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Diskutiere im Thema Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #71
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Wirkung,ja,natürlich. Ich steh da gerade ein bisschen auf der Pipeline,was nun gemeint ist.dk:

    Akademische Leistungssteigerung? Meinst Du das? Wenn ja,da ist es so ähnlich,wie bei der Dopaminmangelgeschichte. Es gibt daran mittlerweile,was die objektiv nachweisbare Wirkung angeht,wie sag ich das jetzt bloß möglichst korrekt neuere Studienergebnisse,die Zweifel aufkommen lassen.

    Und ich sprach ja primär vom "Gesamtwirkprofil", dass das auch bei "Gesunden" so replizierbar wäre,ist mir wirklich neu...

    Ich scheine heute mal wieder ein besonderes Talent zu haben,mich unverständlich auszudrücken-ich mag die Hitze nicht!

  2. #72
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Respekt, dass Du diesen Diagnose- und Therapie- Marathon durchgehalten hast. Ich hab 43 Jahre sehr ähnliche Probleme. Vielleicht konnte ich mich noch etwas besser Durchwursteln. Bin aber gerade an einem Wendepunkt in meinem Leben und der Leidensdruck ist sehr hoch. Ich war auch extrem überrascht von der Wirkung und habe Angst vor einem Test-Marathon. Der gesunde Menschenverstand würde meiner Meinung nach sagen:" Geniesse die Wirkung und kümmer Dich jetzt um Dein Leben. Vergiss erstmal die Erbsenzähler, die dir das Medikamet vorenthalten wollen, weil du nicht in ein Schema F passt. Wenn es Dir irgendwann wieder richtig gut geht, solltest Du die guten Hinweise aus diesem Forum nochmal aufnehmen und auf Ursachenforschung gehen (wenn Du Lust und Zeit hast)." Natürlich nur meine unmassgebliche Meinung!
    Vielen Vielen dank für Deinen Beitrag und viel Glück!

  3. #73
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Flupp schreibt:
    Ich hatte gehofft dass das mit dem gestörten Hormonhaushalt mittlerweile als gesichert gelten würde.
    Nicht nur, dass es das nach wie vor nicht ist, vielmehr geht man heute davon aus, dass selbst wenn das zutrifft, es nicht die einzige Ursache sein kann.
    ADHS hat sich, besonders mit dem Aufkommen von Funktionalen MRT's, als viel weitreichender und komplexer herausgestellt, als dass man es auf lediglich eine reine Stoffwechselstörung reduzieren könnte.
    Aktivitäten in verschiedenen Hinrbereichen und deren Interaktionen untereinander, bzw. das Fehlen oder die Beeinträchtigungen derselben legen nah, dass es sich um mehr handeln muss und sich all das nicht allein durch die synaptische Störung erklären lässt.

    Die Störung im Stoffwechsel mag eine plausible Erklärung für einiges sein, Reizüberflutung z.B., aber eine ADHS in ihrem Vollbild scheint sie nicht erklären zu können.

  4. #74
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    ADHS wird auch idR nicht als Stoffwechselstörung, also ein blumper Mangel, bezeichnet, sondern als neurobiologische Störung. Möglicherweise tun Neuronen zum Beispiel bestimmte über Dopaminrezaptoren übertragene Signale nicht ausreichend gut weiterleiten.
    Unweigerlich führt dies zu veränderten Aktivierungsmustern, da das Hirn so funktioniert, dass zb ein Signaldefizit wiederum andersorts andere Funktionen stört. Mangelnde Aktivierung von bestimmten Hirnteilen führt zu dessen Volumenminderung.
    Die struktuellen Abnormalitäten des ADHSHirns normalisieren sich unter Stimulanzien Behandlung und daher gelten diese als nicht ursächlich.

    Es gibt auch mehrere Dopaminrezeptorgenvaritationen des glaube ich D4-Rezptors, die sich in deutlich veränderten Aktivierungsintensitäten zeigen, ohne, dass das ein Funktionsunterschied vorliegt.

  5. #75
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Kurz OT:

    creatrice schreibt:
    Das ganze Modell mit der paradoxen Wirkung die von einigen als Merkmal postuliert wird hinkt also vorn und hinten. Es gibt Fälle, aber es ist weder die Regel noch irgendwie zu erklären.
    Ja, das stimmt leider.

    Ich selber verwende das Modell zwar auch gerne, weil es gerade jenen, die nicht betroffen sind, das Grundprinzip klar machen kann und eine gute Erklärung bietet.

    Prof. Manfred Spitzer hatte das auch mal in seiner "Geist und Gehirn" -Sendung, als er ADHS zum Thema hatte, recht anschaulich auf diese Weise erklärt (er ist allerdings zwar ein bekannter und anerkannter Hirnforscher, aber kein ADHS-Spezialist).

    Aber es ist richtig, das Modell hinkt und es gibt genug Beispiele, an denen es nicht anwendbar ist, nicht nur Nonresponder.

    Ich würde allerdings als "im Allgemeinen" und als "allgemeinverständlich" durchaus anerkennen und anwenden, allein wegen der Möglichkeit, es damit für Außenstehende bildhaft und nachvollziehbar zu erklären und im Allgemeinen passt es ja auch, was ja nicht ausschließt, dass es im Speziellen nicht auch ganz anders sein kann.

    Ich denke, dass solche Modelle, auch wenn sie hinken, ganz hilfreich sein können, vor allem bei solchen Menschen, die schon vorher von wortgewandten ADHS-Zweiflern verunsichert wurden und auch bei denen, die nicht so tief in die Materie eindringen wollen oder können, wie es nötig wäre, um das besser zu erklären (sofern man das überhaupt anhand anderer Erklärungsmodelle kann)

    Zu viele Menschen lesen Schlagzeilen, überfliegen vielleicht auch mal ein bisschen einen Artikel, aber mehr Interesse haben sie dann doch wieder nicht.
    Für Nichtbetroffene reicht das, um Stammtischparolen abzuseiern, bzw. ihnen zu entgegnen und mehr wollen sie nicht.


    Aber auch viele Betroffene wollen oder können sich nicht so tiefgehend mit der Materie auseinandersetzen.
    Für all diejenigen ist das Modell ja auch ganz ok und hilft im Grundverständnis.

  6. #76
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Flupp schreibt:
    Das Berücksichtigen aller in Frage kommender Eventualitäten halte auch ich für richtig, bzw. wichtig: Ich will mir ja nicht einreden ADHS zu haben wenn es in Wirklichkeit etwas ganz anderes ist. Ich würde mich nur ziemlich (!) wundern falls sich das -bei mir so heavy "passende"- Gesamtbild (ADHS, teilweise auch Asperger) aus anderen psychischen Krankheiten (quasi) "zusammensetzen" würde.
    Es kommt ja nicht nur darauf an, welche Symptome zu ADHS passen, sondern auch welche nicht zu ADHS passen!

    Die "Gefühlsnebel"-Sache: Mein Gefühlsnebel scheint vollständig verschwunden zu sein. Inwieweit solch eine -durch MPH verursachte- Auswirkung möglich wäre falls dieser durch eine andere psychische Krankheit verursacht wäre weiß ich nicht.
    Genau das, was du mit "Gefühlsnebel" beschreibst, passt aus meiner Sicht überhaupt nicht zu ADHS.
    Emotionale Instabilität ist ja eines der ADHS-Symptome. Und das bedeutet, dass ADHSler ihren Emotionen ausgeliefert sind und sie sehr krass spüren und direkt ausleben. Das, was du diesbezüglich über MPH schreibst, haben ADHSler, wenn sie kein MPH nehmen. Wenn ich MPH nehme, dann sind meine Emotionen "kleiner". Sie sind weniger stark ausgeprägt bzw. ich nehme sie weniger stark wahr.
    Für mich passt das, was du dazu schreibst, überhaupt nicht zu ADHS.

    Persönlich glaube ich halt noch immer daran, dass eventuelle Unwägbarkeiten (Tages-Form) das Test-Ergebnis ungünstig "verfälschen" können.
    Solche Test sind so "konstruiert", dass sie in der Gesamtbetrachtung relativ unabhängig von der individuellen Tagesform sind. Deswegen besteht die gesamte Diagnostik ja auch aus unterschiedlichen Teilen, damit genau das vermieden wird.

    Du bist zwar selber sehr überzeugt davon, dass du ADHS hast. Aber irgendwie passt für mich persönlich einiges ganz und gar nicht zu ADHS. Zusätzlich zu der Gefühlsnebel-Sache schreibst du hier von Dingen, wie z.B. das Anfertigen deiner "Geschichte" für den Arzt, was du über einen längeren Zeitraum sehr konsequent gemacht hast und wo du dir dazu auch noch die Zeiten notiert hast. Das ist etwas, was ADHSler normalerweise nicht können. Ich habe es zwar immer wieder versucht, sowas für meine Ärzte zu machen, aber durchgezogen habe ich es nie.

    Wir können hier keine Ferndiagnose abgeben. Und wir haben hier auch nur das, was du schreibst.

