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Diskutiere im Thema ADHS und Psychoanalyse im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    aficionado

    Gast

    ADHS und Psychoanalyse

    Ich habe vor Kurzem eine VT angefangen. Leider erfahre ich gerade, ich muss meinen Therapeuten wechseln: ich kann von seinem/r Kollegen/in übernommen werden oder selbst jemanden neuen suchen (Der Grund waren seine Pläne, nicht Probleme in unserer Zusammenarbeit).

    Ich frage mich, ob es vielleicht Sinn machen würde doch einen Psychoanalytiker (oder Tiefenpsychotherapeuten - ist das dasselbe?) zu suchen. ADHS habe ich die ganze Zeit, es gibt aber vielleicht 2-3 Situationen, in denen mein ADHS unerträglich wird, sonst komme ich mit meinem Leben gut zurecht. Ich habe den Eindruck, ich habe schon alles ausprobiert, was die Probleme lösen könnte. Ich benutze eine Reihe Strategien um mich besser zu organisieren, usw. usw. Das Lustige bei meinen bisherigen Therapeuten (insgesamt zwei Mal fing ich eine VT an) war: Fast alle Techniken, die sie vorschlugen, hatte ich schon früher gekannt: manche benutzt, manche nicht, weil sie nicht so gut funktioniert hatten, aber ausprobiert schon. Ich verstehe auch sehr gut meine Gefühle und Gedanken - das habe ich schon gelernt, aber sie wollen leider immer noch nicht übereinstimmen. Ich habe das Gefühl, eineVT kann mir nichts mehr anbieten.

    Eine psychoanalytische Therapie ist natürlich nicht die erste Wahl für ADHS und mir ist es klar warum sie nicht die erste Wahl ist. Ich wollte aber nach euren Erfahrungen fragen: ob jemandem Psychoanalyse geholfen hat - oder nicht geholfen hat - und warum.
    Geändert von aficionado (19.06.2014 um 00:10 Uhr)

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Ich finde es gar nicht so schlecht, wenn du mit der VT ausgereizt bist. Mir würde es nicht helfen, weil ich (noch) die Unterstützung der VT brauche, aber jederist ja individuell und auch auf einem anderen Stand. Wieso etwas machen, was einen nicht weiter bringt? Wenn du dich psychisch relativ stabil fühlst, finde ich eine Analyse gar nicht so abwegig.

  3. #3
    reloaded

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 2.492

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Hallo! Ich habe nach meinem zusammenbruch 7 Jahre Analyse gemacht.

    da kannte ich Adhs noch garnicht. Darauf kam ich erst über die Kinder.

    viele eingeschworene Analytiker kennen kein adhs, bzw in diesem denkbild werden die Probleme nur in unaufgearbeiteten Problemen der Kindheit gesehen.
    wenn du einen Freud -anhänger erwischst, wird es noch interessanter.
    ich hätte sicher schneller voran kommen können, wenn gleich zeitig Medikamente für adhs gegeben worden wären. Aber adhs gibt es ja da nicht..

    gut. Was hat es gebracht?
    eine ungeheure Selbstreflexion und selbstdisziplin. Einen großen überlebenswillen.

    was ich nicht gut finde:
    Analyse neigt dazu alle Leichen aus dem Keller zu holen. Auch unnötige.
    ich konnte,unbehandelt, das nicht aufarbeiten und wurde als uneinsichtig und stur gesehen, da sie ja kein adhs kennt...

    wie Creatrice gesagt hat, wenn du dich psychisch stabil fühlst, könnte es interessant sein. Aber es wird dir unter Umständen jeder Schorf von jeder alten Wunde gepuhlt und du bist dann dafür zuständig selber einen lösungsweg zu finden. Weil ein guter Analytiker absolut keinen lösungsvorschlag gibt.

    da kannst du sich am Boden wälzen und heulen.

    es gab eine Zeit, da hätte ich das nicht meinem ärgsten Feind gewünscht.
    jetzt kann ich sagen, ich hab viel gelernt.

    aber Analyse kann alles in der Vergangenheit erklären, aber keine Zukunft gestalten. Das muss man selber lernen.

