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Diskutiere im Thema Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 9

    Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    Hallo Zusammen,

    wie bereits in meinem Vorstellungsthread angedeutet, habe ich mich mal hingesetzt und tabellarisch meinen Lebenslauf inkl. Diagnosen und Therapien aufgestellt (siehe Anhang). Hintergrund war eine Email an meine neue Ärztin, die mein vollstes Vertrauen genießt und mir nach drei Terminen und drei Fragebogen-Tests mitteilte, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass ich ADS habe und Sie daher Medikinet Adult eine Chance geben möchte.

    Begonnen haben wir mit 2x10 mg und sind nun nach ca. 8 Wochen bei 2X30 mg. Grundsätzlich bin ich nach wie vor unschlüssig, ob mir das Medikament mehr nützt oder mehr schadet. Wenn die Wirkung da ist, passts, leider ist der Zeitraum nur 2X 2 Std./Tag und das nach diesem Schema:

    08:00 Einnahme 30 mg nach Nahrungsaufnahme (zusammen mit 60mg Cymbalta)
    09:30 Wirkungseintritt
    11:30 Ende der Wirkung (ziemlich schlagartig)
    12:30 Einnahme 30mg nach Nahrungsaufnahme
    14:00 (deutlich schwächerer) Wirkungseintritt
    15:30 Ende der Wirkung

    In der Zeit um die Wirkung herum fühle ich mich vor allem körperlich ausgebrannt und müde. Die Wirkung selbst ist eine Mischung aus Beruhigung bzw. Ordnung der Gedanken und Antriebsschub. Insgesamt sehr mild aber ich kann die Uhr danach stellen. Ab und an habe ich kürzere deprimierte Stimmungsphasen, wenn die Wirkung nachlässt (Rebound).

    M. E. wäre bei meinem Stoffwechsel und Tagesrhytmus vermutlich ein solches Schema sinnvoll:

    08:00 Einnahme 20 mg nach Nahrungsaufnahme (zusammen mit 60mg Cymbalta)
    11:30 Einnahme 20 mg nach Nahrungsaufnahme
    15:00 Einnahme 20 mg nach Nahrungsaufnahme
    18:00 Einnahme 20mg nach Nahrungsaufnahme

    Ob ich 20 oder 30mg nehme macht keinen signifikanten Unterschied in der Wirkung.

    Dennoch habe ich zweifel, dass bei meiner Vorgeschichte Medikinet adult sinnvoll ist. Im Kern kämpfe ich mit unerklärlichen gefühlen von Angst und Depression, so dass ich die u. a. Medikamente für sinnhaftiger halte.

    Ich weiss, es ist alles recht spezifisch und schwer aus der Ferne zu beurteilen. Dennoch lege ich nicht zuletzt nach den Krebserkrankungen meiner Eltern großen Wert auf Forenmeinungen, die mir in beiden Fällen ärztliche Fehlentscheidungen aufgezeigt haben und so richtige Maßnahmen abgeleitet werden konnten.

    Daher würde ich mich über jede Meinung zu meinem Problem freuen.

    Hier noch die Email an meine Ärztin und die von mir recherchierten Medis:

    Sehr geehrte Frau Dr. XXX,

    in Vorbereitung unseres Termins am kommenden Montag, überreiche ich mit diesem Schreiben meine tabellarische Eigenanamnese und eine Aufstellung von Medikamenten, die aus meiner laienhaften Sicht „einen Versuch wert“ sein sollten.
    Hintergrund ist (neben Ordnung meiner Gedanken) die zunehmende Verschlechterung meiner körperlichen Verfassung (Müdigkeit, grippeähnliches Unwohlsein, Muskelerschöpfung) unter MPH. Kognitive Fähigkeiten und Aufmerksamkeit wurden zwar verbessert, jedoch in nur sehr begrenzten Zeitfenstern. Hinzu kommt – ebenfalls zunehmend – eine Wesensveränderung (z. B. Musikgeschmack, Interessen, etc.) welche mich eher verwirrt, und ich grundsätzlich unangenehm empfinde.

    Die negativen Schwerpunkte mit denen ich aktuell zu kämpfen habe sind (zum Teil nach wie vor):

    - Massive Tagesmüdigkeit
    - Frühmorgendliches Erwachen (körperlich erschöpft wie vor dem Schlaf)
    - Interessenlosigkeit
    - Sozialer Rückzug
    - Antriebslosigkeit
    - Allgemeines Angstgefühl ohne konkreten Trigger
    - Zum Teil Vermeidung von Alltagsaufgaben (z. B. Post öffnen, Aufräumen, Putzen, Einkaufen, zum Teil Körperpflege, etc.)
    - Vollständiger Verlust der Libido (bereits seit Jahren)

    In Summe, also leider kein Fortschritt gegenüber Cymbalta und Promethazin ohne MPH. Vor MPH, hatte ich zumindest eine gewisse innere Gelassenheit und konnte z. B. Freizeit genießen, und empfand meine Antriebslosigkeit eher als angenehm.

