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Diskutiere im Thema Zweite Diagnostik - ja oder nein? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #81
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich wurde sagen auf jedem fall ja, unabhängig von eurem fall, an alle wurde ich es empfehlen!

  2. #82
    NorthLight

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich verstehe, was creatrice meint, und ich stimme ihr auch soweit zu. Aber ich bin nicht der Meinung, dass Probleme zwingend irgendwo erwähnt werden, egal wie auffällig sie sind.
    Das ist schlicht nicht möglich.

    Wenn ich von meiner eigenen Geschichte ausgehe, ich hatte wie schon mal erwähnt sehr deutliche Auffälligkeiten in meiner Gymnasialzeit und es tauchte nirgends auf. Gut, in dem Alter steht sowas nicht mehr auf Zeugnissen, aber auch sonst wurden die Probleme einfach weitesgehend mir überlassen.
    In meinem Elternhaus das gleiche.

    Jedenfalls, wenn man davon ausgeht, dass gerade viele mit der Diagnose BL Traumata aller Art erlebt haben, misshandelnde Elternhäuser inklusive, dann kann man sich denken wie sehr Sachen wie Vergesslichkeit dann noch auffallen. Oder Schulprobleme.

    In dem Punkt bin ich mir absolut sicher, dass sich der rote ADHS-Faden entweder arg versteckt und man ihn nur mühsam ausbuddeln kann, oder schlichtweg nicht vorhanden ist. Er ist dann einfach in sämtlichen anderen Probleme untergegangen. Wer will denn das nachher noch auseinander dividieren?
    Da bin ich absolut der Meinung, dass das erstens unmöglich ist und zweitens auch null Sinn macht - weder für den Betroffenen noch für den Behandler.

  3. #83
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 267

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    NorthLight schreibt:
    In dem Punkt bin ich mir absolut sicher, dass sich der rote ADHS-Faden entweder arg versteckt und man ihn nur mühsam ausbuddeln kann, oder schlichtweg nicht vorhanden ist. Er ist dann einfach in sämtlichen anderen Probleme untergegangen. Wer will denn das nachher noch auseinander dividieren?
    Da bin ich absolut der Meinung, dass das erstens unmöglich ist und zweitens auch null Sinn macht - weder für den Betroffenen noch für den Behandler.

    Sorry...kannst mir das nochmals erklären....checks grad nicht....

  4. #84
    NorthLight

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Was ich meinte war: ADHS zieht sich doch bei sehr vielen Betroffenen wie ein roter Faden durchs Leben. Diese Probleme bleiben über einen langen Zeitraum bestehen und lassen sich kaum ändern, solange man sie nicht einordnen kann.
    Wenn nun zu diesen Problemen noch Traumata dazugekommen - was halt gerade bei Borderline ganz ganz oft so ist - dann gehen die ADHS-typischen Sachen unter. Da sind dann plötzlich Sachen wie Selbstverletzung, Depressionen, soziale Probleme, Dissoziationen usw. Also quasi ein ganzer Haufen bunter, verknoteter Fäden auf einem Haufen ^^
    Daraus lässt sich dann der rote ADHS-Faden nicht mehr rauslösen, sprich irgendwie von allem anderen abgrenzen.

    Nun klarer?

  5. #85
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Dieser Thread begann mal als Fragestellung von NorthLight, ob sie eine zweite Meinung einholen sollte, nachdem in der ersten Diagnostik bescheinigt wurde: eindeutig kein Ad(H)S.
    Und ich denke, dass relativ eindeutig eine Antwort kam, dass eine zweite Meinung zumindest Sinnvoll sein kann.
    NorthLight war dabei immer an der "Wahrheit" interessiert, da sie sich durchaus unsicher war.
    Ich finde aber, dass, so wie Sie die Diagnostik beschrieben hat, diese Diagnostik schon recht gründlich war, und die untersuchenden Ärzte auch durchaus kompetent wirken.

    Alex selbst hat auf der ersten Seite gleich mal kritisch nachgefragt - aber die Liste, die NorthLight auf der zweiten Seite geliefert hat, hat nahezu alles enthalten, was auch nach Alex' Meinung zu einer ADHS-Diagnostik dazugehört. Alles - lässt sich leider oft nicht machen.

    Ich kann da keine fahrlässigen leichtfertigen Annahmen erkennen.

    Obwohl sich das aus der Ferne dann doch nur schwer beurteilen lässt.
    Daher macht ja eine zweite Meinung auch Sinn.

