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Diskutiere im Thema Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    PS: ich bin unsicher ob ich den richtigen Forenbereich gewählt habe.. falls nicht, bitte verschieben..

    Hallo liebe Forenmitglieder
    Ich habe diesen Text, der leider sehr lang geworden ist. Ich habe ihn (steht da auch irgendwo) letztes Wochenende geschrieben, weil mich die Ungewissheit und die kreisenden Gedanken gequält haben. Einfach drauf los geschrieben. Ich hoffe jemand liest und kann mir.. irgendwie helfen. Ich brauche einfach Resonanz von Menschen, die wirklich verstehen können, und ich hoffte sie hier, in dem Forum, wo ich schon oftmals gelesen habe, zu finden.

    Lange Jahre habe ich mich gefragt, was mit mir los ist. Was nur falsch läuft in meinem Kopf.
    Ich war seit je her ein stiller, zurückhaltender Mensch. Ich verbrachte viele Stunden meines Lebens in Tagträumen, grübelnd und von der Außenwelt abgetrennt. Unpünktlich, ein chronisch verpeilter, stiller, abwesender, chaotischer, unpünktlicher, unordentlicher Mensch.

    Kein Draufgänger, keine Sportskanone, niemand der je im Mittelpunkt stand oder von anderen bewundert wurde.
    Ich bin der, der still daneben steht. Ich habe Schwierigkeiten, bei Konversationen mitzukommen, noch schwerer fällt es mir, selbst etwas zu sagen. Wenn ich muss, stotterte ich, mir fallen die Worte nicht ein, obwohl ich sie eigentlich kenne, je mehr Menschen, desto schlimmer.

    Darunter litt seit jeher mein Selbstbewusstsein, und heute fällt es mir dadurch noch schwerer, mit anderen Menschen zu reden.

    Ich habe ein schlechtes Selbstbild, bin von mir selbst frustriert. Ich kann in zwischenmenschlichen Situation, insbesondere in Konflikten, meinen Standpunkt nicht vertreten und sage zu allem ja. Obwohl ich in vielen Diskussionen eindeutig die überlegteren Argumente und wertvolle Beiträge hätte, steuere ich sie nicht bei, da ich Angst vor dem Urteil anderer Menschen habe.

    Freunde habe und hatte ich immer. Eben weil ich so ein unkomplizierter Mensch war.

    Ich habe Probleme, mir Sachen fehlerfrei und korrekt einzuprägen, mein Kurz- und Langzeitgedächtnis ist schlecht, bruchstückhaft. Mein Denken sprunghaft, fragmentarisch, verlangsamt, inkohärent. Mir fehlt die Fähigkeit, schnell verbal und im Geiste eine klare Struktur aufzustellen.

    Oft kommt es mir so vor, als wäre mein Verstand umnebelt oder gefesselt… ich merke, dass die Worte und Ideen da sind, aber es ist alles so verschwommen und undeutlich.

    Einige Menschen stellten auch gerade in meiner Kindheit die Vermutung an, ich sei geistig zurückgeblieben. Zum Glück ist in den meisten kognitiven Bereichen eher das Gegenteil der Fall.

    Ich brauchte für alles in der Grundschule, ob Rechenaufgaben oder Nähen im Werkenunterricht, zu lange, und machte selbst dann noch Flüchtigkeitsfehler. Für Sport konnte ich mich lange Zeit nicht motivieren. Ich hatte Schwiergkeiten, schnell etwas aufzunehmen und zu lernen, war nie ein aufgewecktes Kind und meine motorische Entwicklung war gestört. Ich hatte seit der 4. Klasse durchgängig eine 4 in Mathematik.

    Später in der Schule waren meine Leistungen nicht schlecht. Aber auch nicht so gut, wie sie hätten sein können, wie durchgehend viele Lehrer bemerkt haben. Mir fehlte die Organisation, die Motivation, die Konzentration. Das ist bis heute so.

    Wenn mich Freunde, Lehrer oder meine Eltern beschreiben würden, würden sie alle das gleiche sagen. Ein zurückhaltender Chaot, der nichts so richtig auf die Reihe bekommt, leicht durcheinander kommt, wichtige Sachen vergisst, keine Ordnung in seinem Leben hat. Der einfach mal aus sich rauskommen soll. Der doch eigentlich was kann, wenn er sich nur anstrengt.

    Das sind alles Eigenschaften, die von der 1. Klasse an bis zum heutigen Tage in den Bewertungen von Menschen über mich zu finden sind. Nie wirklich abwertend, eher im Ton von „Jetzt reiß dich doch mal endlich zusammen!“ „Mach doch einfach mal ordentlich“ oder „Konzentrier dich doch mal!“ – der lustige Versuch, dem Humpelnden zu sagen, er soll doch mal ordentlich gehen.

    Im Laufe der Jahre, nein, schon in meiner Kindheit begann all das, diese Last, mein Selbstwertgefühl, mein Vertrauen in meine Fähigkeiten, mein Wille zum Kontakt mit anderen Menschen zu zerstören. In der Pubertät machte ich aus meiner Kondition eine Überzeugung. Ich legte nun wert darauf, mich bewusst abzugrenzen (obwohl ich es nicht wollte).

    Auf Parties sah man mich meist mit einem Buch in der Ecke sitzen, ich verbrachte unendlich viel Zeit im Internet.

    In der 11. Klasse war meine schulische Laufbahn in der Krise. Ich hatte, insbesondere für Mathematik, jegliche Motivation verloren. Mein Kopf, meine schulischen Unterlagen, mein Zimmer, mein Biorhythmus waren ein Chaos. Ich vegetierte nur noch dumpf und mich selbst vor dem Computer sedierend dahin. Ich vergaß und drückte mich vor Terminen, wollte einfach nur noch für mich sein. Ich aß unregelmäßig, viel zu viel und ohne Struktur.

    Nicht, dass ich mit diesem Zustand in irgendeiner Weise zufrieden war. Seit der 9. Klasse versuchte ich mein Leben ständig durch Tages-, Wochen-, und Monatspläne sowie Lernpläne, Trainingspläne, teilweise bis auf die Minute zu regulieren. Heute lebe ich auf einem Berg aus gescheiterten Plänen.

    In meinem damaligen Nachhilfeinstitut war man sehr engagiert, und äußerte den Verdacht auf ADHS, vermittelte Kontakt zu einem Psychiater. Dieser sah sich aber nicht genötigt, mit mir ein Gespräch zu führen, in dem ich nur ansatzweise darstellen konnte, was mich bedrückte, unterbrach mich, bagatellisierte Symptome, unter denen ich litt.
    Also kein ADHS. Selbst wenn es so gewesen wäre - meine Eltern halten psychische Erkrankungen im Allgemeinen und ADHS im Speziellen für eine Ausrede von Faulen und Taugenichtsen, und unterstellten mir schon bei der vorsichtigen Andeutung, das wäre doch nur eine weitere Ausrede von mir.
    Hm.

    Besser wurde es nicht.

    Letztendlich habe ich, durch eine Verkettung glücklicher Umstände, Förderer in der Lehrerschaft und eine aufbäumende Anstrengung noch ein Abi hingelegt, mit 1,4. Für einen Medizinstudienplatz hat es leider nicht sofort gereicht, deswegen habe ich erstmal ein Jahr in der Krankenpflege gearbeitet.

    Dort zeigte sich, wie „das was ich habe“ sich im Erwachsenenalter äußert. Nicht in der Lage, sich Abläufe zu merken, zu langsam, zu unorganisiert, unpünktlich, nichts fertigmachend. Zu schüchtern, desinteressiert. Keine Durchhaltefähigkeit. Mein WG-Zimmer war teilweise für Menschen nicht mehr zu betreten, ich vegetierte in Lethargie dahin.

    Ich habe es gehasst. Ich konnte nicht schlafen, Mir wurde schlecht beim Gedanken an die Arbeit, Kontakt mit Menschen, die ständige Verurteilung.

    Nach einem Jahr war es vorbei, und ich fing an, Medizin zu studieren. In dem Moment, in dem dieser Text entsteht, sollte ich eigentlich in voller Action vor meinen Unterlagen sitzen und für meine Prüfung lernen. Tue ich ja nicht, weil es einfach nicht mehr geht. Ich habe das Gefühl, dass die Informationen einfach nicht in meinen Kopf passen.
    Wie komme ich –jetzt- dadrauf? Ich nehme momentan, um überhaupt irgendetwas zu schaffen, Ritalin. Das macht vieles einfacher, aber es ist nicht ganz das wahre. Aber ich will das nicht.
    Ich will, dass mir jemand hilft, und ernst nimmt, was ich sage. Ich will vernünftig behandelt werden.. aber wenn man vor Menschen nie formulieren kann, was man im Kopf hat..

    Aber ich habe so Angst, durch die Maschen zu rutschen. Ich habe Angst, nie in meinem Leben ein Mensch mit klarem Kopf und starkem Willen zu sein.
    Ich weiß nicht was ich tun soll, an wen ich mich wenden soll und ich weiß vorallem nicht was ich habe.

    Ich würde es als hypoaktive Aufmerksamkeitsstörung beschreiben, aber der Begriff SCT (Sluggish Cognitive Tempo) (siehe Sluggish cognitive tempo ) beschreibt "was ich habe" eigentlich besser. Aber das gibt es ja nichtmal als Diagnose, dazu habe ich schon einiges in englischen ADD-Foren gelesen, und auch dass manche Medikamente da besser helfen als MPH

    Was soll ich jetzt tun? Kann ich einfach so zu einem Psychiater gehen ohne Überweisung? Kann man da auch in meinem Fall eine ADHS Diagnostik machen?
    Meine größte Angst ist, nichts zu haben, was das erklärt.

    Die Sache ist, dass ich mich seit November in psychotherapeutischer Behandlung wegen Sozialer Phobie befinde.
    Ich habe das sichere Gefühl, dass "das was ich habe" mit dieser SP in fester Verbindung steht, sie sogar mitaugeslöst hat und sich beides mittlerweile gegenseitig verstärkt.

    Ist es möglich zum Psychiater zu gehen und gleichzeitig eine andere Therapie zu machen?

    Wie auch immer; ich danke erstmal allen, die sich bis hierher gekämpft haben, und ich hoffe keinen Fehler gemacht zu haben!

    Liebe Grüße.
    Geändert von earendil (13.01.2014 um 19:32 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    Lieber Aerendil,

    vieles, was du beschreibst kommt mir sehr bekannt vor. Leider ist mir nicht ganz klar, worauf du hinaus willst, bzw. was du hören möchtest.

    Und, vor allem, brennt mir eine Frage unter den Nägeln: Du hast offensichtlich keine Diagnose, überlegst zum Psychiater zu gehen.... Wo in aller Welt hast du das Ritalin her??????

    LG Pfannkuchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    Ja, ich sollte es auf den Punkt bringen.

    Meine Kernanliegen war, Menschen zu finden, die vielleicht ähnlich waren oder sind, und zu fragen - Nimmt mich ein Psychiater ernst, wenn ich ihm das so präsentiere (mir fällt es schwer, so etwas aus dem Kopf so auszuführen) oder schickt er mich kopfschüttelnd weg?,
    Besteht die Möglichkeit, dass das eine therapierbare Form der Aufmerksamkeitsstörung ist? Dass hier niemand Diagnosen stellen kann ist mir klar. Nur ausgehend von dem, was ich beschrieben habe ist ja sicher eine Tendenz auszumachen..

    Und eben diese Fragen

    Kann ich einfach so zu einem Psychiater gehen ohne Überweisung? Kann man da auch in meinem Fall eine ADHS Diagnostik machen?
    Ist es möglich zum Psychiater zu gehen und gleichzeitig eine andere Therapie zu machen?


    Und zum Thema Ritalin..

