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Diskutiere im Thema DSM 5 -neues ADHS kriterium: Sympt. vor 12. - nicht mehr 7. LJ. aufgetreten sein im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 117

    DSM 5 -neues ADHS kriterium: Sympt. vor 12. - nicht mehr 7. LJ. aufgetreten sein

    Moin Moin,

    mal wieder was von mir Bin gerade auf diesen artikel von yahoo gestoßen: Yahoo! Nachrichten - Aktuelle Nachrichten & Meldungen

    Zitat:
    "ADHS oder einfach typische Schulprobleme? Durch die Neuauflage des Regelwerks DSM-5 dürfte auch die Anzahl der Kinder rapide steigen, die an ADHS leiden sollen. Bisher mussten Symptome wie andauernde Unruhe und fehlende Konzentrationsfähigkeit vor dem siebten Lebensjahr auftreten, um die Störung festzustellen. Nach dem neuen Regelwerk müssen die Anzeichen erst bis zum zwölften Lebensjahr auftauchen.
    Das Problem: In dieser Zeit erleben die meisten Kinder einen Umbruch, haben mit schulischen und alltäglichen Problemen zu kämpfen. Viele dieser Herausforderungen wären auch ohne Medikamente zu bewältigen. „Angesichts dieser Häufigkeiten ist auch in Deutschland von einer deutlichen Überdiagnostik und pharmakologischen Übertherapie bei ADHS auszugehen“, warnt BPtK-Chef Richter.


    Bereits heute erhält knapp jeder fünfte Junge zwischen dem siebten und zwölften Lebensjahr eine ADHS-Diagnose, jeder zehnte Junge bekommt als Kind oder Teenager einmal Ritalin verschrieben. Die Bundespsychotherapeutenkammer hofft, dass die WHO bei der Novellierung ihres Katalogs nicht den US-Psychiatern folgt. Immerhin: Die amerikanischen Ärzte betonten auch, dass ADHS bis ins Erwachsenenalter andauern kann."


    Ja und nun? Was denkt ihr dazu?



    Sollte mal ein hinweis sein, hab jetzt leider kaum zeit um hier groß meine gedanken niederzuschreiben da ich voll im umzug stecke Münsteeeer ich komme


    Cheers
    Huenchen

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 157

    AW: DSM 5 -neues ADHS kriterium: Sympt. vor 12. - nicht mehr 7. LJ. aufgetreten

    Je mehr ich über das DSM-5 höre (wobei mir die ADHS-Sache schon sehr lange bekannt ist) , desto mehr sehe ich das neuroskeptic-sch.

    Es ist schon etwas pharmaorientiert... nicht das ich was dagegen habe, dass nun quasi jeder ein Recht auf Drogen hat. (Ganz im Gegenteil! Re-Legalize it!) Aber doch nicht so bei den ohnehin überforderten Therapeuten und Diagnostikern!!!1 -.-

    Große oder kleinere Kritikpunkte sind auch:

    Mixed-State: Depression :( und Manie :) zusammen , also :(: => Antipsychotika zur "Stimmungstabilisierung" ! Horray!
    Autismus-Spektrum-Störung: Keine Individualität wie HFA, MFA, LFA, Atypisch, usw. und Studien laufen nun einseitiger ab und es gibt keine Möglichkeit der HFA-vs.- Asperger-Vergleiche mehr. Weil Autismus kann man nicht mit Medikamenten behandeln. Wobei Risperidon ist in den USA für Autismus zugelassen und man nun keine Unterscheidung zwischen allen Autisten, also => Alle Antipsychotika! Hooray!
    Mixed Anxiety-Depressive Disorder: Keine Ahnung was das ist, aber es gibt ja Breitbandpsychopharmaka und die heißen...na? => Antipsychotika! Hooray!
    (Mein Favorit) Psychose-Risiko-Syndrom: Jeder Mensch hat ein gewisses Risiko und kann Psychosen erleiden oder sie sogar gar nicht wahrnehmen. Was hilft dagegen zur Prävention und Prophylaxe ? Moment, da war doch irgendetwas was nur gegen Psychosen hilft, und daher diesen Namen tragen. Was war das nochmal... achja äh... => fällt mir nicht ein sorry -_-

    Und wer nun meint, dass Ärzte nicht so dumm denken? Das stimmt, aber für echtes Denken gibt's heute keine Zeit!

