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Diskutiere im Thema "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    pero

    Gast

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Richtig, vergiss die Diskussionen und hole Dir einen Termin.
    Natürlich gibt es auch falsche Diagnosen, aber das es ADHS nicht gibt, das ist nun wirklich grundlegend falsch.
    Nur mal so als ein wichtiger Aspekt der immer wieder behauptet wird.
    "Mit Ritalin werden die Kinder nur ruhig gestellt." Nur ist MPH nun mal leider (oder zum Glück) ein Aufputschmittel, mit Amphetaminen verwandt. Und wie kann man jemanden mit Aufputschmittel ruhig stellen? Das wäre so als würde man mit Benzin ein Feuer löschen… Auch das geht durchaus, aber nur unter ganz bestimmten Rahmenbedingungen, eben wie bei einer Botenstoffwechsel-Besonderheit wie ADHS. "Gesunde" Menschen werden durch MPH nicht ruhiger, die werden nur deutlich länger wach gehalten.

    Natürlich ist es sehr wichtig zu prüfen ob Du ADHS hast, aber das kann nur ein Facharzt der akzeptiert das es ADHS überhaupt gibt. Ich verstehe dabei nicht wieso man die anderen "Fachärzte" nicht wegen Unbelehrbarkeit aus dem Verkehr ziehen kann. Das hat bestimmt den gleichen Grund warum Schusswaffen im Straßenverkehr nicht erlaubt sind…
    Es gibt ja auch andere Fachärzte die behaupten das man Krebs mit besonderer Ernährung heilen kann. Deppen gibt's halt überall.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 73

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    imperfectly schreibt:
    Ein Hallo an alle nachtaktiven Menschen und natürlich auch an den Rest!

    Vor ein paar Wochen, oder auch schon länger, schrieb ich hier von Verzweiflung und über meinem Eigenverdacht, an ADHS erkrankt zu sein.


    Kurz zusammengefasst der letzte Stand:
    Ich bin zurzeit 18 Jahre alt und habe einen Eigenverdacht, eine Aufmerksamkeitsstörung zu haben. Ob mit oder ohne Hyperaktivität kann und will ich selbst nicht einschätzen, das ist immer recht schwierig, denke ich. Man sollte immerhin auch nicht zu weit mit Selbstdiagnosen gehen.

    Ich war schon bei vielen Ärzten, vielen Psychiatern und unter anderem auch (kurzzeitig) in einer Klinik und bekam immer wieder Zwangsgedanken und Bipolarität als Diagnose, mit welcher ich mich aber noch nie so wirklich identifizieren konnte. Nun bin ich bei einem Psychiater in Behandlung, wo ich anfangs noch dachte, er könnte mir helfen. Mittlerweile zweifle ich aber stark an seinen Kompetenzen.


    Der aktuelle Stand:
    Mein aktueller Psychiater hat des öfteren seine Meinung von Termin zu Termin geändert. Erst hieß es, ich brauche keine Gesprächstherapie, dann hieß es, dass es vieles zu klären geben würde und irgendwann wollte er mich dann zu einer Ergotherapie schicken. Jedes mal aufs Neue wurde ich zu anderen Ärzten verwiesen, nachdem er sich tausend Notizen machte und sie sich wohl nie wieder anschaute, denn bei jedem Termin bekam ich die üblichen Fragen und danach eine neue Überweisung.

    Vor etwa 3 Wochen hatte ich meinen letzten Termin bei ihm. Ich sprach an, dass ich keine Gesprächstherapie brauche und dass es mir nicht passt, dass er mich immer weiterleiten mag, denn ich bin bei ihm in Behandlung.

    Nach ein paar Sätzen sprach ich dort an, was er denn von dem Thema ADHS/ADS denkt, bzw. meine Mutter hat es für mich gesagt, damit es nicht so wirkt, als würde ich mich selbst diagnostifizieren wollen. Denn das will ich ja nunmal nicht.

    Schnell merkte ich, dass es wohl nicht sein Gebiet ist. Er meinte sofort, dass er daran auch schon dachte, aber dass es einfach nur eine Modediagnose ist. Kinder werden mit dem Ritalin ruhig gestellt, man kriegt da "einfach mal so" ein paar Tabletten und die Sache wäre vom Tisch. Das fand ich alles ein wenig abwertend und unüberlegt.

    Er verschrieb mir nun Venlafaxin in einer Retardform, die seien Antriebsfördernd und Aktivierend. Falls diese nicht anschlagen, sollte ich sie unter seiner Beobachtung erhöhen.


    Nun frage ich mich:
    Wie soll ich nun fortfahren? Ich wäre zu einem ADHS Spezialisten in meiner Stadt gegangen, auch, wenn ich da wohl sehr lange auf einen Termin warten muss, so wie es mir die Frau am Telefon sagte. Aber das nehme ich in Kauf. Doch sollte ich das riskieren? Der Termin hat mich total aus der Bahn geworfen. Ich bezweifle, dass so viele Menschen die daran wirklich leiden "einfach nur Opfer einer Modediagnose" geworden sind. Immerhin hilft die Behandlung meistens.

    Und generell: Ich lebe seit Monaten mit einer absoluten Sicherheit im Kopf, dass ich ADHS habe und mit meinem Verdacht richtig liege. Es ist schwer, einfach die Tabletten von ihm zu nehmen und das Thema abzuharken, dass ich einfach nur Stimmungsschwankungen hätte.

    Sollte ich zweigleisig fahren und mich trotz allem bei einem ADHS Spezialisten melden? Ist es denn wirklich nur eine Modediagnose, wo man sich nicht sicher sein kann, ob man es nun hat?

    Bin da wirklich sehr zwiegespalten nun, ich bräuchte da einfach mal einen Erfahrenen Rat von euch. Geholfen habt ihr mir alle Male schon beim letzten mal sehr! Habe meinen Schlafrhythmus auch schon besser im Griff.


    Tut mir leid dass es so Lang wurde und herzlichen Glückwunsch an alle, die es bis hier her geschafft haben!

    Liebe Grüße!
    Naja ich würde sagen ADHS ist ziemlich in Veruf gekommen. Ich habe viele Erzieher und Personen getroffen die meinen es gäbe die Krankheit sogar nicht. Oder eine Apothekerin meinte zu mir ihr Kind bzw. Tochter hättes es auch und war sehr negativ zu Medikamenten eingestellt.

    Es gibt halt diese unkompetenen Eltern bzw. unfähigen die zum Artzt hingehen sagen das ist so undso. Dann kann der Artzt ja auch nur danach nach gehen was die Eltern erzählen. Kinder wissen meisten nicht was das so wirklich abgeht war zumindesten bei mir so. Aber bei mir war Dianose richtig da meine Eltern sich genau informiert hatten. Hatte sogar eine Lehrerin in der Grundschule die war auf ADHS Kinder spezialisiert. Und mein Kinderartzt war eigentlich ein recht gut der auf den Gebiet ziemlich gut war und vorwiegend ADHSLER behandelte.

    Ich würde zu den ADHS Spezialisten gehen. Aber ich hoffe der wendet nicht diesen typischen ankreuz Test an. Der bringt meiner Meinung nach nämlich nichts falls jemand sich nur ein reden würde ADHS zu haben.

    Vorallem wie kann man einem Artzt vetrauen und bzw. haben. der denkt es wäre bei einem Modeerscheinung.
    Ich kenne Ärtzte die einen nicht ernst nehmen und das letze mal hätte ich dadurch fast einen Hoden verloren.

    So viel zu meinen Erfahrungen..

    Und kleiner Tipp öfters mal bei dem ADHS Spezialisten anrufen vllt. wird ja kurzfristig Termin frei.

  3. #13
    Lysander

    Gast

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Ich halte diese Eltern nicht für inkompetent oder unfähig. Nachdem, was in den Medien zu sehen und zu hören ist, kann das sehr verunsichern und wenn sogar manche Ärzte sagen, dass es eine erfundene Krankheit sei, kann man Eltern nicht immer den schwarzen Peter zuschieben.
    Ich selbst habe 5 Jahre gebraucht, bis ich mich endlich hab diagnostizieren lassen und trotzdem kamen immer wieder Zweifel auf

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 91

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Einige Eltern, Erzieher und andere Personen sind aber auch schnell mit der Selbstdiagnose. Meine Schwester arbeitet als Erzieher in einer großen Kita. Wenn Kinder wild sind (meistens einfach nicht erzogen die Kinder kennen keine klaren Grenzen) kommt von den Eltern oftmals die Antwort... der kann nichts dafür der hat ADHS.... auf die Frage nach einem Therapeuten kommt dann oftmals die Antwort. Ja, da waren wir aber so richtig hat es uns nichts gebracht. Er meinte halt er hat das oder er könnte das haben. Einen Test haben die wenigsten gemacht. Sobald einige Eltern aus dem Mund eines Arztes/Therapeuten den ungefähren Satz hören Ja, er könnte es haben nehmen sie es als Freibrief für ihre Kinder. Meine Schwester hört häufig auch wenn die Kinder erst 3 Jahre alt sind... der/die kann nichts dafür das ist wegen dem ADHS/ADS!

    Auch Diagnostizieren viele Erzieher und Lehrer selbst! Das geht gar nicht. Sobald ein Kind auffällig ist heißt es oftmals recht schnell... gehen sie mit Ihren Kind mal zum Arzt und lassen es auf ADHS/ADS testen. Gerade mit Jungs! Ich weiß, dass es ganz viele tolle Erzieher und Lehrer gibt, die nur helfen wollen aber leider nicht alle. Anstatt jeden Tag mit den Kindern auch mal rausgehen und auch längere Ausflüge d.h. auch mal mehr als 100m mit den Kindern laufen werden die Türen zugemacht und die Kinder werden sich im Gruppenraum selbst überlassen und die Erzieher sitzen mit dem"Hintern" auf dem Stuhl und trinken Kaffee und schnautzen die Kinder an, dass sie zu laut sind weil sie sich nicht mehr Unterhalten können.

    (Ich bin beruflich viel in Kindergärten unterwegs... da bekommt man einiges mit) Es gibt auch ganz viele Tolle Erzieher. (Ich möchte damit keinen auf die Füße treten)

    OK unser Therapeut legt sich in der Regel erst ab der 2. Klasse fest ob es Erziehungsfehler/mangelnde Erziehung oder zu wenig Bewegung etc. ist oder wirklich ADHS/ADS zumal es mitunter gerade in Schulen auch ein Stigma ist/sein kann. Plötzlich dürfen Kinder nicht mehr bei uns spielen weil die Eltern Angst haben, das sich die Kinder anstecken! (eine wirkliche Antwort einer Mutter auf unsere Nachfrage)

    Als wir in Therapie mit unsern Sohn gegangen sind waren plötzlich all die Chaotenkinder auch bein Therapeuten bis auf einen weitern haben alle die Testung abgebrochen. Meistens an dem Punkt als die in der Elternschule Tips bekommen haben, wie man es besser/andern machen kann um einiges der "negativen Verhalten" der Kinder zu entschärfen uder zu beseitigen. Viel Kinder sind einfach nicht erzogen! Ja weil es Kraft kostet und einige Eltern lieber die Kinder vor der Glotze/PC etc. setzten damit sie nicht nerven.

    Weiterhin haben viele das Schubladendenken vom ADHS/ADS Kind vor Augen. Begünstigt durch Sendungen einiger Privatsender...

    Das ist ein wirkliches Problem für alle die Angehörige/Freunde und Kinder mit ADHS/ADS haben oder die selbst betroffen sind. Ich persönlich oute mich erst wenn ich die Person richtig kenne und selbst nicht bei jedem. Die meisten wo ich das mchen... die Fallen aus allen Wolken.

    Der letzte wo iches gemacht habe... war total erstaunt. Er meinte nur,.... das Glaube ich nicht, du bist immer so strukturiert (Er hat aber auch noch nie mein Arbeitszimmer gesehen).

    Es ist halt schade für alle die unter ADHS/ADS leiden, dass so viele Vorurteile in der Welt unterwegs sind und wenn man sich offen dazu bekennt gerne einmal in eine Schublade gesteckt wird.

    so... irgendwie bin ich jetzt wieder extrem abgeschweift... aber ich wollte eigendlich sagen....

    suche dir einen anderen Therapeuten. Einen der etwas davon bei Erwachsenen versteht. Ich habe eine Telefonnummer vom Therapeuten meines Sohnes bekommen. IOch habe mir davor auch die Finger Wund getippt um Hilfe zu bekommen.

    Mein Vorteil ist, dass ich die Diagnose seit meiner Kindheit mit mir rumschleppe. Aber ich habe es Tief in mir Vergraben, weil es so negativ behaftet war. Ich wurde auch in meiner Kindheit nicht Therapiert, da meine Mutter nicht an die Krankheit glaubte. Dieses ist erst seit der Therapie von meinem Sohn wieder an die Oberfläche gekommen. Und auch ich gehe es jetzt an... wenn mal jemand an das Telefon geht! ...;(

    Also den ersten von vielen Schritten bist du gegangen... Kopf hoch und glaube an dich! das schaffst du!

  5. #15
    Lysander

    Gast

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Nicht nur die Privatsender! Ich halte die Öffentlich Rechtlichen für die schlimmsten!!!!! Mit ihrem pseudoseriösen Anstrich erzielen sie eine viel größere schlechte Wirkung, denn ihnen vertraut man in der Regel mehr! Ich hab für ProSieben einmal selbst einen Bericht über eine Familie gemacht, deren Mitglieder fast alle ADS haben. Und der war glaub ich ganz okay. Obwohl ich damals noch gar nicht sooo viel wusste über ADS. Deshalb habe ich mehr beobachtet, als gewertet. Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber selbst der ach so seriöse Plasberg schimpft über "das Vollstopfen der Kinder mit Psychotabletten". Ich will damit nicht die Privatsender in Schutz nehmen. Ich finde die Redakteure sch... Die können nämlich nicht mehr ordentlich recherchieren! Oder sie recherchieren in eine voreingenommene Richtung.
    Der Text in meinem Bericht wurde damals verändert. Ich vermied das Unwort "Zappelphillip" (zumal ich das immer falsch schreibe), aber es wurde noch in den Text eingepflegt.

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 45

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    So ein Arzt ist unmöglich.

    Auch wenn eben du es nicht hast, solltest du zu einem anderen Arzt. Das ist einfach ein inkompetenter Kerl.

    Lasse dich von einem seriösen Spezialisten ausführlich testen.
    Eine verspätete Diagnose kann fatale Folgen haben, ich meine, gerade jetzt kommt eine wichtige Phase in Studium/ Ausbildung wo du wirklich einiges an die Wand fahren kannst und damit dir die Zukunft verbaust.

