Zeige Ergebnis 1 bis 6 von 6

Diskutiere im Thema Therapieform und Medikation bei ADHS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Therapieform und Medikation bei ADHS

    Liebe Forenmitglieder,

    in meinem Vorstellungseintrag habe ich die folgenden Fragen bereits gestellt, aber inhaltlich gehören sie wohl besser in diesen Bereich. Daher versuche ich es hier auch noch einmal:

    Vor zwei Jahren habe ich aufgrund einer Erschöpfungsdepression eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie begonnen. Mein primäres Problem damals war mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Schlafstörungen, extreme Reizbarkeit und generell das Gefühl, permanent im Stress zu sein. Die Symptome damals waren so ausgeprägt, dass ich temporär am Rande der Berufsunfähigkeit stand.

    In den letzen zwei Jahren habe ich es nun u. a. mit Hilfe meines Therapeuten geschafft, mein Leben wieder zu sortieren. Mein Job ist gut, meine Beziehung intakt (zur Partnerin wie zu meinen Kindern), ich habe keine Geldsorgen und mein Verhältnis zur sonstigen Familie wir Freunde ist prima.
    Trotzdem bin ich noch nicht wirklich zufrieden, denn ich verspüre permanent ein Gefühl der inneren Unruhe und komme regelmäßig in negativen Stress. Auch meine kognitive Leistungsfähigkeit hat sich seit Behandlungsbeginn nicht wirklich verbessert. Irgendetwas stimmt bei mir nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich permanent in einem Film bin und habe große Schwierigkeiten, meinen Fokus auf das hier und jetzt zu legen.

    Nun sieht es so aus, dass mein Sohn ADHS hat und nachdem ich nun dadurch erstmals angefangen habe, mich mit dem Thema ADHS zu beschäftigen, ist mir ein Licht aufgegangen. Denn genau die Probleme, welche mein Sohn jetzt hat, hatte ich als Kind auch. Und auch viele der Probleme und auch Stärken, welche ich jetzt im Erwachsenenalter noch habe, ließen sich hierdurch erklären, wenn ich das soweit richtig verstanden habe.

    Ich habe also das Thema ADHS bei meinem Therapeuten angesprochen und seine Antwort war sinngemäß, dass es ja durchaus sein könne, das ich eine solche Krankheit hätte, aber dass das für seine weitere Behandlung nicht wirklich einen Unterschied machen würde. Gesprächstherapie zu meinen Problemen haben wir ja ohnehin und eine Verordnung von Medikamenten sei in meinem Fall nicht möglich, denn dafür ginge es mir zu gut.

    Ich bin recht zufrieden mit dem Therapieverlauf bisher, aber an einigen Punkten sehe ich einfach keine Fortschritte. Und da ich nicht das Gefühl habe, dass sich mein Therapeut auf das Thema ADHS spezialisiert hat, möchte ich Euch gerne zu Eurer Meinung zu folgenden Fragen bitten:

    a) Wie wichtig findet Ihr es, dass der Therapeut auf das Thema ADHS spezialisiert ist? Haltet Ihr es für ein Problem, wenn der Therapeut, wie in meinem Fall, tiefenpsychologisch fundiert arbeitet?

    b) Haltet Ihr eine Medikamentengabe grundsätzlich nur dann für sinnvoll, wenn man sein Leben sonst nicht in den Griff bekommt? Oder gibt es hier Fälle, wo das Medikament ohne echte Not nur der Besserung der Lebensqualität dient?

    Ich freue mich auf Eure Einschätzung und bedanke mich schon einmal recht herzlich!

    Viele Grüße,
    Giesi

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 61

    AW: Therapieform und Medikation bei ADHS

    a) Es macht natürlich einen Unterschied ob ein Therapeut sich auf diese Krankheit spezialisiert hat, da dieser sich dann halt besser mit den Symptomen und der Behandlung dieser auskennt, insbesondere was die Behandlung angeht.
    Analogie: Wenn mein Auto kaputt ist gehe ich ja auch lieber zu einem PKW-Mechaniker als zu einem LKW-Mechaniker auch wenn beide Mechaniker sind. Die Grundlagen wird dein Therapeut haben, aber bei den Feinheiten kann es sein, das ihm da etwas fehlt.

    b) Die Medikamentengabe halte ich dann für Sinnvoll, wenn es die Lebensqualität merklich steigert, ich würde ohne Medikamente mein Leben wahrscheinlich auch mehr oder Weniger im Griff haben, aber mein Leben wäre dann bei weitem nicht so angenehm und mir würden viele möglichkeiten die mir durch Medikamentöse Behandlung ermöglicht wurden, verwehrt bleiben.

    Ich würde mir an deiner Stelle einfach mal einen Artzt suchen der sich auf ADHS Spezialisiert hat, und mit diesem dann die Diagnose abklären ("Vorher Berufsunfähigkeitsversicherun g Abschließen!, falls du jemals eine haben möchtest"
    Mit dem kannst du über eventuelle weitere Behandlungsoptionen sprechen, da dein jetziger Therapeut, da ja scheinbar keinen Handlungsbedarf sieht.

