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Diskutiere im Thema Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe! im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 20

    Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Hallo zusammen,

    ich werde versuchen, mich kurz zu fassen.

    Seit meiner Kindheit habe ich (m, 26) das Gefühl, dass mit mir was nicht stimmt. Es gab aber auch viel Streit in der Familie. Ab dem 4. Lebensjahr (bis 12. Lebensjahr - dann Rauswurf wegen Verhalten) ging ich auch in eine KiTa, da meine Mutter beruflich sehr eingespannt war. Meine Eltern trennten sich schon kurz nachdem ich auf die Welt kam. Ich fing schon mit 10 Jahren an, mir Gedanken über das Leben zu machen, philosophierte immer vor mich her und war/bin sehr feinfühlig (sensibel). Nebenbei war ich (ab 5. Lebensjahr) auch ein regelrechter Sportfreak (Fußball + Laufen bis ans Limit). Wenn ich Kummer hatte, habe ich mich immer körperlich verausgabt (sogar noch mehr als sonst). Das hat mir immer sehr geholfen. In der Schule war ich von Anfang verhaltensauffällig. In der Grundschule piesackte ich meine Mitschüler, was zur Folge hatte, dass die Eltern ihren Kindern Spielverbot mit mir erteilten. Auch im Unterricht rief ich ständig dazwischen, hatte so gut wie nie meine Hausaufgaben und geriet immer mit den Lehrern aneinander. Trotzdem war ich von den Noten her ein eher guter als durchschnittlicher Schüler - zumindest am Anfang. Komischerweise mochten mich die Lehrer immer alle, obwohl ich so ein Chaot war. Sie haben allesamt immer viel von mir gehalten. "Großes Potenzial..." und so. Zugleich habe ich fortan unbewusst einen hohen Leistungsanspruch entwickelt, der mir mit der Zeit immer mehr zum Verhängnis wurde... Je älter ich wurde, desto weniger wurde mein Verhalten in der Schule natürlich toleriert. Ab der 5. Klasse wurde alles schlimmer. Immer noch Ärger mit den Lehrern und Mitschülern. Meine Leistungen waren komischerweise trotzdem gut, obwohl ich mich im Unterricht selbst nie konzentrieren konnte und eigtl immer nur darauf aus war, die Aufmerksamkeit der Lehrer und Mitschüler auf mich zu ziehen. Ich war der Klassenclown.

    Auch den Lehrern fiel das natürlich auf und rieten meiner Mutter infolgedessen, mich mal auf AD(H)S testen zu lassen. Der Test war negativ (vor 16 Jahren). Also fing ich mit 11 Jahren eine Verhaltenstherapie an. 2 Jahre lang. Das half mir auch ein bisschen. Mehr aber auch nicht.

    Schulisch blieb alles unverändert. Meine Noten wurden jetzt allerdings schlechter und ich musste von der Realschule auf die Hauptschule. Dort hatte ich genau dieselben Probleme. Im Abschlussjahr konnte ich mich dann aber zumindest ein wenig zusammenreißen, sodass ich einen guten Abschluss erzielte (mit wenig bis gar keinen Aufwand). Ich wollte unbedingt auf eine weiterführende Schule, was ich dann auch tat. Es folgten 3 verschiedene Schulen (bei allen war ich super gut). Zudem Zeitpunkt war ich ungefähr 16 Jahre alt. Mein Durchhaltevermögen ließ nun immer mehr zu Wünschen übrig - alles wurde schnell langweilig. Aufgrund dessen habe ich jedes Mal wieder die Schule geschmissen. Meine Eltern waren natürlich völlig verzweifelt. Sie straften mich mit Hausarrest & Co.! Das beeindruckte mich überhaupt nicht, da ich dann manchmal sogar aus dem Fenster sprang, wenn meine Zimmertür abgeschlossen war. Hauptsache raus. Grenzen kannte ich nicht. Zu keinem Zeitpunkt (ab 5. Lebensjahr). Mit 18 bekam ich schwerste Depressionen. Es folgte eine Aufenthalt in einer Psychiatrie für Kinder und Jugendliche. 10 Wochen. Auch hier dachte man daran, dass ich evtl. überdurschnittlich intelligent sein könnte und machte einige Tests... Mit einem IQ von 108 war ich aber normal intelligent. ADHS wurde meines Wissens aber nicht noch mal getestet.

    Noch immer hatte ich den Wunsch, meinen Realschulabschluss nachzuholen. Ich hatte schließlich große Pläne. Da mich keine öffentliche Schule mehr nahm, ging ich auf eine Privatschule. Auch hier machte ich negativ auf mich aufmerksam, da ich oft schwänzte und auch sonst mal wieder der Klassenkasper war. Ärger mit den Lehrern war da natürlich vorprogrammiert. Meine schulischen Leistungen war trotz meiner Fehlzeiten (manchmal 3 Wochen am Stück) wirklich überragend. Nur 1en und 2en. Durchschnitt von 1,6 im ersten Schuljahr. Beim Elternsprechtag (mein Vater kam mit) sprachen die Lehrer schon vom Abitur und "dem großen Potenzial". Mal wieder. Naja, einige Zeit später wurde ich aufgrund meiner Fehlzeiten der Schule verwiesen. Das war's es nun endgültig.

