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Diskutiere im Thema Zweite Diagnostik - ja oder nein? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #91
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Nein, auf Biegen und Brechen dann zum Glück doch nicht. Jedenfalls nicht von vielen.
    Aber es war hier in meinen Augen schon auffällig einseitig, insbes. wenn ich die Angriffe gegen Relativierungsversuche anschaue.
    Aber egal:
    Das BL-Problem ist so ein ganz spezielles.
    Vor allem das.
    Ich selbst hatte das Glück, nicht in der Richtung gedacht worden zu sein.
    Ich glaub allerdings, dass der Therapeut in einer Klinik mal den Verdacht auf Narzistische PS verfolgt hat - das entnehme ich so den Fragen und Hausaufgaben einer Reihe von Sitzungen mit ihm, da bin ich erst viel später drauf gekommen.
    Hat er aber selbst wieder fallen gelassen, selbst auf Nachfrage von mir ist er der Weiterverfolgung der damit verbundenen Themen ausgewichen.


    Eine wichtige Frage ist dabei durchaus immer, wie gut man sich selbst in der Diagnose wiederfindet.
    Wenn das nicht so ist, ist eher was Faul (Bei den meisten Diagnosen jedenfalls. Ein Narziss hat in der Regel kein Gespür dafür, ein Narziss zu sein und findet sich da nicht wieder. Aber bei BL find ich schon sonderbar, wenn die Symptomatik sich arg fremd anfühlt.

  2. #92
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    creatrice schreibt:


    Genau das macht es vielen wirklich betroffenen immer schwerer ernst genommen zu werden....... auch bei den Ärzten!
    Wer ADHS hat, hat es auch (nachweisbar) seit der Kindheit, auch mit Hochbegabung, als Frau und vom unaufmerksamen Subtyp, denn da gibt es auch trotz Angepasstheit und sehr guter Noten typische Begleiterscheinungen, die im Zeugnis auftauchen. Ich bin so ein Fall.

    Manchmal muss man es auch einfach akzeptieren, wenn einen eine Spezialambulanz "negativ" getestet hat.

    Solche Tips hier öffentlich geben ist...... PFUI!
    Das war die Aussage.
    Und die deckt sich mit dem was Alex fordert.
    Ohne solchen Nachweis für die Kindheit, zumindest eine gute Plausibilität => keine AD(H)S-Diagnose.

    Der Umkehrschluss gilt natürlich nicht, das wäre nicht fair, das rauszulesen.
    Das kritische Wort (an dem sich einige abgearbeitet haben) ist "nachweisbar".
    Es ist leider oft nur "theoretisch" nachweisbar.
    Zum einen natürlich: Ist es aus so einem Zeugnis nicht "solide" festzumachen und nachzuweisen.
    Aber es sollte eben zu einem AD(H)S passen.
    Und wenn da gar keine Hinweise auf AD(H)S drin zu finden sind - dann müssen schon sehr gewichtige Hinweise aus anderen Lebensbereichen vorgelegt werden, um dann noch eine AD(H)S Diagnose zu rechtfertigen.

    Ja, genau.

    Ich glaube nicht, dass sich sowas gar nicht in einem Zeugnis wiederspiegelt.
    Etwas wie z.B.:
    Diskrepanz von mündlicher und schriftlicher Leistung
    Unregelmäßige Schwankungen in Fächern zwischen verschiedenen Zeugnissen
    unerwartete Leistunfseinbrüche im Verlauf
    Bemerkungen in den Verhaltensnoten sind natürlich immer besonders auffällig.
    Aber nicht nur das am Schüler selbst bemerkte Verhalten liefert Hinweise:
    Akzeptanz im Klassenverband,
    wenig Freunde,
    "Soziale Ungeschicklichkeit" werden ja auch gelegentlich so festgehalten, dass man dem Schüler "wünscht, mehr Freundschften zu finden", und so weiter.
    Neben Zeugnissen werden übrigens auch gerne Schulhefte als Hinweise genommen:
    Schlechtes Schriftbild,
    stark schwankende "Heftnoten"
    Unvollständige Heftführung (mit entsprechenden Bemerkungen des Lehrers)
    etc.

    Ja, wenn man den Lehrer fragt: war an dem Schüler was auffälliges? Dann sagt der vielleicht: "Nein, ein ganz normaler Schüler".
    Aber er muss auch ein paar konkrete Bewertungen abgeben. Und da gibt es Dinge, die bei AD(H)S einfach auffallen.
    Wenn man weiß, wonach man sucht.

    Und wenn da eben wirklich gar nichts auffällt, dann ist das für eine AD(H)S -Diagnose ganz zurecht ein problem.

    Ein ADHS, das nicht in mehreren Lebensbereichen zu deutlichen Beeinträchtigungen führt ist keines.
    Die müssen sich an irgendwas festmachen lassen.
    Und die eigene subjektive Erinnerung alleine darf da nicht genügen.

  3. #93
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    hab mich bisher rausgehalten. möchte aber hier noch ergänzen, dass es schlicht und ergreifend auch ein diagnosekriterium ist, dass retrospektiv symptome in der kindheit feststellbar sind.

    wie das festgestellt werden kann, darüber lässt sich streiten. in der regel geben die zeugnisse aber doch gute hinweise. das mag in einzelfällen anders sein, dann muss sich aber was anderes finden. durchaus auch das eigene erleben, so es nicht "modifiziert" wird. zeugnisse sind im vergleich dazu aber objektiver. es liegt in der verantwortung des arztes andere bereiche abzuklopfen, wenn sich da nichts findet. etwas was sich als nachweis von symptomen in der kindheit eignet muss aber gefunden werden, um die diagnose stellen zu können. andersrum finde ich es merkwürdig, wenn ein arzt sich zur diagnostik nicht die alten zeugnisse mitbringen lässt. denn auch das subjektive erleben kann geschönt erinnert werden, während sich in den zeugnissen dann doch ganz typische hinweise finden lassen.

    ich persönlich finde es allerdings auch merkwürdig, wenn sich in der gesamten schullaufbahn keine probleme abzeichnen. einige hier beschriebene begebenheiten und argumente finde ich nachvollziehbar, aber das sollten einzelfälle sein. und auch in diesen gab es ja probleme, die konkret benannt und ausführlich geschildert wurden, nur nicht im zeugnis vermerkt waren.
    in der regel jedoch dürfte adhs während mehrerer jahre schulzeit mit verschiedenen lehrern sich auch in den zeugnissen niederschlagen.

    lg
    mel

  4. #94
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Vielleicht noch eine Anmerkung:
    Dass es sich "in den Zeugnissen niederschlägt" ist etwas völlig anderes, als dass
    "der Lehrer etwas bestimmtes erwähnt".

  5. #95
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    mel. schreibt:
    ich persönlich finde es allerdings auch merkwürdig, wenn sich in der gesamten schullaufbahn keine probleme abzeichnen. einige hier beschriebene begebenheiten und argumente finde ich nachvollziehbar, aber das sollten einzelfälle sein. und auch in diesen gab es ja probleme, die konkret benannt und ausführlich geschildert wurden, nur nicht im zeugnis vermerkt waren.
    in der regel jedoch dürfte adhs während mehrerer jahre schulzeit mit verschiedenen lehrern sich auch in den zeugnissen niederschlagen.
    Das finde ich einen wichtigen Punkt! Und genau deshalb habe ich bei meiner Diagnose auch noch stichprobenartig Zeugnisse der 5. und 8. Klasse beigelegt. Wie die Situation während meiner Grundschulzeit war, schrieb ich ja bereits weiter vorne:

