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Diskutiere im Thema Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 186

    Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Ich habe schon von einigen Seite gehört, dass Haustiere wie Hunde auf Menschen mit ADHS einen positiven Einfluss (z.b. auf Hyperaktivität und Konzentrationsfähigkeit) haben sollen. Das betraf allerdings Tiertherapie bei Kindern. Hat jemand Erfahrungen bei Erwachsenen? Ich überlege mir vielleicht deshalb einen Hund zuzulegen.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Hunde bzw. Tiere können durch ihre Sensibilität auf jeden Fall einen Einfluss auf die Psyche haben. Sie verstoßen einen nicht weil man verplant ist, es ist ihnen egal wie du aussiehst, sie finde deine Ticks nicht komisch..sie lieben dich halt für das, was du bist. Etwas schöneres gibt es eigentlich nicht.
    Zudem kann gerade ein und einem einen sehr strukturierten Tagesablauf geben: der Hund muss halt morgens raus, egal was ist. Und mittags. Und nachmittags. Und Abends. Und vielleicht auch nochmal nachts. Man muss verantwortung übernehmen, weil der Hund ohne einen hilflos ist.
    Ich selber habe auch einen Hund und ich muss sagen, mir tut es vor allem in Bezug auf meine Depressionen sehr sehr gut. Eigentlich kann ich nur Positives berichten: das Rausgehen gleicht mich wunderbar aus, ich genieße die Natur mit meinem Hund. Es ist wunderbar zu sehen, wie sehr er sich an mir orientiert und wie er sich über meine Aufmerksamkeit freut. Ich bin mit ihm in einem Hundesportverein, dadurch bewege ich mch viel mehr und lerne auch mehr Leute kennen. Für mich war mein Kleiner die Allerbeste Entscheidung.

    ABER: sich nur wegen der Hoffnung auf Besserung vom AD(H)S einen Hund zuzulegen halte ich für falsch. Das hört sich jetzt sehr Zeigefingermäßig an, bitte nimm es mir nicht übel aber bitte sei dir darüber im Klaren:
    - so ein Hund kann bis zu 16 Jahre alt werden
    - ein Hund ist an dich gebunden und leidet, wenn du nicht da bist
    - ein Hund kann häufig (erstmal) nicht alleine bleiben
    - ein Hund kann krank werden und das wird dann oft sehr teuer
    - auch so ist ein Hund teuer: Impfungen, Hundesteuer, Fressen etc - ich komm mindestens(!) auf 80 Euro monatlich

    Außerdem kann es sein, dass der Hund bei dir nicht "die erwünschte Wirkung" zeigt. Wärst du dann bereit ihn trotzdem um seiner selbst Willen zu behalten? Bist du dazu in der Lage dich in allen Situationen so zusammen zu reissen (also auch bei Krankheit, wenn du mal völlig durch bist, stark down usw.) dass du ihm gerecht werden kannst? Bist du dazu in der Lage ihn so zu erziehen, dass er nicht aggressiv wird?

    Weite Fragen die ich für sehr wichtig halte sind:
    - hast du Hilfe aus deiner Umgebung? Es kann immer mal sein, dass du für drei Tage oder so ins Krankenhaus musst, kann ihn dann jemand nehmen (und pass auf: anfangs bieten es viele an wenn er noch ein Welpe ist, aber der Prozentsatz von Leuten, die dann wirklich helfen ist gering)
    - kannst du den Hund transportieren, z.B. wenn er mal krank ist oder kastriert werden muss?

    Und was ich noch ganz wichtig finde: so eine Hun-Mensch Beziehung ist fürs Leben! Immer wieder lese ich in Kleinanzeigen Dinge wie "Muss meinen Hund aus beruflichen Gründen abgeben", "Ich ziehe in eine Wohnung, wo keine Haustiere erlaubt sind" oder "Ich bin schwanger und habe keine Zeit mehr für den Hund" --> sowas überlegt man sich vorher!!
    Ein Hund steckt einen Besitzerwechsel nicht so einfach weg, für ihn bricht eine Welt zusammen!

    Ich weiss ja nicht, wie weit du solche Fragen schon reflektiert hast. Wie gesagt, einen Hund nur aus einem Zweck anzuschaffen, wie dass er dich therapieren soll, halte ich für Quatsch und finde es dem Hund gegenüber unfair.
    Vielmehr schafft man sich einen Hund an, weil man sich über lange Zeit auf dieses Wesen einlassen will und durch die Beziehung entsteht dann irgendwann ein Therapieeffekt.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    ich empfehle schildkröten.

    schildkröten sind langsam und machen sich selbst keinen stress

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Den Vergleich mit Kindern finde ich sehr ungünstig. Die haben von den Tieren "nur das Vergnügen" und mit den Pflichten nichts zu tun. Tiere werden inzwischen auch an verschieden Stellen begleitend zur Therapie eingesetzt.

    Mir als ADHSlerin geht es mit Hunden so, dass ich sie sehr mag, aber mir wäre es viel zu viel, dauernd raus zu müssen.
    Als wir in der Familie mal einen angeschafft haben, war meine Meinung vorher dazu: "tut es, wenn ihr möchtet, aber ich möchte nicht dafür zuständig sein. Mit 3 Kindern und Feierabend selten vor 22.00 Uhr brauche ich nicht noch einen Hund, der anschließend darauf wartet dass ich mit ihm raus gehe."

