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Diskutiere im Thema Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Hallo zusammen,

    bekomme in ca drei Wochen meine Diagnose. Natürliche beschäftigt mich das Thema sehr stark, weshalb ich immer wieder auf der Suche nach neuen Informationen bin.

    Ich gerate imme wieder an den Punkt, an dem ich mir nicht sicher bin, ob es ads eigentlich wirklich gibt, bzw. nicht andere Ursachen hinter meiner Unkonzentriertheit stecken könnten (da dies immer wieder in den Medien zur Sprache gebracht wird).

    Man durch die Medien aber auch immer wieder erneut total verunsichert.

    Was ist wenn ich die Diagnose ads erhalte? werde ich das dann auch glauben können?
    Eigentlich kann man die ads ja gar nicht diagnostizieren. Fremdanamnese fehlt bei mir komplett.

    Werde ich anhand der Wirkung des Medikamentes erfahren ob ich ads habe?! Soll uns ja nicht aufputschen, sondern das Gegenteil bewirken.

    Man kann sich doch eigentlich nie wirklich sicher sein, das Problem wirklich gefunden zu haben, oder?

    Wie war/ist das denn bei euch?

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse. Auf diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden Verfahren aufgebaut. Ein solches Verfahren im medizinischen Sinne ist Teil der Diagnostik. Am Ende gibt es ein Ergebnis. Dieses Ergebnis wird auf ein Blatt Papier geschrieben. Versehen mit einem Stempel, der die Nummer des Arztes hat, handelt es sich dabei um einen Befund.

    Nun habe ich noch 18 Minuten Zeit, bis mein Akku den Geist aufgibt.

    In der Analytik und Diagnostik gibt es ein Dogma, nämlich dass die Ergebnisse richtig sind, wenn die Verfahren ordentlich genormt sind. Es habe nun viele Ärzte beschlossen, dass es eine Krankheit gibt, die man ADS nennt. Um diese Krankheit zu diagnostizieren, werden Verfahren angewandt, die diese vielen Ärzte (auf irgendwelchen Kongressen) für geeignet halten.

    Die Diagnose ist als gem. der anerkannten Leitsätze und gemäß der DIN EN ISO 15189 bzw, 9001 zu 100% richtig.
    Geändert von Steintor (29.12.2013 um 20:01 Uhr)

  3. #3
    Matatabi

    Gast

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    fourposter05 schreibt:
    Hallo zusammen,

    bekomme in ca drei Wochen meine Diagnose. Natürliche beschäftigt mich das Thema sehr stark, weshalb ich immer wieder auf der Suche nach neuen Informationen bin.

    Ich gerate imme wieder an den Punkt, an dem ich mir nicht sicher bin, ob es ads eigentlich wirklich gibt, bzw. nicht andere Ursachen hinter meiner Unkonzentriertheit stecken könnten (da dies immer wieder in den Medien zur Sprache gebracht wird).

    Man durch die Medien aber auch immer wieder erneut total verunsichert.
    Huhu

    Für mich klingt deine Einstellung gerade so ein wenig nach ganz oder gar nicht. Natürlich können Konzentrationsstörungen von anderen Dingen kommen und auch bei dir könnte das sein. Nur wirkt es so als wenn du in Frage stellst ob du AD(H)S haben könntest und auch direkt im gleichen Atemzug dadurch anzweifelst das es AD(H)S überhaupt gibt.

    Und Medien ist ja eigentlich ein ziemlich schwammiger Begriff.
    -Fachbücher sind Medien und von denen gibt es mehr als genug zum Thema ADHS,
    -Foren sind Medien auch da gibt es mehr als ein seriöses im Internet das sich damit auseinander setzt.
    -Internetseiten sind Medien und von diesen gibt es viele die sich sehr genau mit ADHS auseinander setzen.
    -Fernsehsendungen das sind auch Medien und da gibt es Berichte die sagen ADHS ist ausgedacht und auch nicht wenige die das Gegenteil behaupten.
    -Zeitschriften sind Medien und auch dort sollte man zunächst zwischen Boulevard und Fachzeitschriften unterscheiden. Und auch dort gibt es solche und solche Artikel.

    Man sollte nicht vergessen, das ein Mensch der Journalismus studiert hat in keinster Weise ein medizinischer Fachmann ist. Egal auf welchen Gebiet und wenn er jemanden findet der seine Storys veröffentlicht so ziemlich alles von sich geben kann was er möchte. Und gerade das macht doch im Grunde nur so einen kleinen Teil aus.

    Und vor allen Dingen sollte man nicht die ganzen Menschen alleine hier in diesem Forum vergessen. Glaubst du wir sind alle einer modernen Lüge aufgesessen und erzählen uns jeden Tag wie ähnlich wir uns in so vielen Punkten sind und das ist alles eigentlich nur ein riesiger Zufall?

    fourposter05 schreibt:
    Was ist wenn ich die Diagnose ads erhalte? werde ich das dann auch glauben können?
    Die Frage kann dir niemand beantworten, denn es hängt ganz alleine von dir ab was du glauben möchtest und was nicht.


    fourposter05 schreibt:
    Eigentlich kann man die ads ja gar nicht diagnostizieren. Fremdanamnese fehlt bei mir komplett.
    Sagt wer? Wäre mir neu das ADHS nicht diagnostizierbar wäre. Und es gibt für die Diagnose ADHS ziemlich viele Faktoren die erfüllt sein müssen und Fremdaussagen (ich denke du meinst damit Zeugnisse und Fragebogen z.B. der Eltern) macht da auch nur einen Teil von aus.

    fourposter05 schreibt:
    Werde ich anhand der Wirkung des Medikamentes erfahren ob ich ads habe?! Soll uns ja nicht aufputschen, sondern das Gegenteil bewirken.
    Definitiv nein. Alleine schon das MPH z.B. nur NACH einer Diagnose verschrieben wird und nicht vorher um mal zu schauen ob es denn klappt sollte schon deutlich machen das es kein geeignetes Kriterium um zu Testen ob man ADHS hat oder nicht. Außerdem gibt es ja nicht nur ein Medikament gegen ADHS und da auch nicht jeder gleich drauf anspricht und viele mehr als ein Medikemant nehmen kann man das in keinster Weise pauschal damit ausschließen oder bestätigen.

    fourposter05 schreibt:
    Man kann sich doch eigentlich nie wirklich sicher sein, das Problem wirklich gefunden zu haben, oder?

    Wie war/ist das denn bei euch?
    Warum sollte man da nicht sicher sein können? Wenn der Schuh passt, dann passt er
    Wir sollten uns langsam davon frei machen seelische und körperliche Krankheiten mit zweierlei Mass zu messen. Wenn einem der Arzt sagt: "Ihr Bein ist gebrochen" oder "Ihr Blinddarm muss raus" oder sogar etwas so schlimmes wie "Sie haben Krebs" dann zweifeln wir das irgendwie nicht an, besonders wenn unsere Symptome darauf hindeuten.
    Dabei sollte man nicht vergessen das ADHS auch eine sehr körperliche Ursache hat. Das in unserem Hirnstoffwechsel etwas gewaltig anders läuft als bei anderen kann man alleine schon an der teilweise extrem paradoxen Wirkung auf die unterschiedlichsten Medikamente (Beruhigungsmittel, lokale Betäubungsmittel zb. beim Zahnarzt, Narkosemittel usw) erkennen.

    Und ja ich bin mir sicher sogar 100%ig sicher und froh und glücklich dem ganzen endlich einen Namen geben zu können. Denn zig verschiedene Diagnosen davor von denen alle ein bisschen aber nie so richtig passten und die Gesamtsumme dieser hat mir immer das Gefühl gegeben, dass das nicht sein kann. Ich habe mir damals irgendwie immer gedacht man kann doch nicht das und das und das haben. Bis ich endlich mal auf ADHS stieß und verstehen konnte warum das so ist.

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.213

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Hallo fourposter,

    wichtig ist, dass eine andere Diagnose ausgeschlossen wird. Z. B. hat ein Bekannter von mir vor ein paar Jahren plötzlich
    ADHS-artige Symptome gezeigt. Es stellte sich heraus, dass er einen gutartigen Hirntumor hatte. Nach der Operation war er
    wieder "normal".

    Bis ich 35 Jahre alt war, dachte ich immer, ich sei verrückt, und auch die Familie, aus der ich komme.
    Dann bekam ich das einzige deutsche Buch über ADHS (damals "Hyperaktivität"/"HKS") in die Hand "Unkonzentriert?" von
    Walter Eichlseder in die Hand. Da hatte ich das Gefühl, dass man uns beschrieben hat. Nachdem meine Kinder diagnostiziert
    waren bekam ich meine Diagnose nach ein paar Besuchen bei einem Neurologen. Das war lange bevor es Leitlinien gab.

    Ich weiß nicht, wie mein Leben verlaufen wäre, hätte es nicht diese elementare Änderung in meinem Leben gegeben.
    Medikamente nehme ich erst seit ein paar Jahren regelmäßig, da ich mit zunehmenden Alter mein ADHS nicht mehr
    kompensieren kann. Na ja, vielleicht ist es auch nur vaskuläre Demenz, aber Methylphenidat wirkt bei mir.

  5. #5
    Lysander

    Gast

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Steintor schreibt:
    Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse. Auf diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden Verfahren aufgebaut. Ein solches Verfahren im medizinischen Sinne ist Teil der Diagnostik. Am Ende gibt es ein Ergebnis. Dieses Ergebnis wird auf ein Blatt Papier geschrieben. Versehen mit einem Stempel, der die Nummer des Arztes hat, handelt es sich dabei um einen Befund.

    Nun habe ich noch 18 Minuten Zeit, bis mein Akku den Geist aufgibt.

    In der Analytik und Diagnostik gibt es ein Dogma, nämlich dass die Ergebnisse richtig sind, wenn die Verfahren ordentlich genormt sind. Es habe nun viele Ärzte beschlossen, dass es eine Krankheit gibt, die man ADS nennt. Um diese Krankheit zu diagnostizieren, werden Verfahren angewandt, die diese vielen Ärzte (auf irgendwelchen Kongressen) für geeignet halten.

    Die Diagnose ist als gem. der anerkannten Leitsätze und gemäß der DIN EN ISO 15189 bzw, 9001 zu 100% richtig.
    100 prozentige Sicherheit gibt es nicht. Beispiel: Bei mir wurde mit 17 Jahren eine Stoffwechselstörung diagnostiziert. Doch später stellte sich heraus, dass mein Körper besondere Merkmale aufwies, die per definitionem nicht der Störung entsprachen. Damit war meine Diagnose in Frage gestellt. Ich passte nicht ins Raster. Die Forscher forschten und kamen im Laufe der Zeit zu dem Schluss, dass es noch Unterformen der Störung gibt und erweiterten die Definition. Ich passe also wieder ins Raster. Mit meinem Beispiel zäume ich zwar das Pferd von hinten auf, aber es beweist eine gewisse Varianz. Andere ADSler bekamen trotz der schon bestehenden ADS-Diagnostik jedoch andere Diagnosen: Borderline, Autismus etc. Kann man hier ja des öfteren lesen.Es kann also keine 100 prozentige Sicherheit geben.

  6. #6
    AlteEiche

    Gast

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Da hilft nur die eigene Unsicherheit durch tief fundierte Bildungsanstrengungen über die ADHS und ihre Symptome und ihr Wesen zu verstehen.

    Dafür gibts hier massenhaft Vorschläge.

    Ich selbst nehme gern die Vorträge von Russel Barkley ausm Netz und ziehe da soviel raus wie möglich, man kann auch seine Bücher nehmen oder was einem mehr liegt.

    Wirklich: Mit der Zeit begreift man das tiefe Wesen von ADHS und das Aufmerksamkeit und Defizit Syndrom in seiner Wortbedeutung eine unzumutbare Trivialisierung der Störung ist.

    Leute wie Barkley sagen das auch das die ADHS einfach einen falschen Namen hat.

    Also Bildung, Bildung und nochmal Bildung. Dann wirste immer zum Gewinnertypen gehören: Du kannst irgendwann selbst fundierte ADHS Verdachts-Diagnosen verteilen und fast immer Recht behalten (macht mir besonders viel Spass ) Oder du lernst, das du nicht Betroffen bist. Dann haste viel gelernt und mit dem Ausschluß der ADHS kommste deinem eigentlichen Problem im Leben auch näher!


    Viel Erfolg dir!

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Lysander schreibt:
    Es kann also keine 100 prozentige Sicherheit geben.
    Das wollte ich aussagen. In wissenschaftlicher Hinsicht darf es auch keine 100%-Sicherheit geben. Die Diagnose ist gemäß den anerkannten Schriften richtig. Und richtig heißt zu 95% richtig. Eine 100%-Richtigkeit maßt sich keiner an. Dann wäre man angreifbar. Ein wenig Unsicherheit haben alle wissenschaftlichen und medizinischen Urkunden, um sich jederzeit heraus winden zu können.

    Ich bezog meine Aussage auch auf die Qualität der medizinischen Befunde. Die Qualität der Diagnose muss zu 100% richtig sein. Um diese 100%-Richtigkeit zu erlangen, gibt es Tabellen. Wenn also dieses und jenes erfüllt ist, notiert ist, kalibriert ist, dann ist die Qualität des Befundes hoch und das Ergebnis zu 100% richtig.

    - - - Aktualisiert - - -

    AlteEiche schreibt:
    Leute wie Barkley sagen das auch das die ADHS einfach einen falschen Namen hat.
    Wir sollten uns auch angewöhnen, das "H" nicht mehr zu schreiben, denn die Hyperaktivität ist lediglich ein Symptom des ADSs.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Hallo zusammen und lieben Dank für eure zahlreichen Antworten.

    Da ich gerade auf dem Sprung bin, aber mir schnell alles durchlesen wollte, nur diese kurze Antwort von mir.

    Ich werde mich später noch genauer äußern.

    LG und bis später...

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Kann man sich in Sachen Diagnose eigentlich überhaupt zu 100 % sicher sein?

    Noch nichtmal bei einem Knochenbruch sind Diagnosen 100% sicher ... frag mal meine Tochter.


    ---
    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...

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