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Diskutiere im Thema Differentialdiagnose ADHS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    Differentialdiagnose ADHS

    Ich habe 2008 von einer Allgmeinmedizinerin die Diagnose ADHS bekommen, diese Diagnose ist allerdings von Psychiatern nie bestätigt worden. Die damalige Ärztin kannte sich gut aus mit ADHS, hat sich jahrelang in diesem Bereich fortgebildet und spezialisiert, deswegen handelt es sich wohl nicht um eine Schnell-Schuss-Diagnose (RW), allerdings blieben dennoch Zweifel, weil, wie geschrieben, die Diagnose nicht bestätigt wurde und weil eine Behandlung mit Methylpheniat auch keine dauerhaft stabilisierende Wirkung gezeigt hat.

    Die Zweifel schienen berechtigt, seit Mitte diesen Jahres habe ich nun die Diagnose Asperger-Syndrom, diese Diagnose stammt von einer Autismus-Ambulanz. Ich denke, da bestehen kaum Zweifel an der Richtigkeit, insbesondere, weil ich zusätzlich die Verdachtsdiagnose eines zweiten Psychiaters habe. Im Rahmen dieser Diagnose wurde ADHS im Schnellverfahren ausgeschlossen.

    Anfang des Jahres hatte ich mich neben der Autismus-Ambulanz auch gleichzeitig an die ADHS-Ambulanz einer Universitätsklinik gewandt. Das hatte ich längst verdrängt. Offenbar bin ich in der Warteliste soweit vorwärts gerückt, dass man mir vor einigen Tagen Screening-Fragebögen zugeschickt und schließlich ein Erstgespräch vorgeschlagen hat.

    Ich werde den Termin wohl wahrnehmen, auch wenn ich Angst habe, mich zu verzetteln, alles in dem vergangen Jahr aufgebaute wieder zu hinterfragen und anzuzweifeln.

    Eigentlich möchte ich den letztlich entgültigen nicht zu widerlegenden Beweis, obgleich ich weiß, dass es den nicht geben wird. Vielleicht versuche ich da auch Verantwortung abzugeben. Auf der anderen Seite sage ich mir, wenn die Gelegenheit besteht, die Zweifel nach bestmöglicher Diagnose zu beseitigen, dann machtr mein Vorgehen ja doch Sinn. Insbesondere weil ich keine Stabilität in mein Leben bekomme, ich immer wieder mit Erschöpfung, Anpassungsproblemen, sozialen Problemen und insbesondere Schwierigkeiten in Beruf, Partnerschaft und Haushalt zu kämpfen habe.

    Ich bearbeite eine Baustelle, dann bleibt alles andere liegen, ich wechsle die Baustelle und es hapert an der anderen Stelle. Ein Gleichgewicht ist für mich nicht herzustellen, im Moment tariere ich aus, wo mein Niveau liegt, das ich erreichen und einhalten kann. Eigentlich geht es mir darum, eine Lösung zu finden, einen therapeutischen Ansatz, konkrete Hilfe, da macht die Wahrnehmung des Termins denke ich Sinn, vorallem weil ich Zugang zu der örtlichen Uniklinik bekomme und damit möglicherweise Hilfsangebote vor Ort erschließe.

  2. #2
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Lieber xyberlin,

    ich glaube dir, dass du komplett verwirrt bist. Die meisten haben ja kaum die Kraft, sich mit einer Erkrankung auseinander zu setzen. Aber zwei??? Au weia.

    Was dir glaube ich im Moment nur hilft ist,sich immer jeweils auf das Jetzt und Hier zu konzentrieren. Was steht JETZT an und wie erledige ich das.....morgen ist ein anderer Tag und da kann ich immer noch in dem Moment entscheiden, was ich tun werde, aber nicht jetzt. Morgen ist erst morgen.

    Ich hoffe, du verstehst, was ich meine?!

    Die Ärzte können dir eine Diagnose stellen und dir sagen, was du machen sollst wie Therapie, Medis usw.
    Aber sie können nichts für dich entscheiden und dich in eine Schublade stecken, in die sie viele Menschen stecken wollen, nur weil sie es anders nicht gelernt haben und auch nicht können.
    Da wird schon mal gerne der ein oder andere mit vielen komplexen Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert, was diese Menschen dann völlig aus der Bahn wirft, weil sie das Ganze doch gar nicht als soooo schlimm empfunden haben....

    Ob du nun Asperger und noch zusätzlich ADHS hast, wird an DIR persönlich, so wie du jetzt bist, nichts ändern. Du bleibst weiter hin so wie jetzt. Und wenn du noch Diabetes bekommst, dann bleibst du auch so wie du jetzt bist.

    Es kann sich nur eins ändern, nämlich deine Sichtweise auf diese Dinge. Wehre dich nicht dagegen, erkenne es an. Erkenne dich so an, wie du bist. Die Diagnosen können dir nur dabei helfen, dort mal evtl. genauer hin zu sehen. Was du dann daraus machst, weil du tatsächlich unter dem ein oder anderen leidest, ist dann deine alleinige Entscheidung wie z. B. ob du Medis nehmen möchtest oder nicht. Hier hilft nur ausprobieren. Und immer weiter und immer weiter.

    Notfalls Jobwechsel und/oder Wohnortwechsel. Tu das, was dir gut tut. Egal was.

    Alles Gute

    Heike

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Ich kann nur unterschreiben was Heike meint...


    Ich habe grad in einem anderen Thread hier im Forum gepostet,
    sinngemäss,
    das es letztlich egal ist, welches Label man uns anklebt, mit welcher Diagnose wir uns plagen, ...

    Man bleibt man selbst.

    Und wenn du von deinen Baustellen schreibst,
    deine Probleme bleiben ja auch die gleichen.

    Schau das du die Diagnostik machst, wenn du es noch einmal genau wissen willst.
    Sei gefasst, das auch beides gemeinsam möglich ist,
    die medizinischen Wissenschaftler versuchen nicht umsonst, derzeit die "Subtypen" des ADHS dem Themenkreis des Autismus einzugliedern, eben genau weil sich unsere Problemchen so oft überschneiden.

    Solange du vesuchst Lösungsansätze zu finden, die für dich stimmig sind, mit Ärzten oder Menschen, denen du dein Vertrauen schenkst,
    geht es nur nach vorne.
    Wir sind ja nicht die Summe unserer Diagnosen.
    Sondern wir leben ja auch noch nebenbei.

    Ich versuche es zumindest.
    ...die nötige Zuversicht wünsche ich dir...

  4. #4
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Boh stargazer.....grosses Kompliment für deine Worte. Du hast dich ganz toll ausgedrückt. Wo lernt man das??

    Nein Quatsch....danke dafür

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Du meinst geschrieben wie gedachte Schachtelsätze, gemischt mit nachdenklichen und durchaus begründbaren Ansichten,
    mit je einem Schuss Pragmatismus und Hoffnung?



    Ich schätze, das ist dann meine Meinung, ungefiltert, so wie ich denke.

    Gewisse Leute die so einen Stil nicht mögen, würden sagen:
    Langstielig, grübelnd und abgehoben mit weithergeholter Argumentation, pragmatisch und bar jeder Vernunft.



    Was wieder nur meine These bestätigt, die ich oben vertrat:
    Man bleibt ja doch man selbst.

    Was man draus macht, kommt auch auf den Blickwinkel an.

    Ich freu mich über das Kompliment.
    Dankeschön!

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Ich melde mich nochmals.
    Gestern hat das Gespräch stattgefunden mit der ADHS-Ambulanz, die Diagnostik werde ich dieses Jahr abschließen, das ist eigentlich das Ergebnis, auch des Gesprächs über das Inhaltliche hinaus. Im neuen Jahr geht es um die berufliche Rehabilitation.
    Ich bin mir im Vgl. zu gestern auch einen Hauch sicherer, dass ich meiner Diagnose vertrauen kann, sie war nicht leichtfertig oder opportun.
    Ich schwimme im übertragenen Sinne, die Diagnose ist nur ein im übertragenen Sinne wenig schwimmfähiger Rettungsring. Meine Zweifel entzünden sich auch immer wieder darin, dass ich kaum einschätzen kann, was, ich mag dieses Wort nicht, aber es gibt kein besseres in diesem Zusammenhang, normal ist. Ich wurschtle herum, das merke ich schon, jeder Schritt fällt mir schwer, aber für mich ist das halt auch normal, weil ich es nicht anders kenne. Mir ist das heute in einem Telefonat mit einer Bekannten oder Freundin, meine Beziehung zu ihr kann ich nicht näher beschreiben, deutlich geworden. Sie macht gerade den ganzen Kampf durch für ihren Sohn in Bezug auf Anerkennung einer Schwerbehinderung (Atyp. Autismus) und sie unterstützt mich bei meinem Weg und hat mir sehr deutlich gesagt, wo sie meine Defizite sieht, wo sie von außen sieht, wo es hakt. Ich sehe das nicht, ich brauche diese Außenansicht, weil ich das Gewurschtel so von mir nicht anders kenne. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, nein, in dem Gespräch heute meinte sie, es sei sehr deutlich sichtbar, dass es Schwierigkeiten gibt in Bezug auf Arbeit, in Bezug auf Wohnung und Beziehung und ich solle das annehmen und auch versuchen Hilfe zu bekommen, weil diese mir eben auch zusteht. Das hat mich heute Nachmittag beschäftigt und wird auch Thema sein im nächsten Jahr. Ja, auch zu erkennen, was ich selber möchte. Ich kenne das schon, diese Zwangsgedanken, was ist eingebildet, was ist real und werde die Diagnose als Faktum versuchen zu sehen, an dem ich mich orientieren kann, eben weil sie auch eine zusammenfassende Außensicht darstellt, die ich selber nicht einnehmen kann.

  7. #7
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Ich habe früher immer gedacht, ich sehe mich realistisch,
    und so schlimm sei das ja alles nicht, aber wenn man mal zurückdenkt, jetzt..

    mit der ADS Diagnose,......

    da machen plötzlich auch vorsichtige Hinweise, die man früher so nicht gesehen hat, als man sie bekam,
    plötzlich Sinn,....

    zumindest geht es mir so.

    Tut weh, manchmal, aber ich weiss auch das es gut ist, so wie es ist.
    Ich kann mir viel besser verzeihen, seit ich die Diagnose habe, also...
    achtsam und nett mit mir selbst, klappt besser.

    Niemand ist perfekt, aber wir haben alle tolle Seiten,
    das darf man nicht vergessen und wir machen so gut wir können, wenn wir können.
    Und an allem anderen kann man arbeiten.

    Das zu verstehen war für mich übrigens ein grosser Schritt raus
    aus meiner komorbiden Pseudodepression
    und weg von dem ständigen Gedanken, ich sei nicht gut genug.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Aha-Effekte können auch hilfreich sein bei der eigenen Einschätzung, vorausgesetzt man ist sich der Gefahr der Überwertung bewusst.
    Ich hatte die Gelegenheit in den zurückliegenden Tagen einigen Vorträge zum Thema Asperger-Autismus zu lauschen, hier in Berlin findet der DGPPN-Kongress statt und ich habe mich mit Hilfe meiner SHG vor Ort begeben können.
    Vorträge gab es von den, ich sage mal Koryphäen der Autismus-Forschung, mit vielen biographischen Beispielen von Patienten. Es gab mehr als ein Aha-Erlebnis für mich, weniger im Sinne von Bestätigung, als vielmehr eine Erklärung für die für mich (und meine soziale Umgebung) verstörenden Verhaltensweisen (z.B. Perfektionismus in Klassenarbeiten bis zur Selbstblockade, beginnend in der Grundschule bis zum Studium). Auch meine Therapie-Geschichte (mit den im Vergleich zum Aufwand entschädigenden langfristigen tatsächlich verändernden / heilenden Therapieansätzen z.B. bei der Behandlung von Traumata) scheint recht typisch zu sein (zwei Beipiele, die nicht als umfassend zu verstehen sind).
    Ich bin mir sicher, dass mein Weg über die Akzeptanz meiner Besonderheiten führen muss, wobei müssen der falsche Ausruck ist, ich möchte ja vielmehr, Aktzeptanz und Einrichtung eines Biotops, wo ich eben so sein kann, wie ich bin. Auch habe ich die Autorin eines Buches kennengelernt, die ihre Lebensgeschichte mit ihrer an Schizophrenie erkrankten Tochter zu Papier gebracht hat (sie saß am Nachbarstand und wir konnten uns unterhalten), sie hat mir Unterstützung bei der Arbeitssuche / bei den Bewerbungsgesprächen angeboten, so haben sich die letzten Tage sehr gelohnt.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 162

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Ich denke dazu,dass eine pragmatische Einstellung dazu,die du ja hast,sehr gut ist und auch 'normal'. Aus biografischen Details lerne auch ich am besten.dann ummodeln für meine Situation und dann probieren!

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Differentialdiagnose ADHS

    Um das Thema zu Ende zu bringen, ich habe kein ADHS, die Diagnose wurde im gestrigen Abschlussgespräch ausgeschlossen, mit dem Hinweis, es gebe einige wenige Überschneidungen zu ADHS (3 von 9 Kriterien zur Diagnosevergabe), der größere Teil, der mich beschäftigt, sei aber vermutlich Asperger-Syndrom.

    Ich hatte nichts von Asperger gesagt, um den objektiven Eindruck der Ärztin nicht zu verwässern. Sie bestätigt damit die Diagnose Asperger-Syndrom. Sie meinte zu mir, ich sei sehr gut in der Lage, mir Hilfe zu organisieren, aber ich bräuchte diese Hilfe und Unterstützung auch.

    Wie geht das jetzt weiter? Ich hinterfrage viel, werde aber wie oben bereits angedeutet, jetzt versuchen nochmals durchzustarten, meine Reha-Maßnahme beginnt (Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben), ich habe eine Eingliederungshilfe beantragt und werde das Experiment starten, Therapien waren mehr oder weniger hilfreich, vielleicht wird es besser, wenn ich durch direkte Unterstützung entlastet werde (auf der Arbeit, im Haushalt).

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