    Bzgl. Therapie würde ich gerne anmerken: Mein derzeitiger Eindruck ist dass Eigen-Coachings (müsste ich noch angehen) bereits ausreichend wären.
    Wozu möchtest du dann eine erneute Diagnostik anstreben? Und wenn du mit Eigen-Coaching klarkommst, wie hoch ist dann dein aktueller Leidensdruck? Welche Lebensbereiche sind bei dir aktuell durch das vermeintliche ADHS betroffen? Was erhoffst du dir von einer weiteren Diagnostik?

    Versteh mich bitte nicht falsch. Ich möchte dir das nicht ausreden. Aber ich habe beim Lesen deiner Texte den Eindruck, dass du dich sehr reinsteigerst und irgendwie sehr darauf fixiert bist. Und ich bezweifle, dass das so gut ist.

  7. #77
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Ja, ich finde auch, dass es da ein gewisses "reinsteigern" in die Diagnostik gibt.

    Ich bin mir sicher, dass du anderer Stelle wohl schnell eine ADHS-Diagnose bekommen würdest und je nach Einstellung des Diagnostikers auch eine Autismusdiagnose.

    Offensichtlich ist, dass du Probleme aus dem Spektrum beider Syndrome hast. Wie man das dann nach DSM-V oder ICD-10 nennt, das ist doch wirklich egal.

    Du hast eine differenzierte und wie ich finde hoch professionelle Meinung zu deinen psychischen Problemen bekommen.

    Zusätzlich wurde dir sogar eine Behandlung mit Methylphenidat angeboten, von der du zu profitieren scheinst. Bevor ich da nun einen weiteren Diagnosemarathon absolviere würde ich mich um eine Psychotherapie bemühen. Mit deinen ganzen Unterlagen lässt sich ja sehr schön darstellen, wo die Probleme bei dir liegen. Evtl. wäre auch eine Selbsthilfegruppe eine Option für dich. Da kannst du dann überprüfen, wie sich deine Symptomatik so im Vergleich zu anderen ADHS-Patienten äußerst.

    Von deinem Arzt bekommst du eine medikamentöse Therapie und von dem was du hier schreibst scheint er ja auch gewillt zu sein, mit dir zu arbeiten und auch mal was auszuprobieren. Diese Chance würde ich nutzen bevor weiter viel Zeit für Diagnosen drauf geht.

    Ich halte es für keine so gute Idee, sich so abhängig von psychiatrischen Diagnosen und der Meinung irgendwelcher Ärzte zu machen.

    Probier doch mal aus, wie sich das Methylphenidat nun auf deinen Alltag auswirkt. Gib dem ganzen doch etwas Zeit?

  8. #78
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    @ Flupp

    Nimmst du Lamotrigin noch? Ich finde es erstaunlich, dass dir jemand einfach so Lamotrigin anbietet obwohl du ja nicht bipolar bist.
    Ich habe meinen Psych schon mal nach Lamotrigin gefragt und er hat abgelehnt dabei hätte ich es wirklich gern mal probiert.

    Wenn dir MPH was bringt dann nimm es doch einfach. Ich sehe das Problem nicht. Das ist besser als wenn du eine absolut sichere Diagnose
    hast aber es bringt dir dennoch nichts.

    Ich finde es sowieso fragwürdig wenn es dann heißt Sie haben 44 Punkte aber ADHS hat man erst ab 45 Punkten. Sowas kann man doch nicht
    ernst nehmen.

  9. #79
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Ach ihr liebe Leut´... wenn ich euch nicht hätte! Danke für A L L E (! ! !) eure hilfreichen Beiträge!

    HalloB schreibt:
    Respekt, dass Du diesen Diagnose- und Therapie- Marathon durchgehalten hast. Ich hab 43 Jahre sehr ähnliche Probleme. Vielleicht konnte ich mich noch etwas besser Durchwursteln. Bin aber gerade an einem Wendepunkt in meinem Leben und der Leidensdruck ist sehr hoch. Ich war auch extrem überrascht von der Wirkung und habe Angst vor einem Test-Marathon. Der gesunde Menschenverstand würde meiner Meinung nach sagen:" Geniesse die Wirkung und kümmer Dich jetzt um Dein Leben. Vergiss erstmal die Erbsenzähler, die dir das Medikamet vorenthalten wollen, weil du nicht in ein Schema F passt. Wenn es Dir irgendwann wieder richtig gut geht, solltest Du die guten Hinweise aus diesem Forum nochmal aufnehmen und auf Ursachenforschung gehen (wenn Du Lust und Zeit hast)." Natürlich nur meine unmassgebliche Meinung!
    Vielen Vielen dank für Deinen Beitrag und viel Glück!
    Hallo HalloB,
    habe mich sehr über deinen Beitrag gefreut (ich freue mich immer noch!).

    Mein gesunder Menschenverstand sagt mir ja das Gleiche. Leider bin ich einer von denen die meinen sie müssten es ganz wissen. Trotzdem bin nicht mehr so weit davon entfernt, das genauso wie Du zu sehen (bzw. es auf diese Weise anzugehen). Aktuell fällt mir die Entscheidung hierfür noch etwas schwer (ich schaue wie ich mich in den kommenden Tagen mit diesem Gedanken anfreunden kann).

    Auch hoffe ich (bzw. wünsche ich dir) dass Du dich auch für dich mit deiner (positiven!) Einstellung anfreunden kannst, und dich damit für den leichteren Weg entscheidest. Denn ihr habt ja alle Recht! Für was bräuchte man denn noch ein offizielles Ergebnis wenn man endlich die Möglichkeiten dazu hat sein Leben von nun "richtig" (und somit auch auf "effektive" Weise) angehen zu können?

    Das einzig wichtige wäre hier lediglich sich mit dieser Entscheidung auch dauerhaft zufrieden geben zu können.

    Falls dir die Diagnose ebenfalls wichtig sein sollte:
    Wenn ich das richtig gelesen habe bekamen die meisten Forums-Teilnehmer ihre Diagnose recht zügig. Somit also Entwarnung für dich. Ein "Diagnose-Marathon" trifft wahrscheinlich auf die wenigsten hier zu!

    Bei mir (= Spezialfall!) dauert es nur deswegen dermaßen lange, weil es...
    a.) bei mir zwei offizielle Tests waren (ich nehme an dass für die Mehrzahl der Diagnosen bereits ein Test ausreichend ist)
    b.) ich danach fast zwei Jahre lang in Einzel-/Gruppentherapie vertrödelt habe
    c.) danach bei mir erneute Zweifel an meinen Diagnosen aufkamen
    d.) das hatte mich dann einige Monate (!) lang beschäftigt
    e.) wegen nicht zufrieden stellender Resultate benötigte ich dann auch noch eine Zweitmeinung
    f.) hinzu kamen einige Wartezeiten, und dadurch zog sich alles noch mehr in die Länge

    Damit gehöre ich zu den seltenen Ausnahmefällen.
    Will sagen: Deine Diagnose hast Du höchstwahrscheinlich wesentlich schneller als ich.



    Fliegerlein schreibt:
    Aktivitäten in verschiedenen Hinrbereichen und deren Interaktionen untereinander, bzw. das Fehlen oder die Beeinträchtigungen derselben legen nah, dass es sich um mehr handeln muss und sich all das nicht allein durch die synaptische Störung erklären lässt.

    Die Störung im Stoffwechsel mag eine plausible Erklärung für einiges sein, Reizüberflutung z.B., aber eine ADHS in ihrem Vollbild scheint sie nicht erklären zu können.
    So einen Gedanken hatte/habe ich auch. Ich bin kein Mediziner... aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir dass sich manche der Problematiken (gerade die Reizüberflutung!) nicht mit dieser Adrenalin-, Noradrenalin-, Serotonin- und Dopamin-Sache erklären lassen. Manchmal war ich erstaunt und verwundert darüber, dass dieses "Hormonproblem" (Fliegerlein benennt es mit "Störung im Stoffwechsel" um einiges genauer als ich) als alleinige Ursache von ADHS angenommen wird.
    Hinzu kam dann meine persönliche Verwunderung darüber, wie sich ein solch "kleines" Problem dermaßen weit reichend (und mitunter auf extreme Weise!) auf den gesamten Lebenweg auswirken kann.


    Fliegerlein schreibt:
    Zu viele Menschen lesen Schlagzeilen, überfliegen vielleicht auch mal ein bisschen einen Artikel, aber mehr Interesse haben sie dann doch wieder nicht.
    Für Nichtbetroffene reicht das, um Stammtischparolen abzuseiern, bzw. ihnen zu entgegnen und mehr wollen sie nicht.
    Ja, dieses Problem (Schlagzeile gesehen... den Artikel überflogen... und schon wieder hat man sich eine Meinung gebildet) ist leider bereits generell vorhanden. Im Falle von ADHS wird das für die Betroffenen leicht zu einer (zusätzlichen) entnervenden Belastung. Die Probleme werden oftmals nicht ernst genug genommen (und die dazu passenden Kommentare kennt jeder von euch). Wenn man mal den Eindruck hat dass einem endlich mal jemand "wirklich ernsthaft zuhört", muss man eventuell auch dann noch im nachhinein feststellen dass das anscheinend doch nicht der Fall war.


    Fliegenpilz schreibt:
    Genau das, was du mit "Gefühlsnebel" beschreibst, passt aus meiner Sicht überhaupt nicht zu ADHS.
    Emotionale Instabilität ist ja eines der ADHS-Symptome. Und das bedeutet, dass ADHSler ihren Emotionen ausgeliefert sind und sie sehr krass spüren und direkt ausleben. Das, was du diesbezüglich über MPH schreibst, haben ADHSler, wenn sie kein MPH nehmen. Wenn ich MPH nehme, dann sind meine Emotionen "kleiner". Sie sind weniger stark ausgeprägt bzw. ich nehme sie weniger stark wahr.
    Für mich passt das, was du dazu schreibst, überhaupt nicht zu ADHS.
    Diese Argument wundert mich, aus zwei Gründen:
    (1.) Gefühlsnebel und emotionale Instabilität sind (denke ich) zwei verschiedene Dinge: Meine Stimmung kann sehr schnell von "gut drauf" zu "mies drauf" kippen. Und an den meisten Tagen geht das mehrmals "hin und her" (auch das ist ein Quell großer Unsicherheiten).
    Bei meinem Gefühlsnebel nehme ich alle Gefühle "lediglich" sehr diffus wahr (weil diese sehr vage im Gefühlsnebel vorhanden sind), jedoch bedeutet das nicht dass das Grundgefühl deshalb ebenso vage bleiben muss.

    (2.) Von diesem Gefühlsnebel-Problem hatte ich bereits mehrfach gelesen: Auf einer Medikamenten-Bewertungs-Seite (Sanego) finden sich gleich mehrere Patienten, die von solch einem Gefühlsnebel berichten, der sich durch das Ritalin gelichtet hat. Einer fügte an (so oder sehr ähnlich): "Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich die Dinge erkennen wie sie wirklich sind.". Und bereits einige Monate zuvor hatte ich meinem Gefühlsnebel (welcher mir schon immer bewusst ist!) -aus Unvermögen heraus- fälschlicherweise den vagen Begriff "Gefühls-Chaos" zugeordnet... welcher mein Problem jedoch irreführend beschreibt. Das Wort "Gefühlsnebel" jedoch entspricht genau meinen Empfindungen. Und durch diesen Gefühlsnebel dringen niemals eindeutig erkennbare Gefühle "zu mir hindurch", bzw.: "... kommen nicht bei mir an.".

    Und in indirekter Form scheint es mir hier im Forum, in so nicht erwähnten Form -da dieser Gefühlsnebel (das ist meine Annahme) "lediglich" Grundlage verschiedensartigster Probleme ist- vorzukommen: Beipielsweise dann wenn Probleme damit vorhanden sind einen Beruf ausfindig zu machen der einem gefallen könnte. Oder wenn man sich keine "richtige" (ich meine eindeutige) Meinung zu einer Sache (egal was) bilden kann.


    Fliegenpilz schreibt:
    Solche Test sind so "konstruiert", dass sie in der Gesamtbetrachtung relativ unabhängig von der individuellen Tagesform sind. Deswegen besteht die gesamte Diagnostik ja auch aus unterschiedlichen Teilen, damit genau das vermieden wird.
    Ja, und mittlerweile kann ich das auch etwas mehr "begrüßen" (anstatt hieran zu zweifeln). Es hilft mir etwas in Richtung des (ernst gemeinten!) Gedankens "Ich habe kein ADHS (ADS) und kein Asperger, es ist halt was anderes. Irgendwie mischt sich das halt zusammen. Egal. Hauptsache ich bekomme regelmäßig mein Medikament, dass mir ja enorm hilft."


    Fliegenpilz schreibt:
    Wozu möchtest du dann eine erneute Diagnostik anstreben? Und wenn du mit Eigen-Coaching klarkommst, wie hoch ist dann dein aktueller Leidensdruck? Welche Lebensbereiche sind bei dir aktuell durch das vermeintliche ADHS betroffen? Was erhoffst du dir von einer weiteren Diagnostik?

    Versteh mich bitte nicht falsch. Ich möchte dir das nicht ausreden. Aber ich habe beim Lesen deiner Texte den Eindruck, dass du dich sehr reinsteigerst und irgendwie sehr darauf fixiert bist. Und ich bezweifle, dass das so gut ist.
    Keine Sorge, ich verstehe das nicht falsch.

    Leidensdruck: Mmmh... ich versuche, das möglichst kurz zu erläutern:
    Dadurch dass ich mittels MPH normaler funktioneren kann eröffnen sich für mich neue "Möglichkeiten", die für mich enorme (!) Auswirkungen haben könnten!

    Im sozialen Bereich gibt es bereits immense Verbesserungen. Bzgl. meiner noch ungewissen beruflichen Zukunft (jahrelange Stagnation, nicht wissen welchen Weg man einschlagen soll) habe ich nun die Hoffnung, erkennen zu können welcher Beruf mir (wenigstens etwas) Freude bereiten könnte. Dann wüsste ich wenigstens mal so etwas wie eine Grundrichtung.

    Vor MPH war ich zu keinem einzigen Zeitpunkt meines bisherigen Lebens dazu fähig "die Dinge" (ich meine damit: ALLES) gefühlsmäßig auf eine klare Weise zu empfinden. Deshalb waren mir auch nie ganz eindeutige Gefühle möglich. Z.B. gab es kein eindeutiges (und starkes) Gefühl von großer Freude. Weil sich das nicht klar aus meinem Gefühlsnebel herauskristallisieren konnte, und im (oder durch den) uneindeutigen Gefühlsnebel zugleich bereits deshalb vermindert wurde weil da ja"von allem was dabei" war - also auch irgendwelche vagen entgegengesetzte "Gefühle".

    Und das hatte dann auf alle Lebensbereiche Einfluss:
    "Will ich mit dieser Frau eine Beziehung?": Mmmh. Weiß nicht so recht.
    "Könnte mir dieser Beruf gefallen?": Mmmh. Weiß nicht.
    Wenn man mich fragt wie es mir gerade geht: Mmmh. Weiß nicht so genau.

    Auf ADHS (ADS) fixiert?: Ja, dem kann ich zustimmen: Weil mir das alles so passend und eindeutig erscheint (mit Ausnahme des offiziellen ADHS-Test).
    Jedoch nicht in solch einem Ausmaß fixiert dass man mich nicht mehr davon abbringen könnte. Wenn deutlich werden würde dass "es" bei mir etwas ganz anderes sein könnte, dann würde ich darauf hoffen dass man dies herausfinden wird (Gespräche, Fragebögen, Tests).


    Nyx schreibt:
    Von deinem Arzt bekommst du eine medikamentöse Therapie und von dem was du hier schreibst scheint er ja auch gewillt zu sein, mit dir zu arbeiten und auch mal was auszuprobieren. Diese Chance würde ich nutzen bevor weiter viel Zeit für Diagnosen drauf geht.

    Ich halte es für keine so gute Idee, sich so abhängig von psychiatrischen Diagnosen und der Meinung irgendwelcher Ärzte zu machen.

    Probier doch mal aus, wie sich das Methylphenidat nun auf deinen Alltag auswirkt. Gib dem ganzen doch etwas Zeit?
    So langsam tendiere ich auch zu dieser Auffassung (der Zeitgedanke macht da schon viel aus).

    Die Auswirkungen empfand ich in den ersten Wochen jedes Mal enorm. Mittlerweile setzt die Wirkung eher auf eine unauffälligere Art ein.


    xonk schreibt:
    @ Flupp
    Nimmst du Lamotrigin noch? Ich finde es erstaunlich, dass dir jemand einfach so Lamotrigin anbietet obwohl du ja nicht bipolar bist.
    Ich habe meinen Psych schon mal nach Lamotrigin gefragt und er hat abgelehnt dabei hätte ich es wirklich gern mal probiert.
    Ja, nehme ich. Ich hatte meinen (aktuellen) Psychiater -nachdem er mir mitteilte dass er mir das MPH verschreiben werde- gefragt ob ich das Lamotrigin -welches mir der vorherige Psychiater verschrieben hatte- nun weglassen könnte?
    Ich solle es weiterhin einnehmen.

    Dass mir der erste Psychiater bei all meinen Problemen lediglich (!!!) ein stimmungs-stabilisierendes Medikament verschrieb fand auch ich erstaunlich. Das empfand ich als ganz arg erstaunlich! Daraufhin hatte ich dann auch umgehend recherchiert: Und festgestellt, dass entscheidende Kriterien für bipolare Störung bei mir nicht vorliegend sind.

    Vom Lamotrigin kann ich folgendes berichten...
    Vorteile: Dass es mich viel ruhiger gemacht hat. Ich bin viel gelassener, lasse mich weniger aus der Ruhe bringen. Sehr positiv zeigt sich das in Situationen in denen andere Personen mich stressen wollen, oder Personen, auf übertriebene Art (weil kein vernünftiger Anlass vorhanden) "schlecht drauf" sind: Ich kann das dann leichter "an mir abgleiten lassen", bin (in solchen Situationen) emotional unabhängiger, kann deshalb auch leicht sachlich bleiben.

