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Diskutiere im Thema Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 20

    Ausrufezeichen Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Hi zusammen,

    mein Name ist Dennis, ich bin 26 Jahre alt, Bürokaufmann und erhielt vor ca. einem Jahr die Diagnose ADHS. Ich war aufgrund eines Burnouts 8 Wochen in stationärer Behandlung. Behandelt wurde ich mit Elontril (erst 150 mg, dann 300 mg). Am Anfang hat es mir sehr geholfen, zum Ende hin (Dezember) leider überhaupt nicht mehr; mir ging es mit Elontril schlechter als ohne. Daraufhin wurde das Mittel nach Rücksprache mit meinem Psychologen und Psychiater abgesetzt. Seitdem ist wieder einige Zeit vergangen, aber geändert hat sich nichts.

    Dieser Satz verfolgt mich schon mein ganzes Leben (Lehrern, Familie, Freunde, Arbeitgeber): "Du hast so viel Potential, mach' was draus!" Und ehrlich gesagt, kann ich es nicht mehr hören. ...weil ich es für mich einfach nicht umsetzen kann.

    Wie macht sich ADHS bei mir bemerkbar?

    ständige (geistige) Unterforderung - Resultat: schnell gelangweilt und daher immer wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen (kein Durchhaltevermögen)

    Diese Problematik zieht sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben. Sowohl in der Liebe als auch im Beruf (an die Schule will ich erst gar nicht denken; immer Ärger mit den Lehrern) kriege ich es nicht hin, einmal beständig zu sein bzw. zu bleiben (in einem Jahr 6 Jobwechsel). Meine Ausbildung habe ich nur abgeschlossen, weil ich diese - aufgrund von sehr guten Leistungen in der Berufsschule - um insgesamt eineinhalb Jahren verkürzen konnte. Schon damals hatte ich das Gefühl, dass mit mir "etwas nicht stimmt". Hätte ich mich nicht auf mein Gefühl (in Bezug auf meine Ausb.: "Dennis, ganze drei Jahre hältst Du das nicht durch!") verlassen, stünde ich heute ohne Ausbildung und somit auch ohne Perspektive da. Also gab ich ein Jahr Vollgas. Mir war es dabei auch total egal, welchen Ausbildungsberuf ich erlerne! - Hauptsache was in der Tasche. Schließlich war ich zu dem Zeitpunkt schon 24 Jahre alt. In puncto Beziehungen war es bisher immer egal wie euphorisch ich war oder wie gern ich meinen Gegenüber hatte; schon nach kurzer Zeit verlor ich das Interesse.


    Darüber hinaus bin ich strukturlos, chaotisch, verplant, unzuverlässig und liebe den Kick (gehe immer an mein Limit - sportlich -). Einige Eigenschaften sind mit Sicherheit auch auf den Charakter zurückzuführen.

    Ich brauche ständig Druck ("einen Tritt in den Allerwertesten"), um mein Potential/meine Leistung voll abrufen zu können. Wenn ich dann einmal in Fahrt komme, habe ich (lt. Arbeitgeber oder <früher> der Lehrer) geniale Momente. Meine Auffassungsgabe ist enorm... Schon nach kürzester Zeit, bin ich in der Lage, sehr komplexe Zusammenhänge zu verstehen und in die Praxis umzusetzen.

    Meine Leidenschaft zum Sport (ich seit 20 Jahren Fußball; aktuell sogar Regionalliga, nebenbei laufe ich Marathons) hat mir bei meinem Problem bislang immer sehr dabei geholfen (dort bekomme ich viel Anerkennung für meine Leistungen). Ob ich ohne überhaupt noch unter den Lebenden wäre, weiß ich manchmal nicht genau (nicht falsch verstehen, ich bin ein sehr lebenslustiger/-froher Mensch). Schließlich zweifelt man mit der Zeit an sich selbst... (man will doch einfach nur normal sein; sein Leben auf die Reihe kriegen, wie jeder andere Mensch auch)

    Erst heute Morgen beim Joggen habe ich wieder darüber nachgedacht, warum das alles so ist.

    Spielt der IQ dabei denn auch eine wichtige Rolle? Ich selbst komme mir nicht sehr schlau vor, zumal auch schon einige Test hinsichtlich dessen gemacht wurden (ich bin durchschnittlich intelligent). Wie aussagekräftig sind denn solche Tests? In letzter Zeit stelle ich das aber immer häufiger in Frage... Ich meine, ich fühle mich wirklich STÄNDIG unterfordert. Es ist nicht nur ein Gefühl, sondern wirklich so! Egal, wie komplex der Sachverhalt ist. Das kann doch nicht normal sein!

    Alles, was ich mir wünsche, ist, dass ich ein normales Leben führen kann.

    Ich freue mich auf eure Antworten.

    Lieben Gruß



    Ach ja: Verhaltenstherapie hat mir bisher nichts gebracht (nach 30 Sitzungen). Mein Klinikaufenthalt war von April bis Juni 2014.
    Geändert von Brillo29 ( 8.03.2015 um 15:06 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Hey, Dennis, zu den IQ-Tests bei ADHS: es macht einen großen Unterschied, ob man den IQ-Test unter medikamentöser Stimulantien-Therapie macht oder ohne. Ich kann hier keine wissenschaftlichen Fakten herbeiziehen, aber grob geschätzt kann das schon 10 IQ-Punkte nacht unten oder nach oben (ohne oder mit Stimulantien-Therapie) ausmachen. Letztendlich ist der hochbegabte ADHSler der, der die meisten und schwersten Probleme hat. Also sei lieber froh , dass du "nur" normal intelligent oder leicht überdurchschnittlich intelligent bist. Ich persönliche habe ADHS, Hochbegabung und Tourette-Syndrom: Nein, ich bin durch die Hochbegabung niemals glücklich gewesen, war immer nochmal extra anders, als andere ADHSler und sehe da viel mehr Nachteile als Vorteile für´s Leben.

    Zur Verhaltenstherapie: Es kommt auf den Therapeuten an. Wenn da die Chemie nicht stimmt oder der Therapeut keine Ahnung hat, kann man sich die Zeit besser sparen. Psychoedukation ist bei ADHS eminent wichtig. Ansonsten würde ich auch sagen: Es läuft beim Umgang mit dem eigenen ADHS nicht so, dass man sagen könnte:" Jetzt habe ich die Diagnose, war ein paar Wochen oder Monate in Therapie und alles, was dadurch in meinem Leben die letzten 20 Jahre "suboptimal" gelaufen ist, ist behoben." .Ich will damit sagen: Der Umgang und das Leben mit ADHS ist ein langwieriger Prozess, dass muss man über lange Zeit lernen und trainieren. Ich sage nur: GEDULD !!!!!!!

    Das du jetzt weißt, was Sache ist und die Diagnose hast, ist schon mal der erste Schritt. Als erstes würde ich mich mal jetzt tiefergehend darüber informieren. Da bist du ja dann hier im Forum schon mal richtig.

  3. #3
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Hallo Dennis,

    danke für deinen langen Bericht.

    Schau dich hier in Ruhe um.

    Weil du Marathon sagst, - mein Mann und ich - wir kommen beide aus ADHS-betroffenen Familien,
    die Verwandten meines Mannes sind sehr sportlich, einer meiner Schwager war in seinem Land
    sehr gut im Marathon, er meinte einmal, "ich laufe meinen Problemen davon". Also ohne den
    Sport wäre mit einigen nichts anzufangen.

    Vielleicht denkst du auch mal über ein anderes Medikament nach und ob du gut versorgt bist
    mit Vitamin D, B-Vitaminen, Zink, Magnesium usw., aber das hat man bei deiner Behandlung nach
    dem Burn-out sicher schon getestet.

    Meine "Verhaltenstherapie" steckt in meiner Signatur.

    Liebe Grüße
    Gretchen

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Geh zu einem Heilpkraktiker Deiner Wahl und mach einen Test auf KPU
    http://www.kpu-hilfe.de/kryptopyrrolurie/


    die ADS-Diagnose hat man schnell. Doch KPU ist eine vererbbare Stoffwechselstörung. Hierbei wird zuviel Zink ausgeschieden, was zu einem Zinkmangel führt.

    Und Zinkmangel und ADS sind sich doch sehr ähnlich.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    DIe ADHS-DIagnose hattest DU schnell gisbert. Viele hier hatten eine ausführliche Diagnostik mit Blutwerten und Urinwerten etc.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Hm, nagut, dann will ich nichts sagen.

    Edit: Halt stopp, ich rudere nochmal zurück... denn zum KPU-Test ist zu lesen "Gesetzliche Kassen übernehmen die Kosten meistens nicht." d.h. normalerweise wird darauf nicht geprüft!
    Geändert von gisbert (15.05.2015 um 15:01 Uhr)

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Sicher, warum sollte von "meinen" Krankenkassenbeiträgen eine Untersuchung auf eine völlig unbelegte Störung finanziert werden? Sehe ich nicht ein. Das Geld fehlt dann wieder woanders, wo es sinnvoller wäre.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.252

    AW: Diagnose ADHS - wie soll es weitergehen?

    Ja, hast ja recht. Solange auf Zinkmangel überprüft wurde. Was bei mir niemanden interessiert hat, scheint soweit alles ok.

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