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Diskutiere im Thema Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #51
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Bei mir ist es gerade eine Berg- und Talfahrt. Es gibt Tage, an den für mich alles klar ist: Ich habe ADHS, die Medikamente helfen...

    Und dann kommen wieder die Tage der Zweifel und die Tage an denen ich glaube, dass das alles doch nicht stimmen kann. Aktuell bin ich wieder bei den Tagen, an denen ich daran glaube, dass die Diagnose stimmt. So ganz innerlich im Reinen bin ich damit aber nicht.

  2. #52
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 520

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Ich habe die Diagnosestellung (vor 1 Jahr) als unglaublich befreiend empfunden. Ohne, dass ich vorher je darüber nach gedacht hätte.

    Von jetzt auf gleich musste ich z.B. nicht mehr an meiner Wahrnehmung zweifeln!! :

    ... dass die Alltagsbewältigung anderen irgendwie leichter von der Hand zu gehen scheint; dass ich permanent viel zu erschöpft bin, für das, was ich objektiv getan und geschafft habe; dass es stimmt, dass ich "kein Händchen" für Ambiente habe (im Sinne von: an Geburtstage denken und hübsch was dafür vorzubereiten...); dass ich wirklich "so" nicht arbeiten kann; und und und.
    Und es war so schön, mit dieser Wahrnehmung ernst genommen zu werden!

    Anschließend aber immer mal wieder Zweifel:
    "Soviel kann man mit ADHS doch gar nicht kompensieren, um so "klar zu kommen", wie ich bisher. Die Schwierigkeiten, die ich habe, haben doch alle anderen auch... Und wenn ich mir den und den und den ansehe, dann müssten die doch viel eher betroffen sein..."

    Inzwischen sage ich:
    Wenn die Schwierigkeiten bei allen so wären, müssten zumindest etliche irgendwie Hilfe suchen. Ich bin ja nicht in die Klinik gegangen, bzw. habe Essstörungen etc. entwickelt, weil immer alles normal easy war. Und ich bin stolz auf mich. Ich denke also, inzwischen habe ich für mich die Diagnose akzeptiert!

    Mit der Akzeptanz treten jedoch auch neue Probleme auf:

    Im Gegensatz zu vielen hier, die offenbar mit der Diagnose die Chance sehen, Probleme endlich konkret anzupacken, habe ich das Gefühl, dass ich an vielen Stellen los lasse! Und die Symptome dadurch, trotz Medis, deutlicher zutage und nach außen treten!
    Als ob ich mich mein Leben lang abgestrampelt, kompensiert, geackert, und Strategien entwickelt habe, um mein Leben zusammen zu halten, das "Risiko", dass es aus dem Ruder läuft, zu minimieren... ... und nun endlich mal loslassen könnte!! Weil es plötzlich ok ist, dass ich anders ticke?! Keine Ahnung....

    Mir scheint, als ließe ich nun erst zu, zu sein, wie ich bin. Und nun auch nicht nur im Guten, wie bisher, auch die Schwächen. Einerseits bin ich bewusst nachsichtiger mit mir geworden, aber es verunsichert mich manchmal, dass ich immer häufiger bzw. verstärkt wahrnehme, dass mir, bzw. wo mir typische Sachen passieren. Spüre, dass ich "Hektik" verbreite, ggf. lästig falle, etc. Nehme viel mehr wahr, dass mir Sachen schwer fallen, bzw. welche es sind... Sehe die Schwierigkeiten in "Freundschaften" und nun auch mehr meinen Anteil daran...

    Mit der Akzeptanz kämpfe ich nun BEWUSST darum, dass mir die Dinge nicht entgleiten... versuche ich, BEWUSST zu gestalten... um mir entgegen zu kommen, ohne immer kämpfen zu müssen...
    Irgendwie merke ich jetzt, was ich offenbar all die Jahre geleistet habe.

    Ist das irgendwie verständlich, was ich versuche zu beschreiben?

    Na ja, so ist es jedenfalls bei mir ;-)

  3. #53
    Gesperrt (Mehrfachaccount)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Nicht lange - für mich wars schon vorher klar

  4. #54
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Ich bekam als Kind Ritalin, ich wusste nie für was es gut ist, ich hatte allerdings als Kind Nebenwirkungen, ich wurde laut meiner Mutter depressiv und wollte kaum noch Essen
    Daher wurde es abgesetzt. Im Alter von 19 Jahren wurde ich auf Asberg getestet, es kam heraus, ich habe Adhs, aber kein Asperger. Ich war nur froh, kein Asperger zu haben, das ich diese mit diagnose einfach verdrängt habe.
    Endlich dann im Mai 2012 googelte ich und ich weiß nicht mehr wie, kam ich auf eine Seite die über Jäger und Sammler berichtete und was ich da laß, da dämmerte es mir
    Das bin ja ich! Und ich wurde Ende 2012 nochmal getestet, Adhs. Ich habe es schon lange akzeptiert, ich hatte ja nie eine Wahl es nicht zu tun und ich war doch froh

    Ich war nicht allein, solche wie ich gab es! ich war nicht aus der Art geschlagen keine Evolutionäre Sackgasse, kein Fehler der Natur.....

    Daher habe ich es im Grunde seit Mai 2012 akzeptiert, weil all die Probleme die ich hatte...waren erklärt...

  5. #55
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 36

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Für mich war es auch eine Erleichterung nach mehr als 50 Jahren, in denen ich Selbstzweifel hatte, nicht wusste, warum mir dies oder jenes ständig passiert. Es war toll in einer Verhaltenstherapie Menschen kennen zu lernen, die genau so ticken wie ich.
    Die Diagnose war so hilfreich für mich.
    Inzwischen lebe ich ohne Medikinet, akzeptiere Zeiten in denen nichts richtig läuft und fühle mich nicht mehr als Außenseiterin.
    Meine Familie ist eine große Hilfe für mich.

  6. #56
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 113

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Meine Diagnose habe ich vor ungefähr drei Jahren erhalten. Damals war für mich Alles klar, auch das ich diese Diagnose wollte, denn mein Verdacht hatte sich mehrmals bestätigt und endlich wollte ich Klarheit haben.

    Und nu? Manchmal komme ich damit klar, manchmal nicht. Das Schlimme ist bei mir die Verdrängung. Ich "vergesse" eben einfach mal das ich einen Knall habe. (Ich meine das Humorvoll, bitte nicht gleich wieder rumnörgeln). Das ich da auch mal die Tabletten vergesse...ist eben ein Nebeneffekt.

    Ich frage mich aber seit der Diagnose, ob es wirklich notwendig ist die Tabletten zu schlucken. Brauch ich die denn wirklich, oder bilde ich mir das nur ein? Wieso schlucke ich etwas, wovon andere Menschen glauben, dass es hilft? Hilft es denn wirklich? Wieso komme ich manchmal ohne Tabletten genauso gut aus, wie mit?

    Zu diesen komplizierten Überlegungen gesellen sich dann noch irgendwelche Fernsehsendungen von Ärzten, die behaupten, dass es ADHS schon immer gegeben hat und sich nur die gesellschaftlichen Umstände so drastisch verändert haben, dass die ADHS'ler, die eigentlich alle nur ADS'ler sind, aus dem Rahmen fallen. Wir können schlecht integriert werden und werden mittlerweile als Außenseiter behandelt. Dabei waren wir mal wichtig. Querdenker, neue Ideen, neue Wege und immer gut für Veränderungen. Das ist bei der heutigen Gleichschaltung nicht mehr möglich. Und da denke ich dann immer, ich bin doch gar nicht so krank und es können mich alle mal irgendwo am Hobel pupen.

    Und dann kommen wieder diese Zeiten, dann spüre ich meine Grenzen. Ich sollte dann eigentlich runter schrauben, aber irgendwie ist da so ne kleine Stimme in mir, die sagt, nö geht noch. Das ist dann immer schlimm, weil ich meine Grenzen übertrete. Und hier frage ich mich auch wieder - sind das wirklich meine eigenen Grenzen oder nur Grenzen, die mir die Außenwelt vorlegt?

    Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich meine Diagnose nicht wirklich akzeptiert habe und damit immer wieder Ping Pong spiele.

  7. #57
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    "Das Problem hab ich immer noch. Ich stell mir immer vor, wie es hätte anders laufen können, wenn meine Eltern mir früher geholfen hätten. Manchmal werde ich wirklich wirklich wütend... aber eigentlich bringt das ja auch nichts mehr. Die Zeit lässt sich nicht zurück drehen. Trotzdem werde ich die Gefühle nicht los." Von Ja, nee



    Ich bin auch manchmal wütend. Aber nicht etwa auf meine Eltern, eher dass es so gelaufen ist und ich so viel Zeit verloren habe, mir Schuld zu geben.
    Ich glaube, es ist ein Teil vom Prozess.
    Es (die Diagnose) zu akzeptieren ist die erste Stufe, die zweite: sich selbst zu akzeptieren... Das fällt mir sehr schwer. Und wütend zu sein ist viel einfacher, da man sich so ratlos vorkommt.
    Geändert von Aguita ( 3.09.2014 um 13:30 Uhr)

  8. #58
    Nur eine Phase

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 481

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Aguita schreibt:
    "Das Problem hab ich immer noch. Ich stell mir immer vor, wie es hätte anders laufen können, wenn meine Eltern mir früher geholfen hätten. Manchmal werde ich wirklich wirklich wütend... aber eigentlich bringt das ja auch nichts mehr. Die Zeit lässt sich nicht zurück drehen. Trotzdem werde ich die Gefühle nicht los." Von Ja, nee



    Ich bin auch manchmal wütend. Aber nicht etwa auf meine Eltern, eher dass es so gelaufen ist und ich so viel Zeit verloren habe, mir Schuld zu geben.
    Ich glaube, es ist ein Teil vom Prozess.
    Es (die Diagnose) zu akzeptieren ist die erste Stufe, die zweite: sich selbst zu akzeptieren... Das fällt mir sehr schwer. Und wütend zu sein ist viel einfacher, da man sich so ratlos vorkommt.

    Mir geht es da genau so !!
    Diese Wut, diese Fragen Warum !? Wieso !? Weshalb und überhaupt das alles so gekommen ist ....!?

    Es kotzt mich regelrecht an und macht mich innerlich so verdammt wütend !!

    Die Diagnose und mich zu akzeptieren und alles das ....
    HÖLLE !!!!
    Ich mag nicht mehr und bin echtma K.O. !!
    Aber es nützt ja nix, da muß ich durch .... und das meistensteils allein ....

  9. #59
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Hallo Kerlemann,

    ich hoffe du kannst deine Energie bald drauf verwenden, dich mit deiner aktuellen Situation anzufreunden
    und vielleicht die Steine nach einander aus dem Weg zu räumen, natürlich mit jemdanden, der an deiner
    Seite steht.

    Mein Sohn wurde als Kind und Jugendlicher behandelt, und trotzdem musst ich zusehen, wie er sein
    Leben fast an die Wand gefahren hat. Es war, als würden wir zwei unterschiedliche Sprachen sprechen.
    Erst Ende 20 fing er an, sich mit seiner ADHS auseinander zusetzen.

    Wenn du Lust hast, schau dir mal die 50 Tipps von "Hallowell/Ratey" aus dem Buch "Zwanghaft zerstreut" an.

    Auch ich lese mir einzelne Tipps immer wieder durch (mit dem Alter wird man zusätzlich vergesslich).

  10. #60
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Mir geht es da genau so !!
    Diese Wut, diese Fragen Warum !? Wieso !? Weshalb und überhaupt das alles so gekommen ist ....!?

    Es kotzt mich regelrecht an und macht mich innerlich so verdammt wütend !!

    Hi Kerlemann,
    ich kann dich wirklich so gut verstehen!
    Ich glaube, es hilft, wenn man sich mit diesen negativen Gefühlen auseinandersetzt. Es wahrnimmt, statt zu verdrängen, es zulässt... Und dann einen Weg findet, es raus zu lassen ( aber ohne zufällige Opfer ;-).

    Ich habe z.B. mit den Boxhandschuhen so lange gegen Sofakissen geschlagen, bis ich völlig erschöpft war...

    LG
    aguita

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