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Diskutiere im Thema DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #101
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    pau schreibt:
    Jetzt zu meinem Problem: Mein Chef an der Uni ist leider jemand, der keinen Druck macht. Vor eineinhalb Jahren habe ich angefangen, an der Uni zu arbeiten und "offiziell" auch, an meiner Doktorarbeit zu schreiben. Bis jetzt habe ich ein 18-seitiges Word-Dokument mit etwas Brainstorming (also alles ziemlich unsortiert) und sonst nichts. Ich weiß, dass Ende November mein Vertrag ausläuft und da im Dezember mein Ref anfängt, muss ich bis dahin faktisch auch mit meiner Diss fertig werden. Ich habe mittlerweile realisiert, dass das kaum zu schaffen ist.
    ADHSlern fällt es eher schwer in die Zukunft zu sehen und sie entsprechend zu planen. Eine Ursache für Aufschieben bei ADHS ist, dass ADHSler es nicht begreifen, dass die Zukunft bald keine Zukunft mehr ist, sondern Gegenwart. Dass du jetzt schon realisierst, dass es in der verbleibenden Zeit unrealisitisch ist, die Diss fertig zu stellen, spricht für mich eher gegen ADHS. Schließt es aber natürlich nicht aus. Bei mir ist es so, dass ich es wirklich erst wenige Tage oder sogar Stunden vor einer Deadline merke, dass mir die Zeit nicht reicht. Wenn ich es überhaupt merke. Bei mir ist es eher so, dass ich erst hinterher feststelle, dass meine Zeit"planung" mal wieder völliger Mist war. Und früher war es sogar so, dass ich es nicht mal geglaubt habe, wenn mir Freunde oder die Familie gesagt haben, dass meine "Planung" unrealistisch ist. Mir war das einfach nicht klar. Ich dachte immer, dass ich das schon alles irgendwie hinbekomme...


    Was meint ihr? Das war jetzt - wie gesagt - nur ein kurzer Abriss. Ich bin aber vor kurzem auf die Idee gekommen, dass AD(H)S dahinter stecken könnte, denn das würde für mich vieles erklären. Haltet ihr das für plausibel?
    Ehrlich gesagt, nein.
    Eine Ferndiagnose kann dir keiner stellen. Nach allem, was du geschrieben hast, fehlen mir eine ganze Reihe von Problemen, die zu ADHS gehören. Wie z.B. Probleme im zwischenmenschlichen Bereich, die sich in Beziehungen oder am Arbeitsplatz äußern können. Finanzielle Probleme, Probleme mit dem Haushalt, etc. ADHS äußerst sich ja nicht nur in einem Lebensbereich, sondern in allen.

  2. #102
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Trine schreibt:
    @mel: Natürlich ist dieser Satz der Anlass für diese Diskussion. Aber ich denke, in der Regel haben Hochschulabsolventen in der Schweiz tatsächlich kein unbehandeltes und undiognostiziertes ADHS. Das Schulsystem ist da einfach anders. Bei uns in NRW führen deutlich mehr Wege mit alternativen Lernformen zum Abitur als zum Beispiel in Baden-Würtemberg. Hätte ich jemals so Schule mit Frontalunterricht erlebt, wie es mein Neffe jetzt in BW hat, wäre ich vermutlich schon in der Grundschule zur absolutenSchulverweigerin geworden. Bei (ausschliesslich) Frontalunterricht hätte ich niemals einen Schulabschluss machen können, da bin ich mir absolut sicher.
    Unter anderem wegen so etwas vermute ich ja auch, dass Rossi sich unglücklich ausgedrückt hat bzw. ein komplexes Thema eben auf diesen einen Satz heruntergebrochen hat. Wie er es nun tatsächlich meint und welche Aspekte er dabei nicht berücksichtigt hat, ist unklar.
    Wenn er es lediglich auf das Schulsystem in der Schweiz beziehen sollte, würde das aber Kritik an seiner Kritik des geänderten DSM aufwerfen, aus meiner Sicht. Denn in Amerika ist das Schulsystem wiederum anders... Da wäre dann die Frage, ob die DSM-Kriterien den Anspruch erheben, allgemeingültig zu sein und ohne Einschränkung in anderen Ländern anwendbar...

    Er hat aber nicht geschrieben, in der Schweiz ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein unerkannter ADHS-ler es an die Hochschule schafft. Sondern er hat es pauschal formuliert.

