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Diskutiere im Thema Wie komme ich zu meinen medizinischen Unterlagen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Wie komme ich zu meinen medizinischen Unterlagen?

    creatrice schreibt:
    Blöd nur, wenn der "Vorgesetzte" selbst für die Nicht-Rausgabe verantwortlich ist......


    Und noch blöder, und leider auch schon oft genug erlebt, wenn dann bei Beschwerde mit dem Totschlag-Argument gekontert wird: "Der Patient hat etwas "missverstanden"... "
    Bei psychiatrischen Einrichtungen anscheinend besonders beliebt. Ich überlege schon gerade, ob ich mich (im Zweifel) noch mal so demütigen lasse (der Arzt hat immer Recht, da der Patient ja der Verrückte ist), oder ob ich einfach aufgebe um mir selbst den letzten Rest Würde zu bewahren (jaja ich weiss, die liebe Enttäuschungsprophylaxe)


    Aktuell liegt mir gerade die Tatsache am meisten quer im Magen, das bei mir die Befunde und der angeforderte Bericht nicht dem Amtsarzt (Psychiatrie nicht Fachgebiet) übersandt wurden. Konsequenz ist für mich mehr als fatal: Man beruft sich aufgrund eines fehlenden Berichtes des Facharztes auf ein altes Gutachten, und ich habe mal wieder die Wahl zwischen Behindertenwerkstatt und niederschwelligen Maßnahmen die für mich völlig sinnfrei sind.
    Meine Bearbeiterin beim Amt ist zwar sehr nett und versteht meine Lage, aber ihr sind wohl die Hände gebunden. Ein neues Gutachten bei einem Facharzt bekomme sie nicht durch, da das letzte Gutachten schon das 2. innerhalb eines halben Jahres war, da das davor auch von einem Nicht-Facharzt (Chirurg) ausgestellt wurde, was aber selbst ihr nicht geheuer war und sie so das 2. anforderte........ was dann bei einer Anästhesistin war.

    Da der Drops nun gelutscht ist, weil Gutachten geschrieben, auch ohne aktuellen Facharztbericht, erübrigt sich wohl bei mir jeglicher Rechtsanspruch auf Aktenherausgabe zumindest bei diesem Anliegen.


    Ich weiss auch gerade nicht ob mir die Nichtrausgabe oder der Nervenkrieg mehr schadet....... blöd finde ich allemal solche "Abgänge". Man geht dann immer mit einem schalen/bitteren Nachgeschmack an den nächsten Arzt ran und Vertrauen muss dort erst wieder mühsam aufgebaut werden/soweit irgendwann überhaupt noch möglich.

    @ Lloyd Byron
    Wenn du Erfolg hattest, sag mal bitte Bescheid, wie du es geschafft hast.
    Wie kommt es, dass dir Gutachten von einem Facharzt verweigert wird, wenn du einen solchen zwingend brauchst? Wie kommen ein Chirurg und eine Anästhesistin dazu, ein psychiatrisches Gutachten zu erstellen. Die haben doch höchstens rudimentäre Kenntnisse im Fachgebiet Psychiatrie und Gutachten sollten immer von Leuten erstellt werden, die auf dem Gebiet Experten sind.
    Wer hat ich dann zu diesen Ärzten vermittelt?
    Ich kenne mich mit den deutschen Gesetzen nicht so gut aus, aber können solche "Gutachten" nicht angefochten werden, weil sie eben nicht von Experten erstellt wurden?
    Wie kommen die darauf, dich in eine Behindertenwerkstatt zu stecken, doch sicher nicht nur weil du ein ADHS hast. Das hat doch sicher auf deinen weiteren beruflichen Werdegang einen großen Einfluss. Nicht falsch verstehen, solche Institutionen sind sehr gut, für Leute, die auf Grund ihrer Behinderung nicht im normalen Arbeitsmarkt tätig sein können.
    Ich kann gut verstehen, dass dir der Nervenkrieg an die Nieren geht.
    Du hast ein Recht auf Akteneinsicht!

    Lieber Gruss und viel Durchhaltevermögen!

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wie komme ich zu meinen medizinischen Unterlagen?

    Trübeli schreibt:
    Wie kommt es, dass dir Gutachten von einem Facharzt verweigert wird, wenn du einen solchen zwingend brauchst? Wie kommen ein Chirurg und eine Anästhesistin dazu, ein psychiatrisches Gutachten zu erstellen. Die haben doch höchstens rudimentäre Kenntnisse im Fachgebiet Psychiatrie und Gutachten sollten immer von Leuten erstellt werden, die auf dem Gebiet Experten sind.
    Wer hat ich dann zu diesen Ärzten vermittelt?

    Diesen anscheinend äusserst lukrativen Zweig der Gutachtertätigkeit, haben mittlerweile immer mehr niedergelassene Ärzte für sich entdeckt. Selbst wenn die studierte Fachrichtung eine andere ist, können sie anscheinend durch Zusatzqualifikationen (ich glaube sogar "nur" als Gutachter) auch fachfremde Gutachten machen. Oft sind es mittlerweile schlecht gehende Praxen, die immer mehr zu "Gutachterbuden" verkommen. Da gibt es für wenig Zeit wesentlich mehr Geld als für Kassenleistungen.
    Die Ämter gucken nur darauf was der jeweilige Arzt anbietet, auf den Preis und ob Kapazitäten frei sind. Nicht auf die Spezialisierung.

    Ich habe es beim 2. Gutachten "gewagt" mich bei der Vergabestelle zu beschweren, da meine Sachbearbeiterin extra nur zum Facharzt hingeschrieben hatte, man hat mich äusserst unfreundlich darauf hingewiesen das ich den jeweiligen Arzt nicht googlen brauche, da eben auch Psychiatrie mit im Gutachterkatalog angegeben ist, und man so also auch ordnungsgemäß auf meine Problematik eingehen könne........

    Ich weiss nicht, ob man sowas anfechten kann, die Frage ist ja auch, wie lange dauert sowas und wie viel Nerven u evt. Kosten sind dafür nötig........

    Das man ein Recht auf Akteneinsicht hat, ist ja schön und gut, aber wenn die Ärzte einfach auf Durchzug schalten was soll man machen? Wenn sie auf Androhungen reagieren ist das traurig, aber wenigstens etwas, aber deswegen ein Rechtsstreit? Der evt mehrere Jahre dauert? Wo man dann aus Gnatz eh nur einen aussagelosen Kurzbericht erhält? Dann lieber anders versuchen aus der Nummer rauszukommen, so meine Meinung.

  3. #13
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Wie komme ich zu meinen medizinischen Unterlagen?

    creatrice schreibt:
    Ich weiss nicht, ob man sowas anfechten kann, die Frage ist ja auch, wie lange dauert sowas und wie viel Nerven u evt. Kosten sind dafür nötig........

    Das man ein Recht auf Akteneinsicht hat, ist ja schön und gut, aber wenn die Ärzte einfach auf Durchzug schalten was soll man machen? Wenn sie auf Androhungen reagieren ist das traurig, aber wenigstens etwas, aber deswegen ein Rechtsstreit? Der evt mehrere Jahre dauert? Wo man dann aus Gnatz eh nur einen aussagelosen Kurzbericht erhält? Dann lieber anders versuchen aus der Nummer rauszukommen, so meine Meinung.
    Ich würde mich da bei einem Anwalt erkundigen. Ev. Kann der auch ein Gutachten bei einem Psychiater beantragen.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Wie komme ich zu meinen medizinischen Unterlagen?

    Na das ist ja wieder ein ziemliches Durcheinander hier!

    Mal hier ne Frage, mal dort ne andere Frage und dann ne Antwort mit Gegenfrage - wenn ich bloß nicht so faul wäre - ich würde mir alles ganz genau durchlesen!

    Meine unqualifizierten Antworten dazu (na ja, vielleicht nicht nur unqualifiziert):

    Die Gutachterärzte können in beschränktem Rahmen durchaus auch auf andere Fachgebiete angesetzt werden. Als Gutachter können sie auch ein Aktengutachten schreiben und eben mal nen Blick auf den Patienten werfen. Das machen die Ärzte beim MDK genauso wie die Leute von der Schlichtungsstelle für Kunstfehlerbegutachtungen und das machen auch Amtsärzte bzw. die zuständigen Menschen bei den Versorgungsämtern, wenn es um einen GdB geht.

    Die Geschichte mit den Gutachtern wäre natürlich so nicht passiert, wenn creatrice beim nem Arzt in Behandlung gewesen wäre, der seine Papiere im Griff hat und auf bestimmte Anfragen auch in einem adäquaten Zeitrahmen reagiert. Dann wäre natürlich alles erheblich einfacher gewesen. Creatrice hätte auch zum Gutachter ihre Dokumentation mitnehmen können, aber die hat sie natürlich nicht angefordert, sie war ja noch in Behandlung. Bei regelrechtem Umgang mit der Dokumentation wäre für einen anderen Arzt auch die Gesamtproblematik aus der Dokumentation ersichtlich gewesen usw.

    Bei allen Auseinandersetzungen um die Herausgabe der Unterlagen sitzt der Arzt grundsätzlich am längeren Hebel - das ist so!

    Er kann auf stur schalten - was fast alle zunächst versuchen! Da kommen die tollsten Rhetoriktricks zum Einsatz. Er kann sämtliche Schreiben einfach ignorieren. Ich hab` sogar erlebt, dass ich auf meine Mahnschreiben immer den gleichen Brief zurück bekommen habe - war alles nicht mehr aktuell usw. Der Arzt blieb bei seiner Verweigerung der Unterlagenherausgabe und die Abrechnungsfirma schaltete irgendwann ne Rechtsanwältin ein, weil ich ja die Rechnung - gut begründet - nicht bezahlt hab.

    Die Rechtsanwältin hat ähnlich reagiert wie der Arzt, ich behielt die Fassung und schrieb ein paar klare Briefe. Die Geschichte verlief im Sand, keine Geldforderungen mehr und auch keine Dokumentation. Allerdings war ich da längst in Behandlung bei einem anderen Arzt, bei dem ich natürlich ohne Vorbefunde aufgeschlagen bin. War in dem Falle auch kein Problem, beim Augenarzt kann man ohnehin alles einfach ausmessen!

    Unser Gesundheitssystem ist privatwirtschaftlich organisiert, die Ärzte werden nach unterschiedlichen Regeln bezahlt - entweder Fallpauschale oder nach GOÄ. Je enger die Fallpauschalen werden umso schlimmer werden die Rechnungen nach GOÄ und auch da versuchen sie alles, um ihre Rechnungen nicht zu kürzen - teilweise sind die Argumente einfach nur haarsträubend. Besonders schlimm ist sowas beim Shrink - da wird dem Patienten eben mal kurz ein Beziehungswahn bescheinigt und gegen den anzukommen kann sehr schwer werden!

    Ärzte sind verpflichtet die Dokumentation rauszugeben, wer sich aber auf langwierige Gespräche einlässt zieht ohnehin gleich den Kürzeren. Und wer in dem Falle klagen will, der braucht nen ziemlich langen Atem. Es handelt sich bei solchen Klagen um Zivilrecht (bitte vor dem Fragenstellen erstmal nachlesen, was das bedeutet). Wenn ich meine Dokumentation einklagen will, dann brauch ich nen Anwalt und der kostet Geld. Wobei ich nichtmal weiß, wie sich in dem Falle der Streitwert errechnet gggg.

    Bis es überhaupt zur Verhandlung - um welche Form es sich auch handeln mag - kommt ist richtig viel Zeit vergangen und wer wirklich krank ist und laufend Medikamente benötigt, der muss in der Zwischenzeit von vorn anfangen, nochmal endlose Untersuchungen oder Gespräche über sich ergehen lassen usw. Da nützen alle Gesetze nichts, die Zeit arbeitet gegen die Patienten und für sture Ärzte!

    Außerdem gibt es ja überall auch Beschwerdestellen bzw. Qualitätsbeauftragte und es gibt die Ärztekammer mit ihrer Berufsordnung und der Zwangsmitgliedschaft der Ärzte. Auch von der Kammer kommen bei einer Beschwerde immer die gleichen stereotypen Antworten. Die Kammern wollen auch keine Sanktionen gegen ihre Ärzte verhängen und bis so ne Ärztekammer mal einem Arzt eine auf die Mütze gibt, da muss schon richtig was passieren - die wollen weder Mitglieder verlieren noch wollen sie Arbeitsplätze für ihre Juristen gefährden. Ergo: Die kannste einschalten, brauchst aber reichlich Nerven, um mit den Antworten umzugehen und der Arzt fürchtet die Kammer nur dann, wenn er laufend Fortbildungsveranstaltungen anbietet und dafür den Segen der Kammer benötigt. Ansonsten gehen dem die Anfragen der Kammern an der Hüfte vorbei!

    Im Falle der Herausgabe der Unterlagen gilt der Spruch: Wo kein Kläger, da kein Richter! Und so ne Klage will wohlüberlegt sein!

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Wie komme ich zu meinen medizinischen Unterlagen?

    Wollt nur nochmal Update geben......

    Es gibt seit 2013 das neue Patientenrechtegesetz (PGR). Darin enthalten ist, das man nicht nur das Recht auf Einsicht der Akten (unverzüglich) hat, sondern auch auf eine Erklärung (unverzüglich) wenn dies nicht erfolgt.
    Eine Frist bei dem jeweilig säumigen Arzt zu setzen, wird immer empfohlen.

    Die Ärztekammer Berlin hat noch diesen erklärenden Zusatz an ihre Mitglieder:

    "Neu ist die ausdrückliche Verpflichtung, die Ablehnung einer Einsichtnahme gegenüber dem Patienten zu begründen. Dies musste bereits bisher z.B. im Zuge einer klageweisen Geltendmachung des Einsichtsrechts erfolgen. Dass diese Verpflichtung nunmehr ausdrücklich im Gesetz geregelt ist führt dazu, dass bei fehlender Mitteilung der Begründung im Verzugsfall die Kosten für eine rechtsanwaltliche und ggf. klageweise Geltendmachung vom Arzt zu tragen wären. Die Begründung für die Verweigerung einer Einsichtnahme sollte daher zur Vermeidung nachteiliger Kostenfolgen zeitnah nach der Geltendmachung des Einsichtsrechts und immer schriftlich erfolgen."




    Der betreffende § im BGB ist § 630g, in der Berufsordnung der Ärztekammer ist er je nach Bundesland woanders zu finden, in Berlin wäre es § 10 Abs. 2 BO Ärztekammer Berlin.




    Ich denke zumindest der Hinweis auf o.g. Sachverhalt sollte den einen oder anderen Arzt zur Herausgabe "aufschrecken".

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