    Hier und woanders gibt es genügend Info, was ein seriöse Diagnose beinhalten muss, bzw. wo du Spezialisten findest. Wenn du das beachtest, wird bei dir nicht leichtfertig ADHS falsch zugeschrieben. Erst mit ner seriösen Diagnose weißt du, wie es für dich richtig weitergehen kann, ob mit oder ohne ADHS.
    Geändert von joncan (30.09.2014 um 14:52 Uhr)

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Greenbeach

    Kinder mit 3 Jahren haben - so weit ich weiss - höchstens eine Verdachtsdiagnose. Die Diagnose wird selten vor der Grundschule erstellt. Man muss da als Elternteil schon ziemlich drängen, wenn es so weit klar ist und man meint, dass Kind eben nicht erst in den Brunnen fallen muss, um es wieder psychisch angeschlagen da rauszuholen. Im besten Fall gibts die Diagnose also zumindest hier erst im Halbjahr vor der Schule.

    AD(H)S hat nichts mit unerzogenen Kindern zu tun. Man kann und sollte das Kind trotzdem zu Sozialverhalten anhalten und ja, das geht! Selbstverständlich wirkt sich aber die Erziehung auf das AD(H)S aus. Im Positiven, wie im Negativen. Das also als Freibrief zu nehmen finde ich verantwortungslos. Wenn die Kinder 3 Jahre alt sind, dann man es noch angehen über den einen oder anderen Ausrutscher hinweg zu sehen, aber was ist ab 14 aufwärts?

    Es gibt Schulen, da ist es kein Stigma. Wir hatten das Glück so eine zu erwischen. Eine VT im frühen Kindesalter ist hier nur vorgesehen, wenn die Kinder sozial extrem auffallen oder andere Schwierigkeiten bestehen. Dafür gibt es hier fähige (!) Kinderärzte, die auch merken, wenn man als Elternteil kompetent ist. Ich denke dort im Gespräch zu bleiben ist wichtig. So was wie Elternschule gibt es hier nicht. Allenfalls kann man sich über das Jugendamt oder eben dem Kinderarzt beraten lassen und ggf. weitere Hilfen anfordern. Ich sehe aber auch die Erziehung (auch mit AD(H)S-Kompenenten) als einen Part und eine Pflicht der Elternteile an.

    Sorry, das musste jetzt einfach raus.


    Hast dich dich schon bei einem anderen Arzt angemeldet?

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Wow, das war viel Text. Brauchte ich jetzt erstmal ziemlich lang, sorry.

    ChaosQueeny schreibt:
    Hast dich dich schon bei einem anderen Arzt angemeldet?
    Ich rief wie gesagt Anfang August bei einem Spezialisten an, über den auch viele gute Erfahrungsberichte in dem Gebiet im Internet geschrieben worden sind. Da sagte man mir, ich solle Mitte September nochmal anrufen, weil zurzeit alles voll ist.

    Gestern rief ich dort nochmal an, aber da war ich dann wohl schon zu spät. Allerdings hab ich mal wieder, so wie immer, vergessen zu Fragen, ob man mich eventuell auf die Warteliste setzen könnte, oder mich anrufen könnte, sobald etwas frei wird. Immerhin sagen ja auch viele ab.

    Deshalb möcht ich da auf jeden Fall nochmal morgen, oder spätestens am Donnerstag anrufen. Mittwochs machen die Ärzte ja immer so früh zu, muss ich schauen wie ich es schaffe.

    Zum Thema Erfahrungslose Eltern möcht ich aber auch noch was los werden. Nachdem ich mich sehr ausführlich über das Thema informiert habe und nach einer Ursache gesucht habe, warum ich so bin wie ich bin und warum mir kein Arzt vernünftig helfen kann, weil alle nur auf Depressioen tippen, fiel mir auf, dass ich nicht nur mein Verhalten sehr gut widerspiegeln kann, sondern auch das meines Vaters. Sogar einige meiner Geschwister weisen starke Verhaltensmuster auf, die sehr verdächtig sind.

    Allerdings fiel ich laut meiner Mutter nie in der Kindheit stark auf. In meinem Zeugnis steht nur drin, dass ich ein wahnsinnig großen Gerechtigkeitssinn hätte und mich immer für alle Kinder einsetzen würde und versuche, die Verantwortung auf mich zu nehmen und dass ich gerne und viel erzähle.

    Das zieht sich bis zur vierten Klasse, ab der fünften Klasse auf einer anderen Schule fiel ich dann auf bei den Lehrern, dass ich unruhig bin, meine Hausaufgaben nie mache, ablenke, mit anderen Kindern nicht klarkomme und so weiter. Ich habe das Gefühl, dass mein Grundschullehrer einfach nichts schlechtes in das Zeugnis reinschreiben wollte, das tat er eigentlich nie gerne.

    Aber meine Mutter vertraut total darauf, was die Lehrer sagten, weil sei viel mit denen geredet hat. Deshalb kann meine Mutter mir nur zuhören und versuchen es zu verstehen, meint aber, dass ADHS in der Kindheit bei mir nie vorgelegen haben kann und dass ich es definitiv jetzt wohl auch nicht hätte.

    Aber da frage ich mich eben: Was ist, wenn ich schon immer auffällig war, aber man es einfach in die Kategorie "Sehr lebensfroh und aktiv" gesteckt hat?

    Ich finde, dass es einen großen Unterschied zwischen "Unaufmerksam, kann sich aber konzentrieren wenn es sein muss" und "Undaufmerksam und leidet drunter" gibt.

    Alle meinen ja immer, ADHS hätte Symptome, die jeder Mensch in sich trägt. Aber alle vergessen, dass nicht jeder dran leidet. Das Leiden daran ist das, was aus den einfachen Symptomen eine Krankheit macht, finde ich. Und das ist schade, wenn das Leiden ignoriert wird. Bei vielen Ärzten zumindestens. Da bin ich froh, dass meine Familie so sehr hinter mir steht.

    Nur sind das alles Aspekte, die mich stark verunsichern. Klar, Gewissheit habe ich erst, wenn ich zu einem Spezialisten gehe, der sich damit auskennt. Aber wenn die Eltern sagen, dass das Kind nie auffällig war, dann ist der Betroffene meistens "erstmal nur der Betroffene, der ein falsches Selbsteinschätzungsvermögen" hat und die Eltern geben das "Machtwort".

    Deshalb hab ich starke Angst, dass ich nie die Diagnose bekommen werde, denn die Zeugnisse sagen ja angeblich das meiste aus. Ignoriert wird nur, dass ich als Kind eventuell nicht so arg auffällig war, wie es andere Kinder mit ADHS vielleicht waren und es nun, weil es immer unbehandelt blieb, sehr stark wird. Wer weiß.

    Könnt ihr zu dem Thema irgendwas sagen?

    Kennt ihr wen, oder seid ihr auch davon betroffen, dass ihr als Kind angeblich nie wirklich auffällig wart, und habt trotzdem die Diagnose bekommen?

    Schönen restlichen Abend noch!

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.935

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Ich war als Kind zwar anders, aber so wie ich war, voll in der Familie akzeptiert. Ich war auch eher (zu) ruhig als auffällig, wenn nicht gerade dieses zu ruhig auffällig war. Aber das ist es selten, denn ruhige Kinder fallen eher durch das Raster. Wenn du 2 Kinder zu hause hast, das eine tobt lautstark durch die Wohnung, das andere sitzt ruhig in der Ecke und träumt. Welches Kind fällt dir wohl auf?

    Wenn du jemand anderen hast, musst du auch nicht unbedingt deine Eltern die Bögen ausfüllen lassen. Zumeist reicht ein Angehöriger, das kann aber auch jemand anderes sein, der einen schon länger begleitet.

    Und noch etwas, meine Mutter hätte auch nie im Zusammenhang mit mir an AD(H)S gedacht. Je mehr Infos sie bekommt und auch den Leidensdruck sieht, desto wirklicher wurde es für sie und inzwischen hat sie es voll akzeptiert.

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 21
    Forum-Beiträge: 47

    AW: "Modediagnose" - Psychiater hält nicht viel vom Verdacht

    Der Vergleich mit den Kindern hat mir grad ein kleines Grinsen ins Gesicht gezaubert, danke dafür!

    Also woran ich mich noch erinnern kann, was meine Mutter auch oft erzählt hat, ist, dass ich immer extrem früh wach wurde und sofort was machen wollte. Sei es einfach direkt nachdem die Augen auf waren: "Mama gehen wir schwimmeeeeeeen? " (ohje, oder meine armen Geschwister, wo ich dann am frühen Morgen ins Zimmer gestürmt bin und wollt, dass alle wach sind.)

    Auch in der Schule war ich eigentlich immer sehr aktiv, deshalb wundert es mich auch, dass nichts als "Im Unterricht gestört" im Zeugnis der Grundschule steht. Ich hab ständig dazwischen geredet oder mitten im Unterricht angefangen, dass ich Geschichten erzählen wollte. War halt interessanter. Da wurd ich immer von den Lehrern ermahnt, dass meine Geschichten zwar toll seien, aber dass ich nun bitte aufpassen solle. "Hier vorne spielt die Musik!" hieß es dann immer.

    Trotz allem steht eben im Zeugnis, dass ich in einem "normalen Tempo" meine Aufgaben erledige und nur etwas unsauber arbeite, und dass ich die Linien nicht einhalten könnte. Aber sonst steht da eigentlich, ich würde konzentriert und meist fehlerfrei arbeiten.

    Das hab ich auch alles schon meiner Mutter erzählt. Dass sie nicht dabei war, dass sie mich in der Schule nicht erlebt hat. Dass ich es besser weiß, wie ich drauf war. Und dass ich weiß, wie anstrengend es für mich war, aufzupassen und mir Dinge zu merken. Meist war es auch immer ein Problem, wenn die Lehrer was erklärten. Solange sie an der Tafel die Aufgaben gemacht haben, dachte ich, ich könnte es.

    Aber als ich es dann umsetzen sollte, da musst ich erstmal alle anderen fragen. Das zog sich durch meine ganze Schullaufbahn. Der Lehrer erklärte was, fragt, ob man es verstanden hat und 10 Minuten später "Hä, wie ging das nochmal?"

    Man sagte schon IMMER "Wenn du was willst, dann kannst du das auch", oder dass ich viel bessere Noten haben könnte, wenn ich mich mehr anstrengen würde. Aber für mich war es immer schon Anstrengung genug, überhaupt in der Schule zu sitzen. Das Sitzen. Das war anstrengend.

    Als ich dann in den höheren Klassen war und irgendwann total erschöpft war und ständig in der Scuhle gefehlt habe, hat man mich auch immer gefragt, wovon ich denn Erschöpft sei. Aber es war einfach die Aufgabe in der Schule an sich - sitzen, aufmerksam sein, zuhören.

    Ich schweife vom Thema ab glaube ich.

    Einen Angehörigen den Bogen ausfüllen lassen bedeutet bei mir quasi, dass es nur meine Mutter macht. Mit meinem Vater versteh ich mich eher weniger, einfach wegen seiner "Art" die so anstrengend ist (oder weil er mir so ähnlich ist? ) und ansonsten von meinen Geschwistern will ich da niemanden mitnehmen. Die wissen auch einfach zu wenig von mir.

    Freunde habe ich nicht besonders viele, die hab ich mir meistens alle vergrault mit meinen extremen Stimmungswechseln und "spontanen Wutausbrüchen".

    Deshalb gestaltet sich das als ziemlich schwierig. Ich glaub, meine Mutter sieht eben nur das "äußere" und würd mich in diesen dämlichen Ankreuztests einfach falsch einschätzen und das würd das Ergebnis bestimmt verfälschen, weil die Meinung der Aussenstehenden in dem Thema ja meistens mehr beachtet wird.

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