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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 12

    AD(H)S und Hochsensitivität

    Hallo, da bin ich wieder.
    Vielen Dank für Eure Beiträge Phönixe und Marla. Mir ist tatsächlich auch wichtig, mich mit Leuten auszutauschen, die fühlen wie ich. Damit ist schon viel gesagt, denn als Hochsensitiver -ob mit oder ohne ADS/ADHS- verstehst und ordnest du die Welt mittels Gefühlen. Selbst Gedanken bestehen aus Gefühlen und da kann bei Überforderung eben auch eine Menge Salat entstehen. Andererseits fühle ich mich oft auch total ruhig und einfache Ablenkungen (z.B. ein einfaches Wort in einem Satz) können dazu führen, dass ich abtauche und meine eigenen Gedanken weiter spinne. Mein restliches Selbst funktioniert dann auf Autopilot, manchmal weiss ich auch nicht mehr, was ich tatsächlich während dieser Zeit alles so erledigt habe. Erschrecke mich dann auch, wenn ich dachte, ich etwas getan, sehe es aber tatsächlich noch genauso unverändert wie vorher. Auf der einen Seite kann es total interessant und entspannend sein, auf der anderen Seite verliere ich dann doch etwas den Anschluss in der Außenwelt.

    Mit der Isolation ist es so eine Sache. Früher habe ich darunter gelitten. Jetzt brauche ich Auszeiten. Ich beschränke meine Kontakte auf wenige Leute von denen ich weiss, dass sie mich verstehen und, obwohl sie manchmal beleidigt reagieren, mir dennoch die Stange halten. Ich sage dann oft "schau ich mag Dich sehr und möchte auch Zeit verbringen, aber du weisst was für ein Chaot ich sein kann und dass es am Ende nicht klappt." Leute die mich mögen, akzeptieren das und ich habe weniger Druck allerdings auch weniger Freunde als möglicherweise der übliche Durchschnitt der Bevölkerung. Aber mir ist das egal. Ich brauche nicht viel, sondern gute Bindung. Ich versuche auch schon lange nicht mehr, Teil einer Gruppe zu sein. Das funktioniert einfach nicht. Ich denke für mich und brauche keine Bestätigungen mehr von außen, dass meine Wahrnehmungen und Vorstellungen stimmen. Ich sage mir: für mich ist das stimmig. Gleichzeitig akzeptiere ich eine fremde Meinung (solange sie nicht verletzend ist) und sehe sie als das was sie ist, eine fremde Meinung, nicht die absolute Wahrheit. Die gibt es wahrscheinlich gar nicht. Das hilft mir. So lange du dich selbst in deinem Anders sein wirklich akzeptierst brauchst du die Bestätigungen durch andere auch nicht mehr. Emotionale Selbstständigkeit und Selbstakzeptanz ist ein wichtiges Thema für einen Hochsensitiven (eigentlich für alle anderen auch). Ich schwimme nicht mehr mit dem Strom, sondern beobachte, was vor sich geht, bilde mir meine eigene Meinung und stehe für mich selbst. Ich habe gelernt, mit anderen emotional zu kommunizieren, ohne meine Welt zu erklären. Das braucht es auch nicht. Jeder hat seine eigene Wahrheit. Je mehr ich für mich stehe und mich selbst akzeptiere, desto einfacher wird der Umgang mit anderen und dann kann ich mein Potenzial leben. Das funktioniert bisher ganz gut. Wenn ich mich nach Freunden sehne, dann nehme ich sie so wie sie sind und wertschätze sie für das was sie haben. Natürlich gibt es Leute, die passen so gar nicht zu mir (aber nicht, weil es eine superschlanke Püppi in Designerklamotten ist, sondern weil sie einfach nicht mit mir schwingt, Brainwaves einfach nicht kompatibel!) und da versuche ich erst gar nicht, Anschluss zu finden. Ich schaue, wer passt zu mir, aber sie müssen nicht mein Weltbild haben, sondern es gibt andere Dinge, die ich an ihnen mag und schätze. Ich versuche nicht, mich in anderen zu finden. Ich versuche, mich in mir selbst zu finden. Das funktioniert für mich ganz gut. So überfordere ich weder mein Umfeld noch mich. Ich habe dann auch wenn ich allein bin nicht das Gefühl einsam zu sein, weil ich weiß, dass ich ehrliche und schöne Bindungen habe, die halten, wenn auch wenig. Echte Wertschätzung und weniger Werten sind der Schlüssel dahin, auch wenn es sich leichter sagt als umsetzt.


    so, jetzt muss ich ein bisschen weiter arbeiten.

    Bis später mal

    LG
    zabinchen

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 12

    AW: AD(H)S und Hochsensitivität

    P.S.: übrigens ist mir beim Nachdenken so aufgefallen, dass Essen eine gute Betäubung ist. Ich glaube, dass die Speckschichten die Wahrnehmung dämpfen, was vielleicht vor Überflutung schützt. Wenn ich weniger esse und Gewicht verliere, werden meine Wahrnehmungen noch intensiver und klarer, ich glaube, dass ich mich mit meinem Speck auch etwas eindämme. Das soll keine Entschuldigung sein, aber die Erfahrung kommt immer wieder. Außerdem verbrennt das Gehirn einen großen Anteil der Kalorien und ein Gehirn auf Hochtouren braucht eben auch Mehr Energie, was trotzdem nicht heißen soll, dass man die Kalorien reinschaufeln sollte, Essen kann eben auch zur Belohnung und zur Sucht werden. Außer wenn ich existenzielle Ängste kriege, dann geht gar nichts mehr rein. Aber ich habe den Kampf gegen die Pfunde aufgegeben, seitdem nehme ich aber auch nicht mehr zu, sondern hab noch was abgenommen.

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