    Ich freue mich auf unseren Termin und hoffe, mit diesen Informationen gedient zu haben.

    Bei Rückfragen stehe ich selbstverständlich gern auch bereits vorab zu Ihrer Verfügung.

    Mit freundlichen Grüßen


    Folgende Medis habe ich ihr vorgeschlagen:

    Tianeurax SSRI haben in letzter Zeit eher die Zunahme der körperlichen Erschöpfung bewirkt. Interessant wäre, wie sich die beschleunigte Serotonin-Wiederaufnahme auswirkt. Nebenwirkungen sollen ebenfalls geringer sein. Ausgeprägte anxiolytische Wirkung
    Thombran Positive Auswirkung auf Libido, Verbesserung Schlafqualität, Anxiolytisch
    Buspiron Da ich vermute eine generalisierte Angststörung zu haben, und Buspiron hier besonders effektiv sein soll.
    Tiagabin Da ich folgenden Artikel interessant fand:
    Tiagabin zur Behandlung von Angststörungen
    So stellte Ninan erstmals Ergebnisse einer randomisierten, doppelblinden Vergleichsstudie mit 40 Patienten mit generalisierten Angststörungen vor: Die Responderrate (definiert als mindestens 50%-Reduktion auf der HAM-A-Skala) war unter Tiagabin (4–16mg/d; Ø 10mg/d) mit der von Paroxetin (20–40mg/d; Ø 27mg/d) vergleichbar. Allerdings profitierten die Patienten unter Tiagabin von einem rascheren Wirkeintritt bereits innerhalb von 1–2 Wochen nach Behandlungsbeginn. Die Nachfrage zu den Auswirkungen auf die Sexualität zeigte außerdem, dass bei den weiblichen Studienteilnehmern in mehreren Items unter Tiagabin deutliche Verbesserungen eintraten, wohingegen sich die sexuelle Zufriedenheit unter Paroxetin leicht bis deutlich verschlechterte.
    und depressiven Patienten mit begleitender Angstsymptomatik hin. In allen Studien bestätigten sich die gute anxiolytische Wirksamkeit von Tiagabin sowie die gute Verträglichkeit bei gleichzeitig signifikant positivem Einfluss auf die jeweilige Komorbidität. Auch als Add-on Medikation bei Patienten mit residuierender Angstsymptomatik unter bereits initiierter anxiolytischer Medikation (70% der Patienten erhielten einen SSRI) zeigte Tiagabin eine gute anxiolytische Wirksamkeit: 50% der Patienten erzielten unter der additiven Tiagabin-Gabe eine Remission ihrer Symptomatik. Darüber hinaus zeigten diese Studien, sofern Bestandteil der Evaluation, alle einen positiven Einfluss auf die Schlafqualität der Patienten.
    Tiagabin verbessert Schlafarchitektur und Schlafqualität
    Lamotrigin Hier konnte ich hinweise zur Wirksamkeit bei rezidiven therapieresisten Depressionen finden. Zudem besteht bei mir der Verdacht auf Zyklothymie
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  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    Hallo sodasofa ,

    ich hatte auch einen langen Leidensweg mit chronischen Depressionen und Versuche mit diversen Medikamenten hinter mir. Hast du bei deiner Medikamentenwahl
    auch die SNRIs berücksichtigt z. B. Venlafaxin, das hat nämlich bei mir fantastisch geholfen, habe dadurch wieder mehr antrieb und fühle mich auch wieder besser.
    Vorher hatte ich nur verschiedene SSRIs über einen längeren Zeitraum, die aber alle nichts gebracht haben.Ich will sie dir aber auch nicht madig machen, denn anderen
    haben sie tatsächlich geholfen. Das muss wohl jeder für sich selbst herausfinden welches Medikament besser ist. Ich kann hier nur meine eigenen Erfahrungen schildern.
    Hoffe ich konnte dir damit irgendwie helfen.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    hallo bright eyes,

    venlafaxin hatte ich bereits (siehe pdf) hat bei mir nach 8 wochen nichts gebracht, weshalb ich es wieder absetzen sollte.

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    Ohne jetzt Therapieempfehlungen aus der Ferne geben zu wollen. In so einem Fall finde ich es gefährlich Fatigue bzw. Erschöpfung und sozialen Rückzug mit Methylphenidat zu behandeln. Oder aber nun überhaupt eine pharmakologische Wunderheilung zu erwarten.

    Ich halte am Samstag in Mainz einen Vortrag zum unaufmerksamen Subtyp. In der Vorbereitung habe ich so Überlegungen gehabt, ADHS auch als Stressverarbeitungsstörung zu sehen. Und mal so zu tun, als ob es eine Fibromyalgie wäre.

    Bei Fibromyalgie sieht man beispielsweise den Schweregrad in Abhängigkeit von
    - kognitiven Beeinträchtigungen
    - nicht erholsamen Schlaf
    - Fatigue = Bleierndes Erschöpfungsgefühl
    - körperliche Zusatzsymptome wie Schwindel, Kofpschmerz, Bauchschmerzen

    Aber eben auch mehr oder weniger günstigen oder ungünstigen Bewältigungsversuchen (seit der frühen Kindheit).

    Anders ausgedrückt : Sowas wie Trauma / Bindungsstörungen in der Folge der ADS-Konstitution bzw psychischer Erkrankungen bis zur Selbstbetroffenheit der Eltern können dann neben den Regulationsstörungen von ADS bzw. der Primärsymptomatik von ADHS in der Folge ein Krankheitsbild auslösen, dass eben durch bestimmte Formen der Selbst-Stabilisierung gekennzeichnet ist.

    Entweder über Internalisierung , d.h. in sich selber zurückziehen mit Symptomen, sei es mal mit zwanghaften Bewältigungsversuchen oder aber eben dadurch, dass man Gefühle quasi runterreguliert und über Vermeidung von Kritik / aversiven Gefühlen reagiert.

    Das ist jetzt in wenigen Sätzen nicht zu schildern. Aber diese Folgen sind eben mit einer noch so ausgeklügelten Pharmakotherapie nicht in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil : Die Medikation wirkt dann "ent-täuschend", d.h. deckt die Täuschungen über die eigentliche Ursache auf. Es kommen dann die Kanalratten aus der Vergangenheit (zb. Blosstellungen in der Schule, Fehlende Unterstützung bzw. Empathie der Eltern etc) wieder hoch bzw. machen Unruhe und Angst. Was man aber fälschlich dem ADHS zuordnet.

    Es geht mir nicht darum, die Existenz von ADHS in Frage zu stellen. Sondern nur zu schildern, dass dann eben alle medikamentösen Behandlungsversuche eben nur kurzfristig was ändern, aber nicht wirklich nutzen.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    web4health schreibt:
    Es geht mir nicht darum, die Existenz von ADHS in Frage zu stellen. Sondern nur zu schildern, dass dann eben alle medikamentösen Behandlungsversuche eben nur kurzfristig was ändern, aber nicht wirklich nutzen.
    und was wäre dann die Lösung ?

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    ich glaube "lösung" gibt es demnach nicht. ich habe heute die uni klinik hier in muc angeschrieben und angefragt, ob sie sich einer differenzial diagnose annehmen würde. ich würd gern mal ohne vorbefunde komplett durchleuchtet werden. bestenfalls ganz ohne medi einfluss...

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    web4health schreibt:
    Anders ausgedrückt : Sowas wie Trauma / Bindungsstörungen in der Folge der ADS-Konstitution bzw psychischer Erkrankungen bis zur Selbstbetroffenheit der Eltern können dann neben den Regulationsstörungen von ADS bzw. der Primärsymptomatik von ADHS in der Folge ein Krankheitsbild auslösen, dass eben durch bestimmte Formen der Selbst-Stabilisierung gekennzeichnet ist.

    Entweder über Internalisierung , d.h. in sich selber zurückziehen mit Symptomen, sei es mal mit zwanghaften Bewältigungsversuchen oder aber eben dadurch, dass man Gefühle quasi runterreguliert und über Vermeidung von Kritik / aversiven Gefühlen reagiert.

    Das ist jetzt in wenigen Sätzen nicht zu schildern. Aber diese Folgen sind eben mit einer noch so ausgeklügelten Pharmakotherapie nicht in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil : Die Medikation wirkt dann "ent-täuschend", d.h. deckt die Täuschungen über die eigentliche Ursache auf. Es kommen dann die Kanalratten aus der Vergangenheit (zb. Blosstellungen in der Schule, Fehlende Unterstützung bzw. Empathie der Eltern etc) wieder hoch bzw. machen Unruhe und Angst. Was man aber fälschlich dem ADHS zuordnet.

    Es geht mir nicht darum, die Existenz von ADHS in Frage zu stellen. Sondern nur zu schildern, dass dann eben alle medikamentösen Behandlungsversuche eben nur kurzfristig was ändern, aber nicht wirklich nutzen.


    Die Medikation nützt aber eben doch was!
    Genau das, was du beschreibst erlebe ich gerade. Nur konnte ich ohne Medikation gar nicht die Bindung zu mir selbst aufbauen, wie du es sagst, eine Enttarnung war für mich trotz Therapien ohne MPH unmöglich.

    Sicher, die "Kanalratten" können nur mit Therapie aufgearbeitet werden, aber ohne Kanalratten (die Verbindung der Unter-/Innenwelt zur Aussenwelt) nützt Therapie herzlich wenig......
    Und eine ausgeklügelte Pharmakotherapie kann helfen die Kanalratten nicht gleich im Rudel nach aussen zu schicken, sondern sie schön einzeln und geordnet auszumerzen.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    Danke creatric für deine gut verständliche Erklärung

  9. #9
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    Leute, bitte vergesst nie, dass jeder Mensch anders ist als der andere. Und gerade das macht ja die Diagnosen und die richtigen Behandlungen auch soooo schwierig.

    Wenn man ein gebrochenes Bein hat, ist das leicht zu erkennen und (fast) jeder Arzt kann erkennen, was nun getan werden muss behandlungsmässig. Aber unsere Psyche dagegen genau zu erkennen und zu behandeln finde ich das Schwierigste überhaupt. Weil der Mensch die Fähigkeit hat, zu schwindeln - also Symptome weg zu lassen, weil man sich schämt - oder gar unter Eigenmedikation zu dem Arzt spricht (Gras rauchen oder Speed z. B.), was man aber dem Arzt verheimlicht - aus evtl. vorhandener Angst als Junkie da zu stehen.

    Oder aber gerade als ADHS-ler kann man sich (meistens) selbst ganz schlecht darstellen, weil man sich selbst nicht so sieht, wie es vielleicht Freunde/Familie sehen. Die Eigenwahrnehmung ist also bei vielen gestört oder verschleiert......was meiner Meinung nach nicht nur bei ADHS-lern so ist.

    Und da gerade viele Ärzte von ADHS bei Erwachsenen überhaupt keine Ahnung haben, Null - Nada - Nix, hören die sich also eure Geschichte an und verbinden eure Sätze mit dem, was sie schon oft bei Patienten mit Paranoia, Angststörungen, schwersten Depressionen etc gehört haben. Bingo sagen sie sich selbst....."Fall" gelöst.....mal ein paar AD's verschreiben und gut ist....

    Ein Arzt aber, der sich bestens mit dem Bild eines ADHS-lers auskennt, SIEHT und HÖRT richtig die Worte seines Patienten, kann also alles exakt diesem Krankheitsbild zuordnen...kann auch einen Unterschied erkennen, ob sein Patient Medis wie z. B. MPH nimmt oder nicht.....quasi vorher und nachher.....was natürlich auch mit diversen Tests wie z. B. der Konzentration machbar ist.

    Was ich eigentlich damit sagen möchte: Bitte sucht euch immer einen Spezialisten, der sich mit ADHS bei Erwachsenen auskennt. Ich weiss, dass das ganz ganz schwierig ist und selbst dann kann dieser Arzt doch keine Ahnung haben, obwohl er es sagt. Das ist wie ein 6-er im Lotto, hier den richtigen kompetenten Arzt zu finden, dem man auch ein wenig vertraut und wo man sich wohl fühlt.

    Seitdem Medikinet adult für Erwachsene zugelassen ist, habe ich den Eindruck, dass fast jeder Arzt, der BTM-Rezepte ausstellen darf und bei dem nur der leiseste Glaub-Schätz-Vielleicht-Verdacht auf eine ADHS besteht, das Medikinet adult verschreibt. Ohne richtige Diagnose im schlimmsten Fall. Ohne zu wissen, dass MPH - wie Web4health richtig sagte - eine Verschlimmerung des Ganzen hervor rufen kann. Der Patient fühlt sich deshalb zu Recht allein gelassen. Und das ist ganz ganz schlimm....

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: Seit Jahren in Behandlung und nun ADS - Mein Werdegang und eure Meinung

    Ich bin ja ein grosser Befürworter der Medikation. Nicht umsonst werde ich bei der ********-Fraktion als "Pillendoktor" beschimpft. Es geht mir also überhaupt nicht darum, Medikation bei ADHS in Abrede zu stellen. Sondern eben darzustellen, dass die Medikation eben auch typisch wirken muss.

    Leider führt die mangelnde Betreuung durch Ärzte dazu, dass viele Erwachsene ADHSler eben selber experimentieren (müssen). Was man dann zu lesen bzw. hören bekommt, sind quasi Pharmakologie-Vorlesungen über verschiedenste Wirkstoffe, Pharmakokinetik, Verstoffwechselung etc.
    Alles schön und gut, aber sie lassen ausser acht, dass ADHS eben fast nie allein kommt. Und eben die lebenslangen Folgen der frühen Irritationsmomente bzw. Traumata / Bindungsprobleme und komorbiden Wahrnehmungs- und Teilleistungsstörungen eben unter Medikation klarer werden. Aber damit auch stärker.

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