    alle vom Fach, die ich kenne, sagen, Analyse macht man erst, wenn der leidensdruck zu hoch wird und man keinen anderen Weg mehr sieht.

    ich würde es niemanden vorher empfehlen.

    also, das ist meine Erfahrung und ich hatte ne übel harte Analytikerin...

    ich hoffe ich konnte dir bei deiner meinungssammlumg helfen.

    liebe Grüße
    Pepper

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 58

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Hallo

    123pepper schreibt:
    aber Analyse kann alles in der Vergangenheit erklären, aber keine Zukunft gestalten. Das muss man selber lernen.
    Oder eben eine anschliessende VT machen. Ich glaube es ist sehr individuell ob eine PA gut oder mittelmässig ist.

    Vom Analytiker musst du erwarten können das er top im Fach ist und du selber musst natürlich auch einiges mitbringen.
    Also PA ist toll ... kann man so pauschal nicht sagen.

    Auf jeden Fall musst du wissen worauf du dich einlässt und dich fragen ob du wie Pepper eben schrieb dich auf die dunkelsten Schatten deines Selbst einlassen willst.

    Definitiv wird das eine aufregende Zeit und wenn du erfolgreich durch bist, ist meine Erfahrung, würdest du es immer wieder machen.

    Ich habe keine VA gemacht bisher allerdings geben mir meine TherapeutInnen auch immer wieder Anstöße in Richtung Verborgenes und Schmerzhaftes. Ich wachse daran und es fühlt sich gut an, wenn man die Kraft hat und die Macht durch Wissen über sich, nachhaltig und selbstbestimmt leben und erleben zu können.

    So viel zu den motivierenden Worten.

    Wenn eine VT dir nichts mehr geben kann und du weiterhin die Möglichkeit hast Therapie für dich in Anspruch zu nehmen und du das möchtest dann tu es. Ja ich würde sagen tue es. Nicht alles lässt sich mit ADHS erklären, definitiv nicht.
    Ich weiß zwar nicht was du konkret meinst mit den 2, 3 Problemen die dich so quälen aber ich hab ein Störungsbild zu meinem ADHS das sich so klasse mit den negativen Aspekten von ADHS versteht und zusammen durch meinen Tag tanzt.

    Ich halte mich für intelligent und ich hielt mich bis meine Therapeutin mit dem Finger drauf gezeigt hat auch für selbstreflektiert. Aber das habe ich alleine nicht durchschauen können. Dann der Kampf, die Tränen, das beschäftigen mit dem Thema und allein das hat schon mir etwas mehr die Kontrolle über mich zurück gegeben.

    Ich würde es machen wenn ich die Gelegenheit bekomme.

  5. #5
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Tiefenpsychologisch Fundierte T. war eigentlich eine ganz angenehme Erfahrung, in Bezug auf meine ADHS-Symptomatik jedoch kaum hilfreich. Dennoch habe ich anderweitig noch Jahre davon gezehrt.

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Mir ht die tiefenspych.fundierte Therapie auch geholfen (vor allem hinsichtlich Selbstreflektion, Verständnis für die Art wie ich ticke und wo das herkommt-mal ganz allg.gesagt) , allerdings würde ich es nur bei einemTherapeuten machen der nicht meine Diagnosen wieder neu erfindet sondern das bereits diagnostizierte ADHS anerkennt und nicht in Frage stellt.

    Aber die Bedingung würde ich genauso an eine VT stellen.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Ich hatte in meinen Leben schon 6 Psychotherapieanläufe (VT, Analyse, Tiefen, Rogers). Keiner, wirklich KEINER hattte Ahnung von ADHS!!!
    Alles ging in die falsche Richtung, frühkindliche Erinnerungen, vergessenes Trauma, Borderline, Persönlichkeitsstörung unbekannt blablablubb. Letztendlich bin ich selbst drauf gekommen
    was los ist, hab mir meine Verdacht bestätigen lassen und hab seither Ergotherapie.

