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Diskutiere im Thema Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen soll im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    Frage Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen soll

    Beim Lesen im Internet über ADHS und Ursachen bin ich über diesen Begriff gestolpert.

    Wenn ich es richtig gelesen habe, gibt es nicht wenige Verhaltenstherapeuten, die meinen, dass ADHS dadurch verursacht wird, dass die Kinder auf der ewigen Suche nach dem fehlenden Vater sind. Also entweder es gibt gar keinen Vater, oder er kümmert sich nicht genügend, usw.

    Ich weiß nicht, inwieweit es erlaubt ist, hier Passagen aus Gelesenem hierherzukopieren? Reciht der Text mit Quellenangabe?

    Jedenfalls finde ich diese Gedankengänge schon interessant, sehe auch Parallelen zu meiner eigenen Kindheit sowie zur Vater-Sohn-Beziehung bei uns aktuell.
    Jedoch stellt sich mir auch die Frage, warum ADHS dann scheinbar "vererbt" wird.
    Ebenso könnte es natürlich sein, dass Eltern von ADHS kindern sehr kritisch mit dem Gewesenen umgehen, nach eigenen Erziehungsfehlern suchen und deshalb angeben, die Vater-Kind-Bezeihung sei oft gestört.

    Auch unterstelle ich, dass es dieses Phänomen wahrscheinlich genauso häufig in Nicht-ADHS-Familien gibt.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Also: ich war ein absolutes Papakind!
    Die Psychoanalyse hat meine Probleme darauf gestützt, dass ich aufgrund unbewusster Vernachlässigung durch meine Eltern zu früh selbstständig werden musste - ist schon blöd, wenn man in den 70er Jahren nicht länger als der Mutterschutz dauert gestillt wurde und Mama tatsächlich arbeiten ging, während Papa studiert hat...

    Heute weiss ich, dass Dinge, die die Zuverlässigkeit betreffen, auf die eigene ADSH meiner Eltern zurückzuführen waren. Naja, was ich eigentlich damit sagen will: ich glaube schon, dass die Interaktion zwischen Eltern und Kinder Folgen hat, vor allem auf die Komorbiditäten. Aber ADHS ist nun mal genetisch bedingt, da rüttelt auch eine schlechte Vater-Kind-Beziehung nicht dran.

    Außerdem müssten dann alle in den 50er Jahren geborenen ADHS haben, weil da ja nur Mama für Haushalt und Kinder zuständig war und Papa arbeiten war.
    Mir sträuben sich immer die Nackenhaare, wenn cih solche Thesen lese.

  3. #3
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Stress kann ADHS aktivieren (nicht verursachen). Dieses Thema hatten wir schon einmal. Damals habe ich einen interessanten Aufsatz einer amerikanischen Arbeitsgruppe gepostet. Leider habe ich die Namen der Autoren vergessen.

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Es kommen immer mal wieder solche Thesen auf.

    Wenn ich es richtig gelesen habe, gibt es nicht wenige Verhaltenstherapeuten, die meinen, dass ADHS dadurch verursacht wird, dass die Kinder auf der ewigen Suche nach dem fehlenden Vater sind. Also entweder es gibt gar keinen Vater, oder er kümmert sich nicht genügend, usw.

    Ich habe mal gelesen, das viele Verhaltenstherapeuten auf der Suche nach solchen Ursachen sind, weil es nicht einsehen können, dass bei ADHS auch Medikamente eingesetzt werden können. Und der Einsatz von Medis kratzt an ihrer Berufsehren, denn schliesslich kann man als Therapeut alle Probleme dieser Welt mit Gesprächstherapie oder Psychoanalyse etc lösen.

    Nein im Ernst.
    Es steht ausser Frage, dass Schwierigkeiten im sozialen Umfeld die Auswirkungen der ADHS verschlimmern können. In besonders schweren Fällen könne solche Schwierigkeiten auch ADHS-ähnliche Symptome und viele Komorbiditäten fördern.

    Manchmal sind Eltern auch einfach mit ihren ADHS-Kinder überfordert, besonders wenn sie von ihrem Umfeld noch zusätzlich unter Druck gesetzt werden. Wenn sie dann keine Hilfe bekommen, kann dies zu den Schwierigkeiten führen.

    Ich kenne viele Familien, in denen der Vater sehr präsent ist und viel mit den KIndern macht und wo trotzdem ADHS bei den Kindern vorhanden ist.

    Liebe Grüsse
    Pucki

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Es gab doch mal Zwillingstests. Der Eine hatte ADHS, der Andere nicht, obwohl Beide die Veranlagung zu diesem Dopamin-Problem hatten. Das wurde als Indiz für die postnatale Initialisierung z.B. durch Stress gewertet.
    Geändert von Steintor (14.11.2013 um 20:47 Uhr)

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    "In Abelins Sinn wird der Begriff Triangulierung in den Therapierichtungen Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und Entwicklungspsychologie verwendet" heißt es in dem Wikipediaartikel. Die Dopaminstoffwechselstörung an den Neurotransmittern - die m.E. entscheidend ist, ist v.a. neurologisch fassbar: Hier ist der Hauptschauplatz!
    Je nach Ansatz können aber unterschiedliche Probleme angegangen werden. Dass sich jede Teildisziplin einen Zugang zum Thema sucht, ist an sich ja gut, Kernkriterium für's ADHS bleibt aber die neuronale Seite. Wie Leben/Verhalten in Familie, Gruppen usw. gestaltet wird, steht auf einem andern Blatt (Komorbiditäten -> adhs-kommt-selten-allein).
    Lg
    Geändert von Loyola (14.11.2013 um 20:58 Uhr)

  7. #7
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Steintor schreibt:
    Es gab doch mal Zwillingstests. Der Eine hatte ADHS, der Andere nicht, obwohl Beide die Veranlagung zu diesem Dopamin-Problem hatten. Das wurde als Indiz für die postnatale Initialisierung z.B. durch Stress gewertet.
    Heißt, die Theorie könnte wahr sein?

  8. #8
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Trine schreibt:
    Die Psychoanalyse hat meine Probleme darauf gestützt, dass ich aufgrund unbewusster Vernachlässigung durch meine Eltern zu früh selbstständig werden musste - ist schon blöd, wenn man in den 70er Jahren nicht länger als der Mutterschutz dauert gestillt wurde und Mama tatsächlich arbeiten ging, während Papa studiert hat...

    Bin auch mit 6 Wochen in die Krippe gekommen. Und Stillen war laut meiner Mutter ziemlich unüblich.
    Meine Mutter hat ja sogar immer lachend erzählt, dass sie mein Fläschchen gegen ein Kissen stellte, weil keine Zeit war.

    Ich könnte heute heulen, wenn ich dran denke, dass sie das noch schulterzuckend abtat, als ich später völlig entsetzt fragte, ob sie das etwa ernst meint. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte miene eigenen Kinder so stiefmütterlich behandelt, gruselts mir.

    Ich hab ihr mal gesagt, dass bestimmt schon in dieser frühen Kindheit mein Urvertrauen zerstört wurde, da hat sie mich dann schon betroffenen angesehen und sich gewundert, mit welchen Themen ich mich beschäftige.

    Nicht umsonst wollte ich wohl angeblich gern mal krank sein, und habe mir auch im Grundschulalter ein Fläschchen gewünscht. Kann mich nicht dran erinnern, aber sie erzählt es immer, um mich in die Pfanne zu hauen, wenn sie meint, der Außenwelt mitteilen zu müssen, dass ich früher ja so anders war, nicht so abweisend ihr gegenüber. Wo das wohl her kommt?



    Also, man könnte analysieren, dass es bei mir vielleicht nicht die schlechte Vater-Kind-Beziehung sondern die fehlende Zuneigung der Mutter war. Wer weiß...

  9. #9
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Schnarchnase schreibt:
    Heißt, die Theorie könnte wahr sein?
    Wenn die Mutmaßungen der amerikanischen Forschungsgruppe zutreffen, dann kann Stress - lebensbedrohlicher Stress - den Transmitter-Haushalt beeinflussen. Noradrenalin ist für die Steuerung des Sympathicus zuständig. wenn da etwas durcheinander gerät, in einer frühen Entwicklungsphase des Gehirns, kann das zu bleibenden Schäden führen. Der Verlust des Vaters kann Stress auslösen. Wenn dann die Veranlagung zum ADHS existiert, kann der Stress das ADHS das Ausbrechen des Symptoms fördern. Stress verursacht aber kein ADHS. Das ist, als ob eine Tür geöffnet wird und alle Hühner ausbrechen. Der Stress öffnet nur die Tür, schafft aber keine Hühner heran.

  10. #10
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Triangulierung - warum die (fehlende) Vater-Kind-Beziehung ADHS auslösen sol

    Aha, ist die Frage, was bedeutet bei einem Säugling "lebensbedrohlicher" Stress?

    In meiner Kindhiet war es bspw. auch üblich, die Kinder nachts solange durchbrüllen zu lassen, bis sie von allein durchschliefen.
    Ich könnte mir vorstellen, dass das ziemlcih heftigen Stress bedeutet...

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