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Diskutiere im Thema Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #101
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Hallo,
    ich muss Wiwackius komplett zustimmen. Man kann sicher auch den Fokus auf die guten Eigenschaften lenken, die bestimmt bei vielen Betroffenen vorhanden sind. Ich persönlich bin ganz froh über die späte Diagnose in meinem Fall. Und wenn man Student ist oder sich aus etwaigen Gründen in der glücklichen Lage befindet, nicht zu früh zu viel Verantwortung zu tragen, kann man sich mit seinen Fähigkeiten richtig austoben und daraus Fertigkeiten etablieren, die viele andere Mitbürger in einer ähnlichen Themenvielfalt nicht erwerben konnten oder gar wollten.
    Allerdings, um an dieser Stelle auch kritischen Erwägungen ihr Recht zu verleihen, ist es wohl kaum zu bezweifeln, dass die kapitalistische Funktionalität des Alltags den Einzelnen als Ganzes im arbeitsteiligen Prozess immer irgendwo ausklammert. Es ist daher leicht, ein Krankheitsbild aus der epidemiologischen Summe des Verhaltens Einiger zu machen, die sich dem nicht fügen wollen oder können, damit beide Seiten - Struktur und Fehlverhalten - im Ganzen integriert ihren Nennwert zugewiesen bekommen.
    Hass! (ein bisschen)

  2. #102
    Una


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 278

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Hate Machine schreibt:
    Allerdings, um an dieser Stelle auch kritischen Erwägungen ihr Recht zu verleihen, ist es wohl kaum zu bezweifeln, dass die kapitalistische Funktionalität des Alltags den Einzelnen als Ganzes im arbeitsteiligen Prozess immer irgendwo ausklammert. Es ist daher leicht, ein Krankheitsbild aus der epidemiologischen Summe des Verhaltens Einiger zu machen, die sich dem nicht fügen wollen oder können, damit beide Seiten - Struktur und Fehlverhalten - im Ganzen integriert ihren Nennwert zugewiesen bekommen.
    Hass! (ein bisschen)
    Für Systemkritik bin ich ja eigentlich immer zu haben und der Kapitalismus gehört auch zu meinen Lieblingsfeindbildern. Trotzdem glaube ich, dass du hier ein bisschen übers Ziel hinausschießt.

    Stell dir mal eine Welt vor, die überwiegend von "naturbelassenen" ADHSlern bevölkert ist - könnte das wirklich gutgehen? Gab es je eine ADHS-gerechte Ära? Die Steinzeit war sicher nicht ideal, denn ein Jäger, der den Vögeln nachschaut oder über die eigenen Füße stolpert, erlegt nichts - eher endet er als Frühstück im Bauch des Säbelzahntigers. Und wie mag wohl die Beute aufgeteilt worden sein? Jeder gleich viel? Oder jeder entsprechend seinem Beitrag zum Gelingen der Jagd?

    Dann wurden wir sesshaft ... säen, Unkraut rupfen, Krähen verjagen, ernten - das macht sicher eine Weile Spaß, klar, aber irgendwann hält unsereiner doch das ewige Einerlei nicht mehr aus.

    Vor 2000 Jahren vielleicht? Denk an Jesus von Nazareth, der konnte auch seine große Klappe nicht halten - okay, dafür reden heute noch alle über ihn. Und im Mittelalter war es auch nicht besser.

    Sicher, die Nachkriegszeit bis 1989 war ein Ausnahmezustand. Die Schärfen des Kapitalismus wurden mittels "sozialer Marktwirtschaft" abgepuffert; es war akzeptiert, dass ein gewisser Prozentsatz der Bevölkerung einfach anders tickt und halt mit durchgefüttert wird. Aber es herrschte auch eine gewisse Gleichgültigkeit: Ein Kind, das in der Schule nicht mitkam oder in der Klasse nicht tragbar war, wurde eben für doof oder verhaltensgesstört erklärt und auf eine Sonderschule geschickt.

    Heute bemüht man sich zumindest, etwas genauer hinzusehen, man sucht nach Ursachen und vor allem nach Lösungen. Die derzeitige Lösung besteht in Verhaltenstraining und Medikation - mir geht das auch gewaltig gegen den Strich, ich mag nicht wie eine Laborratte konditioniert werden, und die Aussicht, den Rest meines Lebens ein Medikament zu nehmen, ehe ich mich unters Volk mische, finde ich auch nicht wirklich prickelnd.

    Andererseits bin ich persönlich inzwischen einfach zu erschöpft, um weiterhin gegen den Strom zu schwimmen. Ich will einfach nur einen erträglichen Job, oder genauer, ich will einen Job ertragen können, um in Ruhe mein Leben nach meiner Facon leben zu können, ohne dauernd zum Amt rennen und jeden Cent zweimal umdrehen zu müssen.

    Ähm ja, was war nochmal das Thema? Ich mach mal Schluss für heute.
    Geändert von Una (17.12.2014 um 22:58 Uhr)

  3. #103
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Also bei mir gings sehr,sehr schnell und ich war sogar irgendwie froh dass das Kind endlich nen Namen hatte.
    Wobei es bei mir meine damalige Freundin war die mich auf die Möglichkeit einer ADHS aufmerksam gemacht hat und ich ging dann schon mit dem Verdacht zu meiner damaligen Therapeutin die mich dem aufbauenden Kommentar "ja, das hab ich mir bei ihnen auch schon ein paar Mal gedacht!" weiter zur Diagnostik vermittelte.

    Wobei ich auch dazusagen muss dass ich damals eigentlich noch absolut keine Ahnung von der wirklichen Tragweite von ADHS hatte. Wär mir das damals schon bewusst gewesen wär ich wohl nicht so gut mit der Diagnose umgegangen.

  4. #104
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 574

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Mir war es vor der offiziellen Diagnose schon relativ klar und hat mir Möglichkeiten geschaffen, die mein Studium, das relativ schlecht aussah, wieder ins Lot gebracht haben.
    Unverbesserlich, wie ich bin, hätte ich jedoch dann alle Möglichkeiten annehmen sollen, anstatt einige Jahre später erneut richtig heftig auf die Schnautze zu fallen.

  5. #105
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 104

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Diagnose ist jetzt 2 Jahre her. Und ich hab immer wieder Phasen in denen ich zweifel, grad weils viele Krankheiten
    mit ähnlichen Symphomen gibt.

    Alleine Schlafmangel. Hat man Schalfmangel wegen ADS oder ADS Symphome wegen Schlagmangel?
    Vor allem da die Medis ja auch bei sowas helfen würden.

    Mein Psychologe ist sich 100% sicher, mein Psychater auch, wegen der Wirkung der Medikamente bzw.
    wie ich auf einige nicht ADS-Medikamente reagiere (das mich viele Schlafmitttel wachhalten)

    MPH hat zwar was gebessert, aber nicht so wie erhofft und mein Psychologe empfahl mir das Buch
    AD(H)S Erfolgreiche Strategien für Erwachsene und Kinder von Astrid Neuy-Bartmann

    Nach dem Buch, besonder duch das Kapitel über die Chaosprinzessin, hätte ich schwören können
    das mich nichts mehr an der Diagose erschüttern kann. Aber dann kommt irgend eine Kleinigkeit hinzu
    und schon bin ich mir unsicher.

    Die Chance zum ADS noch eine zweite Krankheit, mit ähnlichen Symthomen dazu zu bekommen
    würden wie hoch stehen?

  6. #106
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 19

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Hi,

    bei mir hat die Akzeptanz über ein Jahr (letztlich bis ich ein PT angefangen habe) gedauert.
    Ich bin ein sehr skeptischer Mensch und brauchte dutzende Beweise für das Offensichtliche.

    Aber der Zeitpunkt wo es bei mir in das "Gefühl" übergegangen ist, es akzeptieren zu können (ca. jetzt vor 2 Monaten )
    ist unheimlich befreiend und gibt mir (derzeit) sehr viel Kraft und Hoffnung.
    Dies hat bei mir auch einen Motivationsschub ausgelöst, die Dinge anzugehen.
    Ich hoffe jetzt nur, dass die Welle auf der ich gereade surfe lang genug ist, um auch die nächste zu erwischen und nich wieder (wie so ziemlich immer) schnell in einer kalten Dusche verpufft.

    Wir werden sehen, der 1. & 2. Schritt ist getan .... jetzt schauen wir mal .... Ball in der Mitte halten (nicht flach und auch nicht zu hoch

    Vielel Grüße
    Teapot

  7. #107
    Prinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 826

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Och ich bin jetzt bstimmt schon 3 Jahre diagnostiziert und ich zweifle gelegentlich immer noch.

    Denn ich habe auch eine PTBS und so viele Symptome überschneiden sich da, dass man letztlich nie wirklich sicher sein kann, was es letztlich ist. Auch MPH schlägt extrem unterschiedlich an, die Rückmeldungen der Umwelt sind auch extrem unterschiedlich. Die einen merken etaws und meinen ich sein anders ohne MPH und die anderen merken nix.

    Also schlussendlich weiß ich es nicht, fühle mich hie aber wohl. Und das ist die Hauptsachsache. Es ist letztlich auch unerheblich wie das Tier heißt, wichtig ist nur das man sich damit wohlfühlt.

    Ich habe lange mit der PTBS gekämpft und lange geglaubt es sei meine "Schuld", doch mit ADHS konnte ich immer leben. Das ist nun mal ein Hirn "defekt" den ich nicht hätte steuern können.

  8. #108
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Ich war froh, dass es endlich eine Erklärung gab dafür dass ich so bin wie ich bin. Da gab's nichts zu akzeptieren.

  9. #109
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Hate Machine schreibt:
    Und wenn man Student ist oder sich aus etwaigen Gründen in der glücklichen Lage befindet, nicht zu früh zu viel Verantwortung zu tragen, kann man sich mit seinen Fähigkeiten richtig austoben und daraus Fertigkeiten etablieren, die viele andere Mitbürger in einer ähnlichen Themenvielfalt nicht erwerben konnten oder gar wollten.
    Sehe ich anders. Ich soll mich jedes Mal dafür rechtfertigen, warum ich ewig studiert habe bevor ich meinen Abschluss hatte. Von Studenten wird heute erwartet, das Studium stramm durchzuziehen, mindestens ein Auslandspraktikum in den Semesterferien zu machen, super Noten zu haben, quasi alles in Rekordzeit durchzuziehen (wenn's unterhalb der Regelstudienzeit ginge, am besten innerhalb von zwei Semestern oder so…).

    Falls die Zeiten mit dem Austoben je existiert haben - sie sind vorbei.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Der Beitrag ist schon älter, trotzdem möchte ich noch darauf antworten.

    Wintertag schreibt:
    Denke oft, ja nicht so sehr betroffen zu sein ... aber ich denke auch, dass es nur ein Nicht- Akzeptieren ist.
    Es gibt doch verschiedene Ausprägungen des Betroffenseins. Ich denke auch, dass es andere anscheinend viel schlimmer erwischt hat, wieder andere mit ADHS scheinen dagegen "besser dran" als ich, weil es früher erkannt wurde, das Umfeld günstiger strukturiert und die Ausprägung schwächer etc.

    Das hat IMO nichts mit fehlender Akzeptanz zu tun.

  10. #110
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Wie lange hat es gedauert bis ihr die Diagnose akzeptiert habt?

    Hallo ihr lieben Chaoten,
    bei mir war es auch so, dass ich meine Diagnose innerhalb weniger Tage akzeptiert hatte.

    Ich war froh darüber endlich zu wissen "was mit mir nicht stimmt". Denn ich hatte eine dreijährige Arzt-Tortur hinter mir wobei mir immer wieder gesagt wurde, ich hätte nichts. Ich bilde mir alles nur ein. Ich sei depressiv. Ich solle meinen Job aufgeben usw....

    Mit der Diagnose fing ich an, mich über das Thema zu informieren. Ich las Wochenlang Informationen darüber und mir wurde immer klarer was die letzten Jahrzehnte schief lief. Ich bin froh darüber, dass ich endlich weiß, was los ist. Denn so habe ich endlich ein Werkzeug in der Hand womit ich arbeiten kann.

    Es kann ja jetzt nur besser werden, denn AD(H)S habe ich so oder so. Aber jetzt weiß ich, was ich dagegen tun kann bzw. wie es nun besser laufen kann. "Theoretisch" :-)

    Liebe Grüße
    Sabrina

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