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Diskutiere im Thema Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    lost_inside schreibt:

    Übrigens würde ich schon sagen, dass die Stigmatisierung von BPD heftiger ist als bei ADHS. Zum einen in Beziehungsfragen, wo Borderliner ja zum Teil als das personifizierte Böse dargestellt werden. .
    Stimmt. Bin aber eh beziehungsunfähig.

    Und es treffen auf mich tatsächlich viel mehr Borderline-Kriterien als ADHS

    ADHS:


    • Subjektiv zu geringes Leistungsvermögen - nein, bemessen an die anderen liege ich im Durchschnittefeld
    • Vergesslichkeit bzw. Verlegen von Dingen - ja
    • Probleme in der Organisation bzw. Bewältigung von gleichzeitig mehreren Aufgabe - teilweise, schaffe ich aber immer
    • Impulsivität in mehreren Bereichen - ja, aber mit den Jahren habe ich mir vieles abtrainiert
    • Extreme Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit von äußeren Faktoren - ja, mit Problemen im Nacken arbeite ich schlechter
    • Intoleranz von Langeweile und fehlende Entspannungsfähigkeit - definitiv nein
    • Fehlende Motivation für Alltagstätigkeiten und geringe Ausdauer bei monotonen Beschäftigungen - definitiv nein, monotone Beschäftigungen sind für mich ein Segen, da kann ich kein Fehler machen und muss keine Entschedungen treffen
    • Motorische oder starke innere Unruhe - motorisch auf keinen Fall, innere - situationsabhängig

    Ich verspäte mich nie, Kaffe putscht mich auf, ich bin nicht Zeitblind
    Ich bin geräuschempfindllich, kann ausrasten, wenn jemand im Bus sein Hiphop laut hört (bei Metall sieht es aber anders aus) und stelle dann die Person zu Rede.
    Kein Schulabbruche, alles, was ich angefangen habe, brachte ich auch zum passablen Ende (auch wenn ich keinen Sinn daran sah)
    Die Ausnahme ist die Krankenpflegeschule, als es sich herausgestellt hat, ich habe mein Eckelgefühl nicht unter Kontrolle und extrem abmagere, musste ich abbrechen. Meine Leistungen liegen in vielen Fächer (außer Naturwissenschaften) in oberen Bereich, ich kann mich zwar schlecht zwingen, zu Hause zu lernen (bin leicht ablenkbar), es reicht aber immer das, was ich im Unterricht gehört habe.

    Borderline


    • Unbeständige und unangemessen intensive zwischenmenschliche Beziehungen - teilweise
    • Impulsivität bei potentiell selbstzerstörerischen Verhaltensweisen - ja, früher sogar extrem stark ausgeprägt
    • Starke Stimmungsschwankungen - ja
    • Häufige und unangemessene Zornausbrüche - ja
    • Selbstverletzungen und Suiziddrohungen/ -versuche - Selbstverletzungen -ja, Suizidandrohungen - selten, Selbstmordversuche - nie
    • Fehlen eines klaren Ichidentitätsgefühl - ja
    • Chronische Gefühle von Leere und Langeweile - nein
    • Verzweifelte Bemühungen, die reale oder eingebildete Angst vor dem Verlassenwerden zu vermeiden - ja, durch die Beziehungslösigkeit
    • Streßabhängige paranoide Phantasien oder schwere dissoziative Symptome - ja, wenn die Situation mich an die damals in die Schule errinert


    Es spricht einfach viel mehr für die Borderline und ich tuh mir anscheinend keinen Gefallen, wenn ich aus dem Angst von Stigmatisierung in eine ADHS-Diagnose flüchte

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Felis schreibt:
    Es spricht einfach viel mehr für die Borderline und ich tuh mir anscheinend keinen Gefallen, wenn ich aus dem Angst von Stigmatisierung in eine ADHS-Diagnose flüchte
    Das sollte niemals der Grund sein, um in eine Diagnose zu flüchten, genauso wie man niemals in eine Diagnose flüchten sollte.

    Wichtig ist, dass man die richtige Diagnose bekommt, nur das zählt und wenn es bei Dir Borderline ohne ADHS ist, dann ist das auch vollkommen ok.

    Wenn die Diagnose und die daraus folgende Behandlung Linderung und Besserung schafft, ist alles erreicht, was erreicht weden kann und das ist auch gut so.

    Was man aber immer bedenken sollte ist, dass man mit der Selbsteinschätzung nicht immer richtig liegt, egal von welcher Störung man redet.

    Eine vernünftige Diagnose muss von einem entsprechend fachkundigen Arzt oder Therapeuten gemacht werden.

    Die Selbstwahrnehmung ist zu oft verzerrt, und in den meisten Fällen fehlen einem die Vergleiche.
    Ich hätte niemals gedacht, dass ich von ADHS betroffen und schon gar nicht, dass ich zwanghaft oder gar autistisch bin.
    Und das obowhl ich selber Psychologie studiert habe (aber nicht abgeschlossen, das war auch nicht meine Absicht).

    Ich wusste um all diese Störungen, hätte sie aber niemals auf mich bezogen.

    Erst als mir das mehr und mehr näher gebracht wurde, bekam ich auch die Vergleiche zu anderen Menchen und da erst habe ich gemerkt, wie sehr anders ich bin.

    Es war absolut verblüffend, wenn ich dann die Punkte mehr und mehr erkannt, aber trotzdem daran gezweifelt habe, weil ich das eigentlich doch alles ganz normal fand ... mein Umfeld aber so ganz und gar nicht.

    Ich: "Aber jeder mag doch wenn es glänzt"
    Mein Umfeld: "Ja aber doch nicht soooo!"

    Ich: "Aber jeder mag doch, wenn die Sachen schön ausgerichtet sind"
    Mein Umfeld: "Ja aber doch nicht soooo!"

    Ich: "Aber jeder hält sich doch an Regeln, dafür sind sie doch da"
    Mein Umfeld: "Ja aber doch nicht soooo!"


    Und so weiter und so weiter.

    Erst da wurde mir klar, dass meine Selbstwahrnehmung ganz schön daneben lag.
    Kein Wunder, gehört sie ja zu den Exekutiven Funktionen und damit zu den Bereichen, die symdrombedingt beeinträchtigt sind.


    Aber das ist keineswegs ein Privileg für ADHS, bei fast allen psychischen Störungen erkennen die Betroffenen das gar nicht.

    So wie ich lange Zeit nicht wusste, dass ich einen Farbsehfehler habe, .... woher sollte ich das denn auch wissen?
    Ich kann ja nur durch meine Augen schauen und da sieht das grün eben so aus, wie ich es sehe, woher soll ich wissen, dass alle anderen das ganz anders sehen?

    Erst der Vergleich mit anderen ("Neee, das ist nicht bernsteinfarben, das ist grün, siehst Du das nicht?) und dann die entsprechende Testung = Diagnostik hat mir das überhaupt erst klar werden lassen.
    Heute habe ich diese Vergleiche und kann mich dementsprechend darauf einstellen.

    Wichtig ist immer, dass man eine fachlich fundierte Diagnose hat.

    Klar kann man Zweifeln haben, aber sollte auch immer im Hinterkopf behalten, dass man selber möglicherweise nicht die richtige Wahrnehmung hat, was allerdings sehr schwer ist.


    Wenn es bei Dir keine ADHS ist, sondern eine Borderline Störung und zudem ohne ADHS, dann ist alles ok.
    Wenn Dir aber Fachleute (und damit meine ich nicht dieses Forum, sondern Fachärzte und Therapeuten etc.) sagen, dass sie doch eher ADHs oder beides vermuten, dann macht es Sinn, darüber nachzudenken und im Zweifel die diagnose von anderer Stelle überprüfen zu lassen.

    Es bringt einem auch nichts, die Symptome solange hin und her zu drehen, dass sie auf die Störung passen, die man selber bevorzugt (womit ich nicht sagen will, dass ich das bei Dir vermute)
    Denn auch der Schuss kann nach hinten losgehen.
    Eine Borderline Störung fälschlicherweise als AHS zu behandeln ist genauso schlecht wie umgekehrt.