    Ich denke, ich werde dazu lieber nichts sagen.
    Geändert von earendil (13.01.2014 um 20:42 Uhr)

  4. #4
    Matatabi

    Gast

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    Laut deiner Beschreibung musste ich auch direkt an SCT denken, mir kam aber auch Asperger Autismus in den Sinn. Weiß ja nicht ob du dich damit schon einmal auseinander gesetzt hast. Da ich heute nicht mehr wirklich so aufnahmefähig bin, werde ich nur kurz zu deinen Fragen was schreiben.

    Du machst Psychotherapie bei einem Psychologen oder? Dann kannst du natürlich jederzeit zusätzlich zu einem Psychiater gehen, dafür brauchst du auch keine Überweisung. Theoretisch kann jeder Psychiater eine AD(H)S Diagnostik machen, nur leider haben die meisten Psychiater davon gar keine Ahnung. Besonders ein Verdacht auf SCT macht das nur noch viel viel schwieriger. Um eine wirkliche Diagnose zu bekommen bleibt dir da die langwierige Suche und Wartezeit bei einer Spezialambulanz oder einem Psychiater der sich darauf spezialisiert hat wohl nicht erspart.

  5. #5
    AlteEiche

    Gast

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    ich bin unsicher
    Brauchste hier bei uns nicht sein! Hier beißt dir keiner dern Kopf ab oder er kriegt völlig berechtigt einen Shitstorm um die Ohren gewütet!

    Hallo aerendil


    Hallo liebe Forenmitglieder
    Ich habe diesen Text, der leider sehr lang geworden ist. Ich habe ihn (steht da auch irgendwo) letztes Wochenende geschrieben, weil mich die Ungewissheit und die kreisenden Gedanken gequält haben. Einfach drauf los geschrieben. Ich hoffe jemand liest und kann mir.. irgendwie helfen. Ich brauche einfach Resonanz von Menschen, die wirklich verstehen können, und ich hoffte sie hier, in dem Forum, wo ich schon oftmals gelesen habe, zu finden.
    Also ich hab nicht alles so wie du erlebt, aber rein vom Gefühl und Eindruck nach sorgfältigem Lesen deiner Ausführungen schätze ich das ich zwischen 50-70 Prozent deiner Probleme selbst gezeigt hatte und die kognitiven Defizite sind immer noch da...

    Wir könnten also Brüder sein


    Lange Jahre habe ich mich gefragt, was mit mir los ist. Was nur falsch läuft in meinem Kopf.
    Ich war seit je her ein stiller, zurückhaltender Mensch. Ich verbrachte viele Stunden meines Lebens in Tagträumen, grübelnd und von der Außenwelt abgetrennt. Unpünktlich, ein chronisch verpeilter, stiller, abwesender, chaotischer, unpünktlicher, unordentlicher Mensch.
    Über diese Dinge können wir viel viel reden wenn du möchtest, aber erstmal kommste mal an, setz dich, atme tief durch und lass dich gehen. Schmeiß die Anspannung einfach weg wenn du hier im Forum ankommst. Bin selbst noch nicht sooo lang hier, vielleicht werd ich nicht mal soooooo lang bleiben. Ab ich schätze das mir da alle beipflichten!

    Kein Draufgänger, keine Sportskanone, niemand der je im Mittelpunkt stand oder von anderen bewundert wurde.
    Ich bin der, der still daneben steht. Ich habe Schwierigkeiten, bei Konversationen mitzukommen, noch schwerer fällt es mir, selbst etwas zu sagen. Wenn ich muss, stotterte ich, mir fallen die Worte nicht ein, obwohl ich sie eigentlich kenne, je mehr Menschen, desto schlimmer.
    Mittelpunkt macht manchmal spass, ist aber gnadenlos überbewertet. Sportskanone, aber richtig krass, bin ich schon gewesen, und könnte auch immer noch grandios ... aber das änderte nichts an meinen Problemen, im Gegenteil der Sport selbst wurde zum Problem ...

    Darunter litt seit jeher mein Selbstbewusstsein, und heute fällt es mir dadurch noch schwerer, mit anderen Menschen zu reden.

    Versteh ich. Ich bin mir da auch irgendwann bewußt geworden, das meine Körperkraft und auch die damit verbundene Durchsetzungsfähigkeit mein Selbstvertrauen enorm gestärkt hatten über die Jahre. Wäre ich noch körperlich ausgeliefert gewesen, nicht nur emotional, dann hätte ich wohl nicht den Spießrutenlauf meines Lebens durchgestanden. So ist also bei mir die Prägung andersrum verlaufen.


    Ich habe ein schlechtes Selbstbild, bin von mir selbst frustriert. Ich kann in zwischenmenschlichen Situation, insbesondere in Konflikten, meinen Standpunkt nicht vertreten und sage zu allem ja. Obwohl ich in vielen Diskussionen eindeutig die überlegteren Argumente und wertvolle Beiträge hätte, steuere ich sie nicht bei, da ich Angst vor dem Urteil anderer Menschen habe.

    Steter Tropfen höhlt den Stein. Jetzt bist du hier und wir bauen deine Steine wieder auf und du bekommst viel Rat hier im Forum. Kopf hoch! Du hast viel geschafft, das alles ausgehalten und deine Äußerungen sind dein erster großer Selbstbewußter Schritt die Dinge wieder neu zu lernen!


    Freunde habe und hatte ich immer. Eben weil ich so ein unkomplizierter Mensch war.
    Jetzt haste noch ein ganzes Forum voller guter Kumpels neu dazu gewonnen!

    Ich habe Probleme, mir Sachen fehlerfrei und korrekt einzuprägen, mein Kurz- und Langzeitgedächtnis ist schlecht, bruchstückhaft. Mein Denken sprunghaft, fragmentarisch, verlangsamt, inkohärent. Mir fehlt die Fähigkeit, schnell verbal und im Geiste eine klare Struktur aufzustellen.
    Ja, klingt eben typisch ADS. Schau dir Barkleys Modell an. http://www.sfg-adhs.ch/downloads/adhs-aktuell-22.pdf

    Oft kommt es mir so vor, als wäre mein Verstand umnebelt oder gefesselt… ich merke, dass die Worte und Ideen da sind, aber es ist alles so verschwommen und undeutlich.
    Geht mir auch so. Ich kann nur schwerlich die Dinge kommunizieren. Grade eben erst las ich einen Beitrag Ernährungswissenschaft, historisch orientierter Abriss. Ich dachte wie öfters: Wow, wie bringt man seine Gedanken so klar, so strukturiert und so konkret detailliert nur zu Papier? Mein Gequatsche ist dagegen Brabbelsprache ... Versteh das also wirklich und fasel hier nicht nur earendil!

    Einige Menschen stellten auch gerade in meiner Kindheit die Vermutung an, ich sei geistig zurückgeblieben. Zum Glück ist in den meisten kognitiven Bereichen eher das Gegenteil der Fall.
    Ja, ADS und angrenzende Störungen sind immer mit einer sagen wir "kognitiven Dissonanz" verbunden. Das kostet immer ein paar Punkte IQ und öfters EQ. Richtig schädlich sind dann allerdings erst die sozialen Probleme und die Selbststeuerungsmängel/Motivationsmängel, die das ganze Verschärfen.

    Ich brauchte für alles in der Grundschule, ob Rechenaufgaben oder Nähen im Werkenunterricht, zu lange, und machte selbst dann noch Flüchtigkeitsfehler. Für Sport konnte ich mich lange Zeit nicht motivieren. Ich hatte Schwiergkeiten, schnell etwas aufzunehmen und zu lernen, war nie ein aufgewecktes Kind und meine motorische Entwicklung war gestört. Ich hatte seit der 4. Klasse durchgängig eine 4 in Mathematik.
    Jopp. Hat mein Schnitt auch gedrückt. Ich hatte immer nur solala alles. Aber ich kam nicht mal zum Gymnasium, also da warste mir noch einiges voraus!

    Später in der Schule waren meine Leistungen nicht schlecht. Aber auch nicht so gut, wie sie hätten sein können, wie durchgehend viele Lehrer bemerkt haben. Mir fehlte die Organisation, die Motivation, die Konzentration. Das ist bis heute so.

    Typisch für ADS. Mach dir nicht weiter Vorwürfe. Leg dich hin, träum dir eine große Müllverbrennungsanlage zurecht, schmeiß da deinen ganzen Ballast an Selbstzweifeln, Selbstvorwürfne und den Abfall, die Entwürdigungen und Demütigungen rein und lass sie verbrennen.
    Du bist in keiner Weise an deinen Defiziten Schuld, im Gegenteil dir gebührt ein großes Lob das du es trotzdem geschafft hast!

    Wenn du diese Fremdinduzierten Abfälle los bist, wenn du die Störungssymptome abziehst, dann kannste deinen inneren Puppetmaster wegwerfen Dann findest du endlich zu dir Selbst!



    Wenn mich Freunde, Lehrer oder meine Eltern beschreiben würden, würden sie alle das gleiche sagen. Ein zurückhaltender Chaot, der nichts so richtig auf die Reihe bekommt, leicht durcheinander kommt, wichtige Sachen vergisst, keine Ordnung in seinem Leben hat. Der einfach mal aus sich rauskommen soll. Der doch eigentlich was kann, wenn er sich nur anstrengt.
    Das sind alles Eigenschaften, die von der 1. Klasse an bis zum heutigen Tage in den Bewertungen von Menschen über mich zu finden sind. Nie wirklich abwertend, eher im Ton von „Jetzt reiß dich doch mal endlich zusammen!“ „Mach doch einfach mal ordentlich“ oder „Konzentrier dich doch mal!“ – der lustige Versuch, dem Humpelnden zu sagen, er soll doch mal ordentlich gehen.
    Nimms den Leuten nicht übel, die leben in einer anderen Wirklichlichkeit - WIRK-lichkeit. Die haben Wirkmechanismen, die wir nicht haben. Die können das nicht verstehen, das das bei dir nicht so ist. Die verstehen auch nicht dein Denken und sowas. So wie wir ADSler für manche Dinge blind sind, die für Normalos eben "Norm" sind, so sind die Normalos für unsere Normalität blind.
    Das hat mit dir selbst nichts zu tun, es ist ein Kommunikationsproblem.


    Im Laufe der Jahre, nein, schon in meiner Kindheit begann all das, diese Last, mein Selbstwertgefühl, mein Vertrauen in meine Fähigkeiten, mein Wille zum Kontakt mit anderen Menschen zu zerstören. In der Pubertät machte ich aus meiner Kondition eine Überzeugung. Ich legte nun wert darauf, mich bewusst abzugrenzen (obwohl ich es nicht wollte).
    Auf Parties sah man mich meist mit einem Buch in der Ecke sitzen, ich verbrachte unendlich viel Zeit im Internet.
    In der 11. Klasse war meine schulische Laufbahn in der Krise. Ich hatte, insbesondere für Mathematik, jegliche Motivation verloren. Mein Kopf, meine schulischen Unterlagen, mein Zimmer, mein Biorhythmus waren ein Chaos. Ich vegetierte nur noch dumpf und mich selbst vor dem Computer sedierend dahin. Ich vergaß und drückte mich vor Terminen, wollte einfach nur noch für mich sein. Ich aß unregelmäßig, viel zu viel und ohne Struktur.
    Das ist schwer abzugrenzen, ob das alles sozial konstruiert ist, ich weiß z.b. von jemand der große soziale Probleme hatte, der die aber dann nach ner Medikation in den Griff bekam. Seine einzige Furcht war künftig die Medikation nicht mehr erhalten zu können, welche ihm soviel im Leben ermöglicht hatte - Verheiratet, Selbstsicherheit, Kinder, normaler Beruf etc. (ne Internetlebensbeichte, glaubwürdig link leider net, sry).

    Aber dann kann man davon ausgehen das sowas neuronal gebahnt ist, durch neurobiologische Prozesse entsteht, nicht alleine oder nur wenig mit sozialen Prozessen zu tun hat. Bedenke das, daran denken auch nicht alle Therapeuten, die immer nur am Verhalten ansetzen wollen.

    Nicht, dass ich mit diesem Zustand in irgendeiner Weise zufrieden war. Seit der 9. Klasse versuchte ich mein Leben ständig durch Tages-, Wochen-, und Monatspläne sowie Lernpläne, Trainingspläne, teilweise bis auf die Minute zu regulieren. Heute lebe ich auf einem Berg aus gescheiterten Plänen.
    Kenn ich Mein Terminplaner sagt jeden Tag etwas, meine Chaotische Wohnung brüllt mich jede Minute an, mein inneres mein halbwegs kluger Verstand sagt mir: "Mach doch mal, das dauert wenige Minuten, du hast dann diesen und jenen Vorteil. Denk doch mal nach, es geht um deine Würde, dein Lebensgefühl, es geht dir auf jeden Fall besser wenn du dies und das erledigt hast, weniger Streß und gugg dir das doch mal an! Deine Wohnung ist doch unzumutbar!"

    Das ist echt son Dialog ... Meine innere Stimme dauernd: "Mach mal weg da die Spinnweben, die hängen da rum, mach doch mal ... wie sieht datt aus?! Willste warten bis du ne Allergie kriegst? ... "
    Tja, ich mach halt irgendwie aber gleich... später, morgen irgendwie ... oder wenn ich soweit bin, ach Scheiß stimme halts maul

    Echt, ich kann mir aber selbst nur noch bedingt böse sein, weil ich die Auswirkungen der Störung kenne. Ich such da halt Lösungen, das ist ja nicht aufgehoben nur aufgeschoben (EY! Entschuldige ich mich grade???? )


    In meinem damaligen Nachhilfeinstitut war man sehr engagiert, und äußerte den Verdacht auf ADHS, vermittelte Kontakt zu einem Psychiater. Dieser sah sich aber nicht genötigt, mit mir ein Gespräch zu führen, in dem ich nur ansatzweise darstellen konnte, was mich bedrückte, unterbrach mich, bagatellisierte Symptome, unter denen ich litt.
    Also kein ADHS.

    Das du keine Diagnose von einem arroganten Arzt bekommen hast heißt das du keine Diagnose bekommen hast. - Du weißt das doch auch dann sag nicht "Kein ADHS" sondern sag was TATSACHE war: Der Doc hat sich geweigert dir eine Diagnose auszustellen. Vielleicht schlechter Tag, vielleicht schlechter Mensch, vielleicht war er selbst sogar unsicher weil er keine Ahnung von ADS hatte?


    Also auf zu einer anständigen Diagnostik! Hopp, die Termine sind rar, kann was dauern bis du da einen bekommst. Was gehört zur Diagnostik?

    Selbst wenn es so gewesen wäre - meine Eltern halten psychische Erkrankungen im Allgemeinen und ADHS im Speziellen für eine Ausrede von Faulen und Taugenichtsen, und unterstellten mir schon bei der vorsichtigen Andeutung, das wäre doch nur eine weitere Ausrede von mir.
    Hm.
    Deine Eltern sind deine Eltern, ehre und achte Sie. Aber Eltern sind Menschen und die können sich auch irren. Das ist nur eine Meinung von Laien, die nicht in deiner Haut stecken. Insofern. Du bist alt genug, du machst dein Ding und du willst dein Leben jetzt leben. Dazu gehört Loslösung von den Einflüssen anderer und die Klaviatur der eigenen Bedürfnisse zu spielen.
    Der Anfang ist: Mach eine vernünftige Diagnostik bei Fachleuten, die sich wirklich auskennen und sieh dann weiter.


    Letztendlich habe ich, durch eine Verkettung glücklicher Umstände, Förderer in der Lehrerschaft und eine aufbäumende Anstrengung noch ein Abi hingelegt, mit 1,4. Für einen Medizinstudienplatz hat es leider nicht sofort gereicht, deswegen habe ich erstmal ein Jahr in der Krankenpflege gearbeitet.
    WOW! Gutes Abi! Da fühl ich mich ja wie ein Idiot und Krankenpflege ... Bist echt nen Lieber Fleissiger!


    Dort zeigte sich, wie „das was ich habe“ sich im Erwachsenenalter äußert. Nicht in der Lage, sich Abläufe zu merken, zu langsam, zu unorganisiert, unpünktlich, nichts fertigmachend. Zu schüchtern, desinteressiert. Keine Durchhaltefähigkeit. Mein WG-Zimmer war teilweise für Menschen nicht mehr zu betreten, ich vegetierte in Lethargie dahin.
    Meine Wohnung ist auch nicht mehr Salonfähig ... wird immer schlimmer, selbst unter Morddrohung würd sich da wohl nix ändern Deshalb such ich mir Hilfe bei Leuten, die mir helfen möchten.

    Ich habe es gehasst. Ich konnte nicht schlafen, Mir wurde schlecht beim Gedanken an die Arbeit, Kontakt mit Menschen, die ständige Verurteilung.
    Ja. Einmal ist ADS mit Schlafstörungen indiziert, andererseits haste ja auch massiven Streß! Das ist nochmal ein ganz eigener richtig großer Störfaktor. Wird sich aber legen wenn die Diagnose da ist und alles läuft

    Nach einem Jahr war es vorbei, und ich fing an, Medizin zu studieren. In dem Moment, in dem dieser Text entsteht, sollte ich eigentlich in voller Action vor meinen Unterlagen sitzen und für meine Prüfung lernen. Tue ich ja nicht, weil es einfach nicht mehr geht. Ich habe das Gefühl, dass die Informationen einfach nicht in meinen Kopf passen.
    Wie komme ich –jetzt- dadrauf? Ich nehme momentan, um überhaupt irgendetwas zu schaffen, Ritalin. Das macht vieles einfacher, aber es ist nicht ganz das wahre. Aber ich will das nicht.
    Ja, ich hatte mir auch mehr erhofft. Vielleicht wird nen Wechsel auf andere Medikation was bringen. Mach die Diagnostik, such dir die richtigen Leute, dann wirds gehen.

