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Diskutiere im Thema Arzt schenkt ADS keine Beachtung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Danke für eure Antworten.
    Also, die Diagnose war von einem speziellen ADHS-Arzt. Allerdings wurde dann mit Medikinet Adult behandelt
    und als ich sagte, dass ich damit nicht die erhoffte Besserung bekomme wurde nur noch die Depression behandelt
    wobei da auch keine Durchbrüche erfolgten. Ich denke die Logik war einfach dass ich mit Medikinet Adult und Bupropion
    sowieso schon alle damals zur Verfügung stehenden Mittel probiert hatte kann man ja sowieso nicht mehr viel machen.

    Die Depression an sich ist nicht reaktiv. Die hatte ich auch schon viel früher bevor ADS aktuell wurde. Mit aktuell meine ich bevor
    die Symptome durch die Lebenssituation richtig einschränkend wurden. Ich kann kaum vernünftig arbeiten oder mich konzentrieren
    und wäre am liebsten nur für mich selbst. Mich stört wirklich alles und es gibt bestimmte Menschen die unheimlich Unruhe reinbringen
    mit denen bekomme ich immer öfter Ärger und leider kann ich mich dem nicht entziehen. Natürlich kann man auch nicht erwarten einfach
    eine Pille zu nehmen und dann ist alles gut. Besonders die Stressoren in meinem Umfeld kann ich leider nicht vermeiden.

    Von dem was der Arzt so gesagt hat von wegen viele Sachen können Symptome von ADS machen glaube ich echt nicht, dass da noch sonderlich
    viel kommt. Außerdem, ich habe ja schon so gut wie alle Mittel ausgeschöpft. Und ein Nicht ADS-Spezialist wird 100% nicht mit Amphetaminen
    anfangen.

    Was würdet ihr denn machen? Ich weiß einfach nicht, selbst wenn der Arzt für Depressionen der Hit wäre aber ADS unter den Tisch fällt, ob es
    dann ratsam wäre diese Schiene weiter zu fahren.

    Außerdem gibts ja auch das Problem, dass bestimmte Antidepressiva ADS noch verschlimmern können. Einerseits ist die Depression schlecht aber
    ADS ist auch schlecht. Ich weiß nicht ob man da einfach entscheiden kann was letztlich destruktiver ist.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Noch ne Frage. Viele hier reden von tiefenpsychologischem Ansatz und ADHS-Ignoranz.
    Kann mir jemand dazu etwas mehr sagen? Was genau ist die tiefenpsych. Vorgehensweise?
    Wird da versucht in der Kindheit irgendwelche traumatischen Erlebnisse zu identifizieren?
    Und was kommt dann? Was hat man davon?
    Nehmen wir an ein Kind wächst während dem Krieg auf und ist dadurch traumatisiert und hat nen Knacks fürs Leben
    was bringt es dann wenn man sich dessen irgendwann bewusst wird?

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Hallo,

    kashi schreibt:
    Noch ne Frage. Viele hier reden von tiefenpsychologischem Ansatz und ADHS-Ignoranz.
    Kann mir jemand dazu etwas mehr sagen? Was genau ist die tiefenpsych. Vorgehensweise?
    Wird da versucht in der Kindheit irgendwelche traumatischen Erlebnisse zu identifizieren?
    Und was kommt dann? Was hat man davon?
    Nehmen wir an ein Kind wächst während dem Krieg auf und ist dadurch traumatisiert und hat nen Knacks fürs Leben
    was bringt es dann wenn man sich dessen irgendwann bewusst wird?
    Das sind keine Ansätze oder Vorgehensweisen, da wird's dann gleich wieder reichlich kompliziert.

    Die Geschichte der Psychologie und ihre Entstehung reicht bis ins Altertum zurück.

    Ohne da jetzt tiefer drauf einzugehen:
    Es gibt in der Psychologie 5 Grundströmungen, darunter die Tiefenpsychologie und der Behaviorismus.

    Aus den Strömungen haben sich unterschiedliche Therapieverfahren entwickelt (Psychologie als solche hat zunächst mal nichts mit Therapie zu tun, sondern mit dem Verstehen, Erklären und Voraussagen von menschlichem Verhalten).

    Eine davon ist die tiefenpsychologisch fundierte Therapie, welche zur tiefenpsychologischen Strömung gehört, eine andere ist die Verhaltenstherapie, die wiederum zur Strömung des Behaviorismus gehört.

    Grundsätzlich unterscheidet sich die Herangehensweise, aber je genauer man hinschaut, desto mehr erkennt man auch Ähnlichkeiten.


    Es geht dabei auch nicht um eine "Ignoranz" seitens der Tiefenspychologen, sie haben nur andere Ansätze, in die eine ADHS nicht so leicht "reinpasst".

    Wie gesagt, das ist alles ziemlich kompliziert.

    Der Umgang z.B. mit Traumata ist unterschiedlich.
    Es kann durchaus Sinn machen, Erfahrungen aus der Kindheit etc. zu be- und verarbeiten, aber das jetzt hier zu erklären, würde wirklich zu weit gehen und den Rahmen sprengen, damit sind ganze Lehrbücher gefüllt.
    Auch Verhaltenstherapeuten bearbeiten das, aber eben anders.

    Das bedeutet nicht, dass ein Verfahren besser als das andere wäre, sie sind eben anders und mal hilft dem Einen das eine und einem Anderen das andere...

    Kurze Analogie:
    Wenn man einen platten Reifen am Auto hat, kann man sich stundenlang fragen, wie das passieren konnte, in der Vergangenheit wühlen und lamentieren und sich fragen "warum passiert das mir?" usw. ...

    Die Verhaltenstherapeuten sagen:
    "Wechsel den Reifen und gut ist's"
    Und das kann auch super funktionieren und da muss man auch nicht groß rumphilosophieren...

    Manchmal aber ist das nicht so einfach.
    Wenn einem das nämlich immer und immer wieder passiert.
    Dann fängt das Ganze an schlimm zu werden, es kostet Zeit, Arbeit, Kraft, Geld etc. und wird mehr und mehr zur Belastung.

    Und dann macht es schon Sinn, wenn man etwas genauer hinschaut und sich fragt, wie das denn alles passiert und so weiter.
    Und naja, vielleicht kommt dabei dann auch raus, dass die Abkürzung auf dem Weg zur Arbeit über die Baustelle vielleicht doch nicht so die schlaue Idee ist .

    Ist natürlich ein wackliger Vergleich, unterm Strich geht es darum, dass es mehrere Wege gibt, die zum Ziel führen.
    Es kommt sowohl darauf an, wie man selber mit dem Therapieverfahren zurecht kommt, auch da ist jede Persönlichkeit anders, und auch auf die Probleme.

    Angststörungen z.B. sind am besten mit Verhaltenstherapie behandelbar.

    Das macht Tiefenpsychologen nicht zu Dilettanten und auch nicht zu ignoranten A...ern, es sind unterschiedliche Herangehensweisen die bei unterschiedlichen Personen unterschiedlich anschlagen.
    Geändert von Fliegerlein ( 3.04.2015 um 10:30 Uhr)

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Hallo,
    kann man denn sagen was besser geeignet ist, wenn es darum geht möglichst schnell etwas zu bewirken?
    Was ist denn wenn jemand konkrete Probleme hat, die es zu bewältigen gilt, und eben keine Zeit hat erst mal 5 Jahre in der Kindheit zu wühlen?

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Verhaltenstherapie orientiert sich vorrangig um aktuelle Probleme und direkte Lösungsstrategien. Dabei kann es auch im Zusammenhang mal um frühere ähnliche Erlebnisse gehen, aber das eher nebenbei als mögliche Erklärung für ein Verhalten, das ist nicht die Lösungsstrategien.


    Tiefenpsychologen bezweifeln auch auch nicht die Symptome von ADHS, sie bezweifeln das derzeitig angenommene Entstehungsmodell. Zumindest habe ich das so bei mir erlebt.
    Geändert von creatrice ( 2.04.2015 um 22:58 Uhr)

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    kashi schreibt:
    Hallo,
    kann man denn sagen was besser geeignet ist, wenn es darum geht möglichst schnell etwas zu bewirken?
    Was ist denn wenn jemand konkrete Probleme hat, die es zu bewältigen gilt, und eben keine Zeit hat erst mal 5 Jahre in der Kindheit zu wühlen?
    Ich fürchte, Deine Vorstellungen bzgl. einer solchen Behandlung sind sehr von Klischees etc. geprägt und haben nicht viel mit der Realität zu tun .

    Man wühlt nicht 5 Jahre in der Kindheit herum .... allein die Vorstellung ....
    Aber nichtsdestotrotz ist es bei einer Behandlung solcher Erkrankungen und Störungbilder nicht wie mit einer Eierspeise, bei der man nur 2 Eier in die PFanne hauen muss und in fünf Minuten ist alles fertig .
    Ein bisschen Zeit musst Du der Sache schon geben.

    Dummerweise sind genau wir nicht gerade die Klientel, bei der Geduld auf der haben-Seite aufgeführt ist .... blöde Sache ...

    Aber es hilft nichts, das wird seine Zeit brauchen (aber keine 5 Jahre "Grundlagenforschung" ... sowas ist natürlich Quatsch).


    Und man kann auch nicht gleich im Vorfeld sagen, welche Therapieform nun die bessere für einen und seine Probleme ist.
    Da spielen zu viele Faktoren eine Rolle.

    Lass Dich auf die Sache ein und schau, was passiert,

    Wenn es Dir zu dringend oder zu schlimm wird, frag Deinen Arzt, ob eine klinische Reha in Frage käme.
    Es gibt einige gute Kliniken, die obendrein eine ADHS-Spezialisierung haben.
    Vielleicht wäre das eine Alternative, denn da hat man dann auch eine recht hohe Behandlungsintensität.
    Aber auch da kommt man nicht "geheilt" raus, sondern setzt danach seine Behandlung ambulant fort.

    Aber nachgefragt:
    Was ist es denn, das Du bewirken möchtest und was sind die Punkte, die Dir bzg. Dringlichkeit ganz oben stehen?
    Und definiere den etwas schwammigen Begriff "möglichst schnell".
    Was genau meinst Du damit?
    Welcher Zeitraum wäre denn möglichst schnell?


    Wenn Du da schon konkrete Punkte hast, wäre es ja eine gute Idee, die Deinem Thera mitzuteilen.


    creatrice schreibt:
    Tiefenpsychologen bezweifeln auch auch nicht die Symptome von ADHS, sie bezweifeln das derzeitig angenommene Entstehungsmodell. Zumindest habe ich das so bei mir erlebt.
    Und ich würde aus meiner Erfahrung dazu ergänzen, dass es ihnen wohl auch am entsprechenden Konzept fehlt, die ADHS mit in ihre Behandlungsstrategien einzubeziehen.

  7. #17
    ellipirelli

    Gast

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Fliegerlein schreibt:

    Also zunächst mal steht das "S" in ADHS für "Störung" und somit heißt es dementsprechend "die ADHS", das aber nur nebenbei.

    sorry, nein- das S steht für Syndrom... somit "das" ADHS....
    aber das nur nebenbei

  8. #18
    Ist hier zuhause

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    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    ellipirelli schreibt:
    sorry, nein- das S steht für Syndrom... somit "das" ADHS....
    aber das nur nebenbei
    Nochmal:
    Das ist falsch!

    Werft doch einfach mal einen Blick in die ICD.
    ADHS fällt unter die hyperkinetischen Störungen!

    Das S steht NICHT für Syndrom.
    Nichtsdestotrotz ist ADHS definitionsgemäß zwar ein Syndrom, aber das S steht nicht dafür, sondern für Aufmerksamkeitsstörung

    z.B. F90.0 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung
    Da steht nichts von Syndrom.


    Gleiches gilt btw. auch für die DSM, in der Abkürzung ADHD steht das D für Disorder, also ebenfalls für Störung.
    Also die ADHS .

    EDIT:
    Es ist zwar korrekt, dass ADHS auch als Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bezeichnet wird und das früher häufiger der Fall war, aber die Bezeichnung ist nun mal nicht korrekt und ich denke, man sollte auch gerne die richtigen Begriffe verwenden, denn wir sind so schon genug mit Missverständnissen, Vorurteilen und Stimgatisierungen "gesegnet", dass wir nicht auch noch selber welche schüren und uns am Enden sagen lassen müssen, dass wir die eigenen Störungen nicht richtig benennen können ...
    Geändert von Fliegerlein ( 3.04.2015 um 10:29 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    @ fliegerlein

    Naja ich habe eben eine Reihe konkreter Probleme (Sozialphobie, Flugangst, Zugangst) die mich sehr einschränken in meiner Tätigkeit wo sich
    schnell was bessern sollte. Ich bin mir nicht sicher welche Form der Gesprächstherapie da am besten wäre.

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Arzt schenkt ADS keine Beachtung

    Bei Phobien und Ängsten ist meines Wissens die Verhaltenstherapie am effektivsten.

    Bei spezifischen Phobien, wie es z.B. die Aviophobie ist, kann man gut mit Angstreduktionstrainings und Konfrontationen behandeln.

    Ich hatte selber eine Amaxophobie und konnte die damit gut in den Griff bekommen und habe auch in meiner aktiven Flieger-Zeit einigen Menschen mit Flugängsten helfen können.

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