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Diskutiere im Thema Zweite Diagnostik - ja oder nein? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #71
    tambourinist

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    xxxxxxxxxxx
    Geändert von tambourinist (29.10.2013 um 20:46 Uhr)

  2. #72
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich hatte das gleiche Problem mit den Zeugnissen. In meinen Zeugnissen steht auch nichts ADHS-relevantes- ausser im Zeugnis der dritten Klasse, dass ich in letzter Zeit unkonzentriert sei. Das einzige, das auffällt ist, dass ich wohl in der Grundschule etwas langsamer war, als andere. Nicht mit Hinblick auf Verständnis, sondern generell was das Erledigen von Dingen betrifft. Meine Unordnung konnte ich dank strenger Erziehung (durch eine pedantisch-ordentliche Mutter) gut kompensieren und da ich eher Tagträumer, als ständiger Zappelphilipp war, wäre man wahrscheinlich nie auf ADHS gekommen.

    Ich finde es gut, wenn man versucht, eine Diagnose mit möglichst vielen retrospektiven Fakten zu untermauern. Allerdings sollte man die Aussagekraft dieser "Fakten" auch immer mal wieder kritisch hinterfragen, zumal hochbegabte AD(H)Sler wahrscheinlich eh etwas anders ticken und die (Differenzial)diagnose nicht immer leicht ist. Faktoren wie Geschlecht, Intelligenz, Erziehung etc. spielen auch in das kindliche Verhalten rein. Klar, es gibt natürlich auch Dinge, die man nicht kompensieren kann. Ich glaube, ich habe es ja auch schon mal irgendwo geschrieben, aber ich bin der festen Überzeugung, dass AD(H)S auch ein Spektrum darstellt und dass nicht alle Symptome bei allen AD(H)Slern gleichermaßen ausgeprägt sein müssen. Das zeigt sich ja schon alleine darin, dass es hypo- und hyperaktive Individuen gibt und man auch mittlerweile weiß, dass ADS nicht gleich ADHS ist.

    Darüber hinaus wissen wir ja auch alle, dass sich das "klinische" Bild im Laufe des Lebens durchaus ändern kann, Hyperaktivität kann sich nach innen verlagern und muss nicht mehr unbedingt nach Außen hin stark wahrnehmbar sein (meine Ärztin meinte, dass dies sogar relativ normal sei und man vielen erwachsenen AD(H)Slern oft überhaupt nicht anmerkt, dass sie jemals sowas wie AD(H)S haben könnten).

    Es macht wenig Sinn darüber zu streiten, wie man richtig vorgehen sollte oder ob jemand nun ADHS hat oder nicht. Wicht ist für die_den Einzelnen, dass sie_er eine kompetenten Behandlung findet. Es lässt sich nicht alles 100%ig bis ins kleinste Detail rekonstruieren. Eine_r gute_r Behandler_in wird die vorhandenen Daten zu interpretieren wissen und auch die Limitationen dieser Daten kennen. Jemand, der nur anhand von ridigen Kritieren diagnostiziert, ohne zu verstehen, um was es wirklich geht, wird wahrscheinlich jedes Wort auf die Goldwaage legen und sich diagnostisch nur im Kreis drehen oder eben eine völlig falsche Diagnose stellen..Davon aber nicht entmutigen lassen!

    Wichtig ist, dass man sich selbst gut kennt und weiß, was man will und warum. Wenn man eine ordentliche Diagnostik will, weil einen die vorhandenen Symptome stark einschränken und man eine Behandlung wünscht, sollte man auch auf dieses Ziel hinaus arbeiten. Natürlich sollte man sich nicht auf die Diagnose versteifen und manchmal hat eben doch die_der Behandler_in recht, aber i.d.R. ist leider so, dass sich nur die wenigsten wirklich gut mit AD(H)S im Erwachsenenalter und der Diagnostik als solche auskennen....
    Geändert von Geetarist (29.10.2013 um 19:05 Uhr)

  3. #73
    NorthLight

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich erkenne mich da in einigem wieder, was du erzählst, ReRegenbogen, und deiner Schlussfolgerung stimme ich absolut zu. Es ist sicher manchmal unmöglich, irgendwelche Beweise zu liefern, egal woran es nun liegt.

    Meine Eltern sind zwar einigermaßen kooperativ, was Fragen beantworten angeht, aber natürlich auch sehr subjektiv. Das ist bei mir ein Problem, weil ich mit meiner Mutter kaum zurecht komme, sie meine Probleme schon immer verdrängt hat und selbst psychologische Hilfe bräuchte - wie soll so jemand mit klarem Blick Fragen beantworten? Mein Vater dagegen ist leistungsorientiert, was mein ambulanter Therapeut weiß, weil ich mein Leben lang schon damit hadere, demzufolge erklärt mein Therapeut die Probleme bei mir auch mit dem Verhältnis zum Vater. Was garantiert nicht falsch ist, aber das ist natürlich ein Teufelskreis: ein Kind, was kaum lernen oder sich konzentrieren kann, gerät automatisch mit so einem Vater aneinander und daraus entwickelt sich nicht gerade das gesündeste Verhältnis.
    Ansonsten war es in Vielem so, wie auch ReRegenbogen schreibt, auch wenn wir nur zwei Kinder Zuhause waren. Aber wir haben auf dem Land gelebt, da rennen die Kinder draußen herum, klettern auf Bäume, spielen im Garten, schaukeln.... Genug Möglichkeiten sich auszutoben. Wäre ich in einer Wohnung miten in der Stadt aufgewachsen, hätte das garantiert Probleme gegeben.
    Stillsitzen wurde bei uns auch nicht so streng genommen, wir waren halt Kinder und Kinder hampeln auf den Stühlen rum. Klar gab es Schelte, wenn ich mal wieder sonst wie auf dem Stuhl hing (tue ich heute noch XD), aber mein Elternhaus war insgesamt wirklich ziemlich großzügig. Dafür habe ich in den ersten Schulklassen alles vom Tisch gefegt, was sich nicht gewehrt hat.
    Die Schule lief trotzdem bis zum Wechsel recht problemlos. Dabei habe ich selbst die Schule gehasst, das erstaunt mich immer noch. Unsere Lehrerin war die jährzornige Version eines Drachen und dementsprechend bei allen Schülern und Eltern unbeliebt.... Ich kann mich gut an ihre Ausbrüche erinnern. Gehasst habe ich sie allerdings vor allem deswegen, weil sie sich nie an den vorgegebenen Stundenplan gehalten hat und wir so quasi alle drei Wochen mal Kunst hatten, dafür aber ständig Mathe. Das war wirklich schlimm für mich.
    Erstens, weil ich Kunst und Malen schon immer geliebt habe und zweitens weil es völlig unvorhersehbar war. Man konnte sich bei der Frau auf nichts verlassen und das hat mir als Kind ziemlich Angst gemacht. Dabei war ich eine der besten Schülerinnen.
    Beim Wechsel aufs Gymnasium wars dann vorbei mit den guten Noten und ich bin richtig abgesackt. Ganz gefangen habe ich mich nie wieder, trotz einer wiederholten Klasse, Nachhilfe und einem bemühten Vater. In der Oberstufe gings halbwegs, da war ich dann alt genug, mir selbst Möglichkeiten zu lernen auszudenken und irgendwie zu bestehen.

    Und heute in der Uni... ja, es geht irgendwie. Ich hangele mich durch und ärgere mich, dass ich viel besser sein könnte, es aber nicht hinkriege. Mein soziales Leben existiert auch erst seit etwa einem Jahr, davor war ich immer ziemlich allein. Sicher, ich hatte und habe Freunde, aber ich war nie wirklich in dieser Welt. Keine Ahnung, wie ichs besser ausdrücken soll.

  4. #74
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?