    https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-er...tml#post427297

    Was ich aber nochmal hervorheben möchte: Absolut jede Unterrichtsstunde meiner Grundschulzeit fand bei ein und derselben ignoranten Lehrerin statt. Dementsprechend sahen meine Beurteilungen völlig "normal" aus. Dafür liefert aber das danach einschläge Hinweise, dass irgendetwas nicht stimmte: Ab der 5. Klasse, nun mit (vielen) anderen Lehrern konfrontiert, waren meine Zeugnisse in jeder Hinsicht auffällig. Riesige Leistungsschwankungen, Notenspannen von 1 bis 5 in unterschiedlichen Schuljahren und/oder Fächern, mehrfach Versetzung gefährdet, lange Krankheitsphasen, Leistungsverweigerung, die es bis zum Tagesordnungspunkt auf Elternabenden und Lehrerkonferenzen geschafft hat.

    Mein o.g. Beitrag ist also ausdrücklich nicht so zu verstehen, dass ich Zeugnisse bei der Diagnose für unsinnig halte. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es ziemlich... außergewöhnlich ist, wenn sich während der gesamten Schulzeit keine Probleme in irgendeiner Form zeigen. Und ich bin mir recht sicher, dass ich keine Diagnose bekommen hätte, wenn die Grundschulzeit nicht hinreichend durch anderweitige Belege abgedeckt worden wäre, in diesem Fall meiner Eltern und Großeltern und der gefühlten 1000 Ärzte und Heilpraktiker (ja, meine Eltern waren wirklich verzweifelt), zu denen sie mich damals hingeschleppt haben, weil ich eben alles andere als unauffällig war.
    Und das ist auch gut so.

  6. #96
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 106

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Morschen ihr lieben!

    Möchte nun auch noch ungebremst meinen Senf dazu geben.

    Ich habe und hatte das ganze Portfolio einer ADHS. Und es ist niemandem aufgefallen. Ich schiebe dies auf meine sportlichen Aktivitäten (fast 20 Jahre Leistungssport), hinzu kommt, dass ich in meinem ersten Beruf ständig in Bewegung war. Das Zwischenmenschliche wurde gar nicht soooo bemerkt, da ich ja eh ständig allein unter Wegs war.

    Vor meiner Diagnose wurde ich von Ärzten auf eine mögliche ADHS hingewiesen und zum Test mehr oder weniger gedrängt!
    Habe sämtliche Test, Untersuchungen und blabla über mich ergehen lassen. Selbst meine Tochter, meine Eltern, mein Partner...aber auch eine Arbeitskollegin, sollten (mussten) Fragebögen über mich ausfüllen. Ich habe diese Bögen nie zu Gesicht bekommen...wurde alles ordentlich verschlossen......zu meinem Leidwesen...bin ja doch eher neugierig. Bei der Auswertung...auch mit alten Zeugnissen...waren dann natürlich viele Sachen von meinem Lebensweg erklärbar.

    Wiederum ganz anders bei meiner Tochter (10)...hier wurde schon im Kindergarten gesagt, dass sie anders "AUFFÄLLIG" ist. Ich hab halt immer gesagt, dass sie eben eine besondere kleine Persönlichkeit ist. Ha...haben nie an ADHS gedacht. Wunderte mich zwar, dass sie mit 8 Monaten anfing mit sprechen, aber nicht unbedingt bewußt. Zum Problem wurde es dann erst in der Schule. Sie wurde immer "AUFFÄLLIGER" Totaler Schulversager. Und dies in der 2. Klasse.

    Hier...und dieser Dank geht an ihre Lehrerin!...war es die Lehrerin, die mir sagte, dass etwas nicht stimmt, etwas nicht zusammen passt.
    Während Klinikaufenthalt...noch ohne irgedwelche Testung...wurde mir erklärt, dass ich das Problem sei. Zu fordernd, inkonsequent und und und.
    Man entschuldigte sich bei mir nach der Testung. Ergebnis: ADHS, IQ ...viel zu hoch für mich...Legastenie.
    Nach Einstellung...Klassenbeste...n aja Verhaltenweisen über wir noch...aber viel besser!

    Und jetzt kommt es...es geht jetzt auch das Zwischenmenschliche, also SIE+ICH, viel besser. Es knalltfast gar nicht mehr bei uns!

    Ja, was ist jetzt der Sinn des ganzen Romans???

    Ärzt, Lehrer und Mensche und Mitmenschen allgemein sollten besser aufgeklärt werden! Sensibilisierung nenne ich dies mal!

    Ich hatte wirklich das Glück, dass ich sehr aufmerksame Menschen in meiner Umgebung hatte. Und dass auch das Hilfsnetzt..gerade für Kinder sehr gut ausgebaut ist. Man muss es nur nutzen!

    PS: Mir reichte eine Diagnose...diese war wirklich sehr tiefgründig und genau. So sllten alle Ärzte verfahren....(meine Meinung)

    VG

  7. #97
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Ich glaube, das mit dem Nachweis aus der Kindheit ist nicht so leicht, wie das hier oft dargestellt wird. Es kommt vor allem auch auf die Zeit/Generation, die Aufmerksamkeit bzw. Sensibilität der Lehrkräfte, Zusammensetzung der Klasse, das Elternhaus etc. an. Die Frage ist ja auch, was man alles als Hinweis für AD(H)S deuten könnte. Das ist einfach ein großer Ermessensspielraum, eben weil AD(H)S, im Gegesatz zu vielen anderen "Erkrankungen", nicht durch einen einfachen Bluttest oder Genanalyse oder was auch immer 100%ig diagnostizieren lässt. Es ist ein Syndrom mit einigen Leitsymptomen und vielen sekundären Symptomen, die sich nicht bei jede_r_m ausprägen müssen.

    Bei mir war es z.B. so: dank einer strengen, fast militärdrillartigen Erziehung durch eine pedantisch-ordentliche Mutter, kam ich gar nicht in den "Genuss" mal ein schlampiges Heft zu führen. Meine Mutter hat sämtliche meiner Hausaufgaben kontrolliert und wenn ihr mal was nicht gepasst hat (Schriftbild schlecht, zu viele Fehler etc.) hat sie es sofort zerrissen und ich musste noch mal von vorne anfangen. Ihr könnt euch ja vielleicht denken, wieviel Ärger es dann zu Hause gab, weil es bei mir eben nicht vorgekommen ist, dass etwas mal auf Anhieb "fehlerfrei" war. Bei uns an der Schule war es auch so, dass unsere Hausaufgabenhefte kontrolliert wurden, d.h. wir mussten die Hausaufgaben aufschreiben und die Lehrkraft hat es gegengezeichnet. So konnte man seine HAs nicht vergessen, wenn man zusätzlich noch eine Mutter hat, die alles sofort kontrolliert. Das ging bis zur 7. Klasse so. Auf dem Gymnasium war dann alles ein bisschen lockerer. Ich hab dann öfter mal meine HAs vergessen (aber dann in der Pause immer noch schnell gemacht, wenn es zeitlich ging)- das wurde nur nirgendwo registriert. Romane für den Deutschunterricht habe ich nie zu Ende gelesen- immer nur die Zusammenfassung (und die Klausuren trotzdem gut bestanden...lol).


    Auf den Zeugnissen wurden nur meine Noten vemerkt, keine Kommentare. Arbeits- und Sozialverhalten wurde bei allen Schülern pauschal gleich bewertet (die sog. "Kopfnoten" wurden damals erst gerade wieder eingeführt und niemand hatte wirklich Lust darauf). Ich konnte mich also immer so "durchmogeln". In meinen Zeugnissen steht nur, dass ich bei neuen Dingen oft noch Assistenz brauche und mich nicht so schnell auf neue Situationen einstellen kann. Einen Leistungsabfall hatte ich in der 6. Klasse- eine 5 in Mathe. Ansonsten nichts auffälliges. Was auffällt ist, dass ich nach der 10. Klasse und nach meinem Aufenthalt in England (da habe ich 12 & 13 in einem Jahr gemacht), sehr viel abgebrochen habe: Ausbildung, IT Studium, Jobs etc. Erst knapp 10 Jahre später habe ich mich wieder einigermaßen besonnen und dann mein aktuelles Studium angefangen- was mir dank AD(H)S auch oft sehr schwer fällt.

