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Diskutiere im Thema Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Du musst einen Psychologen finden der Spezialist auf dem Gebiet ist. Das was viele Ärzte/Psychologen im Studium gelernt haben ist veraltet und selbst die Tests und deren Auswertungen sind veraltet, bzw. geben nicht das komplette Spektrum wieder. Mein Psychologe ist seit 35 Jahren auf ADHS spezialisiert und hat selbst einen (Adoptiv-)Sohn mit stark ausgeprägtem ADHS. Also jemand, der ein besonders starkes Interesse daran hat sich zu dem Thema auf dem Laufenden zu halten. Er meinte, dass ich bei ausschließlicher Betrachtung der Tests durchs Raster fallen würde (ich erfülle nicht alle Kriterien), ist aber überzeugt, dass ich AD(H)S habe. Wichtig bei der Diagnosestellung ist auch was deine Eltern über deine Kindheit sagen können. Gewisse charakteristische Symptome müssen schon seit der Kindheit bestehen (auch wenn sie Außenstehenden oft nicht aufgefallen sind) sonst ist es kein ADHS.

  2. #12
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    chaos spawn schreibt:
    Du musst einen Psychologen finden der Spezialist auf dem Gebiet ist. Das was viele Ärzte/Psychologen im Studium gelernt haben ist veraltet und selbst die Tests und deren Auswertungen sind veraltet, bzw. geben nicht das komplette Spektrum wieder. Mein Psychologe ist seit 35 Jahren auf ADHS spezialisiert und hat selbst einen (Adoptiv-)Sohn mit stark ausgeprägtem ADHS. Also jemand, der ein besonders starkes Interesse daran hat sich zu dem Thema auf dem Laufenden zu halten. Er meinte, dass ich bei ausschließlicher Betrachtung der Tests durchs Raster fallen würde (ich erfülle nicht alle Kriterien), ist aber überzeugt, dass ich AD(H)S habe. Wichtig bei der Diagnosestellung ist auch was deine Eltern über deine Kindheit sagen können. Gewisse charakteristische Symptome müssen schon seit der Kindheit bestehen (auch wenn sie Außenstehenden oft nicht aufgefallen sind) sonst ist es kein ADHS.
    das mit den Eltern erweist sich u.u. als schwierig. meinen Eltern war zb nicht bewusst (bemerkt), wie schwer es mir bei Hausaufgaben fiel, dabei zu bleiben. bei uns kam gar nicht infrage, dass ich da einfach damit aufhöre. hätte ich dann was anderes gemacht, hätte es ärger gegeben ("du stehst erst auf, wenn du fertig bist.") - darüberhinaus hat meine Mutter so ein enormes heile-welt-bild, dass sie echt Schwierigkeiten hatte, da irgendwas zu schreiben, was ihrer Tochter eine "Störung" zugeschrieben hätte. sie will das gar nicht richtig wahrnehmen :o

    ich war ein süßes liebes blondes Ballett-Mädchen (... bis ich 13 wurde, hehe)

  3. #13
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 519

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Ich habe schon in einem anderen thread beschrieben, meine Symptome waren in der Kindheit nur bedingt auffällig: Ein Spruch meiner Oma war: "Mädchen, die pfeifen und Hähnen, die krähn, denen sollt man beizeiten die Hälse verdrehn..." oder so ähnlich. Ich war eben nie ein Mädchen...
    Selbst im Fußballverein habe ich anfangs einfach nicht richtig gestellt, dass ich KEIN Junge bin. Das kam erst raus, als meine Mutter die offizielle Anmeldung ausfüllte.... Schule hat mir Spaß gemacht, Hausaufgaben habe ich im Bus abgeschrieben, an Lernen erinnere ich mich nicht, die Zeugnisse wurden in der Oberstufe deutlich besser, als die mündlichen Noten endlich gleichberechtigt zu den schriftlichen gewertet wurden...
    Die Probleme wuchsen und wachsen mit den immer kleiner werdenden individuellen Freiräumen, der immer größeren Fremdbestimmung im Arbeitsleben, weniger Bewegungsmöglichkeiten wegen körperlicher Probleme...
    So wurden aus Symptomen immer mehr Beeinträchtigungen. Auf ADHS als (Mit)verursacher wäre ich von alleine nie gekommen.

  4. #14
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 261

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Bei mir war es auch so, dass ich als Kind aus damaliger Sicht wohl kaum Auffälligkeiten hatte.

    Ich war eher vom Typ "Hypo" - ruhig, leicht verträumt, kaum Widerworte gegeben und konnte mich stundenlang alleine beschäftigen. Freunde brauchte ich nicht. In der Schule lief es die ersten beiden Jahre "normal" dann wurden die Zeugnisse schlechter. Auf der weiterführenden Schule krebste ich meistens im 4er Bereich rum und habe etliches nur mit viel lernen geschafft. Nach der 8. Klasse gab's eine "Ehrenrunde". Erst als ich meine Ausbildung begann, wurde es besser. Die abwechselnden Tätigkeiten lagen mir und mein Berufsschullehrer hatte die Begabung den Unterrichtsstoff anschaulich und interessant zu vermitteln. Also habe ich meine Ausbildung ohne Probleme gemeistert.

    Erst seitdem ich mich mit dem Thema ADHS, aufgrund des Eigenverdachtes, beschäftige weiss ich das eben auch als Kind schon Auffälligkeiten vorhanden waren, die eben nur keiner gesehen hat oder sehen wollte.

    Meine Eltern können in Bezug auf die Diagnostik leider auch nicht mehr helfen, da sie schon verstorben sind, bevor ich mit dem Thema in Berührung kam. Also bin ich allein auf meine Erinnerungen und den noch vorhandenen Grundschulzeugnissen angewiesen.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Sehr interessante Posts gibt es hier!

    Gut zu hören, dass es auch viele andere gibt, die sich nicht an Probleme während der Kindheit erinnern können. Es kommt halt wirklich immer auf tausende Umstände an, wie und ob sich das ADHS in dieser Zeit bemerkbar macht.

    Leider stimmt mich die Resonanz auch etwas negativ: Es ist ohnehin schon nicht leicht, einen guten ADHS-Arzt zu finden. Nun auch noch einen zu finden, der trotz mangelnder Symptome in der Kindheit weiterhilft wird sich noch schwieriger gestalten...

  6. #16
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    stundenlang alleine beschäftigen ist - auch wenn ich es noch nirgends so gelesen habe - ein erheblich auffälliges Symptom. ich konnte das auch prima. mein Sohn ist darin Meister (schon als baby!)

  7. #17
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Ja, es kann ADHS bestehen, auch wenn es in der Kindheit keine "Auffälligkeiten" gegeben hat.

    Eine der Erklärungen dafür liegt in rigider Erziehung, die die Selbstäußerungen von ADHS´lern unterdrücken konnte, so dass sich die Symptome nicht mehr nach Außen zeigen, sondern nach Innen gekehrt werden.

    Das kann - bei vorliegender ADHS - zu einem Falsch-Positiven "Träumer-Typ" führen, was unter diesen Unmständen noch ein Idealfall wäre.

    Wenn es schlecht läuft, entwickeln sich aber schwerwiegendere reaktive Störungsbilder wie Selbstverletzendes Verhalten, Drogenmissbrauch, School-Drop-Outs, Devianz, usw.

    Deshalb ist die American Psychiatric Assoziation inwischen der Ansicht, dass die Bedingung "Symptome müssen schon in der Kindheit vorgelegen haben" ein Fehler ist.

    Wie sollen unterdrückte Symptome erkannt werden, bzw. wenn das Kind nicht gut diagnostiziert - begleitet wurde, wie soll dann diese diagnostische Bedingung später nachgewiesen werden können?

    Man braucht also als Erwachsener Psychologen und Psychiater, die die Geduld haben, eine genaue biografische Evaluation durchzuführen und zwar auf der Grundlage einer GENAUEN Kenntnis der Symptome von ADHS und der Verhaltensweisen der Betroffenen.

    Wichtig ist auch, was inzwischen die Forschung stützt, dass nämlich ADHS bei Frauen/Mädchen von Östrogenen moduliert wird. Dies liefert Erklärungen für die Symptm"schwere" oder - veränderungen bei Mädchen während der Pubertät und später, bei Frauen, zur Zeit der Prämenopause oder Menopause, sowie während Schwangerschaft, Stillzeit und der Zeit nach der Geburt.

    Unklar ist noch, welchen Einfluss die Pille hat oder haben könnte.

    Also: Ja. Die Symptome müssen in der Kindheit nicht unbedingt in Erscheinung getreten sein.


    Liebe Grüße, Luzie
    Geändert von Luzie (22.07.2014 um 16:28 Uhr) Grund: Rechtschreibung :)

  8. #18
    pi pa po

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 525

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    UpsideDown schreibt:
    Sehr interessante Posts gibt es hier!

    Gut zu hören, dass es auch viele andere gibt, die sich nicht an Probleme während der Kindheit erinnern können. Es kommt halt wirklich immer auf tausende Umstände an, wie und ob sich das ADHS in dieser Zeit bemerkbar macht.

    Leider stimmt mich die Resonanz auch etwas negativ: Es ist ohnehin schon nicht leicht, einen guten ADHS-Arzt zu finden. Nun auch noch einen zu finden, der trotz mangelnder Symptome in der Kindheit weiterhilft wird sich noch schwieriger gestalten...

    ich hab das so gemacht:

    ich hab mir die beste Spezialistin gesucht, die für mich erreichbar war. nur 1x pro Woche in München, ich muss selbst zahlen (also ich schwimm jetzt nicht grad in geld!) - also nur die Diagnostik. kostet mich knapp 300,- euro - das ist nicht unbedingt die Welt! dafür war ich wo, wo man sich wirklich auskennt!

    ich kann das immer nur wieder empfehlen. geht zu jemand, der fast ausschließlich ADHS behandelt. noch besser, wenn derjenige aus eigener Betroffenheit weiß, was los ist! sei es als Elternteil oder direkt selbst oder sogar beides. man muss ja auch nicht SO oft hin für eine Diagnose, derjenige ist dann ja nicht dein Therapeut am ende. es geht nur um die Diagnostik. also muss derjenige auch nicht unbedingtt in 10min Fahrzeit erreichbar sein.

    lieber wen gutes!

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    also ich kann jetzt nicht die hand ins Feuer legen, ob die kosten bei mir noch höher werden. bin noch nicht fertig eingestellt bei Dosierung.

  9. #19
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 23

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    maofatale schreibt:
    ich hab mir die beste Spezialistin gesucht, die für mich erreichbar war.
    Ich sehe das eh wie du, maofatale!
    Bei der Gesundheit spart man nicht und da ich gerade Probleme/Schwierigkeiten, vor allem im Job, damit habe, gebe ich auch gerne Geld für einen wahren Spezialisten aus.
    Nur leider sind die in Wien rar und ausgebucht

    Bis auf eine Ausnahme habe ich noch von gar keinem nur auf ADHS spezialisierten Experten gehört.
    Naja, falls jemand Empfehlungen haben sollte...

  10. #20
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 519

    AW: Erwachsenen-ADHS ohne Kindheits-Auffälligkeiten?

    Ich hab quasi das Glück gehabt, dass ich während eines 6-wöchigen Aufenthaltes in der psychosomatischen Klinik diagnostiziert wurde. Es gab vorher nicht mal den Verdacht auf ADHS. Erst im Rahmen der Therapien dort, wurde in die Richtung geschaut... Der Anfang vieler aha-Erlebnisse. Aber so hatte ich die Möglichkeit, ausführlich diagnostiziert zu werden und dort die ersten Schritte im Rahmen der entsprechenden Therapieangebote zu machen (zusätzlich zur Essstörung).
    Stationär wäre also eventuell auch ne Option?! Aber in Österreich kenne ich mich natürlich überhaupt nicht aus...

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