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Diskutiere im Thema Man weiß nicht ob es ADHS ist.. im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Hallo zusammen,

    ich bin ziemlich verzweifelt. Ich habe schon bei meiner Vorstellung hier im Forum kurz erwähnt, dass mir der Arzt nach nach der Analyse sagte, dass er nicht sagen kann, ob es wirklich ADHS ist.

    Ich will versuchen mich kurz zu fassen. Ich weiß der Text ist lang und es ist schwierig das zu lesen, ich hoffe aber jmd kann sich trotzdem ein Herz fassen und das ganze mal als Betroffener begutachten.
    Gerne möchte ich kurz meine Geschichte erzählen und wäre für eine offene, ehrliche Einschätzung von euch betroffenen sehr sehr dankbar. Von wem könnte ich eine bessere Einschätzung bekommen, als von euch.

    Also, der Arzt sagte, dass ich zwar sehr viele kriterien einer ADHS erfülle, allerdinghs hätte ich auch in dem Bogen in dem auf Depressionen geprüft wird, viele "ja" Antworten angekreuzt, was auf mittelschwere Depressionen hinweist. Da ich gelegentlich auch unter Angstzuständen (Panik) leide, sagte er, dass meine ADHS-Symptome auch durch diese Depressionen/Angst ausgelöst werden können. (Dabei lese ich überall, dass es sich hierbei um komorbiditäre Begleitscheinungen handeln kann - Wie jetzt, je nach Laune des Arztes das Huhn oder das Ei?)
    Eine ADHS würde er an dritter, oder vielleicht vierter Stelle vermuten und ich solle einen Psychologen wegen der Depressionen aufsuchen. (BTW: EKG, EEG, IQ-Test: ist alles in Ordnung und unauffällig)

    Ich war mir so sicher den Ursprung allen Übels gefunden zu haben, stattdessen fühle ich mich jetzt absolut nicht ernst genommen und total missverstanden.

    Ich muss ehrlich sagen; ich kenne mich besser!
    Diese Symptome begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Ich war aber eher die verträumte, auch wenn in meinen Grundschulzeugnissen sowas steht wie "..neigt zu impulsiven aüßerungen und Handlungen..", ".. wirkt zerstreut, unruhig und unkonzentriert, braucht viel Zuwendung..". Ich erinnere mich dass ich es immer schwer hatte mit dem Unterrichtstoff - z.B. Mathe (oh gott). Ich dachte immer mit mir stimmt was nicht - ich bin total blöd.

    Kurz zum Schulischen verlauf:
    Meine Schulzeugnisse sind ein einzige Katastrophe. Ich lag immer so im 4er Bereich (auf der Hauptschule). Richtung Pubertät wurde es immer schwieriger und die Versetzung wurde mit Jahr zu Jahr schwieriger.
    Letzentlich bin ich sitzen geblieben, auch mein Abschluss habe ich nicht geschafft und ich habe ohne Schulabschluss die Schule verlassen..
    Ich erinnere mich dass ich in Sachen (kreatives) Schreiben und Zeichnen immer besser war wie die anderen und meine Lehrerin immer sauer auf mich war weil ich Sachen nicht rechtzeitig abgegeben hatte, oder Blätter verschmiert oder zerissen abgegeben hatte und ich dadurch die ein oder andere Chance verpasst habe (lt. Lehrerin).
    Nicht nur meine Sachen, sondern auch ich war immer sehr ungepflegt. Mit 11 habe ich angefangen zu rauchen. (Mitte zwanzig litt ich auch mal an einer Essstörung und einer Zwangsstörung, war aber nur von kurzer Dauer).

    Auf der Berufsschule habe ich (nach 2 Anläufen und einer Sonderregelung meinen Hauptschul - und anschließend meinen Realschulabschluss gemacht (mittelmäßig bis gut), am Fachabi bin ich trotz Ehrenrunde gescheitert.

    Durch zufall bin ich an meine jetzige Arbeitsstelle geraten und konnte dort (mit Ach und Krach) eine Ausbildung im IT-Bereich (mit mittelmnäßigem Abschluss) beenden. Wärend meiner Ausbildung war ich ständig Krank (meistens Grippe) da durch den Stress (und der unglaubliche Druck von Betrieb und Schule) mein Immunsystem geschwächt war. Einmal hatte ich sogar eine Gürtelrose, der Arzt meinte das kommt in dem alter meistens vom Stress ich solle langsamer machen).
    Daher dachte ich bis vor kurzem noch, ich sei einfach nur faul und doof (wurde mir ja auch oft genug gesagt). Durch Zufall bin ich dann im Internet auf einen Artikel zum Thema ADHS gestoßen und ich dachte "das gibts doch garnicht" und habe mich in fast allen Punkten wiedererkannt.

    Was mir besonders zuschaffen macht ist das extrem schlechte Gedächtnis, die fehlende Konzentration, die nervosität und diese unglaublichen Wutausbrüche (kennt Ihr Hulk?).

