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Diskutiere im Thema ADHS und Jahrgang 1950 - 1975 im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    Frage ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Veranlasst zu dieser Frage hat mich Moonstone mit der Frage
    ob man ADHS als Erwachsener bekommen kann.

    Und jetzt ganz ehrlich ....
    Wer von uns hat sich früher getraut einen Aufstand bei
    Eltern, Lehrern oder überhaupt Erwachsenen zu proben ?


    Meine Kindergärtnerin war eine katholische Nonne vom alten Schlag
    Mein Grundschullehrer stand noch mit dem Rohrstock an der Tafel
    Mein Vater hätte mich erschossen wenn ich mich so daneben benommen hätte
    Und der Rest der Erwachsenen hätte nicht gezögert uns eine Ohrfeige zu verpassen.
    Meine Grunderziehung war "Anstand" und "Respekt" Erwachsenen gegenüber.

    Ich plädiere hier nicht für irgendwelche Gewalterziehung!!!!

    Aber ich glaube schon das die meisten meines Alters
    Aufgrund der Strenge früher, sich nicht getraut hätten aus dem "Rahmen" zu fallen.

    Und zu unserem Glück gab es keine Computer und Playstation.
    Wir haben draussen getobt, Buden gebaut und uns dreckig gemacht.
    Das war dann wahrscheinlich unsere eigene Therapie mit allem klarzukommen.

    ADHS hatten wir alle schon damals, nur die Zeit und Erziehung,
    verändert das Diagnosealter.

    Das wir letztendlich mit mehr Komorbiditäten zu kämpfen haben,
    als die Kid`s heute, steht auch außer Frage.

  2. #2
    ErichW

    Gast

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Ich bin auch früher großgeworden. Und ich kann die Einschätzung nur teilweilse bestätigen. Außer einem prügelnden Musiklehrer, der haute tatsächlich mit dem Geigenstock auf missliebige Schüler ein, habe ich nicht allzu Strenge erlebt. Vielleicht war das ja mein Problem .

    Was es früher mit Sicherheit gab, war mehr Erziehung durch Gleichaltrige, durch die erweiterte Familie, durch Nachbarn und Freunde. Das Hineinfinden in soziale Gemeinschaften war damit wohl leichter. Außerdem gab es weniger und klarere Regeln als heute.

    Naja, und dass man zuhause nicht mehr ausrasten konnte, weil man abends einfach ausgepowert nachhause kam, ist sicher richtig.

  3. #3
    Lysander

    Gast

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Mein Bruder, Jg. 1962, hat sich daneben benommen. Er war das schwarze Schaf der Familie und natürlich bezog er von meinem Vater Prügel: mit dem Teppichklopfer. Er lief völlig aus dem Ruder und meine Eltern waren komplett überfordert. Die Prügel half nicht. Wie sollte sie das auch bei einem ADHSler? Wann immer in der Schule etwas kaputt gemacht wurde, mein Bruder war garantiert beteiligt. Er war aber auch der Schuldige, wenn er gar nicht getan hatte. Meine Eltern förderten sein Außenseitertum, indem sie ihn bei ihren Freunden, bei Nachbarn und Bekannten oder bei seinen Brüdern als den "Primitiven" bezeichneten. Dabei war mein Bruder nicht "primitiv". Er war hochsensibel, impulsiv und sehr intelligent. Er wusste nicht wohin mit seinem Frust und seiner Wut. Er hatte ein hochfundiertes Wissen über die Formel1, war ein toller Mechaniker, eckte jedoch überall an. Als meine Eltern ihn ein Internat steckten, litt er sehr. Er machte eine Lehre als Kfz-Mechaniker, allerdings nicht mehr die Meisterprüfung. Irgendwann lud er seinen Frust über meine Eltern ab, indem er sich einen Schürhaken schnappte.... Später ging er zum Bund und nach dieser Zeit wurde er Flugzeugmechaniker.

    Meine Eltern waren streng, aber meine beiden Brüder und ich fielen immer wieder aus dem Rahmen. Das lag in unserer Natur. Und auch wir haben getobt und uns dreckig gemacht und Mist in der Schule gebaut. Eine halbe Generation vorher war es schick sich gegen die Elterngeneration aufzulehnen, wenn ich mal an die 68er erinnern darf.

  4. #4


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Meine Eltern waren überhaupt nicht streng und ich bin Jahrgang 63.
    Wir haben sehr viel draußen gespielt, haben alles gemacht, was die
    Kinder heute eher vermissen. Aber geholfen hat das nicht viel.
    Vielleicht hätte mehr Strenge seitens meiner Eltern etwas helfen können.
    Wer weiß. Aber insgesamt gesehen, ist es damals eher darauf hinaus
    gelaufen, dass man faul war, keine Lust hatte oder dumm war. Weil
    das Krankheitsbild so noch nicht richtig bekannt war und weil man eh
    nicht sofort zu einem Arzt gerannt ist. Leider.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 203

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Hallo,

    mein ADS habe ich richtig ausgelebt mit allen Symptomen! Meine Eltern haben es sehr schwer mit mir. Bekam Schläge mit dem Gürtel.
    Es hat zwei Tage gehalten...
    Immer nur an der frischen Luft gespielt!, ja das war die beste Therapie
    Viel Sonne.

    ciao
    dubi

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 140

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    genau draculine
    ich bin in den 60ern auf dem land groß geworden, zwischen wald und feld und mit tieren und viel dreck
    und ohne aufsicht. in den ferien hieß es ja damals : wenns dunkel wird kommst du nach hause...
    keine fernkontrolle über handy... man lernte irgendwie auch verantwortung für sich zu übernehmen.
    ads hatte ich schon, gabs als phänomen aber nicht.
    "junge, träum nicht, sei bei der sache..." war das mantra meiner kindheit.

    und wenn ich doch geträumt zu viel habe, gabs prügel... das war die angezeigte therapieform.
    schon im kindergarten. irre eigentlich. ich wurde von einer nonne mit dem stock geschlagen.
    den hatte ich von einem busch im garten abgebrochen... spiegelnde starfe, wie im mittelalter...

    ich habe immer geglaubt das habe mir nicht geschadet. ein riesiger irrrtum !!!
    ich habe gelitten und mich falsch gefühlt. ich bin nicht ok.... ich bin so falsch, dass ich schläge verdiene.
    das werde ich wohl nicht so ganz los, auch wenn ichs begriffen habe.
    nun bin ich 53 und habe drei kinder. meine zentrale botschaft als vater ist daher : du bist klasse !
    auch wenn wir mal verschiedener meinung sind.

    meine eltern haben mich auch geliebt, aber es nicht besser gewusst.
    ich habe nun meiner mutter (84 jahre alt) ein buch über ads gegeben.
    sie versteht nun vieles. ich trage ihr nichts nach.
    wer weiß was wir alles versauen... :-)
    epikur

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Dieser rote Rahmen ist cool.

    ADHS gab es früher doch gar nicht. Was redet ihr denn da. Die drei Durchgeknallten in meiner 1. Klasse wurden schnell ausradiert. Die gab es gar nicht mehr in unserem Bewusstsein. Zum Konfirmandenunterricht tauchte einer von denen noch mal auf, aber man sprach nicht mit ihm. dann gab es noch die Ms in der B-Straße Ecke S-Straße. Alle Hellblond, man sah sie schon von weitem und konnte rechtzeitig einen Bogen um sie machen. Heute würde ich sagen, mangelnde Impulskontrolle, die hätten mal eine Medikinet schlucken müssen, alle drei Söhne (die Tochter sah gut aus, aber die war unerreichbar, mit der durfte man nichts anfangen, denn die Ms gehörten nicht dazu, zum Dorf. Dann lieber eine Zugezogene). Der Älteste hätte sich das Leben genommen, sagte man mir, als ich (nach meiner eigenen Diagnose) auf die Ms zu sprechen kam (es dauerte einige Zeit, bis man (Alteingesessene), wusste, wen ich meinte) (ich hatte mal alle ADHSler in meinem Dorf gescannt und wollte wissen, was aus denen geworden ist. Man hat sich einfach nicht für sie interessiert, weil sie so dissozial waren). Ähnlich war es mit den Ps. Die kannte auch Keiner (und deren Tochter M. ist heute Model, oder war Model, denn sie ist auch schon 45 Jahre alt).

    Und ich? Ich habe nur ADS.

  8. #8
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Ja, es waren herrliche Zeiten damals und die Drehbuchschreiber von Fernsehspielen
    profitieren enorm davon.

    Als Mädchen kam man einigermaßen durch, aber beinahe jeden Tag erhielt in
    der Schule einer der Jungs Prügel mit dem "gelben Onkel", genug Verdächtige
    gab es bei drei Jahrgängen in einem Klassenzimmer.

    Wie froh war ich, die Dorfschule zu verlassen und in eine Mädchenklasse zu gehen.

    Ich habe auch mal nachgeforscht, - ADHS-Symptome und Lernschwierigkeiten,
    da kam auch damals nichts Gutes raus.
    Geändert von Gretchen (19.06.2013 um 19:07 Uhr) Grund: ergänzt

  9. #9


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Man kam als Mädchen aber nur einigermaßen
    davon, wenn man verträumt war.
    Ich war zwar extrem verträumt, mit wunderbaren
    Tagträumereien, aber auch impulsiv und dadurch
    sehr vorlaut, bin oft aufgestanden und habe mit den
    Nachbarn gequatscht und bin mit dem Stuhl umgekippt.
    Dies hatte zur Folge, dass ich die Klassenzimmerecke
    sehr gut kennengelernt habe.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 203

    AW: ADHS und Jahrgang 1950 - 1975

    Ein drittel der Grundschule habe ich die Ecken angeschaut
    Ein drittel auf Stühlen gewippt und durch Fenster geträumt
    Den Rest versucht zu retten war ich noch konnte um zu hause keine Schläge zu bekommen
    Einige Jungs und Mädchen wollten was mit mir machen aber ich habe das überhaupt verstanden, kein Selbstwertgefühl
    Zu hause in eigenen vier Wände ist doch am schönsten und sichersten

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