    Ich will, dass mir jemand hilft, und ernst nimmt, was ich sage. Ich will vernünftig behandelt werden.. aber wenn man vor Menschen nie formulieren kann, was man im Kopf hat..
    Das kannst du ein bischen lösen, indem du dir immer Notizen machst. Einfach ein .Doc öffnen, immer wenn ein Gedankenblitz für Termin XYZ kommt, sofort eintragen gut is, das geht sogar bei mir ... ich versäum eher den Termin als es diese Listen zu machen

    Aber ich habe so Angst, durch die Maschen zu rutschen. Ich habe Angst, nie in meinem Leben ein Mensch mit klarem Kopf und starkem Willen zu sein.
    Ich weiß nicht was ich tun soll, an wen ich mich wenden soll und ich weiß vorallem nicht was ich habe.
    Du bist klar genug. Das Leben verschenkt Chancen und keine Garantien. Starker Wille ist eine Illusion, die die Menschen sich konstruieren und wenn sie dem Götzen "Stärke" und dem "Leistungsmythos" nachrennen.
    Mit Wille hat das nichts zu tun, sondern mit Fanatismus. Wie man heute weiß, ist diese Eigenschaft offenbar erheblich angeboren und nicht anerzogen. Was also ist die angebliche Willensstärke denn wenn es im hohen Maße angeboren ist?
    Das kannst du dir vorstellen, wie einen Krieger, der wie Goliath 2,90 Meter war. Genfehler warscheinlich. Eigentlich krank. Aber ein Panzer. Da steht dann so einer und bildet sich ein Stärke in seinem Körper zu haben - Was für ein Quatsch! Sicher, man hat Durchsetzungskraft und ein so starker Körper verleiht einem Macht - vor allem als Soldat auf einem Schlachtfeld Mann gegen Mann. Aber ist der wirklich Mächtig? Kommt ein David mit MUT und ner Steinschleuder dann ists vorbei für den spottenden Hühnen. Und die ganzen Kameraden des Riesen, die ihre Projektionen auf diesen Vorkämpfer richteten, ihre Siegessicherheit darauf aufbauten, die wurden innerlich gebrochen als der getötet wurde. Sie flohen und daher gewannen die Juden diese Schlacht.

    Verstehst du diese Gedanken? Leistungsfähigkeit und Macht ist eine Illusion. Sonst nix. Diese Illusion bedient Invulnerabilitätsfantasien und ist ein Verdrängungsmechanismus für die eigene Schwäche und Menschlichkeit.

    Das sogenannte Leistungsideal nach dem sich durch Erfolge die Menschen bewerten, ist eine absurde Ideologie und sie ist menschenfeindlich. Also Scheiß auf den ganzen ideologischen Mist. Erkenne dich in deiner eigenen Schwäche als Mensch wieder und dann kommst weiter und nichts kann dich mehr so leicht zerbrechen.


    Ich würde es als hypoaktive Aufmerksamkeitsstörung beschreiben, aber der Begriff SCT (Sluggish Cognitive Tempo) (siehe Sluggish cognitive tempo ) beschreibt "was ich habe" eigentlich besser. Aber das gibt es ja nichtmal als Diagnose, dazu habe ich schon einiges in englischen ADD-Foren gelesen, und auch dass manche Medikamente da besser helfen als MPH
    Möglich, das weißte nach der Diagnostik.

    Was soll ich jetzt tun? Kann ich einfach so zu einem Psychiater gehen ohne Überweisung? Kann man da auch in meinem Fall eine ADHS Diagnostik machen?
    Meine größte Angst ist, nichts zu haben, was das erklärt.
    Du hast was. Wir sind uns so ähnlich, das ich dir eine 95+ Warscheinlichkeit auf die Diagnose ADS geben kann, solange deine Angaben stimmig sind. Ich les über ADS seit drei Jahren, ich nehme mir die Freiheit mich in diesem Sinne Kompetent zu nennen.

    Die Sache ist, dass ich mich seit November in psychotherapeutischer Behandlung wegen Sozialer Phobie befinde.
    Ich habe das sichere Gefühl, dass "das was ich habe" mit dieser SP in fester Verbindung steht, sie sogar mitaugeslöst hat und sich beides mittlerweile gegenseitig verstärkt.

    Ist es möglich zum Psychiater zu gehen und gleichzeitig eine andere Therapie zu machen?
    Hm das kann ich jetzt au net so recht sagen. Sollen die anderen auch mal was machen ...

    Wie auch immer; ich danke erstmal allen, die sich bis hierher gekämpft haben, und ich hoffe keinen Fehler gemacht zu haben!

    Liebe Grüße.
    Fehler sind Verzeilich. Was nicht verzeihlich ist, sind Menschen, die Fehler nicht verzeihen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    Danke!

    Ja, ich hab mir eben mal den Wikipedia-Artikel zu Asperger durchgelesen, teilweise wirklich sehr übereinstimmend, aber oft nur teilweise oder in abgeschwächter Form, oft nur teilweise oder gar nicht zutreffend.
    Das ist eben das Problem bei psychischen.. Normabweichungen, dass sie durch eine Liste von Symptomen eben nie ausreichend beschrieben sind, und vieles sich überschneidet.
    Das macht mich alles so verrückt, diese Ungewissheit, was mit einem los ist und nicht JETZT etwas dagegen tun zu können, sondern langwierige Prozesse abwarten zu müssen..

    Ich werde mir morgen einen Termin bei einer Psychiaterin holen.. und dann mal sehen.


    ---EDIT---
    @AlteEiche

    Ich danke dir tausendmal für diesen Beitrag und die vielen herzlichen Worte - die mich wirklich, ehrlich aufgemuntert haben, nach Tagen und Stunden, wo ich dachte es geht nicht mehr.. selbst nachdem ich dieses Thema erstellt hatte, dachte ich, ich fliege gleich raus hier, wegen Thema verfehlt und was weiß ich.

    Vorallem das über Stärke und Willenskraft, ist eine Sichtweise, die mir nie in den Sinn gekommen ist.. aber doch irgendwie so richtig ist.

    Jetzt bin ich wirklich erleichtert.

    Das ist echt son Dialog ... Meine innere Stimme dauernd: "Mach mal weg da die Spinnweben, die hängen da rum, mach doch mal ... wie sieht datt aus?! Willste warten bis du ne Allergie kriegst? ... "
    Tja, ich mach halt irgendwie aber gleich... später, morgen irgendwie ... oder wenn ich soweit bin, ach Scheiß stimme halts maul https://adhs-chaoten.net/images/smilies/019.gif
    Ja, wirklich, es ist einfach genau so, oh man...

    Das sogenannte Leistungsideal nach dem sich durch Erfolge die Menschen bewerten, ist eine absurde Ideologie und sie ist menschenfeindlich. Also Scheiß auf den ganzen ideologischen Mist. Erkenne dich in deiner eigenen Schwäche als Mensch wieder und dann kommst weiter und nichts kann dich mehr so leicht zerbrechen.


    Das ist einfach korrekt und eigentlich auch meine Ansicht.. aber trotzdem bin ich dem hinterhergelaufen und habe mich versucht anzupassen. Wie das Menschen zerbricht, sehe ich leider tagtäglich an näherem familiären Umfeld. Wenn psychisch vulnerable Menschen von Kindesbeinen an von einem absurden Leistungsideal durch ihr Leben gehetzt werden, dann kann sich zwar (und muss noch nichtmal) beruflicher Erfolg einstellen. Doch zu welchem Preis? Depression, zerbrochene Beziehungen, Angststörungen, Abhängigkeiten.

    So wollte ich nie mein Leben leben. Aber zurück zum Thema..

    Das du keine Diagnose von einem arroganten Arzt bekommen hast heißt das du keine Diagnose bekommen hast. - Du weißt das doch auch dann sag nicht "Kein ADHS" sondern sag was TATSACHE war: Der Doc hat sich geweigert dir eine Diagnose auszustellen. Vielleicht schlechter Tag, vielleicht schlechter Mensch, vielleicht war er selbst sogar unsicher weil er keine Ahnung von ADS hatte?
    Ja, ich muss leider sagen, und das tue ich ungern, dass der Mensch halt wirklich ein .. ähh unangenehmer Zeitgenosse war. Ungeduldig, und.. wie nennt man das. So eine Art Fragen zu stellen. Suggestivfragen! Dazu noch leicht cholerisch.
    Ich habe mich einfach komplett fertiggemacht und unverstanden gefühlt.
    Diese Befragung von ca. einer halben Stunde war neben einem Intelligenz- und Fähigkeitentest (dessen Ergebnisse mir nicht wirklich erläutert wurden) das einzige, was dort gemacht wurde. Diagnose 'Emotionale Störung des Kindesalters' und 'Anpassungsstörung'. Keine Therapieempfehlungen, nichts. Nur ne saftige Rechnung.

    Danach war ich erstmal 'geheilt'. Natürlich nicht in einem positiven Sinne..


    Deine Eltern sind deine Eltern, ehre und achte Sie. Aber Eltern sind Menschen und die können sich auch irren. Das ist nur eine Meinung von Laien, die nicht in deiner Haut stecken.
    Tue ich! Ich mache es ihnen auch nicht zum Vorwurf, das wäre ungerecht und ziemlich gemein. Sie können es nicht verstehen, Kinder einer anderen Zeit und eines anderen Landes, dass es heute nicht mehr gibt. Sie können damit nicht wirklich umgehen, das verstehe ich jetzt und belasse es dabei. Nun bin ich eh ein eigenständiger Mensch (mehr oder weniger )

    WOW! Gutes Abi! Da fühl ich mich ja wie ein Idiot https://adhs-chaoten.net/images/smilies/016.gif und Krankenpflege ... Bist echt nen Lieber Fleissiger! https://adhs-chaoten.net/images/smilies/145.gif
    Danke. Aber wenn irgendwann an einem Punkt im Leben die Einsicht kommt, was Schule ist, und vor allem was sie nicht ist, kann man selbst dem nicht mehr so viel abgewinnen.

    Schule ist eine gnadenlose Selektionsmaschine, wo Menschen anhand der Fähigkeit, Stoffmenge X in Zeitspanne Y zu erlernen, in Wertigkeiten sortiert werden, die dann ihr Leben und ihre Position in der Gesellschaft tiefgreifend prägen. Schule ist NICHT (oder nur als "Nebeneffekt" oder aufgrund engagierter Lehrer) ein Ort des Lernens, des Austausches und der Neugierde. Bei den meisten Kindern führt diese Institution eher dazu, dass sie einen frustrierten Hass oder eine Abneigung auf den Lernstoff entwickeln.

    Sobald man diese, zugegeben unschöne und zynische Erkenntnis hat, haben Schulnoten, schon gar nicht in der Bewertung von "Intelligenz", irgendeine Relevanz mehr. Ich habe das gute Abi nur, weil ich wusste, dass mein größter Wunsch im Leben - Medizin zu studieren und Arzt zu werden - daran gebunden ist..

    Danke!

    Das kannst du ein bischen lösen, indem du dir immer Notizen machst. Einfach ein .Doc öffnen, immer wenn ein Gedankenblitz für Termin XYZ kommt, sofort eintragen gut is, das geht sogar bei mir ... ich versäum eher den Termin als es diese Listen zu machen https://adhs-chaoten.net/images/smilies/049.gif
    Genau das mach ich seit einer Zeit! Nur eben auf normale Zettel.
    .. bevor ich bei Ärzten oder Versicherung oder Ämtern usw. anrufe, schreibe ich mir aber immer ein kurzes Skript bei Word oder lege mir vorher zurecht, was ich sage... Weil ich sonst so nervös bin. Heute erst wieder.
    Geändert von earendil (13.01.2014 um 23:23 Uhr)

  7. #7
    AlteEiche

    Gast

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    Nicht IRGENDEIN Psychiater wenns geht. Am besten schau das der sich mit Qualifikation ADS Diagnostik nach internationalen Standarts auszeichnet ...

    Du weißt doch längst was mit dir los ist.

    Du traust dir nur nicht zu das selbst zu beurteilen.

    Kommschon, du bist ein kluges Kerlchen. ...

    Hier

    http://www.youtube.com/watch?v=NUQu-OPrzUc

    http://www.youtube.com/watch?v=QZpF2_IelWo

    http://www.youtube.com/watch?v=o_hHNTDdgIU


    Ganz viel zum Thema ADS und in einer sehr genialen Form...


    http://learningcenter.unc.edu/ldadhd...ssell-barkley/

    Hier seine Präsentation zum Vortrag bzw. Workshop. Muss man mit ner 2007+ Powerpoint öffnen oder mitm Powerpointviewer bzw. anderer Software, die pptx kann ...
    Geändert von AlteEiche (13.01.2014 um 22:51 Uhr)

  8. #8
    Matatabi

    Gast

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    earendil schreibt:
    Danke!

    Ja, ich hab mir eben mal den Wikipedia-Artikel zu Asperger durchgelesen, teilweise wirklich sehr übereinstimmend, aber oft nur teilweise oder in abgeschwächter Form, oft nur teilweise oder gar nicht zutreffend.

    Das ist eben das Problem bei psychischen.. Normabweichungen, dass sie durch eine Liste von Symptomen eben nie ausreichend beschrieben sind, und vieles sich überschneidet.

    Das macht mich alles so verrückt, diese Ungewissheit, was mit einem los ist und nicht JETZT etwas dagegen tun zu können, sondern langwierige Prozesse abwarten zu müssen..

    Ich werde mir morgen einen Termin bei einer Psychiaterin holen.. und dann mal sehen.
    Der Artikel würde bei mir jetzt auch nicht sooo sehr klick machen. Der vermischt meiner Meinung nach zu viel mit frühkindlichem Autismus und je nachdem wie stark es ausgeprägt ist und wie gut man sich damit angepasst hat fallen viele Merkmale auch mal ganz schnell weg. Mein Partner ist diagnostiziert mit Asperger/ADS und auf ihn trifft davon ne ganze Menge nicht zu, ich sehe aber durchaus einige Ähnlichkeiten bei ihm und dir.

    Wenn du zu Zeit und Lust hast kannst du ja mal diesen Test machen. (der bezieht auch AD(H)S mit ein) Ich finde den toll. So schöne viele Zahlen und Tabellen
    Aspie-quiz

    Und bevor da jemand den Zeigefinger hebt. Nein der Test ersetzt keine Testung bei einem Psychiater. Aber er ist ausführlich und kann einem helfen eine grobe Richtung zu finden.

    Das du die Hilfe so schnell wie möglich möchtest kann ich verstehen, trotzdem hilft einem der nächstbeste Psychiater halt in über 90% aller Fälle gar nicht weiter. Hattest du deinen Verdacht eigentlich mal beim Psychologen angesprochen?

    Evtl. magst du dich ja auch mal im Vorstellungsbereich https://adhs-chaoten.net/vorstellung...er-mitglieder/ nochmal kurz vorstellen. Dann könntest du auch für das Verschicken von PNs freigeschaltet werden und wenn du dann nach einem Psychiater in deiner Nähe suchst könntest du auch von anderen Usern hier Tipps per PN bekommen. Per PN daher weil Adressen von Ärzten usw nicht einfach so im Forum veröffentlicht werden dürfen.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    @AlteEiche

    Ja Barkeley kenn ich (textlich) schon, echt nen guter Typ. Gerade die Erklärung von Working Memory ist einfach auf den Punkt!

    @Matatabi

    Ich mache den Test!

    Beim Psychologen nicht wirklich, habe leider auch gerade ne 4-wöchige Pause, das ist ja das doofe...


    Habe ich jetzt gemacht. Ich mach auch mal eine Forensuche zu einer Spezialambulanz für Erwachsenen-ADHS in meiner Nähe.
    Brauch man dafür eine Überweisung von einem Psychiater oder reicht da eine vom Hausarzt.. oder ist das von Ambulanz zu Ambulanz verschieden?

    Nach ADHS-Spezialisten in meiner Nähe habe ich schon gesucht, leider sind das ausschließlich Jugendpsychiater, Kinderärzte usw.

  10. #10
    Matatabi

    Gast

    AW: Die quälende Frage - Was ist nur mit mir los?

    Da würd ich ja gerne mal dein Diagramm sehen Ist aber keine Aufforderung oder Ähnliches es hier reinzustellen. Würde ich bei meinem auch nicht machen, das ist mir dann doch zu persönlich

    Generell reicht immer eine Überweisung vom Hausarzt aber selbst die braucht man ja nicht mehr zwingend. Soweit ich weiß schicken einem die Ambulanzen (wenn sie einen denn dann annehmen) doch eh direkt nen Fragebogen zu und den schickt man dann erstmal zurück und dann bekommt man nen Termin. Heißt das geht da ja los ehe man mit ner Überweisung in der Hand erscheint. Ich kann es dir aber nicht 100%ig sagen, da ich bei einem "normalen" Psychiater meine Diagnose bekommen habe.

    Diesen habe ich aber auch nur zufällig genannt bekommen. Ich hatte nämlich bei Jameda nach einem Psychiater gesucht und bei einem angerufen der dort gelistet war, der war aber bei den gesetzlichen Krankenkassen nur als Jugendspychiater zugelassen und der hat mir dann meinen jetzigen Psychiater empfohlen. Evtl. isses gar nicht sooo verkehrt da mal anzufragen, denn wenn ihre Patienten ein gewisses Alter erreicht haben müssen die ja eh wechseln und daher könnte es schon sein, das die dir da auch weiterhelfen könnten mit ner Adresse.

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