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Diskutiere im Thema Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Ich war in der Kindheit auch eher unauffällig...meine Mutter wurde sogar sauer, als sie den Fragebogen ausfüllen sollte ("du warst ein perfektes Kind!!!")...sie hat dann die Fragen alle mit trifft überhaupt nicht zu beantwortet. Nur leider bevor sie alle Fragen richtig durchgelesen hat und so hat sie eben auch Fragen mit "trifft überhaupt nicht zu" beantwortet, wie z.B. "Ihr Kind war zwischen 6 und 10 Jahren sehr ordentlich" ....
    Wie jemand vor mir schon erwähnte, musst du mit dem Spaten tief graben, um dich zu erinnern. Ich hatte auch vieles vergessen, das jedoch mit der Zeit langsam wieder in Erinnerung gerufen wurde, je mehr ich mich zurückversetzte.

    Die richtigen Probleme finden erst in der Pubertät an, dann aber richtig und unübersehbar.

  2. #22
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Diandra_80 schreibt:
    Ich war in der Kindheit auch eher unauffällig...meine Mutter wurde sogar sauer, als sie den Fragebogen ausfüllen sollte ("du warst ein perfektes Kind!!!")....
    war bei mir auch so wobei meine Eltern da eine franze zogen, als ich 13 wurden *g BIS dahin war ich perfekt.

    bei meinen Eltern (vor allem Mutter) ist da das problem, dass sie denken, adhs wäre was schlimmes, wie ein böser Stempel. ich glaube ehrlich gesagt, dass sie damit nicht klar kommen und sich da innerlich wehrten.

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    um ehrlich zu sein, hatten die sogar miteinander gestritten, als sie sich damit auseinandersetzen mussten. was ich persönlich wirklich gar nicht verstanden habe, dass das ein streitgrund sein konnte.

  3. #23
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    ich war als kind noch ganz lieb aber in der pubertät, so etwa mit 12 jahren wurde ich unerträglich.

    mit 17 bin ich daheim raus weil es nicht mehr tragbar war.
    merkwürdigerweise haben meine eltern nicht gemerkt, dass mit mir was nicht stimmt

    meine familie kann die diagnose immer mehr akzeptieren.

  4. #24
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    wenn ich mir das nun so anschaue, dass es hier irgendwie bei fast allen gleich ablief - erst eigentlich so liebe Kinder, dann plötzlich läuft alles aus dem Ruder, sobald 12/13/14.. dann frage ich mich jetzt fast, wieso bei der Diagnose so ein großer wert darauf gelegt wird.

    gut, dass wir Probleme hatten ordentlich zu sein oder Hausaufgaben zu machen, klar, das sind Anzeichen. aber sollte dann vielleicht nicht ein viel größerer wert darauf gelegt werden, inwiefern sich das zur Pubertät hin ändert, also alles?

    quasi von einem extrem ins andere.

    meine Eltern sagen immer das:
    "Über Nacht (!) hingen an deiner wand nicht mehr Bilder von Hunden, sondern Totenköpfe." - sie wussten überhaupt nicht, wie ihnen geschieht. das liebe Mädel war weg, die langen blonden haare ab, ganz kurz. ich hab mir meine Ohrlöcher selbst mit nem Nagel gestochen (also alles was über die standardohrlöcher rausging) und vieles vieles mehr.

    für sie wurde ich von heute auf morgen quasi zum Punk. manchmal hab ich fast das Gefühl, wenn sie so erzählen, als wäre über nacht der Teufel in mich gefahren. was natürlich nicht so war

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    zusatz:
    ich liebe meine Eltern! habe gutes Verhältnis (auch wenn es in der Jugendzeit oftmals sehr schwer war) und sie versuchen auch zu verstehen, dass adhs nix schlimmes ist und zu mir gehört (das klang jetzt alles so schlimm, dass ich das dringende Bedürfnis hab, das jetzt noch hinzuzufügen)

  5. #25
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Das, was Luzie geschrieben hat, kann ich aus meiner Sicht bestätigen.

    Ich habe meine Diagnose noch nicht besonders lange. Im Rahmen einer medizinischen Reha, die ich aufgrund von sozialer Phobie und leichten Depressionen angetreten habe, wurde bei mir ADHS (Mischtyp) diagnostiziert. Anfangs war ich eher skeptisch, obwohl ich mich ziemlich schnell und präzise in den Symptomen wiedererkannt habe.

    Dieses Wochenende habe ich das meinen Eltern mitgeteilt und meine Mutter hat mir bestätigt, dass ich als Kind schon eher unaufmerksam war.

    Mein Vater sagte mir, dass mich als kleines Kind jeder mögen musste, weil ich immer gestrahlt habe, auf jeden zugegangen bin und einfach richtig lieb gewesen bin.

    Auffallend war bei mir nur, dass ich, nachdem ich anfangs sehr gerne in den Kindergarten gegangen bin, mit einem Schlag da nicht mehr hin wollte und jedesmal ein Riesentheater gemacht habe.

    Meine Mutter hat immer sehr darauf geachtet, wie ich angezogen bin, wie ich mich benehme, wie ich rede usw. (ich bin Einzelkind)

    Schimpfwörter waren tabu, Dialekt (ich komme von einem kleinen Dorf) durfte nicht gesprochen werden, jeder Furz in der Nachbarschaft - und war er auch noch so unsympathisch - musste gegrüßt werden, hatten wir Besuch, musste ich jedem die Hand geben. Wurde das nicht befolgt, gabs jedesmal Vorhaltungen und Terz.

    Meine Tante hat mal mit meiner Mutter darüber gespochen und ihr angeraten, mir mehr Freiheiten zu lassen: " Der Junge ist doch eine eigene Persönlichkeit und nicht Euer dressiertes Äffchen."

    Leider hat das nix genützt und meine Mutter hat ihren rigiden Erziehungsstil fortgesetzt.

    Mit zunehmendem Alter waren aber gewisse Dinge im Verhalten schon auffällig, Rechts-Links Schwäche, ab der 3./ 4. Klasse Probleme in Mathematik und Panik vor den Klassenarbeiten mit regelmäßigen Blackouts. Ewig langes Hausaufgaben machen, aus Angst etwas zu vergessen, der Versuch, alles auswendig zu lernen, schnelle Ablenkbarkeit, einige heftige Wutausbrüche gegenüber anderen in der Schule.

    Ich habe in der Jugend Fußball und Tennis gespielt, bekam dann mit etwa 12 Jahren plötzlich exteme Schmerzen und Schwellungen im Knie und musste beides aufgeben. Eine jahrelange Odyssee durch Krankenhäuser mit OPs und der Besuch unzähliger Ärzte folgte. Es wurde nie etwas gefunden. Ein Heilpraktiker hat das letztendlich innerhalb einiger Monate hinbekommen.

    Auf dem Gymnasium ging es dann eigentlich nur noch um Hausaufgaben, für die ich stundenlang gebraucht habe, weil ich immer (heimlich) mit anderen Dingen beschäftigt war. Daher ging ich kaum noch raus. Die Jungs aus meinem Dorf, mit denen ich zuvor fast jeden Tag am Fußball spielen war, dachten ich bin komisch geworden, weil ich aufs Gymnasium ging und mich für was besseres hielt.

    In der Pubertät wurde es, wie auch schon von vielen Anderen hier angesprochen, dann ganz anders. Ich habe angefangen, viel zu saufen und fand es gut, mit Leuten rumzuhängen, die nicht viel auf die Reihe gekriegt haben. Ich habe mir zu Hause gar nix mehr sagen lassen, mein Zimmer sah aus wie ein Schweinestall, es gab nur noch Streit, alles ist irgendwie eskaliert.

    Abi habe ich trotzdem gemacht, hätte es aber deutlich besser hingekriegt, wenn ich mehr und regelmäßiger gelernt hätte.

    Könnte jetzt noch ewig weiterschreiben, werde jetzt aber mal zum Punkt kommen:

    Der rigide und sicherlich auch behütende/ einengende Erziehungsstil, hat bei mir sicherlich Vieles unterdrückt, wodurch ich nach außen hin eher unauffällig war.

    Ich war als Kind mit Sicherheit eher Hypo, viel am Träumen, viel vergessen usw.

    Ich habe sehr früh gemerkt, dass ich irgendwie anders bin als andere Kinder, oftmals ängstlicher, zurückhaltender und habe dann versucht, mich irgendwie durchzusetzen, weil ich das als große Schwäche aufgefasst habe.

    Vieles habe ich einfach überspielt, anstatt darüber zu reden, weil ich es selber packen wollte und weil ich aufgrund der ständigen Streitereien und Maßregelungen zu Hause auch kein großes Verständnis erwartet habe.

    Mit 27, kurz bevor ich mein Studium abgeschlossen habe, ging dann gar nix mehr. Konnte nicht mehr in die Vorlesungen gehen, hab da Panikattacken bekommen. Die Gesellschaft anderer habe ich außerhalb der FH nur noch besoffen ertragen.

    Also bin ich zum Psychologen und hab mir zum allerersten Mal im Leben, alles von der Seele geredet.

    Damit ging das dann los mit der Suche nach den Ursachen. Soziale Phobie, Depressionen, Agressionen, Alkoholabusus waren alles Dinge, die schon irgendwie zutrafen, aber den Kern des Problems nie so richtig trafen.

    Die Diagnose ADHS mit den Komorbiditäten Soziale Phobie, Depression waren für mich DIE Erklärung für alles. Mit dem Alkohol habe ich mich ruhig gestellt, damit konnte ich abschalten, mutiger werden und viele Situtationen erst richtig genießen.

    Meine Therapeutin in der Reha, hat mir auf meine vielen kritischen Fragen hin erklärt, dass ich nicht gerade auf den Kopf gefallen bin und vieles kompensiert habe, auch um Ärger zu vermeiden.

    Ich denke Luzie hat Recht, was die rigide Erziehung betrifft. Sie führt dazu, dass man wenig bis gar nicht auffällt in der Kindheit und Vieles in sich hineinfrißt.

    Wird man älter, beginnt sich selbst seine Gedanken über das Leben zu machen und versucht herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man im Leben will und fängt an, sich über das Anerzogene seine eigene Meinung zu bilden, dann brechen die typischen Symptome von ADHS erst richtig durch.

  6. #26
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Hi Romina,

    ich habe meine Diagnose ebenfalls im Rahmen eines mehrwöchigen Aufenthaltes in einer psychosomatischen Klinik bekommen.

    Darf ich fragen, wie das bei Dir getestet wurde und wie man darauf gekommen ist?

    Tue mich immer noch ein bißchen hart mit den Diagnoseverfahren, obwohl ich mich im Krankheitsbild definitiv wiedererkenne.

    Eine zweite Frage wäre, was sich für Dich durch die Diagnose geändert hat, sprich was sie bei Dir Positives bewirkt hat?

    Hoffe, die Fragen sind nicht zu direkt.

    Liebe Grüße

  7. #27
    NorthLight

    Gast

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Ich war ziemlich unauffällig in der Kindheit, zumindest nehme ich das selbst so wahr. ^^
    Zwar habe ich keine offizielle Diagnose wie man sieht, weil in meinem Leben im Moment andere Sachen wichtiger sind, aber ich bin mir sicher, dass ADHS zutrifft.

    Wenn ich jedoch drüber nachdenke, ist es zumindest so, dass es Hinweise auf ne hohe Intelligenz gab in meiner Kindheit.
    Ich konnte vor der Schule einige Wörter lesen, konnte meine Lieblingsbücher auswendig und ziemlich früh alle Farben aufzählen, die mir so begegnet sind. Ich wollte alles wissen, hab meinen Eltern Löcher in den Bauch gefragt und muss ziemlich anstrengend gewesen sein
    In der Schule hab ich dann in sämtlichen Schulbüchern vorgeblättert, weil mir der Unterricht zu langsam und zu langweilig war. Besonders in der Lesefibel, weil da so schöne Geschichten drin waren. Dauernd musste man mich in der Klasse umsetzen, weil ich am Quatschen war.

    Außerhalb der Schule war ich dann ziemlich bewegungsfreudig, aufgeweckt, wild. Aber in dem ländlichen Umfeld war das völlig normal und man konnte das auch gut ausleben, das war kein Problem. Nur dass ich zeitweise stundenlang und zu jeder Gelegenheit Dinge wie Radschlagen geübt hab, gibt mir im Nachhinein zu denken....

    Irgendwo weiter oben hat jemand erwähnt, dass stundenlang alleine spielen auch ziemlich ungewöhnlich für ein Kind ist. Konnte ich ziemlich gut.
    Außerdem kann ich das mit dem krassen Umschwung in der Pubertät bestätigen. Der war bei mir auch sehr hart.

    Insgesamt meinten Therapeuten bei mir immer, ich sei ein normales Kind gewesen. Einerseits richtig, andererseits aber auch ziemlich falsch, wenn man sich sein Leben lang schon so ganz anders fühlt als der Rest der Welt. ^^

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Kingofsorrow schreibt:
    Mit dem Alkohol habe ich mich ruhig gestellt, damit konnte ich abschalten, mutiger werden und viele Situationen erst richtig genießen.
    Ich weiss nicht ob ich ADHS habe, gut möglich, aber das ist sowas wovor ich Panik habe. Mir ergeht es so, ich stelle mich ruhig indem ich Trinke. Abend 4-5 Bier. Am Tage verteilt auch manchmal.

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Kingofsorrow schreibt:
    Das, was Luzie geschrieben hat, kann ich aus meiner Sicht bestätigen.

    Ich habe meine Diagnose noch nicht besonders lange. Im Rahmen einer medizinischen Reha, die ich aufgrund von sozialer Phobie und leichten Depressionen angetreten habe, wurde bei mir ADHS (Mischtyp) diagnostiziert. Anfangs war ich eher skeptisch, obwohl ich mich ziemlich schnell und präzise in den Symptomen wiedererkannt habe.

    Dieses Wochenende habe ich das meinen Eltern mitgeteilt und meine Mutter hat mir bestätigt, dass ich als Kind schon eher unaufmerksam war.

    Mein Vater sagte mir, dass mich als kleines Kind jeder mögen musste, weil ich immer gestrahlt habe, auf jeden zugegangen bin und einfach richtig lieb gewesen bin.

    Auffallend war bei mir nur, dass ich, nachdem ich anfangs sehr gerne in den Kindergarten gegangen bin, mit einem Schlag da nicht mehr hin wollte und jedesmal ein Riesentheater gemacht habe.

    Meine Mutter hat immer sehr darauf geachtet, wie ich angezogen bin, wie ich mich benehme, wie ich rede usw. (ich bin Einzelkind)

    Schimpfwörter waren tabu, Dialekt (ich komme von einem kleinen Dorf) durfte nicht gesprochen werden, jeder Furz in der Nachbarschaft - und war er auch noch so unsympathisch - musste gegrüßt werden, hatten wir Besuch, musste ich jedem die Hand geben. Wurde das nicht befolgt, gabs jedesmal Vorhaltungen und Terz.

    Meine Tante hat mal mit meiner Mutter darüber gespochen und ihr angeraten, mir mehr Freiheiten zu lassen: " Der Junge ist doch eine eigene Persönlichkeit und nicht Euer dressiertes Äffchen."

    Leider hat das nix genützt und meine Mutter hat ihren rigiden Erziehungsstil fortgesetzt.

    Mit zunehmendem Alter waren aber gewisse Dinge im Verhalten schon auffällig, Rechts-Links Schwäche, ab der 3./ 4. Klasse Probleme in Mathematik und Panik vor den Klassenarbeiten mit regelmäßigen Blackouts. Ewig langes Hausaufgaben machen, aus Angst etwas zu vergessen, der Versuch, alles auswendig zu lernen, schnelle Ablenkbarkeit, einige heftige Wutausbrüche gegenüber anderen in der Schule.

    Ich habe in der Jugend Fußball und Tennis gespielt, bekam dann mit etwa 12 Jahren plötzlich exteme Schmerzen und Schwellungen im Knie und musste beides aufgeben. Eine jahrelange Odyssee durch Krankenhäuser mit OPs und der Besuch unzähliger Ärzte folgte. Es wurde nie etwas gefunden. Ein Heilpraktiker hat das letztendlich innerhalb einiger Monate hinbekommen.

    Auf dem Gymnasium ging es dann eigentlich nur noch um Hausaufgaben, für die ich stundenlang gebraucht habe, weil ich immer (heimlich) mit anderen Dingen beschäftigt war. Daher ging ich kaum noch raus. Die Jungs aus meinem Dorf, mit denen ich zuvor fast jeden Tag am Fußball spielen war, dachten ich bin komisch geworden, weil ich aufs Gymnasium ging und mich für was besseres hielt.

    In der Pubertät wurde es, wie auch schon von vielen Anderen hier angesprochen, dann ganz anders. Ich habe angefangen, viel zu saufen und fand es gut, mit Leuten rumzuhängen, die nicht viel auf die Reihe gekriegt haben. Ich habe mir zu Hause gar nix mehr sagen lassen, mein Zimmer sah aus wie ein Schweinestall, es gab nur noch Streit, alles ist irgendwie eskaliert.

    Abi habe ich trotzdem gemacht, hätte es aber deutlich besser hingekriegt, wenn ich mehr und regelmäßiger gelernt hätte.

    Könnte jetzt noch ewig weiterschreiben, werde jetzt aber mal zum Punkt kommen:

    Der rigide und sicherlich auch behütende/ einengende Erziehungsstil, hat bei mir sicherlich Vieles unterdrückt, wodurch ich nach außen hin eher unauffällig war.

    Ich war als Kind mit Sicherheit eher Hypo, viel am Träumen, viel vergessen usw.

    Ich habe sehr früh gemerkt, dass ich irgendwie anders bin als andere Kinder, oftmals ängstlicher, zurückhaltender und habe dann versucht, mich irgendwie durchzusetzen, weil ich das als große Schwäche aufgefasst habe.

    Vieles habe ich einfach überspielt, anstatt darüber zu reden, weil ich es selber packen wollte und weil ich aufgrund der ständigen Streitereien und Maßregelungen zu Hause auch kein großes Verständnis erwartet habe.

    Mit 27, kurz bevor ich mein Studium abgeschlossen habe, ging dann gar nix mehr. Konnte nicht mehr in die Vorlesungen gehen, hab da Panikattacken bekommen. Die Gesellschaft anderer habe ich außerhalb der FH nur noch besoffen ertragen.

    Also bin ich zum Psychologen und hab mir zum allerersten Mal im Leben, alles von der Seele geredet.

    Damit ging das dann los mit der Suche nach den Ursachen. Soziale Phobie, Depressionen, Agressionen, Alkoholabusus waren alles Dinge, die schon irgendwie zutrafen, aber den Kern des Problems nie so richtig trafen.

    Die Diagnose ADHS mit den Komorbiditäten Soziale Phobie, Depression waren für mich DIE Erklärung für alles. Mit dem Alkohol habe ich mich ruhig gestellt, damit konnte ich abschalten, mutiger werden und viele Situtationen erst richtig genießen.

    Meine Therapeutin in der Reha, hat mir auf meine vielen kritischen Fragen hin erklärt, dass ich nicht gerade auf den Kopf gefallen bin und vieles kompensiert habe, auch um Ärger zu vermeiden.

    Ich denke Luzie hat Recht, was die rigide Erziehung betrifft. Sie führt dazu, dass man wenig bis gar nicht auffällt in der Kindheit und Vieles in sich hineinfrißt.

    Wird man älter, beginnt sich selbst seine Gedanken über das Leben zu machen und versucht herauszufinden, wer man eigentlich ist und was man im Leben will und fängt an, sich über das Anerzogene seine eigene Meinung zu bilden, dann brechen die typischen Symptome von ADHS erst richtig durch.
    Oh mein Gott wie unheimlich ^^ Als hätte jemand mein Leben erklärt :O Allerdings waren die Umstände ein bisschen anders, aber im Großen und Ganzen genauso.

    Als Kleinkind ein Sonnenschein gewesen für alle. Als Kind dann der verträumte, schüchterne, ruhige Typ, der nicht viel rausgeht, sich ausschließlich allein beschäftigt und was gegen Ordnung und Schule hat und alles auf den letzten Drücker macht / vergisst. Dennoch war ich sehr brav und unauffällig.
    Dann mit 13 fing es langsam an (nur bei fremden) das frech werden und sich was trauen und Mist bauen, aber alles im Rahmen noch und zeitweise wochenlang nur zuhause.
    Mit 16-17 dann nur noch saufen, pöbeln, Klassenclown, Klasse wiederholen, Stress mit Lehrern und Eltern und mit Nichtsnutzen den ganzen Tag abhängen.
    Im Studium geht dann gar nix mehr -> zum Arzt gehen -> Diagnose ADS/ ADHS (mit Depris / Angst aber noch nicht diagnostiziert)

    Ich glaube wir müssen wohl durch diese 3 Phasen des Träumens - der Rebellion - dem Scheitern.

  10. #30
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 79

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Hm, klingt wirklich sehr nach mir. Wenn Du Lust hast, können wir uns mal intensiver austauschen.

    Hast Du denn nun schon die Diagnose ADS und das nicht diagnostiziert bezieht sich auf Depis / Angst oder bezieht sich das auf alles?

    Gruß

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