    Aber ich hab mir glaub ich noch nie so sehr wie in diesem Thread hier die Frage gestellt:
    Ziehen Leute hier im Forum (und damit meine ich grade NICHT North Light ) überhaupt ernsthaft in Betracht, dass da bei dem hilfesuchenden und unsicheren Fragesteller tatsächlich kein ADHS vorhanden sein könnte?

    Fast durchgängig gehen alle Beiträge darum, warum oder wie ein ADHS da übersehen worden sein könnte.
    Und wie und warum so was ähnliches bei dem ein oder anderen deshalb selbst übersehen worden sei.
    etc.
    Mag jetzt etwas einseitig dargestellt sein, aber das ist so ein Gesamteindruck nach fast 9 Seiten.

    Ich bin auch sehr skeptisch bezüglich einem AD(H)S bei NorthLight. Am ehesten hab ich dazu tendiert, das wieder eher zu glauben, als Sie von Mobbing in der Schule geredet hat. Das ist so ein typisches Ding, das wir AD(H)Sler überproportional oft anziehen.

    Aber für mich spricht sie in einiger Hinsicht nicht so von Ihren Schweirigkeiten, wie ich das sonst von AD(H)Slern kenne.
    Ich kanns nicht gut in Worte fassen. (Und das will was heißen .. )
    Darüber müsste ich länger nachdenken.
    Ist so ein Gefühl.

    Es kann aber wirklich nicht Sinn und Aufgabe dieses Forums sein, Leuten zu einer Diagnose zu verhelfen.
    Da sollte etwas ernster genommen werden, dass hier jemand am Suchen ist und tatsächlich eine Menge dafür spricht, dass wirklich alles offen ist.
    Und es auch etwas anderes sein könnte.
    Wichtig ist doch nicht, dass Sie eine AD(H)S-Diagnose bekommt. Sondern dass sie eine richtige (und hilfreiche) Diagnose bekommt, die auch zur richtigen Behandlung führt.

    Ich geb zu, dass ich da auch nicht immer ganz konsequent bin. Ich hab schon mit Leuten in Ihren Threads geschrieben und hatte nach einer Weile den persönlichen Eindruck, da ist SOO viel ADHS zu sehen - da empfehele ich rigoros alles, was dann hilft, die Diagnostik voranzutreiben. Und auch, je nachdem, ein negatives Ergebnis erstmal noch seeeehr kritisch nachzubetrachten.
    Letztlich fühle ich mich da relativ bestärkt darin, dass in den (wenigen) Fällen, in denen ich das so erlebt habe, die zweite Meinung (die dann auch sehr viel gründlicher war) eben positiv getestet hat.

    Was ich aber niemals auch nur im Ansatz empfehlen würde wäre irgendeine Form von Schummelei, um das Ergebnis zu beeinflussen.
    Was soll das?

    Was ist das für eine Denke:
    Weil irgendwas bei ADHS gegen bestimmte Probleme hilft, z.B. Medikamentös, muss es auch bei anderen gegen ein ähnliches Problem helfen?
    Egal ob die nun ADHS haben oder nicht?
    Sowas stand hier aber drin.

    Die Möglichkeit, dass es kein ADHS ist, ist nicht die schlechtere Diagnose.
    Vor allem nicht, wenn sie wahr ist.
    Ich würde mir hier deutlich mehr Respekt vor der Möglichkeit wünschen, dass da tatsächlich kein AD(H)S ist.

  6. #86
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    creatrice schreibt:
    Nein, ich kann es mir leider nicht vorstellen. Signifikante Probleme fallen meiner Meinung nach auf. Ich habe auch weder besonders aufmerksame Lehrer gehabt, noch aufmerksame Eltern oder so. Auch ich habe eine seeehr deckelnde Mutter. Aber bestimmte Probleme ziehen sich einfach wie ein roter Faden durch das Leben. und die sind dann so auffällig, das sie irgendwo erwähnt werden. Sorry, aber ich sehe es echt so.
    Das diese Probleme irgendwo auffallen, dem würde ich sofort zustimmen. Dass sie erwähnt werden müssen, nun ja, halte ich für puren Schwachsinn.
    Frag meine Tanten&Onkel, meine Geschwister, Cousins und Cousinen, meine Nachbarn, alles Leute, die mich von Geburt an (oder zumindest seit der Kindheit) kennen und ALLE werden vermutlich eine riesige Liste an Symptomen aufzählen können.
    Aber weil meine Lehrerin das nicht schriftlich festgehalten hat und meine Mutter psychische Probleme hat, ist das alles komplett nichtig?
    Da hinkt deine Logik meines Erachtens nach ziemlich.

    @IonTichy: Ich glaube das liegt daran, dass sich hier schnell die Leute mit ähnlicher Geschichte melden, die aufgrund ähnlicher Probleme (Grundschulzeugnis, Eltern, die Probleme ignorieren) hart darum kämpfen mussten, dass man ihre Probleme endlich ernst nimmt. Und die stellen sich dann oft ziemlich automatisch auf die Seite des TE, da man sich eben wiederfindet.
    Das ist ein Muster, dass in Threads immer wieder vorkommt, egal ob es um ADHS geht oder um die Krankheit des Hundes...

  7. #87
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Das zweite, was mir hier aufgefallen ist und wo mir ab Seite 3 immer mehr die Kinnlade runtergeklappt ist, war der Umgang mit anderen Meinungen.
    Namentlich vor allem mit Creatrice.

    Okay, über die Beiträge dieses PADHS brauche ich (hoffentlich) gar nichts zu sagen, das war arg daneben.
    Aber auch andere Entgegnungen waren noch deftig genug.
    Und die Bereitschaft, Ihren prinzipiell richtigen Beitrag unbedingt falsch verstehen zu müssen überrascht mich schon.
    Gut, da sind bei mindestens zweien offenbar trigger angesprungen - das muss man vielleicht mitberücksichtigen.
    Aber in der Sache hat Sie meiner Meinung nach sehr Recht, und der Umgangston, wie mit ihrer Argumentation umgegangen wurde, entspricht nicht dem, was ich mir in diesem Forum normalerweise wünsche (und auch vorfinde)

    Dass Sie sich dann an einer Stelle auf einen sehr sarkastischen Beitrag zurückgezogen hat wundert mich nicht.
    Wobei Sie auch dabei (meiner Meinung nach) ins schwarze getroffen hat.

    (ja - das Wörtchen Ironie war das falsche. Könnt mir im Eifer des Gefechts sicher auch passieren. Sachlich korrekt wäre an der Stelle Sarkasmus. Wie kann man sich daran aufhängen ? Ich weiß - genau mir würd das auch passieren. Ich liebe solche Nebenkriegsschauplätze. Das ist ADS pur)

    Ich persönlich argumentiere in solchen Threads auch immer sehr hart.
    Aber bitte - um sich mit der anderen Argumentation auseinander zu setzen, muss man Sie doch soweit ernst nehmen, dass man sie nicht verdreht.

    In der Sache - mach ich das in einem eigenen Beitrag.

  8. #88
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Nun ja, ob es nun "Schwachsinn" ist, oder nicht, sei mal dahin gestellt, aber da es ja zumindest deine Tanten und Nachbarn etc. in einer Fremdanamnese erwähnen können, ist es vllt doch nicht sooo weit hergeholt, das es irgendwo Erwähnung finden sollte.

    Ich hatte so jahrelang meine Probleme mit der Diagnose, da ich in der Psychiatrie sämtliche andere Fehldiagnosen bekommen habe, das ist also mein Grund, warum ich da so vehement bin, deswegen ist aber nicht jeder, der meine Meinung nicht vertritt, oder der mich triggert "schwachsinnig". Soviel nur dazu.........

    Ich habe mich hier lange genug versucht vernünftig zu unterhalten, aber irgendwo ist auch bei mir die Fahnenstange erreicht.




    Danke Ion, haben da wohl gleichzeitig den selben Gedanken gehabt......
    Geändert von creatrice ( 4.11.2013 um 00:13 Uhr) Grund: Nachtrag

  9. #89
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    @ReRegenbogen, wo Du schon mal da bist:

    ReRegenbogen schreibt:
    In der Schule war ich überangepasst, ich war (und bin) alles andere als unordentlich,
    ganz im Gegenteil, bei Unordnung werde ich verrückt (ihm wahrsten Sinne des Wortes ;-) ).
    Meine Stifte, Bücher, Hefte etc. waren farblich sowie nach Größe sortiert, vergesslich war ich zwar, aber dafür hat man zu Grundschulzeiten ja Eltern.
    Das Einzige, was im Zeugnis steht, ist "sollte lernen, ihren Ehrgeiz zu zügeln", weil ich bei Niederlagen/Fehler im Diktat o.ä. ziieeemlich ausrasten konnte.
    Meine Aufmerksamkeitsprobleme im Unterricht konnte ich lange Zeit ziemlich gut kompensieren.
    Sprich: rumträumen, kurz zuhören, Stoff aufholen, melden, was sagen, weiterträumen.
    Da ich spontan nicht ein einziges mal drankam (so ala "Du schaust grad so abwesend, was ist die Antwort?"), dafür gab es genug andere Problemfälle und als Klassenbeste war es schlichtweg überflüssig mich zu prüfen, fiel es der durchaus engagierten Klassenlehrerin nie auf.
    Hausaufgaben waren in der Grundschule nie ein Problem, entweder es waren so Aufsätze und ich habe schon immer sehr gerne geschrieben,
    oder es war Mathe und das war eh mein Steckenpferd, mehr als 5-10 Minuten habe ich da selten für benötigt.
    Problematisch wurde das erst auf dem Gymnasium (mündliche Noten waren der graus, schriftlich nach wie vor Einserschülerin, dank Hyperfokus bei Klausuren und einigen daraus resultierenden lustigen Momenten für meine Mitschüler...).
    RICHTIG schwierig wurde es dann auf der Uni, als ich plötzlich ernsthaft lernen musste.
    Hausaufgaben machen, länger als 30 Minuten am Stück arbeiten, puuuh.
    Erst dachte ich, das wird schon, bins halt nicht gewohnt*g*, aber auch nach 8 Semestern hatte sich da NICHTS getan.

    Also, eher noch mehr aufgrund meiner Hypersensibilität, lese ich mich ins Thema AD(H)S ein und denke nur: alles klar.

    Dann aber, dumm aber auch: Diagnose nur mit Fremdanamnese (Eltern), Zeugnissen o.ä.
    Lese meine Zeugnisse durch: nichts. Bis auf diese Ehrgeiz-Sache steht da nur Standardzeugs.
    Also bekommt meine Mutter den Fragebogen und sagt bei ALLEN Dingen: "Da warst du völlig normal!"...
    Rede mit meiner Tante, die mir verklickert, dass sie in meiner Kindheit, trommelwirbel, den Verdacht auf ADHS geäußert hat und meine Eltern zum Kinderpsychologen schicken wollte, aber die haben sich geweigert.

    --- schnipp ---
    Zusammengefasst:
    Ich kann eine lange Liste an äußerst auffälligen Symptomen in meiner Kindheit liefern, der Verdacht meiner Tante war durchaus nicht grundlos.
    Aber diese Symptome kann ich nicht beweisen, da sie teils nicht gefragt wurden, teils meine Eltern so große Meister im Verdrängen von Problemen sind (was natürlich auch andere Probleme nach sich zog...) und ich in der Schule eben überangepasst war -> keine Zeugnisanmerkungen.

    Und nun?
    Naja, wie gesagt, ich habe die Diagnose nun tatsächlich bekommen, auch ohne Beweise aus der Kindheit.
    Kann man fahrlässig nennen, ich fände es aber viel fahrlässiger, einer Person mit ADHS eine Behandlung zu verweigern,
    nur weil die Grundschullehrerin vor 20 Jahren nichts ins Zeugnis geschrieben hat und die Eltern unkooperativ sind.
    Hm - hast Du nun Dein Zeugnis zur Diagnostik mitgenommen oder nicht?

    Vielleicht wärst Du überrascht, welche Spuren von AD(H)S ein erfahrener Diagnostiker aus einem Zeugnis herauslesen kann.

    Das merke ich an vielen Beiträgen zu den Zeugnissen:
    Soweit ich das sehe, ist die Einschätzung "keine Spuren von ADHS rauszulesen" eine eigen-Einschätzung.
    Weil wir ja alle ach so gut über AD(H)S bescheid wissen und die doofen Ärzte keinen Schimmer haben (Tschuldigung, auch böser Sarkasmus)

    Es geht überhaupt nicht darum, ob der Lehrer diagnostisch irgendwas von ADHS sieht.
    Aber schwerwiegende Probleme in der Schule schlagen sich in Zeugnissen nieder.
    Irgendwie. Fast immer.

    Schon mal deshalb, weil im Lauf eines Schülerlebens ja auch verschiedene Lehrer ihren Senf dazu abgeben.

    Möglicherweise braucht man dafür aber ein geschultes Auge.
    Und insbesondere den Vergleich mit "normalen" Zeugnissen. Der fehlt uns vielleicht manchmal ein bisschen? Kommt uns doch so normal vor, unser Zeugnis.

    Falls Du Dein Zeugnis mit zur Diagnostik genommen hast:
    Ja, vielleicht (schon mal drüber nachgedacht?) hat der diagnostizierende Arzt ja doch ganz Fachgerecht, unter Einbeziehung der ihm zugänglichen Quellen, geurteilt. Und aus Deinem Zeugnis Spuren für AD(H)S in der Kindheit gefunden?

  10. #90
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich kann deinen Standpunkt nachvollziehen, IonTichy. Allerdings glaube ich nicht, dass man hier mit Biegen und Brechen versuchen will, NorthLight zu einer positiven Diagnose zu verhelfen oder gar selbst eine zu stellen. Klar, wir sind hier alle ein bisschen biased- auf die eine oder andere Weise und daher hat man wahrscheinlich auch eher die AD(H)S Brille auf als die nicht-AD(H)S-Brille- schon alleine, weil einige Leute hier, so wie ReRebogen schon schrieb, eine eigene Geschichte haben, die ähnlich ist.

    Allerdings finde ich es richtig und wichtig, dass sich NorthLight Hilfe sucht. Sie hat anscheinend einen Leidensdruck und daher ist es nur legitim wissen zu wollen, wie man da durch eine angemessene Therapie (welche Form auch immer) Abhilfe schaffen kann. Eine ordentliche Diagnose ist da oft schon sehr hilfreich. Die Diagnostik liest sich sehr ausführlich. Aber man muss auch dazu sagen, dass eine Borderline-Diagnose (die oft nicht ganz so fundiert ist, weil BL an sich eine sehr schwammige, inflationäre Diagnose ist) für viele Behandler_innen alles andere überlagert. Die Behandler_innen haben dann quasi, so wie wir hier oft eine AD(H)S Brille tragen, eine BL-Brille auf der Nase.

    Ich bin da z.B. auch sehr gebrandmarkt. Ich habe sowohl mit Hinblick auf AD(H)S als auch auf eine andere Erkrankung die Erfahrung gemacht, dass die Berufsbezeichnung "Arzt" oder "Psychologe" o.ä. leider nicht immer gleichbedeutend mit "kompetent" ist. von Ärzten, die behaupten, dass resezierte Lymphknoten nachwachsen bis Ärzte, die mir blutverdünnende Schmerzmittel nach einer Tonsillektomie geben, habe ich schon die geballte Ladung an Inkompetenz miterlebt . Untermalt wird das wunderbar von meinen Erfahrungen aus dem Studium.

    Ein heftiges Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich wurde jahrelang auf Migraine behandelt (also nahezu wirkungslos), obwohl ich Cluster Kopfschmerz habe. Die Cluster Kopfschmerz Symptome sind so f*cking eindeutig, dennoch hat sie kein "normaler" niedergelassene Neurologe erkannt. Ich musste erst zu einem Kopfschmerzforscher nach Hamburg fahren, um endlich richtig diagnostiziert zu werden. Wenn man mal Cluster Kopfschmerz googlet und schaut, wie krass und schlimm das ist, kann man sich ja vielleicht vorstellen, wie zermürbend es ist, damit jahrelang zu leben, ohne es effektiv behandeln zu können. Seitdem ich in HH war, habe ich wieder ein Leben- im wahrsten Sinne des Wortes. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass der regionale Neurologe dann die cluster-spezifische Therapie nicht weiter betreuen wollte. Tja, jetzt fahre ich immer von FFM nach Hamburg. Kostet zwar einiges, aber wenigstens werde ich da ordentlich behandelt.

    Das muss bei NorthLight nicht auch so sein- vielleicht hat sie wirklich kein AD(H)S, aber das können wir nicht beurteilen. Sie nennt in der Tat einige Symptome, die nicht so ganz zu AD(H)S passen. Dennoch denke ich, dass es nicht verkehrt ist, eine zweite Meinung einzuholen. Letzten Endes geht es darum, dass sie eine möglichst effektive Behandlung kriegen soll und dafür finde ich es auch sinnvoll, mal in Erfahrung zu bringen, wie eine zweite, unabhängige Meinung aussähe.

    Es ist wichtig beide Seiten zu beleuchten- zum einen die "die Diagnose könnte falsch sein"-Seite, als auch die "die Diagnose könnte stimmen"-Seite. Ersteres wird hier gemacht und zweiteres wird hier auch immer mal wieder angebracht. Ich sehe gerade kein Problem.

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