    Ich war mittlerweile 20 Jahre alt und hatte nichts. Nur einen HS-Abschluss. Glücklicherweise war ich ab der Teenie-Zeit "ein Meister der Kommunikation", hatte gute Manieren (wenn ich wollte), war immer fröhlich und war - so blöd sich das anhört - ein echter Sympathieträger mit Charme. Man konnte mir nie so wirklich böse sein. Das wusste ich ganz genau. Mal abgesehen von den Lehrern - die taten nur ihren Job. ;-) Je älter ich wurde, desto weniger zog meine "Masche" natürlich usw.....

    Meine Problematik zusammengefasst:

    diverse Ausbildungen abgebrochen, eine Ausbildung (Werbekaufmann) erfolgreich abgeschlossen + um 1 1/2 Jahre verkürzt, bei Routine rasch gelangweilt, kein Durchhaltevermögen (in einem Jahr 6x den Job gewechselt), Sport bis zur Erschöpfung (Marathons, normal waren 17 km-Läufe), Depressionen, Angststörungen (Krankheitsängste), ständige Müdigkeit, schnell reizbar, Stimmungsschwankungen, ständiges Denken/Grübeln, nicht in der Lage ein Buch zu lesen (was passierte vorherige Seite?), innere Unruhe (Fuß muss immer bewegt werden beim Sitzen/Liegen), impulsives Handeln (erst handeln, dann denken), unzuverlässig, chaotisch, vergesslich (Schlüssel oder wichtige Briefe verlegt), beziehungsunfähig (egal wie sehr ich die Person mag, ich verliere das Interesse nach kurzer Zeit), bei Aufgaben oder Plänen anfangs sehr euphorisch und enthusiastisch + dann folgt trotzdem der Abbruch, bei Druck bessere (Arbeits)ergebnisse, alles auf den letzten Drücker erledigen, Gefühle schlecht zulassen können, schlechter Umgang mit Geld (Schulden), Laune ist aber fast nie beeinträchtigt uvm.


    Ich habe bereits 50 Sitzungen Verhaltenstherapie gemacht. Ohne Erfolg. 2x adhs Test. Positiv.

    Ritalin habe ich aber noch nicht bekommen.

    Jetzt gerade: 3. Klinikaufenthalt und 3. Test auf ADHS. Vermutung außerdem: Bipolare Störung.

    Medikation: Neuroleptika. Abgelehnt!

    Organisch wurde auch ALLES ausgeschlossen. Von Kopf bis Fuß. Sämtliche bildgebende Verfahren. Sämtliche Bluttests.




    Was soll ich bloß tun? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

    Gruß,
    Dennis
    Geändert von Brillo29 (27.04.2015 um 13:16 Uhr) Grund: Ergänzung

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Brillo29 schreibt:
    2x adhs Test. Positiv.

    Ritalin habe ich aber noch nicht bekommen.

    Jetzt gerade: 3. Klinikaufenthalt und 3. Test auf ADHS. Vermutung außerdem: Bipolare Störung.

    Medikation: Neuroleptika. Abgelehnt!
    Wer hat dich diagnostiziert und wer hat die Medikation mit Methylphenidat abgelehnt und warum? Und wer hat die Medikation mit dem Neuroleptikum abgelehnt?

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Ich würde in der Klinik gezielt nach einer geeigneten ADHS-Medikation fragen, denn wenn du die Diagnose hast, hast du auch ein Anrecht auf die empfohlene Behandlung, die eine multimodale Therapie mit Psychotherapie UND Medikamenten vorsieht. Zumindest das Antidepressivum Elontril verschafft vielen schon etwas Erleichterung, und man könnte es bei deinen zusätzlichen Depressionen ja mal in Betracht ziehen.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Das Neuroleptikum wurde mir am Freitag vom Oberarzt bei der Aufnahme verordnet. Das habe ich aber abgelehnt, da ich weder Stimmen höre noch sonst irgendwelchen Wahnvorstellungen habe. Bin völlig klar in der Birne! Meine zuständige Ärztin hat meine Entscheidung heute ebenso begrüßt und die Medis bei mir gestrichen.

    Ich habe bisher Elontril (300 mg) genommen, welches nachher aber nicht mehr gewirkt hat. Methylphenidat sollte ich bei meinem 2. Klinikaufenthalt eigtl schon bekommen, aber irgendwie haben die das nicht auf die Reihe gekriegt. Kurz darauf wurde ich entlassen.

    Verstehe bloß nicht, warum das jetzt schon wieder getestet wird, wenn das schon zweimal zuvor passiert ist und jedes Mal positiv war. ^^

    Aber ich soll nach der Diagnostik nun das Mittel der Wahl bekommen. Ich bin so gespannt, ob das hilft!

    Ich war bereits in 2 unterschiedlichen Kliniken (Psychiatrien in Hamburg). Aktuell bin ich in der 3. im Uniklinikum rechts der Isar (München). Sehr guter Ruf.
    Geändert von Brillo29 (27.04.2015 um 16:51 Uhr) Grund: Ergänzung

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Also bisher ist bei dir nur ADHS eindeutig positiv und BPS oder Depression nur eine Vermutung? Dann würde ich dir auch empfehlen, am Anfang erst einmal auf ein Mittel der Wahl zu bestehen (MPH, AMP oder Strattera).

    Neuroleptika werden auch bei Manie bei BPS eingesetzt. Da hört man keine Stimmen, sondern ist halt von sich selbst aus so drauf, dass man vieles in seinem Leben kaputt machen kann vor zuviel Energie und Tatendrang (zB haushoch verschulden im Kaufrausch). Liegt bei dir weder eine BPS noch Schizophrenie definitiv vor, würde ich auch keine Neuroleptika nehmen wollen. :-D

    Eine gründliche Diagnostik am Anfang ist gut und wichtig, damit man danach auch das richtige nimmt.

    Alles Gute dir weiterhin!

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Morning,

    BPS und Schizophrenie liegen auf keinen Fall vor. Sonst hätten die Ärzte das Neuroleptika ja nicht bei mir gestrichen. Im Übrigen muss ich morgen zum NPU-Test (kognitiv). Bin total gespannt.

    Ich habe noch mal eine Frage:

    Aktuell kann ich abends immer nicht einschlafen und liege mind. immer bis 2 Uhr in der Früh wach, bin putzmunter und wälze mich dementsprechend immer im Bett hin und her. Um 5 Uhr wache ich dann meistens schon wieder auf und bin natürlich fix und fertig. Hinzu kommt, dass ich seit Wochen ständig Hitzewallungen (besonders am Kopf) habe (ohne Fieber). Da ja alles untersucht wurde (Schilddrüse etc), weiß ich echt nicht mehr weiter.

    Kann das psychisch sein? Und diese extreme Wachheit in der Nacht durch AD(H)S verursacht werden?

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 133

    Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Hey!

    Alles kann psychisch sein ;-)

    Einschlafprobleme und Verschiebung des Biorhythmus nach hinten in die Nacht kommen häufig vor bei ADHS. Hitzewallungen können als Medikamentennebenwirkung auftreten.

    Die Stimulanzientherapie tagsüber soll aber auch die Schlafprobleme verbessern.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Extreme Schlafstörungen können von einer aktuellen Depression sein, ansonsten haben viele bei ADHS auch Schlafstörungen, aber meist nicht so extrem. Es kann sogar sein, das man dir genau dafür das Neuroleptikum verschrieben hat, Quetiapin z.B. wirkt schlaffördernd. Es gibt auch einige hier, die es niedrig dosiert für die Nacht nehmen.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    creatrice schreibt:
    wenn du die Diagnose hast, hast du auch ein Anrecht auf die empfohlene Behandlung, die eine multimodale Therapie mit Psychotherapie UND Medikamenten vorsieht.
    In der Wirklichkeit gibt es dieses Anrecht gar nicht. Ein Arzt steht auch nicht unter Druck richtig zu diagnostizieren oder wirksam zu benhandeln, außer er könnte wegen eines schweren Gesundheitsschaden oder Tötung belangt werden.
    In der Psychatrie kann man einen Gesundheitsschaden kaum beweisen, körperliche Folgeschäden blieben meist ohnehin aus und deshalb machen Psychiater auch was sie wollen, besser noch, was für sie am besten ist.
    ADHSler, die noch irgendwelche anderen Probleme haben und es dadurch etwas Risiko bedeutet diesen Stimulanzien zu verorden werden abgewiesen.
    Ebenso Depressive, die ambulant ein Antideppressiva erbeten. Da bekannt ist, dass anfangs bei Antidepressiva ein geringes Suizidrisiko sein kann verweigern mittlerweile einige Psychiater diese auch ambulant.
    Man muss eben falls man wirklich eine Behandlung braucht diesen mit allen möglichen Mitteln erzwingen.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 230

    AW: Ich weiß nicht mehr weiter... Hilfe!

    Da kann ich P.Milli uneingeschränkt nur Recht geben!

    Und dann muss man die lange Wartezeiten noch bedenken. Und wenn man dran kommt, weiß man gar nicht ob man behandelt wird. Oftmals kommt man nach so einem Psychiater-Besuch gefährdeter wieder heraus. Manchmal sieht man keinen Ausweg mehr.

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