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Diskutiere im Thema Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Hallo,

    weiss gar nicht, wo ich am Besten anfangen soll

    Also gut. Fangen wir im Februar 2012 an. Ich bin schon immer jemand gewesen, der alles hinterfragt und immer ganz genau wissen muss, warum etwas so ist bzw. warum gerade das und das passiert. Vor allem was meine eigene Person betrifft. Mir ist mit der Zeit aufgefallen, dass ich augenscheinlich im Job kein Teamplayer bin. Also hab ich mal danach gegoogelt, ob es anderen Leuten ähnlich geht. Google spuckte mir als erstes ein ADHS Forum aus. Hier begann ich dann zu lesen ..... zu lesen .... zu lesen ..... bis tief in die Nacht. Ich habe mich hier unheimlich wiedergefunden. In den nächsten Tagen also ab zum Hausarzt, ihm ein bischen was über mich erzählt und siehe da, er stand dem Ganzen recht aufgeschlossen gegenüber und ich erhielt eine entsprechende Überweisung und sogar eine Empfehlung, wohin ich mich wenden soll. Termin war dann Anfang März (ich wohnte zu der Zeit in Österreich, bin jedoch Deutsche). 6 Tage vorher erhielt ich den Anruf, meine Mutter (in Dtl.) liegt im Sterben (Aneurysma)
    Insofern ist also aus besagtem Termin nichts geworden.

    Im Laufe des Jahres 2012 ging es mir immer schlechter. Umzug nach Deutschland, dementsprechende Aufgabe meines Jobs, der mir viel Spass machte, neuer Job, der mir keinen Spass machte. Dann im November ist unser Hund auch urplötzlich verstorben (über Nacht einfach so eingeschlafen). Ich bemerkte langsam körperliche Beschwerden im Bauchraum etc. Und irgendwann konnte ich einfach nicht mehr und habe mich an eine psycho(somatische?) Klinik gewandt, in welcher ich nunmehr seit Anfang März in stationärer und seit 14 Tagen in tagesklinischer Behandlung bin.

    Natürlich habe ich irgendwann, nachdem vorsichtig das Wort "Borderline" ausgesprochen wurde, von meinem ADS Verdacht erzählt. Natürlich war die erste Frage "Was haben sie davon, wenn sie diese Diagnose erhalten" ... *uff* Was soll man darauf am Besten antworten? Irgendwann habe ich es nochmal angesprochen, da ist es dann komplett überhört worden. Mit der Zeit wurde ich immer saurer, weil ich mich nicht ernst genommen fühlte und habe meiner Therapeutin (Verhaltenstherapie) einen ausgedruckten und ausgefüllten online Test mitgebracht, sowie weiteres Info Material aus dem Internet. Man hat ihr angesehen, dass sie merklich angesäuert war. Seitdem ist das Thema ADS nie wieder zur Sprache gekommen, bis heute, beim Gespräch zu meiner Vertrauensschwester. Und hier wieder die gleiche Fragen "Was ändert sich denn dann in ihrem Leben, wenn sie wissen, dass sie ADS haben?". Ich hab das Gefühl, man sträubt sich dort enorm gegen ADS, obwohl es keiner so offen ausspricht.

    Ich durfte dann mal einen Konzentrationstest machen, einen Wortschatztest sowie einen Matritzentest. Der Konzentrationstest ergab, dass ich sehr sehr schnell war, und dadurch viele Fehler entstanden sind. Ich arbeite generell sehr schnell. Ich machte dort auch täglich ein Gedächtnistraining mit, in welchem dies meiner dortigen Ergotherapeutin auch schon aufgefallen ist. Beim Wortschatztest erreichte ich oberen Durchschnitt, beim Matritzentest war ich sogar im überdurchschnittlichen Bereich.
    Mir wurden anschliessend die Auswertungen vorgelegt, kurz etwas dazu gesagt, aber mehr auch nicht.

    Nun kurz etwas zu mir, meinem Verhalten als Kind und Erwachsene:

    Achja, ich bin ein 38jähriges Weiblein =)

    Als Kind
    *) sehr verträumt & still
    *) sehr sehr schnell sprechen gelernt, "Mama" mit einem halben Jahr, mit 1 1/2 oder 2 konnte ich wohl auch schon ein kleines Gedicht aufsagen
    *) motorisch allerdings sehr ungeschickt, spät laufen gelernt und hier auch immer sehr oft hingefallen
    *) habe mir das Lesen mit 5 Jahren selber beigebracht
    *) später in der Schule hab ich im Unterricht viel geschnattert und andere Schüler abgelenkt
    *) war immer unheimlich vergesslich, (Hausschlüssel, Turnbeutel, Hausaufgaben) unordentlich und schlampig
    *) meine Arbeiten hab ich mir grundsätzlich mit Flüchtigkeitsfehlern versaut
    *) hatte "Kinderrheuma" (Schmerzen in den Waden)
    *) sehr oft Bauchschmerzen & Durchfall
    *) appetitlos (war hier einmal mit 3 oder 4 zu einer Kur)
    *) Einschlafprobleme (Bestimmte Rituale mussten vor dem Schlafengehen durchgeführt werden)
    *) habe immer gerne sortiert, als Kleinkind Wäscheklammern, konnte ich stundenlang, später dann die Knopfsammlung meiner Oma =)
    *) habe nie mit Puppen gespielt, hab auch keine besessen
    *) sondern sehr sehr viel gelesen, gemalt oder mit so Steckerspielen Bilder zusammengesetzt
    *) wollte ständig mein Zimmer umräumen
    *) bin als Kind sehr oft wegen meiner Unordentlichkeit von meiner Mutter geschlagen/ verprügelt worden
    *) Mutter war sehr dominant
    *) war nie frech, oder aufmüpfig, das kam erst mit 18/ 19
    *) typisches Mobbing-Opfer auch in der Schule, habe mich nie gewehrt
    *) habe sehr oft bei meiner Oma im Garten Rollenspiele gespielt (alleine alle Rollen ausgefüllt)
    *) begann mich mit 8 oder 9 für andere Länder und antike Kulturen zu interessieren
    *) habe dann angefangen, sämtliche Länder, deren Hautpstädte und Flaggen auswendig zu lernen =)
    *) liebte es, im neuen Schuljahr endlich die neuen Schulbücher zu bekommen und habe schonmal angefangen, darin rumzuschmökern
    *) Physik lag mir gar nicht, war alles zu unlogisch für mich, nichts greifbares, die phsikalischen Gesetze konnte ich in meinem Kopf nicht so zu Bildern formen, so dass ich es verstehe
    *) meine Hefte führte ich anfang jeden Schuljahres immer sehr vorbidlich, hab auch immer sehr viel Wert darauf gelegt, dass alles farblich miteinander abgestimmt war usw., hat dann immer sehr stark nachgelassen, spätestens dann, wenn das letzte Blatt erreicht war und es an der Zeit war, daran zu DENKEN, neue einzuheften

