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Diskutiere im Thema Wo kriege ich fachliche Hilfe her? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 2

    Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Hallo!

    Mh, ich weiß nicht genau, wie weit ich ausholen will, ohne es gleichzeitig zu unübersichtlich zu gestalten, daher stellt einfach Fragen, wenn sie aufkommen, falls mein Text nicht genug erklärt.

    Ich bin seit drei Jahren in Behandlung wegen Depression und nehme auch ein Medikament. Meine Psychologin hat immer wieder den Verdacht geäußert, dass ich ADS haben könnte. Zuerst erschien es mir seltsam und ich habe abgewunken. Aber dann kamen doch Gedanken und Erinnerungen auf, die mich Zweifeln ließen. Ich war auch früher schon (in 5 Jahren) aufgrund verschiedener Gründe bei mehreren Psychologen für eine Weile gewesen und es kamen jedes Mal Fragen, die wohl ADS abklappern sollten (bezüglich Konzentration). Ich verneinte jedes Mal schnell. Hatte auch schon mit meinem Vater drüber geredet und er kann es sich gar nicht vorstellen.

    Nun ja, meine jetzige Psychologin hat selber jemanden in der engsten Familie mit ADS und ist fachlich nicht darauf spezialisiert, weshalb sie mir keine Diagnose stellen kann, aber eben als Privatperson damit gut vertraut. Und hat auch die Befürchtung, dass ADS in die Depression reinspielen kann.

    Ich war, v.a. wegen des Verschreibens von Antidepressiva, auch bei Psychatern und habe dort mal ADS angesprochen. Als sie gehört haben, dass ich einigermaßen erfolgreich studiere haben beide (unabhängig voneinander, da ich sie nacheinander besuchte) mir einen Schnelltest mit ca 12 Fragen zum antworten gegeben und meinten von Vornherein, dass sie äußerst skeptisch seien, da ich ja sogar meinen Namen im Formular geschrieben habe, was äußerst untypisch sei. Bei den Schnelltests erging es mir so, dass ich die direkten Fragen verneinen musste (ich vergesse keine Termine), sie nur ein bisschen anders aber sofort bejahen könnte (dafür verwechsel ich die Uhrzeiten und komme somit zu einer völlig anderen Zeit, entweder zu früh oder zu spät). Das zählte für die aber nicht und durch meine Fähigkeit zu studieren fiel ich schon alleine deswegen für sie durch.
    Mittlerweile glaube ich jedoch immer mehr, dass es möglich sei, dass ich ADS haben könnte. Und gerade weil ich eine Depression habe, wäre es mir wichtig eine genaue Untersuchung zu machen, damit ich nicht falsch therapiert werden. Der eine Psychater fragte mich dann auch nur, ob er mir dann Medikamente verschreiben solle. ALs ich meinte, dass mich Therapien ohne Medikamente mehr interessieren, ich aber nichtmal wüsste, ob so etwas existiere, winkte er ab.
    Er wurde mir von dem Zentrum der Charité vorgeschlagen. Dort gab es, wenn ich nachguckte, nie freie Plätze oder auch nur eine Warteliste, sondern es war immer ausgebucht.

    Ich mag mein Studium, habe aber viele Probleme mit dem Arbeiten dafür und wünsche mir sehr, dass ich einigermaßen gesund vor allem durch die Masterarbeit kommen kann. Wenn ich auch nur zwei Monate am Schreibtisch verbringe bin ich danach einfach kein Mensch mehr und zwei Monate reichen für die Masterarbeit ja nicht mal ansatzweise. Sollte es für mich eine Hilfe geben, will ich sie haben. Ich bin total verunsichert, denn da mich die Psychater so rundweg ablehnten und meine Psychologin meint, dass ich ADS haben könnte, macht es mir nicht einfacher.
    Suchen im Internet ergaben immer nur Tabellen mit ADS im Erwachsenenalter, nach denen man Abhängigkeiten hat (habe ich nicht) und sowieso einen beruflich sehr steinigen Lebenslauf. Auf dem Papier sieht mein Lebenslauf dagegen relativ stringent aus. Was aber auch oft Glück war und wo viel Schweiß, Angst und Tränen hinterstehen.