    Jetzt mit MPH geht es viel besser- zum ersten Mal in meinem Leben kann ich einen Text lesen und am Ende auch einigermaßen wissen, wovon er handelt, ohne dass ich das ganze Buch mit Notizen vollschmieren muss. Ich kann mich endlich mal konsequent hinsetzen und lernen und mich gut dabei fühlen, weil das, was ich lerne total spannend ist. Vorher konnte mich auch das "Spannende" nicht reizen, weil Lesen für mich so ein Kraftakt war.

    Naja, wie man sieht: es gibt bei mir einen roten Faden, aber der wird von anderen Dingen überlagert, sodass er nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Ich halte nicht viel davon, wenn man pauschalisiert behauptet, dass sich eine AD(H)S durch rein objektive Fakten in jedem Fall 100% nachvollziehen lässt. Das ist sehr schwierig. Klar, objektive Fakten sind besser verwertbar, als subjektive Fakten (letztere kann man ja auch unbewusst verfälschen, indem man vergangene Erlebnisse wohlwollender rekonstruiert, als sie wirklich waren)- aber was soll man machen, wenn es keine verwertbaren objektiven Fakten mehr gibt? Soll man dann sagen "ja, ist BL", weil einem nichts besseres einfällt und die Diagnose leichter zu stellen ist?

    Das bezieht sich jetzt nicht auf den speziellen Fall von NorthLight, sondern ist einfach nur allgemein gemeint. Jeder vernünftige Mensch wird irgendwann merken, dass Hilfe/Therapie nur dann möglich ist, wenn es eine ordentliche Diagnose gibt. Wenn man sich selbst eine Diagnose zusammenbastelt, dann hilft es einem nicht, weil falsche Diagnose = ineffektive Behandlung. Und wenn man wirklich einen Leidensdruck hat und den loswerden will, macht man sowas nicht. Natürlich gibt es irgendwelche karrieregeilen Student_innen, die sich einbilden, dass sie durch MPH "schlauer" werden, aber die suchen nicht eine Behandlung, weil sie einen Leidensdruck haben, sondern weil sie es sich leicht machen wollen (dass MPH für Normalos zwar kurzfristig leistungssteigernd wirkt, aber trotzdem nicht schlauer macht, haben einige wohl nicht kapiert...).

  8. #98
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 106

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    @Geetarist

    ADHS ist nach meinem jetzigen Wissensstand eine Stoffwechselkrankheit und kein Syndrom. Bitte berichtigt mich, wenn dies jetzt falsch ist!
    Und darum schrieb ich so ausführlich über meinen Test. Zu den Tests werden (müssen, sollen) mehrere Parameter für eine saubere Diagnose hinzugezogen.
    Die Ausprägungen auch im Erwachsenenalter differenzieren teilweise sehr stark. Darum sprach ich die Sensibilisierung an. Gerade für Lehrer und Ärzte gilt dies.

    Denn ADHS gibt es ja nicht erst seit gestern, es wird nur jetzt öffter diagnostziert, weil es dank der Forschung und tausenden nachgewiesenen Studien, ob Bildgebende oder biochemische Prozesse, besser nachgewiesen und diagnostizierbar ist.

    VG

  9. #99
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    Geetarist schreibt:
    Ich halte nicht viel davon, wenn man pauschalisiert behauptet, dass sich eine AD(H)S durch rein objektive Fakten in jedem Fall 100% nachvollziehen lässt. Das ist sehr schwierig.
    Das hat auch niemand behauptet.
    Weder sind Zeugnisse besonders Objektiv, obwohl sie es gern wären, noch hat jemand von 100% geredet.
    Es ist andersrum:
    Eine AD(H)S-Diagnose OHNE Hinweise aus dem Schulbereich zu stellen ist ziemlich problematisch.
    Wenn es keine Zeugnisse oder Schulhefte oder andere verwertbaren Aussagen zu der Zeit mehr gibt (kommt auch vor), ist man auf die Erinnerung des Betreffenden angewiesen.

    WENN es sie gibt und sich darin TATSÄCHLICH keine Hinweise finden, und die "Erinnerungen" vor allem darin bestehen zu erklären, warum die schwerwiegenden Probleme sich nirgendwo geäußert haben - da wäre ich als Diagnostiker jedenfalls auch sehr vorsichtig.

    Es gibt, wie Du selbst sagst, nämlich Leute, die versuchen, um mittels einer Diagnose an die Medis ranzukommen.
    Da würde ich sowas dann erwarten.

    Hast Du Dein Zeugnis mal einem (erfahrenen) Diagnostiker vorgelegt?
    Ist die Einschätzung "nichts verwertbares" von Dir, oder auch schon von einem Diagnostiker geäußert worden?

    Klar, objektive Fakten sind besser verwertbar, als subjektive Fakten (letztere kann man ja auch unbewusst verfälschen, indem man vergangene Erlebnisse wohlwollender rekonstruiert, als sie wirklich waren)- aber was soll man machen, wenn es keine verwertbaren objektiven Fakten mehr gibt? Soll man dann sagen "ja, ist BL", weil einem nichts besseres einfällt und die Diagnose leichter zu stellen ist?

  10. #100
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Zweite Diagnostik - ja oder nein?

    IonTichy" schreibt:
    Das hat auch niemand behauptet.
    Doch, meines Erachtens schon:

    creatrice schreibt:
    Wer ADHS hat, hat es auch (nachweisbar) seit der Kindheit, auch mit Hochbegabung, als Frau und vom unaufmerksamen Subtyp, denn da gibt es auch trotz Angepasstheit und sehr guter Noten typische Begleiterscheinungen, die im Zeugnis auftauchen.
    ..und darauf bezog sich auch meine Aussage: Ich stimme dem Teil "da gibt es auch trotz Angepasstheit und sehr guter Noten typische Begleiterscheinungen, die im Zeugnis auftauchen" nicht zu.

    Das "nichts verwertbares" bezog sich nicht auf meinen konkreten Fall, sondern auf den Fall, dass es bei einigen Menschen vielleicht aus den o.g. Gründen keine ADHS-spezifischen Hinweise in Zeugnissen gibt. Der Hinweis auf meine langsame Adaptation an sich verändernde Lernumgebungen in meinen Zeugnissen kann man durchaus als Indiz für ADS werten- ist aber sicherlich nicht so eindeutig wie "macht viele Flüchtigkeitsfehler, kann nicht sitllsitzen" o.ä.

    Wegen Syndrom vs. Krankheit: ich habe "Syndrom" gewählt, weil ich ADHS nicht pathologisieren möchte (Syndrom ist da vielleicht auch nicht so ganz passend, aber klingt meines Erachtens nicht so "harsch" wie "Krankheit"). Es gibt Menschen, die ADHS haben und sich dadurch nicht "krank" fühlen. Darüber kann man sich streiten, aber ich finde es per se nicht richtig und eher übergriffig von einer Krankheit zu sprechen, wenn es Menschen gibt, die sich dadurch nicht krank fühlen. Wenn man für sich selbst sagt "jo, ist ne Stoffwechselkrankheit- das kann ich für mich akzeptieren", dann finde ich das ok. Im allgemeinen Kontext möchte ich das allerdings nicht tun.

    Der Begriff "Stoffwechselkrankheit" ist mir persönlich ein bisschen zu reduktionistisch, weil es dafür noch nicht ausreichende Belege gibt und nach meinem Kenntnisstand aktuell davon ausgegangen wird, dass die Pathogenese von ADHS multifaktorielle Ursprünge hat. Damit möchte ich aber niemandem absprechen, sich selbst unter diesem Begriff einzuordnen.

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