    als Erwachsene
    *) sehr chaotischer Lebenslauf (beruflich), viele Jobwechsel
    *) sehr viele Wohnungswechsel, heute bin ich mir dessen bewusst, dass ich, wenns nach mir ginge, jedes Jahr umziehen könnte >> neue Wohnung streichen & einrichten >> Spaaaaaaassssss
    *) tatsächlich werde ich auch noch dieses Jahr umziehen, dann hab ich es glatte 1 1/2 Jahre in dieser Wohnung ausgehalten
    *) mir ist aufgefallen, dass ich lieber aufräume, wenn es alles schon total chaotisch ist (ich mach dass dann auch sehr gewissenhaft, und räume dabei noch ein bischen um) als wenn ich jeden Tag sauge oder meinetwegen den Tisch abwische >> nicht sehr lohnenswert für mich >> ich muss Änderungen spüren/ sehen
    *) ich liebe es immer noch zu sortieren .... stapelweise DVDs, Dateien auf meinem PC, Klamotten im Schrank (Chaos pur - dann wieder alles schick neu einsortieren - toll)
    *) deswegen sehr viel Spass in meinem vorletzten Job (Software-Abteilung SATURN) - jeden Tag Regale sortieren, alles wieder schick machen, was die Kunden unordentlich gemacht haben >> Spass
    *) sehr gerechtigkeitsliebend (Politik, Wirtschaft, Umgang mit Tieren, Arbeit, Weltfrieden, etc.)
    *) lerne sehr schnell und kann mir Sachen, die mich interessieren auch autodidaktisch beibringen (Webdesign, Photoshop, Hieroglyphen lesen)
    *) alles muss für mich immer unheimlich groß, chaotisch, viel und unüberschaubar sein - damit ich mir nen Plan machen kann, ich analysiere gerne, und lande letzten Endes wieder beim sortieren
    *) immer noch sehr sehr vergesslich, erledige alles auf den letzten Drücker
    *) unangenehmes vergess ich bewusst und drücke mich davor
    *) sehr begeisterungsfähig >> alles Neu >> Yeah
    *) wenn ich alles durchschaut und ergründet habe, wird es für mich langweilig und ich widme mich neuem
    *) bin sehr kreativ, versuche mich in der Therapie auch erstmalig im Malen, kann aber nur Farben & Formen & Buchstaben miteinander kombinieren, realistisch zeichnen kann ich leider nicht
    *) Traumberuf: Layouter(in) oder Tierpfleger(in)
    *) mag Tiere mehr als Menschen, stelle beide auch auf eine Stufe
    *) kann schlecht mit Kritik umgehen
    *) teilweise sehr impulsiv aber auch sehr oft entscheidungsunfreudig
    *) habe das Gefühl, ständig input zu brauchen, damit mein Hirn etwas zu tun bekommt
    *) reagiere sehr empfindlich auf bestimmte Geräusche, könnte da innerlich platzen (schmatzen z. Bsp.)
    *) vergesse oft Wörter beim Schreiben

    Nun meine Frage an Euch, liebe Forum. Wie kann ich meine behandelnde Therapeutin dazu bringen, mein Anliegen ernstzunehmen und mich auch dahingehend zu unterstützen oder zu beraten? Ich weiss, dass man sich in dieser Klinik kaum mit AD(H)S beschäftigt und auskennt. Größtenteils sind dort Suchtpatienten, aber auch Borderliner. Borderline wurde bei mir angeblich ja schon festgestellt. Zumindestens würde es in diese Richtung gehen, sagte man mir.

    Aufgrunddessen, dass ich keine Eltern mehr habe, wird sich sicherlich meine Diagnose dahingehend erschweren, oder? Ich habe einzig noch eine Tante, die mich zwar nicht dauernd als Kind erlebt hat, aber doch mehrmals im Jahr mit mir über 1-2 Wochen zu tun hatte.

    Liege ich überhaupt richtig mit meiner Selbsteinschätzung, dass ich ADS haben könnte?

    LG, die Pepps

  2. #2
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Liebe Pepps,

    wein ein Terapeut oder eine Therapeutin sich einem Thema "verweigert", dann wäre vielleicht die nächste Frage auch an den TherapeutIn zu stellen:

    "Was haben Sie, liebe/r TherapeutIn davon, wenn dieses Thema nicht zur Sprache kommen darf?"

    TherapeutInnen, die sich bestimmten Themen verweigern, verfehlen ihren Auftrag.

    Der Auftrag von TherapeutInnen ist, ihren PatientInnen bei der Suche nach und dem Finden von

    verbesserten Lebensumständen ("Gesundheit")

    behilflich zu sein.

    Du schreibst sehr schön und sehr ausführlich, was dich bewegt und wie du auf deine Vermutungen kommst.

    Es klingt aber auch daraus heraus, als seiest du es gewohnt - oder als habe man dich vielfach so behandelt -

    als seiest du es also gewohnt, alles, was du über dich denkst, fühlst und meinst, rechtfertigen zu müssen.

    Wie wäre es, du drehst den Spieß mal um?

    Punkt 1) TherapeutInnen und Behandler haben einen Auftrag, für den sie bezahlt werden. Dieser Auftrag lautet: Sei deiner Patientin eine Unterstützung.

    Punkt 2) Eigene Meinungen und Ansichten der TherapeutIn sind erstmal nur das: Eigene Meinungen und Ansichten. Sie sind nicht höherwertig oder klüger oder besser als die Ansichten der Patientin!

    Punkt 3) Es gibt das Recht auf Therapeutenwechsel.

    Punkt 4) Es gibt schon ÄrztInnen, und auch PsychologInnen die offen und verantwortungsvoll auch mit ADHS umgehen. Und ihre Zahl steigt.

    Punkt 5) von mir:

    Lass dich nicht verunsichern!

    Liebe Grüße,

    Luzie

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Liebe Luzie,

    erstmal Danke für deine aufmunternden Worte =)

    Ich bin erstaunt, wie schnell Du mich bzgl. meiner ständiger Rechtfertigungen durchschaut hast
    Es ist tatsächlich so, dass ich geradezu den Zwang danach habe, mich zu rechtfertigen. Immer und zu jeder Zeit. Grund hierfür ist wohl das ständige und teils sehr sehr harsche Nachfragen meiner Mutter, nach dem "Warum?", wenn ich als Kind mal wieder was vergessen hatte. "Warum" war ihre Standardfrage

    Das mit dem "Spieß umdrehen" werd ich mal versuchen. Probeweise bei meiner Vertrauensschwester, zu der ich Gott sei Dank ein Super-Verhältnis habe.

    Therapeutenwechsel geht bei uns in der klinik wohl seeeeeeeehr schlecht und wird nur in absoluten Ausnahmen bewilligt. Das weiss ich von anderen Mitpatienten. -.-
    Ausserdem habe ich das Gefühl, dass man mich bald entlassen wird, wahrscheinlich mit der Diagnose "emotionale Instabilität", das ist nämlich auch schon
    des öfteren gefallen.

    Hmpf

    LG, Pepps

  4. #4
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.214

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Hallo Pepps,

    danke für deinen langen Beitrag, hat mich sehr berührt, bei vielen Punkten dachte ich, "wie bei meiner Tochter", "hypoaktiv"

    Ich habe zwar keine Ahnung, da ich - zum Glück - wegen ADHS usw. nie in einer Klinik war - ich
    latsche seit 12 Jahren zum gleichen Arzt -

    aber ich würde alles lesen über ADHS, z. B.

    "Wir fühlen anders" von der Schweizerin Doris Ryffel, Cordula Neuhaus, Dr. Johanna Krause und
    auch Helga Simchen (ist zwar eine Kinderärztin, kennt sich aber aus mit "stillen Mädchen, Hochbegabten,
    Hochsensiblen), du findest im Bereich Bücher Anregungen.

    Nach der Entlassung würde ich einen ADHS-Spezialisten suchen.

    Liebe Grüße für heute - Gretchen

    P.S. Bei meiner Tochter wurde in der Grundschule die ADHS-Diagnose gestellt und wir haben uns wirklich
    bemüht, sie ADHS-freundlich großzuziehen. Trotzdem gibt es immer mal kleinere Krisen.

    P.P.S. Möchtest du dich noch ein bisschen was unter "Vorstellung neuer Mitglieder" schreiben?
    Dann wirst du hier freigeschaltet und kannst auch PMs schreiben und erhalten.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Gretchen schreibt:

    Nach der Entlassung würde ich einen ADHS-Spezialisten suchen.
    Ich denke auch, dass es nichts bringt in der Klinik, wo du gerade bist weiter darum zu kämpfen, wenn die sich damit nicht auskennen, was ADS für Betroffene bedeutet und das man ihnen helfen kann (nur so kann man ja deren Haltung "und was haben sie dann davon, wenn sie wüssten, dass sie ADs habenbewerten). Verfolge die Sache weiter, wenn du entlassen bist und such dir einen Spezialisten, der sich mit ADS auskennt und dich diagnostiziert.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Du kannst dich ja etwas in die Themen Hochsensibilität (für mich persönlich eh nur eine Umschreibung von hypoaktivem ADHS) und Hochbegabung, da findet man allerlei.
    Ich glaube, du wirst dich da wiederfinden.
    So wie ich mich in vielen deiner Punkte wiederfinde. Inbesondere, dass du wohl auch Listen liebst.
    Wobei ich bei einigen nicht so den Zusammenhang zum ADHS finde, aber naja, ich verliste mich auch gerne mal, hehe.
    Übrigens: Flaggen und Hauptstädte habe ich im Grundschulalter auch auswendig gelernt, ich habe die Schulatlanten meiner Geschwister geliebt!
    Aber neugierig kann man auch als nicht-ADHSler (und ohne Hochbegabung) sein.
    Nichtsdestotrotz sehe ich viele Punkte, die hier im Forum oft sehe. Eine Diagnose kann aber natürlich nur eine Fachperson stellen.

