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Diskutiere im Thema ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie) im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Mich würde interessieren, ob auch jemand von euch Erfahrungen mit dieser Therapieform gemacht hat und sich darüber austauschen möchte.

    Kurz zusammengefasst:
    Die ACT-Therapie ist ein relativ neuer Ansatz innerhalb der Verhaltenstherapie. So nehmen einige aus dem Buddhismus entliehene Elemente wie z.B. der Achtsamkeit, einen großen Raum ein. Durch das verankern im hier und jetzt soll dabei eine akzeptierende, nicht wertende Haltung kultiviert werden.

    Anders als in der klassischen Verhaltenstherapie geht es bei der Akzeptanz- und Commitmenttherapie nicht darum, seine Gedanken oder Glaubenssätze zu analysieren und ggf. zu ändern. (z.B. aus "alle hassen mich" wird "nur weil der Kassierer mich nicht mag, heißt das nicht, dass alle Menschen so denken..", usw...)

    Vielmehr versucht man einen Abstand zu den eigenen Gedanken zu bekommen und sie als das wahrzunehmen was sie sind: Nur Gedanken. Zu diesem Zweck gibt es innerhalb dieser Therapie verschiedene sogenannte Defusionsübungen: So wird beispielsweise viel mit Metaphern gearbeitet wie z.B. der Schachbrett-Metapher: Man stellt sich vor, man selber sei das Schachbrett und die guten und schlechten Gedanken sind die weißen bzw. schwarzen Spielfiguren. Das Schachbrett liegt einfach nur da und beobachtet die Spielzüge. Es muss nicht eingreifen und kann gelassen dem Treiben der Figuren (der Gedanken) zuschauen. Darüber hinaus gibt es einige kleine Meditationsübungen, die einen im achtsamen Umgang mit der eigenen Innenwelt schulen.

    Ich denke, dass dieser Ansatz bei Menschen mit ADHS funktionieren kann, da wir uns gerne und oft von unseren Gedanken mitreißen lassen. Mir zumindest gehen oft tausende von Gedanken Gefühlen im Kopf herum und durch diese Übungen wird es mir möglich, diesem bunten Treiben einfach nur zuzusehen, ohne mich allzu sehr damit zu identifizieren. Ich weiß, dass es nur Gedanken sind und ich nicht unbedingt nach ihnen handeln muss. Ich kann A denken ("es hat ja alles eh keinen Zweck") und B ("ich mache es aber trotzdem") tun.

    Ich hoffe, ich habe das jetzt nicht zu wirr erzählt. Eine sehr schöne Zusammenfassung der wesentlichen Elemente dieser Therapie findet man hier:

    eBroschuere.de

    Da ich leider noch keinen Therapeuten in meiner Nähe gefunden habe der diesen Ansatz anbietet, arbeite ich notgedrungen mit Literatur zu dieser Behandlung. Das funktioniert soweit schon ganz gut, insbesondere dieses Buch empfinde ich als sehr einfühlsam geschrieben und zudem leicht verständlich:

    Das Leben annehmen: So hilft die Akzeptanz- und Commitmenttherapie ACT: Amazon.de: Matthias Wengenroth: Bücher

    Nimmt vlt. auch jemand von euch diesen Therapieansatz wahr und möchte davon berichten? Insbesondere würde mich auch interessieren, wo im Raum Niedersachsen ein Therapeut für die ACT-Therapie zu finden ist.

    Ich jedenfalls kann auf Basis meiner bisherigen Erfahrungen jedem Menschen mit ADHS dazu ermutigen, sich diese Therapieform zumindest mal anzuschauen.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Ich habe ganz gute Erfahrungen mit ACT gemacht - allerdings weniger bzgl. meiner ADHS, sondern als Unterstützung bei komorbider Angststörung und Depression.

    Mangels Therapeut habe ich mich ebenfalls mithilfe von Büchern (u.a. von Steven Hayes und Russ Harris) damit beschäftigt. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass man unter fachkundiger Anleitung noch deutlich mehr herausholen kann.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Ja, davon bin ich ebenfalls überzeugt. Die meisten Therapeuten die das anbieten, sind anscheinend von der Kasse nicht zugelassen. Es gibt zwar auch andere achtsamkeits basierte Ansätze wie z. B. mbsr, die konnten mich aber nie so überzeugen wie die Act.

  4. #4
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 72

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Brimborium, das klingt wirklich nach einem interessanten Ansatz. Schade, dass es noch nicht mehr dazu gibt. Ich hoffe, dass sich sowas in Zukunft etabliert, denn eigentlich wird immer mehr mit rationalen cognitiven Ansätzen gearbeitet. Also eben nicht damit Gedanken zu re-framen, sondern Wahrscheinlichkeiten/biases hervor zu heben (der fokus auf negatives, obwohl am gleichen Tag genauso viel positives passiert ist, der fokus auf die Kontrolle über unsere Gedanken, ich muss ihnen nicht nachgeben.).

    Ich muss allerdings sagen, Hut ab, wenn ihr mit Büchern und anderen Materialien selber an euch arbeiten könnt. Ich war früher im Studium/Beruf viel mit Achtsamkeitsansätzen konfrontiert (zum Glück nur theoretisch/als Initiator) und musste immer wieder feststellen, dass ich selber viele Übungen nicht machen kann, egal wie ich mich auf den Kopf stelle. Und täglich grüßt das ADHS. Vielleicht geht es mit strenger Anleitung und unter Medikamenten. Ich würd nämlich gerne mal Erfolge dabei erzielen, da die Studien zu dem Thema wirklich durchweg positiv sind.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Hey, bruchpilotin. Ich denke das ich ohne Medikamente bis heute keine der Act-Übungen regelmäßig durchgeführt hätte. Mit den Medikamenten sieht die Sache schon anders aus und ich mache leichte Fortschritte, denke ich. Ich finde , dass diese Therapie teilweise sogar richtig Spaß macht.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Wer englisch kann und am Thema interessiert ist, sollte hier mal reinschauen:
    https://www.edx.org/course/kix/kix-k...7#.VCGmB3aHgdE

    Der Kurs geht jetzt in die dritte Woche, in der zweiten haben sie die ACT ganz ausführlich erklärt.

    Das Buch hab ich angefangen - ACT ist ein total spannendes Konzept.

    Mir hat besonders das Konzept von dem Bus gefallen, den wir fahren und in dem unsere Gedanken und Gefühle die Passagiere sind, die immer mitbestimmen wollen, wos hingeht und wann angehalten werden soll

    tumme

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Bruchpilotin schreibt:
    .......Ich war früher im Studium/Beruf viel mit Achtsamkeitsansätzen konfrontiert (zum Glück nur theoretisch/als Initiator) und musste immer wieder feststellen, dass ich selber viele Übungen nicht machen kann, egal wie ich mich auf den Kopf stelle. Und täglich grüßt das ADHS. Vielleicht geht es mit strenger Anleitung und unter Medikamenten. Ich würd nämlich gerne mal Erfolge dabei erzielen, da die Studien zu dem Thema wirklich durchweg positiv sind.
    Interessant wäre es diese (stillen) Achtsamkeitsgeschichten/Therapieübungen mal mit Bewegung zu kombinieren. Quigong wäre da ein Beispiel. Manche ruhigen Yogaarten ja auch.
    Es gibt ja auch aufmunternde Geschichten wo mit hyperaktiven jungen Leuten im Kampfkunstsport (ist ja auch ne Konzentrationsache) ziemlich gute Ergebnisse erzielt werden.

    Ha... geh ich jetzt gleich mal ausprobieren...

    tumme

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Finde den Ansatz auch total hilfreich; aus dem Buch "Wer dem Glück hinterherrent läuft daran vorbei", von Russ Harris. Der Titel ist irgendwie doof, deutet so auf Trivialliteratur hin, aber die Übungen sind super!

    Man darf sich da nur nicht unter Druck setzen "ich muss jetzt 30 min.meditieren...",aber die Übungen haben mich echt weitergebracht im Hinblick auf schlechte Zustände in die man sich unendlich reinsteigert.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 57

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Das Buch von Russ Harris fand ich auch gut. Insbesondere das "drang surfen" habe ich schon öfters angewendet. Richtige Meditation mache ich auch eher selten. Eher ein paar Yoga Übungen und im Anschluß daran ein paar Minuten achtsames Atmen. Schön an act finde ich auch, dass man selber kreativ sein kann und sich passende Übungen ausdenken kann.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: ADHS und Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT-Therapie)

    Ich habe dadurch gelernt nicht so gegen meine unangenehmen Gefühle anzukämpfen. Dadurch geht es einem nur schlechter und sie halten tagelang an. Ich habe durch den Ansatz gelernt, Gefühle, vor allem die negativen, zu akzeptieren und zu gucken,was ist das Bedürfnis dahinter. Klappt nicht immer,aber öfter ;-)

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