Seite 11 von 18 Erste ... 678910111213141516 ... Letzte
Zeige Ergebnis 101 bis 110 von 180

Diskutiere im Thema Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #101
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.989

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Mich darfste an online Test prinzipiell nicht ranlassen!

    In der "richtigen" Stimmung habe ich dann tatsächlich fast alles(inkl.der Sachen,die in etwa 10 Jahren bisher schon ausgeschlossen wurden-manche !mehrfach!)

    Also,und hier trifft Fliegerlein bei mir voll ins Schwarze, alles AUßER...klar,ADHS.

  2. #102
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hotaru schreibt:
    Ich hab heut aus Jux versucht den Test zu machen... musste aber aufgeben, weil ich die Fragen irgendwie nicht "verstanden" hab...
    Ist mir auch passiert. Drei, vier Fragen mit denen ich gar nix nix anfangen konnte. Die hatte ich dann mit "Unklar" beantwortet.
    Dann war da auch noch eine Frage... selbst nach drei mal Durchlesen musste ich dann erst mal das (leise) Küchenradio ausschalten. Irgendwann hab ichs dann gerafft.

    Du bist nicht alleine!


    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    P.S.: Ich arbeite noch an den Antworten (nun Unterbrechung), wird heute Nacht fertig.
    Danach kann ich ja komplett Ruhe geben (ich schreib dann nix mehr, und hier ist endlich "Ruhe im Karton"). :-)
    Geändert von Flupp (18.06.2015 um 20:07 Uhr)

  3. #103
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hallo! Möchte euch mitteilen dass es nicht mein Anliegen ist hier endlos lange Diskussionen zu führen. Möchte bloß auf eure Fragen und Eingaben antworten.
    Liebe Grüße von Flupp

    ReRegenbogen schreibt:
    Da muss ich an einen Abschnitt aus dem Buch "Die vielen Farben des Autismus" denken. Und zwar: Sind 2+2=0 oder sind 2+2=4?
    Erklärung: Es gibt Menschen, bei denen sich ADHS und Asperger vermischen und zwar so, dass beide Störungsbilder für sich genommen unvollständig sind.
    Anschaulich:
    Angenommen es benötigt 3 Kriterien um ADHS bzw. Asperger zu diagnostizieren.
    Die Person mit der Mischform erfüllt jedoch bspw. nur jeweils 2 (disjunkte) Kritieren von ADHS bzw. Asperger.
    Das führt dazu, dass die Person zwar insgesamt 4 Kriterien erfüllt und somit möglicherweise sogar eine stärkere Problematik aufweist, als "reine" ADHSler/Asperger, aber trotzdem keine Diagnose bekommt, also 2+2=0 (Ausschluss beider Diagnosen), statt 2+2=4.
    Was du so schreibst, liest sich für mich tatsächlich so, als wärst du so ein Paradebeispiel für jemanden, der bei der Diagnostik aufgrund dieser Mischung durchs Raster fällt.
    Kann mir auch selbst sehr gut vorstellen solch ein Fall zu sein! Alleine schon deshalb weil meine Problematiken in derartigem Ausmaße (siehe Eingangsposting) vorhanden sind, dass ich -bei all meinen Recherchen- so einige Male den Eindruck hatte, dass "ich ja NOCH (!) schlimmer dran bin als die meisten anderen hier im Forum", bzw. "in Bezug auf ADHS hätte ich ja absolut gar nichts ausgelassen: Alles dabei, bis zum Anschlag (100 Prozent)!!".


    Fliegenpilz schreibt:
    Auf der einen Seite schreibst du, dass du Gefühle kaum differenzieren kannst. Auf der anderen Seite schilderst du Wutanfälle, die du hast. Du schreibst, dass man dir immer ansieht, wie es dir geht. Aber wie soll das funktionieren, wenn du selber deine Emotionen nur diffus wahrnimmst? Wie sollen diese diffusen Emotionen dann in dein Gesicht gelangen und dort von anderen "gelesen" werden können, wenn du selber das nicht einmal kannst, weil die Emotionen so diffus sind. Das macht für mich keinen Sinn.
    Jeder Mensch ist doch ab und zu mal "schlecht drauf" ohne zu wissen (oder gar herausfinden zu können) warum. Manchmal wissen sie noch nicht mal "wie" sie sich gerade fühlen. Trotzdem spiegelt sich diese Emotion im Gesicht wieder, und die Mitmenschen nehmen diese Emotion war.

    Das könnte meinem (sehr ungünstig [!] benannten "Gefühlsnebel") ziemlich nahe kommen. Nur ist das bei mir so etwas wie ein die meiste Zeit vorhandenes "Grundgefühl". Und die Ausschläge meiner Gefühle/Emotionen sind, entweder, generell von eingeschränkter Natur, oder - und ich denke dass das zutreffender ist: Meine Gefühle "versinken" quasi in diesem Grundgefühl und/oder werden (dort) in großen Ausmaß "entkräftet".

    Dieses oben erwähnte "grundlos schlecht drauf sein ohne zu wissen warum" spürt ja jeder manchmal.
    Aber wer spürt schon ein "grundlos gut drauf sein ohne zu wissen warum"?
    Wenn ich meine Mitmenschen betrachte, habe ich den Eindruck dass solch ein "grundlos gut drauf" - ich meine damit nicht ein (bei Gesunden normalerweise) bewusst verursachtes "positiv denken, gut drauf sein"- nicht so oft vorkommt.
    Analog dazu lässt sich so eventuell erklären warum dieses "grundlos schlecht drauf sein ohne zu wissen warum" bei mir auch das vorherrschende Gefühl ist.


    Fliegenpilz schreibt:
    Je mehr ich von dir lese, desto ratloser werde ich. Und zwar nicht, weil mich deine Symptome ratlos machen, sondern mich macht deine Reaktion auf unsere Beiträge ratlos. Und ich befürchte, dass unsere Antworten eher kontraproduktiv sind, weil du in ihnen nur das siehst, was du sehen willst. Und dadurch fixierst du dich nur noch mehr auf ADHS und verlierst andere Möglichkeiten aus dem Blick, die wir dir hier geschrieben haben.
    Ich WAR auf ADHS fixiert, und habe mich -von dieser Einstellung- bereits vor knapp einer Woche (mein Beitrag vom 11.06., 21:57 Uhr) immer weiter distanziert.


    Fliegenpilz schreibt:
    Die ungewöhnlich hohe Einzeldosis unretardiertes MPH (40mg), die du nimmst und die Schilderung der Wirkung, die MPH auf dich hat, machen auf mich fast schon den Eindruck einer (unbeabsichtigten) missbräuchlichen Verwendung von MPH. Bei ADHSlern bewirkt MPH im emotionalen Bereich genau das Gegenteil. Die Wirkung, die du hast, finde ich persönlich bedenklich und ich würde das an deiner Stelle mit deinem behandelnden Arzt besprechen.
    Außerdem kann ich dir nur empfehlen, den Verdacht auf eine Soziale Phobie sowie die diversen Persönlichkeitsstörungen, die während der Asperger- und der ADHS-Diagnostik zur Sprache kamen, einmal genau abklären zu lassen. Deine Symptome passen nämlich auch darauf.
    Ferndiagnosen können wir hier nicht stellen. Wir können hier nur unsere Meinungen und Empfehlungen abgeben. Was du daraus machst, bleibt dir überlassen.
    Morgens 20, nachmittags 40 Milligramm. Rebounds sind mittlerweile sehr flach. Mit den 40 Milligramm fühle ich mich "normaler" (und gesünder!) als mit 20 Milligramm.

    In der Wirkzeit bessert sich bei mir vieles zum Guten (= mein angestrebtes Level eines Gesunden), erhalte ausnahmslos positive Feedbacks.
    Ich muss mich sehr darüber wundern, dass Du die Wirkung des MPH auf mich bedenklich findest.