    Was mich bei dir an der Klinik stört:
    Die Diagnose Borderline in Betracht zu ziehen scheint kein Problem zu sein, aber bei ADHS fragen die, was du mit so einer Diagnose denn möchtest?
    Das wundert mich doch sehr. Gerade wenn man doch weiß, dass zwischen Borderline und ADHS so viele Übereinstimmungen gibt, die die Gefahr einer Fehldiagnose stark erhöhen.
    Uund ich persönlich empfinde Borderline irgendwie stigmatisierender, als ADHS. Allerdings kommt letzteres in den Massenmedien schlechter weg. Naja, wie mans nimmt...

    Also an deiner Stelle würde ich mir, neben der Infosammlung durch Literatur, eine Fachperson suchen, die sich mit ADHS auskennt.
    Unrealistisch finde ich es bei dir nicht und schaden kanns nicht.
    Außerdem gibt es auch auf ADHS spezialisierte Therapeuten, in sofern bringt dir eine ADHS-Diagnose genauso viel oder wenig wie eine Borderline-Diagnose (um nochmal auf das komische Argument seitens der Klinik einzugehen).

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Guten Morgen,

    hihi .... das mit dem Atlas kommt mir bekannt vor =) Habe mir damals als Kind einen zum Geburtstag gewünscht und ich hab ihn geliebt.
    Habe mir dann hinten beim Index so ein Register reingebastelt, für die einzelnen Anfangsbuchstaben, damit ich die Seiten schneller finde
    Meiner Mutter bin ich dann immer mit Hauptstädteraten auf den Keks gegangen =)

    Zur Klinik: Ich bekomme bei einer dortigen Mitpatientin mit, dass dort allgemein nicht viel vn Diagnosen gehalten wird. Ihr Therapeut fragt sie nämlich auch immer,
    wenn sie ihre Diagnose - nach mittlerweile 14 Wochen - haben möchte, was sie denn davon hat, wenn sie ihre Diagnose weiss und was sich dann an der
    Therapie ändern würde. Das dort immer sehr zurückhaltend mit Diagnosen umgegangen wird, habe ich auch schon von anderen Therapeuten oder Schwestern gehört.
    Begründung: Diagnose - also das Warum - sei nicht so wichtig, wichtiger sei die Therapie und man müsse ja in die Zukunft schauen. hmmm Es ginge ja nur darum,
    "unerwünschtes" Verhalten zu therapieren, die Gründe, warum dieses Verhalten da ist, seien hierfür irrelevant. Ich bin kein Psychologe, aber ist das tatsächlich so?

    Meine derzeitigen unerwünschten Verhalten sind halt , absolut geringes Selbstwertgefühl, obwohl ich nach aussen hin wohl sehr cool und selbstbewusst wirke (bin mir
    dessen aber absolut nicht bewusst), werde dort auch gern als "buntes V.öglein" bezeichnet, weil ich optisch sehr heraussteche. Damit verbunden meine Angst vor
    Konsequenzen und vor Konfrontation mit unangenehmen Sitiationen/ Personen. Thema war ausserdem meine innere Wut und das sofortige Ausleben meiner Gefühle (Trotz,
    Weinen, aber auch Freude >> himmelhochjauchzend; zu Tode betrübt) Das und das ich mich mit Anfang 20 - also vor ca. 16 Jahren - tatsächlich 3 x selbst verletzt habe, führten
    wohl zu Borderline. Auch meine falsche Selbstwahrnehmung. Weiteres Thema ist halt meine Mutter, deren Verhalten mir ggü. ich immer noch nicht überwunden habe.