    Nein im Ernst, das ist doch heute schon für meine Toleranzgrenze etwas viel übertrieben. So sieht für mich Substanzmissbrauch aus!

    ...

    Achso es geht um AD(H)S und das dadurch mehr Kinder diagnostiziert werden können? Naja auch unter ADHSlern ist die Zahl der Behandlungen gestiegen mit:
    ANTIPSYCHOTIKA HOORAY!!!!
    [Hießen sie nicht mal Neuroleptika, also Nervendämpfungsmittel? Der Name passt wohl nicht, helfen ja nur gegen Psychosen...]

    Pubertät ist nun eine eigenständige Krankheit! Daher ab 12. (Dumme Eltern, kapieren erst ab diesem Alter, dass die Kinder nicht mehr mit der 12 Jahre-langen schlechten Erziehung zufrieden sind und deswegen aufsässig werden.) Vielleicht meine Paranoia, aber ich habe es ja selbst miterleben müssen - und da waren die Diagnosenkriterien strenger - und wurde genau so behandelt wie alle anderen: Als hätten die Eltern Probleme mit ihren Kindern.
    Bei mir war dies nicht der Fall, wurde aber dennoch gleich behandelt. Mit... naja zugegeben nicht nur. ^^

    Achso es geht um Ritalin? Ähh... nur Ablenkungsmanöver, deswegen heißt ja das "neue Ritalin" auch FOCALIN! ^^
    Mal die Leute an neue Namen gewöhnen ohne negatives Stigma-Gefühl. Antipsychotika hört sich auch besser an als Neuroleptika und weit besser als Ritalin.
    "Wer gibt seinen Kind denn Ritalin? Werden doch nur aufsässig, bekommen Parkinson und sind drogenabhängig. Antipsychotika machen nicht abhängig.(?) und der Rest... nicht so schlimm."

    Off-Topic: Münster? Da kannst du deine Gedanken mir ja persönlich sagen. ^^
    Geändert von Aleã (11.06.2013 um 10:31 Uhr) Grund: gedanken

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: DSM 5 -neues ADHS kriterium: Sympt. vor 12. - nicht mehr 7. LJ. aufgetreten

    Na ja ...

    1. Ritalin und Focalin sind zwei verschiedene Sachen. Zwar ähnlich aber trotzdem ...

    2. Natürlich muss ADHS und "normale" Pubertät unterschieden werden. Also bitte. Und da braucht es keinen Arzt für.

    3. Die Frage wo "normal" aufhört und "krank" anfängt ist die große Frage nicht nur aber besonders in der Psychiatrie. Auch hier im Forum gerne Diskutiert. Ich tendieren dazu zu sagen: Es muss ein individueller und starker Leidensdruck da sein. Darauf kommt es an.
    Wenn man sich die Definition für "gesund" der WHO anschaut sind eh alle Menschen krank außer ein paar Gurus kurz vorm Nirvana. Da regt sich auch keiner auf.

    4. Dass ADHS erst mit 12 so richtig auffällt gibt es öfter. Das ist nicht neu. "Da" war es in den Fällen immer schon vorher, nämlich von Geburt an, aber das ist wie mit der ebenfalls willkürlichen Grenze 7 - klar fällt es in der Schule mehr auf als im Kindergarten und in der weiterführenden Schule mehr als in der Grundschule. Es muss immer abgeprüft wie lange signifikante Symptome da waren: Die müssen sowieso schon immer vorhanden sein. Egal in welchem Alter man beim Arzt aufschlägt. Aber der Leidensdruck kann ja wachsen, in sofern ist das OK.

    6. Aus alledem folgt: Diagnostik gehört sowieso in die Hände von Fachärzten die dann hoffentlich Augenmaß haben.

    Und so ist DSM ja wohl auch gemeint: Nicht als Kochrezept sondern als Leitline. Da wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, die guten (!) Ärzte werden wenig ändern und strengenommen spielt es für uns in Europa eh keine Rolle.

    Diskutieren sollte man es und zwar fachlich. Wie war das z. B. mit Asperger? Wie kommen die auf diese abstruse Idee? Das les ich nirgends. Aber ganz sicher werden nicht irgendwelche Diagnosen gleich "explodieren". Das ist Panikmache.

    Und das wirklich heiße Eisen - Versorgung mit guten Ärzten und Therapeuten sowie adäquat Bezahlung der aufwändigen Diagnose - wird mal wieder nicht ventiliert nur weil ein patziger Autor des DSM IV dem sie die Tantiemen gestrichen haben in der Presse rumstänkert.









    ---
    Zwischen Angel und Tür: Per Telefon und Tapatalk.
    Geändert von Wildfang (11.06.2013 um 10:46 Uhr)

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 157

    AW: DSM 5 -neues ADHS kriterium: Sympt. vor 12. - nicht mehr 7. LJ. aufgetreten

    ohh gott war ich wieder heute morgen psychotisch. -.- Mal schauen wie ich nun jetzt dazu denke.
    (rot sind meine Erläuterungen)
    Wildfang schreibt:
    Na ja ...

    1. Ritalin und Focalin sind zwei verschiedene Sachen. Zwar ähnlich aber trotzdem ...
    Stimmt!

    War ich etwa zeitweise der Ritalinkritik verfallen? So etwas ist mir ja noch nie passiert. =(
    2. Natürlich muss ADHS und "normale" Pubertät unterschieden werden. Also bitte. Und da braucht es keinen Arzt für.
    Stimmt! Da habe ich 2 Dinge miteinander verbunden, die nicht zusammen gehören. Ich habe bedauerlicherweise direkt an das Antipsychotika-Problem bei Kindern gedacht, welches durchaus erst mit den sogenannten "Atypika" in diesem hohen Maße angefing. Jedoch haben diese Kinder selten die Diagnose ADHS, sondern eher andere Diagnosen, die leichter zu verwechseln sind. Pharmawerbung oder nicht: Das Problem liegt wie immer an anderer Stelle, dazu mehr in Punkt 6 und ganz am Schluss.

    3. Die Frage wo "normal" aufhört und "krank" anfängt ist die große Frage nicht nur aber besonders in der Psychiatrie. Auch hier im Forum gerne Diskutiert. Ich tendieren dazu zu sagen: Es muss ein individueller und starker Leidensdruck da sein. Darauf kommt es an.
    Wenn man sich die Definition für "gesund" der WHO anschaut sind eh alle Menschen krank außer ein paar Gurus kurz vorm Nirvana. Da regt sich auch keiner auf.
    Stimmt! Wobei man zur Psychiatrie an sich wirklich sagen muss, dass sich in letzter Zeit eine Menge diesbezüglich verändert. Es werden sogar ganze 180°-Drehungen gemacht:
    - ADHSler dürfen nun leichter Antipsychotika bekommen (v.A. in Kombination mit Stimulanzien).
    - Schizophrene dürfen nun
    Amphetamine. (wow!)
    Die Dopamin-Hypothese wird damit völlig in den Müll geworfen und ehrlich gesagt bin ich sogar froh darüber.
    Aber es macht auch ganz schön verrückt, wenn plötzlich alles umgekehrt läuft.

    4. Dass ADHS erst mit 12 so richtig auffällt gibt es öfter. Das ist nicht neu. "Da" war es in den Fällen immer schon vorher, nämlich von Geburt an, aber das ist wie mit der ebenfalls willkürlichen Grenze 7 - klar fällt es in der Schule mehr auf als im Kindergarten und in der weiterführenden Schule mehr als in der Grundschule. Es muss immer abgeprüft wie lange signifikante Symptome da waren: Die müssen sowieso schon immer vorhanden sein. Egal in welchem Alter man beim Arzt aufschlägt. Aber der Leidensdruck kann ja wachsen, in sofern ist das OK.
    Stimmt! Überinterpretation von mir. Siehe Punkt 2!

    6. Aus alledem folgt: Diagnostik gehört sowieso in die Hände von Fachärzten die dann hoffentlich Augenmaß haben.
    Und genau da liegt sicherlich immer noch der größte Handlungsbedarf! AD(H)S-Fachärzte & -diagnostiker sind meiner Wahrnehmung nach sogar im Bereich der Kinder- & Jugendpsychiatrie sehr eng bestückt inkl. regionaler Unterschiede. Wie es im Bereich der Erwachsenen aussieht kann ich schlechter beurteilen. Jedoch habe ich durchaus die sehr langen Wartezeiten alleine für Erstgespräche mir selbst eingebrockt. Für "dringlichere" Fälle bis heute sicher ein Problem.
    In anderen Diagnostik-Bereichen gibt es aber ebenfalls ähnliche/selbige Probleme. Nur wenige Ärzte sind auf bestimmte Fachrichtungen spezialisiert oder gar daran interessiert. Der Großteil aller Psychiater & Klinikärzte stelle ich mir immer noch als eine Art "Allgemeinmediziner für die Psyche" vor. Diese müssen sich zwar nicht wie Spezialisten aufführen - könnten es aber. Unaufmerksame erschöpfte Patienten können das vielleicht leider schlecht erkennen. Jedoch fällt mir auch keine Lösung für dieses völlig menschliche Problem ein. Dennoch wäre es sicherlich eine Bereicherung, wenn mehr "Allgemeinmediziner" Patienten bei Verdacht zu Diagnostik-Fachärzten überweisen. Jedoch kommen wir damit wieder zum erstgenannten Problem...

    Und so ist DSM ja wohl auch gemeint: Nicht als Kochrezept sondern als Leitline. Da wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird, die guten (!) Ärzte werden wenig ändern und strengenommen spielt es für uns in Europa eh keine Rolle.
    Die Unterscheidung von "guten" und "schlechten" sowie "halb-schlechten/guten" [kein schwaz-weiß-denken] Ärzten ist sicherlich eine Patienten-Wissenschaft für sich. Dennoch ist mir nicht bekannt, was so alles im Studium eines Psychiater gelernt wird, außer das der Großteil "Basics" seien: Depressionen, Psychosen, etwas Schizophrenie, Persönlichkeitsstörungen im Allgemeinen, ... Hauptsächlich wird alles in der Klinik gelernt und so müssen gute "Lehrer" am Ort sein.
    Leider machen es sich viele sehr bequem und benutzen die DSM/ICD doch als "Kochrezept". Andererseits ist es auch heutzutage durch den Mangel an Fachärzten (wieder mal) und Studentenplätze allgemein in dem Stress eines Klinik-Alltags auch gar nicht möglich lange, ausführliche und geistig-klare Gespräche mit Patienten zu führen.
    Dadurch wird sicherlich auch die Verschreibungen von Antipsychotika gepusht [wenn ich je von dem Thema runterkomme]. Denn im Gegensatz zu Stimulanzien, ADHS-Medikamente & Co gibt es bei Antipsychotika keine Richtlinie, dass nur ein "Facharzt für Psychosen und Schizophrenie" Antipsychotika verschreiben sollte. Bestimmte sind sogar als "Breitbandpsychopharmaka" bekannt gemacht worden. Damit wird im schlimmsten Fall nicht nur auf eine zugeschnittene Therapie verzichtet. Es könnte sogar sein, dass AD(H)Sler oder andere mit anderen Medikamenten behandelt werden, weil ein Arzt es nicht anders "darf". Gegebenenfalls sogar auf Grund der Krankenkassen, (die ironischerweise nichts zu off-label-use von Antipsychotika sagen...)

