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Diskutiere im Thema Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 2

    Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft


    Hallo,

    bin neu hier, hab auch schon paar Beiträge Gelesen die recht ähnlich sind würde mich aber trotzdem gerne mit euch austauschen.

    Zu meiner Story:
    Ich bin 24 und Student, schon seit Studienbeginn, seitdem ich nicht mehr unter der Fuchtel der Eltern stehe, habe ich schon Probleme. Gleich zu Beginn eigentlich fast alle Prüfungen versemmelt, das zieht sich eigentlich durch das ganze Studium, ich bin jetzt im 8 Semester Bachelor (Regelstudienzeit sind 6!) und werde definitiv noch ein 9. Semester brauchen.

    Konkret ist es bei mir so, dass ich mich keine 10Minuten aufs lernen konzentrieren kann, es ist immer alles andere wichtiger, selbst in der Bibliothek bin ich abgelenkt und wenn ich nur ganz "interessiert" von einem Bucheinband zum nächsten starre. Hinzukommt, dass ich ein undendlicher Chaot bin, für mein Gehirn gibt es kein "Ordentlich" es fliegt alles im Zimmer herum, dementsprechend sind natürlich auch meine Unterlagen organisiert, nämlich gar nicht, was natürlich nicht sonderlich Hilfreich ist. Das ganze führt dazu, dass jedesmal wenn eine Prüfungszeit ansteht ich Depressions-artige zustände bekomme bei denen ich Tagelang wie versteinert im Bett liege.

    Im Januar diesen Jahres habe ich dann einen Artikel bei ZEIT ONLINE gelesen, bei dem ein Student die gleichen Symptome hatte (im Prinzip decken sich ALLE beschriebenen Symptome mit meinen), bei dem dann ADS im Erwachsenenalter diagnostiziert wurde. Ich kam also auf den Gedanken, dass das bei mir auch der Fall sein könnte.

    Ich machte mich also auf die Suche nach einem Psychologen, was sich eigentlich als Ding der Unmöglichkeit herausgestellt hatte, in der näheren Umgebung (100km +-) war nichts zu finden, letztlich hatte ich Wohl Glück und habe mitte März noch einen Termin im Isar Amper Klinikum in Freising bekommen, dort wurden dann erste Tests gemacht, ich wurde von der einen Ärztin zur nächsten geschickt und schließlich ein Verdacht auf ADS bekundet.
    Zusätzlich wurde mir eine depressive Anpassungsstörung diagnostiziert, für das Isar Amper Personal in Freising war die sache dann damit gegessen,es kam mir vor als hätten die nicht sonderlich Interesse mir zu helfen,was mich letztlich auch sehr frustriert hat.

    Jetzt musste ich mir selbst einen Arzt suchen der ADS diagnostizieren darf, in der Münchner Umgebung kommt da wohl nur zwei Praxen in frage.
    An der L. war der nächste Termin erst Mitte Juli (wohlgemerkt es war März), also habe ichs bei der Praxis von Dr. S.
    in München Ost probiert, dort habe ich einen Termin für Anfang Mai bekommen.
    Im Mai war ich dann also in München Ost bei Frau Dr. B. , dort habe ich zunächst die selben Tests gemacht die ich schon in Freising gemacht habe, aufgrund derer mein Verdacht bekundet wurde, am zweiten Tag gab es dann noch persönliche Gespräche zu meiner Kindheit und noch einen zusätzlichen Test. Auf die Fragen zu meiner Kindheit konnte ich nur auf etwa 75% eine Antwort geben, doch anscheinend hat das der Ärztin gereicht. Meine Eltern zu fragen wurde gar nicht in Erwägung gezogen.
    Hatten die Psychologen in Freising zu meinem Kindheitstest geäußert, dass ich wohl in der Kindheit recht Auffällig war (damals habe ich die Eigenananese mit meiner Mutter zusammengemacht!),so sah das die Ärztin in München-Ost etwas anders.

    Die Begründung war, dass ADS im Erwachsenenalter NUR retrospektiv diagnostiziert werden kann, sprich wenn ich schon im Kindesalter auffällig war, was ich laut meiner Mutter war.
    Sie meinte ich hätte definitiv Konzentrationsstörungen und sie würde nicht "die Hand ins Feuer legen, dass ich kein ADS habe" aber sie könne es nicht zu 100% beweisen, außerdem bescheinigte auch sie mir eine depressive Anpassungsstörung.
    Ich frage mich nun, müsste nicht das genau der Anlass sein um vielleicht doch bei meinen Eltern noch nachzubohren? Warum wurde keine Fremdanamnese gemacht? Ich habe dann zwei Wochen später noch einmal Kontakt zu Dr. S. persönlich aufgenommen, der meinte aber, dass Dr. B. wisse was sie macht, warum keine Fremdanamnese gemacht wurde, wurde mir nicht beantwortet.

    Tja und jetzt hänge ich in der Luft, die Leute aus Freising scheinen kein weiteres Interesse zu haben mir zu helfen und ehrlich gesagt, fand ich mich dort nicht gut aufgehoben. Ich melde mich jetzt erst, weil im Moment wieder die Prüfungen anstehen und sich das ganze wiederholt....
    Ich habe aber keine Lust mir einen neuen Pschologen zu suchen und das Prozedere von Vorne zu beginnen, vermutlich wäre ich dann MItte 2015 immer noch nicht schlauer.

    Wie schätzt ihr die Diagnose und die Diagnosepraxis ein, war das alles in Ordnung? Wie würdet ihr weiter vorgehen?

    Vielen Dank schon mal

    P.S. Die Symptome zu dem Studenten aus dem ZEIT ONLINE Artikel sind echt nahezu Deckungsgleich, auch die Hintergrundstory, ich kann den Artikel gerne suchen, wenn es erwünscht ist, bin mir nicht sicher ob man die hier verlinken darf.

    P.P.S. Das wohl herausstechendse aus meiner Kindheit war wie ich meine Hausaufgaben in der Grundschule gemacht habe, davon erzählt meine Mutter heute noch, ich habe die simpelsten aufgaben stunden gebraucht, weil ich mich nicht konzentrieren konnte und eigentlich die meiste Zeit unterm Tisch gesessen bin.

    Edit: Ärztenamen gekürzt und Praxisnamen gelöscht
    s.h. Foren Regeln
    Gruss Butterblume
    Geändert von Butterblume (26.07.2014 um 17:57 Uhr)

  2. #2
    Huiuiui

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 1.761

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Ich musste die Tests selber ausfüllen und zusätzlich auch noch von einem nahen Angehörigen ausfüllen lassen. Mir ist ehrlich gesagt neu, dass man eine ADHS Diagnose nur retrospektiv machen kann. Natürlich weiß ich, dass du, falls du ein ADHS hast, dies schon immer gehabt hast. Wie du schreibst, warst du ja auch schon im Kindesalter auffällig. Aber falls du ein ADHS hast, dann haben sich deine Symptome vielleicht ein Wing verändert, aber du hast sie immer noch.
    Es könnte natürlich auch sein, dass deine Konzentrationsstörungen eine andere Ursache haben.
    Wenn du Gewissheit haben möchtest, kommst du nicht darum herum dir eine zweite Meinung bei einem Psychiater zu holen, der sich auf ADHS spezialisiert hat. Nur Paychiater können die Diagnose stellen. Denn die haben Medizin studiert.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Ich würde nen Krankensemester machen und sehen, dass ich mit ärztlicher und psychotherapeutischer Hilfe, evtl. Klinik, die Anpassungsstörung in den Griff bekomme. Und wenn dann die Depression verschwindet, und die anderen Symptome bleiben, würde ich noch mal die ADHS-Diagnostik gemeinsam mit den Eltern in Angriff nehmen.

    Denn egal, was es ist, es schränkt dich gesundheitlich ein. Erst, wenn du wieder fit bist, kannst du weiter studieren.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 186

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Ganz ehrlich: Ich finde es ziemlich bescheuert, dass so ein Hype um das Medikament gemacht wird, und dass man ADHS bereits als Kind haben musste um das bekommen zu können. Ich meine: Wer starke Konzentrationsschwierigkeiten hat, Depressiv ist, vielleicht ein beginnendes Alkoholproblem hat usw., dem können die Medikamente vielleicht sehr rasch und sehr akut helfen, egal wie die Kindheit aussah. Eine Therapie muss man ja in jedem Fall nebenbei machen und auch eine Überprüfung ob das Problem nach wie vor besteht muss auch in jedem Fall regelmäßig gemacht werden. Diese permanente Diskussion um ADHS und das Medikament und die ideologisierung des Ganzen geht mir derart auf den Keks. Wenn es hilft ist es gut und richtig zu verschreiben. Was mich auch mal interessieren würde ist, ob das Medikament allgemein gegen eine drohende Sucht hilft, unabhängig von ADHS. Ich meine: Seit ich es nehme, hab ich nicht mehr das geringste Bedürfnis danach Alkohol zu trinken und vielen anderen geht es ähnlich. Meint ihr, dieselbe Wirkung tritt auch bei Nicht-ADHSlern ein? Gibt es da Studien zu?

  5. #5
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Trine schreibt:
    Ich würde nen Krankensemester machen und sehen, dass ich mit ärztlicher und psychotherapeutischer Hilfe, evtl. Klinik, die Anpassungsstörung in den Griff bekomme. Und wenn dann die Depression verschwindet, und die anderen Symptome bleiben, würde ich noch mal die ADHS-Diagnostik gemeinsam mit den Eltern in Angriff nehmen.

    Denn egal, was es ist, es schränkt dich gesundheitlich ein. Erst, wenn du wieder fit bist, kannst du weiter studieren.



    Ein Krankensemster wird ja öfter empfohlen und ich würde mit diesem Ratschlag ehrlich gesagt vorsichtig umgehen. Ich habe eins gemacht und für mich war es letztlich einer der schlimmsten Fehler meines Lebens.
    Ich bin ebenfalls 24 und habe vor ca. einem 1 1/2 Jahre besagtes Krankensemester eingelegt, auf Grund meiner Depressionen. Es hat rein gar nichts geholfen. Jeden Tag den ich ohne feste Struktur verbrachte habe bin ich mehr und mehr versumpft.
    Es hätte fast ein böses Ende genommen.
    Man wird nunmal leider nicht automatisch fit, nur weil man ein paar Monate nicht zur Uni geht

    Ich würde dir nur dazu raten, wenn du Rückhalt von irgendwem hättest. Aber da deine Eltern sich anscheinend schon sehr einmsichen,würden 6 verlorene Monate den Druck erhöhen.
    Da reduzier lieber dein Pensum und rechne mit 10 Semestern, aber mach nur 1-2 Module. Vielleicht kannst du ja ein Praktikum irgendwo in den Ferien machen oder einen leichten Nebenjob. Mir hat es geholfen, den Erwartungsdruck um zu verteilen und die Überziehung der Regelstudiuenzeit besser zu rechtfertigen,muss ja schließlich mein Studium selbst finanzieren und sammel Praxiserfahrung... bla bla.

    Sonst rate ich dir, gib nicht auf, versuch weiter einen Arzt zu finden, auch wenn du weiter fahren musst. Aber bei der Klinik in Freising ist wohl nichts zu holen.

  6. #6
    aficionado

    Gast

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Mach kein Krankensemester, ehrlich. Du bist im 8. Semester, Du hast es fast geschafft. Versuche deine Probleme jetzt, in den Sommerferien, zu klären und deine Akkus aufzuladen.

    Zeitungsartikel sind gut, aber man kann sich nicht aufgrund von einem oder sogar mehreren Zeitungsartikeln selbst diagnostizieren. Sonst hätte die große Mehrheit der Menschen ADHS ich würde eher noch einen Arzt suchen oder einfach eine Therapie mit einem/r auf Lernschwierigkeiten spezialisierten Therapeuten/in anfangen. Das Einzige was dir die ADHS-Diagnose geben würde und was für dich jetzt noch nicht zugänglich ist sind Medikamente. Aber Medikamente sind nicht für alle eine gute Lösung... Manchmal dauert es auch bis man lernt, die Wirkung der Medis zu verstehen und produktiv einzusetzen. Plus Nebenwirkungen... Bei mir ist es auf keinen Fall so, dass ich einfach Medis schlucke und gut arbeiten kann. Eine Therapie könnte dir schon jetzt helfen. Wenn Du Hilfe gegen deine Depressionen brauchst, kannst Du dich auch schon jetzt an einen Arzt wenden, Du brauchst keine ADHS-Diagnose.

  7. #7
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.126

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Ich finde schon dass eine Diagnose wichtig ist.Leider sind die Psychiater die ADHS abklären können / dürfen sehr oft überlastet. Deshalb braucht es Geduld, aber ADSler und Geduld??? Außerdem kann die Diagnose eine Rolle für jede andere Therapie spielen. Glaube mir es hilft ungeheuer wenn dein Therapeut darüber Bescheid weiß. Aber lass dich nur von einem Psychiater abklären

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Ich danke euch für die Antworten, es kostet mich halt sehr viel Überwindung nochmal in diese Termin und Warte Mühle reinzugelangen... Es wird aber kein Weg daran vorbeiführen mir noch ne zweite Meinung zu holen, da ich sonst keinen andere Weg sehe die Probleme im Studium zu lösen... Ich krieg zwar von allen Seiten zu hören, dass ich doch Konzentrations und Entspannungsübugnen machen solle aber mir fehlt dazu die Geduld und ich sehe darin nicht wirklich ne Nachhaltigkeit solange ich nicht wirklich weiß was mit mir los ist....

  9. #9
    Impulsbombe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 3.126

    AW: Keine Diagnose, ADS nur retrospektiv?! - Hänge seit 6 Monaten in der Luft

    Ich wünsch dir alles Gute auf deinem Wegund dass du bald ein Ergebnis siehst.

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