    Ich war gestern mal auf der muellers-seiten.de (viell. kennt die jemand?) bzgl. Hypoaktivität. Ich habe mich gerade in den Begleiterscheinungen von ADS extrem wieder-
    gefunden. Habe das dann meinem Freund gezeigt, und der stimmte mir hier zu. Sehr sehr viel trifft davon auf mich zu.
    Vor allem 2 Punkte treten bei extrem zu Tage: zum einen sind das Probleme mit dem Nichteinhalten von Regeln. War in der Klinik auch schon Thema. Bin, seitdem ich Tagespatient bin, grundsätzlich morgens zu spät gekommen. 8.00 ist Therapiebeginn, obwohl die erste Veranstaltung (Morgenbegegnung) erst um 8.15 startet. Insofern war es für mich nur logisch, dass es ausreicht, wenn ich spätestens 8.15 dort auf der Matte stehe
    Logik ist auch son Ding. Ich liebe Logik. in meiner Ausbildung zur Bürokauffrau habe ich z. Bsp. Buchhaltung total geliebt. Das war für mich die logischste, stimmigste Sache auf der Welt (Symmetrie). Leider bin ich später nie in der BuHa gelandet =(
    Das Zweite ist das ständige hinterfragen. Ist dort auch schon aufgefallen. Ich hinterfrage alles und jeden. Ich muss immer genau wissen, warum etwas so gemacht werden muss, warum sich der Mensch gerade so verhält etc. Ansonsten bin ich nicht dazu in der Lage, etwas zu begreifen, umzusetzen und Dinge auch mal so hinzunehmen. Letzteres ist schier unmöglich bei mir. So kann ich mit dem vielfach genutzten Satz "Das ist/ war halt nunmal so" absolut nichts anfangen, ich hasse ihn geradezu. Weil meiner Meinung nach, "einfach so" nichts auf dieser Welt passiert
    Ich bekomme dort deswegen auch immer wieder zu hören, ich sollte aufhören, soviel zu denken. Haha .... Als wenn das so einfach wäre -.-

    Ich wohne in der Nähe von Berlin bzw. Leipzig. Genauer genommen, genau dazwischen =) Kennt dort jemand evtl. einen ADS-Spezialisten?

    LG und einen hoffentlich mal etwas sonnigeren Tag
    Pepps
    Geändert von Pepps (29.05.2013 um 07:55 Uhr)

  8. #8
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 95

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Hallo Pepps,

    in Berlin hätte ich einen Spezialisten für dich. Wenn du freigeschaltet bist schreib mir einfach ne PN und ich geb dir dann die Kontaktdaten.

    Lg Jarle

  9. #9
    S3a


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Das sie sich dem thema ad(h)s verweigern, oder überhaupt sich deinen gedankengängen dazu verweigern ist natürlich nicht so toll.
    Das man Diagnosen nicht schnell herausgeben möchte finde ich aber echt toll.
    einfach weil die ganzen psychiatrischen krankheiten im endeffekt nur symptomzusammenschlüsse sind und die diagnosen anders als bei körperlichen erkrankungen wirklich nur auf symptomen beruhen.
    es gibt keinen laboroarameter xy der zeigt, was du wirklich hast und nachdem man dann die behandlung richten kann.
    behandlungen richten sich in der psychiatrie immer nur an den symptomen aus.
    nicht selten müssen in der psychiatrie diagnosen revidiert werden.
    oder schlimmer, die leute sehen sich mit einem stempel.
    dabei geht es in der psychiatrie wirklich primär darum, symptome zu vermindern.
    die ganzen thesen der ursachen sind kft erst dadurch antstanden, das man wirksame medikamente hatte und schaute: was machen die medikamente eigentlich, wo greifen die an?
    aber die meisten ursachen sind noch nicht wirklich zu 100% festgeschrieben tatsachen, man spricht dann von modellen.
    indem man feste diagnosen vermeidet sieht man den menschen mit seinen problemen, ohne ihm einen stempel aufzudrücken.

    wenn ich das recht gelesen habe, decken sich boderline und adhs in vielen symptomen.
    Gerade mit dem selbstverletzendem handeln würde deine beschreibung daher halt auch zu borderline passen.
    ich würde im arztgespräch evtl. Einfach mal nachfragen, warum sie ad(h)s nicht in betracht ziehen, was ihrer meinung nach bei dir dagegen spricht? Und wenn sie in sachen adhs einfach nicht kompetent sind, würde ich mir anderswo hilfe suchen.
    Wenn Du aber so psychosomatische beschwerden hast, weil deine situation momentan schwierig ist und da - egal ob adhs oder anders - sich probleme in psychosomatischer richtung ergeben, würde ich darauf evtl. Erstmal den fokus bewahren und die therapie dort bezüglich deiner beschwerden *annehmen* - und dann separat dazu weiter *diagnostizieren* zu lassen bzw. Dir jemanden zu suchen der dir auch in bezug auf die ad(h)s symptomatik hilft.
    ich denke AD(h)S ist teils ein sonderfall wegen den stimulanzien in der therapie, da wagen sich halt viele ärzte auch nicht gerne ran, und evtl. Kann es ja auch sinnvoll sein, die anderen Probleme drumherum erst zu bearbeiten (ist halt immer ne schwere entscheidung und die frage, ob nicht mit adhs therapie die komorbiditäten soweit unproblematisch werden. Aber die komorbiditäten soweit schonmal bearbeiten geht sicher such, und damit bist du ja jetzt eh schon zugange).

    es macht afaik keinen sinn, die ärzte zu bearbeiten und überzeugen zu wollen, wenn sie sich evtl. Mkt der thematik nicht auskennen. Such dir doch einfach eine gute, kompetente stelle die Dir bei der ad(h)s diagnostik weiterhilft. Da die wartezeiten recht lang sind, sollte das kaum mit dem rest des tagesklinischen aufenthaltes kollidieren.
    auf jeden fall gute besserung!

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Verzweifelt - Therapeut verweigert sich dem Thema AD(h)S

    Hehe, meine Mutter war auch oft genervt davon. Zum Glück hatte (bzw. habe) ich einen sehr geduldigen großen Bruder

    Das mit den Diagnosen ist eine zwiespältige Sache.
    Manche wollen eine, manchen ist es eher egal, Argumente gibt es für beide Positionen.
    Ich finde, als Klinik sollte man sich durchaus auch nach den Patienten richten.
    Tendenziell finde ich es besser, wenn man nicht schon nach 2 Tagen die Diagnose verpasst bekommt.
    Mir selber ist eine feste Diagnose wichtig, hat aber auch mit dem unsicheren Selbstbild zu tun.
    Aber auch damit, dass ich so die Möglichkeit bekomme, mich mit anderen Betroffenen auszutauschen u.ä.
    Zudem ist es bei einer Therapie von Vorteil, zumindest bei Borderline gibt es spezielle Therapien,
    die eben genau auf diese Diagnose zugeschnitten sind und dementsprechend hohe Erfolgsquoten vorweisen können.
    Was lange nicht der Fall war, gerade Borderline galt lange Zeit als untherapierbar.
    Prinzipiell sollten bei einer Therapie mehrere Faktoren eingehen, was du erzählst hört sich nach einer sturer verhaltentherapeutischer Ausrichtung an.
    Gute Therapeuten gehen selten nach nem sturen Prinzip sondern schauen eben, was gerade wichtiger ist.
    Wenn ich sehe, dass es einen inneren Mechanismus gibt, der die Verhaltensänderung blockiert, dann muss ich auch darauf zugreifen können,
    in sofern: nein, irrelevant ist das "was steckt dahinter" nicht und wird allgemein auch in der Psychotherapie (auch in der VT) nicht so gesehen.
    Wobei "was dahinter steckt" ja nicht die Diagnose an sich ist.
    Ich verletze mich nicht selbst, weil ich Borderliner bin, sondern aus tiefergehenden psychologischen Gründen.
    Genauso habe ich nicht Dissos im Supermarkt, weil ich ADHS habe, sondern weil ich reizüberflutet bin.
    Anders ausgedrückt: Ich behandle nicht den Namen (= die Diagnose), sondern die Symptome, welche die Diagnose eben ausmachen.

    Bei dir wurde die Borderline-Diagnose auf Symptomen beruhend gestellt, die allesamt auch auf AD(H)S zutreffen können.
    Abgesehen davon, ist 3x SVV ja recht aussagelos und gefährlich, darauf basierend eine Diagnose zu stellen.
    Zudem: Nicht alle Borderline verletzen sich selbst und nicht alle, die sich selbst verletzen, sind Borderliner. Es gilt auch als Symptom bei AD(H)S.

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