    Ich weiß, dass es Monate oder Jahre dauern kann, bis eine (wenn benötigte) Therapie mal richtig anläuft. Aber das ist mir lieber als mein jetziges Chaos.
    Bitte gebt mir Tipps, wie ich vorgehen kann um an eine gute Diagnostikmöglichkeit zu kommen oder brauchbare Adressen (bestenfalls in Berlin und Umgebung). Und es geht um ADS, ich habe mit Hyperaktivität nichts am Hut und wünsche mir daher auch Fachmenschen, die den Unterschied kennen.

    Ach so, und falls das hier das falsche Forum ist, verschiebt es bitte.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Die Liste von der Charité hat eigentlich sehr gute Ärzte, die sich auch damit auskennen. Ein Arzt der sich mit ADHS auskennt, kennt sich auch mit, wie du es nennst, ADS aus. Denn die offizielle Diagnose ist immer ADHS mit einem jeweiligen Subtyp.


    Die Charite hat leider derzeit keine der beiden Stellen besetzt. Hast du denn noch andere Ärzte auf der Liste? Weiß denn deine Psychologin keinen? Wir dürfen hier öffentlich keine Namen nennen, Termine sind auch sehr rar bei allen, aber ich würde mich einfach durchtelefonieren.


    Bis dahin würde ich in der Therapie die vorhandenen Probleme ansprechen, denn eine ganz spezielle ADHS-TherPie gibt es nicht. Es wird eine Verhaltenstherapie empfohlen, manchen hilft aber auch eine Gesprächstherapie. Wichtig ist doch das deine aktuellen Probleme angegangen werden, bestimmte Empfehlungen oder Übungen von Therapeuten können da schon helfen.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Danke.

    Dem Arzt kann ich auch aus anderen Gründen mittlerweile nicht vertrauen und erhoffe mir von Anfang an mehr als einen 5-Minütigen Schnelltest.
    Ich habe die Liste leider nicht mehr und meine Therapeutin kennt keine dafür spezialisierten Ärzte.
    Dank für den Hinweis mit den Subtypen!

    Kann ich denn eine Liste von Adressen als Private Nachricht erhalten?
    Auf lange Wartezeiten stelle ich mich ja auch ein und es wäre auch völlig ok, wenn nach einer Diagnose nochmal Wartezeiten kommen. Denn wenn die (ernsthafte) Diagnose negativ ist, ist eine weitere Behandlung ja auch unnötig.
    Ich finde den Zweifel momentan nur furchtbar. Seit drei Jahren nehme ich Medikamente gegen Depressionen und es ist noch kein Ende in Sicht. Ich hatte es kurzzeitig ohne ausprobiert, aber das ging total in die Hose und hat mich sehr viel Kraft gekostet. Wenn ich wüsste, dass da noch mehr reinspielt und meine Therapie angepasst werden würde, ist das ein Hoffnungsschimmer.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Du bist nicht freigeschaltet für PN. Lies mal die Communitiyregeln, da steht alles dazu.

    Wie gesagt, die Psychotherapie kannst du selber anpassen, indem du aktuelle Themen ansprichst und darum bittest dir Skills oder Methoden zu eröffnen, mit denen du diese zumindest erleichtern kannst.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Das könnte gut ADHS sein. Ich kann nicht einmal etwas lesen oder etwas durchdenken, vergesse aber nie Termine und bin immer pünktlich, da ich gut mit Zeiträumen umgehen kann und mir Termine immer einfallen. Klischeefragebogen floppen eben im Einzelfall.

    Allerdings, so wie ich das herauslese sind die Probleme, die ADHS bei Dir verursacht eben nicht durch Psychotherapie behandelbar.
    ADHS führt zu einem kognetiven Funktionsdefizit, ist eine neurobiologisches Funktionsstörung und diese Funktionen werden durch entsprechende Psychopharmaka erst ermöglicht, wie aktiviert.

  6. #6
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    lill schreibt:
    [ich] habe dort mal ADS angesprochen. Als sie gehört haben, dass ich einigermaßen erfolgreich studiere haben beide (unabhängig voneinander, da ich sie nacheinander besuchte) mir einen Schnelltest mit ca 12 Fragen zum antworten gegeben und meinten von Vornherein, dass sie äußerst skeptisch seien, da ich ja sogar meinen Namen im Formular geschrieben habe, was äußerst untypisch sei.
    Wenn ich also meinen Namen in ein Formular schreiben kann, habe ich kein ADHS?

    Cool!

    Das ist so traurig, dass es schon wieder lustig ist.


    Sehe ich das richtig? Du hast bereits eine Diagnose bekommen? Kann dir der von dir aufgesuchte Arzt also einen Arztbrief mit der ICD-Nummer (F90.0) an deinen Hausarzt schicken?

    Nun ist es wichtig, dass du erst einmal eine ordentliche Diagnostik durchläufst. Ich nehme an, dass du in Berlin wohnst. Da ist die Charité als Medizinisches Versorgungszentrum die erste Anlaufstelle. Ich lese aber sehr oft, dass die Charité keine neuen Patienten mehr aufnimmt.

    Es gibt aber eine Reihe von niedergelassenen Ärzten (Psychiatern und Neurologen) die auf Kassenabrechnung eine Diagnostik anbieten. Die Wartezeit ist bundesweit aber sehr hoch. Normal sind 6 Monate. Neuerdings bieten die Ärzte aber die ADHS-Diagnostik auf Privatrezept an. Ich weiß nicht, ob ich das gut heiße, auf jeden Fall hat man so die Möglichkeit, die Diagnostik früher zu machen.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Diese "ordentliche" Diagnostik kenne ich. Es sind nur mehr Fragebögen voller Klischeefragen und danach ist man so schlau wie davor.
    Jemand, der erst als Erwachsener diagnostiziert wird wurde als Kind von seinem Umfeld verkannt. Und das beweist eignetlich schon, dass wenn ich so ein Fragebogen den Eltern geben würde sie die ADHS Symptome nicht als solche bewerten würden und der Betroffene kann das noch weniger differenzieren.
    Letztenendes schaut jeder Psychiater nur auf die Grundschulzeugnisse. Wenn dort dauernd Sachen stehen wie, dass der Schüler sich dauernd ablenkt und sich nicht konzentrieren kann ist das ganze eindeutig.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Hi ,

    lill schreibt:
    Ich war, v.a. wegen des Verschreibens von Antidepressiva, auch bei Psychatern und habe dort mal ADS angesprochen. Als sie gehört haben, dass ich einigermaßen erfolgreich studiere haben beide (unabhängig voneinander, da ich sie nacheinander besuchte) mir einen Schnelltest mit ca 12 Fragen zum antworten gegeben und meinten von Vornherein, dass sie äußerst skeptisch seien, da ich ja sogar meinen Namen im Formular geschrieben habe, was äußerst untypisch sei.
    Da kann ich Steintor nur recht geben, das ist in der Tat so traurig, dass es schon fast wieder lustig ist ...

    Allerdings zugegebenermaßen mit einem kleinen Haken, dazu komm ich gleich .

    Zunächst mal sind diese 12-Fragen-Schnelltests nichts weiter als ein Screening, nicht mehr und nicht weniger.
    Eine große Aussagekraft haben sie nicht, sie dienen nur vorab, naja eben als Screening, um "mal eben schnell" einen kurzen Überblick zu verschaffen.

    Wäre das ausreichend, müsste man sich nicht die Mühe einer anschließenden, genauen Diagnostik machen, denn die ist so oder so erforderlich und aufwändig und schließt auch Differentialdiagnostiken mit ein, aus gutem Grund.

    Ein Schnelltest kann allenfalls ein "Indikator" sein, mehr nicht.
    Zumal man bei diesen Tests dann auch noch berücksichtigen muss, wer ihn macht, nämlich der Betroffene selber .

    Es gibt ja einen guten Grund, warum man lange Zeit dachte, dass eine ADHS sich mit dem Erwachsenwerden auswächst.
    Tatsächlich trifft das auch auf etwa 25% der Fälle zu, aber mehr eben auch nicht.

    Den Anschein, dass dies grundsätzlich so sein würde hatte man, weil üblicherweise bei den Tests in der Kindheit ja die Eltern befragt wurden und wenn der Betroffene volljährig war, befragt man ihn und nicht mehr die Erziehungsberechtigten, die es ja in dem Sinne nicht mehr gibt.
    Das ist in der Psychiatrie auch eine gängige Praxis und vollkommen normal, bei ADHS aber nicht.

    Denn ein Problem der ADHS ist die sich verzögert entwickelnde Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung.
    Man befragt also einen Menschen nach einer Symptomatik, die er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in der Lage ist wahrzunehmen ... paradox oder?

    Nachdem ein Forscherteam unter R. Barkley sich dann mal die Mühe gemacht hat, sämtliche zu diesem Zeitpunkt existierenden Studien zu prüfen, stieß man darauf, dass die ADHS sich exakt mit dem Zeitpunkt "wegzauberte", als man anfing, den Patienten und nicht mehr die Eltern zu befragen ...

    Also bedarf es für eine vernünftige Diagnostik immer auch einer Fremdanamnese, also der Befragung von Eltern oder anderen Angehörigen oder langjährig nahestehenden Personen.
    Einfach nach dem Schnelltest alles abzutun ist alles andere als seriös.

    Überlicherweise kann man davon ausgehen, dass die Befragung eines Patienten so ab der dritten Lebensdekade beginnt, zuverlässig zu sein aber selbst dann befragt man noch immer auch andere Personen aus seinem Umfeld.

    Ich würde wirklich empfehlen, wenn dieser Verdacht im Raum steht, das auch sauber und gründlich abklären zu lassen.

    Dazu kommt noch, dass wir es hier mit einer Spektrumsstörung zu tun haben, sie also unterschiedliche Schweregrade haben kann und zudem in einzelnen Symptomen variieren kann.

    Wo ist nun der Haken?
    Naja, der Haken ist, dass in der Tat ein abgeschlossenes oder erfolgreich laufendes Studium für ADHS-Betroffene eher eine Ausnahme ist.
    Aber eben nur eine Ausnahme und keineswegs unmöglich.
    Man kann und darf nicht einfach von einem gut laufenden Studium und einem Schnelltest die Möglichkeit einer vorliegenden ADHS ausschließen, auf keinen Fall.
    EDIT:
    Und schon gar nicht von der Fähigkeit, seinen Namen in ein Formular einzutragen .....
    Allerdings kann man durchaus bei vielen ADHS-Betroffenen anhand von Formularen ... na sagen wir "gewisse Besonderheiten" erkennen
    ADS-ler sind nicht gerade diejenigen, die besonders gut mit Formularen auskommen.
    Sie sind meist unsauber geschrieben (die typische "Sauklaue", man findet Ergänzungen, vieles ist durchgestrichen und überschrieben usw.
    Wenn ich in diesen Ankreuzfragen nicht die Antworten finde, die auf mich zutreffen, dann mach ich da auch schon mal ein eigenes Kästchen mit meiner Antwort und kreuz die dann an, da kenn ich nix.
    Formulare sind schon wirklich nicht so "unser Ding", aber auch das kann individuell verschieden sein.
    EDIT Ende


    Zugegeben, eine Depression bewirkt sehr ähnliche Symptome wie eine ADHS, aber um das abzuklären braucht es eben eine saubere Diagnose mit einer gründlichen Anamnese.
    Es hängt auch viel vom Umfeld und der äußeren Struktur ab, ob ein ADHS-Betroffener sein Studium hinbekommt oder das der Zeitpunkt ist, an dem er auffällt, weil da die Welt um ihn herum zusammenbricht und er an seinen Beeinträchtigungen in den Exekutiven Funktionen scheitert.
    Depressionen kommen auch seeehr häufig als komorbidität zu einer ADHS hinzu, also als Begleiterkrankung.

    Wenn alle Stricke reißen und die depressive Phase stark genug ist, wäre evl. auch eine Reha möglich, möglichst dann in einer Fachklinik, die eine ADHS-Station hat (da fallen mir drei auf Anhieb ein) und die machen dann auch eine gründliche Diagnose.

    Kurz OT:
    P.Milli schreibt:
    ADHS führt zu einem kognetiven Funktionsdefizit, ....
    Das ist so nicht ganz korrekt.

    ADHS führt eben gerade nicht zu kognitiven Funktionsbeeinträchtigungen!
    Kognitive Funktionen beziehen sich auf das Wissen, Verstehen und Denken eines Lebewesens [u.a. Zimbardo oder auch hier (sogar wortwörtlich) ].
    Einschränkend dazu muss allerdings angemerkt werden, dass mitunter auch die Wahrnehmung unter die kognitiven Fähigkeiten gezählt wird, inwiefern die Selbstwahrnehmung da dann nun mit hineinfällt, kann ich aus dem Kopf nicht sagen.

    Um nochmal Barkley zu zitieren:
    "ADHD is not a disorder of knowledge, it never was. It's a disorder of doing, what you know"
    Auf Deutsch:
    "ADHS ist keine Störung des Wissens, und war es auch nie. Sie ist eine Störung, das, was man weiß, in die Tat umzusetzen".
    Das fällt nicht unter die kognitiven Funktionen, sondern vielmehr unter die höheren Handlungsfunktionen, also die Exekutiven Funktionen.
    Das soll keine Tintenpisserei sein, aber beides sind grundlegend unterschiedliche Dinge und wir wollen ja nun nicht, dass wir dastehen als wären wir "belämmert", was nicht der Fall ist.
    Die Intelligenzverteilung bei ADHS-Betroffenen ist identisch mit der von Nichtbetroffenen.

    Es lässt sich aber feststellen, dass hochintelligente ADHS-Betroffene offensichtlich häufig später diagnostisch auffallen, weil sie es aufgrund dieser Fertigkeiten schaffen, ihre Beeinträchtigungen länger zu kompensieren und damit auch durchaus ein Studium schaffen, das aber nur nebenbei.
    Dennoch sind ihre Kompensationsstrategien selten funktional und daher kraftzehrend, was dann wieder die Ursache für Komorbiditäten ist .... und schon dreht sich die Spirale weiter ...

    Also abklären lassen!

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 7.05.2015 um 09:16 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur /Edit zugefügt

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Wo kriege ich fachliche Hilfe her?

    Stimme Dir schon zu.
    Die ADHS Symptome befinden sich induviduell zwischen Exekutivfunktionsdefizit und Kognitivfunktionsdefiziten. Behaupte ich mal, da ich nicht überhaupt nachlesen kann was das ist und es eingrenzen tue, was diese Wörter bedeuten. Handlugnsfunktionen ist glaube ich ein neues Wort.
    Bei mir die ist Aufmerksamkeit so beeinträchtigt, dass ich weit davon entfernt bin etwas durchdenken zu können. Wie man man zwei Kühlschrankmagneten nicht aufeinander drücken vermag so kann ich nicht bei Tätigkeit in jedem Augenblick wirklich bleiben. Gleichzeitig höre ich alles ungefiltert. Schon biem TV gucken schaukele ich herum und kriege vieles nicht mit, da ich dauernd woanders bin. Aber ich höre alles.
    Aber nicht weil ich mich nicht von Interesse betrachtet beim Therma halten kann.
    Allerdings habe ich auch Exekutivfunktionsdefizite und andere Hirndefizite, die durch Stimulanzien behandelbar sind, die aber bei weiten nicht so einschränkend sind wie keine Aufmerksamkeit haben zu können.

    ADHS und eine höhere Intelligenz zu haben ist ärgerlich. Ich war sogar wegen meiner Psydoleseschwäche beim Psychologen Tests machen und selbst der konnte das ADHS nicht erkennen, da bei deutlich intelligenerten Menschen jedes Hirn-Defizit anderes wirkt wie bei den meisten.

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