    Nachteil: Ich habe den Eindruck dass ich durch das Lamotrigin -im Umgang mit meiner Zukunft- zu nachlässig geworden bin.


    xonk schreibt:
    Ich finde es sowieso fragwürdig wenn es dann heißt Sie haben 44 Punkte aber ADHS hat man erst ab 45 Punkten. Sowas kann man doch nicht ernst nehmen.
    GENAU DAS ist es was mich immer wieder so sehr an dem ADHS-Testergebnis zweifeln ließ: Quasi ein (sinngemäß) "Weil noch ein Punkt fehlt haben Sie kein ADHS.".

    Wieso gibt es keine Graustufen? Wäre das nicht sinnvoller? Oder sind diese Tests wirklich in solchem Maße ausgefeilt dass die Entscheidung "ADHS: Ja oder Nein?" wirklich von EINEN Punkt abhängig gemacht werden kann?


    Liebe Grüße,
    euer Flupp
    Geändert von Flupp (14.06.2015 um 21:33 Uhr)

  10. #80
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Flupp schreibt:
    Bei meinem Gefühlsnebel nehme ich alle Gefühle "lediglich" sehr diffus wahr (weil diese sehr vage im Gefühlsnebel vorhanden sind), jedoch bedeutet das nicht dass das Grundgefühl deshalb ebenso vage bleiben muss.

    (2.) Von diesem Gefühlsnebel-Problem hatte ich bereits mehrfach gelesen: Auf einer Medikamenten-Bewertungs-Seite (Sanego) finden sich gleich mehrere Patienten, die von solch einem Gefühlsnebel berichten, der sich durch das Ritalin gelichtet hat. Einer fügte an (so oder sehr ähnlich): "Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich die Dinge erkennen wie sie wirklich sind.".
    Irgendwie irritiert mich diese Geschichte mit dem Gefühlsnebel ...

    Es ist zwar korrekt, dass vielfach die Wirkung der Medikation so beschrieben wird, als würde sich ein Nebel lichten, aber was mich daran stört ist, wenn berichtet wird, dass man das davor schon als Gefühlsnebel oder überhaupt in irgendeiner Weise wahrgenommen hat.
    Genau das ist ja nicht der Fall.

    Da komme ich wieder auf das Beispiel der Farbenblindheit/ Farbsehstörung zurück:
    Der Betroffene weiß gar nicht, dass er gewisse Farben nicht oder fehlerhaft sieht.
    Der nimmt gar keinen "Nebel" (im übertragenen Sinne) wahr, weil er den Normalzustand gar nicht kennt und keine Vergleiche hat.

    Wenn also jemand schreibt:

    "Und bereits einige Monate zuvor hatte ich meinem Gefühlsnebel (welcher mir schon immer bewusst ist!) -aus Unvermögen heraus- fälschlicherweise den vagen Begriff "Gefühls-Chaos" zugeordnet... welcher mein Problem jedoch irreführend beschreibt. Das Wort "Gefühlsnebel" jedoch entspricht genau meinen Empfindungen. Und durch diesen Gefühlsnebel dringen niemals eindeutig erkennbare Gefühle "zu mir hindurch", bzw.: "... kommen nicht bei mir an.".

    Dann passt das erstmal insofern nicht, als wir ja eine eingeschränkte Wahrnehmung haben.
    Also entweder ist das sehr unglücklich formuliert oder es steckt eine andere Störung/ ein anderes Problem dahinter.

    Unter dem beschriebenen "Nebel", habe ich eigentlich bislang immer die fehlende oder eingeschränkte Selbst- und Fremdwahrnehmung verstanden (so wurde es auch immer beschrieben), welche man nach der Medikation plötzlich hatte und welche einem sozusagen die Augen geöffnet haben (und durchaus auch negative Auswirkungen haben kann, wenn man plötzlich sein Umfeld und sich bewusst wahrnimmt).
    Aber ich habe noch nicht von einem Gefühlsnebel gelesen.
    Wenn, dann ging es immer darum, den Begriff Nebel als Metapher für eine beeinträchtigte Wahrnehmung gegenüber sich selbst und anderen zu verwenden.


    Flupp schreibt:
    Vor MPH war ich zu keinem einzigen Zeitpunkt meines bisherigen Lebens dazu fähig "die Dinge" (ich meine damit: ALLES) gefühlsmäßig auf eine klare Weise zu empfinden. Deshalb waren mir auch nie ganz eindeutige Gefühle möglich. Z.B. gab es kein eindeutiges (und starkes) Gefühl von großer Freude. Weil sich das nicht klar aus meinem Gefühlsnebel herauskristallisieren konnte, und im (oder durch den) uneindeutigen Gefühlsnebel zugleich bereits deshalb vermindert wurde weil da ja"von allem was dabei" war - also auch irgendwelche vagen entgegengesetzte "Gefühle".
    Ich bin mir grad nicht sicher, aber das klingt für mich nicht nach dem, was ich allgemein von der Wirkung des MPH auf ADHS-Betroffene kenne/ von Betroffenen erfahren habe.

    Flupp schreibt:
    GENAU DAS ist es was mich immer wieder so sehr an dem ADHS-Testergebnis zweifeln ließ: Quasi ein (sinngemäß) "Weil noch ein Punkt fehlt haben Sie kein ADHS.".

    Wieso gibt es keine Graustufen? Wäre das nicht sinnvoller? Oder sind diese Tests wirklich in solchem Maße ausgefeilt dass die Entscheidung "ADHS: Ja oder Nein?" wirklich von EINEN Punkt abhängig gemacht werden kann?
    Irgendwo muss die Grenze gesetzt werden.

    Ob das immer so sauber passt, mag dahingestellt sein, aber im Kern ist es so, dass in jedem Fall jemand, der gerade eben so auf dieser Grenze steht, so oder so am unteren Bereich der Beeinträchtigungen steht, also wenn, allenfalls eine leichtgradige ADHS hat.

    ADHS ist eine Spektrumsstörung, und damit zieht sie sich gleichmäßig durch ein Spektrum an Symptomen und deren Schweregrad.
    Das macht eine Abgrenzung extrem schwer.

    Man kann auch nicht sagen, ab wann eine Suppe versalzen ist, ...
    Ist es dieses eine Salzkorn, das entscheidet, ob eine Suppe versalzen ist oder nicht?
    Aber Fakt ist, dass, wenn man da schon so philosophieren muss, es noch dicht an der Grenze zu sein scheint, ... ob nun ein Salzkorn darüber oder eines darunter, sei dahingestellt.
    Aber wir reden so oder so von einem Anfang, einem Grenzwert in Spektrum.

    Und ich denke, der wird schon eher in die Richtung gesetzt worden sein, dass eher einer mehr, als einer weniger ins Spektrum passt als umgekehrt.

    Klar ist es blöd, wenn man gerade an der Grenze steht, egal ob einen Punkt darüber oder einen Punkt darunter, ein eindeutiges Ergebnis wäre jedem lieber.
    Aber andererseits kann man auch sagen, und das kann ich anhand der Menschen, die ich selber kennengelernt habe, inkl.mich selber bestätigen, dass diejenigen mit einer Diagnose, sehr satt im positiven Bereich der Testungen lagen.

    Selbst bei einer positiven Diagnose, wenn diese so gerade eben oberhalb des Grenzwertes lag, dann lassen die meisten sich auch ohne Medikation behandeln.
    Ich kann diese verzweifelte Suche nach Antworten sehr gut verstehen, aber warum muss es ADHS sein?
    Was ist der Hintergrund für diese Fixierung auf genau diese Störung?

    Ich weiß übrigens noch, als ich meine Testergebnisse erfahren habe.

    Ich war wie vor den Kopf gestoßen, denn ich selber habe mich beim besten Willen nicht als einen sonderlich schweren Betroffenen angesehen, sondern eher dachte ich, dass alle um mich herum viel schwerer Betroffen sein müssten.
    Aber die Testung hat (mehrfach) ergeben, dass ich fast die volle Punktzahl erreichte und im Grunde nur die Punkte für die Hyperaktivität bei mir geringer ausgefallen sind.
    Das hätte ich im Leben nicht erwartet, ich doch nicht.
    Aber es war korrekt.
    Der Grund war meine beeinträchtigte Selbst und Fremdwahrnehmung, ich hab das selber gar nicht wahrgenommen.
    Was ich meine ist:
    Auch wenn dieser Grenzwert in der Testung vielleicht fragwürdig erscheinen mag, die meisten werden sich nicht so dicht an diesem Grenzbereich wiederfinden, dass es Sinn macht darüber zu philosphieren, ob es ein Punkt mehr oder weniger sein müsste ...

    Denn morgen kommt dann der nächste, der wieder einen Punkt weniger hat und genauso argumentieren wird .
    Geändert von Fliegerlein (14.06.2015 um 13:42 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

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