    Früher zuhause hatten wir einen Hund, der mich dazu veranlasst hat, sehr viel mit ihm spazieren zu gehen, obwohl das zum Gassigehen gar nicht nötig war - den konnte man einfach zur Tür raus lassen auf dem Land. Dass er mich zu ausgedehnten Spaziergängen gebracht hat, ist natürlich sehr positiv, aber damals ging ich noch zur Schule, war also nicht so sehr eingespannt.

    Vielleicht verhilft ein Hund dir zu einem besseren Tagesrythmus. Aber er wird deine Symptome wohl kaum mindern, höchstens kannst du dich auspowern.
    Was ist aber, wenn du feststellst, dass er dir mit deinem ADHS nicht besonders weiterhilft, wirst du dann bereuen, dass du ihn angeschafft hast?
    Ich schließe mich der Meinung an, dass du zu viel von ihm erwarten/ verlangen könntest, wenn du hoffst, er könnte stark heilsam wirken. Schlimmer ist nur, wenn Kinder in die Welt gesetzt werden, um eine Ehe zu kitten.

    Überdenk vielleicht mal, ob ein Hund dich nur aus den oben genannten Gründen interessiert. Du triffst doch bestimmt hier und da mal Hunde. Ist dein Verhältnis grundsätzlich so, dass du schon länger gern einen hättest, oder ist das gerade eher eine fixe Idee und fält unter "könnte helfen"?

    Wenn du nicht sicher bist, könntest du auch erst mal mit Hunden aus einem Tierheim spazieren gehen, um festzustellen, ob du das wirklich mehrmals am Tag möchtest, oder ob es dir bald zu viel würde.
    Es sollte wirklich gut überlegt sein, und die Option "wenns nicht passt, kann ich ihn ja wieder abgeben sollte möglichst vorher schon ausgeschlossen werden."

    Außerdem könnte die Wirkung bei Kindern eine ganz andere sein - sie können sich mal entspannen und mal einer Sache hingeben. Aber sie können sie eben auch abhaken, wenn sie mögen, das kannst du dann nicht mehr, wenn der Hund deiner ist.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Bitte beachte auch, dass der Hund genauso von dir beeinflusst werden kann, wie du von ihm.
    Sprich, wenn vielleicht seine Ruhe und Gelassenheit auf die übergehen könnte, so könnte genauso deine Unruhe und Getriebenheit auf ihn übergehen.
    Nicht, dass es so sein muss. Aber selbst Therapiehunde werden ja nicht dauernd eingesetzt und müssen zudem auch lange vorher ausgebildet werden (und sind dementsprechend teuer).
    Ich will damit nur sagen, dass so ein Hund 1. immer ein Überraschungspaket ist und 2. sehr sensibel auf äußere Einflüsse reagiert, das musst du auch beachten.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Hunde haben in einem Fall einen positiven Einfluss auf ADHS'ler: sie zwingen dich dazu dich regelmäßig an der frischen Luft zu bewegen.

    Aber das kann Sport auch ...

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Je nach dem, was es für ein Hund ist, benötigt er sehr viel Konsequenz in der Erziehung. Kannst du das durchhalten? Der Hund lebt mit dir zusammen, er kennt deine Stimmungen und deine Schwächen. Es gibt Hunde, die sind dann eine Stütze, es gibt aber auch Hunde, die das ausnutzen.

    Mein Faibel sind Jagdhunde. Ich persönlich liebe deren schnelle Auffassungsgabe, die Unruhe und Geschwindigkeit, ihr leben im Hier und Jetzt. Allerdings benötigen diese Hunde bei Spaziergängen die ungeteilte Aufmerksamkeit und reines Spazierengehen reicht nicht, es sind Arbeitshunde, die Aufgaben brauchen, damit sie ausgelastet sind. Urlaub findet immer mit Hund statt, weil ich meine Hunde nicht jeden anvertrauen kann.

    Wenn du dich für einen Hund entscheidest, achte darauf, wo er her kommt, wie er aufgewachsen ist, bis wann er bei der Mutter war. Was hat der Hund in der Zeit bei der Mutter schon kennengelernt? Ist der Hund nur im Stall ohne Umwelteinflüsse aufgewachsen, lass die Finger davon. Ein solcher Hund ist nicht sozialisiert und wird sich in ein normales Familienleben äußerst schwer einfügen können. Solche Hunde werden häufig zu Angstbeißern. Je mehr die Züchter mit den Welpen unternommen haben, desto besser. Ein Welpe sollte mit seinen Eltern und Geschiwstern bereits sämtliche Haushaltsgeräusche - Staubsauger, Telefon, Fernsehen, Rasenmäher -, Autofahren, Straßenlärm, spielende Kinder, unterschiedliche Menschen und evtl. auch andere Hunde kennengelernt haben.

    Je mehr du über einen neuen Hausgenossen weisst, desto besser.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 131

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?


  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    QUER-LD es ging hier um einen Hund und nicht um Schildkröten.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 170

    AW: Tiere (z.b. Hunde) als Therapie bei ADHS?

    Ich züchte Hunde und ich sage immer- meine Hunde sind die beste Therapie.

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