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Diskutiere im Thema Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Maj


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Nachdem ich nun mehrfach gelesen habe, wie schwer es teilweise ist, die Diagnose AD(H)S überhaupt gestellt zu bekommen und wie "erleichtert" manch Betroffener ist, den Eigenverdacht endlich Schwarz auf Weiß zu haben (was mir im Übrigen nicht anders ging), frage ich mich, inwiefern die Diagnose - wenn man sie einmal von einem Arzt als gesichert diagnostiziert bekommen hat- Allgemeingültigkeit besitzt..

    Was ich damit meine ist, ob man ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung eindeutig benennen kann, von AD(H)S betroffen zu sein und dadurch bspw. auch die "Berechtigung" zu haben, entsprechende Medikamente verschrieben zu bekommen.

    Oder kann es sein, dass ein anderer Arzt zunächst selbst testen will, bevor er entsprechend behandelt?

    LG
    Maj

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Die Diagnose ADHS kann man verhältnismäßig einfach bekommen. Es gibt eine ganze Reihe von Ärzten, die das mittlerweile gut diagnostizieren können.

    Jemanden, der ADHS auch angemessen behandeln kann, habe ich in Deutschland bis jetzt noch keinen kennengelernt. Was aber auch zum Teil darin begründet sein mag, dass die meisten Medikamente, die zu einer angemessenen Behandlung der ADHS obligat sind, in Deutschland gar nicht vorhanden sind.

    Kein Psychiater in Deutschland nimmt die Diagnose eines anderen Psychiaters ernst. Würde er das tun, müsste er zugeben, dass es ausser ihm auch noch jemanden anderen gibt, der etwas von Psychiatrie versteht. Das ist einem Psychiater aufgrund seines narzisstischen Verhältnisses zu sich selbst und nicht zuletzt den Krankenkassen aber gar nicht möglich.

    Die Antwort lautet also: nein, die Diagnose ADHS besitzt keine wie auch immer geartete Allgemeingültigkeit. Im Gegenteil, bei den meisten seriösen Psychiatern in Deutschland wird die Diagnose einschließlich des Kollegens, der sie gestellt hat, großes Gelächter hervorrufen. Man kann sogar die Seriosität eines Psychiaters in Deutschland am Grade dieses Gelächters abmessen.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Eiselein schreibt:
    Jemanden, der ADHS auch angemessen behandeln kann, habe ich in Deutschland bis jetzt noch keinen kennengelernt. Was aber auch zum Teil darin begründet sein mag, dass die meisten Medikamente, die zu einer angemessenen Behandlung der ADHS obligat sind, in Deutschland gar nicht vorhanden sind.

    Kein Psychiater in Deutschland nimmt die Diagnose eines anderen Psychiaters ernst. Würde er das tun, müsste er zugeben, dass es ausser ihm auch noch jemanden anderen gibt, der etwas von Psychiatrie versteht. Das ist einem Psychiater aufgrund seines narzisstischen Verhältnisses zu sich selbst und nicht zuletzt den Krankenkassen aber gar nicht möglich.

    Die Antwort lautet also: nein, die Diagnose ADHS besitzt keine wie auch immer geartete Allgemeingültigkeit. Im Gegenteil, bei den meisten seriösen Psychiatern in Deutschland wird die Diagnose einschließlich des Kollegens, der sie gestellt hat, großes Gelächter hervorrufen.

    War bei mir jetzt (Ausnahme bestätigt evtl. die Regel?) zwar nicht so, aber die Tendenz könnte schon stimmen. Welche Erfahrungen gibt es noch?
    Lg
    Geändert von Loyola (16.07.2013 um 01:24 Uhr)

  4. #4
    Maj


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    interessante meinung. meine vorstellung geht in die ähliche richtung. es fängt ja schon damit an, dass mancher arzt behauptet, diese diagnose gebe es nicht einmal.

    lg

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Maj schreibt:
    wie schwer es teilweise ist, die Diagnose AD(H)S überhaupt gestellt zu bekommen und wie "erleichtert" manch Betroffener ist, den Eigenverdacht endlich Schwarz auf Weiß zu haben [...] frage ich mich, inwiefern die Diagnose - wenn man sie einmal von einem Arzt als gesichert diagnostiziert bekommen hat- Allgemeingültigkeit besitzt..
    Ich habe einige Wörter in Deinem Text markiert, die ein Bisschen durcheinander geraten sind.

    Ein approbierter Arzt darf nach deutschem Recht heilen. Ein Arzt darf also zuerst eine Diagnose stellen und seinen Patienten für krank erklären. Der selbe Arzt darf dann den Patienten therapieren, z.B. Medikamente verschreiben.

