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Diskutiere im Thema Schaden durch Psychotherapie ? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    Schaden durch Psychotherapie ?

    Hallo,

    mich würde mal interessieren, welche Erfahrungen ihr mit Psychotherapie, Psychologen und sog. Coaches gemacht habt - besonders interessieren mich schlechte oder gar gefährliche Erfahrungen und woran man schlechte/gefährliche Therapeuten erkennen kann - und zwar bevor Schaden entsteht !

    Hintergrund ist, dass mich meine Psychologin innerhalb von ca. 10 Sitzungen in eine schwere Krise gestürzt hat, nachdem sie mich dazu gebracht hat, dauernd über meine Vergangenheit nachzudenken, mein ganzes bisheriges Leben in Frage zu stellen und auch noch behauptet hat, mein ADS sei zwar evtl. tatsächlich da, interessiere sie bei der Therapie aber nur nebenbei - meine Perönlichkeit müsse "ganzheitlich" verändert werden ....

    Dank ADS bin jedoch stur und habe die Therapie bei ihr abgebrochen.

    Ich meine, dass ein Therapeut die Persölichkeit des Patienten niemals von sich aus in Frage stellen darf.

    Auch meine ich, dass ich gerade durch das ADS in meinem Leben Erfolge gehabt habe, die ohne ADS nicht möglich gewesen wären ....

    Welche Psychotherapien sind also sinnvoll und welche schädlich ...? - und wie merkt man es rechtzeitig ...?

    Tut mir leid, wenn manches etwas wirr klingt, aber besser geht es momentan eben nicht.

    Weitere Einzelheiten findet Ihr bei meinem Vorstellungsthema.

    Danke und Grüsse,

    teddybaer

  2. #2
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Ich war in der Firma im Grossraumbüro total überfordert, wurde gemobbt und mein Selbstwertgefühl war im Keller - so dass ich den ganzen Tag eigentlich damit beschäftigt war, nicht loszuheulen.

    Ich hatte Anfang des Jahres dann eine Probestunde wegen einer Psychotherpaie.
    Die Frau hat vom 'kleinen tam' in meinem Inneren gesprochen und was der kleine tam doch in Wahrheit fühlt. Seine Bedürfnisse wären doch, das er sich gerne zurückziehen möchte. Da ich sowieso schon die volle Breitseite hatte, habe ich dann auch gleich mal (wieder) losgeflennt. Die Hölle.

    Unerfahren in der Psychotherapie und vom Hörensagen erfahren, dass eine Psychotherapie anstrengend ist, dachte ich erst einmal, das wäre wohl so.

    Zum Glück hatte ich ein paar Tage später eine Probestunde bei einer anderen Psychologin. Das Gespräch hatte ein aufklärenden Charakter. Danach hatte ich das Gefühl, es wurde gerade ein Grundstein für eine sinnvolle Therapie gelegt. Das war dann auch so, oft anstrengend, mir wurden meine Sichtweisen teilweise ganz schön 'um die Ohren gehauen' und durchleuchtet, aber immer in einem konstruktiven Sinne. Wenn mir mal ein Thema zu schwer gefallen ist, ist sie auf ein anderes übergegangen oder hat selber aus Ihren Erfahrungen darüber erzählt.

    Welche Psychotherapien sind also sinnvoll und welche schädlich ...? - und wie merkt man es rechtzeitig ...?
    O.K. dass erste war eine tiefenpsychologische Therapie, das zweite eine Verhaltenstherapie - ich wußte zu dem Zeitpunkt noch nicht, was jetzt für mich angesagt war.

    Eine tiefenpsychologische Behandlung in unserem Alter (bin 42) wird wohl auch weniger praktiziert. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird dort alles seit der Kindheit aufgearbeitet, womit ich bei einer Therapiestunde pro Woche dann wohl dieses Leben und anschließend in der Hölle auch noch weiter beschäftigt wäre.

    Aber selbst eine tiefenpsychologische Therapie damit anzufangen, den Patienten (Klienten?) voll runterzuziehen und vor allem nach ein paar Minuten zu wissen was mit einem los ist, sollte einen nachdenklich stimmen. Wahrscheinlich war die erste Psychologin sadistisch veranlagt.