    Deine Beschreibung passt natürlich schon mehr auf BPS, aber eben auch nur aufgrund dessen, was wir von Dir, also von dem, was Du selbst geschrieben und beschrieben hast, lesen und auf der Basis dessen, was wir sonst von Dir kennen und was Dein Umfeld von Dir wahrnimmt.

    Das ist echt schwer und worauf ich hinaus will ist, dass man auf keinen Fall in die Schiene geraten sollte, sich in eine bestimmte Diagnose zu verrennen, warum auch immer.

  3. #23
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Fliegerlein schreibt:
    Ich: "Aber jeder hält sich doch an Regeln, dafür sind sie doch da"
    Dann bin ich schon beruhigt, dass ich nicht autistisch bin. Mein Motto ist nämlich "Die Gesetze sind dafür da, um sie zu brechen"
    Natürlich nicht bei grossen Delikten wie Mord und Körperverletzung, aber kleine Gestzübertretungen reizen mich immer noch und ich brauche all mein Vernüft, um brav zu bleiben.

    Nachtrag:

    Als Kind hatte ich viel von ADS, das stimmt. Das brachte mich erst in dei Außenseiterrolle
    Als Jugendliche lebte ich aber voll die Borderline (nach dem Mobbing), war sehr extrem, probierte alle Substanzen, klaute Nagellack in die Drogerie, wenn ich Stress hatte.
    Jetzt könnte ich mich als Diszipliniert und Impulsiv bezeichnen, oft habe ich den Gefühl, dass es mehrere Personen in mir sind, so extrem unterschiedlich kann ich mich benehmen. Und natürlich ist diese zerstreute ADS-Mädchen eine von diesen Personen.

    Ach ja, vergessen: einmal habe ich doch was abgebrochen - mein Studium. Habe mich verknallt, der Typ war Punker und Junkie, also schmiss ich all die Pläne weg und lebte mit ihm 2 Jahre wie Bonny und Klaid
    (ein Glück, dass mein Führungszeugnis sauber geblieben ist)
    Geändert von Felis (26.04.2015 um 13:04 Uhr)

  4. #24
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 197

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Interessante Diskussion auf jeden Fall. Wie ich sehe bin ich nicht der einzige, der sich mit dieser Fragestellung schwer tut

    Subjektiv nehme ich mich so wahr, als wäre ich durch ADHS (Andersartigkeit, grobe Motorik, unangepasstes Verhalten, Naivität, daraus resultierendes Mobbing) in Borderline reingerutscht (Aggression, Märtyrer-Verhalten usw.). Dieses alles-ist-so-bunt-und-aufregend-Ding hat sich bei mir komplett erledigt. Ich bin sehr trocken, ungeduldig, zynisch und Kontrollfreak-mäßig geworden. Zumindest meiner Umwelt gegenüber. Im Kern habe ich mir das alte Wesen mit all seinen guten und schlechten Seiten bewahrt.

    Naja, letztlich gings mir im Eingangspost ja eh hauptsächlich um die Frage welche Medikamente und Methoden sich eignen würden um von der inneren Anspannung wegzukommen, leistungsfähiger zu werden und meine persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen. Da werde ich ums weitere experimentieren nicht drumherumkommen,

    Gestern habe ich Tavor erstmals gegen Trimipramin ersetzt. Ich hatte einen guten Tag und dementsprechend kann ich noch nicht sagen, ob es mir gegen die Spannungen hilft. Aber es hat mich auf jeden Fall ziemlich platt gemacht (im positiven Sinne). Andere Nebenwirkungen gab es nicht. Für Abends könnte das eine gute Lösung sein. Jetzt noch das passende Medikament tagsüber und ich kann vielleicht wieder mehr schaffen, als gerade so zu funktionieren.

  5. #25
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    hey, ich bin autist und ich suche mir meine grenzen nach "prinzipien"...geht alles...
    ich geh nicht bei rot über die straße, werfe keine kippen auf den boden, sobald ich weiß ein nachbarhund frisst dinge auf der wiese.
    ein cent ist ein cent und es wird ordentlich gerechnet hier, kassierer, sonst: "black list - hier kauf ich nicht mehr ein" (ich zieh den scheiß echt durch, sind aber meine grenzen, die ich nicht aufweiche)..

    andere grenzen: kommt drauf an. körperliche? schauen wir mal wie weit ich die dehnen kann (ich geh da immer von aus: hirn über körper der hat zu funktionieren). menschliche grenzen sehe ich oft schlicht schwer. hat mir etliche tritte unterm tisch eingebracht. rechtliche grenzen: wer schon mal mit nem anwalt geredet hat weiß: die sind so biegsam, dass ich es mittlerweile wirklich gut wagen kann, auch mal ne rechnung bewusst nicht zu zahlen, weil der brief nicht korrekt war...ist auch nicht normal, ist mir bewusst.
    mach ich das um mich zu verletzen? nein, eher nicht. oder doch? bin ich mittlerweile so dran gewöhnt, dass ich es jetzt brauche? - diese gedanken fühtrne zu nix...

    ich finde diese ganzen "was ist es jetzt" threads grad ultra interessant, weil man endlich mal dem nahe kommt, dass man wirklich differenzieren kann.

    es gibt viele diagnosen: wenn sie passen kann man helfen...
    ich bin mittlerweile bei "symptom" angekommen, ich behandel kein gesamtkonzept mehr...ist einfacher und effizient effektiver.

    alleine die tatsache, dass so detailiiert abgewogen wird hier spricht eigentlich für "eher nicht BL".

    ich hab zwei jahre BL beziehung hinter mir: wenn man nicht auf so abstruse ideen kommt , dass man auf haustiere und sport eifersüchtig ist was mit instant betrug (nebst fotos!) kenntlich gemacht wird oder ein permanentes "ich versau dir den spaß, weil du willst doch nur mit mir spaß haben, oder? liebst du mich eigentlich? ich wusste du verarscht mich" ist alles im rahmen einer normalen bindungsschwierigkeit.

    je mehr ich hier über adhs und bindungsschwierigkeit bzw, grade dieses grenzdingen lese: es gibt ganz feine unterschiede.

    die schwierigkeit ist: auch bei bl sind alle gefühle natürlich inherent im menschen veranlagt: jeder ist unsicher, jeder ist mal traurig, ne depression macht so innerlich leer, und manchmal wird gezielzt danach gesucht um ne diagnose stellen zu können...(ich muss fairnesshalber dazu sagen, dass ich BL mittlerweile als eine symptomsammel diagnose sehe, was auch so richtig ist, was aber zu gruppentherasitzungen führt in denen man sich denkt: "wer hat hier überhaupt borderline?")

    ich war damals in der selben situation, ich dachte auch: verdammt?! Borderline? wie kommst du da ran? ach ja mutter, machte sinn...

    wichtig ist sich nicht kirre machen zu lassen...

    grad adhs und autismus sind sehr früh sichtbar...deswegen macht man ja die elternbefragung...
    vielleicht hilft das etwas die grübelei zu nehmen.
    nur nicht kirre machen lassen...


    und nur weil es vielleicht bei dir kein adhs ist muss es nicht borderline sein...es gibt noch mehr..
    das meine ich,
    schwarzweiß filtern ist wichtig in der suche, aber du hast bei beiden so viele neins, dass du eventuelle auch mal woanders schauen könntest...

    was die paranoia anbelangt: wenn man sehr oft angelogen wurde (und autist ist, sich muster und redeweisen merkt), kommt irgendwan der "kassandra komplex" - ich bin mittlerweile so gut darin zu wissen, wer mich mit wem betrügen wird, dass es gruselig ist - nicht weil ich alle in verdacht hab sondern imer die richtigen - macht einen umgang mit mit schwer, weil "ich ja immer paranoid bin"...ne ich hab nur recht...sag das nem arzt, der die situation nicht kennt wird daraus ein "paranoider versuch verlust zu vermeiden" dabei ist mein weg: "ok, dannnicht..." oft zu früh, was verwirrt im gegenüber...

    jeder mensch, egal wie er ist versucht verletzungen zu vermeiden.
    es bleibt oft nicht aus, man ist nicht allmächtig.
    Geändert von Hirngewitter (26.04.2015 um 17:53 Uhr)

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 78

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    "Bei mir entsteht der Eindruck, dass viele Menschen sich mit Händen und Füssen sich dagegen wehren, eine Boderline-Diagnose zu haben, als ob es Lepra wäre."


    ja ...ich denke Borderline hat ein sehr schlechtes Image....der Verdacht bei mir hat mich auch ziemlich umgehauen...ADHS ist mir ehrlich gesagt lieber...