    Falls ein Arzt die für eine Therapie notwendige Kompetenz nicht besitzt, sollte er die Therapie weiter leiten. Er muss das aber nicht. Es gilt in Deutschland aber der Facharztstandard. Dieser ist kein geltendes Recht, verpflichtet einen Arzt aber zu besonderer Sorgfalt. Einem Gynäkologen ist es also nicht verboten, die Mandeln heraus zu operieren, er sollte es aber tunlichst vermeiden. Die jeweiligen Fachärzte schreiben nach Abschluss der Untersuchung einen Bericht mit der Diagnose (Arztbrief), für den Fall, dass sie von einem anderen Arzt, z.B. eines Arztes der Allgemeinmedizin, beauftragt worden sind. Diese Berichte sind nicht öffentlich und im Besitz des beauftragenden Arztes. Dieser Arzt kann eine Gesamtdiagnose stellen, die einzelnen Befunde zu einem Bericht zusammenfassen und interpretieren. Dafür kann er Kosten veranschlagen.

    Adressiert ist der Arztbrief an erster Stelle an den zuweisenden Arzt. Zusätzlich kann er nachrichtlich an weitere mitbehandelnde Ärzte sowie den Patienten selbst adressiert sein. Neben persönlichen Angaben zum Patienten und Angaben zur Dauer der Behandlung enthält ein Arztbrief die Diagnosen, sowie die durchgeführten Behandlungen und wichtige Befunde. Der Arztbrief kann Empfehlungen zur Medikation enthalten. Eigentümer des Arztbriefs ist der Patient.

    Andere Ärzte, die den Facharzt nicht beauftragt haben, müssen dessen Arztbrief nicht beachten. Die Diagnose ist somit nicht allgemeingültig. Dritte Stellen, wie Krankenkassen oder Krankenhäuser können einen Arztbrief zu Rate ziehen, müssen das aber nicht. Um eine allgemeingültige Diagnose zu stellen, bedarf es eines amtlichen Siegels, den nur Amtsärzte besitzen, z.B. um eine Epidemie auszurufen, die nationale Interessen tangiert, oder die Mündigkeit einer Person einzuschränken.

    Ein Arztbrief ist aber kein Gutachten. Das heißt, ein Arztbrief kann nicht vor Gericht verwendet werden.

    Also, ein Arzt darf nach geltendem Recht medizinische Heilpraktiken anwenden. Falls diese Heilpraktiken versagen, ist er nicht dafür haftbar. Diese Heilpraktiken sollten allerdings allgemein anerkannt sein.

    In unserem Fall heißt das, dass ein Psychiater die ADHS-Diagnose stellt. Er schreibt einen Arztbrief an den Hausarzt, sofern dieser den Psychiater beauftragt hat. Dieser Arztbrief enthält schwarz auf weiß die Diagnose. Der Arztbrief ist aber nur gegenüber dem Hausarzt gültig.

    Maj schreibt:
    Was ich damit meine ist, ob man ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung eindeutig benennen kann, von AD(H)S betroffen zu sein und dadurch bspw. auch die "Berechtigung" zu haben, entsprechende Medikamente verschrieben zu bekommen.

    Oder kann es sein, dass ein anderer Arzt zunächst selbst testen will, bevor er entsprechend behandelt?
    Wie ich oben geschrieben habe. Ein Arzt stellt eine Diagnose und hat das Recht, Medikamente zu verschreiben oder einem anderen Arzt zu empfehlen, dass dieser bestimmte Medikamente verschreibt. Ein zweiter Arzt des gleichen Fachs muss aber nicht die Diagnose der Ersten akzeptieren. Er kann, wenn er möchte, eigene Messungen durchführen. In der Regel glaubt aber ein Arzt dem anderen, je nachdem, wobei er mehr Geld verdient (meistens gibt es für die Therapie mehr Geld; er kann also zum Zeitpunkt Null gleich Therapie-Kosten in Rechnung stellen, ohne die lästige Diagnose machen zu müssen)
    Geändert von Steintor (16.07.2013 um 02:52 Uhr)

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Sehr verwirrend.....Meine Abklärung wurde zu einem vom Arbeitsamt gewollt und vom Hausarzt überwiesen. Bei meiner Abklärung wurde ich auf alles mögliche geprüft,

    wie Borderline, Depression, etc. und dies fand bei einem Klinikum in der psychatrischen Institutsambulanz statt, wo ich zu mehreren Terminen hin mußte.

    Diagnose F32.1 und F90.0 unterzeichnet von einem Leitenden Oberarzt und einem Facharzt für Psychatrie und Psychotherapie.