    Keine Hinweise auf den Zeugnissen sind schnuppe, die Lehrer waren Schuld.
    Keine Hinweise in der Fremdanamnese ist schnuppe, die Familie ist schuld.
    Keine Hinweise im Werdegang ist schnuppe, gute Kompensationsstrategien.
    Und sowieso, bei Hypoaktiven, die auch noch intelligent sind, kann man eh nichts nachweisen, weil ja auch das Umfeld deckelt..... Die, die trotzdem Nachweise haben...... naja.... wer weiss was dann bei denen nicht stimmt.
    Kein Arzt der dir die Diagnose gibt? Geh zu so vielen Ärzten, bis du eine hast, ansonsten manipulier was (allein in diesem thread schon 2x angesprochen).
    Ne andere Diagnose weil derzeit zwar einige Symptome einer ADHS, aber nichts in Kindheit? Inkompetente Ärzte, wieso die Nachweise aus der Kindheit haben wollen, um z.B. ADHS von Borderline oder Depris zu unterscheiden versteht eh keiner.....
    Rigide Diagnosekriterien? Wozu?

    Solange sich der Patient sicher ist was er hat, solange wird auch keiner mehr fehldiagnostiziert.





    Ironie Ende.


    Das soll niemanden verärgern, aber vllt regt es den einen oder anderen doch zum Nachdenken an.

  5. #75
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    @creatrice: Aussagen zu zerwurschteln, ohne den Gesamtkontext darzustellen halte ich auch nicht gerade für die beste Praxis und äußerst provokativ in einem Thread, in dem eh schon die Gemüter etwas hochkochen .

    Rigide Diagnosekriterien sind eben das was sie sind: ridige. In der Medizin ist aber i.d.R. nichts rigide- gerade im psychologischen/psychiatrischen Bereich, sind die Grenzen oft verschwommen und einzelne Phänomene nicht klar voreinander abzugrenzen- gerade heutzutage, wo man dazu neigt, fast alles zu pathologisieren, das nicht ins Schema-F passt. Daher ist es etwas ironisch so reduktionistisch vorzugehen und zu sagen "man muss 10/10 Kriterien erfüllen, damit es AD(H)S ist". Manchmal sind es halt nur 9/10 und man dreht sich diagnostisch nur im Kreis, wenn man darauf besteht, dass es 10/10 sein müssen und deswegen nie zu einer Diagnose kommt, weil ja eh nichts passt. Man sagt eigentlich immer "in der Medizin gibt es nichts, dass es nicht gibt". Klar, es gibt Kernsymptome, aber auch viele weitere Symptome, die sich nicht gezwungenermaßen immer ausprägen müssen (Bsp: nicht alle Migrainiker haben eine Aura, aber sie haben alle Kopfschmerzen- obwohl es auch eine migraine sans migraine gibt...lol).

    Ich stimme deinem grundsätzlichen Tenor jedoch zu: von Arzt zu Arzt zu rennen, nur um eine Diagnose zu bekommen, die man unbedingt haben will (warum auch immer), ist definitiv nicht der richtige Ansatz (sondern eher "pick 'n mix")- vor allem, wenn man wirklich Hilfe sucht. Wenn man aber das Gefühl bekommt, dass man nur auf wenige, kleine Facetten seines Leidensdrucks reduziert wird und die Kernproblematik nicht wahrgenommen wird, dann ist's schon Zeit für einen Arztwechsel. Nicht der Diagnose wegen, sondern schon alleine aus Gründen des Arzt-Patienten-Verhältnisses, welches in diesem Zusammenhang wohl nicht so vertrauensvoll ist, wie es sein sollte.

  6. #76
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Deswegen ja auch ein "Achtung Ironie".


    Ich spreche auch nicht von 10/10 Diagnosekriterien, ich spreche aber von m.E. einem der Hauptkriterien um eine ADHS zu haben und sie von anderen (symptom. ähnilchen) Erkrankungen zu unterscheiden. Das es seit der Kindheit signifikante Einschränkungen in bestimmten Bereichen gibt. Sind diese nur vom Patienten selbst belegt/so empfunden, kann man doch schon mal ins Grübeln kommen......

  7. #77
    tambourinist

    Gast

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    creatrice schreibt:


    Keine Hinweise auf den Zeugnissen sind schnuppe, die Lehrer waren Schuld.
    Keine Hinweise in der Fremdanamnese ist schnuppe, die Familie ist schuld.
    Keine Hinweise im Werdegang ist schnuppe, gute Kompensationsstrategien.
    Und sowieso, bei Hypoaktiven, die auch noch intelligent sind, kann man eh nichts nachweisen, weil ja auch das Umfeld deckelt..... Die, die trotzdem Nachweise haben...... naja.... wer weiss was dann bei denen nicht stimmt.
    Kein Arzt der dir die Diagnose gibt? Geh zu so vielen Ärzten, bis du eine hast, ansonsten manipulier was (allein in diesem thread schon 2x angesprochen).
    Ne andere Diagnose weil derzeit zwar einige Symptome einer ADHS, aber nichts in Kindheit? Inkompetente Ärzte, wieso die Nachweise aus der Kindheit haben wollen, um z.B. ADHS von Borderline oder Depris zu unterscheiden versteht eh keiner.....
    Rigide Diagnosekriterien? Wozu?

    Solange sich der Patient sicher ist was er hat, solange wird auch keiner mehr fehldiagnostiziert.


    Ironie Ende.


    Das soll niemanden verärgern, aber vllt regt es den einen oder anderen doch zum Nachdenken an.


    Wenn du etwas kritisieren willst, kannst du das auch offen und direkt machen. Du musst dich nicht unbedingt mit "Achtung Ironie" gegen erwartete Kritik wehren. So kann man nämlich mit deinen Beiträgen nicht diskutieren: gegen jede Kritik kannst du antworten das sei nur "Ironie" gewesen

    Ich habe genug in meinem Leben erlebt (und genug Psychologie und Ähnliches studiert) um mir vieles vorstellen zu können:

    - viele Menschen bilden sich Krankheiten/ Störungen ein - das ist das Normalste auf der Welt, dass man Krebs-Symptome hat nachdem man einen Artikel über Krebs gelesen hat

    - schlechte Ärzte gibt es leider eine Menge, sowie schlechte Psychologen, die keine Ahnung haben. Meiner hat ganz offen gesagt, er kennt sich mit ADHS nicht aus

    - bei der Diagnostik kommt vieles auf situationelle Faktoren an: man verhält sich unterschiedlich/ erzählt unterschiedliche Geschichten je nachdem was man kurz davor erlebt hat/ wie man sich fühlt

    Du bist nicht imstande zu beurteilen, mit welchen von den oben genannten Fällen du in diesem Thread zu tun hast. Wenn du dir einbildest, das aufgrund von ein paar Kommentaren zu wissen, bist du einfach sehr naiv. Es ist auch extrem naiv, deine Erfahrungen (n=1) als repräsentativ für alle ADHSler (Alter, Herkunft, Erziehung, usw. usw. egal) zu interpretieren.

    Eot.

  8. #78
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich habe mich nicht gegen erwartete Kritik geschützt. Ich habe etwas Provokatorisches geschrieben und es mit Ironie gekennzeichnet, weil es ironisch gemeint ist. Ich denke in einem Forum ist es offen genug, nur ob ich es direkt mache oder mit Ironie bleibt mir doch bitte selbst bestimmt. Deswegen bin ich trotzdem für Kritik offen. Habe ich glaube ich, allein in diesem Thread auch oft genug "bewiesen".


    Das ich nicht jeden Fall beurteilen kann, habe ich auch nie behauptet oder? Ich habe lediglich meine Meinung dazu kundgetan. Es ist eine andere als deine. Ich habe auch nicht behauptet das meine Meinung repräsentativ ist, wenn das bei dir so angekommen ist, dann war das wohl missverständlich.


    Das "deswegen Ironie" war lediglich auf das Zerwurschteln ohne Kontext bezogen.




    Was heisst Eot?
    Geändert von creatrice (29.10.2013 um 22:47 Uhr) Grund: Nachtrag

  9. #79
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ironie bedeutet i.A. das Gegenteil dessen zu sagen, was man sagen möchte, bzw. es zumindest abstuft.
    Oder auch: [1] verhüllter Spott, bei dem ein Unterschied zwischen wörtlicher und wirklicher Bedeutung besteht.
    https://de.wiktionary.org/wiki/Ironie

    Demnach, sorry creatice, empfinde ich deinen Beitrag jetzt auch als sehr unangebracht.
    Ich habe meine Geschichte aufgeschrieben, damit klar wird, warum es manchmal eben so ist wie es ist. Dir scheinen "Einzelschicksale" ziemlich egal zu sein, sobald sie nicht in deine Schablone passen.
    Da meine Geschichte sehr ähnlich zu der von NorthLight ist und es purer Zufall ist, dass ich die Diagnose habe und sie nicht, fühle ich mich damit auch persönlich angegriffen.
    Auch wenn du das nicht vorhattest ;-)

    Kannst du dir das echt nicht vorstellen?
    Kannst du dir nicht vorstellen, dass Lehrer manche Dinge einfach nicht sehen (können)?
    Ich habe mich in der Grundschule eigentlich recht wohl gefühlt und _alles_ getan, um ja nicht negativ aufzufallen (bis auf einige unvermeidbare Wutausraster).
    Ich galt nur immer als schüchtern, da ich mich (meinem Können nach zu urteilen) eher selten gemeldet habe.
    Niemand kam darauf, dass ich einfach die 3/4 der Stunde von eigenen Gedankenen und Reizen abgelenkt war, also "nicht zuhöre".
    Das wäre ein negatives Attribut gewesen und da ich nunmal den Ruf der vorbildlichen Schülerin hatte, wurde das eben durch "schüchtern" ersetzt.
    Nur ich war nicht schüchtern... nicht im Grundschulalter, eher im Gegenteil und wenn mich ein Thema irre interessiert hat, konnte ich plötzlich auch sehr viel beisteuern.
    Man konnte sich jedoch nicht vorstellen, dass ich Aufmerksamkeitsprobleme habe, denn wie hört man es so oft? "Aber sie hat doch gute Noten!".
    Genau DAS ist doch oft das Problem, wenn AD(H)S mit hoher Intelligenz zusammentrifft.
    AD(H)S wird, gerade wenn es nicht dem Zappelphillip-Klischee erfüllt, oft von vornherein ausgeschlossen, die Probleme werden oft nicht als solche wahrgenommen sondern durch andere Dinge erklärt (wie z.B. Schüchternheit, egal wie abwegig).
    Und wenn dann schwer kompensierbare Faktoren wie "schludrige Schrift" o.ä. fehlen, tja, dann hat man halt Pech gehabt.

    Zuhause hätte es auffallen MÜSSEN. Eben alleine schon deswegen, weil ich mich durch die enorm anstrengende Anpassung in der Schule täglich zuhause erstmal "entladen" musste...
    Aber ich kann nichts dafür, dass meine Eltern so sind wie sie sind.
    Meine Mutter ist eine sehr liebe Frau, aber Probleme wollte und konnte sie nie wahrhaben. Und mein Vater hat "Psychoquatsch" eh immer komplett abgelehnt.
    In sofern ist es zwar aufgefallen, eigentlich ist es wirklich allen Menschen in meiner Umgebung aufgefallen, nur meine Eltern haben die Augen zugemacht und tuen es heute noch.

    Es ist ja schön, dass deine Eltern nicht so sind, dass sie die Probleme nicht verdrängt haben etc., aber hey, andere Menschen haben andere Eltern.
    Und ich hatte wohl auch eine andere Grundschullehrerin als du - wäre auch komisch wenn nicht.
    Nicht alle Menschen sind so perfekt, wie du sie haben möchtest. Menschen machen Fehler, so ist es nunmal.

    Was genau möchtest du eigentlich mit diesem "ironischen Beitrag" bezwecken?
    Ich bin definitiv nicht dafür, dass jeder nach belieben nun solange rummanipuliert und verschiedene Ärzte aufsucht, bis er endlich die Diagnose hat.
    Auch NorthLight nicht, aber ihre Geschichte klingt nunmal für mich(!) auffällig genug, dass sich durchaus die Frage nach einer "Kontroll-Diagnose" stellt.

    Aber was du verlangst, ist scheinbar wirklich, dass jemand, der keine Beweise aus Kindesalter vorlegen kann, eben keine Diagnose bekommen darf.
    Diese Person hat kein Anrecht auf eine Behandlung, weil Pech gehabt.
    Deine Eltern haben deine Probleme ignoriert? Tja, dann hast es wohl auch als Erwachsene nicht verdient, dass man deine Probleme ernst nimmt!
    Und die Grundschule hat dich konzentrationstechnisch nicht gefordert? Wenns so gut lief, dann lass anspruchsvollere/konzentrationserfordernde Dinge, die deiner geistigen Begabung entsprechen, doch einfach sein!

    Wirklich gerecht ist es doch nicht, das Leben und die (psychische) Gesundheit eines Menschen komplett von vollkommen subjektiven Aussagen anderer Menschen abhängig zu machen.

    Und zum Thema BL: Zitat von web4health:
    "Zwischenzeitlich haben weitere Forschungsgruppen einen Zusammenhang zwischen einer ADHS-Konstitution und der Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus untersucht. So stellte Prof. Bohus (ZI Mannheim) fest, dass etwa 50 Prozent der Betroffenen rückblickend ein manifestes Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (mit oder ohne Hyperaktivität) in der Kindheit berichten."

    Ich habe auch schon noch höhere Zahlen (70-80%) gehört, also ist es durchaus sehr wahrscheinlich, dass jemand mit einer BL-Diagnose auch ADHS hat.
    Daher sollte BL kein Ausschlusskriterium sein sondern eher ein weiterer möglicher(!) Hinweis auf ein vorliegendes ADHS.
    Geändert von ReRegenbogen (29.10.2013 um 23:17 Uhr)

  10. #80
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Nein, ich kann es mir leider nicht vorstellen. Signifikante Probleme fallen meiner Meinung nach auf. Ich habe auch weder besonders aufmerksame Lehrer gehabt, noch aufmerksame Eltern oder so. Auch ich habe eine seeehr deckelnde Mutter. Aber bestimmte Probleme ziehen sich einfach wie ein roter Faden durch das Leben. und die sind dann so auffällig, das sie irgendwo erwähnt werden. Sorry, aber ich sehe es echt so.

    Mit dem Beitrag wollte ich genau die erreichen, die meinen manipulieren zu müssen/Ärztehopping (mehr als 2 Mal) machen.




    Was leider in der Kinderdiagnostik mit ADHS passiert ist, und oft genug noch passiert, das nämlich persönlich empfundene "Störaspekte" aus persönlichem Leistungsempfinden pathologisiert werden, das befürchte ich eben so langsam auch bei adultem ADHS. Deswegen finde ich (auch zum Schutz) diese rigide Praxis der Diagnostik, an die sich einige Zentren und Ärzte halten gut und verantwortungsbewusst. Gerade bei dieser so "umstrittenen" Diagnose.

    - - - Aktualisiert - - -

    ReRegenbogen schreibt:
    Ironie bedeutet i.A. das Gegenteil dessen zu sagen, was man sagen möchte,
    .

    Das verstehe ich unter Ironie. Spott etc. habe ich mit unterstem Satz m.E. verständlich ausgeschlossen.

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