    Hier mal ein paar beispiele wie sich das ganze im Altag bemerkbar macht:
    Ich schaffe es nicht ein Buch zu lesen, es langweilt mich zu tode etwas zu lesen (oder lesen zu müssen) was mich nicht ineressiert, es fühlt sich sogar schon wie Stress an und ich spüre wie sich etwas total in mir sträubt. Abgesehen davon ist es eine fast unmögliche Aufgabe für mich, mir zu behalten was auf einer Seite - geschweige dem einem Kapitel - geschehen ist. Ich komme unten auf der Seite an und merke dass ich zwar Buchstaben und Wörter gelesen habe, aber meine Gedanken wärenddessen ganz wo anders waren, demnach weiß ich natürlich auch nicht, was gerade auf dieser Seite passiert ist.
    Entweder habe ich mich nicht konzentriert, oder ich habe vergessen was dort stand.

    Wenn mir jmd etwas erzählt (z.B. ein Sachverhalt erklären will) ist es wie beim lesen, nach kurzer Zeit sind meine Gedanken wo anders, aber ich merke es nicht - erst wenn der gegenüber mich fragt "was meinst Du dazu" oder wenn er einfach fertig ist, merke ich "oh sch... du hast wieder nicht zu gehört" - mir ist es aber auch dann zu peinlich noch mal darum zu bitten mir alles noch mal zu erklären. Dann kommt es schon mal vor dass ich nicke und zustimme obwohl ich garnix klappiert habe. Traue ich mich aber doch zu fragen, habe ich dann schnell den Stempel "ich interessiere mich nicht, bin doof, oder faul".

    Ich habe kein richtiges Hobby, erst kann ich Feuer und Flamme sein, dann verliere immer sehr schnell das Interesse an etwas, oft auch, bevor ich es überhaupt angefangen habe. Deshalb verspüre ich eigentlich immer eine unausgefüllte leere in mir (Ich vermute dass es u.a. daher kommt).

    Ich bin froh wenn mein Freund da ist, da ich alleine mit mir überhaupt nichts anzufangen weiß. Wenn ich alleine bin und um mich rum ist es still, nichts passiert dann denke ich über alles mögliche nach, so intensiv dass mich die Gedanken nicht mehr loslassen wollen. Bei der Vorstellung daran, dass ich alleine leben müsste, hätte ich schreckliche Angst dass ich verrückt werden würde (erklärt vllt. einen Teil meiner Angstzustände?). Das ist auch der Grund warum ich Abends nicht einschlafen kann, ich liege wach und überlege und überlege. Am besten kann ich vor dem TV einschlafen - entweder weil es total langweilig ist, oder es mich von meien Gedanken ablenkt. Ein Hobby oder eine Beschäftigungsmaßnahme wären wahrscheinlich sehr hilfreich für mich, aber wie ich oben schon geschrieben habe, gibt es eigentlich nix was mich auf Dauer interessiert oder dauerhaft bei Laune halten kann.

    Wenn ich nicht gerade in Gedanken bin, dann zapple ich immer mit den Beinen (z.B. beim TV gucken auf der Couch, Abends im Bett, in einer Besprechung). Das zappeln gibt mir das Gefühl als könnte ich einen Teil meiner Inneren Unruhe nach außen leiten und "ablassen". Wenn ich nicht zapple dann fühle ich manchmal ein unglaublich lästiges Kribbeln und ich werde total unruhig (wie z.B. bei Restless-legs).

    Weshalb ich mich auch schon für verrückt gehalten habe: Diese unbändige Wut.
    Wenn mein Freund da ist versuche ich mich zu beherrschen um Streit zu vermeiden, weil ihn das schon oft total auf den Sack gegangen ist dass ich wegen Kleinigkeiten so ausflippen kann. Er wird dann auch aggressiv was das ganze für mich (uns) noch schlimmer macht und wir Streiten. Mir brauch nur etwas umfallen, etwas klappt nicht gleich oder ich stoße mich dann legt sich bei mir ein Schalter um und ich könnte absolut ausrasten. Bin ich alleine fliegen gerne mal Smartphones (!) oder auch andere eigentlich geliebte Sachen durch die Gegend. Gerne trete, schlage oder boxe ich gegen Türen, Wände und was sonst gerade in der Nähe ist (keine Sorge, verletzt habe ich noch niemanden). Es ist wirklich als würde Hulk aus mir ausbrechen.
    Der Anfall legt sich aber auch schnell wieder wenn ich eine Zeit lang nicht mehr darüber nachgedacht habe. Wenn mein Freund dann doch mal einen Ausraster miterleben musste, tut es mir danach auch schrecklich leid und ich schäme mich auch ein bisschen dafür.

    Ich bekomme Probleme auf der Arbeit. Ich habe einen neuen Chef bekommen, der von mir den Eindruck hat als hätte ich defiziete in der Fähigkeit zu planen oder vorrausschauend zu denken - obwohl wir noch nichts mit einander zu tun hatten!!! Aufgrund verschiedener Vorfälle in der Vergangenheit wurde der neue Chef anscheinend von meinem alten Chef geimpft, nach dem Motto "Achtung die Frau *** hat Probleme Dinge zu Planen oder Projekte sinnvoll zu strukturieren bla bla bla.
    Unabhängig davon dass es mich ärgert dass man mir hintenrum so einen Stempel verpasst habe ich tatsächlich schwierigkeiten Dinge rechtzeitig zu erledigen. Ich brauche immer länger wie andere oder wie es geplant war. Meinem direkten Chef ist das schon oft aufgefallen weshalb es auch schon zu unangenehmen Gesprächen kam.
    Eigentlich könnte ich noch viele viele Beispiele schreiben. Mein Leben ist gespickt davon aber ich möchte eure Aufmerksamkeit nicht zu sehr strapazieren

    Ich kann es mir wirklich nicht erklären warum der Arzt nicht überzeugt ist. Depressionen und Angstzustände habe ich nicht schon immer, die ADHS-Symptome aber sehr wohl. Ich meine, ich erfinde das ja nicht, es hat mich extrem negativ in meinem Lebensverlauf beeinflusst. Mein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind gleich null (schon immer), vorallem nach der Diagnose "Kein ADHS".
    (Ich muss kurz erwähnen dass der Arzt mit mir beim Erstgespräch, stupide die Fragebögen abgearbeitet hat - ohne großartig zu hinterfragen. Ich konnte zu jedem Syptom ein Beispiel sagen, das wars. So ausführlich wie ich es oben beschrieben habe, konnte ich es garnicht sagen, alles ging schnell schnell. Ich dachte es käme zumindest noch ein psychologisches Gespräch oder so.. nix).
    Der Arzt sagte z.B., dass ADHSler häufig wechselnde Partnerschaften haben und es untypisch sei, dass ich eine feste Beziehung habe... what??
    Nur weil vielleicht 2 von 50 Gründen nicht zutreffen ist eine ADHS ausgeschlossen???
    Das mag ja sein mit ADHS und der Partnerschaft, aber ich habe ja oben geschrieben warum das bei mir so ist. Drauf eingegangen ist er nicht wie gesagt es ging alles im schnell schnell Verfahren.

    Was soll ich denn jetzt tun? Was würdet ihr tun?

    Ich komme mir total blöd vor.

    Soll ich etwas hinterher rennen was es angeblich nicht gibt? Soll ich eine zweite Meinung einholen? Ich will nicht den Eindruck erwecken, als möchte ich mir die Diagnose erbetteln oder mir eine Ausrede suchen. Ich bin mir aber zu 95% sicher dass es ADHS ist. Auch nachdem ich mir hier wieder einige Threads im Forum angeschaut habe...


    Verzweifelte Grüße
    Leeloo

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 191

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Leeloo schreibt:
    Hallo zusammen,

    ich bin ziemlich verzweifelt. Ich habe schon bei meiner Vorstellung hier im Forum kurz erwähnt, dass mir der Arzt nach nach der Analyse sagte, dass er nicht sagen kann, ob es wirklich ADHS ist.

    Ich will versuchen mich kurz zu fassen. Ich weiß der Text ist lang und es ist schwierig das zu lesen, ich hoffe aber jmd kann sich trotzdem ein Herz fassen und das ganze mal als Betroffener begutachten.
    Gerne möchte ich kurz meine Geschichte erzählen und wäre für eine offene, ehrliche Einschätzung von euch betroffenen sehr sehr dankbar. Von wem könnte ich eine bessere Einschätzung bekommen, als von euch.
    Hallo Leeloo,

    Deinen Beitrag musste ich einfach kommentieren, da mir sehr viel aus Deinem Leben sehr bekannt vorkommt.
    Allerdings sind ADHSler nicht unbedingt neutral bei der Beurteilung. Wir neigen häufig dazu in vielen Menschen ein ADHS Problem zu sehen

    Leeloo schreibt:
    Also, der Arzt sagte, dass ich zwar sehr viele kriterien einer ADHS erfülle, allerdinghs hätte ich auch in dem Bogen in dem auf Depressionen geprüft wird, viele "ja" Antworten angekreuzt, was auf mittelschwere Depressionen hinweist. Da ich gelegentlich auch unter Angstzuständen (Panik) leide, sagte er, dass meine ADHS-Symptome auch durch diese Depressionen/Angst ausgelöst werden können. (Dabei lese ich überall, dass es sich hierbei um komorbiditäre Begleitscheinungen handeln kann - Wie jetzt, je nach Laune des Arztes das Huhn oder das Ei?)
    Eine ADHS würde er an dritter, oder vielleicht vierter Stelle vermuten und ich solle einen Psychologen wegen der Depressionen aufsuchen. (BTW: EKG, EEG, IQ-Test: ist alles in Ordnung und unauffällig)

    Ich war mir so sicher den Ursprung allen Übels gefunden zu haben, stattdessen fühle ich mich jetzt absolut nicht ernst genommen und total missverstanden.
    Ich glaube Dir das sehr. Nach so einem Urteil und der Hoffnung die man in eine Antwort auf seine Fragen stellt, ist man noch niedergeschlagener als vorher. Aber Kopf hoch! Ist der Arzt ein Fachmann für ADHS? Kennt er sich ausreichend mit der Thematik aus. Nicht jeder Psychiater / Psychologe ist geeignet. Schau in das Ärzte/Klinik-Verzeichnis und eventuell machst Du einen Termin bei einer Stelle, die sich auskennt. Denn viele der Symptome sprechen dafür, und ein ADHS kann durchaus der Grund für Deine Begleiterkrankungen sein. Habe häufig das Gefühl Psychiater schieben alles gerne erst mal auf Depressionen. Sind denn auch spezielle ADHS Fragebögen dabei gewesen? Wender Utah o.ä.?

    Leeloo schreibt:
    Ich muss ehrlich sagen; ich kenne mich besser!
    Diese Symptome begleiten mich schon seit meiner Kindheit. Ich war aber eher die verträumte, auch wenn in meinen Grundschulzeugnissen sowas steht wie "..neigt zu impulsiven aüßerungen und Handlungen..", ".. wirkt zerstreut, unruhig und unkonzentriert, braucht viel Zuwendung..". Ich erinnere mich dass ich es immer schwer hatte mit dem Unterrichtstoff - z.B. Mathe (oh gott). Ich dachte immer mit mir stimmt was nicht - ich bin total blöd.
    Wurden die Zeugnisse beurteilt bei deinem Termin? Das sind schon sehr eindeutige Zeichen für ein ADHS!

    Leeloo schreibt:
    Kurz zum Schulischen verlauf:
    Meine Schulzeugnisse sind ein einzige Katastrophe. Ich lag immer so im 4er Bereich (auf der Hauptschule). Richtung Pubertät wurde es immer schwieriger und die Versetzung wurde mit Jahr zu Jahr schwieriger.
    Letzentlich bin ich sitzen geblieben, auch mein Abschluss habe ich nicht geschafft und ich habe ohne Schulabschluss die Schule verlassen..
    Ich erinnere mich dass ich in Sachen (kreatives) Schreiben und Zeichnen immer besser war wie die anderen und meine Lehrerin immer sauer auf mich war weil ich Sachen nicht rechtzeitig abgegeben hatte, oder Blätter verschmiert oder zerissen abgegeben hatte und ich dadurch die ein oder andere Chance verpasst habe (lt. Lehrerin).
    Nicht nur meine Sachen, sondern auch ich war immer sehr ungepflegt. Mit 11 habe ich angefangen zu rauchen. (Mitte zwanzig litt ich auch mal an einer Essstörung und einer Zwangsstörung, war aber nur von kurzer Dauer).
    Auch Essstörungen und Zwangsstörungen können Begleiterkrankungen sein. Die Indizien nehmen zu. Kreative Höchstleistungen sind unter uns nicht selten bei parallel auftretenden schulischem Versagen.


    Auf der Berufsschule habe ich (nach 2 Anläufen und einer Sonderregelung meinen Hauptschul - und anschließend meinen Realschulabschluss gemacht (mittelmäßig bis gut), am Fachabi bin ich trotz Ehrenrunde gescheitert.
    Trotzdem Erfolgserlebnisse! Glückwunsch. Doch auch das schliesst ein ADHS nicht aus

    Durch zufall bin ich an meine jetzige Arbeitsstelle geraten und konnte dort (mit Ach und Krach) eine Ausbildung im IT-Bereich (mit mittelmnäßigem Abschluss) beenden. Wärend meiner Ausbildung war ich ständig Krank (meistens Grippe) da durch den Stress (und der unglaubliche Druck von Betrieb und Schule) mein Immunsystem geschwächt war. Einmal hatte ich sogar eine Gürtelrose, der Arzt meinte das kommt in dem alter meistens vom Stress ich solle langsamer machen).
    Daher dachte ich bis vor kurzem noch, ich sei einfach nur faul und doof (wurde mir ja auch oft genug gesagt). Durch Zufall bin ich dann im Internet auf einen Artikel zum Thema ADHS gestoßen und ich dachte "das gibts doch garnicht" und habe mich in fast allen Punkten wiedererkannt.
    Mit dem Wiedererkennen ist es vielen von uns ergangen. Juchu! Du bist nicht allein Es gibt noch mehr Aliens .... Eine Ausbildung im IT-Bereich (Mich eingeschlossen FISI ) ist für ADHSler sehr typisch, neben Ausbildungen im sozialen Bereich (Helfersyndrom, Sinn für Arbeit finden wollen).

    Was mir besonders zuschaffen macht ist das extrem schlechte Gedächtnis, die fehlende Konzentration, die nervosität und diese unglaublichen Wutausbrüche (kennt Ihr Hulk?).
    Was hast Du noch mal gesagt ... ?!?! und ja ... Hulk kenne ich bzw. meine Frau sehr gut! Erst mit Medis gelingt es mir in solchen Situationen mich besser zu erkennen und rechtzeitig einzulenken.


    Hier mal ein paar beispiele wie sich das ganze im Altag bemerkbar macht:
    Ich schaffe es nicht ein Buch zu lesen, es langweilt mich zu tode etwas zu lesen (oder lesen zu müssen) was mich nicht ineressiert, es fühlt sich sogar schon wie Stress an und ich spüre wie sich etwas total in mir sträubt. Abgesehen davon ist es eine fast unmögliche Aufgabe für mich, mir zu behalten was auf einer Seite - geschweige dem einem Kapitel - geschehen ist. Ich komme unten auf der Seite an und merke dass ich zwar Buchstaben und Wörter gelesen habe, aber meine Gedanken wärenddessen ganz wo anders waren, demnach weiß ich natürlich auch nicht, was gerade auf dieser Seite passiert ist.
    Entweder habe ich mich nicht konzentriert, oder ich habe vergessen was dort stand.
    Hast Du in meinem Tagebuch geblättert? Ich dachte Du liest nicht gern. Nein ehrlich. Hört sich an, wie eine Kopie von mir. Außer es interessiert mich brennend, da kann ich schon mal vergessen, dass ich eigentlich gerade aufs Klo wollte ...

    Wenn mir jmd etwas erzählt (z.B. ein Sachverhalt erklären will) ist es wie beim lesen, nach kurzer Zeit sind meine Gedanken wo anders, aber ich merke es nicht - erst wenn der gegenüber mich fragt "was meinst Du dazu" oder wenn er einfach fertig ist, merke ich "oh sch... du hast wieder nicht zu gehört" - mir ist es aber auch dann zu peinlich noch mal darum zu bitten mir alles noch mal zu erklären. Dann kommt es schon mal vor dass ich nicke und zustimme obwohl ich garnix klappiert habe. Traue ich mich aber doch zu fragen, habe ich dann schnell den Stempel "ich interessiere mich nicht, bin doof, oder faul".
    Das sind Überlebensstrategien eines ADHSlers. Im Fachjargon Kompensationsmechanismen.

    Ich habe kein richtiges Hobby, erst kann ich Feuer und Flamme sein, dann verliere immer sehr schnell das Interesse an etwas, oft auch, bevor ich es überhaupt angefangen habe. Deshalb verspüre ich eigentlich immer eine unausgefüllte leere in mir (Ich vermute dass es u.a. daher kommt).
    Kenne ich. Habe lange viel Zeit und Geld geopfert, um etwas zu finden was mich noch nach Jahren fesselt, weil es immer wieder Neues gibt: Fotografieren von Naturereignissen (Polarlichter, Gewitter, Sonnenuntergänge, Halos, Nachtwolken ...)
    Nebenbei war ich Geocacher, Tischtennisspieler, Fussballer, Klettermax, Radfahrer, Sprachgenie, Programmierer, Computerspieler, Gitarrenspieler, Eventplaner, ...... Die Liste wird lang!
    Dennoch nenne ich es nicht leere, sondern eine Angst die Zeit zu verschwenden, was mich letztendlich lähmt.

    Ich bin froh wenn mein Freund da ist, da ich alleine mit mir überhaupt nichts anzufangen weiß. Wenn ich alleine bin und um mich rum ist es still, nichts passiert dann denke ich über alles mögliche nach, so intensiv dass mich die Gedanken nicht mehr loslassen wollen. Bei der Vorstellung daran, dass ich alleine leben müsste, hätte ich schreckliche Angst dass ich verrückt werden würde (erklärt vllt. einen Teil meiner Angstzustände?). Das ist auch der Grund warum ich Abends nicht einschlafen kann, ich liege wach und überlege und überlege. Am besten kann ich vor dem TV einschlafen - entweder weil es total langweilig ist, oder es mich von meien Gedanken ablenkt. Ein Hobby oder eine Beschäftigungsmaßnahme wären wahrscheinlich sehr hilfreich für mich, aber wie ich oben schon geschrieben habe, gibt es eigentlich nix was mich auf Dauer interessiert oder dauerhaft bei Laune halten kann.
    Da bin ich das Gegenteil (zum Teil). Ich liebe meine Frau und bin froh, dass wir uns nach langer Zeit so gut verstehen wie noch nie! Aber: Ich mag auch, wenn wir beide mal etwas Zeit für uns haben. Das ist mir sehr wichtig, um nicht dem permanenten Druck ausgesetzt zu sein, alles richtig machen zu wollen. Ich kann es nicht ertragen etwas falsch zu machen.
    Abends schlafen ist so ein Ding. Da ich noch an einer Muskelschwäche leide, macht mein Körper manchmal einfach schlapp. Dann schlafe ich vor Erschöpfung ein, und wache morgends fix und alle wieder auf!


    Wenn ich nicht gerade in Gedanken bin, dann zapple ich immer mit den Beinen (z.B. beim TV gucken auf der Couch, Abends im Bett, in einer Besprechung). Das zappeln gibt mir das Gefühl als könnte ich einen Teil meiner Inneren Unruhe nach außen leiten und "ablassen". Wenn ich nicht zapple dann fühle ich manchmal ein unglaublich lästiges Kribbeln und ich werde total unruhig (wie z.B. bei Restless-legs).
    Öhm ja .. das haben wohl viele ADHSler. Mich eingeschlossen. Ganz schlimm ist telefonieren mit Sitzen bleiben. Muss einfach herumrennen beim telefonieren.

    Weshalb ich mich auch schon für verrückt gehalten habe: Diese unbändige Wut.
    Wenn mein Freund da ist versuche ich mich zu beherrschen um Streit zu vermeiden, weil ihn das schon oft total auf den Sack gegangen ist dass ich wegen Kleinigkeiten so ausflippen kann. Er wird dann auch aggressiv was das ganze für mich (uns) noch schlimmer macht und wir Streiten. Mir brauch nur etwas umfallen, etwas klappt nicht gleich oder ich stoße mich dann legt sich bei mir ein Schalter um und ich könnte absolut ausrasten. Bin ich alleine fliegen gerne mal Smartphones (!) oder auch andere eigentlich geliebte Sachen durch die Gegend. Gerne trete, schlage oder boxe ich gegen Türen, Wände und was sonst gerade in der Nähe ist (keine Sorge, verletzt habe ich noch niemanden). Es ist wirklich als würde Hulk aus mir ausbrechen.
    Der Anfall legt sich aber auch schnell wieder wenn ich eine Zeit lang nicht mehr darüber nachgedacht habe. Wenn mein Freund dann doch mal einen Ausraster miterleben musste, tut es mir danach auch schrecklich leid und ich schäme mich auch ein bisschen dafür.
    Hallo? Hast Du bei unseren Streits zugesehen und es mir nachgemacht? Niemals verletze ich jemanden! Aber in unserer Wohnung findet man einige Artefakte meiner Ausbrüche. Leider. Bereue es hinterher so sehr! Nur leider hat meine Frau halt manchmal so Ihre Probleme, wenn Sie selber gestresst ist, auf meine besonderen Umgangsweisen in Konflikten einzugehen. Das heisst es ist sehr wichtig, dass Sie sich kompromissbereit hingibt, und nicht direkt nur mit Vorwürfen daherkommt.

    Ich bekomme Probleme auf der Arbeit. Ich habe einen neuen Chef bekommen, der von mir den Eindruck hat als hätte ich defiziete in der Fähigkeit zu planen oder vorrausschauend zu denken - obwohl wir noch nichts mit einander zu tun hatten!!! Aufgrund verschiedener Vorfälle in der Vergangenheit wurde der neue Chef anscheinend von meinem alten Chef geimpft, nach dem Motto "Achtung die Frau *** hat Probleme Dinge zu Planen oder Projekte sinnvoll zu strukturieren bla bla bla.
    Unabhängig davon dass es mich ärgert dass man mir hintenrum so einen Stempel verpasst habe ich tatsächlich schwierigkeiten Dinge rechtzeitig zu erledigen. Ich brauche immer länger wie andere oder wie es geplant war. Meinem direkten Chef ist das schon oft aufgefallen weshalb es auch schon zu unangenehmen Gesprächen kam.
    Mache in meinem Job etwas, dass mich eigentlich interessiert. Daher sind die Ergebnisse eigentlich super. Nur manchmal geht mir die Lust wieder verloren, wenn ich über den Sinn des ganzen grübel.

    Eigentlich könnte ich noch viele viele Beispiele schreiben. Mein Leben ist gespickt davon aber ich möchte eure Aufmerksamkeit nicht zu sehr strapazieren

    Ich kann es mir wirklich nicht erklären warum der Arzt nicht überzeugt ist. Depressionen und Angstzustände habe ich nicht schon immer, die ADHS-Symptome aber sehr wohl. Ich meine, ich erfinde das ja nicht, es hat mich extrem negativ in meinem Lebensverlauf beeinflusst. Mein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind gleich null (schon immer), vorallem nach der Diagnose "Kein ADHS".
    (Ich muss kurz erwähnen dass der Arzt mit mir beim Erstgespräch, stupide die Fragebögen abgearbeitet hat - ohne großartig zu hinterfragen. Ich konnte zu jedem Syptom ein Beispiel sagen, das wars. So ausführlich wie ich es oben beschrieben habe, konnte ich es garnicht sagen, alles ging schnell schnell. Ich dachte es käme zumindest noch ein psychologisches Gespräch oder so.. nix).
    Der Arzt sagte z.B., dass ADHSler häufig wechselnde Partnerschaften haben und es untypisch sei, dass ich eine feste Beziehung habe... what??
    Nur weil vielleicht 2 von 50 Gründen nicht zutreffen ist eine ADHS ausgeschlossen???
    Das mag ja sein mit ADHS und der Partnerschaft, aber ich habe ja oben geschrieben warum das bei mir so ist. Drauf eingegangen ist er nicht wie gesagt es ging alles im schnell schnell Verfahren.
    Wie gesagt: Viele Dinge sprechen für ein ADHS. Mit meiner Frau bin ich seit 10 Jahren verheiratet! Kein Ausschlusskriterium! Nun bin ich kein Fachmann, aber ich würde mich mit der Aussage nicht zufrieden geben. Suche Dir einen Experten und gehe Deine Probleme an. Ein unbehandeltes ADHS ist meistens sehr belastend.

    Was soll ich denn jetzt tun? Was würdet ihr tun?
    Noch eine zweite Meinung einholen, da Du ja auch nicht gehört hast: Ein ADHS ist es auf keinen Fall!

    Ich komme mir total blöd vor.
    Damit stehst Du leider nicht alleine da. Gerade in dieser Phase.

    Soll ich etwas hinterher rennen was es angeblich nicht gibt? Soll ich eine zweite Meinung einholen? Ich will nicht den Eindruck erwecken, als möchte ich mir die Diagnose erbetteln oder mir eine Ausrede suchen. Ich bin mir aber zu 95% sicher dass es ADHS ist. Auch nachdem ich mir hier wieder einige Threads im Forum angeschaut habe...
    Bleib dran! Ich würde fast sagen, dass ich einen Besen fresse, wenn es kein ADHS ist. Dafür kommt mir einfach zu viel so sehr wie Musterbeispiele aus Lehrbüchern vor

    Verzweifelte Grüße
    Leeloo

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Mein ADHS-Arzt hat mir gesagt, dass man nicht sicher eine ADHS-Diagnostik durchführen kann, wenn derzeitig eine aktive Depression vorliegt. Vielleicht erstmal die Depression behandeln lassen und dann noch mal zu einer Diagnostik gehen.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 191

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    creatrice schreibt:
    Mein ADHS-Arzt hat mir gesagt, dass man nicht sicher eine ADHS-Diagnostik durchführen kann, wenn derzeitig eine aktive Depression vorliegt. Vielleicht erstmal die Depression behandeln lassen und dann noch mal zu einer Diagnostik gehen.
    Das stimmt. Aber in diesem Fall zeigt sich leider deutlich, dass Probleme schon seit der Kindheit bestehen und sich wie ein roter Faden durch das Leben ziehen. Wenn Aussagen über Schulzeugnisse oder Elterninterviews nicht möglich sind, sondern man sich nur auf die aktuelle Prolematik stützen kann, ist eine Diagnose m.E. nicht möglich.
    Doch hier scheint das Huhn eher ein ADHS zu sein. Achtung: Nur meine Meinung, keine Diagnose!

    Und wenn man sich nicht um das Huhn kümmert, werden immer wieder neue Eier gelegt

    LG Andre´ aka schwedenfan

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Sehe ich ja genauso, aber die Diagnostik umfasst eben auch das Jetzt, und da ist eine aktive Depression ein Ausschlusskriterium, das ist nunmal (manchmal leider)so. Ich denke der Arzt hat sich genau darauf berufen. Die müssen sich ja auch an Vorgaben halten. Ich würde ihn dahingehend nochmal befragen, ob ein Test nach der depressiven Symptomatik oder einer Depressionsbehandlung möglich ist.

  6. #6
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    also was sagt dein Zeugnis aus ,wenn nicht ADS/ADHS ...so genau stehts wohl bei den wenigsten .

    und ich bin seit 13 Jahren verheiratet und 16 Jahre sind wir schon zusammen ....ja sowas ist auch bei ADS/ADHS möglich ,wenn auch schwer

    und ich habe auch Depressionen ,deswegen hat sie auch nicht an ADS gezweifelt,sie konnte mir nur nicht sagen ob es ADS oder ADS gemischt ist,da sei sie sich nicht sicher.

    also ich hatte meinen Tipp für diese ADS-Psychiaterin von einemKinder/Jugend-psychiater der sich mit ADS befasst ...vielleicht kannst dir da mal einen Arzt empfehlen lassen ?

    hast du diesem Arzt denn auch die Zeugnisse gezeigt? von der Schulzeit erzählt wegen Konzentrationsmangel usw

  7. #7
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Also ich war leicht depressiv, aufgrund unentdecktes und unbehandelten Ad(h)s und ich würde an deiner Stelle zu einer Universität gehen, die sind da oft experten, gibt es den eine Uni Stadt in deiner Nähe, die das anbietet ? Notfalls anrufen und nachfragen

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    So, wie du das beschreibst, hat der Doc nicht gesagt, dass du kein ADHS hast, sondern dass er es im Moment micht eindeutig feststellen kann. Er hat sehr wohl gesehen, dass es dir schlecht geht. Was hat er denn als Behandlung vorgeschle?

    Bei mir war es ähnlich wie bei creatrice: erst musste die Depression einigermaßen im Griff sein, dann wurden weitere Tests gemacht, bei denen dann mehr für als gegen ADHS sprach...
    Vielleicht ist erstmal eine Krankschreibung und der Beginn einer medikamentosen Behandlung der Depression sinnvoll? Du kannst dir ja auch jetzt schon einen Therapeuten suchen, der auch Ahnung von ADHS hat. Die Wartezeiten sind da sehr lang.

    Vielleicht machst du einfach noch einmal einen Termin bei dem Doc und fragst,wie er das alles gemeint hat? Dabei musst du dir auch nicht blöd vorkommen, die kennen das, das die Patienten beim ersten Mal nicht alles aufnehmen können.

    LG Trine

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 214

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Liebe leeloo,

    bis auf Abweichungen in der beruflichen Laufbahn könntest du mein Leben beschrieben haben.

    Besonders diese unbändige Wut kenne ich zur Genüge...
    Meine Kinder leider auch, besonders die kleinere Tochter ist da mein Ebenbild. Ich sag nur: Eingeschlagene Haustür(scheibe)... Wobei ich auch schon einige Türen und eine Leichtbauwand ramponiert habe.

    Eine waschechte Depression hatte ich letztes Jahr auch. Es kam einiges zusammen, irgendwann lief das Fass einfach über. Am Ende war ich elf Wochen stationär im KH. Danach kam bei mir der ADHS-Verdacht erneut auf. Ich hatte die Idee schon mal vor ein paar Jahren, aber wieder verworfen. Weil ich ja doch irgendwie funktionierte.

    Danach habe ich mich in der LWL in BO testen lassen.



    Gruß
    Mary

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Man weiß nicht ob es ADHS ist..

    Hallo ihr lieben,

    danke für die vielen hilfreichen Antworten. Schon allein durchs zuhören und durch euer Verständnis habt ihr mir schon sehr weiter geholfen!!! Danke!
    Ich habe heute den Arztbrief gelesen den der Doc meinem Hausarzt geschickt hat. Dazu sage ich aber gleich noch was.

    Abklären lassen habe das ADHS in der örtlichen Klinik für Psychatrie und Psychotherapie - man könnte also meinen die haben Ahnung ;-)

    Die Zeugnisse hat sich der Arzt auch angesehen.

    Der Arzt hat mir zu einer Therapie zur Behandlung meiner Depressionen geraten.

    @ schwedenfan:
    Schön dass Du so ein tolles Verhältnis zu Deiner Frau hast. Ich liebe meinen Freund auch sehr - keiner versteht mich so wie er das gibts nicht oft. Am Anfang war es schlimmer, da habe ich sehr geklammert - mittlerweile geht es, aber trotzdem fällt es mir immer noch schwer mich alleine zu beschäftigen.

    Zum Arztbrief:
    War heute wegen was anderem beim Haussarzt, der sprach mich auf den Arztbrief wegen der ADHS an den er heute bekommen hatte. Ich habe ihm erklärt warum ich mit der Diagnose nicht zu frieden bin. Er hat mir dann eine Ärtztin für Psychiatrie und Psychotherapie empfohlen die sich wohl mit sowas auskennt. Dort werde ich mich morgen gleich mal melden.
    Zuhause habe ich dann den Brief gelesen:

    Ganz unten steht dass keine Anzeichen einer ADHS im Kindesalter vorliegen, und demnach kein ADHS im Erwachsenenalter bestehen kann.

    Das erklärt, warum er die Depressionen für die Ursache hält - das habe ich jetzt verstanden.

    Aber: auch wenn in meinem Zeugnis wie ganz oben schon geschrieben steht "impulsiv, unkonzentriert, unausgeglichen, usw." erinnere ich mich ganz genau, dass ich immer die stille, in mich gekehrte Träumerin war. So steht es auch in der Fremdanamnese (Bruder). Und wie ich in vielen Artikeln gelesen habe, hat man raus gefunden, dass es sich bei Mädchen häufiger genau so zeigt... wie z.b hier:

    ADHS bei Jungen und Mädchen

    oder hier:

    Häufig gestellte Fragen | AG ADHS

    oder bei Google "ADHS Mädchen" eingeben.

    Ich habe gerade das Zeugnis noch mal raus gekramt. Im Zeugnis 1992/1993 steht u.a. "Meist war sie zurückhaltend und in sich gekehrt. Sie brauchte viel Zuwendung , Häusliche und schulische Unterstützung sind weiterhin sehr wichtig um ihr genügend Halt zu geben.." im Zeugnis 1993/1994 steht u.a.: ".. An manchen Tagen wirkte sie zerstreut und unasugeglichen. Dann neigte Sie zu impulsiven Reaktioinen und unüberlegten Äußerungen. Im Rechtschreiben sind mehr Konzentration und Übung dringend erforderlich.." Das war jetzt mal ein Ausschnitt, es stehen auch so Sachen drin dass ich unpünktlich zur Schule komme und meine Hausaufgaben regelmäßiger erledigen soll und unaufmerksam im Unterricht bin.

    Ich habe gelesen dass sich die Symptome mit der Zeit verschieben können. Es war und ist auch so, dass es sich mal deutlicher mal weniger deutlich zeigt. Mal macht es mir mehr mal weniger zu schaffen.


    Was haltet ihr jetzt von dem ganzen?


    Viele Grüße
    Leeloo

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