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Diskutiere im Thema Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität??? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #31
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Und natürlich zwingt die Gesellschaft uns dazu, sich als krank zu sehen. In anderen Gesellschaftsformen und in anderen Zeiten war es eben anders.
    Noch vor 40 Jahren war es auch kein Drama, wenn das Kind nur Hauptschule abgeschlossen hat: er bekam seine Lehrstelle und relativ unproblematisch einen Job. Meine Tante hatte auch ziemlich viele Anzeichen von ADHS (spgar mehr als ich), nun ja, sie hatte zwar trotz ihre Intelligenz nur einen Hauptschulabschluss, aber sie hat bis zu Rente in ihrer Fabrik gearbeitet, hatte Mann und Kind und alles, was dazu gehört.
    In unsere Zeiten wäre sie HARTZ IV-Empfängerin und hätte dementsprechend einen grossen Leidensdruck.


    Ich komm noch aus einer Familie mit recht preußischen Erziehungsmethoden.
    Das war in den 70ern, meine Eltern aber schon ziemlich alt.
    Jede Menge Schläge, Einsperren, Aussperren, Unter die Dusche stellen, fesseln, sogar mal mit 4 nen Teller auf'n Kopf geknallt, weil ich nicht essen wollte etc.
    Ein ADHS Kind wird so nicht vor Angst brav.
    Nein, das Gegenteil. Erst recht trotzig und später, wurde dann auch zurück geschlagen.
    Ich sollte studieren, Bekam nen dank Schulversagens dann aber nur nen Hauptabschluss und eine nicht abgeschlossene Lehre.
    Lob gab es nie. Nur Gemecker.
    Ich glaub, ich wär früher Opium süchtig geworden und hätte in einer Opiumhöhle geputzt oder so^^,,,,,

    Meine Mutter hat aber auch sicher ADHS Anzeichen. Sie musste damals im Krieg mit 14 eine Ausbildung machen, durfte nicht weiter in die Schule und hat dann immer als Drogistin gearbeitet.
    Später ist sie dann gegen mich zuhause ausgeflippt.
    Sie wirkte auch immer viel jünger, war super fit für ihr Alter, immer unterwegs. An allem interessiert. Modern angezogen, Eine stolze Dame.
    Aber die wäre in der heutigen Zeit genauso durch gekommen. Die war pfiffig und hatte Biss.

    Das kann man einfach auch nicht pauschalisieren....


    Ich konnte noch nicht mal trauern, als meine Mutter starb, so hat sie mich zerstört,

  2. #32
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Fliegerlein schreibt:
    Wir können nicht der Gesellschaft oder der Gesellschaftsform so einfach die Schuld geben.
    Die hat sich so entwickelt und wir müssen zugeben, dass der größte Teil der Menschen damit zurecht kommt, nämlich die ca. 95%, die keine ADHS haben .
    Viel weniger, denke ich.
    Viele Langzeitarbeitslose, Niedriglohner und sonst wie Abgehängten haben kein ADHS.
    Gesellschaft ist nicht an allem Schuld, aber Globalisierung und Selbstopotimierungszwang treiben die Menschen regelrecht in die Krankheiten (wenn ich schon an die Kassierein denke, die mit massiver Angstproblematik von Klinik zu Klinik pendelt, kein Wunder bei dem Arbeitsbelastung).

    Vielleicht musste man bei milderen Gesellschaftsklima nur die schwerere ADHS-Fälle medikamentös behandeln, bei dem Hamsterrad unseren Zeiten geht das aber nicht, da die Menschen ständig in Angst leben, abgehängt zu werden und sich kein Zeit lassen können, sich anderes zu behandeln.

    Zu deinem Vater: natürlich, du kennst ihn besser. Aber kann es auch sein, dass er beides hatte: ADHS und Narzissmus/bzw. Borderline?

    Mein Vater ist extrem ängstlich, ich tippe auf eine generalisierte Angststörung plus Adipösität, also Fressucht.
    Meine Mutter ist eine sehr unsichere Person und explodiert sehr schnell, obwohl ich denke, dass sie keinen ADHS hat, dafür war sie schulisch und beruflich (Ärztin) zu gut.

    Ich selbst war als Kind sehr zerstreut, kam ständig zu spät, meine Leistungen waren zu unterschiedlich in den Fächer (typisch ADHS)
    Dazu aber: Derealisationen und Depersonalisationen (eigentlich Borderline).

