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Diskutiere im Thema Verhaltensherapie weiter machen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    Verhaltensherapie weiter machen?

    Hallo!

    Ich habe vorhin eigentlich schon mal gepostet, entdecke jetzt aber nichts mehr davon. Also falls dieser Post doppelt auftaucht, bitte ich vorher schon um Verzweiflung!

    Vielleich ganz gut so, dass es vorhin nicht geklappt hat. Ich werde es jetzt mal in geraffter Form versuchen, dann muß keiner Romane lesen.

    Anfang des Jahres wurde bei mir ADS diagnostiziert und der Arzt meinte daraufhin, es erst mal mit einer Verhaltenstherapie zu versuchen. Sechs Sitzungen habe ich bisher gehabt. Gelernt habe ich bisher einiges darüber, wie unser Gehirn funktioniert, dass ich mir einen "Reminder" einrichten kann (zu dem Zweck habe ich eine Handyapp, die mich unregelmäßig anpiept) und um meine Unlust zu überwinden soll ich mir vorher überlegen, warum es sich lohnt, eine Aufgabe anzugehen und durchzuziehen (z.B. für das gute Gefühl hinterher etc.).

    Bei der nächsten Sitzung werde ich meine Therapeutin mal fragen, ob jetzt noch was neues kommt, denn ich habe die Befürchtung, dass es nicht darüber hinaus geht. Und dann kann ich es im Endefekkt gleich sein lassen, denn: ich bin 41 Jahre alt und habe das Konzentrationsproblem seit meiner Einschulung. In diesen 35 Jahren bin ich durchaus schon öfter mal auf die Idee gekommen, mich zusammenreissen zu wollen oder mir alle möglichen Gründe aufzuzählen, warum es sich lohnt, etwas anzugehen. Resümee aus 35 Jahren erfahrung: es bringt NICHTS. Mich irgendwie motivieren zu wollen hat gar keinen Zweck, also lasse ich es bleiben.

    Habt ihr andere Erfahrungen? Kennt ihr weitere Ansätze in der Verhaltenstherapie? Nutzt das was?

    Gruß
    Pierre Gynth

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Hallo Pierre Gynth -

    wieviel Stunden hast du denn insgesammt ?

    Also ich habe schon so einiges an Therapien durch - anfänglich auch Tiefenpsychologisches.

    Das einzigste was mir wirklich was gebracht hat war die Verhaltenstherapie.

    Alles andere war dagegen gedöns.

    Das wichtigste ist aus meiner Sicht die Chemie zwischen dem Therapeuten und dem Klienten -

    und ganz ehrlich :

    Die Bereitschaft dazu.


    Ich hatte z.B eine sehr pragmatische Therapeutin - die mir als Pragmatiker - sehr entgegenkam.

    Ich bin kein Ausdiskutierer.

    Meine Bereitschaft zu Therapien stieg auch mit zunehmenden Lebensalter.


    Es gibt halt eine Vielzahl von verhaltentherapeutischen Methoden.

    Ob da immer gleich eine mit dabei ist die passt ist halt auch Glückssache.


    Ich würde dem ganzen erst einmal unvoreingenommen noch eine Chance geben.


    Gruß

    Spiritwalker

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 311

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Guten Morgen Pierre

    also, ich denke nicht, dass du schon direkt die Flinte ins Korn werfen solltest.

    Wichtig ist, dass man sich mit dem Therapeuten gut versteht und wirklich den Draht zu dem hat. Sprich auf jeden Fall mit ihm, was dir so durch den Kopf geht.
    Man darf allerdings keine Wunder erwarten. Eine VT kann durchaus ein Jahr in Anspruch nehmen.

    Ich mache derzeit ebenfalls VT. ,So manches mal dachte ich mir dann auch, dass so einiges nicht viel bringt. Arbeitsblätter, die ich vergesse zu bearbeiten und so manch anderes.
    Andererseits habe ich durch die VT ein paar gute Ideen mitnehmen können...

    Aber naja, steht und fällt wieder wie gut man das weiter verfolgt
    Hatte auch mal nen Anlauf gehabt, im Handy alles mögliche in To Do Listen zu notieren. Ging anfänglich gut aber dann schlich das wieder aus...

    Eine weitere gute Sache ist die "Achtsamkeit". Man konzentriert sich auf dem Atem. Gibt ne schöne App mit dem einschlägigen Namen "Achtsamkeit".
    Allerdings für einen ADSler auch nicht gerade einfach, so meine Meinung, aber meine Therapeutin meinte, damit hätte man schon ganz gute Erfahrungen gemacht...
    Nur manchmal bin ich einfach zu unruhig um mich einfach nur auf den Atem zu konzentrieren. Bodyscan geht manchmal gar nicht weil meine Gedanken immer wieder weg fliegen...
    Aber selbst 5 Minuten Achtsamkeit reichen durch aus...

    Werde meine Therapeutin jedenfalls auch darauf ansprechen, da ich der Meinung bin, dass ich vielleicht bessere Erfolge erzielen kann, wenn man parallel zur VT wieder mich auf MPH einstellt.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 147

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Bow , nach 6 Stunden Verhaltenstherapie sind wir erst dabei mal zu schauen, was mein Ziel ist, welches Ziel mir am wichtigsten ist und was ich bereit bin zu versuchen.

    Ansonsten habe ich für meine Verhaltenstherapie vor Jahren einen etwas anderen Weg gesucht: ich habe geheiratet, 3 Kinder bekommen, einen Beruf ausgeübt .
    Der liebe Gott hat uns als Zugabe noch Linkshändigkeit, Legasthenie, Asperger, Depression, Diabetes und AD(H)S drauf gelegt - für Unlust gab es da kaum Zeit. Da hat sich mein Verhalten ganz schnell von allein geändert, wenn ich nicht im Alltag untergehen wollte.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.871

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    6 Stunden sind nicht viel, da steht man ja erst am Anfang.
    Meine Verhaltenstherapeutin hat allein die ersten vier
    Termine für eine Bestandsaufnahme gebraucht, um zu
    erfragen, in welchen Lebensbereichen ich welche
    Probleme habe und um mich ein wenig kennenzulernen
    wie ich mit den Dingen umgehe.

    *mit-App-getippt*

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Pierre Gynth schreibt:


    Anfang des Jahres wurde bei mir ADS diagnostiziert und der Arzt meinte daraufhin, es erst mal mit einer Verhaltenstherapie zu versuchen. Sechs Sitzungen habe ich bisher gehabt. Gelernt habe ich bisher einiges darüber, wie unser Gehirn funktioniert, dass ich mir einen "Reminder" einrichten kann (zu dem Zweck habe ich eine Handyapp, die mich unregelmäßig anpiept) und um meine Unlust zu überwinden soll ich mir vorher überlegen, warum es sich lohnt, eine Aufgabe anzugehen und durchzuziehen (z.B. für das gute Gefühl hinterher etc.).
    Ist ja schon mal ganz gut soweit. Zumindest hast Du jetzt die Bestätigung einer Fachkraft, dass Deine bisherigen Strategien nicht alle falsch waren. Klingt ein bisschen doof von mir - ich bin gar keine Freundin der Psychotherapien bei unserer Störung - ich würd aber in jedem Falle noch weiter machen. Vielleicht hilft es Dir, mal den Standpunkt zu ändern und die regelmäßigen Sitzungen als einen stabilisierenden Effekt in Deinem Leben anzusehen! Vielleicht kann Dir die Therapeutin durch ihr Feedback ein bisschen Willenskraft leihen und bei den kleinen und großen Rückschlägen helfend zur Seite stehen! Diese Hilfe muss nicht immer in guten Ratschlägen bestehen, es kann auch das Erlebnis von Akzeptanz und Verstandenwerden sein! Kann sein, muss nicht sein!

    Pierre Gynth schreibt:
    Bei der nächsten Sitzung werde ich meine Therapeutin mal fragen, ob jetzt noch was neues kommt, denn ich habe die Befürchtung, dass es nicht darüber hinaus geht. Und dann kann ich es im Endefekkt gleich sein lassen, denn: ich bin 41 Jahre alt und habe das Konzentrationsproblem seit meiner Einschulung. In diesen 35 Jahren bin ich durchaus schon öfter mal auf die Idee gekommen, mich zusammenreissen zu wollen oder mir alle möglichen Gründe aufzuzählen, warum es sich lohnt, etwas anzugehen. Resümee aus 35 Jahren erfahrung: es bringt NICHTS. Mich irgendwie motivieren zu wollen hat gar keinen Zweck, also lasse ich es bleiben.
    Ein bekanntes Phänomen bei AD(H)S! Die Konzentrationsprobleme verhindern fast schon, das unmittelbare oder auch zügige Erleben einer Wirkung, die relativ schnell einsetzen kann. Und die vielen gescheiterten Versuche machen es nicht einfacher! Vielleicht ein kleiner Trost: Ich hab einige Jahre mehr auf dem Buckel und bin so richtig spät diagnostiziert. Auch ich hab tausende solcher Ansätze hinter mir, dazu gehören viele Bemühungen zur Selbstdisziplin von kleinen Übungen bis zum Rückwärtsdenken, Gedankenstopp, Meditation usw. Bestand hatte einfach gar nichts, irgendwann sind meine ganzen Übungsversuche immer wieder gestorben. Mit den Medikamenten habe ich es zumindest geschafft, den ganz normalen Alltag nicht mehr als reine Last zu erleben und insgesamt ruhiger zu werden!

    Pierre Gynth schreibt:
    Habt ihr andere Erfahrungen? Kennt ihr weitere Ansätze in der Verhaltenstherapie? Nutzt das was?
    Die Antwort auf diese Frage ist strittig, die meisten Fachleute sagen, dass die medikamentöse Behandlung die Grundlage für eine erfolgreiche Verhaltenstherapie schafft. Dies gilt auch z.B. bei Depressionen - den Ausstieg aus den Gedankenspiralen schaffen viele erst nach der "biologischen" Stabilisierung. Bei mir hat keine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie jemals was genützt.


    Was Du gerade erlebst haben wohl sehr viele von uns schon hinter sich. Bei jedem neuen Anlauf fängt alles von vorn an und jedes Mal muss man wieder erklären, was man schon alles versucht hat usw. und irgendwann wächst die Ungeduld ins Unendliche. Das ist keine qualitative Frage sondern eine quantitative! Die vielen Misserfolge in den eigenen Bemühungen machen es einfach immer schwieriger mit den gut gemeinten Hilfen umzugehen!

    An Deiner Stelle würde ich mit dem Arzt nochmal sprechen und um eine medikamentöse Unterstützung bitten, damit Du insgesamt Deine Konzentration über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten und dann auch die kleinen Erfolge Deiner Bemühungen genießen kannst.

    Jedenfalls bin ich der Meinung, dass man nach sechs Stunden durchaus sagen kann, ob die Geschichte funzt oder nicht. Das Prinzip hast Du ja schon erkannt! Deshalb muss man nicht gleich aufgeben, sondern kann sich von anderer Seite Hilfe holen z.B. durch die medikamentöse Unterstützung. Ich will nicht in Abrede stellen, dass Du Dich selbst besser kennst als jeder andere und wenn schon so viele eigene Bemühungen gescheitert sind, ist es besser noch einen zusätzlichen Weg einzuschlagen!

    Kein anderer Mensch weder Arzt noch Psychotherapeut kann wirklich erfassen, wer Du bist und was Du schon erlebt hast. Und jeder neue Therapeut muss wieder ganz von vorne anfangen, was Dich natürlich irgendwann nervt. Diese Reaktion von Dir ist verständlich, aber auch Dein Gegenüber ist zu verstehen!

    Toi toi toi
    Waldsteinie

  7. #7
    ellipirelli

    Gast

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Hallo- in deiner Vorstellung lese ich, das dein Arzt "Verhaltenstherapie vor Medikamenten" verordnet hat...

    Das halte ich zb für relativ unsinnig, und ist auch nicht Usus.
    "Multimodale" Therapie steht bei ADHS in den Leitfäden zur Behandlung = Medis plus Psychotherapie, da hat sich VT als am Besten geeignet erwiesen.

    Ohne das mein Hirn durch die Medikamente ein bischen anders "gepolt" war (sehr salopp gesagt), hätte es mit der VT gar nicht viel anfangen können.
    Erst durch die Medikation hat mein Hirn ja die Möglichkeit, bestimmte Dinge klarer zu erkennen, sich anders zu fokussieren und ein gewisses Maß an Motivation aufzubringen.
    Es gibt zig Artikel zu dem Thema, das VT bei "unsereins" ohne Medikation wenig bringt, die finde ich jetzt spontan aber nicht.
    Vielleicht hat jemand anders aus dem FF noch was dazu, oder du begibst dich mal auf die Suche danach und sprichst dann mit den neuen Erkenntnissen "bewaffnet" nochmal mit deinem Arzt.

    Abgesehen davon, sind 6x wirklich noch nicht viel und auch bei mir wurde erst nach ca. 15 Sitzungen überhaupt erst zum der "Kern der Sache" durchgedrungen. Ob du mit der Therapeutin zurecht kommst, und von ihr überhaupt etwas annehmen kannst, kannst du aber nach 6x durchaus feststellen, ich weiß von mir, das ich zb -ich bin auch deutlich älter als du und wurde sehr spät diagnostiziert- mit "jungen" Therapeuten wenig anfangen kann, das muss zumindest Alters-und Erfahrungsmäßig schon auf Augenhöhe sein
    Geändert von ellipirelli ( 5.08.2014 um 09:39 Uhr) Grund: Ergänzung

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Hallo zusammen

    Bei mir waren die ersten 5 Stunden auch nur Anamnese.... quasi vom Säugling (was mir so berichtet wurde, sollte ich ihm sagen) bis heute.

    Die Aufklärung über das Syndrom, wurde mit mir letztes Jahr in der Klinik gemacht, wobei ich da schon fast alles wusste.... zu spät....
    Hätte man schon in einer meiner vorherigen Theras machen sollen.... dann wären etliche Rätsel schnell gelöst gewesen


    So gesehen, macht Deine Therapeutin nix verkehrt, Pierre (ich kürze das mal ab ) ....Es ist sehr wichtig, für die Kompetenz in eigener Sache, die mE IMMER zu den erdten Therapiezielen gehören sollte, dass man weiß, was das Syndrom mit einem macht.


    Andererseits ist es genau so wichtig, dass zwischen Dir und Deiner Therapeutin die "Chemie" stimmt. Solltest Du generell ein ungutes Gefühl bei ihr haben, wäre es evtl wirklich besser, eine (n) andere (n) zu suchen.....


    Kommst Du ansonsten mit ihr klar?
    ....vllt solltest Du Deine Bedenken doch einfach mal äußern ..... bei solchen Fragen trennt sich oft die Spreu vom Weizen Ein Profi nimmt das ernst... andere könnten beleidigt sein oder so....


    Liebe Grüße
    happy

  9. #9
    Pepperpence

    Gast

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Schwierig ... ich habe jetzt insgesamt 3 Anläufe mit Verhaltenstherapie hinter mir, die ich alle abgebrochen habe. Tatsächlich aus dem Eindruck heraus, dass es letztendlich bis "jetzt reissen Sie sich mal zusammen, dann geht das schon" und nicht weiter geht - ich suche aber einen Weg wie ich gut mit ADS leben kann und nicht im ständigen Kampf gegen ADS.

    Meine Erfahrungen waren aber wohl auch ungewöhnlich schlecht.

    Ich schliesse mich happypill an, dass Du die Bedenken äussern solltest.

    Die Gefahr bei VT sehe ich darin dass man eventuell wieder mal mit dem Gefühl rausgeht "versagt" zu haben, weil man die empfohlenen Methoden auf Dauer nicht aufrecht erhalten kann ... genau das ist doch aber das Grundproblem. Ich denke es dauert einfach bis man für sich die richtige Strategie gefunden hat und da kann es sein, dass man eingies probieren und wieder verwerfen und am Ende vielleicht unkonventionelle Wege gehen muss.

    Was wirklich passt und funktioniert kann man nur selbst herausfinden - einen dabei zu begleiten und zu unterstützen - genau dafür fehlt aber für mein Empfinden vielen VT das Gespür und auch die Geduld

    Wenn ich zum Beispiel lese was strader schreibt finde ich das sehr typisch für die Art von VT die ich kenne:

    Gibt ne schöne App mit dem einschlägigen Namen "Achtsamkeit".
    Allerdings für einen ADSler auch nicht gerade einfach, so meine Meinung, aber meine Therapeutin meinte, damit hätte man schon ganz gute Erfahrungen gemacht...
    Ich finde, es ist komplett zweitrangig ob ein Therapeut allgemein gute Erfahrungen mit etwas gemacht hat, es muss nicht für alle, sondern für diesen einen Patienten funktionieren ... und wenn es nicht funktioniert dann muss man schauen warum es nicht funktioniert oder gemeinsam nach einem anderen Weg weitersuchen ... also die Aussage, dass andere damit aber ganz tolle Erfahrungen gemacht haben finde ich wirklich nicht gut - zum einen unterstellt das ja wieder mal eine Art Versagen, zum anderen ist es doch vollkommen egal wenn die halbe Welt damit gut klar kommt, wenn man selbst damit nicht klar kommt ist es vielleicht nicht der richtige Weg.
    Geändert von Pepperpence ( 5.08.2014 um 11:28 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Verhaltensherapie weiter machen?

    Hallo alle!