  3. #103
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 285

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    minzi schreibt:
    Jetzt gab es einige neue Beiträge. Habe wohl etwas zu lange gebrauch. Ist mir aber egal

    Möglicherweise ist der Rossibeitrag aber auch einfach nur so zu verstehen, dass er meint, dass wenn man wirklich gut durch die Schule gekommen ist, mit guten Zeugnissen, ohne aufzufallen (noch nicht einmal sich selber), dass man dann eher davon ausgehen kann, dass keine ADHS vorliegt nur weil es im Studium dann nicht mehr so flutscht.
    Außerdem denke ich, dass ein Abitur heutzutage zwar niemandem geschenkt wird, aber dennoch viel zu leicht zu erreichen ist. Dafür spricht der signifikante Anstieg der Abiturienten. Sicher hat es auch etwas damit zu tun, dass inzwischen auch mehr Kinder aus nicht-priviligierten Familien eine höhere Schulbildung anstreben können, aber nicht nur. Heutzutage muss am Besten jedes Kind Abitur haben, egal wie begabt es ist. Wird dann das Kind in die Studienwelt entlassen und es muss alleine lernen, klappt es eben dann doch nicht mehr so gut. Das hat auch nichts mit ADHS zu tun.
    Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass durch das verwässerte Abitur und dem Drang allen ein solches angedeihen zu müssen,
    kommen auch viele ADHS´ler dahin. Was dann wieder gegen Rossis Aussage spricht.

    Und wenn "unter meinen Möglichkeiten bleiben", lediglich bedeutet, dass mein Abschluss statt 1 nur 2 ist, dann kann ich nicht glauben, dass der Leidensdruck so wahnsinnig groß sein wird, dass ich Medikamente brauche.
    Ich denke, es wird immer erst sichtbar an der existenziellen Komponente. Wenn der Kampf zu groß wird. Wenn die Windmühlen unbezwingber sind. Wenn es darum geht im Leben zu versagen, trotz vorhandener Möglichkeiten.

    Auch denke ich dass Intelligenz und Exekutivfunktionen nicht zwangsläufig etwas miteinander zu tun haben. Wahrscheinlich sind sie bei einem Menschen mit leichter ADHS auch leichter zu verbessern, aber Menschen mit schwererer ADHS haben da bestimmt keine großen Chancen, auch wenn sie intelligent sind. In kleinen Bereichen vielleicht, aber im Großen und Ganzen nicht. Was nutzt mir ein Tandem, wenn ich wieder vergessen habe, meinen Tandempartner zu kontaktieren?

    Des weiteren spielen mit Sicherheit auch die äußeren Einflüsse eine große Rolle. Lebe ich in einer Familie,
    die warum auch immer, nicht in der Lage ist, mich entsprechend meinen Bedürfnissen (besonders den speziellen der
    ADHS´ler) dann nutzt auch hier mir meine Intelligenz meistens nichts. Kommt dann noch hinzu, dass auch Erzieher und
    Lehrer mich nur negativ sehen, dann ist das Versagen vorprorammiert. Bekomme ich jedoch die äußere Struktur, kann ich
    mich innerhalb dieses Rahmens vielleicht etwas besser entwickeln. Wie ich aber durch meine Arbeit inzwischen weiß,
    reicht das sehr häufig trotzdem nicht. Rückschläge gibt es, zumindest bei stärker Betroffenen, immer wieder und der
    Kampf beginnt fast immer in der Grundschule, bzw. schon vorher.

    Die Aussage, dass man objektiv Symptome in der Kindheit gehabt haben muss, ist sicherlich richtig, aber meiner Meinung
    nach nur schwer bei einer späten Diagnose nachzuvollziehen. Objektiv ist in diesem Fall eh ein nicht gut anzuwendender Begriff.
    Was und wer ist denn objektiv?. Die Lehrerin, die den kleinen Zappler nicht leiden kann? Die Lehrerin, die die kleine
    Träumerin süß findet? Die Eltern, die ihr Kind für faul halten? Die Eltern, die sagen, dass ihr Kind genauso ist, wie sie
    selber in der Kindheit und wie man sieht, ist aus mir doch auch was geworden? Ich weiß nicht, wie aussagekräftig das
    immer ist. Ich z.B. habe keine Zeugnisse mehr. Die habe ich natürlich im Laufe der Jahre verschlampt. Meine Mutter fand,
    dass ich zu Beginn ehrgeizig gewesen bin, aber dann zunehmend fauler geworden bin. Aus ihrer Sicht sehr objektiv.
    Für 70jährige Eltern sind solche Fragen auch oft nicht so leicht zu beantworten. Nicht nur, weil sie sich da gar nicht mehr
    so genau daran erinnern. Sie müssten möglicherweise erkennen, dass sie ihrem Kind nicht die notwendige Hilfe haben angedeihen lassen und es möglicherweise für die Folgen einer Erkrankung häufig bestraft.
    Außerdem ist das oft eine Generation, für die es "Kopfkrankheiten" nicht gibt. Das ist nur alles eingebildet und ein depressiver Mensch, ist einfach nur zu faul aufzustehen.
    Ich finde schon, dass das eigene Empfinden und die eigene Erinnerung eine wichtige Rolle spielen müssen bei der Diagnostik.
    Ich stimme deinen Ausführungen zu aber ich bleibe verunsichert zurück.