  8. #8
    aficionado

    Gast

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    chaos-kerri schreibt:
    Letztendlich bin ich selbst drauf gekommen
    was los ist, hab mir meine Verdacht bestätigen lassen.
    Ja, bei mir war es eigentlich ähnlich: Mein damaliger Therapeut lehnt ADHS grundsätzlich ab. Als ich ihn gefragt habe, ob meine Probleme an ADHS liegen könnten, war seine Reaktion sehr negativ.

    Aber selbst mit MPH gibt es ein paar Situationen, mit denen ich nicht so gut klar komme, denen ich mehr Aufmerksamkeit schenke als ich möchte. Ich glaube die Probleme liegen nicht an ADHS, obwohl ADHS es wahrscheinlich schwieriger macht, damit umzugehen - weil wir es ja schwierig haben, das Danken auszuschalten, kognitiv inaktiv zu bleiben und Aufmerksamkeit bewusst zu steuern.
    Geändert von aficionado (26.06.2014 um 00:19 Uhr)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 134

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Therapieerfahrung hab ich reichlich. so eine Art "Spieltherapie" von 4 bis 10 Jahren, dann mit 17 für eineinhalb Jahre Psychoanalyse, später im Erwachsenenalter Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie und jetzt Traumatherapie. die Psychoanalyse hat mir in der "kurzen" Zeit gar nicht geholfen. obwohl ich vorher gerne Traumsymbole gedeutet hatte, wurde das dort exzessiv praktiziert und Dinge angestoßen, die ich dann alleine bewältigen durfte. die Chemie zwischen Klient und Therapeut muss stimmen, dass war bei mir in jüngeren Jahren oft nicht der Fall. vielleicht ist die Analyse eher was für "Fortgeschrittene", die stabil sind und sich keine schnelle Besserung erhoffen, aber langfristig was ändern möchten.

    im Rückblick sehe ich einige Verhaltensweisen von mir in der Therapie ganz anders. ich habe zu oft "den Braten gerochen", wusste, in welche Richtung die Therapeutin mich bringen wollte. meine provokativen kleinen Verweigerungen wurden aber als "Charakterschwäche" angesehen, nicht als Symptom für ADHS oder was auch immer.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 34

    AW: ADHS und Psychoanalyse

    Letztendlich geht es doch darum ADHSler ne völlig andere Gehirnstruktur haben als das klassiche Klientel, dass sich sonst bei Therapeuten rumtreibt ("Mein Partner hat mich verlassen - jetzt fühle ich mich wertlos", "Mein Chef kann mich nicht leiden", "Kleinkrieg im Kaninchenzuchtverein" *AchtungIronie* ...).

    Der Therapeut muss sich wirklich in unsere Welt reindenken können, seine eigene Grenzen und Vorstellungen auch mal überschreiten und nicht nur Schema F abspulen.

    Was mich an den Therapeuten auch immer so aufgeregt hatte, vielleicht kennt das auch jemand:

    - Der Schweigertyp - ich erzähl und erzähl und erzäh und es kommt absolut nix zurück, vielleicht mal ein brummen, dann wieder schweigen. Ich weiss es ist ne Form der Therapie aber mich macht sowas wahnsinnig!!! Für mich muss Therapie wie ein Ping Pong Spiel sein - ich sag was - der Therapeut sagt was - hin und her.

    - Therapeuten die total weltfremd sind, wo ich mich frage wie die es schaffen
    - Morgens aus dem Bett zu kommen ohne über die eigenen Füsse zu stolpern
    - Beim Zähneputzen nicht versehentlich die Zahnbürste runterzuschlucken
    - Die Kleidung richtig anzuziehen

    - Therapeuten mit ner langsamen Auffassungsgabe. Die eine Therapeutin hatte es nicht mal bei der 20. Stunde geschnallt wie mein Leben aussieht und was ich beruflich überhaupt mache. Ich musste jedesmal wieder bei 0 anfangen... Dann kamen immer kuriose Ideen heraus die überhaupt nicht umsetzbar sind. Senioren zu erklären wie man ein Handy bedienen muss ist bestimmt ein nettes Hobby, man kann es auch ein paar Stunden in der Woche gegen Geld anbieten - man kann aber damit bestimmt nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten und nein, ich würde dafür keine Festanstellung kündigen!

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