    Vielen Dank für euere zahlreichen Antworten!

    Ich selbst war von Anfang an sehr skeptisch, was eine Psychotherapie überhaupt bringen soll, denn bei ADS gibt es ja eine ganz klare PHYSISCHE Ursache, die medikamentös behandelbar ist. Aber wie soll eine Psychotherapie da helfen?

    Das habe ich auch die Therapeuten gefragt, die ich mir angeschaut habe. Meine jetzige Therapeutin (die Chemie stimmt übrigens) hat mir daraufhin gesagt, dass man um die biologischen Gegebenheiten natürlich nicht rumkommt und dass bei der VT das Rad nicht neu erfunden wird. Es ginge auch nicht darum, in den Tiefen der Psyche zu wühlen, bis man irgendwas kapiert hat und es klick macht und alles prima läuft. Sondern es ginge mehr um eine Art Coaching, Kompensationen und wenn man lange übt, könnte man vielleicht sogar die Konzentrationsfähigkeit verbessern, da unser Hirn ja lernfähig ist. Davon abgesehen kann man die psychischen Probleme behandeln, die in Verbindung mit dem ADS und durch die Reaktionen der Umgebung entstanden sind. Das halte ich schon alles für sehr vernünftig.

    Des weiteren hat sie auch mal gemeint, sie würde mit dem Arzt reden, der meine Diagnose gestellt hat und ihn fragen, ob wir nicht parallel mit den Medikamenten anfangen können. Das wollte ich aber nicht, weil bei mir auch noch eine Essstörung vorliegt, die ich das letzte halbe Jahr relativ gut im Griff hatte. Und da immer behauptet wird, Methylphenidat würde den Appetit mindern, wollte ich es erst mal bleiben lassen. Ich wollte sozusagen nicht in die Besserung eingreifen. Die Essstörung hat mich allerdings schon wieder halbwegs eingeholt, so dass ich deswegen keien Hemmungen mehr habe.

    Ich werde bei der nächsten Sitzung auf jeden Fall mal die Medikation ansprechen, denn ich sehe es auch so, dass eine VT vielleicht nach Medikamenten greifen könnte, aber vorher kaum.

    Zur Frage, warum diese Reihenfolge bei mir gewählt wurde gab es ein paar Theorien.

    Meine eigene:
    Der Psychiater, bei dem ich zur Diagnose war, behandelt in erster Linie Kinder und Jugendliche. Ich habe den Verdacht, dass bei ihm regelmäßig Mütter und Väter aufschlagen die sowas sagen wie "eins sag´ ich Ihnen gleich, mein Kind wird nicht ruhig gestellt!!! Wir nehmen kein Ritalin, der Heilpraktiker hat gesagt, das machen wir alles mit Globuli Rhabarber D38 waggawaggawu…"
    Diesen Verdacht habe ich einem Therapeuten gegenüber erwähnt und er meinte mit regungsloser Mine "Genau. So. Ist es." Er hatte aber noch eine weitere Erklärung, was uns zum nächsten Punkt führt:

    Die des Therapeuten, bei dem ich mal zur Probestunde war:
    Er sagte, die Diagnose von ADS sei sehr schwer. Wenn die Testung nicht eindeutig ausfällt, lässt man gerne erst noch einen Therapeuten ran, der sich länger mit der Person beschäftigt, um rauszufinden, ob ADS vorliegt oder nicht, denn die offizielle Diagnose und das Verschreiben von Methylphenidat hat Konsequenzen (wenn man vor hat Beamter zu werden, zur Polizei zu gehen, beim Autofahren muß ein Attest mitgeführt werden etc.).

    Die meiner jetzigen Therapeutin:
    Sie meinte, trotz aller Probleme habe ich einen Schulabschluss, eine Ausbildung, einen Arbeitsplatz, etc. Bei solchen Patienten verschreibt man gerne erstmal die Therapie in der Hoffnung, dass es vielleicht ohne Medikament funktioniert. Die Hoffnung liegt aber vielmehr bei der Krankenkasse, denn eine einmalige VT kommt billiger, als lebenslang Medikamente bezahlen zu müssen. Letztendlich ist es also mal wieder das liebe Geld bzw. die Sparzwänge der Krankenkassen.

    Obwohl alle drei Erklärungen mit Sicherheit nicht falsch sind glaube ich dass in meinem Fall die letzte die Beste ist, da meine Testung ziemlich eindeutig ausfiel.

    Gruß
    Pierre Gynth

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