Zeige Ergebnis 1 bis 7 von 7

Diskutiere im Thema Diagnose erhalten. Und nun? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 39

    Diagnose erhalten. Und nun?

    Wie im Titel schon steht, seit heute habe ich die Diagnose: ADHS Mischtyp.
    Als der Doktor mir das Ergebnis gesagt hat, habe ich erst einmal unwillkürlich (und wahrscheinlich auch etwas debil) gegrinst. Endlich. Das Kind hat einen Namen.

    Aber wie geht es jetzt weiter?
    Am Donnerstag werde ich mir mein Rezept für Medikinet in der Klinik abholen und dann wahrscheinlich am Freitag mit der Einnahme starten. Auf der Warteliste für die Therapiegruppen habe ich mich auch setzen lassen. Wartezeit momentan: bis zu einem Jahr. Trotzdem werde ich auch nach anderen Möglichkeiten suchen, damit ich nicht so ewig bis zum Beginn der nicht-medikamentösen Therapie warten muss.

    Am kommenden Donnerstag werde ich auch einen Infoabend einer Selbsthilfegruppe besuchen, vielleicht ist die ja für mich geeignet.

    Was habt ihr nach eurer Diagnose gemacht? Wie seid ihr vorgegangen? Wie seid ihr vor allem eurem Arbeitgeber gegenüber aufgetreten? Regelmäßige Arztbesuche muss man ja irgendwie ankündigen. Derzeit bin ich noch auf Jobsuche, das muss ich auch beachten.

    Gruß

    LastBoyscout

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Diagnose erhalten. Und nun?

    Hallo,

    also bei mir ist es so das ich Anfang September das erste mal von selbst bei einem Psychiater aufgeschlagen bin. Grund dafür war das ich im August im Krankenhaus gelandet bin und deshalb direkt von meinem Arbeitgeber die Kündigung erhalten hatte. Das war dieses Jahr bereits das zweite Mal das mir das passiert ist, jedes Mal wegen der gleichen Krankheit. Naja und dadurch dass das eben wieder so passiert ist hatte ich dann im August einen kompletten Nervenzusammenbruch der soweit ging das ich selbst fast keinen Ausweg mehr gesehen habe.

    An dem Punkt war für mich klar, ich brauche Hilfe, egal welche... also bin ich beim nächsten Psychiater einfach aufgeschlagen und hab dem erzählt was los ist. Damit fing die ganze Sache an und brachte einiges ins Rollen.

    Ich weiß das ich seit Jahren schon Probleme habe, habs aber nie verstanden. Ja und dann ging es erst mal damit los das ich ein paar Tests gemacht habe, wurde zum Neurologen geschickt und so weiter bis eben alle Befunde soweit da waren.

    Es stand von Anfang an aber bereits fest das ich in einer ziemlichen Depression stecke und das nicht erst schon jetzt. Ich bekomm mittlerweile Antidepressiva die langsam auch zu wirken beginnen. Das ist schon mal ein wahnsinnig gutes Gefühl wenn sich der ewig graue Schleier mehr und mehr ins Nichts auflöst.

    Naja und in der weiteren Diagnosefindung hat sich mittlerweile bei mir der Verdacht auf ADS zunehmend verhärtet. Im Moment warte ich auf den endgültigen Befund.

    Was für mich in dieser Situaton aber sehr entscheidend ist: Ich bin seit Mitte September auch arbeitslos gemeldet und somit auf Arbeitssuche. Allerdings war in den letzten Wochen dermaßen durch den Wind das mich mein Psychiater vorrübergehend per Krankschreibung komplett raus gezogen hat.

    Bis jetzt hat mir das wahnsinnig geholfen weil das schon mal eine riesen Last von mir genommen hat. Bis Ende des Monats läuft die jetzige AU noch, einen Tag vor Ablauf hab ich den nächsten Termin und dann besprechen wir wie es weiter gehen wird.

    Für mich steht im Moment aber eines fest, meine Gesundheit hat für mich absolut höchste Priorität... sollte ich den festen Befund mit ADS erhalten und dementsprechend noch ein Medikament neben meinem Venlafaxin dazu, dann werde ich sehen das ich noch etwas länger eine Auszeit habe bis die richtige Medikamentendosis gefunden wird mit der es mir selbst auch gut geht.

    Gleichzeitig werd ich mir auch einen Therapieplatz suchen und wenn es nicht anders geht dann zur Überbrückung Ergotherapie.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Diagnose erhalten. Und nun?

    Montaine,

    vielen Dank für deinen Beitrag.
    Hast Du Deinem Betreuer bei der Arbeitsagentur etwas von ADHS erzählt? Oder noch nicht?
    Ich suche ja derzeit auch noch und muss mich regelmäßig bei der Agentur melden.


  4. #4
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Diagnose erhalten. Und nun?

    Lieber LastBoyscout

    Ich habe meine Diagnose nun schon seit einigen Jahren. Ich war damals sehr froh, dass da in meinem Gehirn etwas anders ist als bei anderen. Vor allem war ich froh, dass ich nicht dumm und faul bin.
    Ich bin damals sehr offen mit dem Thema ADHS umgegangen. Ich habe es auch meinem Arbeitgeber gesagt. Heute würde ich das allerdings nicht mehr tun. Viele Leute haben viel zu viele Vorurteile und viel zu wenig Ahnung von ADHS. Ich habe das leider auch ein paar Mal zu spüren bekommen. Heute wissen die meisten meiner Arbeitskolleginnen nicht, dass ich ADHS habe. Sie brauchen das auch nicht zu wissen und ich bin nicht verpflichtet meinen Arbeitgeber darüber zu informieren.
    Das mit den regelmässigen Arztbesuchen löse ich, indem ich sie auf meine freien Tage lege oder ich gehe am Feierabend hin. Da ich unregelmässige Arbeitszeiten habe ist das kein Problem. Niemand merkt, dass ich etwas öfter als andere zum Arzt gehe.
    Im heimlich Tabletten schlucken bin ich mittlerweile eine Meisterin.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 159

    AW: Diagnose erhalten. Und nun?

    Ist ja lustig, ich bin genauso alt wie du und habe meine Diagnose seit gestern, heute erster Tag mit Medikinet Adult.


    Ich stelle mal eine Gegenfrage: Wie wäre es denn ohne Diagnose weitergegangen?

    Bei mir sind erstmal nur Medis angesagt, meine Ärztin kennt sich anscheinend gut aus und weiß dass eine Therapie vielleicht gar nicht notwendig ist wenn die Medikamente gut wirken. Vor 10 Jahren wurde in D anscheinend noch die Ansicht vertreten man müsse erstmal eine Therapie machen bevor man überhaupt die Medis bekommt.
    Ich habe gelesen dass in neueren Studien rauskam dass eine Therapie ohne Medis eher nichts bringt, Medis sind oft Vorraussetzung für eine Therapie oder als Begleitung anzusehen. Medis alleine können allerdings schon ausreichen. Das alles natürlich nur wenn nicht noch zusätzlich Psychosen vorhanden sind, da ist es dann noch mal ein bisschen verzwickter.

    Beim Arbeitgeber ist es wohl besser nichts zu sagen. Ich konnte allerdings mal wieder meine Klappe nicht halten und habe es gemacht. Bisher hatte es keine offensichtlichen Auswirkungen, aber man weiß nie ob so manches nur Zufall ist oder eben nicht. Ansonsten ist es vermutlich besser nichts zu sagen. Allerdings hätte ich in der HS am liebsten auch schon Streit angefangen weil einmal ein Dozent behauptet hat es wäre "erwiesen dass 50% aller Kinder die ADHS diagnostiziert bekommen hätten gar kein ADHS haben". Ein anderer fragte jemanden der mit dem Bein gewackelt hat ob er ADHS habe, war wohl eine scherzhafte Kritik weil es in dem Fach um Selbstdarstellung geht. Ich konnte mich nur zurückhalten weil ich in meinem Leben schmerzhaft oft gelernt habe dass wenn man Lehrkräfte auf Fehler hinweist, sich das direkt in der Notengebung widerspiegelt. Also Klappe halten und den Ärger in ein innerliches Lachen umwandeln.


    Im Freundeskreis, der bei mir mehr als überschaubar ist, werde ich es auf jeden Fall sagen. Aber die Freunde die ich habe, haben mich bisher mal so ertragen wie ich bin.

  6. #6
    pero

    Gast

    AW: Diagnose erhalten. Und nun?

    Ich würde Dir raten Dich jetzt sehr ausführlich mit ADHS zu beschäftigen und dabei zu versuchen DEINE ADHS Probleme möglichst genau zu erkunden.
    ADHS ist ein Sammelbecken von sehr unterschiedlich ausgeprägten Symptomen und es ist nicht "heilbar". Es geht also darum zu sehen wie man die individuellen Probleme reduzieren kann. Vielleicht können Medikamente helfen, aber wahrscheinlich werden die auch nur einen mehr oder weniger großen Teil davon abdecken.
    Beim verbliebenen Rest geht es dann darum zu sehen welche Probleme man durch externe Hilfe und welche man selbst (durch Verhaltensänderungen) reduzieren kann. Der Zentrale Punkt ist also die Selbsterkenntis.

    Dazu würde ich als Einstiegsliteratur das "Zwanghaft zerstreut" von Hallowell&Ratey und die Bücher von Cordula Neuhaus empfehlen. Die sind oft auch über eine Stadtbiliothek ausleihbar oder gebraucht recht günstig über amazon zu bekommen. Das sind Bücher die nicht sooo medizinisch sind, sich mehr mit den seelischen + praktischen Problemen beschäftigen.

    Vielleicht gibt es ja auch eine erwachsenen Selbsthilfegruppe in der Nähe. Oder einen anderen Betroffenen in der Nähe mit dem man sich austauschen kann. Es hat mir extrem geholfen jemanden zu haben der sehr oft "Ich weiß genau was du meinst" sagt. Aber auch mal "Das ist bei mir ganz anders". ( ellipirelli )
    Es tut gut zu wissen das man zwar anders, aber dennoch damit nicht allein ist...


    Die Diagnose ist ein sehr wichtiger Schritt, aber auch nur der Begin einer sehr spannenden Reise in sein eigenes Innenleben...

    LG
    pero

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Diagnose erhalten. Und nun?

    LastBoyscout schreibt:

    Was habt ihr nach eurer Diagnose gemacht? Wie seid ihr vorgegangen? Wie seid ihr vor allem eurem Arbeitgeber gegenüber aufgetreten? Regelmäßige Arztbesuche muss man ja irgendwie ankündigen. Derzeit bin ich noch auf Jobsuche, das muss ich auch beachten.
    also dem Arbeitgeber wird ich es nicht sagen, dass du ADS hast, dass geht ihn nichts an und es hat in der Regel nur negative Konsequenzen, wenn du es sagst - demzufolge natürlich auch nicht bei der Jobsuche erwähnen, dann stellen die dich gleich gar nicht erst ein

Ähnliche Themen

  1. Diagnose erhalten - Verdacht bestätigt
    Von Nordstar im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.12.2013, 12:30
  2. HILFE! Freund hat die Diagnose Asperger erhalten. Was tun?
    Von lia90 im Forum ADS ADHS Erwachsene: Asperger, Autismus
    Antworten: 62
    Letzter Beitrag: 10.02.2013, 20:09
  3. viele Unterfranken erhalten ADHS-Diagnose
    Von gisbert im Forum ADS ADHS Allgemeines
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 5.02.2013, 17:53
  4. Diagnose erhalten, jetzt Medi auswählen!
    Von Confusio im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 24.03.2012, 16:24

Stichworte

Thema: Diagnose erhalten. Und nun? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum