Seite 1 von 3 123 Letzte
Zeige Ergebnis 1 bis 10 von 22

Diskutiere im Thema Arzt schenkt ADS keine Beachtung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Hallo!
    Ich habe ADS (Diagnose als Erwachsener bei einem Psychiater) und Depressionen.
    Bin wegen den Depressionen jetzt zu einem anderen Psychiater gewechselt, weil der vorherige mich nicht mehr überzeugt hat.
    Hab für ADS bisher immer Medikinet Adult bekommen bin damit aber nicht richtig zufrieden.
    War jetzt bei dem neuen Psychiater und habe ihm auch vom ADS berichtet und davon dass ich Medikinet Adult genommen habe aber dieses bei mir nicht so wirklich gut
    gewirkt hat. Ich vermisse einfach die Ruhe und Klarheit, die andere Anwender beschreiben wenn sie MPH nehmen. Mich macht Medikinet Adult je nach Dosierung eher unruhig und ich fühle mich dann unwohl. Mehr als 20-30mg als Dosis habe ich daher nie genommen.
    Jedenfalls hat der neue Psychiater auf mich den Eindruck gemacht, dass er das mit dem ADS nicht wirklich ernst nimmt und dass das eher ein Verdacht sei. Ich glaube nicht,
    dass er vorhat dieses wirklich zu behandeln sondern stattdessen nur auf die Depression geht. Was mache ich jetzt?
    Ich habe ihm schon gesagt, dass ich mich selbst über ADS informiert habe und schon stark davon ausgehe, dass ich das auch wirklich habe.
    Der Arzt meinte es gibt viele Sachen die Symptome von ADS machen können. Also für mich klingt das stark so als wäre die Sache für ihn damit gegessen.

    Wenn jemand Depressionen und ADS hat sollte man dann grundsätzlich beides zugleich behandeln? Was passiert wenn man sagt man lässt ADS erstmal außen vor und verschreibt nur Antidepressiva? Die für ADS geeigneten Medikamente (Elontril & Cymbalta) habe ich beide schon genommen brachten aber nichts gegen ADS und auch nicht gegen Depressionen.

    Was würdet ihr machen bei einem Arzt der ADS nicht so ernst nimmt oder nicht wirklich dran glaubt, dass ihr das habt? Der neue Arzt ist kein Spezialist für ADS.
    Mir macht das jetzt schon etwas Sorgen. Ich habe auch keine Lust mich jetzt rechtfertigen zu müssen und dann dran zu hoffen, dass ich irgendwann geglaubt bekomme, dass ich es habe. Anfangs nach der Diagnose habe ich auch nicht so recht dran geglaubt aber je mehr ich dann gelese habe desto mehr Übereinstimmungen habe ich gefunden. Aber wenn Medikinet Adult nicht die Wirkung hat und ich Elontril und Cymbalta schon genommen habe dann hat sich die Sache vielleicht sowieso schon erledigt weil es ja dann keine wirkliche Auswahl an Alternativen mehr gibt.
    Geändert von kashi ( 1.04.2015 um 11:22 Uhr)

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 237

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Ich möchte dich nicht angreifen! Aber: Machst du denn sonst noch eine Therapie außer Medikamente zu schlucken? Gibt es in deiner Nähe einen Spezialisten für ADHS?

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 796

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Und wenn du ihm vorschlägst dass ihr ja gemeinsam nochmal eine Diagnose starten könntet um das abzuklären?

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    hallo , kashi, dein aktueller Psychiater gehört wahrscheinlich zu den meist tiefenpsychologisch orientierten Volldepp....., die sagen, ADHS gibt es doch sowieso nicht, ist doch eh meist nur ne Modediagnose....leider haben nach wie vor geschätzt 60% der Psychiater keine Ahnung von ADHS...der Facharzt für Psychiatrie schützt leider nicht vor Ahnungslosigkeit diesbezüglich....geh wo anders hin , Mann !!!!!

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Für mich ist da noch nichts in den Brunnen gefallen. Vielleicht will er sich auch erstmal ein Bild von dir machen, deine Symptome genau kennenlernen, und dann überlegen was dir medikamentös helfen könnte. Du hast ja nun fast alle gängigen Präparate durch, die die Kasse zahlt, da ist es auch nicht so einfach.....

    Ich würde ihn das nächste Mal einfach konkret ansprechen, wie er gedenkt weiter zu verfahren. Du hast extra den Arzt wegen deinen Depressionen gewechselt, vielleicht ist es im Moment auch ganz gut genau dieses Problem erst mal in den Griff zu kriegen.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Wie und von wem ist denn die Diagnose gestellt worden?

    Da sollten doch Unterlagen da sein, aus denen hervorgeht, was du hast oder nicht? Wenn da eine Diagnose steht sollte der Arzt jedenfalls nicht einfach so drüber hinweg gehen.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Eine begleitende Therapie ist in jedem Fall empfehlenswert, wie GoodN8 schon geschrieben hat. Dass dein aktueller Arzt kein AD(H)S Spezialist ist, ist durchaus problematisch - vor allem, wenn er die Erkrankung nicht ernst nimmt. Sollte es ADHS Spezialisten in deiner Nähe geben, was ja oft problematisch ist, würde ich mich schon dahin wenden, zumal wenn du bereits eine Diagnose hast und diese gründlich war.

    Wenn Medikinet nicht wie gewünscht anschlägt und man eine falsch Dosierung ausschließen kann (manchmal dauert das mehrere Wochen/Monate, bis man die richtige Dosierung raus hat) werden in der Regel andere Medikamente ausprobiert. Hat dein voriger Arzt das nicht in Erwägung gezogen?

  8. #8
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Hallo Kashi
    Wenn dein Arzt das ADS nicht ernst nimmt, dann wechseln!!! Das ist ein sehr schlechtes Zeichen und am Ende kann dann für dich nicht wirklich was bei raus kommen, das hab ich jetzt 6 Jahre lang gehabt.... Wenn du wirklich eine echte Depression hast, also als Komorbidität, dann sollte man die soweit ich weis zu erst behandeln, weil das ganze glaube ich unter Methylphenidat schlimmer werden kann. Aber was vom ADS und was von echten Depressionen kommt ist manchmal schwer zu unterschieden. Ansonsten gibt es ja noch mehr Mph Präparate oder zum Beispiel Strattera, die du ausprobieren könntest, was ich auf jeden Fall versuchen würde. Ohne das ADS zu beachten wird sich nicht wirklich was ändern. Mich nerven diese Ärzte die ADS nicht ernst nehmen sowas von, und davon gibts genung, ich wäre echt mal dafür, das irgendwo beschlossen wird, das alle allgemeinen Psychiater und Psychologen eine ausführliche Fortbildung in Sachen AD(H)S machen müssten, das wäre mal dringenst notwendig.... Bei 3% ADS-Rate in Deutschland auf 1-2%Borderline, wo bestimmt auch falschdiagnostizierte eigentliche ADSler drunter sind....
    .

    LG CHAOS CANARY

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Canary schreibt:
    Wenn du wirklich eine echte Depression hast, also als Komorbidität, dann sollte man die soweit ich weis zu erst behandeln, weil das ganze glaube ich unter Methylphenidat schlimmer werden kann. Aber was vom ADS und was von echten Depressionen kommt ist manchmal schwer zu unterschieden.
    Das ist wohl sehr unterschiedlich, ob die Depressionen erst zu behandeln sind - je nach Fall. Bei mir z. B. war bei der Diagnose relativ klar, dass die Depressionen reaktiv sind und immer dann auftreten, wenn ich aufgrund des ADHS an meine Grenzen stoße und Misserfolge erlebe, die ich bisher nicht gut verarbeiten konnte. Insofern kann man die Depressionen bei mir gar nicht richtig behandeln, ohne das ADHS zu behandeln. Das Venlafaxin habe ich eher zur Überbrückung bekommen. Aber ich hab irgendwie das Gefühl, dass sich das negativ auf die eigentlichen ADHS-Medikamente auswirkt. :/

    Aber dass die Depressionen sich verstärken können am Anfang, würde ich unterstreichen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich persönlich nach der Diagnose erstmal in ein Loch gerutscht bin.

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Könnte sein, dass es jetzt etwas komplizierter wird ...

    Also zunächst mal steht das "S" in ADHS für "Störung" und somit heißt es dementsprechend "die ADHS", das aber nur nebenbei.

    Depressionen sind häufige Komorbiditäten und auch hier nebenbei bemerkt, gibt es keine "richtige Depression", denn was wäre dann eine "falsche"?
    Auch eine reaktive Depression ist eine richtige Depression, sie ist eben reaktiv.
    Das ist bei ADHS-Betroffenen durchaus häufig zu beobachten.

    Eine Major Depression, also eine depressive Episode ist in ihrer Symptomatik einer ADHS sehr ähnlich und daher gilt grundsätzlich, dass vor einer ADHS-Diagnosestellung eine Depression soweit behandelt werden muss, dass sie symptomseitig nicht mehr so ausgeprägt ist, um einer ADHS-Diagnose im Weg zu stehen.

    Grundsätzlich gilt also, zunächst die Depression vorrangig zu behandeln.

    Nichtsdestotrotz ist das nicht immer ganz so einfach, deshalb ja auch die Formulierung "grundsätzlich", denn wie erwähnt, ist eine reaktive Depression ziemlich eng mit einer ADHS verbunden und auch grundsätzlich kann man sagen, dass Komorbiditäten, egal welche, die auf einer ADHS basieren, auch ein wenig "anders" sind, als wäre man von den Störungen betroffen, ohne dass eine ADHS zu Grunde liegt.

    Beispiele dazu könnte ich einige nennen, aber das würde hier den Rahmen sprengen und vom Thema abschweifen.

    Ist die Depression soweit abgeklungen, dass man eine ADHS-Diagnose machen kann, muss man natürlich nicht nur schauen, welche Symptome nun noch übrig sind, sondern auch, welche davon schon seit der Kindheit bestehen (in den wohl seltensten Fällen hat man jemanden, der seit der Kindheit dauerhaft depressiv ist) und man sollte auch auf jene Symptome schauen, welche sich nicht nur die Depression erklären lassen.
    Bei Depressionen findet man meines Wissens eher seltener Menschen mit einer ADHS-typischen Zeitblindheit, um nur ein Beispiel zu nennen.
    Gerade der Blick auf die Exekutiven Funktionen und die Konsistenz durch das ganze Leben sind Indikatoren, die für eine ADHS sprechen.

    Diese ganze Palette an Symptomen, die Tatsache, dass ADHS eine Spektrumsstörung ist und dass es noch einige Überlappungen in den Symptomen mit anderen Störungen und Erkrankungen gibt, macht die ganze Sache nicht gerade einfacher ...

    Was aber nun den Arzt angeht:
    Letztlich ist es immer eine Frage des Vertrauens und eine Frage, inwiefern er sich mit der Thematik gut genug auskennt, denn das ist leider noch immer keine Selbstverständlichkeit.

    Sprich ihn offen darauf an, teile ihm Deine Bedenken mit und schau, wie er reagiert und ob er Dir das erklären kann.

    Was die eigenen Überzeugungen und Informationen angeht, das sagt leider auch nicht viel aus und ist nur wenig reliabel.
    Die Ärzte werden nicht selten mit solchen "Selbstdiagnosen" und "Eigenverdachten" überhäuft und sind oft genug daher auch skeptisch, auch nicht unbedingt zu unrecht, denn letztlich gehört die Selbstwahrnehmung auch zu den Exekutiven Funktionen und ist somit syndrombedingt beeinträchtigt ... blöde Sache .

    Trotzdem sollte ein Arzt es ernst nehmen und mit seinem Patienten darüber offen reden.

    Leider teile ich auch die Erfahrung, dass tiefenpsychologisch fundiert ausgerichtete Ärzte/ Therapeuten, sich mit ADHS nicht oder nur unzureichend auskennen und sie in ihrer Behandlung zu sehr unberücksichtigt lassen, was in meinen augen ein echter und schwerer Fehler ist, eben weil das "Fundament" unter den Komorbiditäten ein anderes ist.

    Klar, eine schwere Depression oder ein burnout, eine Angsterkrankung etc., müssen mit Vorrang behandelt werden, aber dennoch immer auch unter der Berücksichtigung, dass die ADHS dahinter steckt.

    Eine Angsterkrankung über einer ADHS ist anders, als ohne ADHS, denn (vereinfacht gesagt) hat man bei einer Angststörung irrationale Ängste, während die Ängste bei einer ADHS sehr häufig auf realen Erlebnissen und Erfahrungen beruhen und somit keineswegs irrational, sondern sehr real sind, was aber einer ganz anderen Behandlung bedarf ...

    Bei tiefenpsychologisch fundierten Behandlern fehlt oftmals diese Berücksichtigung und sie behandeln auch nicht unter Beachtung der Beeinträchtigungen der Exekutiven Funktionen eines ADHS-Betroffenen.
    Das hat oftmals dann nur noch mehr Frust beim Patienten zur Folge und später auch beim Therapeuten, weil er dann meint, der Patient würde nicht wirklich mitarbeiten (wollen), womit wir dann schnell wieder bei Sprüvhen wie "Sie können, Sie müssen nur wollen" sind, die alles nur noch schlimmer machen.

    An sich liegt mir persönlich die tiefenpsychologisch fundierte Schule mehr, aber in dieser Hinsicht ist sie bei ADHS-Betroffenen für den Bobbes ...

    Das nur nebenbei, wie gesagt, das ist mitunter übel kompliziert.

    Kurz gesagt.
    Frag Deinen Arzt, was er generell von ADHS hält, wie er weiter vorgehen möchte, ob das weiter verfolgt werden sollte oder wenn er anderer Meinung ist, was seiner Ansicht nach dagegen spricht.

    Auch das ist nicht immer so ganz einfach, denn Psychiater, Ärzte und Therapeuten sind in dieser Hinsicht auch nicht immer sehr offen und lassen sich nicht gerne in Frage stellen.

    Im Zweifel hilft dann eben nur ein erneuter Wechsel, vorher sollte aber ein offenes Gespräch stehen.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein ( 2.04.2015 um 16:05 Uhr)

Seite 1 von 3 123 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Dexamphetamin - Böse Nebenwirkungen, Arzt keine Hilfe
    Von lunaris im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 13
    Letzter Beitrag: 18.11.2014, 12:13
  2. Keine Chance auf einen kompetenten Arzt?
    Von Skitliv im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 16
    Letzter Beitrag: 10.05.2012, 00:23
  3. Keine Rückmeldung vom Arzt
    Von Schnubbel im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 13.12.2010, 14:51
  4. hilfe mir fällt keine lösung mehr ein ( arzt wechseln oder nicht )
    Von flietzer im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 25.02.2010, 20:48

Stichworte

Thema: Arzt schenkt ADS keine Beachtung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum