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Diskutiere im Thema Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #91
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Fliegenpilz schreibt:
    Flupp, ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich dir noch schreiben soll. Denn ich habe den Eindruck, du drehst dir unsere Worte so hin, dass sie zu deinem Erleben passen.
    Ich muss zugeben, dass es mir genauso geht.


    Das Ganze hier erinnert mich sehr an die Fliegerei (ich hab meinen Nick ja nicht ohne Grund ) :

    Auch heute noch, in Zeiten des GPS, fliegen Piloten mit der Karte auf dem Knie und dem Finger auf der Karte und mit dem Blick aus dem Fenster.
    So navigieren sie sich von A nach B.
    Sie schauen nach draußen und sehen die Landschaft und achten auf bestimmte Bodenmerkmale, die auch in den Karten verzeichnet sind und behalten so die Orientierung und können anhand dessen, was sie sehen und was sie mit der Karte abgleichen, ihre Position bestimmen.

    Manchmal kommt es aber auch vor, dass man sich "verfranst", ... auf Deutsch: man hat sich schlicht verflogen.
    Warum auch immer, ein Moment der Unachtsamkeit oder man hatte anderes zu tun, auf jeden Fall schaut man raus und das, was man da unten sieht, passt mit einem Mal nicht mehr so ganz zu der Stelle, an der der Pilot den Finger auf der Karte hat.

    Jetzt passiert etwas außerordentlich Interessantes:

    Die Piloten beginnen damit, die Karte dem anzupassen, was sie draußen sehen!

    Sie haben eine gewisse Vorstellung davon, wo sie sein müssten und nun versuchen sie, diese Vorstellung anhand dessen, was sie auf der Karte sehen, zu bestätigen.
    Sie drehen und wenden die Karte und sie interpretieren auf Teufel kommt raus, nur damit das, was sie unten sehen, irgendwie zud er Stelle passt, vond er sie glauben, an der sie sind und versuchen krampfhaft, die in der Karte eingezeichneten Merkmale mit dem zur Übereinstimmung zu bringen, was sie unten sehen.

    Sie passen die Karte dem an, was sie sehen.
    (Man nennt so etwas übrigens "Kognitionsfilter" oder auf Deutsch: "Wahrnehmungsfilter")

    Jedes noch so kleine Gewässer wird auf Biegen und Brechen irgendwie so hineinterpretiert, dass es passen muss, egal ob es eine völlig andere Form oder Größe hat: das Gewässer auf der Karte muss diese Pfütze da unten sein...

    So funktioniert das aber nicht.


    Man passt nicht die Karte dem an, was man sieht, sondern man mus das, was man sieht, der Karte anpassen und wenn das nicht dort hin passt, wo ich glaube, dass es sein müsste, dann muss der Pilot seinen Blick erweitern und auch an anderen Stellen der Karte schauen, wo es eine Übereinstimmung mit dem gibt, was er unten sieht.
    Er muss seine Vorstellung von der aktuellen Position loslassen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn er muss nun den Finger von der Karte nehmen.
    Das bedeutet aber auch, zumindest für einen Moment seinen Halt zu verlieren.

    Kurioserweise beißen die sich aber so dermaßen in ihrer Interpretation fest, dass sie selbst auf die einfachsten Lösungen nicht kommen und auch andere Bordmitglieder sagen können, was sie wollen, es wird solange verdreht, bis sie denen glaubhaft versichern können, dass sie falsch liegen, statt die eigene Vorstellung zu hinterfragen.

    Das ist kein Scherz und auch keine frei erfundene Geschichte, das ist traurige Realität und ich habe das oft genug in Navigation unterrichtet.

    Es gibt z.B. einen Fall in Südamerika, da ist deswegen ein Airliner abgestürzt, der ist glatt in die falsche Richtung geflogen und hatte sich dermaßen verfranst, dass er wg. Spritmangel in den Dschungel gefallen ist...
    Auch die haben versucht, ihre Position zu finden und haben wirklich und wahrhaftig ein völlig falsches und vollkommen unterschiedliches Gelände so lange in die Karte interpretiert, dass es nach deren Vorstellung passen musste, beide Piloten btw.
    Die waren 2000km von ihrem Ziel entfernt (sind nach Süden, statt nach Norden geflogen) und hätten eigentlich nahe des Amazonas landen müssen.
    Sie haben auch einen Fluss gesehen, aber das war nicht der Amazonas ...

    Dabei wäre die Lösungsmöglichkeit in den meisten Fällen so einfach:
    Ich kann umdrehen und den gleichen Weg zurückfliegen, bis ich zu einem Punkt komme, den ich sicher wiedererkennen kann.
    Ich kann auch den Fluginformationsdienst anfunken, der kann mich anhand meines Transponders oder Funksignals anpeilen und mir meine Position mitteilen.

    Aber auf sowas kommt man oftmals in solchen Situationen nicht.
    Man ist gefesselt von dieser einen Vorstellung und versucht alles, um sie zu bestätigen, wagt es aber selber nicht, sie zu hinterfragen oder gar anzuzweifeln.

    Irgendwelche Parallelen erkennbar?


    Warum ist es Dir, Flupp, so wichtig, dass es ausgerechnet ADHS ist?


    Sind Dir von den Ärzten, die an der Diagnose zweifelten, auch Alternativen genannt worden?
    Hast Du auch andere Diagnosen bekommen oder Verdachtsdiagnosen?
    Geändert von Fliegerlein (18.06.2015 um 10:49 Uhr) Grund: Satz ergänzt

  2. #92
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Flupp hat ja geschrieben, dass es auch ADHS + was anders sein kann...

    Nur weil nicht alles in das Bild einer ADHS passt, heißt es ja nicht, dass ADHS eine falsche Diagnose wäre, sondern dass da einfach noch was anderes (ZUSÄTZLICH) da sein könnte...

    ADHS und Asperger zum Beispiel beißt sich ja auch in gewissen Punkten.
    Zum einen das chaotische Denken und zum anderen das pedantisch sein...

    Ich liebe es, wenn ich meine Stifte der Größe nach sortieren kann... wenn ich irgend einen Schreibkram mache, hat alles seinen Platz (will nicht wissen, was die Leute denken, wenn ich draußen auf der Verande sitze und meine Stifte feinsäuberlich aufreihe, bevor ich anfange zu "arbeiten"...).
    Auf der anderen Seite verlier ich meine Schlüssel (sogar dann, wenn sie an der Stelle liegen, wo ich sie hingelegt habe) und mein Zimmer sieht an manchen Ecken aus wie ne "kleine Müllkippe" (im übertragenen Sinne), ohne das mich diese Art von Chaos tatsächlich stört.

    Mich stört es, wenn Bilder schief hängen oder ich nicht auf meinen gewohnten Platz sitzen darf.
    Gleichzeitig hab ich aber kein Problem damit, dass meine Bücher nur wenig sortiert sind (bzw. ein sortieren nicht lang anhält ).

    Wutanfälle kommen sowohl bei ADS als auch bei Asperger vor.

    Ich finde, wenn es mehrere Verdachtsdiagnosen auf einmal gibt, sollte man wirklich überlegen, ob es tatsächlich eine Anhäufung von einzelnen Anteilen ist, oder doch nur ein Zusammenspiel verschiedener großer Störungsbilder...

    Denn ich habe den Eindruck, du drehst dir unsere Worte so hin, dass sie zu deinem Erleben passen.
    Passt zu ADS: man ist schnell von etwas zu beeindrucken/begeistern...

    Nur, weil jeder etwas individuell erlebt, heißt es nicht, dass jegliche Gemeinsamkeit verloren geht dabei...

    Ich bin keine Expertin und eigentlich auch kein "ständig-dagegen-reden" -Mensch, aber ich hab immer so diesen Drang alles so offen wie möglich zu betrachten, denn nur, weil man es selbst so nicht kennt, kann es trotzdem da sein.

    Darum heißt es ja auch "Spektrum", weil es ein kompleeeeeeeeeeeeeeeeexes thema ist...

  3. #93
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hotaru schreibt:
    Flupp hat ja geschrieben, dass es auch ADHS + was anders sein kann...
    Das ist richtig, aber hatten wir ja auch schon etliche Male und von mehreren Seiten, da hat Pilzi ja vollkommen recht ...
    Auch ADHS in Kombi mit ASS und und und ...


    Hotaru schreibt:
    Passt zu ADS: man ist schnell von etwas zu beeindrucken/begeistern...
    Da stimme ich zu, allerdings mit Einschränkungen.
    Die meisten ADS'ler, die ich kenne und von denen ich gelesen habe, reagieren eher gegenteilig und können sich eben nicht vorstellen, dass sie von ADHS betroffen sind, eben wegen der verzerrten Wahrnehmung.

    EDIT:
    Es geht ja nicht darum, das wir das alles anzweifeln, aber wir wissen eben auch nicht mehr, was wir noch schreiben sollen, denn alles, was wir schreiben, scheint nicht richtig zu sein, bzw. wird so zurechtgebogen, dass es in Flupps Bild passt.

    Auch wollen wir keine Überzeugsarbeit leisten, es hat sich nur einfach eine Ratlosigeit breit gemacht, weil einfach irgendwie nichts in Einklang zu bringen ist
    Geändert von Fliegerlein (18.06.2015 um 11:39 Uhr) Grund: Nachtrag zugefügt

  4. #94
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hotaru schreibt:
    Flupp hat ja geschrieben, dass es auch ADHS + was anders sein kann...

    Nur weil nicht alles in das Bild einer ADHS passt, heißt es ja nicht, dass ADHS eine falsche Diagnose wäre, sondern dass da einfach noch was anderes (ZUSÄTZLICH) da sein könnte...

    ADHS und Asperger zum Beispiel beißt sich ja auch in gewissen Punkten.
    Zum einen das chaotische Denken und zum anderen das pedantisch sein...

    Ich liebe es, wenn ich meine Stifte der Größe nach sortieren kann... wenn ich irgend einen Schreibkram mache, hat alles seinen Platz (will nicht wissen, was die Leute denken, wenn ich draußen auf der Verande sitze und meine Stifte feinsäuberlich aufreihe, bevor ich anfange zu "arbeiten"...).
    Auf der anderen Seite verlier ich meine Schlüssel (sogar dann, wenn sie an der Stelle liegen, wo ich sie hingelegt habe) und mein Zimmer sieht an manchen Ecken aus wie ne "kleine Müllkippe" (im übertragenen Sinne), ohne das mich diese Art von Chaos tatsächlich stört.

    Mich stört es, wenn Bilder schief hängen oder ich nicht auf meinen gewohnten Platz sitzen darf.
    Gleichzeitig hab ich aber kein Problem damit, dass meine Bücher nur wenig sortiert sind (bzw. ein sortieren nicht lang anhält ).

    Wutanfälle kommen sowohl bei ADS als auch bei Asperger vor.

    Ich finde, wenn es mehrere Verdachtsdiagnosen auf einmal gibt, sollte man wirklich überlegen, ob es tatsächlich eine Anhäufung von einzelnen Anteilen ist, oder doch nur ein Zusammenspiel verschiedener großer Störungsbilder...



    Passt zu ADS: man ist schnell von etwas zu beeindrucken/begeistern...

    Nur, weil jeder etwas individuell erlebt, heißt es nicht, dass jegliche Gemeinsamkeit verloren geht dabei...

    Ich bin keine Expertin und eigentlich auch kein "ständig-dagegen-reden" -Mensch, aber ich hab immer so diesen Drang alles so offen wie möglich zu betrachten, denn nur, weil man es selbst so nicht kennt, kann es trotzdem da sein.

    Darum heißt es ja auch "Spektrum", weil es ein kompleeeeeeeeeeeeeeeeexes thema ist...
    Oh, liebe Hotaru! Danke, danke, danke!!!
    Wie gut mir deine Worte jetzt tun!!! Das berührt mich so (sind bei mir immer "nur" 1-2 Sekunden kleine "Anfälle" von Überwältigung mit fast-losheulen-vor-Glück [oder was auch immer das für ein Gefühl ist (weiß es nicht genau)]).

    Ich schreibe gerade an der Antwort an Fliegenpilz und Fliegerlein, aber dafür brauche ich wieder einige Stunden. Bisher habe ich davon lediglich eine kurze "themenferne" Einleitung fertiggestellt, damit ihr wisst "was bei mir gestern Abend los war":



    Uff. Konnte gestern Abend/Nacht nicht mehr antworten. Hatte, mit Smartphone im Cafe sitzend, Fliegenpilz´s Beitrag gelesen. Leider kam (ausgerechnet gestern) zufällig mein bereits angetrunkener Halbbruder hinzu, der sich im Cafe dann alkohol-technisch den Rest gab, dabei laut mit seinen vielen Bettgeschichten rumprahlte, und mich zwischendrin immer wieder mit seinen Weisheiten beglückte, welche mit "Du musst einfach nur Spaß haben!" bereits auf den Nenner gebracht sind. Zudem ein Bekannter (mind. zwei Bier) eines mir lieben Menschen (welcher zuhören kann, und der mich -auch- deshalb sehr gut verstehen kann weil auch er eine Freundin mit starken psychischen Problemen hatte) -den ich bisher nur drei Mal gesehen habe... und der dann allerdings "erstaunlich" (obwohl: den hatte ich bereits vorher schon so eingeschätzt) sauer auf mich geworden ist, weil ich nicht einsehen wollte dass sich meine psychischen Probleme, anstatt mit Ritalin, durch die Glückshormone von Sport treiben (er empfiehlt Jogging) loswerden könnte (und außerdem solle ich über das Thema auch gar nicht mehr reden [dabei hatte ich nur kurz mit meinem lieben Bekannten darüber gesprochen - der sich erfreut über meine guten Fortschritte geäußert hatte]). Uff (!!). Alles zusammen war gestern Abend ein bisschen Overkill für mich, hat mich traurig gemacht und ziemlich runtergezogen. Zu Hause hatte ich erst nach drei Stunden (inkl. Kopfschmerzen) genug emotionalen Abstand von allem bekommen - dann wars allerdings "4-Uhr-noch-was", und ich sah mich außerstande eine Antwort zu schreiben.


    Viele liebe Grüße!
    Flupp

    P.S.: Wie bereits (seit ungefähr sechs Tagen) eingeplant, fahre ich heute Abend zum ADHS & Asperger-Vortrag nach Mainz:
    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-er...-06-mainz.html


    P.S.: Seit letzter Nacht ahne ich, warum bei mir zwei Beziehungen erst gar nicht zustande kamen - obwohl die Frauen mich auf gleiche Art angeschaut hatten wie in all den Filmen, bei den Szenen wo Mann und Frau sich gegenüber stehen und anschauen: In den meisten Fällen konnte ich überhaupt nicht einschätzen, ob Sie ihm nun
    a.) eine reinhaut (oder bespuckt oder in die Eier tritt), oder...
    b.) ihn leidenschaftlich küsst, und umgehend mit ihm ins Bett hüpft

    Hatte vergangene Nacht dann noch den Online-Test auf http://www.alexithymie.com/ gemacht:
    Ergebnis: 120 Punkte: "Du zeigst starke Anzeichen von Alexithymie.".
    Geändert von Flupp (18.06.2015 um 14:08 Uhr) Grund: Schreibfehler

  5. #95
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Ich kann die Ratlosigkeit durchaus nachvollziehen. Ich kann selber auch nicht einschätzen, in welche Richtung es geht.

    Da wir ja alle keine allgemeinen Fachleute sind und keine Diagnose stellen müssen/können/dürfen, find ich das auch gar nicht schlimm, wenn man nicht weiter kommt.

    Am Ende kann man eh nur versuchen die Probleme individuell angepasst so in den Griff zu bekommen, dass sie einem eben nicht das Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist

    Die meisten ADS'ler, die ich kenne und von denen ich gelesen habe, reagieren eher gegenteilig und können sich eben nicht vorstellen, dass sie von ADHS betroffen sind, eben wegen der verzerrten Wahrnehmung.
    Da hab ich den Vorteil, auch andere zu kennen, die sich eben schon auch vorstellen können, ADS zu haben.
    Eigentlich reicht da ein Blick hier ins Forum. Es gibt so viele Elternteile, die nach der Diagnose eines der Kinder auch Ähnlichkeiten bei sich selbst sehen.

    Grundsätzlich neigt der Mensch erst mal dazu zu sagen: Ne, ich doch nicht...

    Egal, um was es geht. Ist ein ganz normaler Prozess: Leugnen/Verdrängen... Bei den einen dauert das länger, andere sind schon früher einen Schritt weiter.

    Eine ehemalige Arbeitskollegin hat relativ sofort die Parallele zwischen ihrem ADS-Sohn und sich selbst erkannt und war mehr erleichtert und froh drüber, als dass sie es verleugnet hat.

    Jeder Mensch geht da anders mit um. Die einen sehen es als Bürde (man ist ja dann "Krank" und unter Umständen bleibt das das Leben lang so und man ist da jetzt dann gefangen etc pp.), die anderen als Erleichterung (man weiß jetzt, dass man "nur" ne Störung hat und eben nicht das Größte Scheusal der Nation ist (übertrieben dargestellt) )


    Ich frag jetzt einfach mal in den Raum:

    Welche Art von Hilfestellung ist hier eigentlich erfragt?

    Wenns darum geht, was die Einschätzung ist:
    So genau kann man das hier nicht sagen, weil man viel zu viel nicht weiß und unter Umständen wichtige Faktoren dadurch gar nicht berücksichtigen kann. Außerdem ist man hier ja eher Betroffener mit individuellen Erfahrungswerten als psychologische Fachkraft, die umfangreicheres Wissen in Sachen diverser Störungsbilder hat.

    Ein Satz eines ehemaligen Freundes (den ich eigentlich lieber vergessen würde, also den Freund, nicht den Satz):

    "Alles kann, nichts muss...."

    Satz meiner Thera: "Ich mag Diagnosen nicht. Zehn verschiedene Ärzte können tausend verschiedene Diagnosen stellen und am Ende weiß man gar nicht mehr, was Sache ist."

    sind bei mir immer "nur" 1-2 Sekunden kleine "Anfälle" von Überwältigung mit fast-losheulen-vor-Glück [oder was auch immer das für ein Gefühl ist
    Kenn ich

  6. #96
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Hotaru schreibt:
    Ich frag jetzt einfach mal in den Raum:

    Welche Art von Hilfestellung ist hier eigentlich erfragt?
    Ich versuch's mal mit 'ner Kurzfassung (ausgerechnet Ich )


    Im Kern gings darum, dass Flupp von 2 Ärzten keine oder nur eine grenzwertige ADHS- Diagnose erhalten hat, aufgrund seiner monatelangen Recherchen aber immer wieder auf den Punkt kommt, dass es ADHS sein müsste.
    Einer der Ärzte sieht seine Probleme eher in einer Hochbegabung.

    Also berichtet er hier im Thread von sich und seinen Problemen und wahrgenommen Symptomen und davon, dass MPH ihm hilft (40mg unretardiert), eine 2-jährige Gruppentherapie dagegen nicht geholfen hat, mit dem Ergebnis, dass die meisten ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass das alles eher grenzwertig oder eben nicht auf einen ADHS'ler zutreffend ist, zumindest aber in der Tat einfach nicht oder nicht klar zugeordnet werden kann.

    Klar, Diagnosen kann hier keiner stellen, Fachleute sind wir hier auch nicht oder vielleicht allenfalls begrenzt (mit Ausnahme Pilzi, die ich da schon als Fachleut einstufe).

    Aber alles in allem ist es hier sehr schwer, eine klare Aussage zu treffen, so sehr Flupp sich das auch wünscht, was ich sehr verständlich finde.

    Neben weitgehenden Erklärungen zur ADHS-Symptomatik kamen natürlich auch weitere Hinweise auf andere Diagnosen auf, sowohl anstatt einer ADHs, als auch in Verbindung mit einer ADHS.
    Aber so recht passt das nicht.

    Das Ganze hier ist eine ganz schwere Nummer, denn letztlich wünscht Flupp sich Antworten auf seine Problematik, allerdings deutlich bezogen darauf, dass es ADHS sein müsse, was ja auch dahingehend korrekt zu sein scheine, als die Medikation deutliche Wirkung zeigt, die aber wiederum in einem von der Dosierung her grenzwertigen Bereich liegt, so dass das selbe auch bei einem Nichtbetroffenen zutreffen kann, denn auch da hat eine stimulanz ja eine Wirkung.

    Der Kern der Sache ist also, dass die Hilfestellung in Form einer Bestätigung für eine vorhandene ADHS gefragt ist, die aber aufgrund der Schilderungen keiner geben kann.

    Logo, es kann eine ADHS in Verbindung mit anderen komorbiden Störungen sein, aber auch das passt irgendwie nicht.

    ADHS und Asperger wäre naheliegend ... aber irgendwie eben auch nicht ... wirklich sehr schwer.
    Der Haken ist, dass jede auch noch so ausführliche Erklärung einfach keine anderen Ergebnisse herbeiführt.

  7. #97
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    *bibbernd umguck*

    Ich werfe mal vorsichtig ein,dass ich beim Lesen den Eindruck gewinne,es könnte sich grad nicht nur eine Person im Hyperfocus auf Teilaspekte befinden...


    Ja,die Selbstwahrnehmung ist defizitär,aber doch nicht gar nicht vorhanden?

    Und,wie stark eingeschränkt und in welchen Bereichen am meisten blinde Fleckchen(oder auch schwarze Wahrnehmungslöcher )liegen,dürfte auch nochmal von Mensch zu Mensch und je nach Alter unterschiedlich sein.

    Zu unterscheiden wäre wohl auch noch die bloße Einsicht von der Fähigkeit,diese dann auch nutzbringend zu verwenden,oder?

    Soweit mir bekannt ist,fällt die Emotionswahrnehmung ebenfalls in den Bereich der Selbstwahrnehmung.

    Und ich habe gerade(wann genau,keine Ahnung) bei...äh,,ich glaub das war Hallowell,gelesen:
    "Wenn ich wissen will,wie's mir geht,frag' ich meine Frau."

    Offensichtlich widerspricht diese Aussage und auch viele andere,von Neuhaus meine ich,nur als Beispiel,dee These,ADHS'ler wüssten immer gaanz genau,was sie gerade fühlen.

    Sie bewegen sich ja gewöhnlich nicht,wie bei manchen PS,ständig und ausschließlich in Extremen,sondern schießen öfter mal irgendwie...übers Ziel hinaus und können sich dann nicht bremsen,weil die Distanz zur Emotion per Selbstberuhigung nicht hergestellt werden kann.

    Das was Flupp da an Grundempfinden beschreibt,klingt für mich nun auch eher nach einer ASS,aber nichts desto trotz,gibt es das Problem in abgeschwächter Form offenbar auch bei ADHS.

    Erfahrungswerte sind was Schönes,nur sind wir,gerade als oftmals recht spät diagnostizierte Erwachsene,nicht ganz frei von störenden Faktoren,die die gesamte Therapie,inkl.Medikamentenwirk ung,beeinflussen können.

    Das,was Flupp beschreibt,gehört weiter abgeklärt-durchaus auch bzgl.der Einzeldosis,Euphorie etcpp.,da trau ich mich jetzt gar nicht,irgendetwas zu zu schreiben.

    So,nun dürft Ihr mich hauen...(bitte nicht)

    Edit: die Person mit Teilaspekthyperfokussierung könnte auch ich sein...fällt mir nach dem Lesen von Fliegerleins Text gerade auf...

    Danke
    Also,nicht von mir stören lassen,einfach ignorieren
    Geändert von luftkopf33 (18.06.2015 um 13:33 Uhr)

  8. #98
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Luftkopf: Du wirst hier nicht gehauen, höchstens gebissen Spaaaß

    Ich find das ganz gut... Manchmal wird man "betriebsblind" (ich liebe dieses Wort irgendwie ) und braucht dann jemanden, der einen darauf hinweist...

    Das Ganze hier ist eine ganz schwere Nummer
    Jupp, das ist das Problem, wenn mehrere Sachen übereinanderlappen... erinnert mich an Weihnachtslichterketten, die nicht ordentlich aufgeräumt wurden und kurz vor Weihnachten dann als Ball-gewusel zum Vorschein kommen... Bis man da das Ende Erreicht hat, vergehen gefühlte Ewigkeiten

    Das stammt jetzt zwar aus nem gaaanz anderen Genre, aber ich hab in einem Bereich meines Lebens gelernt, dass es viel zu viel Kraft kostet, sich in eine Schublade zu stecken... Kraft, die man darin investieren könnte, die Probleme tatsächlich anzugehen (und sei es nur gedanklich...).

    sauer auf mich geworden ist, weil ich nicht einsehen wollte dass sich meine psychischen Probleme, anstatt mit Ritalin, durch die Glückshormone von Sport treiben (er empfiehlt Jogging) loswerden könnte (und außerdem solle ich über das Thema auch gar nicht mehr reden
    Ich grinse gerade in mich rein Aber nicht, weil ich schadenfroh bin oder so, sondern weil das auch so typisch Mensch ist
    Ich würd mal sagen, dieser Mensch hat insgesamt genug von dem Thema psychische Probleme... dass er so reagiert liegt also nicht an dir, Flupp, sondern dass er sich da quasi in einem "Overload" befindet, was dieses eine Thema betrifft. Da ist quasi jedes weitere Gespräch wie der Tropfen Wasser, der das Fass zum Überlaufen bringt...

    (Fremdeinschätzung aus weiter ferne und ohne den Menschen zu kennen... kann auch vollkommen daneben liegen und er gehört eher zu denen, die psychische Probleme als unwichtig anerkennen (oder sogar als nicht-existend)... ich denk aber eher in die richtung: ich hab Freizeit, da will ich mich nicht schon wieder mit dem Thema rumärgern... wie, wenn ne Reinigungskraft nach Hause kommt und dann gezwungen wird, sich nen Vortrag über Putzmittel un Co anzuhören... ne, will man da dann nicht mehr...)

    P.S.: Wenn mir das passiert, bin ich auch gekränkt... aus der Ferne kann ich das dann wieder nüchterner betrachten...

    Ach so, Sport soll wirklich gut sein (hab ich gehört). Gut gegen innere Unruhe, gegen stress,... Gilt auch für nicht-ADS-ler... Außerdem ist man in der Zeit mal auf was anderes fokussiert und man kann nicht mehr so in sich reinhorchen...

  9. #99
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Flupp schreibt:
    Ich schreibe gerade an der Antwort an Fliegenpilz und Fliegerlein, aber dafür brauche ich wieder einige Stunden.
    Du betreibst einen außerordentlich beeindruckenden Aufwand, aber:
    Warum eigentlich?
    Aus welchem Grund ist es für Dich so wichtig, dass wir glauben, dass Du ADHS hast?
    Was bringt Dir das?

    Unsere Ansichten und Meinungen sind doch letztlich vollkommen irrelevant, ohne jede Aussagekraft.
    Was würde sich für Dich ändern, wenn wir Dir sagen würden/ davon überzeugt wären, dass Du ADHS hast?

    Flupp schreibt:
    Hatte vergangene Nacht dann noch den Online-Test auf http://www.alexithymie.com/ gemacht:
    Ergebnis: 120 Punkte: "Du zeigst starke Anzeichen von Alexithymie.".
    Jo, ...
    Es ist ein interessanter Effekt, dass man selbst sich in allen möglichen Dingen und Diagnosen wiederfindet.
    Dafür gibt es ja die Fachleute, die das differenzieren sollen.

    Hast Du auch schon mal in den Bereich der Persönlichkeitsstörungen hineingeschnuppert?
    Und dort die eine oder andere Beschreibung gelesen, in welcher Du Dich wieder finden kannst?

  10. #100
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 445

    AW: Überraschende Diagnose: Kein ADHS / Wirkung MPH jedoch ADHS-typisch enorm!

    Ich hab heut aus Jux versucht den Test zu machen... musste aber aufgeben, weil ich die Fragen irgendwie nicht "verstanden" hab...

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