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Diskutiere im Thema Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam - im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 15

    Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    Hallo
    Ich bin ganz neu hier im Forum, nach meiner "Kurzvorstellung" möchte ich hier genauer erzählen, wie es zu meiner Diagnose kam.

    Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen, denn ich bin grad recht unsicher, ob ich mich nun richtig diagnostizieren lassen, nachforschen, mich dem Thema und der Diagnose "ADHS" widmen und stellen ,oder ob ich es einfach so stehen lassen und gar nicht weiter drauf eingehen soll.

    MEINE GESCHICHTE:

    Mein Leben war lange Zeit gezeichnet von diversen Süchten und mit dementsprechendem Chaos,Elend und Abstürzen.
    Mit therapeutischen Begleitungen habe ich mich dann über die Jahre hinweg Stück um Stück von den meisten Süchten befreit und mir nicht nur einmal aus dem Nichts eine neue Existenz aufgebaut.

    Meine Suchtentstehung habe ich mir immer mit zu hohem Leistungsdruck in der Familie,mit wenig Selbstwewußtsein, Unsicherheiten und Ängsten,mit einem mir innewohnenden Hang zu Extremen und Selbstzerstörung, wenig Frustrationstoleranz und zu hoher Anspruchshaltung erklärt.

    Jetzt, mit 36 Jahren, habe ich die größten Schwierigkeiten hinter mir, ich bin abstinent und habe generell ein deutlich stetigeres und geordneteres Leben.

    Auf den ersten Blick wirkt alles ganz normal und unauffällig.

    Ich für mich fühle mich jedoch trotz schon länger anhaltender Symptomfreiheit" noch immer alles andere als "normal".
    Immer wieder schießt meine Impulsivität, Schusseligkeit, Unachtsamkeit so manches Eigentor.

    Entgegen besten Willens bin ich mitunter unzuverlässig, vergesslich, verwirrt und schaffe mir dadurch in regelmäßigen Abständen immer wieder teils recht erhebliche Probleme.
    Mit anderen Menschen klappt es auch nicht so gut.

    Ich schwanke zwischen ungewollter Gereiztheit, Besserwisserei, kalter Ablehung und verängstigtem Schweigen , Begrissttutzigkeit in Gruppengesprächen und ja Sagen.
    Mal läßt mich meine Schüchternheit debil erscheinen, mal meine Kälte höchstarrogant.

    Ich schwanke zwischen aufgesetzter zwanghafter Pedanterie und völligem Durcheinander.

    Und obwohl mir all dies endlich bewußt wird schaffe ich es nur sehr schwer, daran etwas zu ändern.

    Angestrengt versuche ich nun durch ständige Selbstbeobachtung und Kontrolle,mein Verhalten besser anzupassen, was zwar oberflächlich gelingt, aber zu hoher Anspannung führt und sehr anstrengt.

    Und immer wieder schlägt die alte "Chaos Queen" doch durch.

    Immer wieder falle ich außerdem in depressive Löcher und verliere fast die Hoffnung, jemals ganz ohne ständigen "Kampf" leben zu können. ich weiß einfach nicht was mit mir los ist,verliere Kraft und Hoffnung. Warte nur auf die nächste selbstgeschaffene Krise. Bin lethargisch,lustlos, dünnhäutig, dramatisiere... naja

    Vor 2 Monaten habe ich dann beschlossen, die Depression medikamentös anzugehen, im Zuge desen verbrachte ich 2 Wochen in einer Tagesklinik.

    Tja und hier meinte dann ein Arzt, er hätte einen Diagnose Verdacht,ADHS; aufgrund meiner Beschwerdeschilderungen, meiner Lebenslaufschilderung, der Gespräche und auch aufgrund der Verhaltensbeobachtung und er würde mich gerne testen.
    Ein erster (sehr kurzer) Fragebogen bestätigte diesen Verdacht, daraufhin testete er mich noch durch ein etwas ausführlicheres Interview und auch deutete wohl eindeutig auf ADHS hin.
    Die Schlußfolgerung war vorrangig, daß er als AD nun Venlafaxin verschrieb. Außerdem gab er einige generelle Ratschläge, wie: viel Sport machen, auf Tagesstruktur achten, mit Listen arbeiten etc,. naja, das mach ich eh alles schon.
    Das AD vertrage ich recht gut, ich glaube ich bin innerlich etwas ruhiger geworden und bin weniger dünnhäutig.

    Aufgefallen ist mir vor allem, daß ich im Job nicht mehr ständig den Drang habe, mich überall einzumischen, alles zu kommentieren etc.
    Gegen diesen Drang nicht ständig ankämpfen zu müssen ist sehr entspannend.
    Ich bin auch etwas weniger hektisch.

