vielleicht auch eingeschränkt) können, weil sie dort ihre persönlichen Stärken haben, was einfach auch mal nichts mit AD(H)S zu tun hat. - AD(H)S ist ja nur ein Teil von uns, was uns einschränkt, aber trotzdem hat doch jeder Mensch auch persönliche Stärken und Schwächen, die man auch ohne AD(H)S hätte. Sicherlich werden die durch das AD(H)S auch eingeschränkt, aber vermutlich noch anders, als bei Mensch, die diese Stärke eben nicht haben - würde ich zumindest denken.

    Aber wenn man nun so stark in den EF generell eingeschränkt ist mit AD(H)S, dann könnten die ihren Beruf ja auch nicht ausüben, wenn man mal genauer darüber nachdenkt. - Oder seh ich das falsch? Wäre dann der Umkehrschluss auch, wenn man in Journalismus macht, dass man dann auch kein AD(H)S haben dürfte, weil eben dort genau die EF gebraucht werden? - Und andere Berufsgruppen würde das auch betreffen ...

    Und nein, ich will wirklich keinem sein AD(H)S in Abrede stellen, ich denke viel eher, dass jeder Mensch trotzdem auch Stärken und Schwächen hat, die sich auch auf das AD(H)S auswirken können und nicht nur umgekehrt.

    Ich hoffe, du verstehst, was ich meine ... Mir fehlt heute irgendwie die Ausdruckskraft, wie mir scheint.

  6. #236
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Die Führerscheinprüfung, also die Theorie wäre für mich auch nicht so das Problem, soo viel ist es nicht, man kann sich einiges logisch ableiten und man macht sie ein mal. Bei der Theoretischen hätte ich schon meine Zweifel, genau wegen dem was Miss Taik schreibt, diese Anforderung an mehrere Sinne und Verarbeitung gleichzeitig, dies aber teils täglich und auf Knopfdruck hinkriegen, egal ob zusätzlich noch müde etc wäre mir zu viel. Genau deswegen habe ich keinen. Ich habe es auch geschafft in unvorhersehbare Dinge die an dem Tag auf einmal da sind ( parkende Autos) mit dem Fahrrad zu fahren, das Auto wäre dann ja fast eine Waffe.
    Beim Studium ist es halt, egal ob nun anstrengend oder nicht, eine gewisse Kontinuität die gefordert ist, und das alles noch neben den alltäglichen Anforderungen der EF, wie Haushalt, Papierkram, Finanzen etc.
    Diese Kontinuität beinhaltet ja nicht mal unbedingt tägliches Erscheinen, aber ich muss zumindest zur Prüfung wissen was im Semester überhaupt das Thema war, und das muss ja dann irgendwann mal erworben sein. Wer dann noch auf Bafög angewiesen ist, kann kaum im eigenen Tempo lernen, wer nebenbei arbeiten geht hat ja da auch wieder weitere Belastungen an die EF, die selbst gesunde Studenten schlauchen. Alles in allem sind mE die Anforderungen an die EF im Studium egal wie man es dreht unglaublich hoch. Die, die das Glück haben sowohl finanziell als auch alltägloch protektiert zu sein, und dann noch geistig so viel ausgleichen können und mit Interesse dran bleiben, dürften wirklich wenige Ausnahmen sein.

  7. #237
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    ChaosQueeny schreibt:
    Ich hoffe, du verstehst, was ich meine ... Mir fehlt heute irgendwie die Ausdruckskraft, wie mir scheint.
    Ja, ich glaub schon, dass ich Dich verstehe.

    Und es stimmt natürlich.
    Wie hier ja auch schon geschrieben wurde, ist es auch immer ein Zusammenspiel zwischen den eigenen Beeinträchtigungen und Stärken und dem Umfeld, welches viel ausmachen kann.

    Ich erinnere mich in der Hinsicht an meinen Vater, der seinen Beruf mit Sicherheit nur deshalb so lange erfolgreich ausüben konnte, weil er viel Unterstützung seitens seiner Kollegen erhalten hat, welche viele seiner Schwächen kompensiert haben.
    Leider ist sowas heute auch nicht mehr selbstverständlich, eher geht alles nur noch in Richtung Konkurrenzkampf und die Gegenseitigkeit bleibt mehr und mehr auf der Strecke (was aber nichts daran ändert, dass dadurch die Beeinträchtigungen eines ADHS'lers vorhanden sind und andere, ohne ADHS das hinbekommen).
    Er hat mir das auch selbst alles erzählt, als wir uns durch meine Diagnose darüber im Klaren waren, dass er es auch hat, was wirklich vieles erklärt.
    Auch hatte er einen sehr abwechslungsreichen Job, war viel auf Montage in fremden Ländern etc..
    Das sind Dinge und Voraussetzungen, die für ADHS'ler fast wie geschaffen sind.
    Dazu gehört durchaus auch Journalismus.
    Sicherlich nicht jeder Bereich, aber doch so einiges.

    Es muss vieles zusammenpassen, aber das klappt eben auch oft genug, leider aber zu oft nicht.
    Wie Elwirrwar schrieb: Das Studium hat ihr weniger Probleme bereitet, als der Beruf.
    Das war bei mir auch so (in Bezug auf die Berufsausbildung).
    Ich habe in einer reinen Ausbildungswerkstatt gelernt, alles andere wäre auch mit Sicherheit in die Hose gegangen.
    Und ich war im Vergleich zu anderen schon in einem fortgeschrittenen Alter (ich war 24 und meine Mitauszubildenden waren 16/ 17 und wenn man das Exekutive Alter errechnet (30% Abzug vom Lebensalter = 16,8, also zwischen 16 und 17)., was bedeutet, dass die Anforderungen an die EF genau so lagen, dass ich sie zu dem Zeitpunkt auch weitgehend hinbekommen habe, der Rest wurde durch die extreme Strukturierung einer Ausbildungswerkstatt möglich.
    Aber später im Beruf ging es dann immer weiter bergab und es folgten viele Wechsel, am Ende der Burnout mit totalem Zusammenbruch und voller Erwerbsminderung...

    Das ist übrigens ein Punkt, den wir, glaube ich, noch gar nicht beleuchtet haben:
    Das Alter, in dem man studiert hat.
    Wenn man schon ein etwas "älteres Semester" war, dann hat man ja auch schon höhere EF und das wiederum ermöglicht dann u.U.auch ein Studium.
    Wobei da natürlich dennoch zu berücksichtigen bleibt, dass die Entwicklung der EF nicht einfach nur verzögert ist, sondern sich auch mit Erreichen des Endstandes immer noch in einem beeinträchtigten Zustand befindet und auch bleibt.

    Aber dennoch hast Du recht, es muss eben immer auch der Mensch als Ganzes betrachtet werden, mit all seinen Stärken und Schwächen.

  8. #238
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Kann mich mal jemand aufklären, was denn das viel gebrauchte EF ist?

  9. #239
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Das Alter, in dem man studiert hat.
    ich war zwischen 32 und 36

  10. #240
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 226

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    @creatrice:
    Ist das jetzt ein ein ultramörderriesen Unterschied in der Stärke oder ist das was anderes? Und das ist nur ein Beispiel.
    Keine Ahnung.
    Es klingt wie bei mir während der letzten Depression.
    Wenn es dir dein ganzes Leben schon so geht und du den Grund nicht kennst, finde ich das tragisch.
    Und verstehe besser, was du hier gesagt hast ...

    @Fliegerlein:
    Du schreibst, dass Auto fahren bei vielen Menschen mit ADHS zu Konzentration und einem inneren Ruhezustand führt.
    Dass der Spaß am Auto fahren ein großer Motivator für die Führerscheinprüfung ist.
    Stimmt.
    Habe ich auch schon oft gelesen, war/ist auch bei mir so (einschließlich der Erkenntnis, dass ich ohne MPH ein gefährlicher Verkehrsteilnehmer war, aber darauf will ich nicht hinaus).

    Stell dir vor, ein Mensch mit ADHS empfindet Lernen an sich als spannend, herausfordernd usw. und ersetze "Auto fahren" durch "Wissenserwerb" und "Führerscheinprüfung" durch "Hausarbeiten, Klausuren und Prüfungen".
    Büffeln konnte ich ohne MPH nie, aber ich hatte genügend Interesse, um mir Zusammenhänge zu merken und anhand der Zusammenhänge sogar Fakten (davon allerdings viele nur für kurze Zeit).
    Ich finde das, was dabei herauskommt, nicht so sehr bewundernswert.
    Ungeheuer praktisch, aber nicht geheimnisvoll oder schwer erarbeitet.

    Edit: lese gerade deinen neuen Beitrag: ich habe zwischen 30 und 33 studiert.

    Deshalb mache ich meine Bewunderung auch viel eher daran fest, welche Strategien jemand entwickelt, um täglich mit Verantwortung klar zu kommen.
    Elwirrwar hat Folgendes geschrieben:
    das Arbeiten finde ich anstrengender als das Studieren
    Ich auch.

    @Schnarchnase: Exekutivfunktionen

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