    Manche Ärzte sind in dem Punkt aber auch kreativ und verschreiben "offiziell" z.B. Bupropion bei Depressionen(die ein ADHSler sowieso sicherlich immer hat). Auch wenn so etwas kompensiert wird. Ab hier fängt langsam die Prohibition an und es wird rein politisch... ^^

    Diskutieren sollte man es und zwar fachlich. Wie war das z. B. mit Asperger? Wie kommen die auf diese abstruse Idee? Das les ich nirgends. Aber ganz sicher werden nicht irgendwelche Diagnosen gleich "explodieren". Das ist Panikmache.
    Nun ein Dito von mir! Die Diagnosen steigen zwar immer noch an, jedoch stetig und nicht explosionsartig. Es wäre auch unlogisch da viele Ärzte ohnehin durch die Jahre sich in Diagnostiken und Behandlungen "rein wachsen" und von Nachfolgern "gleichmäßig" vertreten werden. Das Denken wird sich wie immer in der Geschichte ändern, aber sicherlich nicht "plötzlich" wie ein Virus.
    Vielleicht kommen irgendwann die Leute von dieser Panik weg, aber das dauert natürlich langsamer, wenn schwarz-weiß denkende Paranoide wie ich auf diese Panikmache reinfallen.


    Und das wirklich heiße Eisen - Versorgung mit guten Ärzten und Therapeuten sowie adäquat Bezahlung der aufwändigen Diagnose - wird mal wieder nicht ventiliert nur weil ein patziger Autor des DSM IV dem sie die Tantiemen gestrichen haben in der Presse rumstänkert.
    Die Versorgung von Ärzten und Therapeuten wird politisch bestimmt. Die Politik wird von dem Denken der Gesellschaft bestimmt. Und der Großteil des Denkens wird leider von der Presse bestimmt und umgekehrt...
    Ergo: Wir müssen Leute für das Thema Psychiatrie, Diagnosen und AD(H)S sensibilisieren und sie überzeugen, dass sie etwas für uns tun sollten bzw. könnten. [und das tut die Allgemeinheit wohl nur wenn sie davon auch profitiert]
    Und passend dazu - während das wohl möglich kritisch-werdende Antipsychotika-Problem, das viel eher als "Ruhigsteller-Erziehungs-Pharmakeule" missbraucht werden kann, eher in den Hintergrund getreten wird -, wird in der allgemeinen Presse sogar noch heute von "zu viel AD(H)S" , "zu viel schlechte Erziehung" , "zu viel Fernseher, Computer, etc." herum geklatschmault.
    Anti-Drogen-Propaganda - die Patienten im Gegensatz zu Dealern eigentlich nicht einschränken sollte, obwohl es genau umgekehrt läuft -, wird ebenfalls wie hier bekannt hinein gebracht und das spiegelt sich sogar in der Erforschung und Zulassung von Substanzen der Pharmafirmen* wieder: Nur leichte Abkömmliche von MPH und Amphetamin sind zugelassen. Grob gesagt haben wir nur 2 verschiedene "echte" Stimulanzien als Medikamente, während es im Bereich der Benzodiazepine, Antipsychotika und Antidepressiva übermäßig viele Verschiedene gibt mit fast ähnlicher Wirkung.
    Abgesehen von Nocebo-Effekten in der Therapie, könnte dieses sogar das Auswählen des Berufes, als auch die momentan vorhandenen ADHS-Experten verunglimpfen.

    Gesundheit und Medizin wird also durch das Aufklären der Gesellschaft erlangt! - Insofern kann man die Altersänderung im DSM-5 sogar als eine Art "Fortschritt" ansehen, da es offenere Spielräume und mehr Freiheit gewährt mit dem Nebeneffekt, dass die Gesellschaft sensibilisiert wird, dass auch ältere Menschen AD(H)S haben könnten und mehr Verständnis für sie geben sollte.


    *Die Pharmafirmen sind quasi einer viel größeren Lobby unterstellt: Der Gesellschaft und ihren Politikern)

    [...]
    Wieder mehr geschrieben, als eigentlich der Threadtitel erlaubt. Aber es wurde nun mal ein Zitat aus der Presse verwendet. ^^
    Und eine 180°-Drehung meinerseits, zu dem was ich heute Morgen audrücken wollte. - wow ich nehme Urlaub... -.-
    Geändert von Aleã (11.06.2013 um 21:59 Uhr)

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