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Diskutiere im Thema Elternfragebögen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 63

    Elternfragebögen

    Elternfragebögen sind ja sicher ein sehr wichtiges Instrument zur Diagnostik von ADHS, was nahe liegt.

    Allerdings frage ich mich schon, was für einen Stellenwert diese haben und warum diese doch sehr knapp ausfallen, im Gegensatz zu all den Papierstapeln, in denen man sich selbst einschätzen muss. Es waren genau genommen nur 10 "Items", die abgefragt wurden, während es auf dem Einschätzungsbogen von Partnern/Freunden etc. schon 18 waren, also viel differenzierter.

    Meine Eltern waren generell sehr irritiert, dass ich mit diesen Fragebögen ankam und sie haben direkt gesagt, dass sie sich eigentlich kaum noch genau an damals erinnern können und überhaupt, warum sollte etwas mit mir nicht stimmen. Nur bei einigen Sachen haben sie allenfalls "etwas" angekreuzt, obwohl beide wissen, dass ich z. B. in der Schule sehr unkonzentriert war und meine Probleme hatte, was ja immerhin meine Grundschulzeugnisse sehr deutlich zeigen. "Dir war halt langweilig", "da und da ging es dir nicht so gut, eigentlich bist du normal gewesen"...

    Gerade meine Mutter hat den Fragebogen ziemlich sicher mit der Absicht ausgefüllt, mich möglichst unauffällig einzuschätzen. Weil sie denkt, dass sie irgendwas falsch gemacht hätte und nicht will, dass ich irgendeine Diagnose in die Richtung bekomme, weil ich dann ja quasi Drogen bekommen würde... und mein Vater war eh nur am Schreibtisch und hat mich kaum erlebt.

    Das dürfte ja nicht nur bei mir so sein. Wie sind da Eure Erfahrungen mit der Einschätzung seitens der Eltern? Ich könnte mir höchstens bei den sehr hyperaktiven ADSlern vorstellen, dass die (überforderten) Eltern "gerne" zugeben, dass ihr Kind in einiger Hinsicht verhaltensauffällig war. Und wie wird bei der Diagnose mit "unauffälligen" Elternfragebögen umgegangen?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.953

    AW: Elternfragebögen

    Ich glaube, das es ein grosses Problem für Eltern ist, weil sie sich mit ihrer Erziehung selbst in Frage gestellt sehen - gerade auch, wenn Mütter wie in vorigen Generationen teilweise üblich - eben Haus, Kinder und Herd gehütet haben. Das erschüttert dann schon mal eine Grundfeste. Wobei ich aber auch sehe, dass es Eltern - oder gerade auch Mütter gab - die sich wirklich Mühe gegeben haben. Vielleicht hätten sie wirklich Einiges anders gemacht, wenn AD(H)S damals schon ein Thema war - war es aber eben nicht.

    Die Probleme die sich jetzt - und oft auch schon in der Kindheit - abzeichnen sind nicht durch die Erziehung entstanden. Und das ist der Knackpunkt, denn die Medien vermitteln heute immer noch gerne, dass es so wäre. Sicher kann eine entsprechende Erziehung die Probleme durch AD(H)S abmildern oder verstärken, aber das ist es dann auch schon. Erziehung macht kein AD(H)S!

    Und ja, in ihren Augen warst du vermutlich recht normal, denn sie kannten es vermutlich nicht anders. Und welche Eltern wollen schon gerne, dass ihr Kind krank ist? Allerdings liegt natürlich in der Anerkennung der Störung auch die Chance, dass sich eben etwas zum Guten verändern kann. Das du Probleme hast, beweisst ja schon dein Gang zum Arzt, würde ich denken. Das macht man ja nicht mal eben aus Jux und Tollerei, da steckt ja oft ein starker Leidensdruck dahinter.

    Wenn das Verhältnis zu deinen Eltern so weit gut ist, solltest du vielleicht noch einmal das Gespräch suchen. Vielleicht kannst du ihnen vermitteln, dass du wirklich einen Leidensdruck hast und dir mit einer Diagnose geholfen werden könnte. Medikamente sind ja nicht zwingend, es gibt ja auch andere Formen der Therapie, wobei die erfolgreichste wohl doch die Kombination von Medikament und Psychotherapie oder Coaching sein soll. In manchen Fällen ist es so, dass erst die Medikamente die Möglichkeit schaffen, das man sich auf eine Psychotherapie einlassen kann.

    Die Medikamente haben - entsprechend der Verordnung eingenommen mit entsprechender Diagnose - eigentlich auch kein Suchtpotential. Nicht umsonst vergessen viele AD(H)Sler durchaus die auch zu nehmen. Dagegen steht die Gefahr zur Eigentherapie mit Drogen, die durchaus gegeben und nicht unüblich ist. So gesehen könnte man vielleicht sogar von einem Schutz vor einem Abgleiten in die Sucht sprechen.

    Ich weiss jetzt nicht, ob das bei Hypos auch so ist, aber zumindest trifft das auf Hypers zu:
    Die Medikamente stellen einen auch nicht ruhig, sie erlauben im besten Fall eine bessere Konzentration, eine bessere Fokussierung und damit auch eine höhere Ausdauer, so dass man besser bei einer Sache bleiben und vielleicht auch einmal etwas zu Ende bringen kann. Diese "innere Entspannung" lässt manchmal den Eindruck von "ruhig" entstehen. Aber das ist halt eher in Form von nicht mehr so angespannt zu sein. - Menschen die das nicht kennen, dass man innen drin immer so angespannt ist, können das nicht unbedingt nachvollziehen und kommen dann gerne zum Rückschluss von "ruhig gestellt", was aber überhaupt nicht dem entspricht, denn dann könnte man sich ja nicht mehr so fokussieren und konzentrieren.

    Wie mit den Fragebögen bei der Diagnostik dann umgegangen wird, kann ich dir leider nicht sagen. 1.habe ich da keine Erfahrung (nicht mal aus 2. Hand) und 2.würde ich denken, dass es auch auf den Diagnostiker drauf ankommt.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.731

    AW: Elternfragebögen

    Mein Vater lebte nicht mehr und meine Mutter war 70, und ich war da schon 15 Jahre aus dem Haus und hatte Frau und Kind und wohnte 500 km entfernt von ihr.

    Ist doch völlig absurd, die alten Eltern mit Fragebögen zu behelligen.

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