    Ferndiagnosen abgeben: Ja, ich weiß. Mir geht es um eure Meinungen, eure wertvollen Erfahrungen.
    Falls jemand hier schreiben würde dass er bei mir ADHS diagnostizieren würde, bleibt mir auch dann bewusst das gesicherte Diagnosen grundsätzlich nicht abgeben werden können.


    Fliegerlein schreibt:
    Warum ist es Dir, Flupp, so wichtig, dass es ausgerechnet ADHS ist?
    Ich hatte mich doch bereits vor knapp einer Woche immer weiter von dieser Vorstellung entfernt.
    (Beitrag vom 11.06.): "Letztendlich darf es sich von mir aus auch um die Krankheit "Schlag-mich-tot-ich-bin-vom-Mars-und-in-hundert-Tagen-fällt-mir-eh-der-Kopp-ab" handeln (obwohl... lieber doch nicht ). Wenn man mir dann Mars-Tabletten verschreiben würde, und sich mein Zustand daraufhin NOCH weiter verbessert: Her damit!!"

    Die Zeit davor:
    War ich deshalb so überzeugt von ADHS, weil alles in einem Ausmaße zutreffend schien (Symptome 100prozentig zutreffend, Diagnosekriterien deutlich über das Mindestmaß hinaus erfüllt, die typischen Auswirkungen und Probleme von ADHSlern), dass dies bei mir zu diesem großem Maß an Überzeugung geführt hatte.


    Fliegerlein schreibt:
    Sind Dir von den Ärzten, die an der Diagnose zweifelten, auch Alternativen genannt worden?
    Hast Du auch andere Diagnosen bekommen oder Verdachtsdiagnosen?
    Neben der Auffassung "Hochbegabung, kein ADHS" keine Erwähnungen von Alternativen.

    Seitens Psychiater (hier Frau Dr. med.), aus dem Test auf Asperger-Syndrom (2013):
    "(...) So bestehen bei ihm zwar Defizite im Bereich der Kommunikation, sozialen Interaktion und der affektiven Wahrnehmung, diese sind aus unserer Sicht Ausdruck der seit Kindheit bestehenden und unbehandelten kombinierten Persönlichkeitsstörung mit ängstlich-unsicheren, depenten und negativistischen Anteilen. (...)
    (...) Diagnose einer ADHS des Erwachsenenalters bei dem Patienten nicht eindeutig stellen. So bestehen bei ihm zwar Defizite im Bereich der Aufmerksamkeit sowie Symptome einer Hyperaktivität, Desorganisation und Affektlabilität, deren Beginn in der Kindheit liegen. (...)
    (...) stark belastende, zwanghafte und depressive Symptomatik (...)"

    Beim Test auf ADHS (ADS):
    Keine weiteren Diagnosen (oder Verdachtsdiagnosen)


    Hotaru schreibt:
    Am Ende kann man eh nur versuchen die Probleme individuell angepasst so in den Griff zu bekommen, dass sie einem eben nicht das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist
    Ja, sicherlich ist das die beste Einstellung die man dazu haben kann, bzw. dazu einnehmen sollte (wie bei mir der Fall).

    Obwohl das Interesse an einer zutreffenden Diagnose fast noch so vorhanden ist wie zu Anfang, empfinde ich alleine schon den dazu notwendigen Zeitaufwand mittlerweile als abschreckend.


    Fliegerlein schreibt:
    Ich versuch's mal mit 'ner Kurzfassung (ausgerechnet Ich )

    Im Kern gings darum, dass Flupp (...)
    Fliegerlein, herzlichen Dank für deine Zusammenfassung!


    luftkopf33 schreibt:
    *bibbernd umguck*


    Ich werfe mal vorsichtig ein,dass ich beim Lesen den Eindruck gewinne,es könnte sich grad nicht nur eine Person im Hyperfocus auf Teilaspekte befinden...



    Ja,die Selbstwahrnehmung ist defizitär,aber doch nicht gar nicht vorhanden?

    Und,wie stark eingeschränkt und in welchen Bereichen am meisten blinde Fleckchen(oder auch schwarze Wahrnehmungslöcher )liegen,dürfte auch nochmal von Mensch zu Mensch und je nach Alter unterschiedlich sein.

    Zu unterscheiden wäre wohl auch noch die bloße Einsicht von der Fähigkeit,diese dann auch nutzbringend zu verwenden,oder?

    Soweit mir bekannt ist,fällt die Emotionswahrnehmung ebenfalls in den Bereich der Selbstwahrnehmung.

    Und ich habe gerade(wann genau,keine Ahnung) bei...äh,,ich glaub das war Hallowell,gelesen:
    "Wenn ich wissen will,wie's mir geht,frag' ich meine Frau."

    Offensichtlich widerspricht diese Aussage und auch viele andere,von Neuhaus meine ich,nur als Beispiel,dee These,ADHS'ler wüssten immer gaanz genau,was sie gerade fühlen.

    Sie bewegen sich ja gewöhnlich nicht,wie bei manchen PS,ständig und ausschließlich in Extremen,sondern schießen öfter mal irgendwie...übers Ziel hinaus und können sich dann nicht bremsen,weil die Distanz zur Emotion per Selbstberuhigung nicht hergestellt werden kann.

    Das was Flupp da an Grundempfinden beschreibt,klingt für mich nun auch eher nach einer ASS,aber nichts desto trotz,gibt es das Problem in abgeschwächter Form offenbar auch bei ADHS.

    Erfahrungswerte sind was Schönes,nur sind wir,gerade als oftmals recht spät diagnostizierte Erwachsene,nicht ganz frei von störenden Faktoren,die die gesamte Therapie,inkl.Medikamentenwirk ung,beeinflussen können.

    Das,was Flupp beschreibt,gehört weiter abgeklärt-durchaus auch bzgl.der Einzeldosis,Euphorie etcpp.,da trau ich mich jetzt gar nicht,irgendetwas zu zu schreiben.

    So,nun dürft Ihr mich hauen...(bitte nicht)

    Edit: die Person mit Teilaspekthyperfokussierung könnte auch ich sein...fällt mir nach dem Lesen von Fliegerleins Text gerade auf...

    Danke
    Also,nicht von mir stören lassen,einfach ignorieren
    luftkopf, deine Meinung ist nicht weniger "wert" wie von jedem anderen hier auch!
    Alle anderen Forum-Teilnehmer sehen das sicherlich genauso.


    Deine Eingaben finde ich durchgehend, also in allen Punkten, sehr (!) gut.

    Ich bin mir ziemlich sicher dass hier zudem potentielle "Augenöffner" dabei sind, die sehr hilfreich (und sogar notwendig) sind.

    Ich möchte meine Meinung zur Emotionswahrnehmung beisteuern:
    Dass die Emotionswahrnehmung ebenfalls in den Bereich der Selbstwahrnehmung gehört empfand ich -bereits aus logischen Begründungen- als gegeben.

    Flyer eines Vortrags von Prof. Dr. med. Tebartz van Elst ("ADHS & Asperger - zwei Seiten einer Münze? [incl. Differenzialdiagnose]"):
    (Textauszug) "Sowohl ADHSler als auch Asperger-Betroffene haben Probleme mit dem Erkennen und dem Ausdruck von Gefühlen. Inwieweit sich die beiden Syndrome überschneiden, und wie eine Differenzialdiagnose aussehen sollte, wird an diesem Abend aufgezeigt. Der Problembereich „Gefühle“ steht bei ADHS oftmals im Hintergrund, weil akute Probleme in Schule und Beruf häufig als dringlicher angesehen werden. Da Gefühle aber nicht nur die Basis unseres täglichen Handelns und unserer Motivation sind, sondern auch über sozialen und beruflichen Erfolg und Misserfolg entscheiden, müssen sie auch bei der Behandlung eines ADHS künftig mehr im Mittelpunkt stehen."


    Hotaru schreibt:
    Ich würd mal sagen, dieser Mensch hat insgesamt genug von dem Thema psychische Probleme... dass er so reagiert liegt also nicht an dir, Flupp, sondern dass er sich da quasi in einem "Overload" befindet, was dieses eine Thema betrifft. Da ist quasi jedes weitere Gespräch wie der Tropfen Wasser, der das Fass zum Überlaufen bringt...
    "(...) sondern dass er sich da quasi in einem "Overload" befindet, was dieses eine Thema betrifft. (...)" Hahaha!! Super!!

    Mit Ausnahme eines "Hallo" hatte ich mit dem Herrn noch nie (!) ein Wort gewechselt. Nachdem mein Bekannter sich mir gegenüber erfreut über mein gutes Sozialverhalten geäußert hatte, mischte sich dieser "Quasi-Unbekannte" mit seiner innovativen Sport-Idee (1. Bier) dazwischen, und ich erläuterte ihm kurz, dass das mit dem Jogging so nicht funktionieren würde. Etwas später (2. Bier) kam er noch mal mit seiner Idee, und berief sich erneut auf die Glückshormone.

    Eventuell fiel bei mir dann auch das Wort "Neurotransmitter" oder "Serotonin-Rezeptor"... vielleicht hats da dann bei ihm "TILT!" gemacht?
    Jedenfalls: Kurz darauf -bei seinem launigen Abgang- dann noch sein Ratschlag "hier besser nie wieder darüber zu reden".


    Fliegerlein schreibt:
    Du betreibst einen außerordentlich beeindruckenden Aufwand, aber:
    Warum eigentlich?
    (...)
    Was bringt Dir das?
    - Weil ich wissen will warum ich so bin "wie ich bin".
    - Weil ich wissen will ob (und dann inwieweit) eine psychische Störung hieran Schuld sein könnte.
    - Wenn ich mich als Opfer einer Krankheit sehen kann, der erst mittels eines Medikaments dazu in die Lage versetzt wird, normal zu funktionieren. Dann könnte ich auch in Bezug auf meine Zukunft wesentlich zuversichtlicher sein: Weil ich dann weiß, dass ich erst jetzt dazu in der Lage bin auf mein volles Potential zuzugreifen.


    Fliegerlein schreibt:
    Aus welchem Grund ist es für Dich so wichtig, dass wir glauben, dass Du ADHS hast?
    Anfangs war mir das wichtig. Weil ich Bestätigung für meine Vermutung haben wollte. Es hätte mir ein Gefühl von Gewissheit suggeriert. Damit hätte ich mich vielleicht endlich mal so weit zufrieden geben können, diese Thematik "psychische Probleme" hinter mir zu lassen - und dann endlich mal mein Leben vernünftig anzugehen.

    Jedoch ist mir auch seit Anfang an genauso wichtig schnellstmöglich zur korrekten Diagnose zu kommen. Ich will mir nicht einreden ADHS (ADS) zu haben, wenn in Wirklichkeit eine (oder mehrere) andere psychische Störung(en) vorhanden ist (sind).

    Natürlich ist es mir am liebsten falls es wirklich ADHS (ADS) wäre. Alleine schon deshalb weil die Meinungen hier im Forum dann eindeutiger ausgefallen wären. Dann hätte ich mittlerweile bereits einen Termin für einen weiteren Test vereinbart, der mir dann (hoffentlich!) die Sicherheit gegeben hätte nach der ich mich so sehne.
    Ohne euch hätte ich mich wahrscheinlich zuerst um einen weiteren ADHS-Test bemüht. Aber nach allem was ich sich hier aufgezeigt hatte, wäre dieser Test sehr wahrscheinlich die reinste Zeitverschwendung gewesen!

    Von Anfang an hatte ich diese Einstellung, dass eure Ansichten, Meinungen und Erfahrungswerte am Besten dazu geeignet sind mir die richtige Richtung aufzuzeigen. Selbst dann falls sich herauskritallisieren sollte, dass wahrscheinlich doch kein ADHS (ADS) vorliegt (also der derzeitige Stand). Auch hier sind alle eure Eingaben für mich die wertvollsten (!) Informationen. Durch eure Hinweise kann ich mich nun um Termine für Tests zu andere psychische Störungen bemühen.

    Man kann es "drehen und wenden" wie man will: Eure Ansichten, Meinungen und Erfahrungswerte sind -und das trifft sicherlich auch für etliche andere Ratlose "da draußen" zu- enorm hilfreich!

    Auch finde ich total schön mit wieviel Engagement sich die Foren-Teilnehmer einbringen um anderen zu helfen! So einige Male war ich dermaßen freudig berührt, dass ich sogleich hätte losheulen können. Ich mag euch ziemlich.


    Fliegerlein schreibt:
    Unsere Ansichten und Meinungen sind doch letztlich vollkommen irrelevant, ohne jede Aussagekraft.
    Ein weiterer Grund dafür mich erst an euch -die Betroffenen- zu wenden, anstatt nur auf offizielle Tests und Arzt-Meinungen zu vertrauen: In meinem Leben habe ich bereits -in einigen speziellen Fällen- erleben müssen, dass ich besser Bescheid wusste als der Arzt. Und auch dass es eine Ärztin gibt, die -zumindest in meiner Gegenwart- einfach bloß Scheiße gebabbelt hatte!

    Drei Beispiele:
    - Ein Internist vermutete, dass ich mir mein Problem einbilden würde. Die Zweit-Meinung eines anderen Internisten bestätigte dann MEINE Vermutung (körperlich krank).

    - Vor zwei Wochen ließ ich eine Magenspieglung durchführen (weil ich vier Wochen lang etwas Schmerzen hatte) und leider auch unangenehm aus der Magengegend roch. Im Nachgespräch mit dem jungen Internisten (Ergebnis war dass ich einen kleinen Entzündungsherd habe) erwähnte ich diese Sache mit dem unangenehmen Geruch. Er verneinte das, weil es so etwas nicht gäbe. Als ich nachhakte, war der Arzt sogleich umgehend von mir genervt. Also hab ich einfach die Klappe gehalten. Was dann allerdings och am selben (!) Abend (was für ein genialer Zufall !!) passierte: Bei "Hauptsache gesund" ging es um Magenprobleme, und eine ratlose Frau am Zuschauer-Telefon teilte mit das sie unangenehm aus dem Magen riecht. Der Arzt schien kurz verdutzt zu sein, teilte dann aber mit dass so etwas in seltenen Fällen vorkommen kann. Ich hoffe sehr, dass sich mein junger Internist die Sendung ebenfalls angeschaut hatte!

    - Ellbogen-Schleimbeutel geplatzt (für mich eine offensichtliche Sache, denn ich hatte das bereits zwei Mal). Gehe zu einer Ärztin, zeige ihr meinen Ellbogen, und sage zu ihr dass der Schleimbeutel geplatzt ist (vielleicht hätte ich das nicht tun sollen). Sie schaut drauf, verneinte es umgehend. Daraufhin Diskussion ohne gemeinsamen Nenner. Weil ich ein Rezept habenwollte ging ich zu einem anderem Arzt: Ein kurzer Blick seinerseits, dann: "Ah! Schleimbeutel geplatzt!".

    Zudem im TV immer mal wieder Berichte über Arzt-Fehler (teilweise mit verheerenden Auswirkungen).

    Also: Auf eure Meinungen gebe ich -aus mehreren Gründen- sehr, sehr viel (!!!).
    Und in meiner aktuellen Situation (ich stagniere seit vier Jahren) sind eure Ansichten, Meinungen und Erfahrungen für mich das Wichtigste überhaupt!


    Fliegerlein schreibt:
    Es ist ein interessanter Effekt, dass man selbst sich in allen möglichen Dingen und Diagnosen wiederfindet.
    Dafür gibt es ja die Fachleute, die das differenzieren sollen.
    Weil das mit meinem Gefühlsnebel immer mal wieder für Verwirrung gesorgt hatte, hoffe ich, dass wenigstens dies hier etwas nützlich ist:

    (Alexithymie-Test)
    Kategorie: Schwierigkeit Gefühle zu Identifizieren: 23 Punkte <15 - 18>
    In dieser Kategorie zeigen Sie starke Anzeichen von Alexithymie.
    Kategorie: Schwierigkeit Gefühle zu beschreiben: 18 Punkte <10 - 12>
    In dieser Kategorie zeigen Sie starke Anzeichen von Alexithymie.
    Kategorie: Interpretation und Deutung von Gefühlen: 11 Punkte <8 - 9>
    In dieser Kategorie zeigen Sie starke Anzeichen von Alexithymie.


    Fliegerlein schreibt:
    Hast Du auch schon mal in den Bereich der Persönlichkeitsstörungen hineingeschnuppert?
    Und dort die eine oder andere Beschreibung gelesen, in welcher Du Dich wieder finden kannst?
    Ja, das tat ich bevor ich mich im ZI Mannheim gemeldet hatte (2013). In Teilbereichen fand ich mich auch bei diesen Störungen wieder:
    - Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung
    - Soziale Phobie
    - Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
    - Antisoziale Persönlichkeitsstörung
    - Schizoide Persönlichkeitsstörung
    - Schizotypische Persönlichkeitsstörung
    - Kombinierte Persönlichkeitsstörung
    - Alexithymie

    Ich lese mich dieser Tage noch mal durch alle meine ausführlichen Word-Dateien (eine für jede der psychischen Störungen).


    Entweder lasse ich danach einfach alles bleiben, und gehe mein Leben wieder an: Mit dem MPH, mittels dessen meine ADHS-typischen Symptome verschwinden. Und mich gleichgültig darüber zu machen, ob ich für den Rest meines Lebens eventuell gedopt herumlaufe.

    Oder ich lasse weitere Tests durchführen, erhalte hoffentlich (!) Gewissheit darüber dass das mit dem MPH auch seine Richtigkeit hat, und notwendig ist. Falls es für mich jedoch so "richtig blöd laufen würde", wäre ich in dem Bewusstsein von "Doping" unterwegs.
    Geändert von Flupp (20.06.2015 um 01:01 Uhr) Grund: Schreibfehler

  4. #104
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Flupp schreibt:
    Hallo! Möchte euch mitteilen dass es nicht mein Anliegen ist hier endlos lange Diskussionen zu führen.
    Keine Sorge, solange Dir die Diskussionen nicht zuwider werden, wir werden schon aufhören, wenn wir genug haben .


    Flupp schreibt:
    Ich WAR auf ADHS fixiert, habe mich von dieser Einstellung bereits vor knapp einer Woche (mein Beitrag vom 11.06., 21:57 Uhr) immer weiter distanziert.
    Sorry, ... das ist möglicherweise ein wenig untergegangen, ist halt 'n Haufen ADHS-Chaoten hier

    Flupp schreibt:
    Ja, das tat ich bevor ich mich im ZI Mannheim gemeldet hatte (2013). In Teilbereichen fand ich mich auch bei diesen Störungen wieder:
    - Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung
    - Soziale Phobie
    - Zwanghafte Persönlichkeitsstörung
    - Antisoziale Persönlichkeitsstörung
    - Schizoide Persönlichkeitsstörung
    - Schizotypische Persönlichkeitsstörung
    - Kombinierte Persönlichkeitsstörung
    - Alexithymie
    Das ist das Problem bei diesen Tests und Beschreibungen, irgendwie kann es immer irgendwie passen.

    Persönlichkeitsstörungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Betroffenen nicht über das komplette Repertoire an den "üblichen" Verhaltensmuster verfügen.
    Wenn man sich in so vielen PS, wenn auch teilweise, wiederfindet, dann deutet das eher darauf hin, dass man ja durchaus ein gewisses Repertoire hat.

    In anderen PS konntest Du Dich nicht wiederfinden?

    Aber ich würd gern mal was anderes versuchen, falls es Dir die Mühe und den Aufwand wert ist, vielleicht kommen wir so besser zu einem Bild.

    Der eine Weg ist ja der über die ganzen Testungen etc.,

    Aber wie ist es mit Deinem alltäglichen Leben?
    Wie kommst Du zu Hause zu recht, in Deinem Haushalt, mit den Finanzen, zeitlichen Planungen von allen möglichen Dingen?
    Wie läuft und lief es beruflich?

    Du schriebst von 2 Jahren Gruppentherapien.
    Wie bist Du dazu gekommen, was war der Anlass dafür?
    Welche Beeinträchtigungen gab/ gibt es und wie lange sind die vorhanden.


    Statt uns von Deinen Symptomen, Diagnosen, ärztlichen Ansichten und den Testergebnissen zu erzählen, könnte es viel hilfreicher sein, wenn wir über die genannten Punkte mehr erfahren.

    Das muss ja nicht bedeuten, dass wir Antworten finden, aber vielleicht Hinweise oder "Wegweiser".
    Und vielleicht lässt sich da ja doch das eine oder andere noch deutlicher erkennen.

    Hast Du eigentlich eine Chance und schon mal in Erwägung gezogen, eine stationäre Reha in einer Klinik zu machen, möglichst mit einer ADHS-Spezialisierung?
    Da gibt's ja auch einige und bei denen kann man den Diagnosen schon eher vertrauen, weil die nicht nur die Tests und die Interviews etc. durchführen, sondern einen im stationären Rahmen auch etwas besser kennenlernen und damit auch einen besseren Einblick bekommen.
    Das kann schon mal echt Gold wert sein.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  5. #105
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Fliegerlein schreibt:
    Sorry, ... das ist möglicherweise ein wenig untergegangen, ist halt 'n Haufen ADHS-Chaoten hier
    Wundert mich überhaupt nicht bei über 2.500 Beiträgen in vier Jahren!
    Kein Problem, alles gut!


    Fliegerlein schreibt:
    In anderen PS konntest Du Dich nicht wiederfinden?
    Ich habe mich auf Wikipedia durch die Persönlichkeitsstörungen gewurschtelt (eventuell habe ich welche übersehen), und auch gleich Einteilungen von 1 ("etwas") bis 3 ("Diagnosekriterien erfüllt") vorgenommen (anscheinend hats mich da ziemlich heavy erwischt ["Wieso ICH!?!?! "]):

    - Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Subtyp: Borderline-Typ): 3
    - Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung: 3
    - Histrionische Persönlichkeitsstörung: 3
    - Posttraumatische Belastungsstörung: 3
    - Paranoide Persönlichkeitsstörung: 3
    - Dysthymie: 3
    -------------------------------------------------------------
    - Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung: 2-3
    - Dissoziale Persönlichkeitsstörung: 2-3
    -------------------------------------------------------------
    - Zwanghafte Persönlichkeitsstörung: 2
    - Bindungsstörung: 2
    - Zwangsstörung: 2
    -------------------------------------------------------------
    - Schizotypische Persönlichkeitsstörung: 1-2
    -------------------------------------------------------------
    - Generalisierte Angststörung: 1


    Nyx schreibt:
    Was der Test aber bestätigt: du hast aber zahlreiche Persönlichkeitsmerkmale aus dem Autismusspektrum und dazu eine ganz Palette von ADHS-Symptomen.

    Man könnte sagen, dass deine Neurobiologie / Neurophysiologie Ähnlichkeiten mit Personen die ganz deutlich autistisch sind und ADHS haben hat.

    Kein wunder also, dass du von Methylphenidat so deutlich profitierst. Kann mir vorstellen, dass du an anderer Stelle locker eine ADHS-Diagnose bekommen würdest.
    ReRegenbogen hatte ja dieses sehr schöne Beispiel "Sind 2+2=0 oder sind 2+2=4?" gebracht. Und Nyx hatte darauf hingewiesen, dass es kein Wunder sei dass ich von Methylphenidat so deutlich profitiere (wobei er sich auf meine ADHS-Symptome und Persönlichkeitsmerkmale des Autismusspektrums bezog).