    Ich habe versucht, mich in das Thema ADHS einzulesen und obwohl ich mich zuvor niemals mit ADHS identifiziert hätte, ergibt es evtl ein recht stimmiges Bild und würde endlich erklären, warum ich mir ständig selbst im Weg stehe.

    Warum ich scheinbar mit der Welt und die Welt mit mir nicht zurechtkomme.
    Warum ich mich so schwer mitteilen kann.

    Warum mir alltägliches so schwer fällt, obwohl mehr als genug Intelligenz da wäre.

    Warum ich tausende von Listen schreiben muß, mich ständig kontollieren, jagen, drillen, überprüfen muß,um wenigstens einen kleinen Teil der Dinge zuwege zu bringen, wie gewünscht.

    Warum mich Menschen absolut unterschätzen.

    Warum es so schwer ist, an etwas dranzubleiben.

    Andererseits habe ich im Laufe des Lebens natürlich auch dazugelernt.

    Ich habe meine Strategien entwickelt, ich verliere nicht mehr täglich alles, ich krieg Termine meistens hin, ich denke nach bevor ich spreche, ich kann viele Impulse unterdrücken bzw aussitzen, ich schreibe Exzerpte wenn ich lese, ich arbeite mit vielen Listen, etc.
    Nicht immer, aber vielfach kann ich kompensieren

    Ich hätte nun zwar endlich eine Erklärung dafür, warum solche Dinge schwerer sind für mich als für Normalos und warum ich immer noch häufig was vermassel, aber ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und mich damit abgefunden, daß ich halt ein echt komischer Kauz bin, chaotisch, verwirrt, nicht ganz so lebenskompetent.

    Vielleicht aus ähnlichen Gründen hält der Psychiater eine weitere Diagnostik und genaue Klärung nicht für nötig.
    Weil das Leben ja gut läuft, die Beeinträchtigung mittlerweile gering ist.

    Ich selbst bin eigentlich auch wenig begeistert,nun noch die hundertste Diagnose zu erhalten.
    Würde mich lieber mal mit Ressourcen beschäftigen.

    Was meint ihr?
    Soll ich es dabei bewenden lasen?

    Sorry für den langen Text.
    vielen Dank für Eure Antworten.
    Sandrine
    Geändert von sandrine (14.01.2014 um 04:59 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    Weiss nicht warum mir das einfällt, aber ich würde mich genaustens abklären lassen. Man kann bei psychischen Beeinträchtigungen schliesslich nie vorsichtig genug sein. Vielleicht hast du auch noch andere versteckte Problemchen, die aufgeklärt werden müssen. Hoffe es zwar nicht, aber man weiss ja nie...

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 750

    AW: Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    hallo sandrine,

    wow, in deinem text erkenne ich mich extrem selbst wieder.
    nur einige punkte sind bei mir anders.

    ich habe mich vom facharzt diagnostizieren lassen und bekomme Medikinet adult und Nortrilen.

    Endlich fühle ich mich wie ein Mensch. Ich bin ganz klar im Kopf, hab alles unter kontrolle und fühle mich
    seit langem richtig gut.

    Mein Facharzt (Psychiater) vermutet bei mir eine starke Depression die von meiner hyperaktivität überdeckt wird
    und ich habe mir fachleute für therapie gesucht. 1 Psychologen, 1 Psychotherapeutin und ich habe mich
    für eine Coaching-Gruppe einschreiben können,

    Ausserdem hab ich diverse Kurse bei der Volkshochschule belegt (klavierspielen, klangschalenmassage)

    wie sich das auf mich auswirkt, werde ich sehen.
    ich bin durch und durch Optimistin und denke, ich werde das Kind schon schaukeln.

    hör auf dein Bauchgefühl und lass dir helfen. dafür ist hilfe da.
    sei gut zu dir und gönn dir ab und zu was schönes.

    ich wünsch dir viel erfolg
    LG, A.

  4. #4
    Gesperrt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    Hallo liebe Leute hier im Forum....��möchte auch gerne was sagen zu dem Thema Adhs/Ads Es kann sehr schwer Bei Erwachsenen Diagnostiziert werden es erfordert die Höchstleistung eines Spezis man kann manchen Menschen viel einreden...wen keiner Krank ist verdient der DOC nichts hab keine Diagnose bis heute ....ich bin erst 21 habe einiges Durchgemacht
    wurde oftmals ei einfach abgeschoben zum nächsten Arzt bei mir besteht die Verdachtsdiagnose.. nehme derzeit Elontril150 soll ab morgen auf 30 hoch gehen mal kicken wie es wird ...hoffentlich Krieg ich mal ne Ordnung in mein Leben , Termine,Durchsetzungsvermögen , das Gefühl nicht verstanden den zu werden, dieses Chaos im Kopf nicht Abschalten zu können (entspannen) für was ich mich interessiere da höhr ich besonders gut zu zb Motorrad was mich nicht interessiert ..da verliere ich mich in der unaufmerksamkeit und kann schwer zuhören entschuldige mich für fehlende Kommas,Punkte und Schreibfehler
    Liebe Grüße

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    Hi

    Ich erkenne mich in dem Text auch wieder: Ein wirklich gelungener Text.
    Hoffentlich bessert sich die Depression.
    Aber was mich interessieren würde: Geht das dann nur anhand eines Fragebogens? Muss man nicht auch psychometrische Tests machen?

  6. #6
    howie

    Gast

    AW: Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    auch die 1000ste diagnose ändert erst mal nix am gefühl "depressiv" - daran musst arbeiten oder deswegen dir helfen lassen

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Wie es zu meinem "Verdacht auf ADHS" kam -

    Hallo liebe Sandrine,

    ich hatte diefaxen dicke, ich hatte nahezu 7 Diagnosen, ich dachte immer ich hätte von früher Ängste, _Depressionen Mittelschwer und Konversionsneurosen, na ja Konversion ist ein schwammiger Begriff, dann ging es mir schlechter mein Psychiater meinte jetzt ADS könne nicht sein, sie haben larvierte Depression und Depression und Ängste....

    der Psychologe meinte nein sie haben keine larvierte Depression sie sind depressiv verstimmt, haben Ängste und zu der Konversion, dissoziative Störungen. und Anpassungstörungen, wobei meine Kindheit eigentlich keine Hinweise gibt und nicht so schlecht verlaufen war.

    der Homöopathische Arzt meinte ne Du bist und bleibst ein Borderliner mit ADHS......

    mein Hausarzt meinte mmh sie haben Sorgen und sollten zu dem Antidepressivum Sport machen und ein Hobby zulegen.

    Und mein Psychiater meinte zum Schluss, weil mein Bruder Schizophren wurde und meine Mutter ne Wahnerkr. hat. Dass ich in einem Schizophrenen Kontiuum lebe vermutlich eine Minussymptomatitk hätte das ist kurz vor der Psychose , Aufmerksamkeitsstörungen, und eine schizoide Persönlichkeitsstörung auf der einen Achse und eine ängstlich- vermeidende Persönlichkeitsstörung über die andere Achse.....

    daraufhin der psychologe und gerichtliche Gutachter nein sie sind keinesfalls Schizophren......
    nach so vielem hin und her keiner wollte mir was schriftlich geben

    Meine Angehörigen wollten auch endlich wissen, was es denn nun ist und ich kam jeden Monat mit einer neuen Diagnose nach hause. Ressourcen halfen mir nicht mehr weil ich die nicht umsetzen konnte. Ohne 'Diagnose keine richtige adäquate Therapie nicht mal ein Heilpraktiker wüsste bei so viel wirr warr anzusetzen .

    Das kann schon sein, dass in Lösungen denken was bringt.

    Also ich bin dann an die Uniklinik gegangen und hatte schon nach 2 Terminen meine richtige Diagnose. Mein Psychiater hat auch nicht alle Testbögen und Inventare EEG, Alzheimer Test, Doppler sonograph das wars :/
    Es hätte auch Hirntumor sein können. wolte mich nicht zum MRT überweisen...usw.

    Ich wollte es nur schriftlich haben. Da meinten sie dann immer wofür brauchen sie das, für meine Frau meinte ich Antwort ........ne dafür nicht!!!

    Na ja die Klinik muss was schreiben.....
    Und ich habe mein MRT bekommen und meine Abschlussdiagnose es ist ADS mit den vielen Komorbitäten meine Mutter hat das auch. Ich wusste es schon immer aber wer gibt mir das schriftlich und kann das belegt werden.

    Das Antidepressivum hat zwar erst geholfen aber, meine Unstruktur mein burn out und die Aufmerksamkeitsstörung ist noch geblieben und viel schlimmer geworden.

    Ich rate Dir dringend doch mal eine Ausschlussdiagnose an einer Uniklinik mit ADHS Schwerpunkt zu machen, und dann kann die Therapie Ressourcenorientiert sein. ADS bietet auch stärken, wenn man sie sinnvoll einsetzt.

    Und Adäquate ausgangsmöglichkeiten , sonst kann es nur zu Symptomverschiebungen kommen....wenn nicht das Richtige gemacht wird.

    @ Cetin
    Hallo Cetin doch das kommt wieder in Ordnung bei Dir wünsche Dir alles gute.

    Das kann man alles lernen die Struktur oder Wege dahin zu kommen. Auch Wege aus der Traurigkeit Deiner Vergangenheit


    LG Timo

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