    Nach meiner Erfahrung sollte man bei ADS eine Verhaltenstherapie machen - die eigenen Sichtweisen durchleuchten, ggf. geraderücken, schauen wie mit den eigenen Stärken und Schwächen am besten umzugehen ist.

    Man sollte nicht zu schüchtern sein auf jeden Fall bei ganz vielen Psychologen einen Termin für eine Probestunde zu machen. Ich sage dass, weil ich auch so einer bin, der zwei Probestunden vereinbart und sich denkt, oje, jetzt kann ich aber nicht noch mehr Psychologen unnötig Arbeit machen, was, wenn der erste oder zweite Termin schon passt? Dann muss ich ja bei den anderen anrufen und absagen und die müssen mich aus dem Terminkalender streichen...zum Glück hat sich meine Einstellung dahingehend auch geändert. Das die zweite Psychologin schon ein Volltreffer war, war echt Glück - und gleich anfangen konnte die Therapie auch, weil sie keine Warteliste hatte und den annahm, der sich gerade meldete, wenn wieder ein Platz frei wurde.

    Ansonsten alle verfügbaren Therapeuten in der Umgebung durchtelefonieren und überall auf die Wartelisten setzen lassen.

    Genauso, wie es wenig Sinn macht als erwachsender ADSler einen Psychiater aufzusuchen, der ADS im Erwachsenalter für nicht existent hält (damit mache ich mehr oder weniger gerade Erfahrung - hoffentlich geht es gut), macht es, glaube ich, auch wenig Sinn einen Psychologen aufzusuchen, den Dein ADS nicht interessiert.

    Was bitte will sie denn machen, um Deine Persönlichkeit ganzheitlich zu verändern? Und Du bist doch gar nicht dahin gegangen, weil Du Schwierigkeiten mit Deiner Persönlichkeit hast. Man sollte auf jeden Fall beim Therapeuten als mündiger Mensch wahrgenommen werden.

    Habe gerade noch Deine Vorstellung gelesen und kann den anderen Beiträgen nur zustimmen - zu dieser Psychologin nicht mehr hingehen.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Suche und der nächsten Therapie!
    Geändert von tam (19.10.2013 um 18:24 Uhr)

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Hallo tam,

    erst mal vielen Dank für Deine Tipps.

    Du hast Recht. Ich war tatsächlich zu wenig selbstbewusst, um bei mehreren Psycholgen parallel Termine auszumachen.

    Mein Fehler war, dass ich mich sofort auf die erste Psychologin eingelassen habe, die Zeit hatte ...

    Aber es ist wohl auch ADS - bedingt, dass mir schon bei dem Gedanken schwindelig wurde, meine ganze Story mehrfach mehreren Psychologen zu erzählen und auch Angst davor hatte, wenn dann jeder was anderes dazu sagt und ich dann noch wirrer werde ...

    Aber gezielte Verhaltenstherapie bezogen auf die ADS - Problematik erscheint mir schon sinnvoll. Ich werde beim nächsten Psychologen das schon bei der Terminvereinbarung klären, ob der das kann, will und auch mit mir umsetzt.

    Bei der bisherigen Psychologin hat sich ja erst nach mehreren Sitzungen herausgestellt, dass ihr die eigentliche ADS - Problematik entweder egal ist oder sie nix davon versteht.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Hallo teddybaer,
    meine Therapeutin ist auch keine ADHS-Spezialistin (aber lernfreudig), aber das kommt natürlich auf den Einzelnen an, ob es unbedingt einer sein sollte oder nicht. Es ist erstmal ok, wir reden trotzdem auch darüber.
    Gefunden hatte ich über google eine Seite, die hieß irgendwas mit 'Therapeutensuche'. Da kann man eine Postleitzahl (oder die Anfangszahlen) eingeben, und dann werden ganze Listen ausgespuckt in dem Großraum.
    Manchmal sind sogar Bilder dabei, es ist angegeben, ob Kassenpatienten angenommen werden oder nicht, und was ich am besten fand: in der rechten Spalte wurde auch angegeben, was die Einzelnen genau anbieten und machen, ob Tiefenpsychologie oder Verhaltenstherapie, Angststörungen, Burnout, Trauma, systemisch, hypnosetherapeutisch, EMDR, oder wie und was auch immer.

    Da habe ich mir erstmal (dauerte schon ein bisschen) eine Liste rauskopiert, von denen, deren "Machenschaften" mir gefielen und meinen Bedürfnissen am ehesten entsprachen, und hab mich dann erst ans Telefonieren gemacht.
    Wie gesagt, manchmal muss es allerdings ein Spezialist sein, da muss man dann wohl woanders suchen.

    Zweitens - ob es bei Psychoanalyse anders ist, weiß ich nicht. Und eine Veränderung wird wohl angestrebt werden, wenn man eine Therapeutenpraxis aufsucht, sonst könnte man sich das ja sparen. Und ganzheitlich muss erstmal nicht viel heißen, bedeutet ja eigentlich nur "umfassend", und alle Bereiche einbeziehend.
    Aber - grundsätzlich - solange Du nicht so am Boden bist, dass Dir außer "Helfen Sie mir" erstmal nichts einfällt, bist DU derjenige, der den Auftrag erteilt. Ohne diesen Auftrag, darf gar kein Therapeut überhaupt irgendwie an Dir "herummachen".

    Du stellst einen Arbeitsauftrag, und musst definieren, um was es Dir geht, auch in welche Richtung Du Dich weiterentwickeln möchtest.
    Es steht niemandem zu, Dir zu sagen, wo es lang zu gehen hat, oder einen Auftrag auszuführen, den Du nicht erteilt hast - das verstößt gegen das Therapeutengesetz.

    Von daher würde ich nach Deinen Erfahrungen schauen, ob ich mich bei jemandem wohlfühle, ob ich mitreden darf bzgl Ziel und Weg (immerhin gebe ICH ja den Auftrag zum Einsatz des Therapeuten), oder ob ich mich in eine Richtung gedrängt fühle, in die ich nicht möchte, oder die gerade nicht anliegt - also ob ich mich wohl fühle im Umgang miteinander, oder ob der Therapeut meint, er könnte sich seine Aufträge selber erteilen.
    Wenn ein Therapeut findet, dass dieses oder jenes angegangen werden sollte, hat er Dir das vorzuschlagen, und braucht Dein Einverständnis.

    Normalerweise wird in Therapien heutzutage bewusst darauf geachtet, etwaige Retraumatisierungen zu vermeiden. Inzwischen ist man soweit, einzusehen, dass das oft genug mehr Schaden anrichtet als zu helfen. Und es ist üblich, niemanden über brisante Themen mehr auszuquetschen als demjenigen recht ist, man darf sogar das Thema wechseln, wenn einem das grad lieber ist.

    Psychoanalytiker umgehe ich auch großräumig.
    (Aber ich weiß inziwsschen auch, dass ich "immer" recht hatte mit meinem Verdacht 'es kann nicht sein, dass Menschen erst dann "geheilt"werden können, wenn auch das letzte Monster aus dem Keller gezerrt und erschlagen ist.')

    Du hast die besten Aussichten, dass Dir das nicht so leicht wieder passiert.

    Viel Erfolg beim Finden!
    zammel

  5. #5
    Zotti

    Gast

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Hallo, ich persönlich finde ich wichtig, das ADS ernstgenommen oder akzeptiert wird. Ansonsten komme ich mit dem Arzt oder Therapeuten nicht klar.
    Ich habe seit ein paar Wochen zwei Bücher von Alice Miller gefunden in einem Bücherregal, wo Bücher verschenkt werden. Da steht auch viel über Therapeuten
    usw. Wenn ich mich erinnere ist das Bauchgefühl oder die Intution richtig. Man sollte sich wohlfühlen und verstanden. Allerdings steht auch drin, das vieles
    verdrängt wird und viele Therapeuten nichts in Verbindung bringen mit der Vergangenheit.
    Aber ich glaube, man muß selber wissen, was man wann bespricht, manchmal ist der Alltag wichtiger zu besprechen und wie man alles hinbekommt. Bei mir
    ist es im Moment so, daß ich erst jetzt anfange zu versuchen mit zu erinnern was früher war bezüglich Mißbrauch usw. Ich habe auch plötzlich solche Träume,
    die ich nie hatte.

    Ausgelöst wurde dies aber auch durch einen Termin und Behandlung durch einen Oesteopathen vor ein paar Wochen. Der fragte mich plötzlich ob ich mißbraucht
    worden bin. Da wurde mir plötzlich im Körper untenrum ganz heiß und ich war völlig perplex. Seitdem ist diese Thema aber da und darum habe ich wahrscheinlich
    auch diese beiden Bücher gefunden. Das eine heißt Abbruch der Schweigemauer und das andere Die Revolte des Körpers von Alice Miller. Sie war selber Therapeutin
    hat aber auch früher vieles falsch gesehen und im Laufe der Jahre erkannt. Sie schreibt auch, das natürlich viele Ärzte und Therapeuten Fehler machen und immer
    meinen ihre Methode wäre die richtige.

    Für mich sind diese Bücher jetzt die richtigen, ich habe auch schon viele Therapeuten gehabt und auch Ärzte usw. mit denen ich nicht zurechtkam und dann dachte
    ich immer, es liegt an mir. Dank dieser Bücher weiß ich jedoch, das es meine innere Stimme war und ich richtig gedacht und gefühlt habe.

    Gruß Zotti

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Erst mal Danke zammel und Zotti für Euere Beiträge!

    Ich habe jetzt nochmal einiges reflektiert und versucht, das Chaos in meinem Kopf bezüglich Psychotherapie zu strukturieren.

    Es ist halt so, dass ich in die Situation, wie sie jetzt ist, irgendwie reingerutscht bin.

    Ich will das mal genauer darstellen:

    Ich bin 45 Jahre alt und hatte bisher mit Psychologen und Psychotherapie überhaupt keine Erfahrung. Das ADS wurde bei mir erst in diesem Jahr diagnostiziert.

    Am Anfang lief es mit der Psycho-Tante auch gar nicht so schlecht; wir redeten über meine Alltagsprobleme und ich kam zu neuen Ansätzen.

    Wahrscheinlich ging das nur deshalb, weil ich mich anfangs weigerte, die ganzen Anamnesbögen, die sie mir gab, auszufüllen.

    Ich gebe zu, dass ich echt keine Lust hatte, die "gefühlten" 1000 Seiten (aber bestimmt 40 Seiten) überhaupt nur zu lesen, geschweige denn zu beantworten. Ich habe die Psych-Tante dann immer wieder vertröstet und z.B. so getan, als hätte ich die Bögen daheim vergessen usw.

    Ich wollte eben über meine Gegenwart und Zukunft sprechen und wie ich jetzt alles besser in den Griff und geregelt bekomme.

    Erst als die Psychologin sagte, dass sie mich nicht weiter behandeln wird, wenn ich die Anamnese-Bögen nicht ausfülle, habe ich mich dazu gezwungen, weil ich auch Angst hatte, wieder ohne Hilfe dazustehen .....

    Danach ging der Spuk los!

    Nur mal einige kleinere Beispiele über Themen, die mich nicht wirklich "treffen" (über die echt schlimmen Dinge kann ich momentan noch nicht schreiben):

    - Ich fahre nicht Aufzug, weil ich Angst habe, dass er stecken bleibt - aber das macht mir nix aus, dann laufe ich eben ....

    - Ich fahre mit dem Auto nicht auf die Autobahn, weil ich Angst vor einem Stau und einer Sperre habe (ich hätte in so einer Situation das Auto fast schon mal stehen lassen und wäre zu Fuss in den Wald gerannt) - mir mach das nix aus, ich vermeide eben die Autobahn ....

    - ich vermeide grosse Menschenansammlungen, aber ich leide nicht darunter ....

    - ich verlasse machmal tagelang das Haus nicht - aber ich habe dann eben keine Lust dazu und muss es auch nicht und fühle mich wohl daheim ....

    - .... usw. ....

    Ich weiss schon, dass das alles nicht "normal" ist, aber ich leide nicht darunter (ich weiss schon: Vermeidungsverhalten ...)

    Aber das sind eben nicht meine "Hauptbaustellen" - mir geht es darum, den Alltag in den Griff zu bekommen und dazu gehört bei mir weder die Autobahn noch der Aufzug oder der Zwang ein Rockkonzert besuchen zu müssen usw.

    Aber die Psychologin fand es offenbar spannender, an so was herum zu "behandeln" .....

    Oder daran, dass ich oft Regeln der Gesellschaft oder die gesellschaftlichen Formalitäten in Frage stelle (ich mag z.B. kein Weihnachten, kein Silvester, lege auf meinen Geburtstag keinen Wert und gebe nie die Hand - jeder soll seine Bakterien behalten ....)

    Als die Psychologin dann noch - auf Grund der Scheiss-Anamnesebögen - mein bisheriges Leben und Erfolge und meine Beziehung zu meinen Eltern und meiner Freundin in Frage stellte, kam es eben zum Zusammenbruch bei mir ....

    Sie hat hier in meinem Kopf alles durcheinander geschmissen und ich habe tagelang zum Aufräumen gebraucht, mit dem Ergebnis, dass jetzt alles wieder da ist, wo es vorher auch war, weil es da eben nix zum Aufarbeiten gab - und falls doch, dann will ich das jetzt nicht, weil meine Prioritäten wo anders liegen ! - nämlich in der Gestaltung meines Alltags und meiner Zukunft!

    Nur mal so als kleines abschliessendes Beispiel für die viele unnütz vergeudete Energie: Ich erzählte der Psycho-Kuh, dass ich beim Aufräumen auf ein Foto meiner verstorbenen Mutter stiess und erschrocken war. Jetzt hat die unter "erschrocken" gemeint, ich hätte ein Monster gesehen, aber das nicht gleich direkt so gesagt ... es hat erst mal gedauert, bis ich das begriffen habe .... und dann hat es wieder sinnlos Zeit und Energie gekostet, der Psycho zu erklären, dass ich unter "erschrocken" etwas anderes verstehe, nämlich überrascht und konfrontiert mit durchaus angenehmen Erinnerungen, wobei ich hierauf emotional nicht vorbereitet und deshalb erschrocken war.

    Das liest sich jetzt einfach, kostet aber viel Mühe und Energie, das so zu erklären - und die habe ich nicht ( Prioritäten !)

    Wer es geschafft hat, bis hierher zu lesen, versteht sicher auch meine Skepsis gegenüber Psychologen und meine insoweit abschliessende Frage:

    Soll oder muss man denn diese ganzen Fragen in sog. Anamnesebögen überhaupt (bzw. wahrheitsgemäss) beantworten, wenn man einen ganz klaren Auftrag an den Psychologen hat: Hilf mir, meinen Alltag mit ADS in den Griff zu bekommen und mache Verhaltenstherapie mit mir !!

    Meine ehemalige Psycho-Kuh meinte: ja! - denn sonst ist es "Coaching" - und das zahlt die Krankenvers. nicht .....

    So, ich habe jetzt viel über mich ausgepackt, mal schaun, was ihr sagt .....

  7. #7
    Zotti

    Gast

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Hallihallo, also das Wort Psycho-Kuh gefällt mir irgendwie nicht, doch irgendwie auch schon, es hört sich lustig an. Kühe sind aber sehr intelligente Menschen ähh, ich meine Tiere.

    Das mit den Bögen ausfüllen, ich persönlich habe da kein Problem mit, ich liebe es Fragebögen auszufüllen. Ich weiß aber von anderen ADSlern und auch Aspergern, das sie damit Probleme haben. Und auch ich hatte große Probleme die Bögen richtig auszufüllen, den ganz schnell kann ein Satz auch mal anders verstanden werden und wenn es nur nein und ja gibt, ist die Antwort falsch.

    Ich habe auch schonmal in der LWL Bochum bei meinem damaligen Ads-Spezialisten mit ihm zusammen seine selber gestalteten Fragebögen ausgefüllt. Und er hat solch langen Sätze geschrieben, das ich Probleme hatte, die Frage zu verstehen. Er hat sie mir dann 3mal erklären müssen. Das zu den Fragebögen. Und ich bin der Meinung, wenn ich Therapeutin wäre und wenn einer nun ADS oder andere Probleme hat, wo ist das Problem, das ich anbiete, gemeinsam mit dem Klienten oder heißt es Patienten die Fragebögen durchzugehen.

    Ansonsten könnte die Therapeutin überlegen mit dir zusammen, wer könnte dir dabei helfen. Denn ich selber habe meinem Sohn und einer ADS-Freundin auch bei den Fragen geholfen, sie hätten es alleine nicht geschafft. Mir machte es Spaß, und dem anderen war geholfen. Man muß nicht alles können, sonst bräuchte man ja keine Therapie.



    Das mit dem Händegeben, das kann ich verstehen, obwohl ich selber immer gerne die Hände gebe, habe da keine Ängste. Allerdings muß ich dazu sagen, Menschen die ich nicht so sympatisch finde, denen gebe ich dann auch nicht die Hand. Mein Asperger-Sohn ist auch so ähnlich und ich akzeptiere das. Wichtig ist, das man eventuell wenn man Menschen mag und ihnen nicht die Hände gibt, das kurz erklärt, das es nicht mit der Person zu tun hat.

    In Aufzügen fahre ich auch nicht gerne und schon gar nicht in so kleinen oder auch nicht, wenn sehr viele Leute drin sind. Da gibt es kein Gesetz, das man Aufzug fahren muß. Ich selber habe kein Auto, doch wenn ich mit meinem Partner über die Autobahn fahre, habe ich fast immer ein bißchen Angst. Auch das ist begründet, es passiert sehr viel und hier im Ruhrgebiet sind sogar in den letzten Wochen Menschen auf der Autobahn gestorben. Auch wenn man selber fährt, es kann immer was passieren. Ständig sehe ich auch als Fußgänger, das Autofahrer nicht blinken, es fällt mir immer öfter auf dadurch kann auch ein Unfall passieren. Auch dieses finde ich normal, es gibt eben Menschen, die mehr Ängste haben und auf der Autobahn finde ich das berechtigt. Ich habe keinen Führerschein, wahrscheinlich würde ich ständig Unfälle verursachen.

    Zwei meiner ADS-Freundinnen vermeiden auch so gut es geht auf der Autobahn zu fahren.

    Was war da noch, na ja, die Menschenmassen. Ich kann mich in kleinen Menschenmassen gut aufhalten, jedoch nicht in sehr großen und dann kommt es auch drauf an, wo und wie und welche Veranstaltung. Man denke nur an die Loveparade in Duisburg. Auch das kann berechtigt sein.

    Das in der Kindheit etwas vorliegt, kann ich mir jedoch vorstellen, allerdings muß es nicht ganz schlimm gewesen sein und es kann auch sein, das noch nicht der richtige Zeitpunkt da ist. Oja, was hab ich jetzt alles geschrieben. Also ich erinnere mich, du hattest geschrieben du gehst tagelang nicht raus. Mein Problem ist, ich bekomme meine Wohnung nicht mehr in den Griff, eben weil ich ständig rausgehe, ich müßte dringend mal ein paar Tage zu Hause bleiben, sonst schaffe ich es nicht alles zu sortieren und zu entrümpeln.

    Ich flüchte lieber immer woanders hin und helfe da.

    So nun erstmal Schluß, muß die Küche jetzt in Ordnung bringen, habe da so viele Fliegen, keinen Ahnung wo die herkommen.

    Gruß Zotti


    P.S. Gerade war mein Text verschwunden, seltsam, jetzt ist er da. Mir fällt noch ein, ich habe ein Buch, das heißt der Psychotherapieratgeber oder so ähnlich. Da sind auch auf einer Seite mehrere Sätze aufgeführt, woran man einen guten Therapeuten erkennt und worauf man achten soll. Soll ich das mal suchen das Buch und die Sätze hier aufschreiben. ????
    Geändert von Zotti (20.10.2013 um 18:30 Uhr)

  8. #8
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Hallo Teddybaer,

    Ich habe schon ihr auf der forum einiges horrogeschichten èber psychotherapien die schaden angerichtet haben... Daher,, ja, es kann passieren! Besonders ein mensch der so jemand sucht, ist schon selber verletztbar und braucht sehr viel einfèhlungvermégen um geholfen zu werden.

    Selber habe ich keine schlechte Erfahrungen gemacht, aber ich war immer sehr wàhlrisch... Passt mich jemand bei erste sitzung irgendwie nicht, kommeich nicht mehr. Ich habe immer aus mein bâchgefèhl reagiert und so bin ich bei denen geblieben wo ich der eindruck bekommen habe, sie können mich mindenstens zum Teil geben was ich jetzt brauche.

    Es gab viele Therapeuten die nichts über ADS wussten, aber sie haben mich geholfen. Gute therapeuten gehen auf der pateint wirklich ein wie er ist als mensch und lassen ihm entscheiden was er will, wie weit und macht nur ab und zu Vorschlägen...

    Ich hatte mal eine EMDR-therapeutin, die war wirklich super! Da es eine heftige Therapieform ist (traumatherapie), war sie auch sehr vorsichtig und hatte mich nie, wirklich nie gedrängt und immer gesagt, ich darf sofort sagen, wenn mich etwas zu viel ist... Sie hatte schon Vorschlägen gemacht, die gut waren, aber wollte ich etwas anders, war auch ok. Verständnisvoll war sie auch, was bei solche Themen echt wichtig ist...

    Wie du deine Therapeutin beschreibst, hat sie vielleicht eine Arbeitsweise die sich bei manche patienten sich bewährt aber bei dich war einfach nicht das richtige und es ist auch ihre Job sich an dich als patient anzupassen oder dich jemand anders überwiesen, wenn sie merkt, mit dich kann sie nichts anfangen (es kann geben!). Mich ist klar dass sie dich nicht nachvollziehen, verstehen konnte und daher dich auch nicht helfen kann.

    Mich verstanden fühlen und angenommen fühlen ist das erste was ich bei eine Therapeut suche und so was spüre ich rasch! Heute, muss diese Person dazu auch über ADS einiges wissen...

    Ich finde, Zotti sagt es gut: Bauchgefühl ist wichtig dabei.

    lg

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 67

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Zotti schreibt:
    P.S. Gerade war mein Text verschwunden, seltsam, jetzt ist er da. Mir fällt noch ein, ich habe ein Buch, das heißt der Psychotherapieratgeber oder so ähnlich. Da sind auch auf einer Seite mehrere Sätze aufgeführt, woran man einen guten Therapeuten erkennt und worauf man achten soll. Soll ich das mal suchen das Buch und die Sätze hier aufschreiben. ????
    also wenn teddy nicht drum bittet, würde ich das an der stelle übernehmen bin auch grad auf der suche nach einem therapeuten und stelle entsetzt fest: ich mach mir da zu wenig gedanken zwecks auswahl und co oO ich habs da wohl viel zu eilig...aber ich brauch auch schlicht einfach mal einen einstieg und schau dann obs passt. dabei würde mir der leitfaden sehr helfen.
    danke schonmal

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 351

    AW: Schaden durch Psychotherapie ?

    Ich hatte mal eine Therapeutin (VT) und ich fand sie ziemlich lange super. Nach einiger Zeit habe ich mich immer nach der Sitzung geärgert, dass ich bei Thema nicht bleiben kann und nicht weiter komme. Genauso hat mich geärgert, dass sie das alles mitmacht. Damals wußte ich noch nicht über mein ADHS. Ich bin trotzdem weiter zu ihr gegangen, ich mochte sie.

    Irgendwann hat sich Situation geändert und mein Befinden hat sich auch geändert. Sie blieb weiter so, wie sie war. Mir ging nach jeder Sitzung schlechter, so schlecht, dass ich krankgeschrieben wurde. Das war dann meine letzte Sitzung bei ihr. Meine Therapie habe ich auf AB abgesagt - nächste und die weitere, ich wollte keinen neuen Termin und ich wollte sie nicht mehr hören. Ich habe gerade neue Bewilligung über 25 Stunden bekommen, 2 davon habe ich un Anspruch genommen.

    Ein Aufenthalt auf Kriesenintervention Station blieb mir nicht erspart.

    Später habe ich Traumatherapie bei einer TP-Therapeutin gemacht. Dass ich ADHS habe wußte ich schon und diese Therapeutin meinte, dass die TP normalerweise wissen, dass ADHS lebenslang besteht. Im meinem Fall war das aber nicht Therapiethema. Sie hat mich sehr gut stabillisiert.


    LG
    Surre

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