    Wegen der oben aufgelisteten Persönlichkeitsstörungen frage ich mich nun, ob man von MPH in derart dramatischen (!) Ausmaß (also wie ich es beschrieben hatte) profitieren kann falls ADHS und/oder Asperger-Syndrom nicht vorliegt?

    Eine weitere Frage wäre: Könnte diese (oben aufgeführten) Anhäufung an Persönlichkeitsstörungen (genauer: die auf mich zutreffenden Kriterien dieser Persönlichkeitsstörungen) lediglich Symptome von ADHS und/oder Asperger-Syndrom sein?


    Fliegerlein schreibt:
    Aber ich würd gern mal was anderes versuchen, falls es Dir die Mühe und den Aufwand wert ist, vielleicht kommen wir so besser zu einem Bild.

    Der eine Weg ist ja der über die ganzen Testungen etc.,

    Aber wie ist es mit Deinem alltäglichen Leben?
    Wie kommst Du zu Hause zu recht, in Deinem Haushalt, mit den Finanzen, zeitlichen Planungen von allen möglichen Dingen?
    Wie läuft und lief es beruflich?

    Du schriebst von 2 Jahren Gruppentherapien.
    Wie bist Du dazu gekommen, was war der Anlass dafür?
    Welche Beeinträchtigungen gab/ gibt es und wie lange sind die vorhanden.



    Statt uns von Deinen Symptomen, Diagnosen, ärztlichen Ansichten und den Testergebnissen zu erzählen, könnte es viel hilfreicher sein, wenn wir über die genannten Punkte mehr erfahren.

    Das muss ja nicht bedeuten, dass wir Antworten finden, aber vielleicht Hinweise oder "Wegweiser".
    Und vielleicht lässt sich da ja doch das eine oder andere noch deutlicher erkennen.
    Gerne. Mal schauen...

    Eventuell hilfreich:
    - Scheidungskind: Scheidung der Eltern als ich vier Jahre alt war. Zusammen mit meinem Bruder bei der Mutter aufgewachsen.
    - Mutter ein problematischer Typ: Erntet viel Unverständnis für ihre Ansichten, Verhaltensweisen und Reaktionen. Energie-Vampir. Ziemlich uneinsichtig. Beratungsresistent. In einem Neurosen-Buch konnte ich sie sehr deutlich bei Hysterie einordnen.
    - Hatte nur ganz wenige Freunde, hätte jedoch gerne welche gehabt (Einzelgänger wider Willen). Auch habe ich mir sehr (!) oft sehr (!) gewünscht, dass ich wie all die anderen wäre.
    - Der Eindruck den ich als kleines Kind auf andere machte, war: Sehr schüchtern und sehr sensibel. Vielleicht auch (ich weiß es nicht): Ängstlich, unsicher.
    - Eigentlich nie so etwas wie "einen Platz in der Welt" gefunden. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann bereits als Kind kein "richtiges" Gefühl von Ausgeglichenheit ("eins mit der Welt sein") vorhanden.
    - Noch nie zu der spontanen, intensiven und unbekümmerten Freude wie die meiner Mitmenschen fähig.
    - In den 90er Jahren (das waren meine 20er) besonders ausgeprägter Drang danach viele Dinge im extrem zu tun: Kneipe + Disko + Alkohol + Zigaretten, "freier Geist" und das "nicht Anerkennen von Grenzen".
    - 2001 Beendigung einer 15-monatigen Beziehung (u.a. wegen Magengeschwür). Es folgte die bis dato längste ausufernde Phase des "sich treiben lassen".


    Finanzen:
    Mit Geld konnte ich nie gut umgehen. Habe meistens mehr "an heute als an morgen" gedacht. In Zeiten von Arbeitslosigkeit schnell Schulden aufgebaut.


    Der Anlass zu der Einzel-/Gruppentherapie:
    Anlass war die (vorläufige) Einschätzung Resultat ADHS-Test. Daraufhin wollte ich umgehend von der Psychiaterin in Erfahrung bringen was mir nun am Besten helfen könnte. Da bekam ich eine Therapie als Möglichkeit genannt.
    Die offizielle Begründung für meine Teilnahme an einer Therapie war die soziale Phobie. Jedoch war das für mich persönlich lediglich ein sekundäres Thema.
    Zumeist ging es mir darum, irgendwie meine Gefühlsproblematiken (welche sich ja extrem in alle Lebensbereiche auswirken) zu lösen. Und da konnte mir die fast zweijährige Therapie null weiterhelfen.


    Zeitliche Planungen:
    Das allermeiste plane ich mittels Kalender-Software (einige Termine verschiebe ich regelmäßig) und ToDo-Zettel schreiben (an die ich mich nicht immer halte). Falls das Arbeitspensum im Vordergrund stehen würde, würde dies meine -zuvor gemachten- Zeitplanungen regelmäßig über den Haufen werfen. Arbeitsaufwand für Arbeiten mit dem Notebook einzuschätzen geht oft daneben.
    Für einige meiner längeren Antworten hier im Forum (dieses Thema) benötigte ich sechs, sieben Stunden (exkl. der Pausen).


    Situation zu Hause (und im Cafe):
    Zu Hause komme ich nur dann gut zurecht, wenn ich mich mit den -für mich aktuell- wichtigen/nützlichen Dingen beschäftige (zur Zeit ist das hauptsächlich dieses Thema hier). Zwischendurch immer mal wieder Prokrastination (neben Facebook teilweise extrem unrelevante Erkundigungen [z.B. jeden zweiten, dritten Tag nachschauen ob ein neues Windows-Update verfügbar ist).

    Nach ein paar Stunden Arbeit (inkl. Unterbrechungen) ist es für mich wesentlich besser, rauszugehen und die notwendigen Lebensmittel-Einkäufe zu tätigen (und Luft zu schnappen). Manchmal kann ich danach weiter an meinen Antworten (dieses Thema hier) schreiben.

    Falls ich mal etwas innehalte (ein paar Minuten lang nichts tue) steigt meist Unwohlsein in mir hoch, weil mir meine Gesamt-Situation wieder bewusst wird (hierzu muss ich im Kopf noch nicht mal die Gedanken dazu formulieren).

    Entweder flüchte ich in etwas Produktives, aber wenn es bereits 17, 18 Uhr ist, gehe ich in mein Stamm-Cafe, nehme meine zweite Tages-Dosis MPH, und bleibe für ca. drei Stunden dort. Fast jeden Tag taucht mindestens einer der Stammgäste auf die ich schon lange "kenne", aber mit denen ich bisher (vor MPH) fast nie etwas geredet hatte. Durch das MPH hat sich das ernorm verändert! Der nun größere Bekanntenkreis, die lockeren Gespräche, die Freude daran, positive Feedbacks... das gibt mir mehr und mehr Lebensfreude, und auch Kraft.

    An manchen Tagen taucht kein Bekannter (Gast) auf, und dann bin mit mir und meiner Situation konfrontiert (zudem ist mir mein bisheriges Leben im Hinterkopf -mehr oder weniger intensiv- präsent). Gefühlsmäßig sind meine Tage sowieso eine sehr labile Angelegenheit: Täglich viele Stimmungsschwankungen (zukunftsorientiert - unsicher - niedergeschlagen - hoffend - unsicher - einsam - zukunftsorientiert - ...), geht vielleicht um die zehn - 20 Mal am Tag hin- und her.

