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Diskutiere im Thema Verhaltenstherapie? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #11
    Schubidu

    Gast

    AW: Verhaltenstherapie?

    =) Werde euch auf jedenfall auf dem Laufenden halten, wenns was neues gibt =) vielen dank noch mal

    P.S. Ich kenn doch noch eine Stärke von mir, ich werde ziemlich schnell mit seelischen krisen fertig, sei es der verlust von einer geliebten person/tier, oder andere dinge die psychisch an die Substanz gehen. In meiner Lehre (ich hatte es dort wirklich nicht leicht) hat mir mal jemand gesagt "Du bist echt eine starke persönlichkeit!" Und diese Person die dies zu mir sagte, hatte das Burnout Syndrom.

  2. #12
    salamander

    Gast

    AW: Verhaltenstherapie?

    isch mag da nur kurz einwerfen:


    stärken und schwächen sind beides gleichermaßen.


    also wo es von einer warte aus eine schwäche sein kann,
    kann es von einer anderen aus eine stärke sein.


    bloß als einwurf, zum leichter finden,
    was man alles so im eigenen "werkzeugkasten" hat,
    und gern übersieht,
    obwohl's schon die ganze zeit da ist.


    lg
    salamander

  3. #13
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.455

    AW: Verhaltenstherapie?

    Sehe ich auch genau so!

    lg

  4. #14
    AlteEiche

    Gast

    AW: Verhaltenstherapie?

    Schubidu schreibt:
    =) Werde euch auf jedenfall auf dem Laufenden halten, wenns was neues gibt =) vielen dank noch mal

    P.S. Ich kenn doch noch eine Stärke von mir, ich werde ziemlich schnell mit seelischen krisen fertig, sei es der verlust von einer geliebten person/tier, oder andere dinge die psychisch an die Substanz gehen. In meiner Lehre (ich hatte es dort wirklich nicht leicht) hat mir mal jemand gesagt "Du bist echt eine starke persönlichkeit!" Und diese Person die dies zu mir sagte, hatte das Burnout Syndrom.
    Schön das du deinen Blick so schnell umstellst.


    Wenn ich zu den Strukturproblemen schreibe, möchte ich vor ab sagen, das ich da selbst noch nicht ein so perfekt klares Bild von habe. Wer also Ergänzungen dazu beitragen möchte, bitte!

    Struktur ist ein Gerüst. Ein Gerüst ist etwas, das Stützt.

    Strukturen bilden auch Muster. Aus den diversen Internalisierungsprozessen, also Lernvorgängen die wir als innere Repräsentanzen unserer Welteindrücke aufnehmen, ergeben sich die Verbindungsmuster die unser Externalisierungsverhalten steuern und stützen, es tragen wie ein Statik-Gerüst ein Haus.

    Das heißt nichts anderes als das das, was wir lernen, unser Verhalten prägt. Wir lernen wenn wir etwas bewußt oder unbewußt beobachten, verarbeiten und abspeichern mitsamt der Lösung bzw. aller damit zusammenhängenden Resultate / Elemente (Teile).

    Daraus folgt für uns ADHSler:

    Wir lernen nicht gut, weil wir durch unsere neurologischen Fehlverdrahtungen die Wirklichkeit verzerrt wahrnehmen. Ausserdem schaffen wir nicht ausgiebig zu beobachten, weil uns die Konzentration fehlt. Dazu kommt das die Verarbeitung dieser verzerrten Wirklichkeit bei uns noch mal gestört ist und zu unstrukturiertem Denken führt.
    Und das abspeichern ist bei uns auch mehr oder weniger "kaputt" oder gestört.

    Eine Menge Faktoren machen ADHS aus, die an der Wurzel der Strukturbildung menschlichen Handelns und Denkens gestört sind, reproduzieren unsere chaotische Lebensführung und Gestaltung.

    Noch ein Beispiel:

    Sprache. Wir können Wörter lernen, aber auch Grammatik. Die Grammatik ist eine Struktur von Worten und Satzzeichen. Diese haben Bedeutungen, die mit der Grammatik in wechselhafter Beziehung stehen. Die Struktur gibt hier also den Rahmen vor, die Worte liefern den Inhalt. Der Inhalt kann aber auch durch grammatikalische Anpassung geändert werden.
    Gehen wir noch tiefer in das System Sprache, erweitern wir es auf Schriftsprache und Lautsprache dann kommen wir zu Umgangssprache, Subkultursprachen, Fachsprachen u.ä. So erkennen wir welche Wellen die Fehlerhafte Grammatik schlägt. Ein Strukturschaden, viele Folgen in vielen Bereichen. Klar?

    So also entfaltet sich aus den ursprünglich erlernten Strukturen in unserem Gehirn unser gestörtes Denken und Handeln.

    Uns fällt es zusätzlich so schwer dagegen vor zu gehen. Einmal weil wir wie gesagt Defizite bei den Basics haben, aber auch weil wir in den Lernprozessen verlangsamt sind und weil das Wissen nicht optimal zur Verfügung steht, wir in unserem Handeln eine Regulationsstörung haben.

    Dann folgen noch die Befindlichkeiten. Wir ADHSler haben große Probleme am Ball zu bleiben, weil unsere Ausdauer an einer Sache zu bleiben, bis sie gelöst ist, gestört ist. Ich vergleiche das gerne mit der Veranschaulichung einen Berg raufzulaufen:

    Normalos laufen rauf und erreichen das Plateau - Ihre Tätigkeit bekommt dann einen Automatismus, es nervt auch Normalos weitermachen zu müssen, aber es ist automatisiert, den Widerstand anzufangen, haben normalos eher am Anfang und wenns für diese Läuft, dann läufts und Normalos können diesen Zustand willentlich herbeiführen. Hinzu kommt: Normalos können sich auch Motivieren durch die Vorfreude den "Kram" Erledigt zu haben.

    ADHSler kennen nur bergauf und schaffen es in aller Regel nicht, willentlich das Plateau zu erreichen - Dadurch unterbrechen wir oft das Schaffen von Ordnungsstrukturen und wir haben in aller Regel auch nicht die Fähigkeit uns mit der Vorausschau auf den Erfolg zu motivieren - Wir sehen primär das HIER UND JETZT. Und JETZT ist das verdammt anstrengend dauernd den Berg rauf ... "Ich kann nicht mehr " Das Konzentrationsdefizit, die Ablenkbarkeit und die Vergesslichkeit schlägt auch noch zu: Wir sind ruckzuck bei einer anderen Sache, das vorhergehende ist vergessen, verdrängt machen wir dann "morgen"

    Merkt ihr die tiefen Zusammenhänge?

    Das ist dieses üble Zusammenspiel der Neurologischen-Störung, was ADHS so destruktiv macht.

    Ein Blinder oder ein Rollstuhlfahrer, der nicht mehr laufen kann. Die verlieren eine FÄHIGKEIT. ADHSler verlieren ganz allgemein das Potential Fähigkeiten überhaupt dauerhaft einzusetzen. Das ist echt fies und das macht die ADHS so speziell gegenüber vielen anderen Störungen.

    Umwelteinflüsse wie Streß, Konkurrenzdenken, Mobbing, Frustration und und und haben wir nicht mal hineingenommen. Ich hoffe trotzdem ich konnte klar machen woher diese Strukturprobleme kommen.

    Man kann dagegen nicht viel machen. Das eine ist für uns diese "Behinderung" zu kennen. Die Lösung ist das wir an uns arbeiten mit viel viel viel Geduld und Verständniss und lernen das wir leider nur in wenigen Fällen unser Potential wirklich entfalten können.


    Barkley sagte so schön: Eine Rampe für Rollstuhlfahrer um in ein Gebäude zu kommen ist die Protese für Rollstuhlfahrer. DIe Protese für ADHSler ist die praktische Hilfe durch Andere Menschen. Aber nicht in dem Sinne, das wir entmündigt werden, sondern in dem Sinne das sie uns helfen Dinge zu tun. Uns motivieren. So wie man es vielleicht bei einem kleinen Kind macht: Man zeigt dem Kind geduldig wie man die Schuhe zu bindet, aber man nimmt ihm nicht die Aufgabe ab! Das Kind soll es ja selbst lernen.

    Und das ist und sollte meiner Auffassung nach auch das Ziel jeder Therapieanstrengung für uns ADHSler sein:

    Hilfe zur Selbsthilfe:

    "Selbst ist der ADHSler - Aber unterstütz mich bitte dabei!"

    Wir brauchen Helfende Hände die uns die Dinge reichen damit wir sie selbst benutzen.

    Ordnung wird durch unsere diversen Strukturdefizite und am Ende unser eigenes Verhalten zerstört.

    Sind wir Schuld? Keine Ahnung. Ich sage JAIN. Wir tragen die Verantwortung alles zu tun damit wir klar kommen, schließlich wollen wir alle auch Er-Wachsen sein. Dazu gehört aber auch Wachsen, Wachstum hört ja nicht auf. Gewachsene Erwachsene
    Wir sind Zeit unseres Lebens mehr im Prozess des Wachsens als Andere, die sich einfach auf der soliden Grundlage ihrer neurologischen Funktionalität mehr ausruhen können. Ist das jetzt die Leistung der anderen "gesund" geboren worden zu sein?

    ( is das wieder lang geworden )

  5. #15
    salamander

    Gast

    AW: Verhaltenstherapie?

    ( is das wieder lang geworden )
    is das süß

  6. #16
    Schubidu

    Gast

    AW: Verhaltenstherapie?

    @Eiche super gut erklärt =)

    vor allen dingen bei diesem text
    Normalos laufen rauf und erreichen das Plateau - Ihre Tätigkeit bekommt dann einen Automatismus, es nervt auch Normalos weitermachen zu müssen, aber es ist automatisiert, den Widerstand anzufangen, haben normalos eher am Anfang und wenns für diese Läuft, dann läufts und Normalos können diesen Zustand willentlich herbeiführen. Hinzu kommt: Normalos können sich auch Motivieren durch die Vorfreude den "Kram" Erledigt zu haben.

    ADHSler kennen nur bergauf und schaffen es in aller Regel nicht, willentlich das Plateau zu erreichen - Dadurch unterbrechen wir oft das Schaffen von Ordnungsstrukturen und wir haben in aller Regel auch nicht die Fähigkeit uns mit der Vorausschau auf den Erfolg zu motivieren - Wir sehen primär das HIER UND JETZT. Und JETZT ist das verdammt anstrengend dauernd den Berg rauf ... "Ich kann nicht mehr " Das Konzentrationsdefizit, die Ablenkbarkeit und die Vergesslichkeit schlägt auch noch zu: Wir sind ruckzuck bei einer anderen Sache, das vorhergehende ist vergessen, verdrängt machen wir dann "morgen"
    ich erwische mich tag täglich bei sowas.
    Bestes Beispiel, wenn ich sodoku spiele, sobald der schwierigkeitsgrad höher wird, und ich nicht mehr weiter weiss, was ich tun soll... hör ich das spiel auf, weil keine lust mehr, kopfschmerzen von der grübelei und dann dieser "hohe berg".
    Aber wenn mich was interessiert, dieses kribbeln im bauch, vor freude weils mir spass macht etwas zu tun, zu suchen usw da könnte ich Stundenlang dran bleiben, sogar Tagelang! Aber leider, wie die meißten von euch dieses gefühl kennen, klingt es sehr schnell wieder ab und man interessiert sich wieder für andere dinge. Deswegen konnte ich damals, als kind, auch nie so wirklich an einem Hobby hängen bleiben.

    Damals bei den Mathehausaufgaben saß ich nur Stunden dran, aber nicht weils mir spass machte, nein, weil meine mutter mich dazu zwang, ich brauchte für 10 aufgaben gute 2 std um sie zu lösen, und jedes mal, wenn ich dachte"ich kanns nicht", "ich komm nicht auf die lösung", fing ich an zu heulen, meine mutter aber blieb am ball! Es gab tage da saß ich von 13 uhr bis abends um 18 uhr an den scheiss hausaufgaben, es gibt nichts schlimmeres wie aufgaben, die ein ADHSler nicht mag, aber trotzdem machen muss, das war immer brutale Folter für mich!

  7. #17
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.455

    AW: Verhaltenstherapie?

    Ich erlebe es auch mit diese Sache mit der Motivation. Ich denke, ein Teil davon bei uns, ist auch dass wir oft erleben dass grosse Einsatz nicht viel bringt, da noch der Umfeld uns zu verstehen gibt, dass es dich besser sein könnte...

    Auch jetzt, mit medis, gelingen mich einiges wirklch deutlich schwerer als bei Stinos und der Berg ist grösser zu überwinden.

    dabei habe ich doch gelernt mich zu motivieren: zuerst stecke ich realistische zielen, was für mich sinnvoll ist. Dann mit der vorfreude dass es hinten mich ist, kann man auch üben. Ich motiviere mich oft damit. Ich kann mich auch motivieren damit dass auch wenn ich 10 Minuten dran bleibe, es ist immerhin etwas. Dabei, ich weiss: Einmal angefangen, bin ich gut im Fahrt und mache fertig!

    Daher, Erwartungen hintenfragen und anpassen finde ich auch sehr wichtig um genug Motivation zu finden. Wir haben echt bei einigen wirklich unsere Schwierigkeiten und es ist auch wichtig sich bewusst zu sein.

    Daher bin ich schon froh wenn ich mal meine Wohnung ein bisschen aufgeräumt habe... Aufräumen ist nicht meine Stärke und habe da wenig Ansprüchen an mich. Wichtig ist dass ich meine Sache wieder finde, was klappt.

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