    Im Laufe des Jahren wurde die ADHS -Problematik weniger, bin jetzt eigentlich eine Pünktlichkeits- und Kontrollfanatikerin, dafür aber die Borderline-Symptome sehr stark ausgeprägt (gerade im zwischenmenschlichen Bereich). Als ich zu ADHS-Diagnose ging, hoffte ich insgeheimen, dass man mir sagte, ich habe weder Borderline noch ADHS. Pustkuchen, ADHS hat man bestätigt und Borderline ist auch so gut wie sicher, ich sollte noch in dei Klinik zu sicheren Borderline-Diagnostik, aber der Job kam dazwischen

    @Nisha

    ist ja heftig. Kinder zu schlagen ist das Letzte

    Bin nur einmal geschlagen und zwar mit 17, als ich besoffen morgens früh nach Hause kam.
    Mich äußerlich zu Hause anzupassen habe ich früh gelernt, war so ein kleines manipulatives Ding, die genau wusste, wie ich jeder Familienmitglied um den Figer wickeln kann. Und perfekte Lügnerin, habe als Jüngerwachsene zu Hause Drogen konsumiert und so perfekt Theater gespielt, das nicht mal meine Mutter, die Medizinerin war, was mitbekommen hat. Hatte keine Gewissenbisse dabei, habe ja keinem geschadet, außer mich selbst
    Geändert von Felis (22.02.2015 um 14:11 Uhr)

  3. #33
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Sehr schöne Gedanken, finde ich Fliegerlein...

    Bringt mich nämlich gerade auf Neue

    Ist es nicht umgekehrt auch so zu sehen, dass gerade in der heutigen Zeit, der Eisbär die Möglichkeit hat, die Wüste zu verlassen?
    Schon allein deshalb, weil er weiß dass es noch was anderes , als Wüste gibt... Und weil er sich selbst kennt, bzw seine Bedürfnisse. .. und nicht mehr gezwungen ist an Ort und Stelle zu verharren und eine vermeintliche Pflicht in der Wüste erfüllen zu müssen.


    ... Und weil die Umwelt nicht nur grausamer geworden ist... Gleichzeitig ist auch viel an Toleranz und Akzeptanz entstanden, gegenüber dem, was man nicht kannte und nicht versteht...


    Es ist nicht schlechter, als früher... Es ist anders.... Denke ich... so vor mich hin

  4. #34
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Felis schreibt:
    Vielleicht musste man bei milderen Gesellschaftsklima nur die schwerere ADHS-Fälle medikamentös behandeln, bei dem Hamsterrad unseren Zeiten geht das aber nicht, da die Menschen ständig in Angst leben, abgehängt zu werden und sich kein Zeit lassen können, sich anderes zu behandeln.
    Bestimmt sogar.
    Und es stimmt natürlich, die Gesellschaft ist krank ... und dass es auch Nicht-ADS-Betroffene immer schwerer haben, zeigt sich ja schon allein an den gewaltigen Zahlen an Burnout und Depressionen etc ...

    Felis schreibt:
    Zu deinem Vater: natürlich, du kennst ihn besser. Aber kann es auch sein, dass er beides hatte: ADHS und Narzissmus/bzw. Borderline?
    Nicht als Kind, soviel ist sicher.
    Borderline: Nein. (diese "typischen" Wutausbrüche z.B. sind kein Privileg oder Zeichen für Borderliner, die zeigen sich genauso auch bei Narzissten)
    Narzissmus:
    Klar, aber als Komorbidität zur ADHS, denn das hat sich genau daraus entwickelt und lässt sich auch gut nachvollziehen.
    Aber selbst das trifft nicht komplett zu, denne s gibt Unterschiede zwischen ADHS-Betroffenen und Menschen mit NPS.

    Felis schreibt:
    Ich selbst war als Kind sehr zerstreut, kam ständig zu spät, meine Leistungen waren zu unterschiedlich in den Fächer (typisch ADHS)
    Dazu aber: Derealisationen und Depersonalisationen (eigentlich Borderline).
    Könnte es auch Dissotiation gewesen sein?
    Die findet man bei ADS häufig.

    Felis schreibt:
    ist ja heftig. Kinder zu schlagen ist das Letzte
    Das war auch in usnerer Kindheit der Normalfall.
    Da wurde auch nicht vor Kleiderbügeln, Gürteln oder was sonst gerade zur Verfügung stand, Halt gemacht.
    Aber mein Vater war ein ADHS'ler wie er im Buche steht ... und ist den 30igern/ 40igern auf dem Land aufgewachsen ...
    Und er war beruflich recht erolgreich.
    Das war nicht die Gesellschaft, die ihn dazu gemacht hat.

    Nichtsdestotrotz ist die heutige Gesellschaft krank, ... mehr als zuvor, das steht außer Frage .

  5. #35
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Allerdings steht heute auch vielen Menschen aufgrund der neuen Möglichkeiten viel mehr Wissen zur Verfügung, was die Arbeit an sich selbst durchaus erleichtern kann. So kann man heute viel mehr aufgrund der Erreichbarkeit grösser gestreuten Erfahrungen (flächenmässig gesehen) auf diese zurückgreifen und muss nicht zwangsläufig unbedingt alle Erfahrungen selbst durch machen, wenn man denn überhaupt auf die Ideen kommt, denn das Potential an Ideen, ist ja auch nicht zu verachten.

  6. #36
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    happypill schreibt:
    Ist es nicht umgekehrt auch so zu sehen, dass gerade in der heutigen Zeit, der Eisbär die Möglichkeit hat, die Wüste zu verlassen?
    Schon allein deshalb, weil er weiß dass es noch was anderes , als Wüste gibt... Und weil er sich selbst kennt, bzw seine Bedürfnisse. .. und nicht mehr gezwungen ist an Ort und Stelle zu verharren und eine vermeintliche Pflicht in der Wüste erfüllen zu müssen.
    Ja, das denke ich auch.
    Und selbst wenn nicht, denn eine Wüste ist ja mitunter groß und da kommt man nicht so leicht raus, wenn überhaupt.
    Aber zumindest haben wir es heute mit Wüsten zu tun, die bereit sind, dem Eisbären eine Rückzugmöglichkeit zu bieten.

    Zwar sind die Nischen kleiner geworden, aber es gibt sie und es gibt mehr und mehr Unterstützung darin, sie zu finden und sie zu schaffen.

    Natürlich setzt das voraus, dass der angerichtete Schaden nicht schon zu groß und irreparabel ist.
    Je früher erkannt, desto besser und desto größer die Chancen.
    Aber selbst dann gibt es ja solche Möglichkeiten wie SBA oder Erwerbmsinderung etc.
    Auch wenn ich selbst aus eigener Erfahrung zugeben muss, dass das System dennoch versucht, Leistungsfälle abzuwenden, sei es Reha oder Rente etc ...
    Aber es gibt sie.

    happypill schreibt:
    ... Und weil die Umwelt nicht nur grausamer geworden ist... Gleichzeitig ist auch viel an Toleranz und Akzeptanz entstanden, gegenüber dem, was man nicht kannte und nicht versteht...


    Es ist nicht schlechter, als früher... Es ist anders.... Denke ich... so vor mich hin
    Das spricht mir aus der Seele.
    Voll und ganz!

  7. #37
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Selbstverlezung ist auch kein "Garant" für eine Borderlinestörung, das zeigt vielmehr, dass jemand wirklich viel Stress hat in dem Moment und dass er/sie nicht mehr anders da raus kommt. Kommt öfter mal vor und sagt nix aus ob jemand nun Borderline hat oder nicht.

    Bevor irgendwer das aber irgendwo hinschreibt solltest du zumindest mal gefragt werden, ob du das selber so siehst. Jeder der da Diagnostik macht, sollte das auch irgendwie nachweisen können - und auch vielleicht mal einen Fragebogen machen, SKID II (das einser ist für die Frage Borderline das falsche) ist ja schon genannt worden, aber letztlich kommt es doch darauf an, ob du dich selber da gesehen fühlst oder nicht.

    Die Übergänge sind ja auch fließend und es gibt reichlich Überschneidungsbereiche. "Wir stülpen dir jetzt was über und du bist es dann" halte ich ja nicht für wirklich hilfreich.


    Nachtrag: Einfach weiterlesen... ich habe da mal zu früh auf "Antworten" gedrückt und die anderen 3 Seiten irgendwie verpeilt...
    Geändert von keeping cool (23.02.2015 um 16:49 Uhr)

  8. #38
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Fliegerlein schreibt:
    Bestimmt sogar.

    Könnte es auch Dissoziation gewesen sein?
    nein.
    Habe schon ausreichend mit dn Fachleuten abgekläst.
    Manchmal passiert mir das auch noch.

    War heute auch schon beim Psychologin, sie denkt auch, dass ich definitiv noch Borderline dazu habe.

  9. #39
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 385

    AW: Falsche Diagnose? ADHS oder emotionale Instabilität???

    Nur so ein kurzer Input für dich Felis

    Ich hatte auch BPS und ADS.
    Das BPS habe ich aber mittlerweile sehr gut im Griff.

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