    In der Wirkzeit vom MPH ist meine Stimmung in der Regel positiv, und mittlerweile auch ziemlich stabil. Bis vor vier Wochen sah das noch ganz anders aus: Wenn ich alleine im Cafe saß und meinen Gefühlen überlassen war, dann kam es innerhalb der zweieinhalb-, dreieinhalbstündigen Wirkzeit regelmäßig zu ca. 10 bis 20 (!) heftigen emotionalen Einbrüchen (meist ohne erkennbaren Grund, innerhalb einer Sekunde von "gut drauf" in das ziemliche Gegenteil davon!!), aus denen ich mich dann oft schon innerhalb weniger Minuten (mittels analysieren der Situation und postives Denken) wieder herausmanövrieren konnte. Zudem hatte ich vor vier Wochen, endlich, eine mittlerweile drei Wochen anhaltende Phase hinter mir, in der ich -während der abendlichen Rebounds- jeden Abend in einen Abgrund blicken musste. Dort hatte ich ein paar Mal -nur als eine "Idee"- die finstersten Gedanken. Zwei oder drei Mal kam es mir so vor, als hätte dieser Abgrund mich angelächelt.
    Ich hatte dann diverse kleine und große Kämpfe, um da wieder herauszukommen.

    Aber das habe ich hinter mir gelassen, und es ist sehr erfreulich dass "das alles" nun wesentlich "stabiler" ist (zumindest nicht mehr so fragil wie noch vor wenigen Wochen)! Und die Rebounds fallen mittlerweile ja sehr flach aus.
    Meine Gefühlswelt bewegt sich, mittlerweile, mehr als früher im positiven Bereich. Und meine sehr (!) erfreulichen Erfahrungen im sozialen Leben trage ich ja auch außerhalb der Wirkzeit in mir herum.

    Wegen meiner aktuellen Situation, den extrem vielen negativen Lebenserfahrungen, der bisherigen Orientierungslosigkeit, (und, und, und), der mittlerweile vierjährigen Arbeitslosigkeit, mein Lebensalter, zieht es mich zur Zeit halt noch täglich mehrmals runter. Aber ich "versuche mich mehr und mehr daran", das sinnvoll -nämlich als Antrieb- zu nutzen.


    Berufliches:

    Bin seit vier Jahren arbeitslos. Seit vier Jahren Stagnation, da planlos infolge meiner Gefühlsproblematiken: Denn deshalb kann ich nicht erfühlen/erkennen was mir gefallen könnte. Ich weiß auch nicht ob mir mein Beruf -den ich vorher ca. zehn Jahre lang (jedoch einige Unterbrechungen wegen Jobverluste) ausgeführt hatte- gefällt. So richtig spüren kann ich das ja nicht so.

    Wegen diesem Gefühlsproblem weiß ich (auch) überhaupt noch nicht wohin ich mich künftig bewegen soll. Sowie, wie ich über meinen Beruf der letzten zehn, fünfzehn Jahre "denken" soll (kann ja nicht eindeutig erfühlen) weiß ich noch nicht.

    Durch das MPH hat sich mein Zustand (u.a. Wahrnehmung, Empathie, Gefühle, Ruhe im Kopf, ...) enorm verbessert (mit MPH fühle ich mich psychisch ziemlich "gesund"). Nachdem ich mich (unter MPH) nun an diese "neue Welt" (reale Welt) gewöhnt habe, und die positiven Erfahrungen hierdurch (Stichwort: Sozialverhalten) eine Zeit lang genießen durfte, will ich die Wirkzeit nun hauptsächlich dafür nutzen, herauszufinden was mir gefallen könnte: Mit Hilfe einer Liste von Berufen, Beschreibungen der einzelne Berufsbilder, hineindenken (und reinfühlen) in die Tätigkeiten. Das wird sicherlich einige Wochen in Anspruch nehmen.


    Vorhandene Beeinträchtigungen (soweit mir bekannt, bereits seit frühester Jugend vorhanden)
    (einige dieser Punkte haben sich durch MPH gebessert oder sind fast vollständig verschwunden):

    - Probleme mit Selbstwahrnehmung und Befinden
    - Reizoffenheit, Reizfilterschwäche (<--- eventuell)
    - Impulsivität, Hyperaktivität
    - Impulsivität, Hyperaktivität in Gesprächen (unüberlegtes Reden, Abschweifen, sprunghafte Themenwechsel)
    - Hyperfokus, Auto-Pilot (?) beim Autofahren
    - Motorik (oft arg daneben)
    - Tics
    - Extreme Vergesslichkeit
    - Mangelhaftetes Kurzzeitgedächtnis (deshalb in Gesprächen oftmals „Nachkorrekturen“)
    - Probleme mit Wortfindung, Flüchtigkeitsfehler
    - Tag-Träumereien, Phantasien
    - Aufschieben, Prokrastination
    - Spezial-Interesse (dabei extremste Zeitverschwendung!)
    - Trennung von „Unwichtig“ und „Wichtig“ manchmal nicht gut möglich
    - Angst vor Kontrollverlust („ungewollte Gewalt“), mangelhafte Impulskontrolle
    - „Werte“-Losigkeit
    - Probleme mit Finanzen
    - Passivität
    - Feindselig empfundene Umwelt (ungerechtfertigt)

    Falls Interesse an detailierteren oder zusätzlichen Informationen (auch aus anderen Bereichen) bitte danach fragen.


    Fliegerlein schreibt:
    Hast Du eigentlich eine Chance und schon mal in Erwägung gezogen, eine stationäre Reha in einer Klinik zu machen, möglichst mit einer ADHS-Spezialisierung?
    Da gibt's ja auch einige und bei denen kann man den Diagnosen schon eher vertrauen, weil die nicht nur die Tests und die Interviews etc. durchführen, sondern einen im stationären Rahmen auch etwas besser kennenlernen und damit auch einen besseren Einblick bekommen.
    Das kann schon mal echt Gold wert sein.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Hatte mir mal Gedanken in dieser Richtung gemacht.
    Jedoch habe ich bereits mehr als genug Zeit vertrödelt, zudem wird die Zeitspanne der Arbeitslosigkeit immer größer (Chancen auf Wiedereinstieg verringern sich). In mir drängt fast alles danach, endlich ein möglichst normales Leben zu führen!

    In Bezug auf die Zukunft habe ich seit einiger Zeit etwas eindeutigere, intensivere und drängendere Gefühle von Sorge, Panik, Ohnmacht. Die manchmal in mir aufsteigende Resignation bekämpfe ich mit dem Teil meines Willens, den es sehr (!) nach "vorne" (Positives, in die Zukunft ausgerichtete) drängt.

    Auch würde mich eine stationäre Reha total (!) runterziehen. Für mich wäre das sowas von schlimm... das ist so ein Gefühl von "Verlassen sein von ALLEM und JEDEM (!)" -selbst von meinen beiden nahesten und liebsten (!) Verwandten... bereits bei dem Gedanken daran ist das für mich dermaßen abgrundtief traurig... ich halte zwar sehr vieles aus... aber DIESER Gedanke ist eigentlich unerträglich für mich!

    Ich will genau in die andere Richtung: Schnellstmöglich wieder zurück in ein Berufsleben. Zuvor muss ich noch herausfinden, welches künftig die richtige (oder wenigstens ungefähr richtige) Richtung für mich sein könnte (eventuell steige ich wieder in meinen bisherigen Beruf ein). Hierzu dann auch das (möglichst realistische) Abwägen darüber, inwieweit der Arbeitsmarkt mir hier noch Zugang gewähren würde.


    Liebe Grüße,
    Flupp (und nun endlich . Jippy!)
    Geändert von Flupp (22.06.2015 um 06:26 Uhr) Grund: Schreibfehler

  6. #106
    Karisa

    Gast

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hallo Flupp,
    ich habe nicht alles von Deinem letzten Beitrag gelesen, weil es mich gerade treibt, Dir etwas zu schreiben, bevor es wieder ein anderer vor mir tut... Auch ich brauche meist Stunden für meine Beiträge und viele davon lösche ich wieder, weil das was ich mitteilen will, von anderen bereits geschrieben wurde... Ein Lehrer sagte oft zu mir: "Bis du aufwachst ist der Tag rum!" (ich träume nicht, ich brauche die Zeit zum Denken)

    Da gibt es etwas, das meiner Meinung nach in Deine vielen Überlegungen miteinbezogen werden sollte, um zu überprüfen, ob es vielleicht zutreffend sein könnte...