    Habe ich nun ADHS oder nicht, beide Ärzte bei denen ich war sagen ja....

  4. #104
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Naja, wenn man Ende Juni feststellt, dass man innerhalb von 4 Monaten eine komplette Diss mit Recherche, Untersuchungen, Korrekturlesen, Druck, Abgabe und evtl. auch noch Mündlicher Prüfung machen möchte, zeigt schon, dass da nichts, aber auch gar nichts geplant war und ist. Eine juristische Dissertation ist in der Regel auf weit über ein Jahr angelegt, ohne Druckerei, Korrektur, Bewertung und mündlichem Teil...Im Referendariat schafft man es nicht, daran weiter zu arbeiten, dass wäre völlig utopisch. Wenn der Zeitplan jetzt noch klappen soll, hätte die fertige Diss. vor vier Wochen beim Erstprüfer liegen müssen...In anderen Studiengängen mag das anders sein, da mögen 4Monate reichen, in Jura geht das nicht.

    Aber eigentlich ist das völlig off topic und auch im öffentlichen Bereich.

  5. #105


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Dann würde ich sagen, dass Du es hast, Irre
    Wenn Du Dich zusätzlich hier auch noch wiederfindest,
    dann sollte alles klar sein

  6. #106
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    @Irre: Vielleicht hilft es, wenn man mal schaut, was genau eigentlich Exekutivfunktionen sind. Das habe ich nämlich bisher immer mit Mathematik verbunden und mir im Zusammenhang mit der Diagnose noch nie angeschaut, was dieser Begriff medizinisch genau meint. Einfach nur faul bei zwei unabhängigen Diagnosen passt wohl eher nicht. minzi war schneller!

  7. #107
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    hat sich erledigt
    Geändert von creatrice (28.06.2015 um 22:41 Uhr)

  8. #108
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    ja, Akademiker können eine ADHS haben - also ich habe eine und ich habe ein abgeschlossenes Studium. Ich kenne noch einige andere Akademiker mit ADHS - ich kenne mindestens einen Prof. der ADHS hat.

    (......) gelöscht by Emely...angriffig
    Geändert von Emely (29.06.2015 um 13:11 Uhr) Grund: siehe Edit

  9. #109
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.115

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    Ich habe seinen Post jetzt grob überflogen. Dieser eine Satz
    an dem wir uns so aufhalten, birgt für mich viel Gefahrenpotential.

    Dennoch hört es sich für mich an, als würde er was ganz anderes
    meinen. Und zwar, dass durch die Senkung der Symptome eine
    größere Gefahr besteht, dass Leute mit ADHS abgestempelt werden,
    die andere Probleme haben, wie z.B. Übermüdung durch Schlafapnoe.
    Und aufgrund dessen nicht mehr einer Tagung folgen können.

    Jedoch spiegelt sich aus diesem Satz seine tatsächliche Meinung wieder,
    dass ADHSler im seltensten Fall studieren und genau deshalb finde ich es so
    gefährlich. Psychatrie-Neulinge und welche die sich nur oberflächlich mit ADHS
    beschäftigen, werden diesen Satz genau in ihrem Kopf übernehmen.

    Ich bin sogar der Meinung, dass heutzutage es viel einfacher ist, auch mit ADHS
    zu studieren, da man oft auch quer einsteigen kann.

    Ich habe mir auch nicht den kompletten Artikel durchgelesen.
    Bin aber gespannt, wie sich Herr Rossi dazu äußert. Ich hoffe er tut es auch
    und nimmt unsere Einwende ernst. Egal wie, er lebt von uns.

  10. #110
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: DSM-5 Können Akademiker wirklich ADHS haben?

    @mel.: das ist ja auch ein privater Block und keine wissenschaftliche Abhandlung. Er schreibt ja selbst, im klinischen Alltag hat der DSM keine Bedeutung. Im Prinzip wehrt er sich doch gegen die Festlegung strikter Ein- und Ausschlusskriterien.

    Aber es stimmt schon, der unglücklich formulierte Satz steht nun mal da und kann auch so gemeint sein, wie er da steht.


    @rosacae: die beren Absätze finde ich auch wichtig, in denen er die Verwendung des DSM erläutert.

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