Hallo,
Ich bin neu hier im Forum, ich vermute bei mir ein hypoaktives ADS welches auch seit dem Kindesalter besteht. Ich bin rückblickend betrachtet und auch derzeitig, der klassische Träumertyp, also ständig geistig wo anders, tagträumend, unaufmerksam, vergesslich, chaotisch und unorganisiert ohne Ende, für meine Eltern war ich immer "faul" musste zu Hausaufgaben und Lernen immer massiv angetrieben werden. Meine schulischen Leistungen waren nie besonders gut, hätten aber immer besser sein können. Ich hab mittlerweile eine Ausbildung abgeschlossen, habe aber beschlossen "mehr" zu wollen und ein Studium angefangen. Jetzt befinde ich mich allerdings in der Situation, dass ich mich dem Leistungsdruck nicht gewachsen fühle, obwohl ich in dem Studium "aufgehe" und ich glaube dass es genau das Richtige für mich ist. Ich halse mir privat wie beruflich immer mehr Verantwortung und Aufgaben auf die ich nicht oder nicht zu meiner Befriedigung bewältigen kann. Strategien und Methoden um mehr Struktur in mein Leben zu kriegen scheitern am Tagträumen und fehlendem Antrieb. Die Problematik erstreckt sich nicht nur über "ungeliebte" Aufgaben (die ich gerne "bis kurz vor Schluss" aufschiebe) - auch zum Pflegen von Hobbys oder Freunde treffen bzw. Freundschaften pflegen fehlt mir oft der nötige Antrieb und die Kraft. Ich habe Freude an meinem Leben, das einzige was mich stört ist, dass ich ständig das Gefühl habe ein Brett vor dem Kopf zu haben, dass mich einschränkt und diese elende Trägheit.

Ich habe vor ein paar Jahren während meiner Ausbildung, als ich bereits den Verdacht hatte dass eine ADS Problematik bestehen könnte, die "Erfahrung" gemacht das mir MPH gut tut - hilft nicht im Unterricht einzupennen oder geistig abwesend zu sein. Bin aber damals nicht zu einem Fachmann gegangen, wohl auch weil ich mich mal wieder "irgendwie so durchgemogelt" habe und von meiner damaligen Freundin kräftig in den Hintern getreten wurde um den Anforderungen einigermaßen gewachsen zu sein.
Da ich nun neuen Anforderungen alleine gegenüberstehe und merke, dass ich diesen nicht gewachsen bin habe ich mich überwunden einen Fachmann (der hier auf der Seite genannt wurde) zu konsultieren. Leider bin ich nach dem Beratungsgepräch nicht wirklich weiser und die Telefonnummer der Koordinationsstelle für Psychotherapie hätte ich auch selbst gefunden. Ich halte persönlich eine Verhaltenstherapie für wirksam aber denke nicht, dass ich sie ohne Medis hinkriege.

Der Psychiater meinte er will in meinem Fall kein MPH verschreiben da ich im Alter von 5 Jahren einen Schlaganfall (kurze TIA) hatte welcher jedoch nur kurz anhielt und bis heute rezidivfrei ist. Und dass, obwohl ich seit 11 Jahren starker Raucher bin und auch Alkohol trinke. MPH würde aber zu gefäßschädigend wirken. Ich denke der Arzt ist bei MPH sowieso eher vorsichtig, ich habe vermieden von meiner Positiverfahrung bzgl. MPH zu berichten, aber möchte es eigentlich schon nutzen um meine Problematik in den Griff zu kriegen.
Ich habe jetzt keine Ahnung was ich machen soll und ob ich noch irgendwie eine Möglichkeit habe eine Diagnose zu bekommen.