    Ich dachte schon bei Deinem Eingangposting an Trauma, aber was ich so alles denke, soll Dich nicht irritieren. Du musst sowieso Deinen eigenen Weg finden...

    Asperger und/oder ADHS könnte trotzdem vorhanden sein, weil Traumatisierung vor Asperger und/oder ADHS nicht Halt macht.

    Guck mal hier...

    Kriegsenkel

    Da wird auch auf ein Buch hingewiesen mit dem Titel: Nebelkinder

    Karisa
    Geändert von Karisa (22.06.2015 um 09:23 Uhr)

  7. #107
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Ich möcht nur kurz was zu der Sache mit Klinik und Wiedereinstieg in den Beruf sagen:

    Es gibt auch die Möglichkeit erst eine stationäre Therapie zu machen und im Anschluss daran eine berufliche Reha mit zu machen. Hier im Raum gibt es solche Einrichtungen, da geht ein Program maximal ca. 1 Jahr.
    Je nach dem, wo man gerade steht, gibts die Möglichkeit zwischen verschiedenen Programmen zu wählen. Manche gehen nur 3 Monate und Beziehen sich nur darauf raus zu finden, welcher Beruf überhaupt in Frage kommt und was nicht.
    Das, das ein Jahr geht wiederum bezieht sich wirklich darauf langsam wieder zurück ins Berufsleben zu kommen. Es beginnt damit dass man die erste Zeit nur 4 stunden täglich arbeitet und die Stundenzahl wird dann über das Jahr hinweg immer mehr ausgeweitet (individuell). Dort hats dann quasi auch Übungsfirmen (je nach dem, in welche Richtung man geht, die Einrichtung hier ist eher auf Büro spezialisiert) und man wechselt immer wieder die Abteilungen. Hat man z.B. Angst vorm Telefonieren, wird man an den Empfang versetzt und darf dort richtig schön üben

    Während der Zeit macht man auch Praktika außerhalb der Einrichtung und wird sozialpsychiatrisch betreut, außerdem halten die auch Rücksprache mit dem Arzt und Therapeuten...


    Ansonsten: Verdrängung der Gefühle/Gedanken ist nie hilfreich um weiter zu kommen, denn die finden schon ihren Weg sich in den Vordergrund zu mogeln, selbst wenn das Jahre dauert.

    Beim Rest bin ich zur Abwechslung mal ratlos, weil ich nicht weiß, wie ich es einordnen soll, aber das ist mein Problem

  8. #108
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hi again,

    erstmal nur eine Kurzantwort, ich hab erst noch mal die ein oder andere Rückfrage .
    Aber vorab schon mal ein kurzes Feedback:

    Flupp schreibt:
    (anscheinend hats mich da ziemlich heavy erwischt ["Wieso ICH!?!?! "]):

    - Emotional instabile Persönlichkeitsstörung (Subtyp: Borderline-Typ): 3
    - Selbstunsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung: 3
    - Histrionische Persönlichkeitsstörung: 3
    - Posttraumatische Belastungsstörung: 3
    - Paranoide Persönlichkeitsstörung: 3
    - Dysthymie: 3
    -------------------------------------------------------------
    - Passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung: 2-3
    - Dissoziale Persönlichkeitsstörung: 2-3
    -------------------------------------------------------------
    - Zwanghafte Persönlichkeitsstörung: 2
    - Bindungsstörung: 2
    - Zwangsstörung: 2
    -------------------------------------------------------------
    - Schizotypische Persönlichkeitsstörung: 1-2
    -------------------------------------------------------------
    - Generalisierte Angststörung: 1
    Die ein oder andere PS fehlt mir da noch, Borderline und Narzisstische PS z.B., schizotype und schizoide PS ebenfalls.

    Aber in einem Punkt kann ich Dich vorab schon mal beruhigen:
    Eine derartige Sammlung an Persönlichkeitsstörungen ist nicht sehr wahrscheinlich.
    Möglicherweise wird man die ein oder andere finden, aber in einer solchen Menge kommen sie nicht gleichzeitig bei ein und demselben Menschen vor.
    Viele haben Überlappungen und Ähnlichkeiten, so dass man sie miteinander verwechseln kann.
    Eine anankastische PS z.B. lässt sich leicht mit einer narzistischen PS verwechseln, bei genauerem Hinsehen aber kann man da einige Unterschiede ausmachen.

    Flupp schreibt:
    Die offizielle Begründung für meine Teilnahme an einer Therapie war die soziale Phobie. Jedoch war das für mich persönlich lediglich ein sekundäres Thema.
    Angststörungen sind ein häufiger Begleiter, also eine Komorbidität zu ADHS.

    Allerdings gibt es einen großen Unterschied zu Menschen mit einer ADHS-komorbiden Angststörung, gegenüber Angspatienten ohne ADHS.
    Bei ADHS'lern ist die Diagnose Angststörung eigentlich nur schwer zu stellen, weil da ein Merkmal nicht wirklich zutrifft:
    Bei Angststörungen sind die Ängste in der Regel irreal, d.h. die Menschen haben zwar tatsächlich Ängste, aber diese basieren nicht auf einer tatsächlich passierten Grundlage.

    Ein Nicht-ADHS'ler mit einer sozialen Phobie hat z.B. Angst davor, dass er ständig beobachtet und bewertet wird und dass er sich blamieren würde.
    Das trifft aber in der Regel gar nicht zu, vor allem hat die Person im Vorfeld noch gar keine Erfahrungen gemacht, dass sie sich tatsächlich blamiert hätte.
    Sie hat einfach Angst davor, sich zu blamieren, ohne dass es einen realen Hintergrund dafü gäbe.
    Natürlich ist diese Angst sehr real, denn die Person hat ja Angst, so sehr sogar, dass man es somatisch messen kann, aber die Grundlage ist irreal/ irrational.

    ADHS-Betroffene dagegen haben ihre Ängste auf der Basis von tatsächlichen Erfahrungen entwickelt.
    Die haben sich z.B. immer und immer wieder blamiert oder sind vor der Klasse an der Tafel vorgeführt worden und haben halt irgendwie auch ein gewisses Talent dafür, in die berühmten Fettnäpchen zu treten.
    Die sich daraus entwickelnde Angst vor Wiederholung ist eine ganz andere Angst, als die eines Angstpatienten ohne die ADHS und die realen Hintergründe der Angst.
    Diese Ängste sind, wie man das fachlich ganz simpel formuliert, real.

    Das nur als Beispiel.

    Soll heißen:
    Eine Angsttherapie macht u.U. keinen Sinn, wenn sie nicht auch die zu Grunde liegende ADHS berücksichtigt.

    Der Ansatz zur Therapie war also vollkommen richtig, auch dass man zuerst die Komorbiditäten behandelt und dann die ADHS, aber es muss von Anfang an die ADHS mit berücksichtigt werden, sonst kann es sein, dass das nix wird (es gibt da durchaus Ausnahmen).

    Flupp schreibt:

    Zeitliche Planungen:
    Das allermeiste plane ich mittels Kalender-Software (einige Termine verschiebe ich regelmäßig) und ToDo-Zettel schreiben (an die ich mich nicht immer halte).
    Wie sieht's mit Planungen in die Zukunft aus, da denke ich auch besonders an solche weitsichtigen Dinge wie Lebens- und Rentenversicherung, also Alterversorgung etc.
    Würdest Du Dich für einen vorausschauenden und weitsichtigen, oder eher einen Menschen beschreiben, der im "Hier und jetzt" lebt und (zeitlich) nicht viel weiter als bis zur nasenspitze vorausblickt/ vorausblicken kann?

    Flupp schreibt:
    Zu Hause komme ich nur dann gut zurecht, wenn ich mich mit den -für mich aktuell- wichtigen/nützlichen Dingen beschäftige (zur Zeit ist das hauptsächlich dieses Thema hier). Zwischendurch immer mal wieder Prokrastination (neben Facebook teilweise extrem unrelevante Erkundigungen [z.B. jeden zweiten, dritten Tag nachschauen ob ein neues Windows-Update verfügbar ist).

    Wie war es, als Du eine feste und geregelte Struktur im Arbeitsleben hattest?
    Falls es nicht allzu persönlich ist, also nur beantworten, wenn es für Dich ok ist:
    Was hattest Du gearbeitet?
    Anhand Deines Postings vermute ich, dass Du eine abgeschlossene Berufsausbildung hast?
    Und soweit ich das richtig verstehe, hast Du die 10 Jahre (insgesamt, mit Unterbrechungen) in demselben Beruf gearbeitet?

    Wie war sonst so Dein bisheriges Berufsleben?
    Wie bist Du zurecht gekommen etc?
    Wie kam es zu den Jobverlusten/ Unterbrechnungen?

    Flupp schreibt:
    - Hyperfokus, Auto-Pilot (?) beim Autofahren
    Das verstehe ich leider nicht richtig.

    "Hyperfokus" bedeutet ja sowas wie volle Konzetration auf die Sache, die man gerade macht, während die Bezeichnung Autopilot für mich eher für einen dissoziativen Zzustand steht, man macht also etwas ganz unbewusst automatisch und bekommt davon eigentlich gar nichts mit (Irgendwann während der Fahrt kommt man an eine Ecke oder Ampel, an der man sich fragt "Huch, ich bin ja schon hier, hab ich gar nicht gemerkt", ... das ist ein normaler Vorgang und nennt sich "Alltagsdissoziation")
    Bei einem Hyperfokus ist man sich dessen, was man gerade macht, aber sehr bewusst, ... so sehr, dass einem alles um sich herum hopps geht, aber man kann sich gut an das, was man gemacht hat, erinnern, während man beim "Autopiloten", eher keine Erinnerung daran hat.


    Flupp schreibt:
    Hatte mir mal Gedanken in dieser Richtung gemacht.
    Jedoch habe ich bereits mehr als genug Zeit vertrödelt, zudem wird die Zeitspanne der Arbeitslosigkeit immer größer (Chancen auf Wiedereinstieg verringern sich). In mir drängt fast alles danach, endlich ein möglichst normales Leben zu führen!
    Und für wie wahrscheinlich würdest Du es einschätzen, dass es funktioniert, nachdem es die letzten 4 Jahre offensichtlich nicht funktioniert hat?
    Gerade dafür wäre doch eine solche Maßnahme geradezu ideal oder?
    Ein sauber Schnitt, hier wird neu angefangen, damit man schließend gestärkt und mit den nötigen Werkzeugen starten kann.

    Ich kann Deine Bedenken sehr gut verstehen, ... seeeehr gut sogar.
    Als ebenfalls von Asperger Betroffenem, sind solche klinischen Settings ein Gräuel für mich und eine Belastung.
    Trotzdem habe ich das zweimal gemacht, einmal 6 Wochen und einmal 8 Wochen und Hey! ich bin noch da und ich kann heute sagen, dass es mir, besonders das zweite Mal in Bad Bramstedt mit der ADHS-Spezialisierung, sehr viel geholfen hat.

    Die ersten Tage sind echt hart und man will am liebsten aufgeben, aber das geht jedem so, und es bessert sich.
    Und das allein kann schon eine sehr interessante Lernerfahrung sein .

    Was hast Du schon zu verlieren?
    Aufgeben kannstes immer noch.

    Und selbst wenn am Ende dabei die Feststellung einer Erwerbsminderung herauskommen sollte, das ist dann nicht das Ende der Welt, sondern vielmehr ein Schritt weiter, einfach auch, weil man weiß woran man ist und ein guter Teil an Druck von einem genommen wird und wer weiß, ob sich dann nicht wieder alles bessert, allein weil erstmal dieser Druck weg ist.
    Selbst eine Erwerbsminderung ist nicht das letzte Wort und kein statischer Zustand .

    Soll kein Überredungs- oder Überzeugungsversuch sein, nur ein Denkanstoß
    Geändert von Fliegerlein (22.06.2015 um 14:30 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  9. #109
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Edit (wegen Formulierung und Ergänzung):
    Mit der Beantwortung eurer aktuellen
    Eingaben und Rück-Fragen bin ich noch etwas beschäftigt (Texte schreiben dauert bei mir ziemlich lange). Ich poste sie umgehend wenn ich die Antworten (insgesamt acht) fertig geschrieben habe.



    Da es ein umfangreicheres Bild abgeben könnte, würde
    ich hier gerne meinen ausführlichen Psychiater-Brief (natürlich ohne Namen und Adressen) zur Einsicht posten. Bitte NICHT als "Aufforderung" (bzw. Nötigung) auffassen. Ist nur, falls das jemanden interessieren würde.

    Ergänzung hierzu (Nachtrag von 15 Uhr):
    Beim posten meiner Nachricht letzte Nacht hatte ich nicht daran gedacht, zu erwähnen dass ich in dem Brief -damit der Psychiater (der mich noch nie gesehen hatte) möglichst viele Informationen zur Verfügung hat, weshalb ich anhand von Lebens-Situationen "alles" erwähnte (aufgezählt hatte) was eventuell einen Bezug zu einer -eventuell vorhandenen- ADHS haben könnte.

    Dass sehr viele dieser Einzel-Situationen -für sich genommen- (noch) im Normalbereich liegen ist (und war es auch) mir bewusst. Der Inhalt soll -anhand von verschiedensten Lebens-Situationen- ein möglichst "reales" (= mir lebensnahes und umfängliches) Bild von mir aufzeigen.
    Hierbei der Hintergedanke: Bloß NICHTS vergessen, was vielleicht von Bedeutung sein sein könnte (lieber zuviel erwähnen)!

    Liebe Grüße,
    euer Flupp
    Angehängte Dateien Angehängte Dateien
    Geändert von Flupp (23.06.2015 um 16:09 Uhr) Grund: Umformulierung, Ergänzung

  10. #110
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    So langsam werde ich selbst richtig unruhig, deswegen ziehe ich mich aus diesem Strang zurück. Eines möchte ich aber noch loswerden.... Bei Rot geht jeder Gesunde über die Straße wenn es günstig ist, bei deiner Motorik ist gar nichts auffällig usw usf.
    Es gibt einige Dinge, einzelne Vorkommnisse die sind vielleicht etwas eigenartig, aber eigenartig ist jeder Mal.

    Die Menge macht es bei dir wahrlich nicht aus, weil die Menge völlig normal ist. Du beschreibst normale Dinge als auffällig.
    Du lässt alle 8-10 Tage mal was fallen oder fässt dir mal ins Auge? Auffällig in der Motirik bist du wenn es ein Arzt bei der neurologischen Untersuchung feststellt. Bei mir war das z.B. so. Ich war aber auch als Kind auffällig in der Motorik. Ich kann bis heute nicht Treppen schnell runtergehen, oder ohne festhalten, es fällt der Umggebung auf, das ich oft zu viel Kraft für Dinge verwende, ich kann nicht ohne festhalten wechselnd schrägen Boden oder Treppen parallel laufen. Und das jeden Tag. Das ist nur 1 Beispiel, ich könnte fast alles so kommentieren.

    Für mich zeigen deine Zeilen das du krampfhaft alles pathologisiert und auch jedes Futzlechen suchst und zu einem Problem machst, wo keins ist. Das Verhältnis zu normalen Gegebenheiten hast du völlig verloren..... Vielleicht liegt darin auch ein Schlüssel zu deinem Problem.

Ähnliche Themen

  1. Erschöpfung - ADHS-typisch?
    Von IchUndDu im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 123
    Letzter Beitrag: 16.06.2013, 22:25
  2. Unterschiede, was ist typisch für ADHS?
    Von HerrHase im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 1.05.2013, 01:00
  3. Seit gestern ADHS-Diagnose und MPH...wann kommt die positive Wirkung???
    Von Solenostomus im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 27.12.2011, 01:41

Stichworte

Thema: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum