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Diskutiere im Thema Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5 im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #1
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    Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    DSM-5: (American Psychiatric Association, P. Falkai, H.-U. Wittchen (Hrsg.): Diagnostic and Statistic Manual of Mental Disorders. Mai 2013, 5. Auflage)


    Es wurden im DSM-5 einige veränderungen bei den diagnosekriterien der AD(H)S bei erwachsenen durchgeführt:

    1. im Bereich der symptome des Aufmerksamkeitsdefizits müssen bei erwachsenen nun 5
    (statt vorher 6 kriterien laut DSM-IV)
    oder mehr der neun symptome von unaufmerksamkeit während der letzten sechs monate ständig (...) vorhanden sein. (vgl. krause und krause 2014:60)

    2.
    im Bereich der symptome der hyperaktivität und impulsivität müssen bei erwachsenen nun 5 (statt vorher 6 kriterien laut DSM-IV)
    oder mehr der neun symptome von unaufmerksamkeit während der letzten sechs monate ständig (...) vorhanden sein. (vgl. ebd.)

    3. zudem wurde das erstmanifestationsalter auf 12 jahre angehoben, d.h. einige symptome
    der hyperaktivität-impulsivität oder unaufmerksamkeit traten bereits vor dem alter von 12 jahren auf (statt vorher vor dem 7. lebensjahr laut DSM-IV) (

    4. nach den erweiterten kriterien des DSM-5 bzgl. AD(H)S ist eine komorbidität mit einer autismusspektrumsstörung möglich.



    Quellen:
    johanna krause, klaus-henning krause: ADHS im erwachsenenalter. symptome-differntialdiagnose-therapie. 4. auflage 2014. Schattauer.

    http://www.psychotherapie-lehrbuch.de/dsm-5.html






  2. #2
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
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    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    Huhu,
    Sumasu schreibt:
    nach den erweiterten kriterien des DSM-5 bzgl. AD(H)S ist eine komorbidität mit einer autismusspektrumsstörung möglich.
    hier muss ich einmal nachhaken: "komorbidität" bedeutet ja, dass die eine Erkrankung eine Ursache für eine andere Erkrankung ist (also beispielsweise Herzstörungen im Zusammenhang mit Trisomie 21).
    Das würde in diesem Fall bedeuten, dass AD(H)S die Folge einer Grunderkrankung im autistischen Spektrum ist? Oder umgekehrt?

  3. #3
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.125

    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    Hallo habitbreaker hab mal im Psychotherapie-lehrbuch nachgelesen. bzw. was da steht ohne das Buch gleich zu kaufen. Da lässt sich leider nicht erkennen wie es gemeint ist

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    Gerade dabei könnte ich mir sogar vorstellen, dass die beiden
    Erkrankungen sich gegenseitig begleiten und sowohl die eine
    als auch die andere als Begleiterkrankung zu werten ist.
    Oder anders: Beide Erkrankungen treten von Geburt an auf und
    verstärken sich gegenseitig wenn beide vorhanden sind.
    Früher war es ja so, dass autistische Menschen grundsätzlich kein
    ADHS haben konnten. Somit eine Verbesserung für Autisten.

  5. #5
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.692

    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    Minzi, so würde ich es auch verstehen. Ich meine das es sonst eher ein entweder oder gab, jedoch kein auftreten von beidem. Das eine sozusagen das andere ausschloss.
    Sehr unglückliche und unklare formulierung der mit dem begriff komorbidität im dsm-5 gewählt wurde.
    Ich kann aber nochmal im krause&krause buch nachlesen, ob und wie es dort aufgenommen bzw. Beschrieben wurde. Wobei das buch vor der endgültigen festlegung der Neuerungen im dsm-5 geschrieben verfasst wurde.

  6. #6
    Ist hier zuhause

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    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    Komorbidität bedeutet lediglich eine/mehrere weitere Erkrankung/en. Es muss KEIN Zusammenhang zur Grunderkrankung vorliegen.

  7. #7
    Impulsbombe

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    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.125

    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    creatrice schreibt:
    Komorbidität bedeutet lediglich eine/mehrere weitere Erkrankung/en. Es muss KEIN Zusammenhang zur Grunderkrankung vorliegen.
    Im Text wird auch nur die Möglichkeit einer Komorbität erwähnt. Was darauf hinweist dass es eine Vebindung geben kann,aber nicht unbedingt muss.

  8. #8
    Rettich

    Gast

    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    habitbreaker schreibt:
    Huhu,

    hier muss ich einmal nachhaken: "komorbidität" bedeutet ja, dass die eine Erkrankung eine Ursache für eine andere Erkrankung ist (also beispielsweise Herzstörungen im Zusammenhang mit Trisomie 21).
    Das würde in diesem Fall bedeuten, dass AD(H)S die Folge einer Grunderkrankung im autistischen Spektrum ist? Oder umgekehrt?
    Ich denke, so kann man das nicht sagen. Ich denke, sowohl ADHS als auch Eine Störung im autistischen Spektrum können unabhängig voneinander existieren. Wenn man nun beides hat, wer will da sagen, dass eine ist die Grunderkrankung und das andere die Komorbidität?


    Komorbidität besagt meinen Verständnis nach, dass eine oder mehrere andere Erkrankungen entweder gleichzeitig oder nacheinander zu einer Grunderkrankung auftreten können und einander bedingen können aber nicht müssen.


    Also nach (meiner) Logik nach besagt der Satz:
    4. nach den erweiterten kriterien des DSM-5 bzgl. AD(H)S ist eine Komorbidität mit einer autismusspektrumsstörung möglich.

    das zusätzlich zu einer Störung im Autismusspektrum auch ADHS als Komorbidität möglich sein kann.

    Vielleicht kann Herr Fliegerlein etwa dazu sagen.

  9. #9
    Impulsbombe

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    Wäre es da nicht sinnvoll die schwerwiegendere Störung als Grunderkrankung zu sehen?

  10. #10
    Wohnt hier

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    AW: Neuerungen der diagnostischen Kriterien AD(H)S bei Erwachsenen - DSM-5

    Sunpirate schreibt:
    Wäre es da nicht sinnvoll die schwerwiegendere Störung als Grunderkrankung zu sehen?
    kraus und kraus schreiben dazu,
    "das das asperger-syndrom und ADHS gehäuft assoziiert sind" (ebd.:167)

    weiter heißt es:

    "wenn die diagnosekriterien beider störungen erfüllt sind,
    sollten beide diagnosen gestellt und entsprechend behandelt werden.
    beim asperger-syndrom treten die aufmerksamkeitsdefizite und hyperaktiven symptome
    aber oft nur in sozialen, für die patienten unangenehmen situationen auf.
    in diesem fall wird nur die diagnose des asperger-autismus gestellt" (Hofvander et al. 2009 in krause und krause:167)


    die forschungen zeigen das gehäufte auftreten von asperger und adhs,

    "dass aber aufgrund des ausschlusses einer diagnose beider erkrankungen
    beim gleichen patienten in ICD-10 und DSMIV in diesen fällen wohl häufig
    eine benennung und adäquate behandlung beider symptonkomplexe unterbleibt" (K&K ebd.:166)

    im überarbeiteten DSM-5 wird dem nun rechnung getragen und das gemeinsame auftreten von asperger und adhs offiziell zugelassen (vgl. ebd.)



    zudem wird in dem buch ein link gesetzt der einen fragebogen zur erfassung der asperger symptomatik im erwachsenenalter
    vom autismusforschungszentrum in cambridge enthält,
    der soll frei zugänglich sein und zum teil auch in deutscher übersetzung:
    (autism research centre)

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