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Diskutiere im Thema Fehldiagnose Borderline im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 900

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    hanne23 schreibt:
    Das blöde ist halt, dass ich am Anfang nicht direkt nachhaltig widersprochen hab, weil ich in der Hoffnung, dass es besser wird froh war, dass das Problem einen Namen hat.

    Ich hab zu hören bekommen, dass ich mich gegen die Therapie wehre, wenn was nicht geklappt hat, was die Therapeuten vorhatten. Dabei wollte ich wirklich!

    In den Einzelgesprächen wurde mir gesagt, dass meine Wahrnehmung über Sachen nicht stimmt, weil ich als Borderliner schließlich ja meine Gefühle nicht benennen kann und diverse Male habe ich mich - im Nachhinein betrachtet - in Dinge reinquatschen lassen, die aber nicht den Tatsachen entsprachen.

    Der Bewegungs- und Meditationstherapeut hat immer lachend gesagt "ja, Sie sind mehr der Typ für Bewegung und Muskelarbeit" wenn ich in der Meditation nach fünf Minuten nen Rappel bekommen habe und aufstehen musste... Hallo!?

    Je mehr ich zurückdenke, desto mehr Situationen fallen mir ein, in denen das hätte auffallen müssen...
    Was du da schilderst, reicht alles nicht aus um eine Diagnose "Borderline" zu stellen. Wenn das tatsächlich so abgelaufen ist wie du es hier schilderst, allein aufgrund deiner Reaktionen in der Therapie und OHNE sorgfältige Diagnose über mehrere Diagnoseverfahren plus Gespräche.... dann ist das absolut falsch gelaufen!

    Luzie

  2. #12
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    Ich werde nächste Woche alle Klinikunterlagen anfordern und dann hoffentlich wissen, was Sache ist. Wenn es einen Weg gibt, irgendwen für die verlorenen Jahre und finanziellen Folgen zur Verantwortung zu ziehen, werde ich den gehen. Ich habe über drei Jahre 325mg Venlafaxin plus Abilify genommen. Das das an meinem Körper ohne Folgen vorbei gegangen ist, bezweifle ich auch. Übrigens waren die 325mg Venlafaxin und das Abilify wirkungslos, das muss ich wohl jetzt nicht mehr sagen.... Wobei - doch - die Nebenwirkungen hatte ich. 😂😂😂

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.254

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    Na nun mal ruhig mit den Pferden. Wenn du Tests gemacht hast, dann sicherlich z.B. den SKID 2, der ist für Persönlichkeitsstörungen. Es kann sein, das ADHSler dort einige Fragen positiv beantworten, die auf Borderline PS hinweisen, es kann aber auch sein das du nur eine BPS hast, oder beides. Diese beiden Erkrankungen sind sehr schwer voneinander zu differenzieren, da es eben viele Schnittstellen gibt. So oder so, wirst du wohl keinen zur Verantwortung ziehen können, denn wenn bestimmte Dinge positiv ausfallen, dann ist es kein Fehler, sondern eine logische Konsequenz.

    Verlorene Jahre sind es bestimmt nicht, denn die Therapie der ADHS orientiert sich sehr stark an der der BPS, z.B. mit Achtsamkeitstraining, DBT etc. 325 mg Venlafaxin sind u.U. sogar bei ADHS eine Medikation die ausreicht. So grundsätzlich falsch war es also gar nicht mal. Selbst wenn du vorher nicht von den Therapien profitiert hast, so wird dir bereits vorhandenes Wissen vllt. eine neue Therapie erleichtern und sogar beschleunigen, solltest du ADHS haben.

  4. #14
    cocolores

    Gast

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    Creatrice hat recht, finde ich. Du tust durchaus gut daran, mit einigen Dingen zu hadern, die dir widerfahren sind, aber im Prinzip hattest du von dem dir aufgebrummten Zickzackkurs auch Vorteile.

    Dir ist nichts von dem, was du heute weisst, in den Schoß gefallen. Du hast effizient und viel über dich erfahren; unter Umständen mehr oder schneller, als es mit einer später aufgezogenen unspezifischen Therapie und/oder ganz ohne Medikamente der Fall gewesen wäre, wer weiss? Du hast gelernt, dich abzugrenzen, eine Diskrepanz zwischen deinen eigentlichen Gefühlen und dem äußeren Raster festzustellen, du konntest deine Wahrnehmung schärfen, weil du es aufgrund vieler Widersprüche offenbar musstest. Das kam aus eigener Kraft und das kann dir keiner nehmen. Sieh's als bisschen Glück im Unglück!

  5. #15
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    Ich verteufele das alles auch nicht komplett. Und wenn ich eins im Leben wirklich aus Erfahrung gelernt hab, dann dass alles seinen Grund hat und dass ich alles zum Guten drehen kann.

    Es ärgert mich einfach, dass man so irgendwie nach einer Diagnose das Mitspracherecht zu verlieren scheint. Wenn eine Methode nicht klappt, liegt es nicht an der Methode, sondern am Patienten. Ich habe auch zwei Jahre in der von der Klinik empfohlenen Tiefenpsychologie meine Kindheit und Familie auf links gedreht, ohne Ergebnis. Ich habe jahrelang geglaubt, es liegt an mir, dass weder Medikamente noch Therapie irgendeinen sichtbaren Effekt auf mein chaotisches Leben hat.
    Wirklich besser - wenn auch noch nicht gut - komme ich klar, seit ich letztes Jahr begonnen habe, mit einem Therapeuten zu arbeiten, der zwar meine Diagnose Wissen wollte, aber dann gesagt hat, dass sie ihm egal wäre und er nur mit mir an den Sachen arbeiten will, die ich ändern will. Das hat zwar bisher auch noch nicht wirklich in einer Veränderung resultiert, aber ich fühle mich wenigstens verstanden und habe durch ihn gelernt, gelassener zu werden.

  6. #16
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 223

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    hanne23 schreibt:
    Ich hab zu hören bekommen, dass ich mich gegen die Therapie wehre, wenn was nicht geklappt hat, was die Therapeuten vorhatten. Dabei wollte ich wirklich!

    In den Einzelgesprächen wurde mir gesagt, dass meine Wahrnehmung über Sachen nicht stimmt, weil ich als Borderliner schließlich ja meine Gefühle nicht benennen kann und diverse Male habe ich mich - im Nachhinein betrachtet - in Dinge reinquatschen lassen, die aber nicht den Tatsachen entsprachen.
    Das ist das gemeinste überhaupt, die Invalidierung der eigenen Wahrnehmung.

    Die Therapeuten erzeugen damit ein Gefühl, dass man seinen eigenen Gefühlen, seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann sondern nur noch ihnen, nur sie wüssten, wie Situationen einzuschätzen sind, was als Emotion angemessen ist und was nicht.

    Diese Anmaßung die dahinter steht, ich finde das pervers.

    Menschen die sowieso schon Probleme haben und unsicher sind, werden nur noch weiter verunsichert und klein gemacht. Eklig!

  7. #17
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 111

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    ohja,"der therapie unwillige , hardcore borderliner, der es nicht wahr haben will, obwohl er die diagnose angenommen hat und kognitive verzerrungen hat, die er auch nicht wahrhaben will" - kenn ich, war ich auch, nach 45min diagnose ich eier an dem mist jetzt seit 2007 rum, hab nach der asperdiagnose nun zeit mich endlich den wesentlichen dingen zu stellen (depression und zwänge).

    soll heißen: klar, ist es möglich rein technisch in eine schiene zu geraten, die einem am ende als multiirre da stehen lässt - vor allem wenn borderline mal schwer oder schwach ausgeprägt ist und irgendwie ja auch noch 15 andere dinge als verdacht im raum stehen...
    natürlich kann ein adhs oder ein autismus mit einer persönlichkeitsstörung einher gehen, wo ne psyche ist kann die schaden nehmen, es ist nur trotzdem erstaunlich zu sehen, wie viele "uneinsichte borderliner"es gibt, die alle arge zweifel an ihrer diagnose haben...so ganz anders als die, die wirklich anfangen ihre diagnose zu akzeptieren und therapiefortschritte haben...(achtung: sarkasmus)

    ob es dir wirklich was bingt, die berichte zu haben sei dahin gestellt, rückwirkend wird es wohl keine entschädigung geben. um dich mal zu erheitern, in einem von meinen steht, meine bewegungen in der eurhythmie seien ausufernd und faserig - ich hab bis heute keine ahnung, was das heißt, ich fand eurhythmie schlicht unsinn und hab deswegen verweigert... außerdem habe ich eine "bus phobie, vermutlich trauma induziert"..mein favorite von allen abstrusitäten...ich kommen schlicht auf die geräusche, die gerüche, die bewegung etc. im bus nicht klar, vor allem nicht wen er voll ist...nix trauma und phobie. aber wenn keiner daran denkt, dass schlicht die sensorik übersteuert ist, müssen es emotionen sein...

    ich kann nachvollziehen, wie schlimm die erkenntnis sein muss, denn eine borderline therapie ist verdammt anstrengend und zäh...die medikation dabei tut ihr übriges. vor allem wenn man sich echt mühe gibt, weil man ja heilung will...
    wichtig ist immer, wenn man zwiefel hat, noch mal ne zweite meinung einzuholen...ich hab jahrelang gedacht, ich bin entweder richtig irre oder alle anderen haben ne falsche diagnose, weil die so anders waren als ich, so andere probleme hatten...dabei passte es von der symptomatik schon, aber im detail wurde es abwägig...

    und ja: es glaubt einem hinter schwerlich wer..weil man ja "verweigert, und es nicht wahrhaben will"...ist extrem gemein.

    dann aber auch beim fachmann...tust du ja grade.

    was aber wirklich geholfen hat und immer noch hilft ist für mich der kontakt zu echt bindungsgestörten: sie profetieren von meiner ehr rationalen sicht und ich erfahre, wo bindungen überhaupt bestehen könenn und lernen fettnäpfchen zu umgehen.
    es ist also wirklich nicht alles umsonst, nur unglaublich anstrengend ohne zeilgerichtet zu sein, in der zeit hätte man anders arbeiten können...

  8. #18
    Nyx


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 223

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    hanne23 schreibt:
    Ich werde nächste Woche alle Klinikunterlagen anfordern und dann hoffentlich wissen, was Sache ist. Wenn es einen Weg gibt, irgendwen für die verlorenen Jahre und finanziellen Folgen zur Verantwortung zu ziehen, werde ich den gehen. Ich habe über drei Jahre 325mg Venlafaxin plus Abilify genommen. Das das an meinem Körper ohne Folgen vorbei gegangen ist, bezweifle ich auch. Übrigens waren die 325mg Venlafaxin und das Abilify wirkungslos, das muss ich wohl jetzt nicht mehr sagen.... Wobei - doch - die Nebenwirkungen hatte ich. 
    Das ist ein schwieriges Unterfangen und wird dich, egal ob du verlierst oder gewinnst, wahnsinnig belasten und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass diese Belastung dir gesundheitlich schadet. Zusätzlich ist das diese ganze Unterfangen eine potentielle finanzielle Megakatastrophe. Wenn du dir nicht mal eben so Spitzenanwälte aus der Portokasse leisten kannst, würde ich davon abraten. Leider kann in der Welt der Psychiatrie alles ganz flix verdreht werden. Am Ende steht Aussage gegen Aussage.

    Ich wollte auch mal gegen meine ehemalige Psychotherapeutin vorgehen nachdem ich 5 Jahre nach dem die Therapie bereits zu Ende war endlich angefangen habe zu verstehen, was du für ein Missbrauch passiert ist. Eine Anwaltskanzlei hatte ich mir dann schon ausgesucht und die haben mir jede menge Unterlagen und Fragen zukommen lassen. Freunde und mein Arzt haben mir davon abgeraten und desto mehr ich mich damit beschäftigt habe, desto klarer wurde mir, dass vor allem eins nicht passieren wird: niemals wird sie zu geben einen Fehler gemacht zu haben und von ihrer ideologischen Therapie ablassen.

    Ich habe dann auch so meinen Frieden gefunden.

    Wenn du es trotzdem nicht lassen kannst: es gibt Schiedsstellen, wo ohne Gerichtsverfahren bei anerkannten Behandlungsfehlern versucht wird, einen Ausgleich zu finden. Wenn Fehler bei Operationen passieren, kann dieser Weg oft erfolgreich beschritten werden. Ich habe aber noch nicht von einem einzigen Fall gehört, wo ein Patient wegen vermeintlicher psychiatrischer Fehlbehandlung diesen Weg gegangen ist.

  9. #19
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 800

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    Ich habe bei meiner ADS-Diagnostik auch die Verdachtsdiagnose Borderline bekommen, festgemacht an folgenden Punkten:

    - Ich habe der Psychologin erzählt, mich ein einziges Mal geritzt zu haben (hatte sie gefragt), wegen Liebeskummer. Was ich ihr nicht erzählt habe: ich habe ausprobiert, ob "Ritzen" tatsächlich den emotionalen Druck so gut abbaut, wie es die Borderliner immer behaupten. Ich hatte davon im Internet gelesen und wollte es als mögliche Strategie zur Emotionsregulierung ausprobieren, als ich einmal von Liebeskummer geschüttelt wurde. Alles, was passierte, war, dass es wehtat und ich dachte "Mensch, was tust du dir da denn eigtl. an". War mir dann zu doof.

    --> meine Interpretation: Ich habe ein hohes Maß an Offenheit für Neues und Ungewöhnliches und bin einfach sehr neugierig, probiere gerne aus. Dieses hohe Maß an Offenheit für Erfahrungen ist sogar durch einen Test für Persönlichkeitsmerkmale festgestellt worden. Emotionale Intensität tritt auch bei ADS auf und Liebeskummer kann bei jemandem mit dieser Intensität an Erleben schon mal ins emotionale Extrem gehen. Das Ritzen sollte ein Lösungsversuch sein, hat sich aber im Nachhinein als Blödsinn herausgestellt. Die Neugier ist dagegen schon ziemlich ADS-typisch.

    - Ich erzählte davon, wie meine Beziehungen zu anderen Menschen aussehen: Am Anfang finde ich die neue Bekanntschaft supertoll, aber irgendwann kann es passieren, dass mich dieser Mensch nicht mehr sonderlich interessiert.
    --> deren Interpretation: Probleme mit der Nähe-Distanz-Regulierung.
    --> meine Interpretation: Hm, das kennen wir doch irgendwoher? Ach ja, das ist ja Alltag bei mir, dass ich Dinge zuerst spannend und irgendwann langweilig finde! Oder dass ich Dinge (und auch Menschen) einfach vergesse, wenn ich mich nicht aktuell mit ihnen beschäftige. Ein äußerst markantes Beispiel von ADS, meiner Meinung nach: Anfangs starke Begeisterung, dann Langeweile. Die Begeisterung kann auch wiederkommen, wenn ich wieder einen interessanten Aspekt an dem Menschen finde - was als "Schwankung" zwischen Distanz und Nähe ausgelegt wurde...

    - "Chronische Gefühle von Leere" legen den Verdacht nahe, dass die Patientin Borderlein (^^) haben könnte. Da fragte ich mich, wo sie diese chronischen Gefühle von Leere überhaupt her hat, wann ich das überhaupt gesagt habe....ich schätze, auch da hat sie irgendeine Aussage von mir missinterpretiert. Ich fühle mich im Gegenteil immer "gefüllt" von Eindrücken, Gedanken usw., es ist immer irgendwas los in meinem Kopf. Aber wenn das mal nicht so ist, krieg ich Probleme, nämlich Langeweile - nicht "Leere".

    - Bemühungen, nicht verlassen zu werden.
    --> meine Interpretation: Ein Partner bedeutet eine feste Größe im Leben. Der ADSler lechzt geradezu nach festen Größen, nach Struktur, das stabilisiert ihn. Ich halte recht zwanghaft an Gewohnheiten fest und werde aus dem Gleichgewicht gebracht, ändert sich das Vorhersehbare und Gewohnte zu stark. Der Wert für Zwanghaftigkeit war im Übrigen überdurchschnittlich hoch, was die Psychologin auch plausibel als Kompensationsstrategie bei ADS erklärt hat. Den Zusammenhang mit dem Klammern an einen Partner hat sie nicht gesehen.