    Mein Arzt bekam einen Arztbrief, ich bekam ein Arztbrief und das Arbeitsamt bekam ein Arztbrief. Mir sagte man, das die Diagnose auch von anderen Behörden anerkannt

    wird. Ob dem so ist, weiß ich aber noch nicht....werd es wohl bald erfahren

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Einstein schreibt:
    Mir sagte man, das die Diagnose auch von anderen Behörden anerkannt wird.
    Wenn das Jobcenter einen Arzt mit einer Untersuchung beauftragt, dann wird dasselbe Amt dessen schriftlichen Befund wohl akzeptieren. Was ein Amt an Befunden und Dokumenten akzeptiert, liegt im Ermessen des ordentlich vereidigten Sachbearbeiters.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Was ich damit meine ist, ob man ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung eindeutig benennen kann, von AD(H)S betroffen zu sein und dadurch bspw. auch die "Berechtigung" zu haben, entsprechende Medikamente verschrieben zu bekommen.
    Ich hatte die Verdachtadiagnose von meinem Hausarzt. Gesichert wurde sie anschließend durch Tests, Interview und Biographie von einem Psychiater. Ich hatte selbst nie einen Eigenverdacht und habe selbst ca. 6 Monate gebraucht um die Diagnose anzunehmen wirklich glauben zu können an dieser mysteriösen "Kinderkrankheit" zu leiden und schon immer gelitten zu haben. Viel Lektüre und Gedanken zu meiner eigenen Lebensgeschichte waren nötig. Mein Paychiater hat ebenfalls die Diagnose immer wieder in Frage gestellt. Er hat alle anderen möglichen Erkrankungen immer wieder zur Sprache gebracht. Erst als ich völlig davon überzeugt war Adhs zu haben und dann auch dank Schließung meines Wissensdefizits meine Symptome besser benennen konnte, hat auch er sich endgültig festgelegt. Er ist ein gewissenhafter Mann und ein feiner Mensch, aber er hat sich immer "alle Türchen" offengehalten was meine Behandlung betrifft.

    Bei einem Arztwechsel würde jeder andere Paychiater zunächst wie Diagnostik betreiben und die Diagnose kritisch sehen. Da bin ich mir sicher.

  9. #9
    Maj


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    ich denke, es ist einerseits ja auch gut, wenn kritisch mit der diagnose umgegangen wird.

    meiner empfindung nach ist die beantwortung der diagnostikfragen ohnehin sehr subjektiv.
    ich hatte zum beispiel schwierigkeiten, wenn es darum ging, mein impulsives verhalten zu kalrifizieren, da dieses erheblich davon abhängt, wer mein gegenüber ist.
    so bin ich im kreise nahestehender personen durchaus impulsiv und neige zu unkontrollierten wutausbrüchen, ungeduld etc., in der schule jedoch hätte ich mich niemals getraut, mich den lehrern gegenüber aufzulehnen.

    ich denke, gerade bei schüchternen menschen (war früher sehr sehr schüchtern und verklemmt) ist es daher umso schwieriger, auf adhs zu kommen.
    meine grundschulzeugnisse zb. lassen rein gar nichts in dieser richtung erkennen (da steht in etwa: folgte aufmerksam dem unterricht, erledigte zuverlässig ihre aufgaben, hatte eine ordentliche schrift etc.). - empfinde es daher auch als sehr problematisch, wenn zu viel wert auf die zeugnisse gelegt wird.

    in meinen unterlagen jedoch herrscht das pure chaos. dies war schon in der schule/uni der fall, da ich jedoch immer ein stabiles „soziales netz“ hatte konnte ich mir bspw. fehlende unterlagen kopieren und meine arbeiten letzten endes in einer perfekt anmutenden erscheinung abgeben. so versuche ich bis heute, mein „inneres chaos“durch perfektionismus und teils zwanghaftes verhalten „in schach zuhalten“ bzw. zu kompensieren und verstecke mich gewissermaßenhinter einer vermeintlich organisierten, in sich ruhenden und zielstrebigen fassade. auf adhs wäre eine aussenstehende person in meinem fall niemals gekommen. (glaube, das geht geht jetzt aber schon in richtung off-topic)

    lg
    maj

  10. #10
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: Besitzt die einmal gestellte Diagnose eigentlich Allgemeingültigkeit?

    Meine Erfahrung: Mein Arztwechsel fand innerhalb einer Praxis statt, fast jedesmal werde ich skeptisch gefragt wo ich meine Diagnose haben machen lassen, und jedesmal antworte ich "hier, bei Dr. ****", das muss dann ja hingenommen werden, wenn es aber ausserhalb wäre ...................

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