  7. #27
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.982

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Fliegerlein schreibt:
    Hallo

    auch hier gilt, wie bei so vielen anderen Diagnosen auch:
    Beides ist möglich.

    Und so greift auch hier der leidige Satz, dass man sowohl Flöhe, als auch Läuse haben kann und, wen wunderts, Borderline gehört ebenfalls zu den nicht seltenen Komorbiditäten einer ADHS.

    Auch hier ist es wieder wichtig genau zu hinterfragen und hinzuschauen.

    Eine ADHS besteht lebenslang, eine Persönlichkeitsstörung üblicherweise nicht.

    Und auch hier kann man unterscheiden, wenn auch es mal wieder nicht einfach ist, sofern man nicht genau hinschaut und eine gründliche Anamnese durchführt.

    Leider stimmt es, oft wird versucht, sich gegen eine BPS- Diagnose zu wehren, ähnlich wie bei einer NPS.

    Aber wir dürfen eines nie vergessen und das ist ganz wichtig (und da zitiere ich mal wieder Martin Winkler):
    Eine Persönlichkeitsstörung ist immer eine Überlebensstrategie.

    Das sagt uns zum Einen, dass man kein "böser" oder "schlechter" Mensch ist, nur weil man davon betroffen ist und es erklärt uns zum Anderen auch, wie solche Persönlichkeitsstörungen unter einer ADHS entstehen können.

    Das ist immer auch eine Art Schutz.
    Aufgrund der ADHS-bedingten Beeinträchtigungen und Probleme entwickeln sich einige Fähigkeiten nicht so, wie es altersgemäß üblich ist, während die ADHS-Betroffenen aber in ihrer Altersgruppe zurecht kommen müssen.

    Irgendwie muss man also "da durch".
    Und über all die Probleme und die mangelnden Kenntnisse und Fertigkeiten, damit umzugehen, entwickeln sich Überlebensstrategien, und die enden nicht selten in Persönlichkeitsstörungen.
    Narzisstische, um sich vor Angriffen von Außen zu schützen, indem man eine große Fassade um sich herum aufbaut, zwanghafte, um das innere und äußere Chaos förmlich zu "bezwingen", Borderline, weil das innere Gefühlschaos und die Kontrolle darüber einfach immer wieder aus dem Ruder läuft und sein Ventil sucht.

    Um das nur seeeeehr vereinfacht anzuschneiden, dass das weitaus komplexer und komplizierter ist, muss ich gewiss nicht extra betonen.


    Borderliner haben diesen Ruf der unkontrollierten und gewaltigen Wutausbrüchen, von welchen ich selber schon einige miterlebt habe, aber das macht Niemanden zu einem schlechten oder bösen Menschen und daher muss man sich nicht gegen diese Diagnose wehren, genausowenig wie gegen jede andere, die letztlich doch nur aussagen soll, wo ein bestimmter Problembereich liegt, der so arg geworden ist, dass Menschen darunter leiden, oftmals sogar sehr schwer.

    Ich denke, es ist sehr wichtig, dass wir uns das immer wieder vor Augen führen.

    Was die Differenzierung betrifft .... Nunja, da sind wir wieder in einem Bereich, der wirklich nicht leicht zu erklären ist, eben weil es so komplex und nicht selten eng miteinander verzahnt ist.
    Auch hier hilft aber durchaus der gezielte Blick auf die Exekutiven Funktionen.
    Mein Lieblingsbeispiel wäre da wieder die ADHS-typische Zeitblindheit.

    Das ist so ein typisches ADHS-Symptom, das man üblicherweise nicht bei den anderen Erkrankungen findet und ein Hinweis darauf, dass die Person entweder ADHS oder auch ADHS hat ...

    ADHS'ler laufen ebenfalls emotionsseitig leicht aus dem Ruder, aber sieht für gewöhnlich anders aus, als bei einer Borderline Störung.
    Da wirkt sich das weitaus heftiger aus.
    Während man sagen kann, dass die Emotionsschwankungen bei ADHS zwar heftig und unvorhersehbar sein können, aber sich immer noch im Rahmen des "normalen Gefühlsspektrums" halten, gerät ein Gefühlsausbruch bei einem Borderline-Betroffenen eher weit außerhalb der Grenzbereiche, die man sonst so kennt.
    Die Ausbrüche laufen voll aus dem Ruder, während man das bei einem ADHS-Betroffenen nicht in diesem Ausmaß beobachtet.

    Für gewöhnlich wohlgemerkt ... das ist nichts, was man als feste Regel in Stein meißeln könnte .. das macht es ja so schwierig.

    Aber es sind Hinweise.
    Und es ist nur eines der Symptome, die eine BPS ausmachen, leider wohl das bekannteste....



    Auch wenn's ein wenig OT ist:
    Mir fehlt da offengestanden ein wenig die Logik ...

    Du suchst Dir lieber eine andere Diagnose, weil Du kein Medikament nehmen möchtest, das, bzw. nur weil unter das BtMG fällt?

    Das Medikament steht nicht unter dem BtMG, weil es ach so gefährlich ist, sondern weil man mit dieser Maßnahme einfach nur verhindern will, dass mit dem Medikament Schindluder getrieben wird.
    Da fallen mir auf Anhieb etliche Medikamente ein, die nicht unter das BtMG fallen und um die ich einen weitaus größeren Bogen machen würde, wenn ich an deren Wirkungen und Nebenwirkungen denke .... da reichen auch durchaus schon Schmerzmittel ....

    Allein auf ein Medikament zu verzichten, nur weil es unter das BtMG fällt, erscheint mir persönlich ein wenig oberflächlich und unlogisch, zumindest kann ich das Argument so ohne weitere Erklärung nicht verstehen, vielleicht magst Du mir dabei helfen.
    Das wäre aber auch ein gutes Thema für einen eigenen Thread, wenn Du Lust hast, denn hier soll es darum nicht gehen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Wundervoll formuliert

    Sich gegen eine Diagnose zu wehren,um einer Stigmatisierung zu entgehen,ist auf lange Sicht ebenso schädlich wie eine tatsächliche Fehldiagnose,ob nun mit oder ohne eigenes,nur anders gelagertes,Stigma...


    Der Mensch reibt sich im Kampf ums (Über)Leben dann irgendwann auf.

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Bin in genau der selben Situ. Bei mir denke ich ist borderline durch Adhs u Kindheit entstanden. Also das ich beides habe. Nur unterschiedlich ausgeprägt

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Huhu Linus,

    Mir wurde gesagt Borderline-Strukturen, sind durch manche Lebensereignisse halt entstanden, und gehören zu einem Überlebensinstinkt, und das es vollkommen richtig is sich so zu verhalten, denn es hat einem das Überleben gesichert.

    Man kann mittels einer Traumatherapie oder einer gezielten Verhaltenstherapie daran was ändern um dann ein "klareres" Bild auf die Diagnostik zu legen...

    K.a. ob das stimmt. Aber ich versuche das Aktuell.

    ICh wünsche dir Viel erfolg beim Lösungsweg. sag mir bescheid wenn du einen gefunden hast.

  10. #30
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Benötige Hilfe bei der Differenzierung ADHS / Borderline

    Alanna_b schreibt:
    Mir wurde gesagt Borderline-Strukturen, sind durch manche Lebensereignisse halt entstanden, und gehören zu einem Überlebensinstinkt, und das es vollkommen richtig is sich so zu verhalten, denn es hat einem das Überleben gesichert.
    Das ist ganz wichtig zu verstehen!

    Jede Persönlichkeitsstörung ist zunächst mal eine Überlebensstrategie, denn man hatte keine andere Möglichkeit.

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