    Anders als Borderliner kann ich sehr gut allein sein und brauche das sogar stark. Eher vermeide ich zuviel Kontakt, weil er mich anstrengt. Aufmerksamkeit zu bekommen vermeide ich eher, weil ich es nicht mag, wenn alle Blicke auf mich gerichtet sind (Ausnahmen gibt es), anders als Borderliner, die scheinbar um Aufmerksamkeit heischen.

    Ich widersprach der Psychologin auch, als sie mir ihre Verdachtsdiagnose mitteilte und meinte, dass zwar Ansätze vorhanden seien, aber nicht stark genug ausgeprägt und dass ich mich außerdem nicht damit identifizieren könnte. Ihre Antwort war, dass es auch schwache Ausprägungen geben könne und dass ich es schon allein deswegen abklären solle, damit mir zB mit DBT geholfen werden könne - fand ich auch plausibel. Trotzdem wäre es glaub ich falsch gewesen, eine Borderline-Diagnostik zu machen, weil ich mit meinem ADS sehr leicht dahingehend interpretiert hätte werden können und mich diese Diagnose eher noch mehr aus dem Gleichgewicht gebracht hätte als geholfen hätte, mich selbst zu verstehen. Eine Zeit lang versuchte ich sogar, diese von vornherein als falsch empfundene Verdachtsdiagnose zu "akzeptieren" und schaute mich in Borderline-Foren um und fand mich in einer mir fremden Welt wieder. Nein, es passte einfach nicht, auch nicht als "schwache Ausprägung". Allein schon das typische "Manipulieren" ist sowas von an meiner Persönlichkeit vorbei...ich bin unfähig zu manipulieren und hab mir schon oft gewünscht, es zu können. Ich kann es aber nicht, weil ich den Perspektivenwechsel nicht hinbekomme (ADS-typisch). Anstatt dessen kann man MICH wunderbar manipulieren, weil ich sehr naiv und gutgläubig bin und jegliche Versprechung für bare Münze nehme.

    Das Problem ist meiner Meinung nach, dass die Psychologen nur die "Symptome" sehen, aber nicht die Beweggründe erforschen. Hätte die Psychologin nachgefragt, wieso mich Menschen einen Tag begeistern und den nächsten langweilen, hätte ich ihr schon gesagt, dass das bei allen Sachen so ist, nicht nur bei Menschen und dass das am Dopaminhaushalt liegt.
    Von außen kann das dann alles wie Borderline aussehen, es stecken aber ganz andere psychische Mechanismen dahinter. Deswegen halte ich eine falsche Diagnose, trotz ähnlichen Behandlungsmethoden, auch für tendentiell schädlich. Wie sehr sie dir, hanne23, geschadet oder genützt hat, kann man glaub ich ziemlich schwierig einschätzen. Und egal, wegen welcher Diagnose du Venlafaxin bekommen hast, wenn es nichts nutzt, dann müsste der behandelnde Arzt eigtl. die Medikation ändern....völlig Wurst, wie die Diagnose heißt.
    Geändert von Chamaeleon (15.03.2015 um 18:11 Uhr)

  10. #20
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Fehldiagnose Bordeline

    Huhu - das klingt echt vertraut... Mit den Menschen ist bei mir auch so. Neuer Mensch = neues Projekt, drauf stürzen mit Feuereifer, wenns gewöhnlich wird, ist der Eifer weg. Ich schiebe dann aber nicht aktiv weg ich bemühe mich einfach nicht mehr.

    Das mit dem Alleinsein kenne ich auch bestens. Menschen sind einfach anstrengend. Viele Menschen auf einmal noch schlimmer. Ich brauche zwei Stunden am Tag Alleinsein. Bekomme ich das nicht, stresst mich das extrem.

    Manipulieren: kenn ich. Aber nur aus der Sicht des manipuliert werdens. Auch ich bin super gutgläubig und meine Hilfsbereitschaft wird oft ausgenutzt. Die anderen kommen immer zuerst.

    Und ja - Leere: Nie. Langeweile oft. Meine Birne läuft immer auf Hochtouren. Abschalten kann ich nur im Schlaf. Selbst wenn Hirn und Körper gleichzeitig gefordert werden, der Kopf läuft weiter. Ich finde es furchtbar...

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