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Diskutiere im Thema Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Liebe Alle,

    dies ist nach langem kreuz und quer lesen mein erster Eintrag. Deswegen stelle ich mich vorab ein bisschen vor.

    Meine Diagnose ADHS bekam ich letzte woche und naja. ist ja nicht so, als hätte ich es nicht geahnt. Trotzdem muss es jetzt erst mal verdaut werden v.a. geht mir alles zu schnell. Über den Zeitraum der Diagnose hinweg (der vom Erstgespräch an bis zum Ergebnis übrigens nur gut zwei Monate betrug) habe ich mich natürlich enorm mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt. Meine eigenen Gedanken gingen von ADHS - so ein bullsh**! über ich bekomme mein Leben so wohl nie auf die Reihe. Mittlerweile verschiebt sich die Diskusion in meinem Köpfchen hin zur Frage: Medikamente Ja oder Nein.

    Weshalb ich nun schreibe ist folgendes:
    Habe gut ein Jahr neben den Studium für eine Galerie gearbeitet. Lief eigentlich auch richtig gut! Ich geh dabei ziemlich auf, obwohl natürlich das Studieren absolut auf der Strecke bleibt. Ich bekam schnell Verantwortung aber alles unter Zeitdruck. Hatte immer das Gefühl, mich für jede weitere viertel Stunde, die ich am Arbeitsplatz sitze, rechtfertigen zu müssen. Wenn einem dann niemand mehr über die Schulter schaut, sind Fehler vorprogrammiert.
    Alles hat mich zum Schluss nur noch überfordert, selbst die einfachen Dinge. Erschöpfungsdepressionen, das ständige Gefühl zu versagen und ein noch chaotischeren Alltag waren u.a. die Folge.

    Nun arbeite ich seit zwei wochen nicht mehr, dacht PUH! Endlich Zeit um sich mal wieder zu berappeln! da bekomme ich promt eine Mail von einem der Profs, er hätte mich gerne als Tutorin für seine Vorlesung. Ich würds gerne machen, traue mir das wöchentliche Vorbereiten von Inhalten (Kunstgeschichte/Philosophie= lange und wahnsinnig dichte Texte!) nicht zu! (Ganz zu schweigen vom Latium, was ich NEBENHER für den Abschluss nachmachen muss -.- OMG!!!) Ich meine, das wäre nur ein kleiner Nebenjob, auf die Art zu arbeiten läuft es bei mir allerdings immer mehr hinaus.
    Bis nächsten Do muss ich mich eintragen für den Job, nächsten Di spreche ich mit meiner Psychologin über Strattera.

    Alles geht ziemlich hoppla di hopp. Ich bin zwar auf der einen Seite sehr Ehrgeizig, wenns um meinen Interessensbereich/Arbeit geht, auf der anderen Seite bin ich aber eben Studentin, länger in der Technoszene unterwegs und, so ehrlich muss ich jetzt einfach sein, Drogenkonsumentin. Will meinen: ich häng nicht drin, ich GEbrauche diverses - ca alle 4-6 Wochen - und es gibt mir viel!

    Strattera und Alkohol verträgt sich, soweit ich das hier im Forum mitbekommen habe, quasi gar nicht. Ein paar Erfahrungberichte von euch, was sich bei euch durch die Medikamenteneinnahme im Leben verändert hat, wäre ich SEHR dankbar! Der Fokus der Frage soll hierbei mehr auf dem sozialen Leben liegen. Ich meine ständig nüchtern... Das stelle ich mir gerade als Person die viel unterwegs ist (auch auf vernissagen zum networken - auch da geht gut was weg) alles andere als einfach und lustig vor!
    Ich kann mich nicht entscheiden, der Zwispalt macht mich fertig! (Schließlich sind die Medis auch nicht ohne!)

    Vielen Dank im Voraus! Ich freu mich auf den Austausch!

    herzlichst,
    Oskar

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 189

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Hallo Oskar

    Die Medikamente lösen nicht automatisch alle Probleme.
    Es unterstützt bloss die ganze Therapie und beeinflusst diese Positiv.

    Wichtig ist auch die Eigenverantwortung. Dass man nach den Therapiesitzungen
    das Besprochene für sich reflektiert und es dann in den Alltag transportiert.

    Aber was ich zwischen den Zeilen gelesen habe ist, dass du eher zuerst deine "Altlasten"
    in der Therapie ansprechen solltest. Ein seriöser Arzt/Therapeut verscheibt nicht
    einfach so Medikamente, wenn im Körper noch unbekannte Substanzen herumschwirren!!

    Unbedingt mit offenen Karten spielen.....!!! Die Gesundheit dankt es dir....!!

    Liebe Grüsse
    Snoopy

  3. #3
    Kai


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Hallo OskarVoid,

    ich möchte dir nur Mut machen was deine Probleme bzgl. Alkohol angeht. So schlimm ist es gar nicht diesen wegzulassen. Ich habe eine ähnliche Vergangenheit in der selben Szene durchgemacht und wie du selbst sagst kommt man da eben eher auf die Sache mit den Substanzen. Ich habe mich damals recht viel damit beschäftigt und neben allem was man wohl als nicht so toll abstempeln würde hab ich in der Zeit einfach viel über meinen Körper und die Zuführung von solchen Stoffen im allgemeinen gelernt. Dadurch bin ich dann aber auch recht schnell und einfach vom Alkohol weggekommen. Auch ohne Medikamente die eine absolut schlechte Wechselwirkung damit haben ist Alkohol einfach etwas das einen komplett Kaputt macht. Man fühlt sich eben nicht umsonst schlecht am nächsten Morgen. Ich für meinen Teil habe mir einfach meine anderen Wege zum Glück gesucht, die zumindest meiner Meinung nach einfach harmloser ist.

    Ich bin selbst noch ziemlich unerfahren in dem ganzen. Was ich mich aber Frage ist warum du eher zum Strattera tendierst als zum MPH?

    Gruß

    Kai

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    hui ich muss was klarstellen: "auf vernissagen geht gut was weg" war auf die trinkfreudige Allgemeinheit bezogen. Ich bin kein Kandidat für die anonymen Alkoholiker!

    Meiner Psychologin gegenüber bin ich absolut ehrlich! Sie ist aber auch einfach zu gut^^
    Ich tendiere natürlich eher zu MPH! Soweit ich weiß, werden Amphetaminderivate in Österreich nicht selbstverständlich verschrieben, die Möglichkeit besteht aber. Es geht in erster Linie um den potenziellen Missbrauch. Deswegen bekomme ich sehr wahrscheinlich nichts stimulierendes.

    Just for fun habe ich es heute übrigens ausprobiert. War in zwei Bars. Bis um 9 gings noch absolut klar seinen Eistee zu schlürfen! Danach, wenn das Umfeld schon so langsam einen sitzen hat, wars .. ernüchternd?!

    Ob es gesund ist, sich mit Drogen oder harten Medikamenten vollzustopfen, stelle ich mal dahin. Es steht eine, natürlich nur extrem subjektiv zu beantwortende, Frage nach Lebensqualität im Raum. Ekstase, Kunst und Philosophie liegen dicht beieinander und ich frage mich, was die Vernunft mich wirklich kostet.

    Da folgt übrigens gleich eine weitere: ob hier wer vielleicht aus ähnlichen Gründen aufgehört hat mit Medikamenten?

    Und Kai: ich glaube ich werde mal über Glück nachdenken!

  5. #5
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.125

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Hallo Oskar, ich habe zwar mit der Technoszene absolut nichts am Hut. Dafür habe ich einige Erfahrung mit Alkohol und anderen Drogen. Daher weiß ich auch dass dieses Umfeld auf Dauer nüchtern nicht zu ertragen ist. Die Frage ist wie sehr leidest du unter deinem Chaos und willst du wirklich was dran ändern? Du hast die Wahl. Vielleicht solltest du unabhängig davon ob du nun das Medikament nimmst oder nicht, auch mal über Lebensqualität nachdenken.

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Sorry, aber das mit Kunst und Extase und Philisophie und das man das zum "Künstlerdasein" braucht, ist eine romantische und ziemlich naive Vorstellung. Es ist eine Ausrede. Kunst braucht auch Talent und Wissen und Können. Die Extase, wenn überhaupt nötig, kommt von der Lust an der Arbeit, von der Auseinandersetzung damit, vom eigenen Antrieb. Ich bin sehr aktiv in der Berliner Kunstszene, bin regelmäßig auf Symposien und gehe auch ab u zu mal auf eine Vernissage von Kollegen, und da gibt es nichts mit übermäßigem Alkoholgenuss. Es wird auch nicht schräg geguckt wenn man ablehnt mal ein Glas mitzutrinken. Wer sich irgendwie stimulieren muss um in diesem Berufszweig arbeiten zu können oder nur um in diesen Kreisen Halt zu finden, der scheint eine falsche Wahl getroffen zu haben. Der scheint nicht begriffen zu haben, das Kunst nicht eine einzige große Party oder eine irgendwie geartete Form von Berauschung, sondern eine ernstzunehmende Arbeit ist, mit der man sich auseinandersetzt, an der man reift und die an einem reift.

    Was du du ansprichst in Bezug auf Vernissagen ist eine Lebensart, hat aber mit Kunst nichts zu tun. Man kann sich dann auch andere Kreise suchen, die dieses Brimburium nicht brauchen. Du solltest dir überlegen ob du das brauchst, aber nicht die Kunst(szene) davorschieben.

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Da muss ich jetzt mal dezent einhaken. Man kann sein Handwerk nüchtern, betrunken, im Schlaf oder einhändig ausüben, wenn man es einmal beherrscht - das ist klar. Aber es geht nichts über die Kombination aus Jugend, Alkohol, Narzissmus, Selbstüberschätzung, Sexualität und die zwischenmenschliche Bedeutung, die Kunst in diesem Kontext gewinnt.

    Und da Jugend und Alkoholgenuss sich so sehr begünstigen, wie es im Alter Schaden anrichtet, ist es anzuraten den Genuss mit steigendem Lebensalter zu senken. Künstler sein kann man nüchtern immer noch, aber der Schwerpunkt verlagert sich idealerweise vom impulsiven ins reflektierte. Wer im Exzess verharrt wird nicht alt und hat i.d.R. ein hartes letztes Lebensdrittel.

  8. #8
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.125

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Du unterliegt m. E. einem gewaltigen Irrtum Linus. Alkohol und Drogen richten nicht erst im Alter Schaden an. Dort bemerkt man es nur eher.
    Excesse führen nur selten zum Erfolg, leider finden die Künstler die damit arbeiten gerade bei der Jugend viel Beachtung. Sonst wäre dieser Mythos längst tot.

    Gesendet von meinem GT-I9001 mit Tapatalk 2
    Geändert von Sunpirate (25.06.2015 um 13:19 Uhr)

  9. #9
    Rettich

    Gast

    AW: Veränderung des sozialen Lebens nach medikamentöser Behandlung

    Nun, offensichtlich studiert Oskar wohl eher Kunstgeschichte, als Kunst. Jedenfalls ist mir nicht bekannt, dass man ein Latinum benötigt, um Kunst zu studieren.

    Zum Thema: Ausgangslage: ADHS diagnostiziert + gelegentlicher Substanzmissbrauch
    Offene Fragen: MPH und andere ADHS Medikament vertragen sich erfahrungsgemäß schlecht mit Alkohol.
    Thread-Erstellerin mache gerne Partys und findet die Atmosphäre in Verbindung mit Alkohol + anderen Substanzen so schön, dass sie nur ungern darauf verzichten würde.

    Mögliche Lösungen: ADHS ernst nehmen, brav Medikamente nehmen
    Nachteile: Leben ist nicht mehr so schön bunt. Abschied von Ekstase, Kick, und der Grandiosität, die es vorher gab.

    ADHS ignorieren: Hat ja auch so immer geklappt. Weitermachen wie bisher. Keine Medikamente.
    Nachteile: Könnte in Überforderung enden.

    Zusammenfassung: Wasch mich, aber mach mich nicht nass.

    Wie viel einem derartige Vernissagen, Techno-Partys und ähnliche Veranstaltungen bringen, muss jeder für sich selber entscheiden. Je jünger man ist, desto schwerer ist ein solcher Verzicht. Trotzdem sollte man sich mal die Frage stellen, warum - gerade im Techno-Bereich - solche Veranstaltungen nüchtern nur schwer zu ertragen sind.

    Alkohol und ADHS Medikamente sind ein Eiertanz. Ständig nüchtern durchs Leben ist für viele eine nur schwer erträgliche Vorstellung. Ekstase ist im nüchternen Zustand auch nicht so ohne weiteres zu erreichen, und vor allem, kein auf Knopfdruck zu produzierender Bewusstseinszustand.
    Die allermeisten Menschen kennen derartige Gefühle (oder das, was sie dafür halten) eben nur in Verbindung mit Alkohol oder Substanzen.

    Letztendlich ist es aber eine Lebenseinstellung: Zu akzeptieren, dass derartige Gefühle künstlich sind, nicht nachhaltig und die Anlässe, aus denen sie sich ergeben keineswegs so großartig sind, wie sie uns in dem Moment erschienen.
    Das Leben ist größtenteils banal und echte Glücksgefühle oder andere interessante Bewusstseinszustände selten.
    Klar gibt es die auch, aber die kommen eher durch Erfolge über die eigene Leistung, das Glück, einen besonderen Menschen getroffen zu haben oder durch Anerkennung.
    Das ist Arbeit und es dauert lange.
    Da solltest du dich selber fragen, was dich langfristig mehr befriedigen wird.

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