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Diskutiere im Thema Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch. im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    Genau, wieder so einer. Das denkt ihr euch bestimmt. Aber bitte lest mein Bericht zu Ende,

    Ich bin 22, Österreicher und habe auch mit diesem Alter die Diagnose vom AKH Wien bekommen. Nach einem EKG bekam ich meine erste Ritalindosis. Nach der richtig gefundenen Menge ging das Ganze dann zu Concerta 27mg über.

    Und jetzt bin ich im Zwiespalt. Ich weiß nämlich nicht, ob die Diagnose richtig ist. Ich weiß nicht ob ich den Test ernst genug genommen hab. Ich habe nach meiner Matura zirka 2 Jahre nichts gemacht, nichts gelernt. Ich war in einem depressiven Tief, war isoliert und hab mich gehen lassen. Sprich Lernen und Aufmerksamkeit war 2 Jahre KEIN Thema. Dann kam endlich ein Up letztes Jahr - neuer beruflicher Werdegang, neue Ausbildung. Motivierung war da, aber ich konnte keiner Vorlesung folgen. Seit Oktober habe ich dann eine Verhaltenstherapie begonnen, da ich schon immer unter Zwangsgedanken litt und diese nun wegtrainieren wollte. Es hat viel geholfen. Die Psychologin meinte, ich sollte mich auf ADHS testen lassen, wenn ich Probleme im Studium habe. Dann kamen im November meine ersten Erfahrungen mit SSRIs. Tresleen, Wirkstolff Sertralin. Das erste Monat damit waren die Hölle - schlechte Gedanken, depressive Verstimmung, Demotivation. Danach fing es an zu wirken. Jetzt nehme ich SSRIs seit 8 Monaten. Meine subjektive Wahrnehmung über die Wirkung: Es macht mich gefühlskaltet, mir ist alles egal und mein Denken fühlt sich eindeutig anders an als früher. Oft zieht alles nur an mir vorbei. Unruhig hat mich das ganze auch gemacht.

    Nun, ich komme jetzt einmal auf den Punkt. Ich spiele mit den Gedanken, dass die Diagnose ADHS zu sehr in die Zeit gefallen ist, in der ich die SSRIS angefangen habe zu nehmen.


    Verständlich oder rede ich wirres Zeug? Jedenfalls kam der Entschluss die SSRIs abzusetzen. Die Dosis ist halbiert laut Psychiater und nächstes Monat kann ich dann aufhören sie zu nehmen. Ich versuche durch Psychotheraphie meine Depressionen ohne SSRIs in den Griff zu bekommen und will stark sein. Was erwarte ich mir? Bessere Gedächtnisleistung, Fehldiagnose ADHS? Ich weiß es nicht. Ich weiß gar nichts. Ich war bis zu meinem 22. Lebensjahr symptomfrei, wusste aber immer schon dass mit mir etwas nicht stimmte. Mit 13 schon Zwangsgedanken gehabt und nie mit jemanden darüber gesprochen. 9 Jahre später gehe ich das Problem an. In der Schule nie gut gewesen, einmal wiederholt und durchgezogen. Alles geschafft. Viele Tiefs aber auch genügend Ups.

    Was meint ihr, Test wiederholen?

    Ich bedanke mich schon mal im Voraus für Hilfe und wünsche euch allen einen wunderschönen Tag, genießt die Sonne!

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    auch wenn die mediale Berichterstattung immer etwas anderes suggeriert: Die allermeisten ärztlichen ADHS-Diagnosen sind korrekt. Außerdem: Es gibt eben längst nicht nur den Bilderbuch-ADHSler, der als 10-jähriges männliches Kind im Klassenzimmer randaliert. Ich würde sogar sagen, dass sich das ganze bei der Mehrheit der Fälle eher unterschwellig äußert (bei den Mädchen sowieso, Anmerkung: Geschlechterverhältnis in Wahrheit 1:1, die Mädchen fallen nur nicht auf, weil es sich u.a. bei Mädchen eben unterschwellig äußert) , aber es sich oft als Roter Faden durch die Biographien zieht, ohne dass die Betroffenen wissen, wo und was genau der Rote Faden ist. Und dann gibt es natürlich auch die Fälle, die zwar gewisse Züge oder auch eine Symptomatik haben, die aber entweder bei leichter Ausprägung oder bei günstigen äußeren Umständen keinen Leidensdruck haben und desghalb nicht pathologisch auffallen. Die Prävalenz von ADHS ist in Deutschland (bei sehr differierenden Angaben in der Forschungsliteratur) mindestens 5% bis eher 8% oder sogar noch mehr, je nachdem welches Diagnostische Instrument (z.B. ob das Amerikanische DSM-5 oder das restliche ICD-10) man verwendet in den Erhebungen. ADHSler, die ihre Nische gefunden haben, dort aufblühen und deshalb nie irgendeiner Behandlung bedürfen, gibt´s übrigens auch. ADHS und Erfolg sind definitv nicht per se Widersprüche. Ich selbst habe meine Nische bisher nicht gefunden.
    Geändert von Eric Cartman (11.06.2015 um 16:34 Uhr)

  3. #3
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    Hi carpathian(origineller nick ),

    die Psych hat den Verdacht aber schon vor Beginn der SSRI-Medikation geäußert,oder?

    Ich kann gut verstehen,dass Du verunsichert bist,wäre ich wohl auch,wenn ich wahrnähme,dass ein Medikament meine Gefühls-und Gedankenwelt so unangenehm beeinflusst.
    Da muss man oft wirklich suchen,bis dasjenige gefunden ist,das hilft!

    Leider bin ich kein Östereicher,kann also die Kompetenz dort,wo Du warst,nicht einschätzen,aber...

    Die wussten doch auch über die Medikation Bescheid,oder?

    Wenn die Diagnostik an sich gut war,wurden andere Sachen,sofern noch nicht geschehen,gleich ausgeschlossen.

    Wirklich schwierig wäre,glaub' ich,eher eine "aktive" Depression,eher nicht die AD's,aber, ich weiß es nicht sicher.

    Herrje! Eigentlich will ich Dich bloß ermutigen,Dich erstmal nicht zu sehr verunsichern zu lassen.
    Wenn das AD-Problem geklärt ist,siehst Du selbst evtl.auch klarer.

    Bei korrekt durchgeführter Diagnostik ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehldiagnose nämlich wirklich nicht groß.

    LG

  4. #4
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    Ich hab dir gerade im Österreich-Thread geantwortet, jetzt finde ich dich hier wieder. Ok.

    Zwangsgedanken, Depressionen, Ängste - das sind oft FOLGEN des ADHS. Wenn man ADHS ist, neigt man dazu, so zu reagieren. Wenn man Ursachen und Folge nicht auseinanderhält, bekämpft man mit den Mediakemten Symptome, nicht aber die Ursache. Mich macht es inzwischen ziemlich grantig, wenn Ärzte das nicht auseinanderhalten können oder sich nicht die Mühe machen.
    Dann nimmt man schwere Medikamente, die ja auch massive Nebenwirkungen haben - und erreicht am Ende nichts, weil es an der falschen Stelle ansetzt.
    ADHSler sind auch in vielen Dingen therapieresistent, weil man eine Veranlagung nicht wegtherapieren kann.

    Eine saubere Diagnose scheint mir für dich sehr wichtig zu sein, damit du weißt, womit du es überhaupt zu tun hast.
    Aus der Ferne klingt das Alles sehr nach ADHS. Auch, dass die SSRI dich abstumpfen, ist ein Hinweis darauf, dass sie nicht das Richtige sind für dich (keine Empfehlung gegen den Arzt, aber der Tipp, den Zweifeln Raum zu geben!)

    Ich hatte auch alles Mögliche und habe 20 Jahre lang mit Hilfe einiger Therapeuten und Ärzte an der falschen Stelle gegraben. Seit ich weiß, dass ich ADHS bin, hat sich vieles von alleine in Luft aufgelöst, weil ich es verstanden habe, anderes ist plötzlich ganz leicht lösbar.

    Bei allem, was du tust - geh davon aus, dass die allgemeine Informationslage der Ärzte in Österreich katastrophal ist!
    Du kommst nicht darum herum, dich selber gut zu informieren!
    Geändert von Skywalker ( 5.07.2015 um 11:18 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    Was ich schlimm finde, das man das Gefühl hat allein zu sein und das man nicht ernst genommen wird.
    ADHS ist real nur die Leute, manchmal sogar in der Familie, können und wollen das nicht verstehen.
    Das ist frustrierend und man zweifelt an sich selbst.

  6. #6
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    Hier bist du nicht allein.
    Bleib dran, mit der Zeit findest du auch in deiner Nähe die richtigen Leute.

  7. #7
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Diagnose erhalten, leider immer noch Skeptisch.

    Ich würde ja einfach mal schauen wies ohne AD und ohne ADHS medis läuft, dann wirst du ja sehen wie gut/schlecht du dich konzentrieren kannst. Was sagt dein Psychiater denn zu deinen Zweifeln?

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