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Diskutiere im Thema Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Martisse

    Gast

    Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Guten Abend allerseits.

    Ich habe den Verdacht, dass ich auch ADS / AD(H)S haben könnte. Genauso wie viele andere hier, fällt es mir sehr schwer mich auf wichtiges zu konzentrieren. Was also zum Beispiel das lernen betrifft, ich bin nämlich Student, vergesse ich meistens was der Inhalt der letzten Zeilen war, die ich gelesen habe.
    Und wenn es dann gleich mehrere Seiten sind die ich lesen muss, kann ich trotz mehrfachen lesens nicht sagen was auf den anderen Seiten gestanden hatte. Das führte auch sogar dazu, dass ich es mittlerweile erst gar nicht mehr versuche, mir Mühe zu geben. Unter anderem deswegen mein Verdacht.

    Was mich zum eigentlichen Thema führt.

    Ich hatte vor einem Monat meinem Psychotherapeuten meinen Verdacht geäußert, nur meinte der dass er ADS bzw. AD(H)S für eine neumodische Bezeichnung hält, und begründete dies damit, dass viele seiner Patienten die depressiv sind der Meinung sind, dass mit ihrem Kopf was nicht stimmen könne.
    Anders gesagt wollte er damit sagen, dass nicht wenige sich nur runtermachen wollen indem sich das einreden ( zumindest denke ich, dass das seine Kernaussage ist ). Ebenfalls sagte er auch, dass man sich an einer Diagnostik nicht zu wichtig nehmen sollte, oder so ähnlich ich erinnere mich da nicht mehr so genau, wie er das meinte.
    Jedenfalls sei es wichtig sich eher darauf zu konzentrieren, die Probleme in den Griff zu bekommen, die durch die Depression enstanden. Will heissen, dass ich nur davon ausgehen sollte, dass ich ausschließlich nur Depressionen habe.

    Meinem Psychiater habe ich dasselbe geäußert. Der meinte aber nur, dass ich es mit meinem Therapeuten besprechen solle, was ich aber wie bereits geschrieben schon getan habe....

    Jetzt habe ich letzte Woche eine Überweisung bekommen, um in der Uniklinik Köln vorstellig zu werden. Das allerdings nur zu einem Beratungsgespräch, und mit der Bemerkung meines Psychiaters dass eine Tagesklinik völlig ausreichend wäre, und ein Daueraufenthalt nicht nötig sei, und das obwohl mein Therapeut auch der Meinung ist, dass ich vorübergehend in eine Klinik sollte.....

    Das mit der Überweisung war letzte Woche, nur habe ich es bis jetzt nicht wahrgenommen, da mich die Meinung meines Psychiaters entmutigt hat. Jetzt hatte ich doch noch vor morgen oder übermorgen dorthin zu gehen, aber ich denke dass ich abgesehen von einem Beratungsgespräch da eher falsch wäre?
    Was einem Aufenthalt betrifft vielleicht nicht, aber was die Diagnostik von ADS / AD(H)S betrifft gibt es wohl eine spezielle Ambulanz. Bin da etwas verwirrt gerade.

    Könnte mir einer sagen wie das an der Uniklinik Köln so läuft? Irgendjemand welche Erfahrungen dort gemacht?
    Und was haltet ihr von der Meinung meines Therapeuten?


    Wäre für jede Hilfe bzw. Antwort dankbar.


    MfG
    Martisse

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    zu Köln kann ich dir nichts sagen, aber du solltest eine richtige Diagnostik in Bezug auf ADS machen und darauf bestehen. Die Meinung deines Therapeuten find ich Grund weg bescheuert und fachlich inkompetent, denn wenn du ADS hast, dann liegen viele Schwierigkeiten die du vielleicht hast daran und nicht nur an einer Depression. Nur die Depression zu behandeln ist eben dann keinesfalls ausreichend, wenn du auch noch ADS hast und deswegen muss man es wissen, ob man ADS hat. Na und wenn ich schon lese "neumodisches" Zeug - dann geht mir einfach der Hut hoch, diese Ignoranten !!! Sollen sich ordentlich weiterbilden und auch mal was neueres lesen, anstatt in ihrer althergebrachten unreflektierten Meinung zu verharren, kann man da nur sagen - sorry aber du merkst, da werd ich richtig sauer. Hört man aber leider eben viel zu oft noch. Wenn es in der normalen Bevölkerung so vertreten wird, dann ist es da schon schlimm genug, aber bei Therapeuten - einfach ein absolutes NO GO, finde ich.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Hallo Martisse,
    mit der Uniklinik habe ich zim Thema ADHS zwar keine Erfahrung. Ich war gerade einige Zeit in einer psychosomatischen Akkutklinik und dort habe ich die Diagnostik zu ADHS gemacht. Ich hatte seit mehreren Jahren die Diagnose Depression. Als ich mich näher mit ADHS beschäftige und meiner Therapeutin Vorschlug mal in die Richtung zu schauen hat sie mich rausgeschmissen. Natürlich ist es wichtig zu schauen was die Depression ausgelöst hat. Es gibt immer bei diesen ganzen Krankheitsbildern Schnittmengen. Mir hat ein Kurztest im Internet die Stärke gegeben weiterzuforschen. Ich habe dann in Köln eine super Artzpraxis gefunden nach fast vier Jahren. Geb nicht auf.

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  4. #4
    Martisse

    Gast

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Hi nochmals.

    Danke für eure Antworten.

    @Wintertag

    Eigentlich ist der gut mein Therapeut. Anfangs allerdings, da ich letztes Jahr eine Trennung hinter mir hatte und einfach nur fertig mit der Welt war. Ich mache eine Verhaltenstherapie, da ich auch sehr große soziale Defizite habe. Nur kann ich die schlicht und einfach nicht die Ratschläge die er mir gibt in die Tat umsetzen. Und die selbst die einfachsten Dinge wie den Abwasch zu machen oder etwas Ordnung in meinem Zimmer zu bringen fällt mir sehr sehr schwer. Die Luft ist halt schon seit langem raus...

    Und da bin ich zwiegespalten, da ich einerseits damals dachte ok es könnten wirklich nur depressionen sein. Also habe ich letztes Jahr das Fach gewechselt und bin zu Kunstgeschichte rüber. Aber dann merkte ich andererseits, dass da mehr sein sollte, und habe wie so oft ein Resumée gezogen, was alles bisher der Fall war. Von da an fing ich an, so gut es ging, zu schauen wie ich Probleme anpacke und wie es mit dem lernen voran geht. Dann fing es damit an, dass ich die Lernphasen für die Klausuren soweit hinausgeschoben hatte, dass es am Ende zu spät war.

    Und da wurde es mir klar, und fiel mir wie Schuppen vor den Augen, dass es ebenso in meiner Kindheit der Fall war, ich es aber nicht so recht bemerkte. Durch das Mobbing alleine, dass ich ununterbrochen 16 Jahre lang über mich ergehen lassen musste, kamen viele sehr gravierende Lücken bzw. Defizite zustande. Ich war nämlich auch zu Kindeszeiten sehr verträumt. Das gab den meisten meiner Lehrer den Anlass zur Meinung, dass ich schlicht weg einfach nur dumm sei und in einer Sonderschule gehöre, da man auch der Meinung gewesen ist ich sei geistig behindert.
    Zu sehr in die Details möchte ich hier nicht gehen, da hier ja jeder mitlesen kann und ich da nicht so viel Preis geben möchte. Habe da schon einiges im Vorstellungsthread preisgegeben.

    Nur eines noch. Da ich auch gesehen habe, dass es viele Begleiterkrankungen dazu geben kann, und ich mich ganz ehrlich hier oft wiedererkenne, kann es nur ADS / AD(H)S sein !



    @pchaotin

    Aufgeben will ich nicht, und werde ich auch nicht. Wie viele Ideale hatte ich die letzten Jahre?! Wie viele Ideen, die gut durchdacht waren aus meiner Sicht. Und wie oft hat man mich entmutigt und runter gemacht.....!?
    Da habe ich schon lange aufgehört zu zählen...
    Und dennoch habe ich mehr als nur Depressionen, und ich bin mir sicher, dass dies auch der Fall ist.
    Zur welchen Praxis gehst du denn hin, wenn ich fragen darf? Vielleicht könnte ich da vorstellig werden, und da weiterschauen. Zwar bin zwiespältig, aber andererseits weiß ich dass da mehr ist und will da nicht nur auf einem Fleck stehen.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Hallo,

    ich denke, du solltest nachsehen - wo eine Klinik ist die sich auf ADS/ADHS spezialisiert hat.

    Wenn ich das von der Infobroschüre noch weiß... So richtig.. Dann ist bei ADS/ADHS ein Hormon im Gehirn nicht ausreichend vorhanden, was dann wiederrum die Merkfähigkeit mindert - zudem ist ADS/ADHS ziemlich individuell und von Person zu Person unterschiedlich und lässt sich leider nicht mit Schema F bewerten.
    Das heißt, deine Sympthomatik, KANN mit den Krankheitsbildern: Depressionen, Border-Line Syndrom ... verwechselt werden...
    Bei mir ist es die ZI Mannheim, vielelicht kannsz du dich dort informieren, wer das bei dir macht. Die Wartezeit beträgt derzeit bis zu 1 1/2 Jahre...
    Aber es gibt Ärzte, die dann schneller eine Diagnose machen - musst gute finden.
    Es ist sehr mühsählig und besonders, wenn man mit den Dingen fertig machen ein Problem hat - aber da muss man durch.
    Es lohnt sich, denn am Ende, ist die Chance, endlich - sich nicht mehr im Weg zu stehen und sein Potenzial nutzen zu können.
    Dafür musst Du Dich einsetzen und wie ich aus Deiner Begrüßung gelesen habe, kannst du kämpfen (das ist auch wieder ein hartes Wort, aber mir fällt kein anderes ein, ich meine das positiv) - und das musst du jetzt.

    Lass Dich nicht von ..... Leuten beirren, vertraue auf dein Bauchgefühl und suche jemand der dir hilft und dich nicht mir Antidepressiva vollpumpt und in eine Klinik stecken möchte (böse gesagt)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Vielleicht hilft es dir ja..

    ich habe ein Thema gestartet... Mal das Herz sprechen lassen...
    Ich glaube emotional - hab ich mich da ausgezogen.
    Du schreibst viel über deine Vergangenheit und so wie du schreibst, beschäftigt dich das noch sehr?
    Ich hatte keine rosige Kindheit - war das absolute Gegenteil von rosig, aber ich würde, wenn ich könnte, jeden Tag genauso wiederholen, nur um der Mensch zu werden, der ich jetzt bin. Weißt du, dass mit dem Lernen, ich kanns nicht... Ich versuche es und schaffe es nicht, ich habe immer nur einen guten bis befriedigenden Durschnitt erreicht und habe nie gelernt, aber ich habe hier auch tolle Vorschläge bekommen - und weißt du was - es stimmt! Wir haben es alle nicht leicht und trotzdem hat jeder viel erreicht. Es ist doch toll dass du studierst - hey, das ist klasse!
    Es ist doch toll, dass du dich dafür einsetzt, an dir zu arbeiten um dein Leben zu bewältigen.
    Ich habe angefangen mir aufzuschreiben und mir jeden Tag, vor Augen zu führen - was ich schon erreicht habe und auch wenn ich manchmal "etwas" negativ bin, hab ich unterm Strich schon viel erreicht und das mit dem Negativieren, bekomm ich auch noch hin.
    Das haben die anderen hier auch geschafft, ich schaff das auch - und du auch!!!

    Meine Vergangenheit ist vergangen - mein Leben ist im Hier und Jetzt und wo anders will ich gar nicht sein und für mein Morgen, da arbeite ich daran, damit ich finde, was ich suche und sein kann wer ich wirklich bin.

    Schritt für Schritt (Das ist meine schwerste Übung)

  7. #7
    Martisse

    Gast

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Hi Blacksheep_f.

    Danke für deine Ratschläge, und deine tröstende Worte. Nach einer langen Zeit habe ich endlich wieder das Gefühl verstanden zu werden. Und auch wenn es vielleicht falsch rüber kommen sollte, haben mich die Worte deines zweiten Posts tief bewegt und berührt. Vielen lieben Dank daher meinerseits. Deine Einstellung ist schon beneidenswert. Hoffentlich werde ich auch in der Lage sein in Zukunft ebenso optimistisch zu sein. Ich bin zwar im Moment zwar sehr schwach, und bin im Moment eher resigniert. Und dennoch will ich es nicht war haben, und was dagegen tun, auch wenn es sehr sehr schwer ist.
    Aber aller Anfang ist immer schwer nicht wahr?

    Was Kliniken betrifft, so habe ich zwar die Überweisung, nur helfen können, wird man mir da nicht wirklich. Es gibt an der Uniklinik auch eine Spezialambulanz die extra zur Diagnostik für ADS / AD(H)S zuständig ist. Vielleicht sollte ich mich ja auch da melden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Martisse

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 86

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Das mit der Spezialambulanz würde ich auf jeden Fall machen.

    Ich bin auch noch nicht am Ende meinerrReise und neige noch dazu zu negativieren... Aber es wird, ich komm damit klar.

    Freut mich sehr, dass du hier auch positive Erfahrungen machst.

    Liebe Grüße
    Schwarzes Schafchen

  9. #9
    Martisse

    Gast

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Gut, dann ist es beschlossene Sache.

    Nochmals Danke für die ermutigenden Worte. Hoffe auch weiterhin hier und natürlich auch draussen positive Erfahrungen machen zu können. Bin gespannt was die nächsten Tage bringen werden. Werde dann auch hier wieder reinschreiben, wenn sich da was getan hat.

    So werde dann mal für heute wieder off gehen. Eine gute Nacht euch allen, und angenehme Träume noch.

    Lieben Gruß zurück !

    Martisse

    P.S. : Habe dich in meiner Frienslist hinzugefügt . Es tut gut auch mal positives zu hören.

  10. #10
    aficionado

    Gast

    AW: Bin ich bei der Therapie falsch aufgehoben?

    Als ich meinem Psychotherapeuten damals meinen Verdacht geäußert habe, meinte er ich hatte bestimmt kein ADHS: "Wenn Sie ADHS hätten, wären sie nicht imstande 5 Minuten sitzen zu bleiben, Sie wurden die ganze Zeit herumlaufen".

    Mein Psychiater meinte später, ich war ein klarer Fall von ADHS.

    Nicht alle Psychologen und Psychiater kennen nicht mit ADHS aus.

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