  3. #3
    Stefanus

    Gast

    AW: Therapieform und Medikation bei ADHS

    Meine Meinung:
    Wenn du ein diagnostiziertes AD(H)S hast, dann hast du ein Krankheitsbild das auf einer neurologischen Fehlfunktion basiert. Eine neurologische Fehlfunktion kann man nicht einfach mit den gängigen Verfahren therapieren. Das wäre wie wenn man eine Verhaltenstherapie bei einem Insulinkranken machen würde (mal etwas übertrieben ausgedrückt).
    Gerade weil viele Ärzte, die nicht auf AD(H)S spezialisiert sind, wenig Ahnung von der Materie haben reden sie das nach was die Medien von sich geben und das ist ehrlich gesagt ziemlicher Misst.

    Es ist also wichtig einen auf AD(H)S spezialisierten Arzt aufzusuchen der dann eine gründliche Diagnose stellt. Der wird dir dann auch höchst wahrscheinlich Medikamente verschreiben weil er eben sich besser über die Ursachen des AD(H)S auskennt als die meisten Allgemeinmediziner. Wenn du dann die Medikamente hast kannst du darüber nachdenken mit einer Verhaltenstherapie anzufangen um alte Denk- und Verhaltensmuster zu (ver)ändern. Ohne Medikamente ist so etwas nahezu unmöglich, es wäre reine Kompensation.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 6
    Danke soweit für Eure Antworten. Das finde ich sehr aufschlussreich.

    Ich werde meine bestehende Therapie jetzt in Ruhe beenden und mich danach von einem Fachmann auf AD(H)S testen lassen.

    Noch eine Frage zur Abrechnung: Macht es einen Unterschied, ob ich mein derzeitiges Stundenkontingent bei meinem Therapeuten komplett aufbrauche, bevor ich dann bei einem anderen Arzt die Diagnose mache? Gibt es da irgendetwas zu beachten, damit die gesetzliche Kasse die Kosten für die weitere Diagnose und ggfs. auch der darauf folgenden Behandlung übernimmt?

    Danke für die Infos!

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Therapieform und Medikation bei ADHS

    Nach meiner Kenntnis kannst du die Stunden aufbrauchen und auch parallel einen Facharzt/Psychiater oder eine Ambulanz aufsuchen, das eine hat nichts mit dem anderen zu tun, war jedenfalls bei mir so. Die Ärzte rechnen keine Therapie ab sondern die üblichen Arzt-Patient-Konditionen, hoffe ich habe das richtig ausgedrückt.

    Ich habe jedenfalls die Therapie neben den Psychiaterkontakten parallel laufen gelassen.

  6. #6
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Therapieform und Medikation bei ADHS

    Hallo Giesi,

    ich würde aber auf jeden Fall jetzt schon mal einen Psychiater/Neurologen suchen, der die ADHS Diagnose für Erwachsene erstellen kann/darf oder eine dementsprechende Institutionsambulanz, denn hier gibt es sehr lange Wartezeiten von zig Monaten. In der Zwischenzeit kannst du wohl dann deine "alte" Therapie weiter führen......insofern sie dir gut tut.

    Mir hat Tiefenpsychologie - und auch Gesprächstherapie - gar nicht gut getan. Ich wusste damals noch nichts von meiner ADHS und von daher hat mir das "Vorhalten" und "Besprechen" meiner Vergangenheit (mehrere Traumata) nichts gebracht. Aufgrund der fehlenden Botenstoffe in meinem Gehirn war ich gar nicht in der Lage, das Ganze überhaupt zu verstehen und zu analysieren. Es tat einfach nur weh und der Schmerz kam massivst wieder an die Oberfläche. So nach dem Motto "Ich schneide mir doch nicht extra in die Hand, wenn ich weiss, ich blute danach sehr stark und ich habe kein Verbandszeugs zu hause".

    Dadurch, dass ich keine richtige, vom Therapeuten gewünschte Reaktion zeigte, hiess es von seiner Seite aus, dass ich verdränge und schwer gestört sei. Er wollte mich echt einliefern lassen. Ich müsste unbedingt meine Vergangenheit bewältigen. Tja das ging aber nicht, weil mir das Werkzeug dafür fehlte. Sprich die Erkenntnis, dass ich eine ADHS habe und es dadurch gar nicht konnte.

    Also das mit der Tiefenpsychologie musst du entscheiden, ob du es als gut empfindest. So lange es dir gut tut und dir nicht nur Magenschmerzen verursacht ist es doch okay.

    Alles Gute.

    lg Heike

Ähnliche Themen

  1. Ärztezeitung.de: GBA regelt ADHS-Medikation für Erwachsene
    Von Celine im Forum ADS ADHS: Presse, Medien
    Antworten: 25
    Letzter Beitrag: 8.05.2012, 10:49
  2. Wie sollte eine ADHS-Medikation ablaufen?
    Von Piff im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 3.06.2011, 21:35
  3. Welche Therapieform macht ihr?
    Von matt_e im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 20.11.2010, 00:52
  4. Wäre eine weitere Therapieform sinnvoll?
    Von Malemaus im Forum ADS ADHS: Coaching
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 17.09.2009, 10:43

Stichworte

Thema: Therapieform und Medikation bei ADHS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum